tnrcr ---------------7 : ----- a Die Erklärungen der deutschen Halfers leben eiten B -'aaa E ß Die vom 29. teilungen ail^rtiil'D 1111 r 3cl im £.&■&*> M"Weljlra^ poütijcbc Sagesschau. Die Jnferatensteuer. in dem Abendblalte des »Berliner Lokalanzeigec« Oktober veröffentlichten angeblich zuverlässigen Mit- über die Annoncen- und Rcklcnncsteuer beruhen, Deutsches Reich. Die Rekruten der Potsdamer Garnison würben Die ..Sketzerie, ZamtltendlSNer" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt. daS „Kiclsblan für oen Krell Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. lichen Teilen auf freier Erfindung, sowohl hinsichtlich der einzelnen Steuersätze, wie hinsichtlich der angeblich wieder zurückgezogenen lOprozentigen Erhebungsentschädigung für bic Presse, wie auch hinsichtlich der materiellen Angaben über die Gieszener Stadttheater. Die berühmte Frau. Lustspiel von Fr. v. Schönt Han u. G. Ka del bürg. Unter Hermann Bakofs flotter und verständnisvoller Regie ging gestern abend daL vergnügliche, auch de§ tieferen ethischen Gehaltes nicht entbehrende Lustspiel »Die berühmte Frau" über unsere Bühne. Das durchgeistigte Spiel und der lebendige Fluß des Dialogs machten die Vorstellung zu einer der besten der bis jetzt heralisgebrachten, und es wäre deshalb vielleicht tunlich, das Lustspiel nicht, wie beabsichtigt, schon nach dieser einen Aufführung vom Spielplan abzusetzen. Dian könnte es vielleicht mit einein der weniger gelungenen Stücke tauschen. Auch die Einzelleistungen standen auf einer erfreulichen Höhe. Hermann Bakof, der mir — soweit ich eö nach den wenigen Rollen beurteilen kann — im zeitgenössischen Sind weit bedeutender erscheint als iin geschichtlichen, trat als Gatte der berrihmten Frau in Spiel und Maske ailsnehmend gut in Erscheinung und spielte den gutmütigen Schwerenöter mit wohltuender Innerlichkeit. Anni Röber als sein bubenhaftes Töchterlein Herma, gab den neckischen Kobold mit der ganzen angenehmen Frische und Wärme, die sie in ihren Backfffch- rollen so erfreulich zu entfalten versteht. Eine liebenswerte, selten wohlmeinende Tante war Ada Pauly, die ihre grobe Szene im dritten Auszuge mit durchdringender Kraft gestaltete und ausgezeichnet im Spiel war. In der schwierigen und anstrengenden Rolle des Grafen Palmay erfreute Clemens Roden durch eine möglichst natürliche Wiedergabe des nahezu unmöglischen ungarischen Trottels Auch rein darstcllerlsch i|i er durchaus zu loben. Weniger lobenswert war diesmal Riidolf Goll als Traunstein, der 511 sehr zurückhielt und da- dilrch die Verliebtheit des kleinen Fräuleins sehr unwahrscheinlich machte. Ein »biffele viel- mehr Feuer und mehr Schneid ist hier durchaus am Platze. Eine recht nette Wally war Dörle Mai fort h und auch die berühmte Frau von Grete Höcker war recht gut. — Noch ein Wort für die Regie! Es scheint mir zweckmäßig, den Auftritt zwischen Herma und Agnes im dritten Aufzuge, wo sie sich als Herrin zeigen Rotationsdruck *n6 Verlag der BrÜbNch« UnwerluälS • Brich- und Eremdruckeret. R. Lang«, Gießen. Redaktion. Exvedrtion und Druckerei: Schul- straße 7. Ervedilion und Verlag. fcSd) 5L Redaktion:112. TeU-AdruAnzeigerGießen- ....... bäulke. Th- Reklamesteuer. Zn der Gewerbeordnungs-Kommission des Neich?tageS wurde g. st.ru der Aiirrag des Zentrums unb der Sozialdemokraten angenommen, den Absatz 3 oesl § 13U 311 streichen, bem&upfae ber Reicliskanzler auf gründ eines Antrages von der borge, chrlcbencn zehnstündigen Arvcitszeit für Arbeiterinnen Ausnahmen gestatte darf. Der Antrag der wirtschaftlichen Vereinigung, dag vor dnn Erlaß von Verfügungen auf gründ> des Absatzes 2 deS 139 Arbeiter und, wo ein ArbeiterauSichuß im -sinne de» tz i->9 besteht, diese schriftlich und gutachiltch zu Horen sind, wird anyv- nommen. Entsprechend den Beschluffen zu dein 8 I08 a die Ziffer 4 des 8 139 a abgeändcrt, dag statt 60 Ausnahmeragen 40, statt 13 Stunden Arbeitszeit täglich 12 durch eine Bundesratsverordnung genehmigt werden tonnen.. Sodann wird ein Zentrumsantrag nngtnommen, der die Ziffer o des 8 id» der Vorlage dahin adanderl, daß bei Gewährung von .luönahmen bezüglich ber Nachtarbeit für Betriebe, die Rohschn verarbeiten, welche dem Verocroen ausgesetzt sind, die elfstundige Ruhezeit gewährt werden kann. Zu 8 139 verlangen die Sorialdemokr^r, baß für Ueberzeitarbeit auf gründ der 8§ 138 a, luJ unb 139 a Oie Hälfte (eventuell ein Viertel) mehr zu zahlen sei, als der aewöhiiliche Lohn beträgt. Ter Antrag wird abgelehnt. Entgegen oen gesagten Beschlüssen werden die Strasvestunmungen ut § 14b unb 8 14/ abgcaiibert, im übrigen werden die §§ 146, 14/ und folgende bis 154 nach der Regierungsvorlage angenommen. Dw nächste Sitzung findet morgen statt. möchte, etwas zu mildern, da er in b efer Form zu erzwungen erscheint. — Sonst ober kann man nur wünschen, daß jede Vorstellung von gleicher Güte wäre. Kari Neurath. ♦ Z AuS Franklurt a. M. wirb uns geschrieben: Tie Heu-1 tige Erstaufführung des schon geraume Zett erwarteten Gold- m a r l'jchen „W in 1 e r m ä r cb e n 6" brachte unserem Opernhause einen sehr lebhaften Er'olg. Nachdem die Zuhörer den eisten W 1 verhältnismäßig kühl angenommen hatten, schlug der zweite nn- aleich dankbarere und an musikalischen Gedanken reichere mitier- ordentlich kräsug ein. Hier schöpft der Koinpomst ans dem Vollen einer reichen musikalischen Geslaltungslraft und seine gelobten prägen sich auch sofort ins Ohr. Musikalisch M, trotzdem der dnt.e Akt der nicht ganz so unmittelbar wirkte, vielleicht wertvoller. An'der Aufführung (Dirigent Tr. Rottenbergs waren Iorchhammer, Wirt, Brann und die Damen Doenges, Schröder, esellm hervorragend beteiligt. I — Amerikanische Präsidentenwahl!* lieber Die iolle Spektakelszene, die der Nominierung Roosevelts im Jahre 1904 in derKonve.ushalle iolflte, berichtet Otto v Gottberg mi November- heft von Belhagen u. Klasings .Monatsheften': Auch des letzten Restes von Würde entkleidet, stand seit Stunden einer der Gropeii der Republik, Herr Joe Cannon, Speaker des Unterhauses, aut dem Bodmin Die große knochige Hand des hageren, eckigen, lang- ansaeschossenen und seltsam rüstigen Siebzigers halte wahrend der Verhandlungen unter wieherndem Lachen der Zuschauer mit wildem fuchteln und hallendem Mopsen einen Hammer aus Hotz geführt, | arößer als jener ans Stahl, den irgend em Lchmied aut den Ambos fallen läßt. Tazu verzog ftch das verschmitzte Gesicht nut listig zwinkernden Aeiiglein zu Grimassen, deren jede bejubelt ward. Um das Resultat der Abstimmung zu verkünden, ergriff der Graubarl in seniler Ausgelassenheit eine Fahne und begann, als die Musik einsetzle, zu ihren klängen zu taiizen. In feinem Zirkus ward je Groteskeres geieben als die hohe, magere Geltalt des exzentrischen Greises im schlechtgeschnittenen, lang und lose um leine Figur schlotternde,i Gehrock au5 gröbstem Kammgarn. Wahrend der Alaun der an Jahren und Stellung aui deutschem Boden etwa dem Graien Ballestrem während seiner Tätigkeit al5 Reichstags- Präsident zu vergleicheii war, evien Akt von historischer Bedeutung vollzog, tänzle er unter der rund über seinem Kopie geschwungenen Fahne den engbrüstigen Oberleib zurückgebogen und mit der Linken die nach Frauenart geschürzlen überlangen, lalienteidien Rocklchoue um die vorwärts gebogenen Rmeen jchwenkend, im Cakewaltschnl die Bühne entlang. Oder er stand in ihrer Aiille aus einem bannen Bem während bas andere, fast wagerechl zur Seite geregt, in rhythmischen Bewegungen zum Takt der Pauke mit dem Knie gegen den Leib gezogen und dann wieder ausgestoßen ward. Ausschreitungen in Böhmen. In Prag herrschte gestern Ruhe. In Außig, Böhmischleipa, Brüx, L>aaz und ^eplitz kam es vorgestern aoend zu Gegendemonstrationen gegen die Tschechen. Bei den Demonstrationen gegen die Teutsujen m Jto* mginljyf wurde der Lcsirlsbommissar durch einen Steinwurs schwer verletzt: ebenso wurde in Teplitz der intervenierende Beamte durch einen Steinwurf verwundet. . Der Besuch des deutjchcn Kaisers in Le ster- reich. Die „Korrespondenz Wilhelm" meldet: (Siner un Sommer des laufenden Jahres ergangenen Einladung des Erzherzogs #ranj Ferdinand folgend, trifft der deuffäst Kaiser am 4. 'Icvvember in Eckartsau ein, um dort einige -tage als Gast des Erzherzoge zu verweilen. Se. Majestät werden in den wildreichcn Auen von Eckartsau jagen. Erzherzog Franz Ferdinand trifft die Vorbereitungen für die Jago, sowie sämtliche Arrangements sur den Auftntljalt des Dionarck-en höchstpersönlich. In Begleitung des deutschen Kaisers iverden sick, befinden Generaladiutant Gras Hülsen-Häseler. Flügeladjutant Oberst Baron v. Marjchall und Leibarzt Dr. Nieder. Tie Abreise des deutschen Kaisers ctrolgi i F-reitag den 6. November. , . . ~ Deu tsche und Franzosen m Asrika. Die Voss. Ztg meldet aus Tanger: Gestern drangen .Soldaten der von sranzösischen Jnstrulteuren ausgebildeten Polizei in die Muhle eines deutschen Sckmtzgcnossen und verlangten, daß ihnen Korn unentgeltlich gemahlen werde. Ta es battucigert wurde, bedrohten und oeschimpften sie die arabischen Angestellten des Mühlen- Jfeertaf jertlV1»““ , i-gsT Sfcs1-# leider scbetteD •S&fc61,0 SSfe. za Am 4. November tritt der Reichstaa zusammen. Vielleicht gibt Fürst Bülow dort eine Erklärung ab, die als .authentische Interpretation" seiner Morte von vor acht Jahren angesehen Iverden kann. "Vielleicht wird im Reichstage dann auch von einer Seite des Hauses eine Aenderung Zum Schlüsse noch eine englische Preßstimme: Die Daily News" betitelt ihren Leitartikel: Der Kaiser als Autokrat, und bemerkt: „Mit säst jeder freien und gesitteten Nation können und sollten wir enge Freundschaft pflegen; können wir aber das gleiche von einer Kamarilla sagen, die eine Minderheit int eigenen Lande darstellt? Ware der Kaiser eine ebenso stetige wie kraftvolle Persönlichkeit, so wäre es vielleicht sickier, auf diese seine Freundschaft zu rechnen, deren er uns mit so augenfälliger Auftichtigkeit versichert. Doch sogar in den Dingen, die er selbst anführt, scheint eine Warnung zu liegen. Er fordert uns auf, ihn nach seinen Handlungen in E>achen der Buren zu beurteilen. Wir können indessen nicht vergessen, daß dieses Kapitel im Jahre 1895 begann, als er das berühmte Telegramm an Krüger ergehen ließ, das den deutschen Schutz für die diationalität der Buren zu verheißen schien. Es war ein ungestümer und gegen uns feindseliger <5d)ritt. Wir waren jedoch damals schreiend int Unrecht. Der >>ame- konscke Einbruch war eine internationale Gewalttat, und ! . 1 J. L ... r.l____™..k nrnn» auswärtige Politik vom Reichskanzler unter größerer persönlicher Verantwortung geleitet wird, als dies bisher der Fall ist. . Die Bestimmungen ber Verfassung mochten genügen für einen Bismarck und den verehrten alten Kaiser, zu deren beider Politik das deutsche Volk unbegrenztes Vertrauen haben konnte. Heute liegen die Verhältnisse anders. Lebten wir in einem parlamentarisch regierten Staate, dann wurde der keilende Minister sich bald seiner Verantwortlichkeit be- wußt werden. Als int Jahre 1896 die Ablehnung der Er- ncueruna des sogenannten Rückversicherungsvertrages mit Rußland bekannt wurde, da schrieb der „Reichsanzeiger"^ am 27. Oktober in amtlichem Auftrage, diplomalische Vorgänge gehörten ihrer Natur nach zu 'den strengsven Staatsgeheim- nissen; sie gewissenhaft zu wahren, beruhe aus einer internationalen Pflicht, deren Verletzung eine Sck)ädtgung wichtiger Staatsinteressen bedingen würde." gestern in Gegenivarl des Kaisers vereidigt. A d e l s v e r l e i h n n g. Ter .Reichs-Anzeiger' meldet amtlich daß dem Besitzer der Herrschaft Bärenwalde im Kreise Schlochan, Kommerzienrat Rudolf Koch- Berlin der 1vu1u.1v -........ , erbliche Abel verliehen worden ist. Kommerzienrat Koch ist die Buren waren der Gegenstand einer berechtigten groß-I Direktor der Deutschen Bank. mütiaen Svmpathie. Im Jahre 1899 hat der Kaiser in- Deutsche Eis en b ah n gemein sch akt. Die von ement dessen trolt der vorherrschenden Volksstimmung, aufgehört, Württemberger Blatte verbreitete Nachricht, daß tu pamburg bie Siiir^fr?unh unb war bereit, Chamberlains Konferenz zum Abschluß der deutschen El,enbahngemeinichat statt- Durenfreunb z f in, otrMiifif* meint das Blatt I sindet, ist unrichtig. Tie Konferenz wird, wie die ,Jranks. Ztg. Politik zu unterstützen. Am Schlüsse memr vas Liiarr,! November in Frankfurt abgehalten werden. die herrschende Klasse in Deutschland sei weder einer dauern-1 „ Reichs-Justizamt wird eine Tenkschrift über die den Freundschaft, noch einer entschlossenen Feindschaft fähig. audgcaibeitet, die fremde Staaten bisher mit der Man könne mit ihr zuweilen ein Geschäft machen, müsse Deportation von Verbrechern gemacht haben. In der ^eukscyrift ibr aber auch mitunter Widerstand leisten und müsse iid) rocvöCu öie (Lriahruiigen aller Staaten, die Verbrecher-Kolonien ge- eben bescheiden, diesen Zustand hinzunehmen. In der gründet haben, einzeln eiiigehend erörtert. Die ^.enkschrist wird D a i l Y M a i l" läßt der alte Stead, der stets auf Knall- dem Reichstage aitfang nächsten Jahres zugehen. effekte hinarbeitet, einen offenen Brief an den Kaiser er- ------"" scheinen, der aus dem Berichte des „Daily Telegraph" ZUlSlatlO. entschiedener als vorher die Notwendigkeit abzuleicen sucht,! Eine eigentüniliche Maßregelung. Gegen den die britische Flotte zu verstärken. Stead ist schon vor 53^^ Laudtagsabgoordneten, Vizebürgermeister von^Eyer, einiger Zelt zu den Freunden der Flotten Verstärkung uber-^chisaiimalt Tr. Alfred Bernardin, ist wegen 1 einer Teil-. den Agitatwn, und der Bericht ve» „^-aiiy ^eregrapy | Äfxir „ nin Böl», wird dabei nutzbar gemacht. Also daS ist der Erfolg einer in bester Absicht veröffentlichten Kundgebung'. Die Kritik des Auslandes ist hart, affzu hart, und wohl auch in den allermeisten Punkten nicht ganz zutreffend, aber fie zeigt uns einmal mit erschreckender Deutlichkeit, wie die Mißstimmung m aller Welt gegen uns zuitimmt. werden in der ausländischen Presse noch immer sehr lebhaft j besprochen und kritisiert. Besonders scharf schreibt die „No- < woje Wremja". Durch diese Quasi-Enthüllungen, so heißt es da, wird keinerlei Erkältung zwischen den drei Mächten , eintreten. Wohl aber geben sie unzweifelhaftes Material zur , unwiderruflichen Abschätzung des Vorgehens der deutschen Politik. Sie bilden eine Art Lektion für die europäische , Diplomatie. Von jetzt ab wird es wohl niemandem mehr einfallen, Deutschland irgendwelche Pläne an- auoertrauen, welche loyale Diskretion erfordern. Es wird sich kaum jemauo finden, welcher von jetzt ab den Mitteilungen Deutschlands noch Glauben schenkt. Austerdem wird stets der Verdacht vorherrschen, daß Deutschland einen heimtückisch verrät. Jeder Diplomat wird von jetzt ab darauf gefaßt sein, daß seine Worte von Deutschland verdreht werden. Im Interesse deS europäischen Friedens läßt sich das alles nicht gerade gutheißen. Dem „Figaro" wird aus London gemeldet, Wil- he'lm II. selber habe den K0rrekturabzug des Artikels gelesen und einigeStellen geändert. Es eristiere sogar ein kaiserlicher Brief, den seit September der ,/Daily Telegraph" im Besitz habe, und in dem die Veröffentlichung des revidierten Textes ausdrücklich zugeftanden wird. Man muß hoffen, daß wenigstens diese Nachricht dementiert wird. Lord Weardaie erklärt heute auch in einem Telegramm an den „Petit Parisien", daß er mit dem Inter- view nichts zu tun habe. Zu beachten ist auch die Stimmung der Hollander. „Die Hilfe, schreibt der „N. Rott. Cour.", bic der Kaiser den Engländern dadurch geleistet hat, daß er ihnen zusammen mit seinem Gencralstab einen Feldzugsplan an die Hand gab, damit sie Ende 1899 aus der Klemme kamen, deucht uns doch die wichtigste Aeußerung des Kaisers. Die Buren werden ihm für die Mitteilung dankbar fein. Ihr Waffenruhm steigt. Nicht allein haben fie das ganze britische Reich gegen sich gehabt, nicht aflein ungefähr 450 000 Mann weiße und etliche Zehntaufende fchivarze Krieger gegen sich gehabt, nicht allein Englands größte Generalc/sich gegenüber gesehen, sondern der Generalstab des besten Heeres der Welt ist noch dazugekommen. Ter vielgerühmte Zug nach Bloemfontein, Lord Roberts Meisterstück, ist „made 111 Ger- many". Nebenbei bemerkt, das unumwundene Lob, das deutsche militärische Schriftsteller und der deutsche Gencralstab selbst manchmal über Lord Roberts Strategie ausgesprochen haben, und das in der englischen Presse mit soviel Genugtuung angeführt wurde, erscheint nun in einem eigenartigen Licht." 1 ,.r Au diese Kritik schließen sich einige Betrachtungen über die deutsche „Realpolitik", die sich durch keine noch so schroffe Abweisung von den Bewerbungen um Englands Freundschaft abhalten taffe. „Es besteht Aussicht," heißt es zum Schliisse, „daß der Kaiser sich über die Ablehnung seiner Freund,chaft noch mehr zu ärgern haben wird." Sehr scharfe Worte sindet auch jetzt wieder die den Konservativen nahestehende „Rheinisa)-Westsalische Ztg.": „Wenn Fürst Bülow gestern durch die Veröffentlichung ebenso überrascht worden ist wie die ganze Welt, was wird er tun? Erinnert er sich des großen Wortes, das er gelaffen am 13. Dezember 1900 im Reichstag ausspcach: „Für Seine Majestät den Kaiser sind lediglich natio- nale'Gesichtspunkte maßgebend, unb wenn es anders wäre, wenn irgendwelche verwandtschaftlichen oder dynastischen Verhältnisse Einfluß halten auf die Entschließungen Seiner Majestät, so würde ich nicht einen Tag länger Mmijter besitzers. ' > Aus StaöL uiifc Land. Gießen, 31. Oktober 1908. ** Tageskalendcr. Stadttheater. Samstagabend 8 Uhr: Volksoorstellung Der Compagrwn. ^.Sonntag nachmütag 3y3 Uhr: Tie 2anu von Maxim. Avcnds 71/“ Uhr: u>ie Jung- ft“VoOn;^tTCMin. Erster S-list-n.Wmd: R-b-rt Kot he, Sonntag 51/4 Uhr, Neue Aiila. Kolosseum. TugUcy Vorjtellimg. Kiiiematographenthcater. Programuiwech>el. Täglich Vorstellung. ... L f Kaiserpanovama. ^taglid) geoiptet Programmwechicl. Die Eroberung der Luft. M i l i t ä r k v n 3 e r t aur ber Licbigshöhe,Sonntag nachmittag Anklagemusik Somrtag mittag 12'/- Uhr in der Süd- Anlage. Spielplan: 1. Krönungsmarsch von Mayerbcer; 2. L.'yNirrata-Walzer von Lincke; 3. Finale a. b. Op. Aida von; Verdi; 4. Armeemarsch Nr. 7. • — Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben der Krankenpflegerin des Alice-Frauenvercins, Schwester Sophie Klenk zu Alsfeld, das Silberne Dienst- auszcichnungSlreuz für Krankenpflege verliehen. •* Pfarrpersonalien. Se. Kgl. Hoh. der Groß- herog hat den von sämtlichen Riedesel Freiherren zu Eisen- bach auf die evangel. Pfarrstelle zu Wallenrod präsentierten Pfarrassistenten Herrn. Knott zu Bad Nauheim betätigt. •* Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer Bernh. Strack zu Eppertshausen auf fein, Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. — Die Vereidigung der Rekruten fand hei^ej svormittag 11 Uhr in der herkömmlichen Weise statt. Nr.SS^ Zweites Blatt 138. Jahrgang Samstag 31. Oktober 1808 Erlchetw tägll® mtt Ausnahme bes Sonntags. Gießener Anzeiger Senerak-Anzsiger für Gderheffen einer * • Der Flottenverein fürHessen, Landesverband, zählt gegenwärtig 10873 Mitglieder gegen 10 709 im Vorjahre, also eine Zunahme von 164. Ganz Deutschland umfaßt 515 000 Mitglieder. Oberhessen zählt 4007, Starkenburg 4981, Rheinhessen 1885 Einzelmitglieder, dazu kommen noch zahlreiche körperschaftliche Mitglieder. Auf den Kreis Darmstadt entfallen 1432 (Stadt 985), Offenbach 1242 (Stadt 724), Mainz 306 (Stadt 292), Worms 729 (L-tadt 407), Gießen 1053 (Stadt 544), Friedberg 950 (Stadt 172), Alsfeld 474 (Stadt 71). Die JahreSrechnung schließt mit 16 808 Mk. Einnahme und Ausgabe. Die Zahl der Körperschaften stieg auf 132 mit 18 453 Zugehörigen. • • Stadttheater. Der morgige Sonntag bringt zwei Vorstellungen sehr verschiedenen Genres. Am Nachmittag geht der übermütige französische Schwank »Die Dame von Maxim" mit dem so rasch beliebt gewordenen Frl. Lore Scholz in der Titelrolle in Szene. Der Abend bringt Schillers »Jungfrau von Orleans* zum ersten Mate bei kleinen Preisen. Beide Vorstellungen schemen nach dem Vorverkauf eine, starke Anziehungskraft auszuüben. • • Die Naute-Expedition 1907 —1908. Einen ausführlichen Bericht über den Vortrag, den am Donnerstag Stadtbaumeister Adolf Braubach im Technischen Verein gehalten hat, bringen wir am Montag im Jamilienblatt. * * Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde hielt am 26. Oktober ihre Jahres- und Hauptversammlung ab. Die Jahresrechnung ergab einen günstigen Kassenbestand, der ermöglicht, in diesem Jahre wiederum eine größere Summe zur Herstellung der von der Gesellschaft yerausgegebeneneir „Mitteilungen" zu verwenden. Schon im nächsten Jahre wird voraussichtlich ein neuer Band dieser Zeitschrift dem diesjährigen Bande folgen. Demselben soll für die Zukunft jeweilig ein Jahresbericht der Gesellschaft beigefügt werden. Professor Dr. Markert will sich der Mühe unterziehen, ein Repertorium über sämtliche Veröffentlichungen zusammenzustellen, die das.Hessenland in geographischer Beziehung betreffen. Mit solcher Zugabe werden die „Mitteilungen" für jeden auf diesem Gebiete Arbeitenden außerordentlich wertvoll werden. Die Rechnung der Gesellschaft war nachgeprüft und richtig befunden. Dem Rechner, Bankdirektor Müller, sowie den Revisoren wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen. Die jVorstandswahl ergab die Bestätigung der seitherigen Vorstandsmitglieder. Da der seitherige 1. Lorsitzerrde, Professor Dr. Sievers, jedoch zu Beginn des nächsten Jahres eine Forschungsreise nacl) Amerika unternehmen wird, übernahm Professor Dr. Biermann für dieses Jahr den Vorsitz, während Professor Dr. Sievers als stellvertretender Vorsitzender geführt wird. Das Wintcrpro- gramm wurde, soweit es möglich! war, festgestellt. Außer dem außerordentlich interessanten Vortrag des Professors Dr. Klaatsch, der am 29. Oldober die Saison glanzvoll eröffnete, ist von angesehenen Fachgelehrten ein Vortrag über Bulgarien, ein solcher über die Ricscnkrater in Deutsch- Ostafrika und ferner eine Schilderung der mexikanischen Altertümer vorgesehen. In einem fünften Vortrag wird dann noch ein besonders aktuelles Thema von hervorragender Seite behandelt werden. Hierüber finb die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Außer diesen großen Vorträgen sollen noch kleinere Vorträge eingerichtet werden, zu betten sich günstige Gelegenheit bietet. So ist die Tätigkeit der Gesellschaft in diesem Jabre besonders reich- baltig. Die Neuanmeldungen sind auch bereits in erfreulicher Weise ungewöhnlich zahlreich eingelaufen. ** Folgen des Büdinger Bankkrachs. Im größten Teil der gestrigen Auflage tonnten wir noch melden: Gegen die Mitglieder des Vorstandes des Ober-Mockstädter Spar- und Leihvereins Mickel und Harth wurde ein Verfahren wegen Untreue, sowie gegen den Rechtsanwalt K'tarenaar ein solches wegen Beihilfe zu diesem Vergehen eingeleitet. — Rechtsanwalt Klarenaar teilt uns dazu mit, daß er dem eingeleiteten Verfahren mit größter Seelenruhe entgegensehe. Er habe nid)t nur nicht gewußt, daß die Vorstand smrtglieder des Vorschußveretns Ober-Aioä^ stadt vorsätzlich zum Nachteil des Vereins handelten, sondern sei auch der Meinung und hätte der Meinung jein müssen, daß sie lediglich im Interesse des Vereins handelten. Dieses könne er mit vielen einwandsfreien Zeugen beweisen. I * Neues Gewächshaus. Unser botanischer Garten wird wieder um ein neues Gewächshaus vermehrt, das sich bereits im Bau besindet und in einigen Wochen fertig gestellt sein wird. ES wird an den Gewächshäusern 3 und 4 angebaut und verbindet sie an ihren Kopfseiten mit einander. Obgleich die Breite und Höhe des Gebäudes etwas größer ist als die der beiden schon bestehenden wird das Ganze nach Fertigstellung einen einheitlichen Eindruck machen. * * Königl. Preuß. Klassen lotterte. Die Erneuerung der Lose zur 5. Klasse hat unter Vorlegung der Lose der 4. Klasse bis zuin 3. November, abends 8 Uhr, zu geschehen, auch müssen bis gar diesem Tage die Gewinnlose zur Entgegennahme der Freilose vorgelcgt werden. Die Ziehung der 5. Klasse beginnt am 7. November und endigt am 5. Dezember. 6 * Die Herbergen zur Heimat in unserer Provinz, die sich schon immer mit der Arbeitsvermittlung beschäftigten, haben in neuerer Zeit diesem Zweig ihrer Tätigkeit gesteigerte Aufmerksamkeit zugewendet. Kürzlich ist ihre Angliederung an die Zentrale des Mitteldeutschen ArbeilSnachweis-Verbandes erfolgt und man strebt an, diese Statten der sozialen Fürsorge an das Telephonnetz anzuschließen. - f- Rödgen b. Gießen, 30. Oft. Heute abend brachte der hier neugegründete Männergesangverein unter der Leitung beS Lehrers Koch unferm wiedergewählten Bürgermeister Stein ein Ständchen. - m. Friedberg, 30. Okt. Hier wurde heute abend der 8 Uhr-Ladenschluß infolge. Zweidrittelmehrheit für die Manufaktur- und die Papi erb ranche vom Stadtvorstand genehmigt. , w. D a r m ft a b t, 30. Okt. Der Allgemeine Deutsche Knappschaitsverband hielt heute seine Generalversammlung ab, an der etwa 100 Vertreter der Behörden und Knapw schaftsvereuie tcilnaljrmm. Es wurde u. a. über die Ursachen für die VerMechterung der Jahresstalistik der Kuappschastsvereine hinsichtlich der Kranlhnls- und Jnvaliditätsfälle der Mitglieder und über bic Einführung einer einheitlichen Statistik für die Knappschaftsvereine verhandelt. Der wichtigste Punkt aber war die Bildung eines Gegenseüigbeitsverhältnisses zwischen den preußischen und außerpronßischen Knappschaftsvereineu, welche den Bergleuten Freizugigkett geleistu, so daß sie bei ihrem Ucbcrtritt in einen anderen Bezirk ihre erworbenen Ansprüche nicht verlieren. Kassel, 30. Okt. Aus dem Zuchthause entsprangen vier schwere Verbrecher, die aus Frankfurt a. Di. stammen. Mit Hilfe langer Eisenstangen überstiegen sie die Umfaffungsmauer und entkamen. AniverßitLits-NcrchrLchten. — Seinen 70. Geburtstag feiert am 2. November der Altte- ftamentlcr, Geh. Rat Prof. Tw Iheol. et phil. Adalbert Merx in S) e i b c l b.e r g. Schwerverletzten. Der Student wurde mittels einer Droschke, die vor dem rückwärtigen Ausgang des Kasinos hielt, ins Llllgemeine Krankenhaus überfuhrt. In der „Bohemia" finden wir noch folgenden »üben tief beschämend«. B»rgiU.ge» di- eine un-usM Wtt Uche -Schmach tux das Tschechen tum bilden; »oder ton anderen Tieren. • 5' 0 n Gießener Strafkammer. ) ( Gießen , 30. Oktober. Unter Walzbrüdern. Ende August iah ein auf der Wanderschaft befiudlicmr Zr- garrenmackier aus Wieseck zwischen Ober-Et ck> b a ch u n b So o m - bürg v. d. Höhe vier Handwerksburschen. Auf den Ruf: Servus, Kunden; ich habe noch „Draht", kamen sie herbei und der Zigarremnacher ließ eine Flasche Schnaps um die aiwere holen, so daß mitten im Felde ein regelrcdrtcy Zechgelage ftatt- :anb, bis alles betrunTen war und der Gastgeber eimchlref. dreien Umstand benutzten zwei der Zechkumpanen, der Buchdrucker F. S. aus Kassel uitb der Friseur K'. K. aus Friedberg, um ihm lerne Habseligkeiten abzunehmen. Während S. den Inhalt des Iwrte- nionnaies mit etwa 12 Mk. nahm, machte ihm die Uhr los, um dann in Gesellschaft der ^vei anderen, dem tapezier I. aus Groß-Bardorf und dem Taglöhner H. G. ton Qoer-^rleu- bach, verschiedene Wivrfchasten zu besuchen, den fchtafenbcrr Gastgeber zurücklassend. In den Wirtschaften verbuchten die Burschen gemeinschaftlich die Uhr ab zu setzen und jeder erhielt ton S. noch etwa 1 Mk. Als der Beswhlene erwachte und den Vorfall den Bewohnern von Obev-Eschbach mitteilte, liefen etwa 20 Bauern den Burschen nach und übten Justiz, indem sie sämtliche Burschen gehörig durchbläuten. Bei dieser Gelegenheit entkam Z., wahrend die übrigen in Haft genommen wurden. Nach einigen Wochen gelang es, auch den Z. in der ')cähz ton Kassel ftstzuneMnen. Mährend die Angeklagten in der Voruntersuchung die Diebstähle zugaben, behaupteten alle bei der Verhandlung, es läge nur Unterschlagung vor, da ihr Gastgeber ihnen das Portemonnaie gegeben habe, um nach Belieben Schnaps holen zu können. Für oas Gericht bestand kein Zweifel, daß dieses auf £ine gemeinschaftliche Verabredung hurückzuführen ist, weshalb es ben Angaben feinen Glauben schenkte. S. und K. wurden wegen Diebstahls im Rückfall su ic 5 Monaten Gesängnis abzüglich 6 Wochen Untersuchungshaft verurteilt. Z. uiid G. erhielten wegen Hehlerei 6 Wochen bezw. 14 Tage Gefängnis, die durch die Uittersuchungshaft für verbüßt er gältet wurde. Es war 12 Uhr mittags. Die gegen Die DNwenren wt« hetzte Menge nimmt eine immer drohendere Haltung ein. Plötzlich beginnen die Demonstranten gegen die einzelnen Gruppen der Studenten zu drängen. Ruse: „Wir dulden keine farbigen Mützen in Prag", „Wir werden den Abzug der Burschaken erzwingens Die Fremdlinge mnsien aus Prag verschwinden", „Wir dulden hier kem Moltkengesindel" und andere nicht wieder zu gebende Schmahru e werden ausgestoßen. Mit wildem Gebrull stürzt sich die Masse auf die deutschen Studenten, stößt sie und schlagt mit ©tötfen auf sie ein. Endlich erscheinen einige berittene Sicherheits- Wachleute, trennen die Bedrohten von der ans sie etnhauenden Menge. Die Exzedenten werden im Dreinschlagen nichtige- hindert, dagegen wird um so intensiver den deutschen Studenten von der Wache zugesetzt, um sie Ker bre Fahrbahn aufs andere Trottoir zu schaffen. Währenb dieses An- turmes sieht man einen einzigen Ppli-ei^amten, den Kommissar Hermuth, der selbstverständlich allein nicht im stände war, die nötigen Weisungen zu erteilen. Nach und nach gelingt es den deutschen Studenten in das Deutsche Haus zu gelangen. Unbescyreidlicher Jubel ertönt aus der Menge, als das gegenüberliegende Trottoir von den deutschen Studenten gesäubert ist. _ Um 342 Uhr ging ein deutscher Student, der Philologe Egon Löwit, der nicht Couleurstudent ist und daher weder Mütze noch Band trug, durch die Smetschkaigasse. Der Student, der von kleiner schmächtiger, Statur ist, wurde mit Knütteln so lange über den Kopf geschlagen, bis er ohnmächtig und Llutüderströmt^zuscunmenbrach. Tie nach, drängende Menge schrie: „schlagt ihn tot, den Hund!" Erst nach geraumer Zeit erschienen drei Wachleute in dem Turchhause, welche die wie toll sich gebärdenden Exzedenten znrüctdrängte. Von dem empörenden Vorfälle wurden die im Deutschen Hanse anwesenden Abgeordneten verständigt. Tie Abgg. Dr. Schreiner, Lipka und kaiserß Rat Hergel begaben sich sofort an Ort und Stelle und sanden die ihnen übermittelte 'Nachricht vollauf bestätigt. Dr. Schreiner wandte sich sofort an das Polizeipräsidium, welches erst auf diese Weise von dem blutigen Vorfälle Kenntnis erhielt. Es wurde nunmehr ein Polizeikommissar an den Ort des Ueberfalles entsendet. Dieser hatte im Verein mit den drei Wacl)tleuten noch alle Mühe, den entmenschten Pöbelhaufen zurückzubrängen. Tie Exzedenten eiferten einander noch immer an, es bei der Mißhandlung des be- wußtlos Taliegenden nicht bewenden zu lassen, sondern ihm einen Denkzettel für sein ganzes Leben zu geben. * Carusound die Berliner Mädchen. Caruso hat kurz vor seinem Scheiden aus der Rsichshauptstalck noch einen angenehmen Besuch empfangen;: Vorgesten: mittag erschienen bei ihm dreißig junge Damen, Mitglieder eines Berliner Pensionats, die dem Künstler am Ta« seines letzten Auftretens einen Riesenlorbeerkranz gestiftet hatten, und brachten dem von ihnen so heiß Verehrten mv auch persönlich ihre Huldigung dar. Ter Gänger zeigo sich von dem Massenbesuch der hübschen Ensthusiastinnett sehr erfreut, bewirtete feine Gäste in der liebenswürdigstm Weise und sang ihnen zum Schluß sogar eine Arie doc. Wenn man bedenkt, daß Caruso für ein Lied, das er ins Grammophon singt, ein Hstnorar von einigen Tausend Mari erhält, kann man ermessen, wie reich beschenkt und beglüLt seine jugenblLdjeu Verehrerinnen von dannen zogen. * Wo es Buchen und Bucheckern gibt, kann mal. so schreibt man der „Weser-Zig." aus der Lüneburger Heibs. jetzt im Herbst die reizende Beobachtung machen, wie der ftak Staubt, sich für den Winter versorgen zu müssen. Erst frißt tr stch natürlich umer der Buche guappcdick an den süßen Buchecken», aber dann nimmt er Tag für Tag — wenn er freiwillig fort“ stiegt, also mast gejagt wirb — ein oder zwei der Eckern, uir. lic sich am Waldcsrand einzugraben. Er legt die Nüsse vorstr nieder und bohrt nun mit dem SckMabel ein Loch in die ©rte. Er dreht sich dabei ordentlich ein- bis zweimal um sich selbst, ben Schnabel ais Bohrer benutzend. Tann legt eu sorgsam btc Efern tn die Erde und scharrt mit dem Schnaoel Sand darüber:. Ob der >>ogcl so viel Ortssinn hat, daß er aHe eingegrabenm Kerne wiederftndet, ist wohl zu bezweifeln. Das schadet ab: r auch Nicht, ans den vergessenen Kernen wachsen dann im nächste ^nchendaumchen. Jedenfalls wird er sich nicht ohne (fc* ' Er grabt aoer nur cui/ wenn er fiö Vermischtes. * Alte it n d n eue Z öP fe an u 11 s eren Universitäten. An der Universität M ü n st e r wies der Rektor Pros. Dr. Erman bei der ersten Immatrikulation, die vor wenigen Tagen strattfand, aus die wichtige Neuerung hin, daß jetzt zum ersten Male auch weibliche Kommilitonen eingeschrieben würden. Er sagte dabei nach dem Bericht der Münsterschen Universitäts-Zeitung: Wenn ein geistvoller, aber ungalanter Hochschullehrer, der Auch-Einer-Bischer, einst von dem Geschlecht „mit den langen Haaren und den kurzen Gedanken" sprach, so unterschreibt die preußische .Hochschul- verwaltuug dies boshafte Wort offenbar nicht mehr, denn „kurze Gedanken" würden zum Studieren nicht taugen. Der Zweck der Frauenzulassung aber ist nicht der, daß alles möglichst durcheinanderlanfe, jeder mit allem sich befasse, sondern daß in dieser ernsten Zeit, doppelt ernst für unser vielbedrohtes Vaterland, jede nach nützlicher Betätigung ftre* bände Kraft zum Heile des Ganzen freigemacht werde. Wenn sonst in unserem Hochschulwesen Neuerungen sich vollzieheu, jo verkündet die Presse sie mit der stehenden Wendung, aus unfern Universitäten seien wieder „ein Paar Zöpfe verschwunden", auf den l)eutigen Fortschritt aber paßt diese schöne Phrase nicht, es muß im Gegenteil heißen: „Erfreulicherweise haben unsere Hochschulen einige neue Zöpfe sich zugelegt." Tenn wir denken und wünschen nicht, daß unsere Studentinnen zwecks völliger Widerlegung des Wortes von den langen Haaren und den turzen Gedankein es machen werden wie ihre russischen Schwestern von vor etwa dreißig Jahren, die durch Abichneiden der Zöpfe und sonstige Nene- rimgen möglichst männlich sich maskieren. Das war eine Känderkrarikheit der Frauenbewegung, von be£ auch die studierenden Russinnen längst zurückgekommen sind. * H e r b st l a u b als E i s e n b a h u h i n d e r n i s. Daß Eisenbahnzüge int Schnee stecken bleiben oijer daß ihnen Hochwasser uliüberwindliche Hindernisse bietet, ist nichts neues; daß aber auch das Blätterlaub einen Zug zum Stehm bringen kann, ist zum mindesten originell. "Turch Lanb- verwehungen wurde dieser Tage der mitrags von Berlin nach Görlitz abgelassene Schnellzug auf der Sttrecke zwischen Kottbus und Weihwasser aufgehalten, wodurch er eine Verspätung von über einer Stunde erlitt. Das von den Säumen abfallende Laub war vom Winde auf den Bahnkörper gt’ trieben worden und hatte sich dort in großen Mengen zwischen den Schienen angesammelt, so daß durch das eigenartige Hindernis ein bedenkliches Rutschen der Wagen verursacht wurde. Es mußte daher Sand auf die Schienen gestreut werden, ehe der Schnellzug seine Fahrt fortsetzen konnte. Auch der nachfolgeitde Personenzug fam aus gleicher Ursache mit einer zweistündigen Verspätung in Görlitz an. GerichrsßasL. R.B. Darmstadt, 31. Olt. (Tel.) Das Oberlandesgericht verhandelte als Rcvisionsinstauz in der Prwatklagc- >ache Reuther gegen E m m e l - Grünberg. Das Urteil wird am 6. 9iovember verkündigt werden. — Tas Oberlandesgericht verwarf den Einspruch, den der Rechtsanivalt Tr. Fulda in Darmstadt gegen eine kürzlich in einer Gerichtssitzung gegen ihn ausgesprochene Ordnungsstrafe von 100 Mark erhob. h. Frankfurt a. M., 30. Okt. Montag nacht wurde der hier wohnhafte Friseur Schneider bewußtlos in einer Straße aufgefunden. Die Tasche war aufgeschnüten, es fehlte das Portemonnaie mit 80 bis 100 Mark: auch war die Uhr zertrümniert und Schneider wurde in das Hospital gebracht, wo er am folgenden Mittag verstarb, ohne das Bewußtsein wiedererlanat zu haben. Die Sektion ergab gewaltsamen Tod. — Wegen M 0 rdes in Aiagdeburg wird der 24 jährige Hausbursche Otto Knittelius ans Offenbach von der Staatsanwaltschaft ge- s u ch t. h. Mannheim, 30. Okt. In dem! L andfri cd en sehr uchProzeß, veranlaßt durch Die Straßenkrawalle, die hier wn 2 6. April stattfanden, wurde heute von dem hiesigen Schwurgericht das Urteil gefällt. Ter Haicptangeklagte Adam rief enter erhielt wegen Landfriedensbruchs ein Jahr, sechs Monate Gefängnis. Bon den übrigen acht Atigellagten wurden sieben ivegen Gewalttätigkeit, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beamtenbeleidigung zu Gefängnisstrafen von drei bis sieben Monaten verurteilt, einer wurde fccigejvrochen. Bei allen Urteilen wurde ein Teil der Untersuchungshaft mit drei bis sechs Monaten als verbüßt in Airrechnung gebracht. Luxemburg, 30. Okt. Tie Mitglieder der luxemburgischen Kammer Fmrk, Preskatore und Le G a l l a i s, die während Der Wahlzest, einer Landessitte folgend, in den Wirtschaften für die Wähler Getränke bezahlten, würben wegen Wnh lbestechung, der erste zu 500, die beiden andern zu je 300 Fr. verurteilt. Sport. H. Limburg, 29. Okt. Ter hiesige N a d f a h r e v-B e r e i n 1889 beschloß in einer außerordentlichen Generalversamnüung, ein B e r e i n S b a n n e r zu beschaffen. Zur Einweihung desselben ist ein großes Sport- und Volksfest auf dem Marktplatz geplant und zwar im SZoitat Juli kommenden Jahres. Die vorbercitcnben Kommissionen haben bereits mit ihrer Arbeit begonnen. Die deutWeinülichen Ausschreitungen in Prag. Ucber die gemeinen Ausschreitungen, bei denen am Dienstag deutsche Studenten abermals j:ol) mißhandelt wurden, obwohl nach dem Zeugnis des Statthalters von ihnen kein herausfordernder Akt verübt worden ist, finden wir im „Prager Tageblatt" einige Episoden, die ein grelles Licht auf das Verhalten der Polizei werfen. Das genannte Blatt schreibt: Die von der Polizei von der Altsrädter Seite verdrängten deutschen Studenten wurden über die Fahrbahn ins Kasino zurückgedrängt, selbstverständlich unter wahnsinnigem Gebrülle des tschechischen Pöbels. Vor dem Kasino hatte sich aber ebenfalls tschechischer Pöbel angesammelt, so daß die Studenten aus der Hölle ins Fegefeuer gerieten. Nicht nur, daß sie jetzt von dem Psöibel in brutaler Weise mißhandelt wurden, schritt auch die Wache gegen sie ein und traktierte sie mit den üblichen Fußtritten und Rippenstößen. Die Beamten überließen auch diesmal der Wache das „Ord- nungmachmt". Weim einem Studenten die .Kappe heruntergerissen wurde und er sich an die Polizei um Schutz wandte, schrien einige Temionstranten, er hätte auf sie eingeschlagen und verlangten seine ^Verhaftung. Tie Polizei pmckte bann den Wehrlosen und verhaftete ihn. 2luf diese Weise wurden mehrere deutsche Couleurstudenten verhaftet. Aus dem Bericht des Prager Blattes sei noch folgendes hervorgehoben: Elegant gekleidete Damen, die sich ebenfalls im (bedränge befanden, schlugen mit Regenschirmen auf die Studenten los und stachen mit Haarnadeln nach ihnen. Um 12 Uhr drang vor dem Kasino ein ganzer Trupp von Exzedenten auf einen einzelnen deutschen Studenten ein. Der Student wurde von der Menschenmasse eingekeilt, so daß er. kein Glied rühren könnte. Plötzlich sah man, wie sich mehrere Fäuste gegen den völlig rvehrlosen Otubcntcn erhoben. Er buckle sich, um ber Attacke zu entgehen, ba sausten aber auch schon Stöcke auf ihn nieder und es hagelte von Hieben. Plötzlich wurde ein mächtiger KantschuMock geschwungen, der mit furchtbarer Wucht auf den Köpf des Studenten niederfiel. Ein Blutstrom, der über das Gesicht des Angegriffenen hinabschoß, bezeichnete die Wirkung des Stockhiebes: dem Studenten war ein großes Stück der Kopfhaut hinter dem Ohlr abgerissen woroen. Der blutig Verletzte wurde verbunden, und es wurde ihm ärztlickw Hilfe zuteil. Wg. Kasper, der um 3/il2 Uhr im Kasino erschien, requirierte durch einen Wachmann einen Wagen für den Äld.Zukunft Eelbon blütenweisse Wäsche, garantiert unschädlichI Erfolg verblaffendl Rasche mir l.u Vollkommen selbsttätig! Ohne rende Erpirdyn^ l»y -r4*! L-j .W1" u.- früher Fran^ise esse brevetee donne lecons Elli RehRimnisItinfirtM-'^&.V ibrlrtrfi opid. silb..Dameuuh, $lnWICa mit Sdjletie. Abzug, g- gute Bel. [09117] Seltersweg IS Friseuse. en tue Bhlh -^blinge ij ? ^chniührA^!- i •iWmüfc' ii - berittene ' n bccanin S*' ' 1le über hiP S A«»d bkjft ' ei(c"' N Ünb in d»z Ä;u.nb *; «tönt aus I® jjL* 1 lu i|r und baber in«*? Ät'3 WS IKLtr 8ebarhendellErreden> « Verfalle togjg bersländizi fjgib sanden dieL » 2t. SchL welches er ■ Erfülle Kenntnis n- elizeikommisiar an M hatte im Kereir Aye, den entmenschte ^rzedenten eiferten ein c Mißhandlung des k iben zu lassen, sonder ijc» Leden zu geben.^ er. unseren Universi. : e r wies der Rektor $ioi * tulation, die vor wenige i ichtige Neuerung hir' bliche Kommilitonen ein ei nach dem Bericht k : Wenn ein geistvolle: eLluch-Einer-Bischer.M ii haaren und den fuijc die preußische hochschit fenbar nicht mehr, ben vieren nicht taugen. 2e ift nicht der, daß aller mit altem sich befaß hoppelt ernst Ptr w Mcher Betätigung st- leigemacht werde. & erungew ftch voWr sehenden tüke „ein Paar Zöpii Ifchritt aber pch W aenteit heißen: ,,W n einige neue Zopfejut chnscheu nicht, daß inqat irlegung des Wortes M en Gedanken es tnafljß kn von vor etm dM troose und sonstige w «stieren. Tas^^ ng, von dep auch bie fr. j retommen sind- ^huhinbernr^ bleiben oder W g ernisse Bidet, ift W ub einen 3Ä9Ä originell. 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Der Wachtmeister war der Ansicht, daß der junge Mann sich bei den betreffenden Behörden bereits gemeldet habe, kleidete ihn ein und ließ ihn ausbildeu. Vier Monate hindurch ging alles gut. Am letzten Freitag aber erklärte der junge Krieger, er leide sehr unter der Kälte, habe genug vom Soloaten piel und wolle nach Hause fahren. Der Wachtmeister drohte ihm mit schwerer Strafe, aber der junge Mann lachte ihm ins Gesicht und erzählte, daß er überhaupt nie angenommen sei. Sofort gepflogene Nachforschungen beniesen die Richtigkeit seiner Angaben; er wurde sofort entlassen, nachdem ihn der Staat vier Monate hindurch gekleidet, beköstigt und bezahlt hatte. Kleine Tageschronik. ©in schwerer EinbruchSdiebsrahl wurde in einem Doldwatengeschaite in Köln verübt. Die Liebe raubten für 40 OuO Alk. Wertsachen. Zwei Verdächtige sind verhaftet. Tie Frau eines Straßenbahnschaffners in Kreuznach stürzte bei dem Versuche, ihrem Alaune nachzusehen, aus Dem fienfter, da die Schutzvorrichtung losriß. Als der Mann die Treppe hinabgestiegen war, fand er vor der Tur seine Frau t o t U0C Ter Rechtsanwalt Große in Leipzig, dessen Verhaftung schon geweitet wurde, wird nicht nur des Verbiechcns gegen das keimende Leden, sondern auch des Ehrenwortbruches und der Er> PXC^m Hotel Hamburger Hof in Hambur g sind für 400 000 TL Wertsachen aus dem Geldschraule des Hotels gestohlen worden, die zur Aufbewahrung übergeben waren. In Tampcrdel am Zobtenberge in Schlesien erhängte sich der 14jährige Sohn eines Villenbesitzers ans St u in in c r darüber, daß sein Later eine zweite Ehe eingegangen war. Der Direktor der Landesgewerbe^Kreditgenossenschaft Stephan Horn in Budape st, hat sich in selbstmörderischer Absicht zwei Kugeln in den Kops geschossen. Sterbend wurde cr ins Spital gebracht. Die Gründe sind noch unbekannt. __________________ Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung jür Pcsieu am Sonntag den 1. November: Trocken, leichte Trübung. Temperatur wie heute. | Schwache westliche Winde.____ Briefkasten Oer LieOaktion. Auf mehrere Anfragen sei mitgeteilt, da» der Tasche n- Fahrplan aniangS Lktober der ganzen Auflage des Gieß. Anz. veigelegt wurde. Ta es aber immerhin Vorkommen tonn, daß der eine oder andere Abonnent feinen Fahrplan erhält, weil er beim Versandt verloren ging, seien die betr. Leser darau, aufmerksam gemacht, daß noch ein tlcuicr Vorrat vorhanden ift. solche, die keinen Fahrplan erhielten, können tn der Expedition sich ein (Sxemplar abbolen. _______ yandeU • G ewerks ch ast Gießener Braunsteinwerke vorm. Fe rnie. Ter Grubenoorstand beschloß in seiner gestrigen Sitzung, lur das dritte Vierteljahr eine Ausbeute von 1,50 Mark für den Kur zu gewähren.___________________________ Märkte. Gictzcn, 31.Oktober. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- maitte kostete: Butter pr. Pld. 1.00—1.10 Alk., Hühnereier 1 St. 8- 9 Vlg., Käse pr. St. 6—8 Pf., ffäiematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen p. Pid. 18—24 Pfg.. Linsen p. Psd. 25—40 Psg., Tanbeu pr. Pr. 0,80—1,00 Alk.» Hithner pr. St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stuck 0,80—1,80 Alk., Gänse pr. Pfd. 00— 00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochs en fleisch vr. Pid. 78—86 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 74—76 Psg^ Schweinefleisch vr. Pfund 68-80 Pfg., Schwcmesteisch, gesalzen, pr. Pid. 84 Pfg., Kalbfleisch vr. Psd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfd. 60—80 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.00—5.d0 Alk., B'vtcbeln pr. ^rr. 5,00— 6,00 Akk., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut per -rück 10 15 Pig., per Beniner Alk. 2.50 - 3.00. — Aepiel per Ztr. 5—8 Alk., Birnen per Ztr. 5—10 Alk. Nüsse 100 Stück 40-00 tzfg., per Ztr. 0—00 Alk. Zwetschen per Zentner 4,00—6,00 Alk. Alarktzeu von 8—2 Uhr. fc. Frankfurt n. M., 30. Okt. Am heutigen Kartoffel- in a r 11 wurde für 200 Pfund 1. Qualität Kartoffeln 5,50—6,00 .vlark gezahlt. A. Salomon & Co. Tapisserie Artikel Orrginal-DrahtmeLouirsen. Stendal, 31. CIt. Ern neuer großer Bank- krach hat sich hier ereignet. 'Das Bankhaus Friedrich Wilhelm Hahn jr. hat seinen Konkurs angcmeldct. Die Verluste belaufen sich auf insgesamt eine halbe Vcillionj Mark, die meistens Landwirten gehören. Hahn, der feit sieben Jahren keine Bilan', gezogen hat, wurde wegen V er geh eil s gegen die Ävnkursordnung verhaftet. Hamburg, 31. Okt. Tas Opfer des großen Diebstahls im Hamburger Hof ift der Kopenhagener Iuwelenhändler E. L. Weimann. Es sind chm insgesamt Juwelen im Betrage von 500 000 Mark gestohlen. Sofia, 31. Olt. Eipige Blätter wollen wisse daß am Tage der Eröffnung der Sobranje seitens der A. 3er der .Sandansch-Gruppe ein Mordanschlag au > o en F r st e n Ferdinand geplant worden sei, der nu. Tank der umfassendsten Maßnahmen und die strenge Ko...rolle beim Zutritt des Publikums vereitelt worden sei. Offizielle Kreise geben nun zu, daß anonyme Drohbriefe und Warnungen dem Könige zugingen. Tie Regierung läßt sich indessen nicht einschüchtern und trifft auf alle Falte Maßnahmen, um einen etwaigen Bandenftrerch zu vereiteln. M. Weihnachten eine B&SÄÄSrS äSSÄrdytriÄrtl h.reil..llfg.t a.,s.l«h,t * Unter,.Unn, St.» «ehe. in .«ehe» n™ Verfügung. "Wir bringen in grosser Auswahl Artikel: Für ta Bem: Ueberzieher-Monogramme, gezeichnet 50 Pfg. Grosse gestickte Monogramme Mk. 0.75, 1.50 Westen zmn Besticken Mk. 0.00—10.00 Kissen zum Sticken Mk. ü.80—3.00 Chaiselongue Decken Mk. 10.00—25.00 Schreibunterlagen Mk. 2.00-5.00 Kragen- und Manschettenkasten Mk. 0.75—B.lO Krawattenkasten Mk. 1.25—3.00 Gezeichnete Tintenlöscher, Bartbinden, Aschenbecher, Briefbeschwerer, Markenkästchen, Ubrständer etc. Tabaksbeutel. 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Für Wohn- wi Esszimmer: Tischläufer, gezeichnet Mk. 0.80-5.00 Milieux, gezeichnet Mk. 0.80-5.00 Kommodedecken 2.00— 6.00 Nähtischdecken 2.00—5.00 Maschinendecken Mk. 1.25—1.75 Vogelbauerdcckeh Mk. 1.25-2.00 Serviertischdecken Mk. 1.00—5.00 Büffetdecken 3.50—8.00 Kaffeedecken auf Leine Mk. 5.00-15.00 Tee- und Kaffee-Wärmer Mk. 1 50—4.50 Bestecktaschen 1 50— 8 50 Eis- und Tablettdeckchen Mk. 0.-5—2.50 Zeitungshalter 1.25—3.00 Für Sclilatzimmer: Bctt-W andschoner Mk. 2.50 - 6.00 W aschtiscbgn rnitureu Mk. 1.50—5.00 Wäschebeutel Mk. 1.25-3.00 Bettdeckenhalter Mk. 1.20—2.50 Nachttischdeckchen Mk. 0.30-1.25 Betttaschen Mk. 1 00-2.50 Wäschescbraukstreifen Mk. 0.75—4.50 Taschentuchbehälter Mk. 0.75—2.50 Wandschoner 1.25—3.50 Ueberbandtücher Mk. 0 80-3.00 Wandtaschen 0.75—1.50 Staubtuchtaschen Mk. 0.75—2.00 Für Küche: Küchenbandtücher Mk. 0.75—2.50 Küchen-W andschoner Mk. 1.00-3.50 Besenhandtticher Mk. 2.00-4.50 Küchentischdecken Mk. 1.50-3.00 Topflappentaschen Mk. 0.50-1.50 Topflappen zum Sticken 12-15 Pfg. 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