Die „Eichener ZamiNenbiSIter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seil- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktionen 112. Tel.-Adr.: AnzeigerlSießen. Nr. 7« Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag SO. März 1908 Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags. A T AA Rotationsdruck und Verlag der Brühllchrn M SmS P pa NI 5 HD- B Universitöts - Buch- und Steindruckerei. wlvgvllu 4lljviyu • Seseral-Anzeiger für Güerhessen Die SastW-rirgewerbe- und Nochkunft-Aussteüung. Gießen, 30. März. Tas Festmahl. Bald nach 2 Uhr versammelten sich am Samstag die Ehrenförderer, Ehrengäste und Preisrichter nebst den Hauptveranstaltern und -Teilnehmer it der Ausstellung im tpotel Schütz zu dem „bedeut- sanieil Mahle der Edlen Zunft der Gasthalter", das „aus das nervlichste gefertigt worden durch Hotelbesitzer PH. Reitzel mit vüse von Mchenmeister $b. Bertels und Oberkellner C. Schmidt". So wars zu lesen aus der höchst originellen -handschriftlich Urkund aller denkwürdigen Erschaffungen in Eulinari", d. h. der Speisekarte, die in Form eines altertümlichen Büchleins der Lithograph Fr. W. Sonntag in Barmen hergestellt und mit Geist uno Witz illustriert hatte. Lithograph Sonntag, ein würdiger alter Herr, der sich! aus seinen ^"SMldtagen seine große Lebhaftigkeit und Herzensheiterkeit bewahrt hat, gehörte in jüngeren Jahren dem Gastwirtsgewerbe an und war einstmals Oberkellner im hiesigen Hotel Einhorn. >>ebt ist er seit Jahren als Litlwgraph von Geschmack Spezialist m der Herstellung von Drucksachen für gastliche Veranstaltungen. Das Gastmahl verlief aufs beste. Weise, wie es praktischen Fachmännern der Kunst des leiblichen Genießens ziemt, ließ man Nch das überaus reichhaltige leckere Mahl aufs löstlichstc nmn- oeiu ohne sich allzu lebhaft zu unterhalten, und versäumte auch nicht, für die erwünschte Anfeuchtung durch treffliche Gc- tränke zu sorgen. Dieses war die nachahmenswerte, von berufsmäßigen Feinschmeckern für berufsmäßige Feinschmecker zu- lammengestellte Speisenfolge: ^Römisckie Pastetchen, Alter Sherry; Echte Schildkrötensuppe; TüM'vvr^len, blau gesotten. Schwedische Butter, Kartoffeln, Iseler; Chateaubriand, Sauce bordelaise, Pommes pailles, er Pontet Canet; Stangenspargel, Sauce nwusseline; Schinken ^achs, ..902 er Oppenheimer Schwabsburger Weg (Crescenz Eroßh. Hessische Domäne); Französischen Capaun, Parher Kopf- lalat, enigemachte Früchte, Sect flpwaib u. Eo., Rüoesheun „Edel *ro(ten"); Cardinal-Bombe mit Waffeln; Wse-Platte. Nach der Suppe erhob sich Geheinverat Dr. Breidert, um als erster Redner den Dank der Gäste und deren Aner- l'nnung für die hervorragenden Leistungen der Veranstalter und Plussteller, auszusprechen. Am Vormittage, so führte der uleoner aus, sei die Hoffnung ausgesprochen rvordcn, oah das oeutiche Gasthaus die Welt erobern möge. Diese friedliche Er- ovcrung habe sich, so nveinte Geheimerat Dr. Breidert, seiner ^rsührung nach bereits im wesentlichen vollzogen. Das deutsche ,^Muus gelte int Auslande bereits fast allenthalben für vor- „lü^.und wende zumeist in feinen vorzüglichen Einrichtungen uacygeahmt. Diese Ausstellung aber gebe nach dieser Richtung W gewiß vielfache ernsthafte und gute Anregungen. Die freie Spaltung des Gastwirtegewerbes in Hessen, ihr erfreuliches Er- omhcn und Erstarken, ihre vorbildliche Höhe sei nicht zum Wenigsten dem namentlich in allen Dingen des modernen Kul- lurgcichmackcs die Wege weisenden Laitdessürsten, S. K. H. dem sr/Ohyerzog, zu danken, der die Entwickelung allen wirtschast- bei den Vertragsmächten (Deutschland, England, Holland, Dänemark und Frankreich) nur noch um den Gültigkeitster- min. Die Entente wird in der Form einer Kollektiverklärung der füllf Mächte abgeschlossen werden. Ein Zusammenhang ß'chen der Nordsee- und der Ostsee-Entente wird nicht be- n. Newhork, 26. März. (Auf dem deutsch»-atl. Kabel.) Auf dem Madison Square kam es zu einem Zusammenstoß zwischen 150 berittenen Polizisten und 10000 Männern und Frauen, die an einer Demonstration der Arbeitslosen teilnehmen wollten. Viele in der Menge trugen anarchistische Banner und rote Hüte. Ms die Polizei änrückte, -stimmten einige Frauen die Marseillaise an. Die Menge sand mit. Als die Polizei den Platz säuberte, warf einer der Demonstranten, ein gewisser Selig Silverstein, eine Bombe, durch deren Explosion zwei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. Silverstein selbst wurde eine Hand und ein Bein vorn Körper abgerissen; er wurde sterbend in ein Hospital gebracht. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. — Scharfe Maßregeln werden gegen Venezuela geplant: Ex- , portzölle auf amerikanische Waren, sowie Schließung der amerst- I kanischen Häfen gegen Venezuela. Caracas, 28. März. Die vor einigen Tagen auf dem Postamt von La Guayra erfolgte Aufindungdreierfürden amerikanischen Kreuzer „Tacona" bestimmten Pvstsäcke hatte dem amerikanischen Gesandten Veranlassung gegeben, die venezolanische Regierung um Aufklärung zu ersuchen, woraus letztere geantwortet hatte, daß hier ein Versehen des Postamtes voÄiege, das die Briefsäcke für gelvöhnlichc Poststückc gehalten habe. Die jetzr erfolgte Rückkehr des Kreuzers „Tacona" nad) La Guayra hatte frier, in Caracas, große Aufregung hervorgerufen. Das inspirierte Blatt „Constitiicional" bringt einen Artikel, worin cs heißt, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, die Flagge der Eroberung in Südamerika zu entfaHtcn. ÄusLÄirH. Berlin, 29. März. Reichskanzler Fürst Bülow ist heute um 7 Uhr 37 Min. in Wien eiiigetröffcn. Er stattete Vormittags VAuck-e bei dem Minister üeL Aeußern, Freiherr» von A e h r e n t h a l, sowie anderen offiziellen Persönlichkeiten ab und nahm um 1 Uhr an einem intimen Frühstück aus der deutschen Botschaft teil. Zu der Meldung über eine in nächster Zeil geplante Reise des Fürsten Bülow nach Italien erfährt der Lokal-Anzeiger an zuständiger Stelle, daß die Fahrt für den Beginn der Reichstagsferien in der ersten Hälfte des April vorgesehen ist und in erster Linie einen Gegenbesuch bei den beiden italienischen Staatsmännern Tittoni und Giolitti in Rom, die bekanntlich den Kanzler in Homburg und Baden-Baden besuchten, gelten wird. Es ist möglich, daß Fürst von Bulow nachher noch einige Tage auf italienischem Boden verweilen und eventuell Venedig oder auch die oberitalienischen Seen besuchen wird. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betreffenb die Zahlung der B e a m t c n b e s o l d u n g und eines Gnadeii- viertcljahres. Stuttgart, 28. Mäa^. Der württembergische industrielle Verband hat zu der Frage der Telephon -und Portoverteuerung folgende Erklärung beschlossen: In Anbetracht der Tatsache, daß die ganze wirtschaftliche Gesetzgebung der letzten Jahre eine fast fortgesetzte einseitige B e l a st u n g der de n t s che n I n du st r i e u nd H a n ü e ls Lr e i se war und diese Tendenz auch der zurzeit in Vorbereitung stehenden Fernsprech- gebührmveform ofscnlündig enthalten ist, richtete der Verband an die württtmbevgijche Regierung das dringende Ersuchen, dieser Reform der Fernsprechgebühren keinesfalls zuzu- stimmen. leider wegen der RaumVerhältnisse im Garten des Hotels sich aufhalten mußte, spielte „Heil dir im Siegerkranz". Der zweite Redner war Oberbürgermeister M e c u m. Er sprach seine besondere Freude darüber aus, daß die Ausstellung durch Gießener Geschäfte eine wesentliche Förderung erfahren habe; was diese als Aussteller böten, gehe weit über seine nicht geringen Hoffnungen hinaus. AVer auch die auswärtigen Aussteller böten mindestens ebenso Gutes, wenn nicht Besser:». Er gedachte dann der mül)cvollen und hervorragenden Leistungen dcv Leiter der Ausstellung und der keineswegs besonders dankbaren Aufgabe der Preisrichter. Zu diesem Amte hätten sich erweillichcrrvehe anerkannt tüchtige Fachmänner, zum Teil von auswärts, bereit gefunden, bereit glanzvolle Namen der Ausstellung das wiichamie Relief gäben und die Gewähr dafür, daß jedem Aussteller Gerechtigkeit bei ber Bewertung seiner Darbietungen zuteil werde. Sein Hoch galt den auswärtigen Gästen. Als dritter Redner erhob sich Herr Jaskowsky: Die aus dem iDbunbc des ersten, Beamten der Provinz wie der Stadt den Veranstaltern sowie den AusMlern soeben zutcii gcitrorbvne Anerkennung erfülle gewiß alle B-etailigtcn mit Stolz. Die einst vom Gastwttcksgewerbe eingenommene tiefe Stufe der Leistungsfähigkeit sei längst verlassen. Durch tatkräftige Arbeit und nimmermüden Fleiß habe eS seine jetzige Höbe und Blüte erreicht, und es beeifere sich, wie die Ausstellung ja zeige, zu immer besseren Leistungen zu gelangen. Stolz sei der deutsche Gastwirt auf den guten Ruf, den er fast in der ganzen Welt heute besitze. Sein Emporblühen habe der Stand in erster Linie seiner ausgezeiämeten Organisation zu verdanken und insonderheit dem Bunde deutscher Gastwirte. An das auf diesen Bund ausgebrachte Hoch stimmten die Versammelten allesamt sreudig ein. Der im Anschluß daran von Direktor Reinemer in Darmstadt gemachte Vorschlag, dem Vorsitzenden des Bundes, Steyer in Berlin, zu dessen 60. Geburtstag ein Glückwunschtelegramm zu senden, fand die Billigung der Anwesenden. Oberstaatsanwalt Theobald trat dann nicht als ösfcnt- licher Ankläger, sondern als Beistand der öffentlichen Rechte, dcs Ansehens, der Ehrenhaftigkeit und Tüchtigkeit des Gast- Wirtegewerbes, als Loopreifer von deren Leistungen auf. Er rühmte in warmen Worten aufrichtiger Herzlichkeit die Haupt- Dcranftcltcr der Ausstellung und des gcschchtSführenden Ausschusses und vor allen anderen Herrn JaSkvwsky, dessen hervorragendem Organisationstalent, dessen unermüdliche Ausdauer und _ regem Fleiste, dessen ungewöhnlicher fachmämnschcr Tüchtigkeit das schöne Wert in erster Linie zu danken sei. Ihm, würde, wenn es anginge, dach Preisrichter kollegium, in dessen Namen er sprach, gewitz einstimmig den ersten Preis zu erkennen. Ihm gatt jein allseitig herzlich aufgenommenes Hoch. Direktor Neinemer aus Darmstadt sprach seine Freude aus über das vvatreffliche und müsterhaste Einvernehmen ziuischen dem Gastwrrtegewcrbe und dm Behörden des hessischen Staates wie der Stade Gieren, pries verschiedene staatliche und städtische Einrick/tungen und Vorschriften zugunsten dieses Gewerbes unb meinte u. a. in seiner munter drasttschm Art, daß cs leichter sei, zum Großherzog in Darmstadt zu gelangen, wie zu den Direktoren der großen Mienbrauereieu. (Große Heiterkeit.) Tie Minister wie alle übrigen Beamten hätten stets ein offenes Ohr für die Vorstellungen der Gewerbetreibenden und seien stets gern bereit, deren Wünsche nach Mögllchttic zu erfüllen. Er brachte fein Hoch aus auf die Fortdauer dieses vorbildlichen Verhältnisses. Hotelier C. Weißmüller aus Mainz toastete dann noch auf die fleißigen und tückstigen Gießener Köche, und der greife Redakteur Windecker aus Darmstadt, der Leiter des VerbandK- organs, fand zum Schlüsse viele gute Worte für den Mitttst- stand. Er beanspruchte einen bescheidenen Teil der Anorkennung für die Fachpresse wie für die Preise überhaupt, deren uneigennützigem Eintreten für allen For-schrktt, für alle pefreienden und zweckdienlichen staatlichen unb gewerblichen Maßnahmen, deren wackerer und energischer Bekämpfung aller hemmenden unb überstürzenden Ideen auch die gegenwärtige Blüte des Gast-- wirtcgewerbes nrit zu verdankm sei. Schon nm Samstag" vormittag hatten die P r e i S r i ch t c r ihre mühsame, durch einige Lücken urtb Unfertig Seiten des Katalogs noch erschtverte Tätigkeit (es sind z. B. einige Firmen als Aussteller genannt, die sich gar nicht an der Ausstellung beteiligt haben, und andererseits hiesige Aussteller nicht namhaft gemacht) begonnen und fetzten sie entweder nach dem Essen, oder am Spnntag vormittag fort. Sie hatten in ihrer Sitzung am Samstag früh noch vor Eröffnung der Ausstellung sich in acht Gruppen geteilt, deren jede ihren Obmann erhielt. Am Sonntag nachmittag stellten sie in gemeinsamer Sitzung die Preislisten zusammen. Heute nachmittag hatten sie wiederum eine Sitzung ab. lieber die Prcisverteilung sowie über Einzelheiten der Ausstellung wird morgen berichtet werden. Aus SrcrSL rnrö Land. Gießen, 30. März 1908. Das GroßherzoqSpaar wird sich übermorgen zum Besuch der Zarenfamilie nach Diußland begeben und sich mehrere Wochen dort aufhalten. Auch ein Besuch von Moskau ist in Aussicht genommen. * * Auf dem Bahnhof herrschte gestern nacht (Sonntag abend) ein sehr lebhaftes militärisches Treiben. 350 Landwehrleute, die auf dem Truppenübungsplatz Wann im Rheinland zu einer lltägigcn Hebung bei der Festungs-Fußartillerie eingczogen waren, kehrten über die hiesige Station nach ihrer Heimat im sächsischen Vogtland nnd nach Leipzig zurück. Da die erforderlichen Wagen nicht gleich znr Stelle waren, so weilten die Landwehrleute von fr dis ^/z 12 Uhr im hiesigen Bahnhof. * * Verdi ngungS wesen im Handwerk. Der 2. Hessische Handweikertag in Gießen hatte beschlossen, daß zur Erledigung der Anträge über das Verdingungswesen eine mündliche Verhandlung und Aussprache vor der Ministeriai- Abteilung für Bauwesen demnächst stattfinden solle, bei der auch Vertreter der einzelnen Gewerbe zugezogen werden möchten. Diese Verhandlungen konnten bisher infolge Ar- beitsüberhäufung nicht stattfinden, werden aber nunmehr im Laufe dcs Monats April abgehaltcn werden, nachdem die Vauabteilung ihr Einverständnis mit diesem Beschluß bekundet hat. Es werden dazu Vertrauensmänner aus allen in Frage kommenden Handwertszweigen eingeladen werden. Anträge und Wunsche, die bei den Verhandlungen zur Beratung kommen sollen, können dec Handwerkskammer zu Darmstadt noch unterbreitet werden. " An dem Bahn bau Lich-Grün berg wird nun an mehreren Stellen eifrig gearbeitet, fo bei Lich, Diieber* Bessingen, Münster, Obcr-Beisingcn unb Kolbcnmühle. Bei' Münster muß an der SleineSmühle ein mächtiger Basalt- rücken durchschnitten werden, um vom Wetteclal ins Tal deS Eschersbaches zu gelangen. Tie gewonnenen Basaltmaffen sollen zur Herstellung des Oberbaues der Strecke bienen. Der Einschnitt wird 13 Pieter lief und über 100 Meter lang. Eine Klopfmaschine ist bereits in Tätigkeit und eme zweite trifft demnächst ein. Die Gememde Münster erhält an der Staalsficaße Lich-Laubach einen größeren Bahnhof, da man von dec Inbetriebsetzung des Braunkohlenberg- iverks Hesse n b rü cf e r Ham mer einen bedeutenden Fcachtoerkehc erwartet. Auch will die Firma Lenz u. Co. die Basalllager an der nahen Steinesmühlc ausbenten. Aon Obcc-Bessingen bis Rteder-Bessigen ist zum großen Teil der Unterbau der Strecke hecgeslcllt. Am weiteilen zurück sind die Arbeiten noch zwischen Oueckborn und Grünbecg, da man sich erst jetzt über die Emsühcnng in den Staatsbahnhof Grünbecg einigen tonnte, Die Vollendung und Eröffnung der Bahnstrecke ift nicht vor den 1. April 1909 zu erwarten. * * Vom Büdingec Bankkrach. Em neues Opfer Hal dec Büdingec Bankkrach gesordet. Durch das Drängen einer Firma, die mit mehreren hunderttausend Diack in Verlust gekommen ist, hat der Pächter Emmerich auf dem Oberfee n e r h o f sich gezwungen gesehen, seine Zahlungen einzustellen. Die Schuldenlast soll 70000 Dik. betragen, denen nur geringe Aktive gegenübecstehen. Da gesetzmäßig fast das gesamte Inventar der gräflichen Herrschaft für das rückständige Pachtgeld haftet, so durfte für bie Gläubiger wenig übrig und nur eine geringe Konlucsbwideiide zu erwarten fein. — Der Bankkrach hat auch in Gelnhausen ein Opfer gefordert, iubeni durch die betrügerischen Dianipulationen dcö Bankiers Hofrat r/iothschild in Büdingen der hiesige Pferdehändler Salomon Strauß derart geschädigt wurde, baß er sich gezwungen sah, seine Zahlungen einzustellen. Gestern wurde über sein Vermögen das Kvntnrsoerfahren eingcleitet. In dem Konkursversahren über das Vermögen des Vor-, schuß- und K r e d i t v e r e i n s O b e r - At o ck st a b t, e. G. M. u. H., fand am Freitag hier bie erste Glaubigerversamm- lung statt, die im Kraftscycn Saale abgehalten mürbe, ba etwa 500 Personen anivesenb waren. Nach dem Bericht des Ktzn- kursvcrmatters hat zum Zusammenbruche der Kasse die Gepflogenheit, an kreditunfähige Leute Darlehen zu gewähren, bcigetragen. Zur Deckung augenbiicklicher Geldbeourfnisse kam man dann auch an den Bankier Rothschild unb burch bieten, zu anderen verhängnisvollen Geschäftsverbindungen. (Sine lieber» sicht (über dem Stand der Berbindlicht'eiten tarnt man noch nicht gewinnen, da in letzter Zett die Eintragungen in das Hauptbuch mmigckhast luareu. Aus das Vermögen der früheren Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder lvurde Arrest gelegt. Der bisherige Konkursverwalter ptechtsanwalt Sandmann-Hungen mucke beidehalten, der Gläubigerausschuß verstärkt. Von größeren Foroermtgen an den Verein find eingelaufen eine Forderung über 300 000 Mk. von der Firma Kaufmann Söhne in Schotten. *" Zur Verhaftung des Notars Linck in Dieburg steht nunmehr fest, baß Liuck schon im vorigen Fahre für die Gemeinde Dieburg 1200 Mk. von der Sparkasse Seligenstadt eingenommen hat, bie bisher nicht abgeltefert wurden. Auch zahlreiche kleine Leute hat er geschäbigtt Man nimmt es den verantwortlichen Stellen übel, daß sie Linck, von dem man wissen mußte, daß ec in Nidda schon verschuldet war, den Veclcauensposlen eines Notars übertrug. Auch bas Amtsgericht in Dieburg hatte schon vor einiget Zeit Gelegenheit zum Einschreiten gehabt. Auch ber Vater Der verschwendungssüchtigen Frau geb. Eruiuß in Friedberg soll wegen Unregelmäßigkeiten ber dortigen Sparkasse bestraft worden sein. Am 27. März vorm. 8 Uhr ist der ZkonkurS über das Vermögen des Linck eröffnet worden. Rechts^ anwalt Lüft in Dieburg ist zum Konkursverwalter ernannt worden. Forderungen sind bis 1. Mai anzumelden, am 11. Mai ist der erste Prüfungstermin. O Langsdorf, 29. März. Am 30. März feiern bis Eheleute Ioh. Lender und Frau Rllnna, geb. Schmalz, im Streife ihrer 6 Kinder und 13 Enkelkinder bas Fest der goldenen Hochzeit. Beide erfreuen sich in: Alter von 78 und 71 Jahren noch völliger Gesundheit. Möge eS ihnen vergönnt sein, noch viele Jahre im Kreise ihrer Angehörigen verleben zu können. ? Vi11ingen, 29. März. Hier ereignete sich gestern abcnd ein bedauerlicher Unglücksfall. Der in öen 20 er Jahren stehende Sohn des Fiihruntecnehmers Bender erhielt vvn einem Pferd einen so wuchtigen Schlag vor den Unterleib, daß er schwere Verletzungen batrontrug und heute morgen in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte. Rödgen Ztr. Friedberg), 29. Diärz. Der Seigeorbncti Georg Hensel 3 lourbe auf fein Nachsuchen von Wahrnehmung der Bnrgermeistcrgeschäftc in 9iöDgen entbunden und mit Genehinigung des Ministeriums de3 Innern als Großh. Lokalpolizeibeamtcr für Gemeinde und Gemarkung Rödgen bestellt und verpflichtet. Gemeinderatsmitgkled Tcufchel zu Rödgen wurde mit Genehmigung des Ministeriums big auf weiteres zur Wahrnehmung dec Bürgermeistereigefchäfte zu Rödgen mit Ausnahme dec Lokalpolizei als Bürger- mciftcrDcrtieter ermächtigt und verpflichtet. x Friedberg-F au erb ach, 29. März. Einen schönen Volks nut ech a Itung§a ben d veranstaltete heute abend im Stadtteil Fauerbach der Krieger- und Militär- vecem. Auch der Turnverein unb der Gesangverein nahmen an der Feier teil. Ein Verbandsredner des Hassia-Krieger- bundcs hatte sich auf Einladung des Vereins emgefunben und hielt einen Vortrag über das Thema: „Unsere Kolonien unb die Kämpfe in Südwestafrika". Der Vortrag wurde vecauschaulicht durch eine Karte von Afrika und zahlreiche Bilder von Land und Leuten, die bei den Anwesenden zirkulierten. Der Gesangveccin Eintracht sang unter Leitung des Vorsitzenden Stadlv. Bopp mehrere Dtännerchöre. Dis tzeier war zahlreich besucht und nahm einen gelungenen Verlauf. r X Nidda, 29. März. Gestern fand int „Gamvrinus bie Schlußfcier der Gewerbeschule statt, verbunden mit einer Ausstellung von Schülerarbeiten. Sehr viele Teilnehmer, besonders Lehrer, besahen mit Interesse die überaus reichhaltige Ausstelluna, die Lehrenden und Schülern das fchonste 'Zeugnis ausstellte. Hauptlehrer Höhn erläuterte in einem Rundgang durch die Ausstellung den Werdegang der Arbeiten von unten auf. Besonderes Interesse erregten die Modcllier- arbeüen. Die für die drei Klassen gestellten Preisaufgaben: Ein Gartenhaus, ein Dachwerk und ein Hängekorb wurden von einer Anzahl Schülern gelöst. Es wurden je drei Preye erteilt. Aus dem Kreis Gießen erhielten Preise schreiner Hernr. I o r aus Ober-Bessingen und Paul Sund aus Lich. Den ersten Preis erhielt W. N. Geiger aus Nidda. Hauptlehrer Höhn entließ nach Ueberreichung der Zeugnis,e die Schüler der Oberklasse und rief den anderen ein fröhliches Wiedersehen für den kommenden Herbst zu. Der VorsiIende deS .Aufsichtsrats, Möbelfabrikant Ringshausen, sprach den Dank an alle aus, die zur Erreichung des schönen Ziels mitgeholsen hatten. Von Büdingen wohnte Schulrat Scherer dem Aktus bei. — Am Freitag brannte es auf dem Waldkopf Altenburg bei Kohden. Die dortige Feuerwehr löschte den Brand, der durch mutwilliges Anzünden von Dornhecken entstanden war. Es ist ein Unfug, daß in jedem Frühjahr mehr und mehr durch Ausrotten und, Abbrennen von Hecken den Singvögeln die letzte Nistgelegenheit genommen wird. § Elpenrod, 28. März. Bei dem gegenwärtig wieder im Schwünge stehenden Hecken- und Nainverbrennen ereignete sich heute hier ein schwerer Unglücksfall. Mehrere kleine Kinder waren ins Feld gegangen, um dort Hecken anzuzünden. Unter ihnen befand sich auch ein Mädchen im Älter von 8 und 4 Jahren. Das Kind kam dec brennenden Hecke zu nahe, seine Kleidchen singen Feuer, und bald brannte eß lichterloh. Bis auf sein Geschrei Hilfe kam, hatte es schon so schwere Brandwunden erlitten, daß sein Leben in Gefahr stand. Man brachte das Kind in die Klinik nach Gießen, zweifelt aber an seinem Aufkommen. X Aus dem Kreise Alsfeld, 29. März. Eine sehr zeitgemäße Verfügung erläßt gegenwärtig unser Kreisamt; sie betrifft das unangebrachte Verbrennen von Hecken tlnd Rainen. Zu wünschen ist nur dabei, daß die polizeilichen Organe auch wirklich diesen Feldfeuern mit der nötigen Strenge begegnen. Wer in diesen trocknen Märztagcn gegen Abend sein Auge den mit Hecken bestandenen Bergen zuwandte, der konnte überall die Feuersäulen emporzüngeln sehen. Diese Feuer werden aber nicht lediglich durch Er- in>Q, ivurde geltem, Sonntag irüh, auf seiner Haustreppe unter Um]iänben lot ans- gesunden, welche einen Mord nicht ausgefi'hloyeu e^chenien lassen. Richter kehrte am Samstag müde aus emcin Restaurant zurück. Der 18jahrige Arbeiter Jaguttes, der um 1 Uhr in seine Wohnung rurücttehrte, fand Richter schlafend im Treppe,isenster des 1. Flures sitzend. Kurz darauf meldete der 25jährige, gleichfalls in demselben Hause wohnende Arbeiter Lippmann, daß Richter schlafend und betrunken auf der Treppe liege. Die Polizei fand dagegen den Richter tot vor. Die Leiche wres eine starke Beule an der Stirn auf. Da nun Uhr und Portemonnaie des Toten versteckt im Bette Lippmanns gefunden wurden, ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß Lippmann den Richter beraubt unb ermordet hat. Lippmann ist bereits mehrfach vorbestraft und wurde verhaftet. Die Leiche wird heute obduzirt. Zu dem tyl)seriösen Todesfall eüt^ti Generals- gattin, von dem in unserer SamLtassrmmmer fdjpn kurz die Rede war, wird heute berichtet: Generalmajor z. D. Bar- nowski aus Posen, dessen Gattin in einem Hotel zu Basel mit Schnittwunden an Hals und Brust tot aufgesunden wurde und in Haft genommen worden war, ist wieder auf freien Fuß gesetzt worben, nachdem er eine Kaution von 1000 Mark gestellt imd sich ehrenwörklich verpflichtet hatte, Basel nicht zu verlassen. Die ärMche Untersuchung der Tvten ergab als Todesursache Selbstmord. Frau Generalmajor Barnowsöi hat sich nach einem heftigen Wort streit mit ihrem Gatten durch 8 Schnitte mit einem Rasiermesser in Hals und Brust getötet. Merkwürdig ist, daß General BanwwSki von der Ausführung des Selbstmordes seiner Frau nichts gemerkt hat, obwohl er sich in demselben Zimmer befand. Skhr lange wuroe nach dem Messer gesucht, mit dem sich Frau BarnowM die Mllchon Wunden beigebracht haben soll. Endlich wurde es unter der Leiche gefunden. Wie cs dort hingekommen ist, darüber vermag Generalmajor Bar nowski nichts anzugeben. * B o m modernen Warenmarkt. Nachfolgendes Inserat liest man in der „Boss. Ztg": Adoption. Adliger Herr, wohlsituirt, will einen Herrn, mehrfachen Millionär, von tadellosem Rich nicht über 35 Jahre alt, adoptieren. Diskretion wird ehrenwortlich zugesichert und gefordert. Adr. unter X. AI. 82 an die Exped. dieser Ztg. erbeten. Kleine Tageschronik. In München wurde aus der mineralogischen Staatssammlung außer einigen anderen Mineralien ein Platin klumpen im Gewicht von dreieinhalb Kilo im Werte von 10000 Mark gestohlen. Derselbe befand sich in einem geschlossenen Schaukasten, dessen zwei Schlösser mittels Nachschlüssels geöffnet wurden. Am 28. März wurde an der Bahnstrecke Striegau — Kö- nigszelt (Schics.) das zweispännrge Fuhrwerk eines Molekrei- püchters von einem Zuge ersaßt und zertrümmert. Der Kütscher würbe schwer verletzt, seine Frau und ein Pferd getötet. In Jo ckrim (Pfalz) stürzte der Käminbauer Bayer aus Luudwigshafen aus einer Höhe von 25 Metern im Innern eines Fabriisüi^ornsteines ab; er wurde sofort getötet. In Bottenbach feuerte der Schuhmacher Beith Nachts auf seine im Bett liegende Frau drei NevoLverichüsse ab, durch die Frau Beith lebensgefährlich verletzt wurde. Vellh flüchtete sich in den Wald, wo er erhängt aufgefunden wurde. Das Motiv der Tat dürfte in Geistesstörung zu suchen sein. In Limbach (Königr. Sachsen) fuhr in das Hotel Hirsch ein Automobil-Omnibus mit voller Wucht hinein. Ein 12jähriges Schallmädchen, Reichell, wurde an die Wand gequetscht und starb. Darauf riß das Automobil ein tiefes Loch in die Wand, wobei ein Hotelgast am Köpfe verwundet wurde. Ter Chauffeur hatte kurz vor dem Unglück die Führung des Automobils an den Köndulteur "gegeben, weil er plötzlich krank geworden war. In P a r i s Tom es in der Nacht zu einem schwerenAutv- mobilunfall. Vier Freunde sausten mit furchtbarer Schnelligkeit dahin^a IS der Wagen gegen einen Baum stieß unb zertrümmert wurde. Zollbeamte leisteten die erste Hilfe und hoben einen Toten und 3 Schwerverletzte auf, von denen einer noch auf dem Transport nach bem Spiral verstarb. Der Zustand der beiden anderen gibt wenig Hoffnung auf Wiederherstellung. Dic Polizei in Toul verhaftete einen Manu, angeblich einen Deutschen, der der Spionage beschuldigt wird. Der angebliche Spion wurde nach kurzem Kampf überwältigt und nach dem nächsten Militärpostcn abgeführt. In seinem Besitz wurden photographische Aufnahmen des Forts Goudrcvillc, welche nachts mit Magnesium»Licht her- gestellt worden waren, ferner ein kleiner photographischer Apparat vorge- lunbeu. Eine topographische Karle sand man unter seinen Kleidern verborgen. Der Lcrh,stete war sehr gut bewaffnet. In Lüttich hatte ein Hjährtger Student während der Abwesenheit der Ellern mehrere Kommillioiien zu einem Trinkgelage ein- geloben, das mit einer regelrechten Schlägerei endete, in bereu Verlauf ber Gastgeber einem seiner Freunde mehrere Messerstiche bcibrachte, wodurch dieser auf der Stelle getötet wurde. Mit gezücktem Mcsier eilte der im Delirium befindliche Mörder durch dic Straßen der Stadt, bis er von der Polizei ergriffen und ins Gesängnis überführt wurde. Die „Stampa" bercchtet: .Die Gerüchte über ernste Zerwürfnisse zwischen dem Ehepaar Toselli werden bestätigt. Um einer seitens der Frau Toselli geplanten Begegnung mit dem Könige von Sachsen aus dem Wege zu gehen, fchisste sich König Friedrich August in Genua nach Antwerpen ein. Tas Segelschiff „Juglewood" aus Lirwik (Norwegen) mit 1979 Ncgistcrtons, belobe n mit RaplNa von New-Dock nach Stockholm, bo5 mehrere Tage auf ber fJicebc zu Manbal in ihoriucgcn gelegen hatte, flog dort in bie Luft. 20 Minuten nach der Explosion sank bas Schiff. Der Kapitän war in Larvcck, als die Explosion stattfand. 13 Manii sind umgetommen. Zwei SJtann wurden gerettet, indem sie durch die Gewalt der Explosion ins Wasser geschleudert und von einem vorbcifayrcndcn Slutter ausgenommen wurden. Ein Akann wurde schwer verletzt. Ein aufregender Kampf mit einer Riesenschlange fand im Zoologischen Garten m Ne myo rk statt, der einem ber Wärter das Leben kostete. Der Mann war in den Käsig ber Boa Eonslrictor gegangen, um sie zu füttern. Tie Schlange schien zu ichtafen; doch als der Wärter sich umdrehte, fühlte er zu seinem Enüetzen, wie das Tier sich pm seine Beine wickelte. Seine Bemühungen, sich zu befreien, waren vergeblich. Aus seine Hllsernie eilten andere Wärter zur Stelle. Fünfzehn Mann rangen schließlich mit der Schlange, einer der größten im Zoologischen Garten. Große B a n k - U n t e r s ch l c i s e sind in Pi11sburg entdeckt worben. Namentlich bei ber Farmers Deposit Nativnal- Bank sind ungeheuere Summen gestohlen worben. Der Kassierer Reiber und der Auditor Boung luurben verhasiet. Bisher stellte sich heraus, daß die beiden mindestens 10 Millionen Mark oer Bank entwendet haben. Man sürchtet, baß die Verluste der Bank noch größer sind. Die Assäre trägt dazu bei, das Vertrauen zu den großen amerik. Finanzinstituten zu erschüttern, denn grade diese Bank galt cus vornehm und sicher. Aus New-Dork wirb telegraphiert, baß bic Ruinen ber amerikanischen Stabt (SljUapa in Flammen sichen. Das Erbbeden verursachte auch in ber Stabt Mexiko heftigen Schrecken: bie Leute stürzten entsetzt aus ben Häusern auf bie Straße, viele Häuscrmaucrn erhielten llafienbe Risse, unb alle Uhren standen still. Auch in Saiilt Thomas vrrursachie vaö Erdbeben große Aufregung. Zwei starke Erdstöße wurden verspürt. In Ometepec stürzte infolge bcS Erdbebens das Gcfängnls cm und dU Gefangene entflohen. Bet Dem Vwinchc, in der ber Union Parcisic Bahn gehörigen Kohlc:imcne Hanna in Wyoming (i)tt>rdami.rika) zwei durch eine Exploiion verunglückte Arbeiter zu retten, ereignete sich eine zweite Explosiori, bura? welche die Rettungsmannichast vcv,chütret luuroe. Alan fürchtet, daß alle, etwa 70 Mann getötet worden sind. — Königsberg Pc., Den 2«. März. L em Deutschen Kronprinz e >l luuvbe Die Würde eines ständigen Rektors mag- n i sieeutisfimus der hiesigen Universität verliehen. Die gleiche Würde hatte Kaiser Friedrich als Kronprinz erhallen. Auttft uttö LVLjicnschase. — Aus ö v a u t ui r i a. 'DL wird uns uiuerm 27. d. M. geschrieben : Unser Schauspielhaus hatte gestern nach längerer Zen ivleder einmal eine sog. Uraufführung — oder vielmehr nicht nach längerer Zeil, soudern schon nach kurzer Zett: sreilich Hai man I heule bereits ’a|t vergessen, daß vor memgen Wochen der Slolomatt Ichwaui /Bei uns da Drüben" von dem ijicfigen WomitcL Nauuanu Um Bunde mit Otto Schwarz, gleichfalls einem hiesigen) wuv- aujgtfüt)ttN worden ist. Und doch hatte man gestern bei der Aufführung des Schwankes „Manöoertage" von Herrn. Hausleiter alle Ursache gehabt, sich dankbar des Raimann'schen Schwankes zu erinnern, dankbar und sehnsüchtig, so wie der Wüstenwanderer nach bei üppigen Oase Rückschau hält, die er verlassen hat. Denn eine Onse muß uns selbst ein so dutzendmäßiqer Schwank wie jener Lunken, wenn wir das dilettantische „Werk" sehen, das der — übrigens von dem strafbar milde gesinnten Publikum der gestrigen Vorstellung mit Beifall ausgezeichuele und wiederholt gerufene — Autor der „Manövertage" eigentlich lediglich als verbindenden Text zu einer Reihe altbekannter Soldatenlieder „geschaffen" hat. Tie Aufführung geschah zum Besten des Pensionsfonds der „Teiitfchcn Bühnengenosienschait", und zu dlefem wohltätigen Zwecke hatten unsere ersten Darsteller und Tarstellerinneu die Selbstlosigkeit gehabt, die Rollen des Schwankes zu übernehmen und sich nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Tätiger zu probateren. Ter Zufall will es, daß wir unter unseren Darstellern auch einige stimmbegabte Sänger haben. Diese Umstände erklären die Geduld des Publikums. Uebrigens ist Hausleiter Inspizient am Schau. spielhauS, aber Intendant Klaar ist — Haukleiler l — Er ist also verantwortlich ... Dr. G. Z. — Kleine Chronik aus Kunst unb Wissenschaft. Eine Kapitalistengruppe in Petersburg unternimmt den Bau eines Aeromobils nach dem System des Erfinders der fotbenlofen Presse, W. Tatarinow, der ent neues Prinzip be5 Schwebens ber Flug maschine enlbeckte. Ter Bau bes AeromobllS, das von bebeutenber Tragfähigkeit und Gefchwinbigteit fein soll, hat bereits begonnen. Landwirtschaft. u Biebenkopf, 29. Aiärz. Laut Geschäftsbericht der Hinter- länber Viehkasse, bie ihre Miiglieber in ben verscksiebensten Kreisen hat, mußte biese im letzten Jahre wegen ber ungünstigen Lage beS Gelbmarktes mit einem buchmäßigen Kursverlust rechnen. Im Jahre 1907 traten 227 neue Mitglieber ein, bie Versicherungssumme stieg mit einer Zunahme von 138 930 Mk. auf 4 221 420 Mk. Zur Euifchäbigung gelangten 484 Fälle mit 73 714,64 Mk., bie sich auf bie einzelnen Kreise wie folgt verteilen: Krete Biebenkopf 69 Orte mit 42 220,40 Mk., Kreis Marburg 37 Orte mit 20 649,70 Mk., Kreis Lttrchhain 2 Orte mit 1152 Mk., Kreis Frankenbach 8 Orte mit 1 476 Aik., Kreis Brilon 1 Ort mit 1 546 Mk., Kreis Wilgenstein 2 Orle mit 3 490 Mk., Kreis Tillenburg 5 Orte mit 2126 Wik. unb Kreis Wetzlar 1 Ort mit 1053,60 Mk. Versichert waren 1350 Pserbe, 9Ö23 Stück Rmbvieh, 6743 Schweine unb 983 Ziegen. Das Vermögen ber Kasse beträgt 121100 Pik. Spiripian der vereinigten zrantsurter Stadttheater. ü)pcrrii)aus. Dienstag ben 31. März, abenbS 7 Uhr: „Der Wanberer." Hierauf: „Rübezahl." Zum Schluß: „Fortunios Lieb." Schauspielhaus. Montag ben 30. März, abenbs 7 Uhr: Drittes Gastspiel von Kainz: „Don Carlos." Dienstag ben 31. März, abends 7 Uhr: „Doktor Klaus." Ginsssandt. Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bei der Gießener Straßenjugend scheint es zur Gewohnheit geworden zu sein, alle Häuser, die nicht bewohnt werden, auf die roheste Weise zu demolieren, so z. B. an einigen Hausern in der Mühlgasse, der Sonnenftraße und in den letzten Tagen an dem Hause Ecke der Bahnhofstraße und Tie- senweg. Wenn auch die Mehrzahl dieser Häuser wohl längst nicht mehr den Anspruch auf menschliche Wohnungen machen können, so bieten sie in dem demolierten Zustande, mit eingeschlagenen Fenstern und Gefachen, und mit den abgedecklen Dächern geradezu einen widerwärtigen Anblick, was besonders bei dem letzterwähnten Hause der Fall ist. Doppelt unangenehm ist es, wenn eine solche Ruine, wie hier, an einer der belebtesten Straßen ber Stabt liegt. Welchen Einbruck macht ein solcher Anblick auf den Fremden, das Urteil, welches er sich bildet, gereicht unserer Heben Vaterstadt sicher nicht zur Ehre. Ich frage mich, warum duldet die Polizei solchen Unfug und läßt die Straßenjugend ungehindert ihre Zerstörungswut ausüben, abgesehen von dem Schaden, welchen sie verursachen, 'soll man der Jugend jede mutwillige Zerstreuung verbieten. Besser wäre es ja, wenn die Eigentümer solcher allen bau- sälligen Gebäuden beizeiten gezwungen würden, sie in einem bewohnbaren Zustande zu erhallen, oder, was noch besser wäre, sic niederznlegen und durch Neubauten zu ersetzen, was für unsere Altstadt sehr von Nöten wäre. Kandel. Paris, 28. März. Nach ben bisherigen Feststellungen betragen bie Aktiven bes Crebit Minier unb ber Bank Franco Espaanole 12 Millionen Francs. Die Passiven werben auf 40 Millionen Francs geschätzt. Märkte. ic. Zranksiirt a. M., 30. März. (Orig.-Telegr. des „Gießeiu Anz.") Amtliche Notierungen ber heutigen Fruchtmarktpreise Weizen All. 21.50—00.00, 'Kurhessischer Pik. 2l.50-00.00, La Plata Pik. 93.25-24.00, Kansas Pik. 00.00-00.00, Roggen (hiesiger) Pik. 19.75—20.00 Gerste (Wetterauer) Mk. 20.75—21.75, Franken-, selber Mk. 2V5—22.75, Haser 17.50—18.25, Mais Pik. 15.75—16.00. Weizenmehl Pik. 31.00-31.50, 00—00, 2. Qualität Pik. 30.00 bis Pik. 30,50, 3. Qualität Pik. 28.50—28.75, Noggenmehl 0 Pik. 31.50-32.00,1.Qualität Pik. 30.50-31.00, Welzenkleie Mk. 11.50 bis Pik. 11.75, Noggenkleie Pik. 13.25—13.50, Maiäkeime Pik. 13.00 bis Mk. 13.25, Frauken, Pfälzer, Stieb Pik.00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab liier. fc. Fraulfurt a. M., 30.März. (Telegr. Qrig.-Bericht bes „Gieß Anz."). Amtl. 9ioticiuugcn der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 396 Ochfcn, 98 aus Oesterreich, 46 Bullen, 1 aus Oesterreich, 0 aus Täncrnark, 861 Kühe, Fersen, Stiere und Siüiber, 0 aus Dänemark, 323 Kalber, 275 Schafe und Hammel, 00 Schafe aus Lesterreicki, 00 Ziegen, 1740 Schweine. Bezahlt wurde für 100Psnud Schlachtgewicht. Ochsen 1. Qualität 77—80 Mk., 2. Qual 70—72 Mk., 3. Qual. 60—62Pik.; Bullen 1. Qual. 63 bis 65 Pik., 2. Qual. 57—59 Pik.; Kühe 1. Qual. t>6—68 Pik., 2. Qual. 60-62 Pik., 3. Qual. 44-46 Pit, 4. Qual. 00-00 Pik., 5. Qual. 00—00Pik. Kälber: 1. Qual.92—94 Pfg., Lebendgewichts—56 Pf., 2. Qual. 76—86 Pfg., Lebendgewicht 45—50 Pfg., Schlachtgewicht 60—65 Pfg. Schafe: 1. Qual. 80—00, 2. Qual. 72—74 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 59-00 Pfg., Lebbgew. 46,5—00,0 Pfg., 2. Qu. 58 - 00,0 Pfg., Lebendgew. 45,5—00 Pfg-, 3. Qual. 50—00 Pfg. Lebendgew. uu Plg. Gejchäfl bei Ochsen lebhaft, Bullen unb Kühe gebrückt, Ueberftanb unbebeutenb; bei Kleinvieh: lebhaft, kein Uebersland. ' _____ Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Heffe« am Dienstag den 31. März: Pieist trüb. Geringer Regen. Temperatur roie heute- Westliche Winde. _____ MrigLnai-Drahtineldunge«. Berlin, 30. Mürz. Der tollkühne Springer Gab bin, ber seit mehreren Wochen allabenblich im Zirkus Busch den Sprung aus der Dachhöhe auf eine Gleitbahn ausführte und dann ui bie Manege gelangte, ist gestern Abenb bei seinem Auftreten im Zirkus verunglückt. Gabbin, der schwere innere Verletzungen erlitt, würbe m ein Krankenhaus gebracht. Stuttgart, 30. März. In einer gestern abenb vorn jungliberalen Verein unb ber nationalliberalen Partei gemeinsam abgehallcxen Bismarck-Feier hielt General Keint vor einer Vcrsanimlung von mehreren Tausend Um stille Teilnahme bitten 2093 B^3 Im übrigen werden die Versteigeruugsbediuguu- v'°/. Z i m mer, Nechtsanwalt. Morgen Zistaig Sonnenschirme Regenschirme Spazierstöcke ■ V.U Höchster Nährwert! Fast alkoholfrei! Grösste Auswahl von Schirmen zur Konfirmation c,8/3 f Me erfl otte auf die Spur ge- Rädelsführer ist bereits verhaftet, noch an. Der Plan der Ver- die Matrosen eines Panzerschiffes hoher See die Offiziere und den werfen, alsdann zurückkehren und KhendenM müder kinaic' a GO a Sämtliche Reparaturen einschliesslich Ueberziehen in eigener Werkstatt schnell, gut und billig. Daubringen, Göbelnrod, den 28. März 1908. Die Beerdigung findet Dienstag, den 31. März, nachmittags 3 Uhr, zu Daubringen statt. Wil* Ser ÜBanbtttt' lieb,’ die trauernden Hinterbliebenen: Lina Jäänge!, geb. Cloos, Daubringen. Auguste C8aos? Daubringen. HcsUb Lehrer, Daubringen. 6-Sch, OasnssHj Bürgermeister, Göbelnrod. bei uns emzureichen. Gießen, den 27. März 1908. Las Kuratorium. M c c u nt, Oberbürgernteister. en, 29. März 1908. Der Konkurs-Verwalter. oq (/> a Farbige Entoutcas mit Futteral für Sonne und Regen •fen Sie kein Geld fort. ... Sie nur im billigen Räumungs-Verkauf von (00. Koch, Uhrmacher u. Optiker, Walltorstr. 18, dnietbst werden auch Neparaturen jeder Art aufs beste und billigste ausgeführt. J02554 Reimgen einer Taschenuhr M.1.50, Neue Feder 271.1.—, Uhrglas 25 Psg., Uhrzeiger 15 Psg. Weitgeheirdste Garantie für Berkaus u. Reparaturen Geschäft gegründet 1891. !e? Dasthir! 1. Mär;, aötti Lber-Postdirektion nach freiem Ermessen vorbehalten. Darmstadt, 20. März 1908. Kaiserliche Ober-Postdirektion. Kobelt. D^/3 3eiö‘u • ' Schirmfabrik Gebrüder Waag Giessen Kreuzplatz 6. I Während deS Aufenthaltes des Königs Viktor Emanuel in Venedig war dessen unzufriedenes Aussehen vielfach aufgefallen. Die Ursache dieser Verstimmung soll darauf zurückzuführen sein, daß die telephonischen Gespräche, die der König von seinem Palais au§ mit dem Kaiser an Bord der Hohenzollcrn führte, von linberufener Seite belauscht worden sind. Petersburg, 30. März. Jin Ministerium des Innern sind wichtige chiffriertcDepcscheu auSSewastopol eingetrofscn. Diese berichten, daß die Geheimpolizei die Aufdeckung einer neuen sorgfältig vorbereiteten Re- xre Die RSl* Wohn! moto, B. an Ma : und in d» Itrafee unb i-; iet wohl N jnungtn mjo lande, mil * den ahflditte was kjotid >dt unangtitfi inet da W» >ruck ma^i tv welches ei - nicht zur et hrn Unfug» irungswut 0 sie veruMta. uung veM ihcr alten * sie in «S iolb bessa.^ gehen, W»151 ' vchwibm «omoblU, v- iw i4|ti Statt besonderer Hachriolit. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass unser innigst.geliebter, unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herr Konrad Cloos9 Lehrer i. P. nach langjährigem schweren Leiden im Alter von 66 Jahren sanft dem Herrn entschlafen ist. !'”• tei 0 volte der Schwarzen koinmen ist. Ein Teil der die Verhaftungen bauern schwörung war der, das; nach dem Atislaufcn auf Kommandanten über Bord Bekanntmachung. Die Lieferung von DienstkleidungSgegenstanoen für die im Ober - Posrdirettionsbczirt Darmstadt beschäftigten Post- und Tele- graphenunterbeamlcn soll vom 1. April 1909 ab, zunächst auf die Dauer von 6 Jahren, im Wege des Anbictungsverfahreus vergeben werden. Empfehle Blankenhainer Malzkraftbier Gesetzlich geschützt, ärztlich empsohlen! 7 goldene Medaillen! Bon Lr. Kaiser!, und Kgl. Hoheit dem deutschen Kronprinzen bezogen. die Stadt beschießen sollten, um die Verwirrung allgemein zu machen. Während der Panik sollten dann die hohen Administrativbeamten und militärischen Vorgesetzten teils gefangen genommen, teils ermordet werden, um die Stadt in den Besch der Revolutionäre zu bringen. In Wla d iw o stock ollen gleiche Vorbereitungen tm Gange sein. Konstantinopel, 30. März. Die Reise des Fürsten v o n M o n t e n e g r o nach Petersburg in Begleitung des russischen Ministerresidenten macht in türkischen offiziellen Kreisen bedeutendes Aufsehen, da man mit euicr Wendung der montenearinischen Balkan-Politik rechnen zu müssen glaubt. b>"' t'\y ad? 'M,’” ? ta. 1'1 Äw Söheie Hüll DWeiterteMiihtzrjisAlestEießeil Für unsere Schule suchen wir zu möglichst baldigem Eintritt einen seminaristisch gebildeten Lehrer, der für die Erteilung des Turnunterrichts besonders vorgeüildet ist. DaS Gehalt beträgt — vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung — 1500 Mk, alle 3 Jahre steigend um 200 äJtc. bis 3500 Dit.; daneben erhalten verheiratete Lehrer 000 Ml., nnverhelrate 350 Alt. WohnungSgeld. Die Festsetzung des für das Ansangsgehalt maß- gebenden DlenstalterS regen sich nach den gesetzlichen Vorschriften. Meldungen nut Lebenslauf und Zeugnissen sind bis zum 20. April Wbeiftiiia, ■Men lügen Lagl rechnen. £ lf.( die ientopißsc-, 20 649J0 itenbad) 8 Cm reis WiWk 2126 fc'rt ren 1350^ en, Tittoni in Venedig und versichern, daß der Besuch, den der deutsche Kaiser in Wien zu machen beabsichtigt, verschoben worden ist. Der Kaiser werde dafür in Pola eine Begegnung mit dem Erzherzog Franz Ferdinand haben. Wien, 30. März. Das Neue Wiener Tageblatt heißt Bülow als alten guten Freund willkommen, als erprobten überzeugten Interpreten des Bündnisses, das zum Bunde geworden. Er komme zum Gedankenaustausch über das ganze Gebiet der internationalen Politik, vor allem über die Balkanfraae. — Das Fremden blatt begrüßt Bülow als herzlich willkommenen Gast, als Vertreter der Dreibund-Politik, die jetzt auch in Venedig augenfällig bekräftigt würde. Diese Doppel-Manifestation verstärke die Zuversicht auf Einmütigkeit der Kabinette in Wien, Berlin und Rom. Bülow "komme als Vertreter der Friedensgarantien, die im Dreibünde liegen. Luxemburg, 30. März. In Re mich prügelte ein Tagelöhner in Gegenwart seiner Kinder seine Frau zu Tode. Er legte sich dann ruhig ins Belt, bis er verhaftet wurde. Paris, 30. März. Der Londoner Korrespondent des Gaulois vertritt die Ansicht, daß der Besuch Fallieres in London nicht in der letzten Maiwoche stattfinden würde, weil in dieser Woche die deutschen Prediger in England wären. Man könne nicht zu gleicher Zeit französisch-englische und deutsch-englische Kundgebungen veranstalten. Paris, 30. März. Der Eclair meldet aus Rom: ,ar. M N? ,ooMÄ Wn Ä -AS alitäl El:,n . M. re«*?» bafei < iialit^y in aeiv|ß!1 • S:D ’t der Weimar 1 Mark Geld-Lose hv Haupt- -J El OOfä Mark Gewinn Bar-Geld Bfair noch wenige Lose bei Buchacker, Philipp Weiler, Willi. Semmler. Die letzten Neuheiten 3 Frühjahr 1908 sind eingetroffen ffi Couverts mit Zirm« billigst vrühl'sche UniversttStr-vruSerel. TNilslher WohllNMlhiveis Wetzen. Gartenttrafre 2, Zimmer 2. m (Geschästöstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) 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Lehrlinge: 1 Buchbinder gegen Vergütung, 2 Drucker, 1 Färber, 1 Mechaniker, 2 Tapezierer gegen Vergütung, 1 Schlosser gegen Vergütung, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Lehrmädchen. )>. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Schreiner, 1 Feuerschmied, 2 Wagner, 1 Kellner, 1 Bauschlosser, 3 jüngere Schneider, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 1 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Schreiner, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: B% 2 Installateure, 2 Geizer, 1 Steinmetz, 1 Glaser, 2 Schmiede, 1 Schneider, 2 Schlosser, 2 Kellner, 1 Schreiner, 1 Weihbinder, 1 Packer, 1 Hausbnrsche, 8 Arbeiter, 1 Hausdiener, 1 Kutscher, 1 Zeilungölrägerin, 4 Laufsrauen, 1 Laufmädchen, 1 Haushälterin. Personen eine Rede, worin er u. a. betonte, daß, wenn Bismarck noch am Leben wäre, ein Flottenverein wohl nicht nötig gewesen wäre. Die Anschauung, daß der Flottenverein immer hoffähig und in Frack und Lack sein solle, teile er chcht. Der Flottcnverein könne nur unabhängig sein, um die nötige Ellenbogen-Freiheit zu erhalten und um die großen nationalen Ziele, die er sich gesteckt, zu erreichen. Hamburg, 30. März. Bei einem Einbruch in der Kirche in Hamm wurden die Einbrecher durch zwei Schutzleute überrascht. Die Einbrecher feuerten auf die Schutzleute und verwendeten einen lebensgefährlich. Altona, 30. März. Auf dem nationalliberalen Parteitage für die Provinz Schleswig-Holstein und das Herzogtum Lauenburg und Lübeck, der gestern hier abgehalten wurde, wurde bekannt gegeben, daß die Verhandlungen des Provinzial-Ausschusses mit den Freisinnigen Parteien über ein Zusammengehen bei den Landtagswahlen gescheitert seien, weil die Freisinnigen auf die Vorbedingung, die Wahrung des Besitzstandes, nicht eingegangen seien. Rom, 30. März. Ein Skandal wegen der Vergeudung von Staatsgeldern zur Errichtung des Justizpalastes nimmt große Ausdehnung an. Die bau- führenden Architekten sowie mehrere Beamte des Zivil- JngenieurkorpS wurden entlassen. Mehrere frühere Minister sowie ein ehemaliger Unterstaatssekretär scheinen kompromittiert zu fein. Rom, 30. März. Die italienischen Blätter bestätigen die Zusammenkunft des Fürsten Bülow mit Bekanntmachung. th tAA^*e Steuerzettel über Staats- und allgemeine Kirchensteuer mr 1908 werden in den nächsten Tagen den Steuerpflichtigen durch die -Lchutzmannschast zugestellt. Diejenigen Einwohner, welche bis zum 15. April keinen Vtencrzettel erhalten haben, nach ihren Verhältnissen aber an- neymen mufieit, daß sie steuerpflichtig sind, werden hiermit aufge- foroert, hiervon alsbald auf der Bürgermeisterei lZimmer Ar. 9) Anzeige zu erstatten. Gießen, den 27. März 1908. B2®^ G.roßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.V.i Keller. Vorzügliches Hilfs- und Stärkungsmittel für Strante und Neconvalesccnten. 1720 Gc-HMf RöhHe Eier-Grosshantlhang — Giessen. Telephon 344. Bekanntmachung. Pie Lieferung von 80 Zentner süßem Wiesenheu zur Fütterung des tm städtischen Schlachthaus eingestellten Viehes ist auf zweimaligen Abruf zu vergeben. 0 c«1. entsprechender Aufschrift versehenen Angebote sind bis o- Js bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Gießen, den 26. März 1908. B»/a G.roßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum auf Antrag bezogen werden. Ebendaselllst liegen die Dluster für die zu liefernden Stücke mrs. Am 15. Mai, 11 Uhr vormittags findet die Erössnuiig der eingegangenen Liejerungs-Ängebote im Beisein der etwa erschienenen 1 .V. Bewerber statt. Die Auswahl unter den Anbietern bleibt der j & Versteigerung. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des seitherigen Pächters Richard Emrich zu Ober- scencrhof bei Laubach soll das gesamte lebende und tote Inventar vffeutlich meistbietend ver« steigert werden. Es kommen zum Verkauf: 32 Milchkühe Simmcuthaler Kreuzung, 30 Stück Jungvieh tm Alter von V4—2 Jahren, 11 Acker- Pferde, 4 Fohleu, 1 Eber, 6 Sauen, 16 Einlege- schweiue, 35 Ferkel, 138 Schafe, darunter 60 mit Lämmern, 8 schwere Oekouomiewagen, 2 leichte Wagen, 1 Fcderwagen, 2 Mähmaschinen, iSäemaschiue, 1 Dungstreuer, 2Hcurechen, 1 Heuwender, 6 Richterpflüge, 8 schwere und leichte Eggen von Holz, 3 eiserne Eggen, 1 Viehwaage, 2 Dccimalwaageu, I Pfuhlfast, 2 Windfegen, 1 Kartofselwaschmafchine, 1 Dickwurzmühle, 1 Futterfchucidmaschine, 1 Kreissäge, Geschirre sowie souftige Oekonomiegeräte jeglicher Art. Die Versteigerung findet am Freitag, den 3. April l. Js., vormittags 10 Uhr beginnend, auf dem Oberseenerhof bei Laubach statt. Der Kaufpreis ist sofort baar zu entrichten. Angebote auf diese Lieferung sind bis zum 15. Mai 1908, 10 Uhr vormittags, verschlossen, srankiert und mit der Aufschrift _____,...... . .. . .. _ „ „Angebot auf Lieferung von Dienstkleidungogeacnstünden" ver^ Termin bekannt acmacht sehen an die Ober-Postdiretrwn einzureichen. vv„ Die Lieferungsbedingungen können innerhalb der Dienststunden int Zimmer Nr. 94 der Ober-Postdirettion eingesehen, auch 4 Sir r Blumenspenden dankend verbeten auSbef mi m Giessen (Bleichstrasse 14), den 30. März 1908. Die trauernden Angehörigen 2105 (Sie Hinterbliebenen tUiitf Danksagung aucrnden Hinterbliebene« Margarete Gcrrrand nebst Kindern Gießen, den 30. März 1908. 2097 Frieusüeis-Gariner'ei Licherstr. 7 1055 (B*/, rure z )en [’it tofeib: ■Terror 2a R gen. 5 Rißira ihr Ge j-IE ?|Ü: ton btr Auf Wunsch der Verstorbenen findet die Beerdigung in aller Stille statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste und für die zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank Heute nacht ]|21 Uhr verschied ganz unerwartet an einem Herzschlage unsere liebe, gute Schwester, Schwägerin und Taute von Carl Volk Giessen (Kaiser-Allee 16), Butzbach, Karibib (Deutsch-Südwest-Afrika) New-York, Stuttgart und Brandenburg a. d. H., den 29. März 1908. fcuerlüidjurbniinfi vom 12. Auli 1892 . bildlich oder schriftlich bei uns vogebracht werden. Einwendungen, die nur durch vorübergehende Abwesenheit von längerer oder kürzerer Dauer begründet werden sollen, werden im voraus als aussichtslos bezeichnet. Metzen, den 27. März 1908. Lroßherzogliche Bürgermeisterei Meßen. Ä. B.: Steuer. Der heutigen Nunliner liegt ein Prospekt der bekannten Tuchfabrik Echwetafch & Seidel in Lpremberg R.-L. bei. empfiehlt sich in Neoanlagcn, sowie Instandhaltung von Grabstätten in bester Ausführung bei billiger Berechnung. im 75. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3i. Marz, nachmittags Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. <41ULUVUV|UJICIUUIIH UHU -OtUUlUUHHCll uu .>•>. sicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das rnuew» erhältlich, sind biS zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagösrist 14 Tage. Gietzen, 27. März 1908. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß eL Gott dem Allmächtigen gefallen hat meinen lieben Gatten, unseren treusoraenden Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder u. Schtvagec Ludwig Launspach II. Pftasterermcister nach kurzem Leiden, heute morgen 61/, Uhr im Alter von 66 Jahren zu sich zu rufen. [02552 Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Annerod, den 30. März 1908. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. April nachmittags 2 Uhr statt. Bekanntmachung. Die Liste über die während der Jci- von: 1. April 1908 bis dahin 1909 sinn Dienst in der Psiichtlcncrwebr heranzuziehenden Personen ließt vom Erscheinen dieser - .emmttnmchung ab 8 Tage lanß auf vev Bllrgerme-.'.erei, Zimmer “Jtv. 2, offen. Während dies er «yrift fönnett Einwendullgen geg ;t eie Nichttgkeit und Voll- ständlgkeit der Liste sowie Gesreiungöan r..ge auf Grund der OrtS- Gestern mittag um 12 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber, treusorgender Gatte, Vater. Schwiegervater und Grossvater liMm» Men. M Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kameraden Leonhard Bickel geziemend in Kenntnis zu fetzen. v80/: Die Beerdigung findet DienStafl, den .31. März, nach mittags 3Va Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Urbeitsvergebung. Die Arbeiten zur Erweiterung der Drainage am neuen Fried* Hof sollen Freitag, den 3. April d. I., vormittags 11 Ubr, i- OTffl