Montag 28. Dezember 1908 158. Jahrgang Erstes Blatt GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Bezn gSpret 5: monatlich 75Pl., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 M.; durch die Post Mk. 2.—viertel- tährl aueldjL Beitellg. ßcilcnpreiS: lokal 16'SU auswärts 30 Ptenmg. Peranl wörtlich füt den politischen Teil, füt ,Feuilleton* und xäx v)vnvrai=4iKvujii IM wvcn/qicn äää Annahme to* Ünzelgel E/ " 6 » I u.Vanö »nö.OfUdnö- bi öoLufng^'ioüh” RotaNonr^niS mtö Verlag dervrMscherr Nnw^vuch- und rieindruueret R. cange. Redattion, Lxpeditton und vruckeret: rchnlstratze r. Luze,gentell^> vdL Nr. 304 Der »tehener »nzelger r:ld)c»u tägltch, aufeet EouutagS. - Beilagen: viermal wöchentlich StehenerZamlltendlSlter; (wkiinal mörbcniLKrels» latlsürdenllreirGlehen (Dienstag undFrenacO; zweimal monntl Land» wltlschallttche-eitlkagea Feniiplech - AnlcdUisfer füi di, Redaktion 118. Verlag u. Expedition 51 Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Rufolanö und der Balkan. Die mit einer gewissen Spannung erwartete Note Rußlands über die Balkansrage, die unmittelbar vor den Feiertagen den Signatarinächten des Berliner Vertrages zugegangen war, hat ziemlich enttäuscht und in Oesterreich be- cechtigte Mißstimmung hervorgerusen, so daß Frhr. von Lehrenthal bereits eine Antwortnote an die Minister ange- kündigt hat. In seiner Zirkularnote glaubt Rußland, das Lngebot der österreichischen Regierung nur mit gewissen Vvr- i>ehalten annehmen zu können und möchte es offenbar weder mit den großen, noch mit den kleinen Freunden verderben, deren Augen es während der ganzen Balkanfrage aus sich gerichtet fühlt. Man hoffte gleichwohl, daß die angekündigte Rebe Iswolskys in der russischen Reichsduma einen Kommentar zu der Note geben unb seine Schärfen dämpfen oürde. Das scheint aber nach den etwas orakelhaften Redewendungen Iswolskys in der Duma nicht der Fall zu jein. Zur Balkansrage legte Iswolsky in seiner Rede am 26. Dezember in der Reichsduma zunächst den bereits bc- taunkn Standpunkt Rußlands bar, wobei er unter anderem aus führte, das Urteil über die durch fremde Indiskretion veröffentlichten Gel)eimoerträge zwischen «Oesterreich-Ungarn unb Rußland gehöre der Geschichte an, aber ihre Authentizität sei unbestreitbar. Ein Protest gegen die Annexion Bosniens hätte vielleicht einen faktischen Kon- slikt mit Oesterreich-Ungarn herbeigeführt; eine Protest- rrllärung aber ohne die Absicht, sie eventuell mit Massen- zewalt zu unterstützen, wäre der größte politische Fehler. 'Der Konferenzgedanke stamme von der Türkei. Oester- :e ich-Ungarn, das eben einen Beweis seiner versöhnlichen Stimmung gegeben, und das nitihmsolidarischeDeutschlandwerdensich, nach der Ueberzeugung des Ministers, für -eine Lösung der Streitfrage in einer Meise aussprechen, die den allgemeinen Frieden fördere. Die Unabhängigkeitserklärung Bulgariens habe großen Eindruck gemacht. Bulgarien habe zwar gegen die «indringlichen Ratschläge Rußlands gehandelt, doch könne Äußland- nicht umhin, mit Bulgarien zu sympathisieren. Rußlands Ziel bestehe darin, Bulgarien, Serbien und Montenegro mit der Türkei zusammenzuschließen, und durch den .gemeinsamen Gedanken an den Schutz ihrer nationalen :!mb ökonomischen Selbständigkeit zu einigen. Rußland : hoffe, Belgrad und Eetinje würden kaltblütig bleiben. Eine weitere Unterstützung Serbiens und Montenegros hänge unmittelbar von deren weiteren Handlungsweise ab. Serbien rmb Montenegro sei der Rat erteilt worden, die Ergebnisse Ider Konferenz ruhig abzuwarten. Der Minister sprach die Hoffnung aus, seine Ausführungen würden dem Jnlande und dem Auslande ganz klar fein, und betonte zum Sck)luß, : Rußland erstrebe eine gesetzmäßige und friedliche Lösung der erwähnten Frage, wie sie der nationalen Würde des Landes «entspreche. Zu Beginn dieser Rede erging sich der Minister in einer lSetrachtung der allgemeinen politischen Lage, die auch für uns nicht ohne Interesse ist, da Iswolsky hierbei auch das ?Verhältnis Rußlands zu Deutschland berührt. Er begann mit einer Darlegung der politischen Sage im fernen Osten mb begrüßte das amerikanisch-japanische Abkommen als .ein neues, willkommenes Glied in der Kette der internationalen Verträge. Die englisch-russische Entente, fuhr .Zswolski fort, habe in den persischen Wirren bereits eine jehr ernste Prüfung überstanden. Rußland erstrebe in 'Lersien die Aufrechterhaltung freundlicher Beziehungen und sie Wahrung seiner Handelsinteressen, vornehmlich im Normen Persiens, speziell in Aserbeidschan, und werde alle von ihm abhängenden Maßnahmen zum Schutze dieser Han» velsinteressen ergreifen. Der Minister konstatierte, daß die 'ranzösisch-russische Allianz sich befestigt habe, was keineswegs hindere, baß Rußland mit den anderen Mächten ireundschaftliche Beziehungen unterhalte. Der Minister erklärt, sich ganz der Ansicht des Fürsten Bülow anzu- ichließen, daß die russische Politik keine Spitze gegen Deutschland hat, vielmehr zwischen Deutschland inb Rußland die alten freundschaftlichen Beziehungen be- ivahrt bleiben. Er könne auch die Versicherung des Fürsten Lülow bestätigen, daß zwischen Rußland unb England weder öffentliche, noch geheime gegen deutsche Interessen gerichtete Abkommen be- ltehen. Ter jüngsten Annäherung an Italien messe er großen Wert für die friedliche Lösung der schwebenden Dagessragen bei. Die Rede Iswolskys, zu der infolge des osteuropäischen Weihnachtsfestes natürlich noch keine Kommentare der ausländischen Blätter vorliegen, rief im Zentrum und auf der Linken lebhaften Beifall hervor, aus der äußersten Rechten indauerndes Zischen. tpolitifctye LngcsjcHau. Zur Sparsamkeit bei der Mauve nahnt der frei|uiktue ^^yardt-Kiel in der Zeitschrift Fortschritt. Er ta^en il a., daß bei der Marine ein M großes Wohlwollen gegenüber persönlichen Verhältnissen lserrsche, das ju gunften des Einzelnen zu wenig Rücksicht aus iien Geldbeutel des Staates nehme. So würden große Torpedoboote als Fahrzeug« »um persönlichen Gebrauch einzelner Flaggoffiziere mit großen Kosten in Dienst gehalten, obgleich dabei fast auS- chließlich repräsentative Zwecke in Frage kämen. Auch dienstliche tömmxmbierungen zur Kieler Woche ließen sich mit einer Erhöhung der Kriegsbereitschaft kaum in Verbindung bringen. Wer bic Freuden dieser Sport- unb Spielmoche gemeßen wolle, solle fidj zu diesem Zweck beurlauben lassen. Im Ansckzluß daran heißt es in dem Artikel: Wenige ahnen, was uns diese Tage kosten, nicht nur an Farbenanstrick-en, von denen jeder neue die Masse der brennbaren Stoffe im Schiss in gefährlicher Weise vergrößert, lieber heftete, vom Repräsentationsdicnst untcrbrodjenc Reparaturen und Reinigungen wirken schädlich Tas Elektrikelpersonal Darf seine Aufmerksamkeit nicht aus bte Instandhaltung der Ge- sechtsopparate konzentrieren, hat genug mit der Illumination zu tun, die, gleichfalls nur repräsentativen Zwecken dienend, der Ration Hunderitausende L'ftct. Viele Tausende werden an so einem Illuminationsabend verpufft in buntfarbigen Leuckstl'örpern. Unb ei sind reglementsmäßige, für den Krieg bestimmte Sternsignale, Die vw in verschwenderischer Weise verfeuert. — Aus gutem Herzen, denn rings um die Föhtbe stehen Tausend« von Menschen und freuen sich über den herrlichen Anblick. Aber es find öffentliche Gelder, die da verfeuert rocroeit, unb *u denen jeder Familien unter sein mühsam ab gespartes Sckierflrin beigetragen hat. Und ihre Verwendung bieiU nur dazu, um einem geringen Bruchteil der Na- tron diu Augenblicksfreude b» bereiten. Sin UeberfaH wf den Präsidenten Faklidrer. Am 2d. >|t ihl „v.i FalliöreS, in eigenartiger Weise auf einem Spaziergänge angegriffen worden. Als der Präsidertt an tuetcm Tage vormittags in Begleitung des Generalsekretärs blatnoiüX)u und leints Adjutanten Ouerst Lasjon iparieren ging, wurde er auf der Place de l'Ewile von einem Cafe-Kellner namens Jean Mattis angeipcodxiL Mattis er- griff plötzlich den Präsidenten beim. Hals und versuchte, ihm den Bart auszureißen, wurde aber lofort von den Herren Ramondou und Lafson fcftgeiionimen. 'JJcan fand bei ihm eine Medaille des Generals Mercier, eine Medaille der Patrie fcancaife, die Karte eines gelben Syndikats unb eine Sammlung Äcarleu mit dem Bildnis dcS Herzogs von Orleans. Ter Ucberfall des Kellners Alatties auf den Präsidenten FalliöreS war so heftig, daß der Stock Failieres entzweivrarü Doch verlor der Präsident keinen Augenblick feine gewöhnliehp Ruhe und Kaltblütigkeit und setzte seinen Spariergang fort, von dem er um LOVa Uhr ins Elysee zurückkehrte. Sänttiiche Nrinistcr und l>as Präsidium der itommec begauen sich nach oem Elysäe, um den, Präsidenten Falliöres ihre Eiltrüstung über beit Ucberfall aus- zu sprechen. Die meisten Botschafter, Gcsairdten uitd Gesckstrftsträger Ipcachen ebenfalls im Elysäe vor. Ter deutsche Botschafter Fürst Radolin begab sich nach dem Ministerpräsidium, ttw er, da Ministerpräsident Ctemenccau abwesend war, dem Ka- uinetisches seine Entrüstung über den UeberfaH aus den Präsidenten und seine Sympathie für diesen ansdrückte. Tann sprach Fürst Rodolin nach auf dem Ministerium deS Aeußern vor. Ter Kellner Mattiös, der den Ucberfall auf den Präsidenten verübt hat, hatte schon seit mehreren Mo.taten Beziehungen »u royalisttsaicn Komitees. Seine Wirtin, die nichts von seinem politischen Beziehungen wußte, erklärte, Akattiös lebe in geordneten Verhältnissen, bezahle regelmäßig feine Miete unb fudje Arbeit. Mattiös erklärte beim Verhör, er haoe den Angriff auf den Präsidenten nach vorheriger Uebetlegung auSgciährt; er bebaute die Tat nicht und habe bas Bewußtsein, eine Pflicht erfüllt zu haben. Tschechische Gewalttätigkeiten. Nicht einmal während des Weihnachtssestes ist der Tschechenhaß zur Ruhe gekommen. Aus dem Prager Staatsbahnhose attackierte ein Volkshausen Couleur tragende deutsck)e Studenten. Tie Polizei mußte die Studenten vor Gewalttätigkeiten schützen. Einem Studenten wurde die Kappe vom Kopfe geschlagen. — In Budweis überjielen zwei Infanteristen des dort gacnijoniercnben Prager HanS-Regimenls deutsche Passanten, weil sie deutsch sprachen. Hierbei wurde der Sohn eines Fabrikanten durch einen Bajonnetstich im Rücken schwer verletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Tie angreiienden Soldaten flüchteten in die Kaserne. Ihre Namen wurden festgestellt und zur Anzeige gebracht. Die rusfischen Terroristen zeigen wieder einmal neue Regsamkeit. Nach Meldungen aus Moskau sand dort vorgestern »wischen Revolultonären und einer Kombination von Polizei und Militär eine blutige Straßenschlacht statt, deren Mittelpunkt eine Vilta war. Tie Villa wurde von den Polizisten und Gendoimeu umzingelt, welck»e oie Fniajsen, die Terroristen waren, aufforderten, sich zu ergeben. Anstatt dieser Ausforderung nachzukommen, feuerten die Revolutionäre auf die Polizisten, von denen bei der ersten Salve mehrere auf der Stelle fielen. Es wurde Artillerie requiriert, die bte Villa bombardierte und dem Boden gleich machte. Von den Verteidigern der Villa blieb nicht einer am Leben. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß sich in der nächsten Zeit ähnliche Zusammenstöße zwischen Terroristen und Militär ereignen werden. Kreta. Tie türkische Presse beginnt sich ernstlich mit Kreta zu beschäftigen. Anknüpsend an die angeblichen Worte des Königs Georg, daß er hoffe, die kretensischen Deputierten bald in der gried)ijd)en Kammer zu sehen, und daß die türkische Presse Unrecht habe, da die Ottomanen nichts verlieren, sagt die ,^Jeni Gazetta", der König vergesse, daß die Ottomanen von der Sklaven- fette befreit feien unb geschworen hätten, für j.b.n ihnen heil g n Erbcnflect den letzten Blutstropfen zu opfern. Der Hurtig glaube, gegenüber dem einstigen despotischen Nadcharn zu stehen. Für einen Souverän, der jchon einmal die Kcait der türkischen Armee erprobte, sei es gefährlich, wenn er dies nicht begreife. Derlei Versuche können sehr traurige Konsequenzen haben, wenn sich die Königsworte bestätigen. — Hier wird ein großes Meeting veranstaltet werden und verschiedene Protestkundgebungen werden erfolgen. Der ,Lkdam" greift gleichfalls den König wegen seiner Rebe an. Venezuela. Wie die „Boss. Zig." pai Castro alles zur Kenntnis genommen, toas bic Presse üoer die letzten Vorgänge in Venezuela veröfseut.icht hat. Er erklärt, daß er in die angeblich« Haltung dec gegenwärtigen Regierung Zweifel setze. Er ver- Iichert, daß er nach feiner Gesundheit e.ne votlstunb.ge Tarstellung oer toirLiüjen Sachlage brr öffentlichen fUlcinung unteroreitcn werde. Um jedoch der gegenwärtigen diegierung oei Erledigung der verfchiedenen Fragen keine Schwierigkeiten in den Weg »u legen, wirb er sich, wie er versichert, die grüßte Zurückhaltung aufcrlegen, möglicherweise auch zurück treten, wenn die Umstände seinen Rücktritt als angebracht erscheinen lassen willen. Wie bic „Doss. Ztg." ferner erfährt, wirb Castro noch minbeftcns zwei Ävcken im Sanatorium des Prof. Israel verbleiben, ba die bisherige Untersuchung nod> feine eichgültige Entscheidung er» mcglidüe. 9ladi diesen Mitteilunaen des Berliner BlattcS möchte man annehmen, daß Eastw sich über die wahre Sachlage in! Venezuela täuscht. Seine Präsidentschastsberrlid>keit scheint wirk- tich »u Ende zu sein. 9lad> einer Meldung deS „New Pvrk-Herald" aus Caracas dürfte der bisherige Vizepräsident Gomez sogar die Auslieferung Castros verlangen, falls erwiesen werd«, daß dieser der Absender des Kabeltelcgraimns ist, das die Weisung enthält, Gomez zu ermorden. Tas Telegramm sagt, man solle der Schlange den Kohs zerschmettern unb Caracas tyrannisieren. — Tie Präsibenlschast von Gomez ist nad? einer Reuternlelbung mt ganzen Lande anerkannt. Tie Revolution hat ohne Mut^ vergießen geenbet, sogar General Celestino Castro, der Gruber des früheren Präsidenten unb Chef des Departements Tack)ira, l/at das Kommando über die Truppen abgegeben und alle Waffen mit Munition und Patronen auSgcliefert Dies ist als entscheidend Dafür anzusehen, daß der frühere Präsident Castro nicht nttljr ab Machtfaklar gelten kann. Die Presse ist frei, das Vich-monopol ist aufgehoben, die Grenzfrage mit Columbia geregelt, bet Schiifss- oertebr auf bem Pulia von unb nach Columbia wiederher gestellt. Die niederländische Flottendcuvonstralion ist nunmehr förny lidj beendet. «Ein Jahrhundert deutschen Bergbaus. In verhältnismäßig kurzer Zeit ist der alte Agrarftaat Teulschland »u einem der ersten Industriestaaten! ber Welt geworden; ein einziges Jahrhundert hat genügt, um diese große Umwandlung »u vollziehen. Einen ganz bedeutenden Anteil an Der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung deS Landes hat der Kvhlkn- und Erzbergbau, sowie in den letzten Jahrzehnten bic Erschließung der Kalilagcr gehabt. Die Statistik ist ja zu lückenhaft, um alle Fragen mit ZMcksicht auf bie ersten EntwicklungS- jahre des deutschen Bergbaus beantworten zu können, in der Haupl?- fache aber glauben wir, keine wichtige Zahl schuldig zu bleiben. Im Gebiete des Zollvereins bezw. deS deutschen Reiches stieg die Steinkohlenproduktion in bett Jahren 1860 bis 1907 von 12 347 828 auf 143 222 886 Tonnen. Ta °/l0 der gesamtem Steinkohlenförderung auf Preußen kommen, verdient dieses Land ein näheres Eingehen auf seine bergbauliche Envoicklung. Betrug die Förderung im Jahre 1820 nur 970 084, im Iahte 1830 noch l 369 313 Tonnen, so belief sich bie FörderungSziffet nach einem weiteren Jahrzehnt schon auf 2 423 009 Tonnen; 1850 wurden bei einer Zahl von 29 907 Arbeitern bereits 3 951 477 Donnen int Werte von 23 953155 Mark gefördert. In der Folge ergaben sich diese Ziffern: 1860: 64 682 Arbeiter, 10 656 725 Tonnen, Mert 63 894 996 Mark; 1870: 107 782 Arbeiter, 23316 237 Tonnen, Wert 138115 872 Mark; 1880: 155 006 Arbeiter, 42172 944 Tonnen, Mert 210 617 066 Akark; 1890: 233 754 Arbeiter, 64 373 816 Tonnen, Wert 479 523 844 Mark; 1900: 376 364 Arbeiter, 101966 158 Tonnen, Wert 878 251 112 Mark; 1907: 501805 Arbeiter, 134 044 080 Tonnen, Wert 1 285 962 587 Mark. Die Entwicklung des Steinkohlenbergbaus im OberbergamtS- bezirk Dortmund, dem wichtigsten preußischen Bergbaurevier, erhellt and folgender Uebetsicht: 1800: 1 546 Arbeitet 176 678 t 688 677 Mk. Wett 1820: 3 556 425 8-4 2 279 140 aa 1840; 8 945 990 852 ee 6 896 830 aa aa 1860: 29 32) 4 865 834 28 055 022 — 1880: 80 152 22 495 202 102 958 856 1900: 226 902 59 618 900 508 796 740 1007: 303 089 V 80 182 647 • 768 217 586 ■ * Auch der Braunkohlenbergbau hat in Preußen ritte schnelle Entwicklung genommen. Im Jahre 1840 betrug bie Förderung bei einer Zahl von 2 860 Arbeitern 521 400 Tonnen, bie einen Wert von 112? 250 Mark hatten. Nach 10 Iahten wurden ourd) 6066 Arbeiter 1 127 250 Tonnen im Wette von 3 158 205 'Mark gefördert, 1860 durch 9938 Arbeitet 3153 294 Tonnen int Werte ton 8 915 574 Mark, 1900 durch 42 350 Arbeiter 34 007 542 Tonnen im Werte ton 80 257 926 Mntk unb 1907 burch 53 989 Arbeiter 52 660597 Tonnen im Werte von 127 192 622 fDtarl An Eisenerz würben geförbert 1840 : 316 382 Tonnen (Mert 1 965 882 Mark), 1860: 779 793 Tonnen (Wert 4 794 578 Mack), 1880: 3 679 320 Tonnen (Wert 25 131726 Mark), 1900: 4 268 068 Tonnen (Wert 37 686 380 ?Nark) unb 1907 bereits 5 077 772 Tonnen im Werte von 50'/» Millionen Mark. Tie Förderung an Zinkerz betrug int Jahre 1840: 57 927 Tonnen im Wette von 1 802 160 Mark und stieg dann allmählich vis zum Jahr« 1907 auf 696 039 Tonnen im Werte von 42 096 054 'JJlatL Ter Dleibergbau förbertc in Preußen im Jahre 1840 nur 18 064 Tonnen (Wett 1186119 Mark), im Jahre 1907 hatte et die sbattliche Fördetungsziffer von 133528 Tonnen im Werte von 19 929 396 9)lart erreicht. Die Förderung ton itupferer» stieg von 27 408 Tonnen (Wett 636 798 Maty im Jahre 1840 auf 755 202 Tonnen (Wett 26 296 362 Mary im Jahre 1907. Ter Mineralsal-bergban Preußens lieferte im Jahre 1856: 2833 Tonnen zum Werte ton 28 719 Mark, im Jahre 1907 aber 4 391302 Tonnen im Werte von 48 396110 'JJlarf, während bic Förderung an Kochsalz von 93 625 Tonnen im Werte von 4 315 227 Mark auf 353 290 Tonnen im Werte von ö 012 880 Mark (1907) stieg. Fragen wir einmal nach den Gründen dieses gewaltigen Aufschwunges. Abgesehen ton den überaus günstigen Vorbedingungen, bie durch die natürlichen Verhältnisse gegeben lind, kommen hierbei in erster Linie bie Fortschritte der Technik in Betracht. Die Entdeckung der Dampskraft unb ihre Ausnutzung in bet Maschine ermöglichte ganz allgemein ben Utbetgang zum Tiesuau und die Prinera.gewiunung in großen laufen und bei starken Masserzuflüssen. Waren im Jahre 1826 erst 440 ma- ichinelle Triebkräfte mtt 21 485 Pserdectuite vorhanden, so betrug ihre Zahl im Jahre 1892 nicht weniger als 8835 mit 518052 Pferdekrchten. Im Steinkohlenbergbau des OberbcrgamlSbe-irlS Toitmund waren 1826 nur 16, 1870 bereits 746 Maschinen mit 61 7 <8 Pferdekräslen, 1906 aber 6171 AkaschmeL mit §21291 Pserdckräjten in Betrieb. Ein Lustmord bei Gießen. (ritt scheußliches Verbrecher:, das die Bewohner der Stadt in ungeheure Aufregung versetzte, ist am Abend des 24. dieses Monats hier verübt worden. Am 1. Weihnachtsfeiertage fanden Spaziergänger im Schiffenbergerwald, am alten Schiffenbergerweg diesseits der ersten Waldschneise in einem Fichtenschlag die Leiche des 10 Jahre alten Schülers Heinrich Abel von hier. Alsbald wurde gerichtlicher Augenschein beantragt und es begaben sich die Staatsanwälte und die Beamten der Kriminalpolizei mit dem Richter, dem Gerichtsarzt u. A. nach dem Tatort. Da ein Mord vorlag, wurde zunächst ein Polizeihund an die Leiche geführt, der auch die Spur des Täters aufnahm, sie aber auf dem vielbegangenen Fußwege verlor. Sodann wurde die Leiche mit Umgebung des Fundortes photographisch ausgenommen und zur näheren Besichtigung geschritten. Die Lage der Leiche und der Umstand, daß sie bis auf ein Hemd und Leibchen entkleidet war, ließen erkennen, daß es sich um einen Lustmord handelte. Tie Leiche wurde nach dem Leichenhause am neuen Friedhöfe gebracht, woselbst am 2. Feiertage die Sektion stattfand, wobei festgestellt wurde, daß der Tod durch Ersticken, Würgen, herbeigeführt war. Aeußere Verletzungen, außer kleinen Kratzwunden an beiden Handgelenken befanden sich an der Leichtz nicht. Bis dahin wurde folgendes festgestellt: Der Knabe war am 24. If. Mts. nachmittags 4 Uhr, von seinem Vater, der am Schiffenberger Weg wohnt und einen Gemüsehandel betreibt, nach der Marburger Straße geschickt worden, dem dort wohnenden Zimmermann Stoffel ein Wägelchen zu bringen. Diesen Auftrag führte der Junge aus und ging dann nach der Stadt zurück. Hier hat er, anstatt den kürzesten Weg nach Hause einzuschlagen, sich in der Stadt die Ladenerker mit den Weihnachtsausstellungen angesehen, denn er wurde um 6 Uhr zum letztenmale vor einem Laden am unteren Seltersweg beobachtet. Es wird nun vermutet, daß er bereits in der Stadt oder auch auf dem Heimwege von dem Täter unter irgend einem Vorwand mit nach dem Walde gelockt wurde. Angenommen wird, daß der Täter mit seinem Opfer erst irgendwo eingekehrt ist, denn vermutlich fand der Mord erst zwischen 81/2 und 8% Uhr statt und zwar aus folgenden Feststellungen: Tie Ehefrau des Straßenwarts Kipper, die in dem Wärterhaus an der Schiffenberger Straße am Waldeingang wohnt, war abends mit ihrem Sohne in der Stadt gewesen und kehrte gegen 81/2 Uhr zurück, vielmehr sie befand sich um diese Zeit an der letzten, links an der Straße belegenen Sandgrube und hörte hier im Walde, in der Richtung nach dem alten Schiffenbergerweg einen lauten, jämmerlichen Schrei von einer jugendlichen Stimme, ein zweiter, aber gedämpfterer Schrei folgte und dann war alles ruhig. Es wird angenommen, daß dieses Schreien von dem Knaben herrührte und die Tat um diese Zeit ausgeführt wurde. Was den Täter anlangt, so sind am Tatorte keinerlei Spuren zurückgelassen worden, die auf die Person des Täters schließen lassen. Der Täter hat nichts verloren, es muß ihm der Kampf mit seinem Opfer nicht schwer geworden sein, dennoch ist es nicht ausgeschlossen, daß er vielleicht Kratzwunden an den Händen oder im Gesicht davongetragen hat. Die Polizei entfaltete dic^ganzen Feiertage eine rührige Tätigkeit, es wurden niehrere als verdächtig erschienene Personen sistiert oder festgenommen, bis jetzt aber haben alle ihr Alibi nachweisen können und mußten freigelassen werden. Hoffentlich gelingt cs bald, den Rohling zu ermitteln und dingfest zu machen. Die Großh. Staatsanwaltschaft hat, wie aus den alsbald an Anschlagsäulen und in Wirtschaften ausgehängten Bekanntmachungen zu ersehen ist, eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Unter dem dringenden Verdacht, den Lustmord verübt zu haben, wurde gestern abend der Schuhmacher und Gelegenheitsarbeiter Wilhelm Reif, geb. den 24. Dezember 1861 zu Niederspey, K*reis St. Goar, verhaftet. Es war festgestellt worden, daß am Abend des 24. lf. Mts. in der Ludwigstraße ein Unbekannter einen Jungen angesprochen hatte, er solle ihm die Gußfabrik zeigen, dann bekomme er 60 Pfg. von ihm. Der Junge ging nicht mit. Die Beschreibung, die er von dem Unbekannten gab, stimmte mit der überein, die eine Wirtsfrau von einem Manne gab, der am 24. L Mts. abends 10 Uhr bei ihr erschien, zwei Flaschen Wein trank und sehr aufgeregt war. Auch äußerte der Fremde der Wirtin gegenüber, wenn er jemanden in die Augen schaue, gehe die Person überall mit hin, es könne dies ein Bub oder ein Mädchen sein. Auf diese Angaben hin wurde nach Reif geforscht und er wurde gestern abend betroffen und festgenommen. Gleich nach der Festnahme wurde Reif in seiner Arrestzelle vom Kriminalwachtmeister Pfeffer vernommen, die Vernehmung wurde aber absichtlich vorerst nicht auf die Mordtat selbst erstreckt. Reif gestand aber ein, an dem Abend den Jungen in der Ludwigstraße in der vorher geschilderten Weise zu überreden versucht zu haben. Festgestellt wurde weiter, daß Reif noch einen zweiten Jungen um dieselbe Zeit auf gleiche Art angesprochen hatte, der aber auch nicht folgte. Nach der Vernehmung, in der Reif auch deponiert hatte, daß er bereits dreimal wegen Sittlich kerlsv erbrechen und das letzte Mal mit acht Jahren Zuchthaus bestraft sei, betraten der Oberstaatsanwalt und Med-Rat Dr. Haberkorn die Arrestzelle und es wurde dem Reif in höchst schonender Weise mitgeteilt, daß ihm eine Straftat zur Last gelegt werde, die eine ärztliche Visitation seiner Person erforderlich mache und er möge sich dieser Untersuchung unterziehen. Reif erklärte sich hierzu bereit, allein schon bei Besichtigung seiner Hände und Fingernägel wurde er leichenblaß, verlangte ein Glas Wasser, das ihm übergeben wurde und dann konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten, er mußte sich setzen, kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn und er mußte gestützt werden, wenn er sich stellen wollte. Weiterer Versuch mit dem Polizeihund des Polizei- Sergeanten Jakob aus Wetzlar, dessen Hund besonders auf Spuren abgerichtet ist, wuroe gestern nachmittag vorgenommen. Der Hund nahm die Spur am Tatorte auf, verfolgte sie bis durch den Wald, dann über das Feld und über den Bahndamm bis an das städtische Baumstück. Weitere Versuche mit dem Hunde sollen beabsichtigt sein. Vermischtes. * Ka mpf g e ge n d i e Damenkleiderschleppe. Dem Nürnberger Magistrat liegt ein Entwurf einer von Rechtsrat Häublein ausgearbeiteten polizeilichen Vorschrift für die öffentliche Reinlichkeit und Gesundheit vor. Ter Entwurf, der eine Abänderung der bestehenden Vorschrift darstellt, eMhält folgende neue Bestimmung: „Untersagt ist, Kleiderschleppen auf ben' Wegen, Straßen unb Plätzen nachschleifen ju lassen." Neu ist auch die Bestimmuna bezüglich des Ausspuckens: die lautet: ,.In Amtsgebäuden. Tbeawrn. Kon'.ertsälen, Singspielhallen, Wirtschaften aller Art und Verkaufsläden für Nahrungs- und Genußmittel ohne auf den Akärkten für Nahrungs- und Genußmittel ist es verboten, auf den Boden zu ipucken. Die Besitzer von Räumlich- k.'iten der vorgenannten Art und deren Stellvertreter sind ver- pstichtet, Spuckn^pse aufzustellen, welche gereinigt werden müssen, wenn es nötig ist, und Anschläge anzubringen, in welchen auf das Verbot des Ausspuckens auf den Boden bingcwiesen wirb. Die besonderen Anordnungen, d'e lnerwcgen von der Polizeibehörde ergehen, müssen befolgt werden". * Das Klopsto ckhaus in H ain burg. Unsch-nnbar :n der Königstraße in .Hamburg — einer Straße, die ihrem königlichen Namen eigentlich keine Ehre macht, vielmehr eine schlichte, anspruchslose Geschäftsstraße ist — liegt das schon etwas alte'-s- chwach gewordene Haus Nr. 50/52, worin Klopstock bnnahe dreißig Jahre lang gewohnt und somit einen großen Teil seines Tichterlebens verbracht hat. Hier vollendete er, im Jabre 1770 von Kopenhagen, seinen: früheren Wohnte zuruckg k hrt, den schon vor 25 Jahren vorbereiteten Messias. Bekanntlich war auch die erste Frau Klopsto'ks eine Hamburgerin, Meta Moller, die von ihn: gefeierte Eidli: sie war die Tochter eines h-'wburg'schen Kaufmanns, doch verlor sie Klopstock schon nach vier Jahren. Erst 33 Jahre spater heiratete er seine Verwandt? und langt) r'raute Freundin, die Witwe Johanna Elisabeth v. W'.ndhem. Sie war es, die mit ihm lange Jahre das Hamburger Heim in der Königstraße teilte, bis Klopstock hochbetagt im Jahre 1803 sta-b und in dem heutigen Altonaer Stadtteil, dem damalig-n Dorfe Ottensen neben seiner ersten Gattin begraben wurde. Auf dem kleinen Ottensener Friedhof ist das guterhaltene Grab leicht zu finden. Dagegen wird das Wohnhaus Klopstocks nun bald v m Erdboden verschwinden. An seine Stelle soll, wie Hamb. Blatter berichten, der immer mehr voranschreitenden Umwandluna der hamburgischen Altstadt in eine regelrechte G'schäftscith fol"end, ein Kontorhaus errichtet werden. An Klopstocks H im wird dann nur noch seine Büste und eine Jnschristtafel an der Vorderseite des neuen Hauses erinnern, das sein Andenken auch in dem Namen „Klopstockhaus" bewahren soll. Uebr'gens g'aubt man daß auf diese Weise viel mehr Leute in Hamburg erfahren werden, daß einst in ihren Mauern der berühmte Odendichter geleb^ hat. als es jetzt der Fall ist. An dem heutigen Klopstockhru? lastet der eilfertige Geschäftsmensch vorüber, ohne sich un: seine Vergangenheit zu kümmern, ja, sie auch nur zu ahnen Dereinst aber wird ihm das Kontorhaus mit dem Namen Kl'pstocks die erforderlichen Ausschlüsse geben. Allerdings: den Messias wird darum der Hamburger dann vermutlich ebensowenig lesen wie bisher. Im übrigen besteht die Absicht, das Klopstockzimmer im Museum für hamburgische Geschichte unterzubringen, wenn erst der Neubau des Museums unter Dach und Fach sein wird. 1 16 91 Todesurteile in 11 Monaten. In den 11 Monaten -des laufenden Jahres wurden in Rußland 1691 Personen zum Tode verurteilt und 633 hingerichtet. Bon diesen Todesurteilen wurden allein im November 82 vollstreckt. Gefällt wurden in diesem einen Monat 210 Todesurteile. * Die Schiffbrüchige uni) ihr Hund. An der englischen Küste scheiterte dieser Tage ein französisches Fischerlwot. Trotz Sturmes und gewaltigen Wellenganges fuhren englische Fischer in einem Boot zu dein gefährlichen Fahrzeug, um die Schiffbrüchigen zu retten. Fast die gc-nze Mannschaft war schon aus dem rasch sinkenden, lecken Fahrzeug glücklich herausgebracht, und der letzte Matrose stand, einen großen Hund in den Armen, sprungbereit. Ta erhoben die Engländer Protest. Ter Hund müsse dableiben. Englatw habe strengste Hundesperre, und diese könne nicht durchbrochen werden. Ta erhob sich ein gewaltiger Lärm unter den Franzosen. Wie ein Mann erklärten sie, unverzüglich über Bord springen zu wollen, brenn ihre Retter nicht auch den Hund mitnähmen. Ta die Franzosen mit ihrer Drohung Ernst machten, mußten die Engländer nachgeben, und, von seiner Schiffsmannschaft umringt, hielt der Hund seinen Einzug auf ihrer Normer: sich naturOdr ergebe. 4) Sieh in dem praktischen Können nichts Verächtliches, weil es auch bei nicht wissenschasckich Gebildeten anzutreffen ist. 5) Entschließe Dich beizeiten mit Be- timmtheit für Seine Studienfächer und ziehe den Kreis nicht allzu weit, damit Du zur rechten Zeit die rechte Einhrit und Ge- chlossenheit erreichst. 6) Suche das rechte Gleichgewicht — wie zwischen wissenschaftlichem Erkennen und persönlichem, vielseitigem Neben, so überhaupt zwischen rezeptivem und selbsttätigem Studium, ebenso aber auch zwischen der Kenntnis der geschichtlichen Entwickelung der Sprackw und ihrem gegenwärtigen Bestand. 7; Geh nicht verfrüht von den allgemeinen Studien zu speziellen über, obwohl Tu natürlich Deine Vorliebe einer beftimmt'n Lektüre ober sonst bestimmten Einzelgebieten zuwenden barssl. 8) Meine nicht, daß es einen Wert habe, eine möglichst große Anzahl von Schriftwerken irgenbwic durchgelesen zu haben, aber be (f ähige Dich mit einer Auswahl gründlich. 9) Nimm alle Gc legenheiten wahr, mit Ansläiüwrn zu verkehren, Ausländer zu hören, fremdnationales Leben kennen zu lernen. 10) Verschieb- nicht alles positiv Einzuprägende, so wenig wie das durch Uebunq zu Enverbende, ans die (cktc Zeit vor der Prüfung. BanfrcL — Zentrale für Bergwesen G. m. b. H. Frank flirt a. M. Der Schwerpunkt der bergmännischen Tä'liakeit dieser Gesellschaft lag in dem am 30. Juni abgelanfenen Gesckäüsjab. laut uns nunmehr vorliegendem Geschäftsbericht der Direktion in der Abgabe von Gutachten über bergmännische Objekte. Im gan zen wurden während der 18 Monaten, die der Bericht umfaßt, 43 Gutachten erstattet. Davon 36 im Jahre 1907 nnd 7 im ersten Halbjahr 1908. Von diesen Gutachten entfallen an» Deutschland 27, auf Spanien 12, auf Scandmavien 3, auf Italien, Oenerreich Frankreich (Belgien) nnd Afrika (Algerien) je 2 nnd auf Ungarn. Rumänien und die Vereinigten Staaten von Amerika je 1. Uni die ans dem ersten Jahre des Bestehens der Gesellschaft herrubreudc Uiiterbilariz zu tilgen, wurde das Stammkapital auf 24,250,000 9)1. herabgesetzt. Alls dem hiernach verbleibeilden Bnchgewinn wurden 21,116 M. zu Abschreibungen venveudet. Tie Ausgaben für bie Bibliothek erforderten 19,149 M. und für bauliche Veränderungen 6891 M. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehende:: Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Nidda. In Nr. 302 Ihrer geschätzten Zeitung teilen De unter der Marke „Eisenbahn- und Berkehrsversammlung zu Nidda" mit, daß Abg. Erk zu Nlidda die vom Abg. Köhler geplante Versammlung über Eisenbahnsragen als Einbruch in sein Öcbic. ansehe und Abg. Erk insbesondere den NachtzugbisNidda- Gießen ab 11.23 — für durchaus unnötig halte. Wenn unter Abgeordneter wirklich dieser Ansicht ist, dann ist es unbegreiflich, wie er zü einer solchen überhaupt kommen kann. Es gibt guvijj in unserm Städtchen eine ganze Anzahl Leute, die zufrieden sind, wenn ihre Felder gut stehen und wenn es ihrem Trcrbestan!' gut geht und die nur hieran Interesse haben, es gibt aber au# noch andere Leute — und diese bezahlen auch Steuern und iroV die meisten — welche gerne einmal ein schönes Konzert oder tin Theater besuchen und für diese ist der Nachtzug eine Notwendigkeü. un: wieder nach Hause gelangen zu können. Wird der Nachizuq Gießen-Nidda, wie anscheinend die Absicht besteht, aufgehoben, dann ist es mit unserm Besuch' des Tl)eaters und dec Konzern zu Gießen vorbei — und zwar vorbei für immer, denn so sehr bald wird dann dieser Zug nicht mehr eingestellt werden. Unser Ab geordneter scheint aber die Meinung eines großen Teils brr hiesigen Bewohner nicht zu kennen, lvenn er wirklich den gc nannten Zug für unnötig hält und er scheint, obgleich er eigentlich die Interessen aller Eingesessenen seines Wahlbezirkes vertreten sollte, hier nur die Meinung eines ganz kleinen Kreises von hiesigen Einwohnern zu vertreten. Wir werden mit allen Mitteln dafür kämpfen, daß der Nachtzug Gießen-Nidda bestehen bleibt und wir hoffen, daß wir in unserm Bestreben von dem Gießener Verkehrs- bzw. Theaterverein und insbesondere auch von dem Abg. Köhler, der glücklicherweise für Vcrkchrsfragen ein reges Interesse hat, tatkräftigst unterstützt werden. Sollte es unmögstä» sein, den genannten Nachtzug jeder: Abend gehen zu lassen, dann verlangen wir, daß der Zug wenigstens am M i t t w 0 ch, S amr t a g und Sonntag Nacht gefahren wird, was gewiß fein un billiges Verlangen ist. englischem Boden. * Der Stock im Schwein cm ag cn. In dem Magen eines ir: Gr.-Freden notgeschlachteten Borstentieres fand man, wie die „A. F. Ztg." berichtet, einen ca. 4U Zent.rneier langen Reisig stock, den das Tier verschluckt ME Tersel'? ha: ' b>e Magenwändc durchbohrt, war in die Gedärme gedrungen und hatte daselbst Eiterungen vecursai. t. -_x ■ . em, oa>> uag ö...y .c ,ck> p.s 0 1 cus vollwertig, jedoch mußten die Gedärme vernichtet werden. * Neue amerikanische Briefmarken. Neue Briefmarken sind, so schreibt der „Hamb. Corr.", Anfang dieses Monats in den Vereinigten Staaten von Nordamerika zur Ausgabe gelangt. Sie unterscheiden sich von den bisher gebräuchlichen in zweifacher Beziehung: Zunächst tragen sie nicht mehr die verschiedenen Köpfe verstorbener berühmter Amerikaner, sondern, wie in der ältesten Briefmarkenperiode, nur entweder den Kopf von Washington oder den von Franklin, ferner werden sie nur bis zum Werte von einem Dollar ausgegebcn werden: die höheren Werte, 2 und 5 Tollarmarken, sollen aus den noch vorhandenen Beständen der älteren Serien gedeckt werden. Tie ersten amtlichen Postwertzeichen gab es in den Vereinigten Senaten im Jahre 184/ und zwar nur solche für 5 und 10 Cents, sie trugen das Bildnis von Washington bezw. Franklin. Später verwendete man dann die Köpfe anderer verdienter Männer, früherer Präsidenten usw., aber niemals ist man von der Gepflogenheit abgewichen, stets nur verstorbene Mitbürger auf den Postmarken zu verewigen. Aus Anlaß dec c. sck . . c . 1. ' M man auch bildliche Darstellungen als Markenschmuck verwendet. * Bon Stufe zu St ije. Bor wenigen Tagen stcrrb in einem Armenhause zu Newyork eine Straßenhändlerin, die in dem Viertel der Aermsten a,s di? „blaue Mizzi" bekannt war. Sie war eine geborene Gräfin d'Alenyon aus der Bretagne, die int Alter von 16 Jahren einen Marquis b’UffS heiratete, aber bald darauf geschieden rouib- Bon nun an begann für die Komte'se ein Lechselreichics Leben. Bau) war sie in den Salons von Paris a.ijutrei jen, va.o iu L. udou, bald in Rom, Venedig und Monte Carlo. Hier lernte ’ie den Zigeunerprimas Riga kennen, der sie zu allerlei Spekulationen verleitete, die den Rest ihres Vermögens auszehrten. Mit ein'm Amerikaner Charles Brown fuhr sie nnd: San Francisco, wo sie bald gewahr wurde, daß ihr Begleiter ein Müdchenhünd^er mar, der sur sie einen großen Kauspreis erhalten haAc. Sie enijloh und ihr blieb nichts übrig, als die allergewöhnlichsten Dienste zu verrichten. Diese leginnen mit den Reinigungsaroeiten in einem Hotel und enden mit dem Handel von Stceia^lzeeu aus de" Straße. Sie ianE allmählich immer tiefer, da sie sehr schmell den Branntwein als Tröster ihres Unglücks lieben gelernt hatte. Ihren Namen, die „blaue Mizzi", hatte sie von einem dunkelblauen Samtkleid, das sie aus der Pracht vergangener Zeiten g rettet ha.te und das sie nun sort- während trug. * Zehn Gebote für junge Neuphilologen, die recht beherzigenswert find, teilt Geh. Rat Prof. Tr. M. Müircl) in Dec ^juinaidiujcift für höhere mit uno begießet jce r>or: mit Erläuterungen. Die zehn Gebote lauten: 1) Eine Sprache, Die Tu bemnuu.ift leh.eu willst, mußt Du wirklich verüeheu unb roitLiu' tonnen. 2) Denke nicht, daß Du dem von der Schule initgebtadtcn Mässen und Können bet Sprache im wesentlichen nur ein histociscp-Mhseu,a>ai tn^es : hinzuzufügen havest. 3j Glaube nidji, daß das Können einer Sprache aus dem Wissen Meteoro!ogistt,e Beovnchtungen der Station Gießen. 9liebrigfte 743,3 9,1 Wetter Beni. Himmel Klarer Himniel 1,5'0. 7.8 u C. Höchste Temperatur am 26. bis 744.2 I — 7,5 26. 27. 2” 744 7 i — 5,0 27. 27. 28. E ENE 74 83 85 ■S x (O 2.3 2,1 1,9 Dezember 1908 Telefonische Kursöericate des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 28. Dezember, 1.15 Uhr. 3M’/o Reichsanleihe . . 94.50 3% do. . . 85.30 3>$”/(, Konsols .... 94.45 3-6 do 85.20 3-6'/<> Hessen 93.00 □ überliessen . . . 92.00 1 üo Uesterr üoldrente. . 98 00 4l/5 ?0 Uesterr. bilberrente 97 25 4y0 Ungar Goldrente . . 98.00 Italien. Rente ...-- 3>0 Portugiesen Serie I 58.50 3-6 Portugiesen „ III 59.10 4)6 °/e russ.btaatsanl. ItiUu 96 70 4)6% ,apau. Staatsanleihe 92.30 Uouv.Türken von 19U3 —.— Elektnz. La huiey er . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amenk. Paket! Uarpeuer Bergwerk. . - Laurabütte .Xordd. Llojd . . . . Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bauk . . . . Deutsch-Asiat Bank • . D iskouto-Kom in audit. . . Diesuner Bank . . . . Türken.oee ..... 143.80 1% Griech. Slonopol-Anl.. 49 2-j 4% äussere Argentinier . 85.90 u°/e Sleunaner . . . 63.35 i>6u/o Chinesen .... 98.00 Aktien; Bochum Guss 219 00 Kreaitaktien Baltimore- und Ohio- Bisentahn..... Gotthard bahn Loiuoard. Eisenbahn . . uesterr. titaatshann . . . I nnce-tienn-Eiseubabn . Buderus K W 111.00 lenaenz still 116.00 116.90 186 00 188.80 11000 192.40 195 50 89.10 91.60 168.20 12760 211.00 179.10 146 60 195.70 109.25 18*60 14380 Berliner Börse, 28 Canada E. B 176.40 Darmstädter Bank . . . 127.7g Deutsche Bank .... 241.Ou Dortmunaer-Lnion C. . .-- Dresdner Bank . . . 146.8- Tendenz ruhig. Dezember. Anfangskurse. liurpenei Bergwerk. . • 192.40 uaurahütte um bar den E. B. ... 18.6 .\ordd. Lloyd i urkenlose......141 □ Geschäfts - Empfehlungen liefert btdtoU Srühl'sche Unlversitäts-Druüerel. Siebe». PT® nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Giessen (Dammstr. 30), den 26 Dezember 1908. Die Beerdigung findet Mittwoch mittags 121/, Uhr vom Portale des neuen Friedhofs aus statt. 7254 Am Mittwoch, den 23. d. Mts., verschied unerwartet zu Darmstadt Herr Geheimer Bergrat Th. Tecklenburg Die Bergbautreibenden und Beamten des Oberhessischen Bergbaues. Giessen, den 25. Dezember 1908. Wiefeck, den 28. Dezember 1908. 7253 Heiserkeit ci.gqioiuicv Hauab und Wafierleitungen probieren Sie bitte meine Halz- 7262 extraktbonbons mit stümger ■'-r—."*■ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Jakob Scareiner, Schneidermeister. ... 1 ___________ • Die trauernden Hinterbliebenen: Friederike Wiesmann u. Kinder Füllung — schachtel 30 P|g. Germania-Drogerie l6“~ I Carl Seibel, ürankfurrcr Str. 39 Gestern morgen 7 Uhr entschlief nach langem Leiden unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Louise Druschke geb. Brandt im 81. Lebensjahre. Austauen besorgt prompt und fachgemäß Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Druschke, Lokomotivführer i. P. Gießen (Moltkesir. 2a), Hannover, Hamburg, Saratow u. Nischney Nowgorod den 28. Dezember 1908. Die Beerdigung findet Mittwoch den 30. Dezember, nachm. 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 010313 Erstes Gießener Äanal-Reinigungs-Jnstitut relevbou Nr. 568.' Heinr. Hess. Roonstraße 31. Verein der Hausstr siher Gießen. Wohnungs-Nachweis. Wir machen unsere Mitglieder bei dem bevorstehenden. Quartalwechsel wiederholt auf unseren Wohnurrgsuachwers, Seltersweg 26, aufmerksam und bitten, frei werdende Wohnungen sofort anzumeldcn, da stets Nachfrage nach Wohnungen in allen Größen, besonders nach 3 und 4 Zimmerwohnungen, ist. [v%] Der Vorstand. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes Heinrich Erb VII., ÄchMbriter sage ich allen innigsten Dank. Die trauernde Gattin: Clisabethe Erb, geb. Müller. Die Beerdigung fand am 27. Dezember 1908 in Darmstadt statt. 7259 Der Verstorbene war den oberhessischen Bergbautreibenden und Beamten ein langjähriger wohlwollender \ or- gesetzter, der seinen Untergebenen stets mit Rat und Tat treu zur Seite stand. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Heute früh 41/i Uhr entschlief nach langem schwerem, Leiden mein guter Gatte, unser treusorgender Vater Philipp Wissmann Grossherzoyiicher Baurat i* P- im Alter von z4 Jahren. Todes-Anzerge Verwandtem Freunden und Bekannten die traurige Z Mtteilung, daß am 26. Dezember unser unvergeßliches d Töchterchen und Schwesterchen Emma H im Alter von 3% Jahren sanft entschlafen ift. Ä Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Schumann. Gießen (Schülzenstr. 1), 28. Dezember 1908. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Dezeuib^, nadim. 3 Uhr statt. Todes-Anzeige Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, dass unser lieber, guter Sohn, Bräutigam, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Herr Karl Schreiner Lästige Haare im Gesicht, an den Armen, ent' ternt sicher u. schmerzlos Prof. Dr. Grünewalds Eurbaarnugo- pulver. Doie 1.50 'UL Alleinverk. Pelikan-Apotkeke^tieuapl^ 165201 Lehr- Atelier Tür Schnittzeichnen duidnicibcn und moderne Schneiderei nach der leichtfaßlichen Dresdener Triumph- Methode. Beste Methode der Gegenwart Prämiiert: Paris, London, Wien ytom 2c. — Nur Lchratclier. Nur Anfertigung (es21 /,t eigener Garderobe: Beginn der ^urie 12^Zau. 1909 Prospekte sofort franko auf Wunsch Frau Martha Wiesner Bahnhoiallee ll, Gartenvilla Olga Bad-Ä anheim. Räucher-Apparate rund, mit drehbarem Fleischgestell empfiehlt C1/, Aug*ust Kröll, Seltersweg 12. D-A. Vorkehrungen gegen M Einfrieren Her Hnns-MssttleitWen. Unter Hinweis auf die »Bestimmungen über Anlage der Haus- Wasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Wassers in den Hauswasserleitnugeu bei eiutrctender Kälte vorzubeugeu, es erfordcrllch ist, die Hauswasierleitungcn des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Ties geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wasser- inesser befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und bann das seitlich desselben befindliche Eutleeruugshahuchcn, nachdem ein passendes Gesäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das m der.Hausleitung stehende Wasser voll- Itäuing abgelausen ist, worauf bezelchnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das tu dem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfverrtil der pausleilung osten zu halten^ damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Test des Wassers kann auch schon durch das Zapfventü der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung un Keller vereinfacht wird. — Vtach stattgehabter Entleerung sind die Zapfventile, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Waners bienten, wieder zu schließen. Tas Schließen des Hauptabspcrrhahueü erfolgt durch Aussehen de? beigegebenen Schlüßels auf den üiev= kantigen Hahnzapfen und Drehung im Siime eines Uhrzeigers, bis Widerstand erfolgt. — Tas Oestueu des Hauptabsperrhahues geschieht durch Drehung ui emgegeii- gelegtem öume, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasjeremnahme muß des Morgens der Hauptabfperr- Hahn wieder vollständig geöffnet werden, bis Wideiiland erwlgt. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, überhaupt nach ungeheizten Räumen, poiraumen, Gärten usw., sind auf Vie Dauer deren Nichtgebrauchs, dezlv. des ganzen Winters, mütelst ihrer besonderen Borrichtungen auf ähnliche Weise zu enUeeren und abzustellen. —- Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages auf kürzere festgesetzte Zeit zu befchrauleu und während Der übrigen Tageszeit die Hauswaherleiluugen gleichfalls in oben angegebener Weife abzustellen. Dem Einfrieren lolcher Wasserleitungen, welche durch Lüchen unbenutzter Wohuuugcu geführt find, kann man durch Unterhaltung eines kleinen Heroieuers Vorbeugen. Auch einpsiehll es sich, in kalten Klosett» ober sonstigen nugeheizteu Räumen, durch welche bie Wajierleitung führt, sofern daiewst die Leitung nicht schon durch emc ausreichende Umhüllung gegen Halte geschützt ist, die Temperatur durch em L)eschen ober geeigneten Falls etwa durch eine Gasslanune aus genügende i Höhe zu erhallen. Gehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und do rüber- gehend nicht m Gebrauch befindliche Klosett» (iuie in Bereins- Häusern usw.) werben burch Euislreuen von etwas Salz (Viehsalz) in das Schlußwaner des Syphons (Waslcrabschlusjes) gegen Aulfrieren der Schüsseln geschützt. Die Wafsermejfcr nebst dem uachstauschließeude'r Teil der Rohrleitung sind wahrend des Winters mit otrob, Säcken ober ähillichen Schutzmitteln gegen Halte zu umkleiden, auch nament- lich die betr. Kellerjensler geschlossen zu hallen. — Die Herstellung aller Wasjermefjer, die in Folge uugenügeuoeu Schutzes gegen Katie Schaden crleidcu, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. — Zrn übrigen niü|jen die Wasfermefjer jederzeit leicht zugänglich bleiben. Aach vorliegenden Erfahrungen sind es namentlich Neubauten und uubetoohnte Stockwerle, deren Wasserleitimgen nicht immer die erforderliche Fürsorge geichenkt wird, msbesondere sind auch schon öfters infolge NichtavjperreuS von Garten-Wasserleitungen während des Winters, große Bejchädigungen und namhafte Wafferverluste entstanden. Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude iem gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Borjichtsmaß- regelu allen BeteUigteu zur ganz besoudereu Beachtung. Länger andauernde Absperrungen, Einwinterungen, Reparaturen und Anstauungen von Hauswafjerieituugeu werden am zweckmäßigsten und schnellsten von deujeuigeu Zustallatiousgeschäften besorgt, welche die betr. Hauswaffer» leituugen s. Zt. ausgeführt haben und daher tue örtlichen Berhättuisse mit ihren empfiudlicheuPuukteu am besten kennen. Gießen, den 10.yiooember 1908. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. _____________________Otto Bergen. ______________Ba/„ Enthebung von Neujahrs-Glückwünschen. Neujahr 190«. Wie in früheren Jahren, so bitten wir auch bei dem bevorstehenden Jahreswechsel zur Enthebung von Neujahrs - Glückwünschen durch Besuche und Karten der hieiigen Meintiuoer-Bewahraupalt eine Gabe spenden und einem der unterzeichneten Herren übermitteln zu wollen. Durch Beröffentlichuug der Namen der Geber u. Geberinnen im „Gteßcuer Anzeiger" noch vor Jahresschluß wird es allgemein anerkannt, bay alle Genannten von Abstattung der Ncuiabrsbcfuche, sowie von Zusendung von Neuiahrokartcu bei Jedermann für befreit gelten und ihrerseits beides nicht beanspruchen. (v54*/». Die Unterstützung, die hierdurch zugleich der genannten Wohltätigkeits-Anstalt mit ihren 250 Kindern gewährt wird, ist eine sehr schätzenswerte, um die wir herzlich bitten. Gießen, 24. Dezember 1908. Pfarrer AuSicld. Pfarrer BechtolSbeimer. Stadtrat Helm. Stadtrat Jann. Kirchenrat Dr. Naumauu. Pfarrer Scowabe. WetnhändlerAugust Lchwan. Ztrnmspliie. Wir eröffnen Montag, den 4. Januar 1909, abend» V2® Uhr in unserem Vereinslokal »Hotel Einhorn* Lehrgänge für Damen und Herren in der Gabelsberger'fchen Stenographie, leichteste Erlernbarkeit, 1908 = 100902 Mitglieder, 162641 Unterrichtete. Honorar 6 M. Gleichzeitig beginnt ein Lehrgang im Maschinenschreiben. Honorar 4 M. — Gefällige Anmeldungen zu Beginn des Unterrichts erbeten. v»/i9 LtenMchMescWft „WMttger." *■—«—pmumhh ■—IIII ■ IIIII m zeüer deltedtgen SchriNa« ant» Karton- Dinnanen 1or,e. foot« mtt Sirleln aller studentische, v *,*♦♦**♦ Vereinigungen, liefert $u mäßigen preise« vrühl'sqe Universitäts-Druckerei. Schulftratze 7 Welte-Mignon Reproduktions - Piano Preis: Mk. 3000.— Notenrollen von 6 bis 50 Mk. Das Piano gibt die Vorträge der ersten Künstler wie Engen d’Albert, Busoni, Carreno, Grünfeld, Paderewski, Reisenauer, Sauer, Schar wen kn etc. etc. in vollendet, täuschender Weise wieder. Vorführung des Pianos täglich in meinem Klavierlager. Programm in dieser Woche: gespielt von: 1. Beethoven, op. 13 Sonate pathdtique 111. Satz..........Fr6deric Lamond 2. Humperdinck, Traumscene aus: „Hänsel und Gretel“.....E. Humperdinck 3. Grieg, An den Frühling.....Raoul Pugno 4. Liszt-Aljaleieff, Die Nachtigall . . Vera Maurina 5. Sauer, Meeresleuchten. Kouzertetude EiuU Sauer 6. Chopin, Polonaise B-dur, op. 71, Nr. 2 Th. Leschetitzky. Zum Besuche lade ich verehrl. Interessenten höfl. ein Wtto. RudoBph Hoflieferant GIESSEN Seltersweg 91. « » Theodor Ijeschetlteky schreibt: Ich muss diese Erfindung, die sich so ganz einfach „Mignon“ nennt, als ein wahres Wunder bezeichnen und muss ich es bedtriem, dass dieses Wunder nicht seit 100 Jahren geschehen ist. Wie viel hätte „Alt und Jung“ daraus lernen können. Wie gerne möchte man jung sein und bleiben, um aus diesem Wunder- boru ohne Ende schöpfen zu können! Zuschne^de-Le^ranstalt Kaiser-Allee 14 a. Maknebmnr, Musterzeichner», Zuichnelde» «nb Verarbeiten taiui jebe Dame gründlich et le tuen. 010300 Der Kursus bcgiuul am 11. Januar 1909. Lina Petri, Müsse Lehrem. Kolosseum. Giessen Walltorttr. 36—38 (früher Cas« Leib) Telephon szz Heute Montag, den 28. Dezember 1908: 8r»stNl>rstcIl!Mgdsswni!dcrI> rkvMihiiochisprogrliwiiis die größte Sensation auf dem Gebiete der Dressur: Kapitän Frobn's dressierte Scelöweu. Im bord. Restaurant Konzert des beliebten Damen-Orchester „Edelweise“ Anfang 7 Uhr. Anfang 7 Ubr. Am 31. Dezember 1908 grosser Sylvester-Ball. Ab 1. Januar 1909 Gastspiel des so riesig beliebten Kölner Burlesken-Ensemble ___ w Peter* Prang. Außerdem kurzes Gastspiel des unstreitig betten Soubretten, darttellerö Man de Wirth Zn recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein (kUMA A. Kappmann, Direktor und Inhaber des Kolosseums Gießen. Statt Karten. Stein-Bockenhehn (Rheinh.) Giessen, Dammstr. 36 Weihnachten 1908. Johanna Bockmann Lehrer Otto Grünebaum Verlobte. 7251 Weihnachten 1908. uuumuiauuuamiiiÄg {Statt Karten. Marie Freund Eduard Sack Verlobte 9 Schlüchtern (Reg.-Bez. Kassel) Giessen (Waütorstr. 1) U1U310 Mein Kursus im Schnittzeichnen n. 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