Mittwoch SS. April 1908 Rr. 100 Drittes Blatt Erscheint ISglich mtt Ausnahme deS Sonntags. Die Ziel, und CFmntcI (Soz.) 158. Jahrgang Mitt (^cntr.) die Bergwerksbesitzer in Elsaß« Kommission beantragt Ueberweisung zur Erwägung. Abg. Dr. Pfeiffer (Zentr.): Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schkN Universiläts - Blich- und Sterndruckerei. 9t. Sange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=6^ 51. Redaktion:S^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Die „Gießener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreil Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Die Bittschrift eines ehemaligen Postgehilfen betrifft die Be« willigung einer höheren dauernden Unterstützung. Der stellvertretende Vorsitzende der Petitionskommission, Zlbg. Dr. Stengel (freis. Vergg.) teilt mit, daß der Bittsteller inzwischen verstorben sei und keine Nachkommen hinterlassen habe. Er beantragt daher, die Bitt- schrift für erledigt zu erklären. Abg. Kirsch (Zentr.) widerspricht. Wir können daS nicht prüfen. Abg. Dr. Stengel: Diese Mitteilung ist beim Bureau des Reichstages eingegangen. Abg. Kirsch: Das Bureau deS Reichstags ist kein Standesamt. (Heiterkeit.) Abg. Dassermanu (natl.): Die Erklärung des Kommissionsvorsitzenden mutz uns doch genügen. (Zustimmung.) Die Bittschrift des verstorbenen Postgehilfen wird für erledigt Mit Erwägungen kommt die Negierung niemals zum .... wir müssen ihr die Petition zur Berücksichtigung über- weisen. Das Eyorpersonal der Bühnen lebt in traurigen Ver- hältnissen. Hier in Berlin und anderswo erhalten die Damen Monatögageii von 35 und 40 Mark. (Hört, hört!) Dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn der ethische und mora- lische Tiefstand der Leute vom Theater teilweise so groß ist. Mit diesem niederträchtigen Gehalt treibt man das weibliche Personal zur Immoralität. Dann kommt es so weit, daß man jedes Mädchen vom Theater mit den Augen des sterben- den Valentin aus dem „Faust" ansehen muß. Dabei wird das Theaterversonal nur von Oktober bis Palmarum beschäftigt. Ungeheuerlich sind auch die hohen Strafen, die bis zu 10 Mark betragen. Wenn jemand krank wird, so wird er einfach auf die Straße geworfen. Man sollte dem Reichstag im nächsten Jahre ein Theatergesetz vorlegen, in dem alle diese Fragen be* handelt werden. Wenn unsere Bühne ein erzieherischer Faktor sein soll, dann muß auch dafür gesorgt werden, daß kein Bühnenproletariat gezüchtet wird. (Beifall.) erklärt. Eine Petition verlangt die Unterstellung des Bühnenchorpersonals unter das Invaliden^-, Kranken- und UnfallversicherungSgesetz. treterwahl vorzuschreiben. ?lbg. Dr richtet scharfe Angriffe gegen Lothringen. Sachse (Soz.) Gießener Anzeiger Eeneral-Airzeiger für Sberhesten setzen die Angriffe gegen das Zentrum, die christlichen Gewerkt schäften und insbesondere gegen den Abg. BehrenS fort. Abg. Behrens (wirtsch. Vergg.): Die Sozialdemokraten verstehen es, die beste Debatte zu einer elenden Zänkerei ausarten zu lassen. Was meine Stellungnahme zum § 7 anlaugt, so haben darüber nur die christlichen Gewerk- schäften zu urteilen, die Sozialdemotraten sind meine Richter nicht. (Beifall.! Ich tue, was ich für die Arbeiter für zweck- mäßig'halte. Die neueste Mär ist die, daß ich einem Unter« nehmerverbande angehören soll. Ich bin im Vorstand des Siegerländer Erzgrubenverbandes. Das ist kein Geheiinnis, ich bin von den christlichen Gewerkschaften dorthin delegiert worden, um die Interessen der Arbeiter zu vertreten. Abg. Giesbertö (Zentr.): I Den fortwährenden sozialdemokratischen Angriffen stehen wir schon mit ziemlicher Dickfelligkeit gegenüber. Wir werden aber Vorkehrungen treffen, um dieser ewigen Krakehlerei zu begegnen. ES ist sonderbar, daß gerade immer bei Bergarbeiterfraaen d-.e Sozialdemokratie gegen das Zentrum loszieht. Auch die Debatte ist wieder in ein elendes politisches Parteigezänk ausgeartet. Abg. Erzberger (Ztr.) wendet sich noch einmal eindringlich an die Konservativen: Niemand von Ihnen nimmt das Wort: daS ist sebr bedauerlich. Es wird also dadurch bestätigt, daß die Konservativen mit dem Zentrum nicht mehr Zusammengehen lvollen, weil es eine Arbeiterpartei ist. Die »Kreuzzeitung" hat das ja geradezu ausgesprochen. Wie anders war es, als Kropatschek noch die „Kreuzzeitung" leitete. Abg. Pauli (Potsdam, kons.): Ich stelle im Namen der Fraktion fest, daß die „Kreuzzeitung' kein offizielles Organ der konservativen Partei ist. Die „Kreuz- zeitung" ist selbständig und wir haben keinen Einfluß auf sie. (Hört I hört!) Die konservative Partei steht nach Ivie vor auf dem Standpunkt, für jede Besserstellung der wirtschaftlich Schwachen eiiizutrcten, ganz gleich, von wem die Anträge kommen. Nach einem Hin und Her zwischen den Abg. Sachse und Emmel auf der einen, Erzberger, GieSberts und BehrenS auf der anderen Seite, wobei auch Abg. G r a c f (wirtsch. Vg.) einen Angriff Sachses auf die christlich-nationalen Gewerkschaften zurückweist, endet die Aussprache. Sowohl der Antrag der Petitionskommission wird angenommen, als auch die Anträge Will und Sachse. Dann vertagt man sich. Mittwoch 1 Uhr: Hilfsarbeiter oeim Patentamt, Unterstützungs- wohnfitz, Vogelschutz, Maß- und GewichtSorduung. Schluß 6s, Uhr. Verneinung, sondern Weltbejahung, nicht Weltdienst, sondern Weltüberwindung ist ihr Ziel. Nicht Zucht und Zwang sollen herrschen, sondern die Worte geschaffen werden, die die Welt umwandeln und erneuern sollen. Arbeiten und nickst verzweifeln, denn die Herrschaft gebührt zu allen Zeiten der Arbeit. — An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion, in der Lio. Traub- Dortmund über die Einblicke, die der Pfarrer in das Familienleben erhält, sich eingehend äußerte. — Pfarrer Blitz-Wartenstedt bezeichnet als die erste Notwendigkeit zur Erreichung der von Späth erläuterten idealen Ziele, die, daß in den Gemeinden das Bedürfnis nach der Frage erwacht: Was ist Religion zum Unterschied von Kirchlichkeit? — Es sprachen in der Diskussion ferner Pfarrer Dr. Max Fischer- Berlin, Taubstummenlehrer Sool-Hildesheim und Direktor Lic. Castrow-Bückeburg. Daraus wurden die Verhandlungen geschlossen. 'DIU einem Dolksabend im evangelischen VereinshauS sand die Tagung sodann ihr Ende. Abg. Brüh ne (Soz.): Das Chorpersonal sollte sich eine feste Organisation schassen, bann würbe vieles besser werden. Wie bie Dinge fttzt liegen, ist es gar nicht zu verwunbern, baß bie Chorsängerinnen auf schlechte Wege kommen. Abg. Hildenbrand (Soz.): Die Gesetzgebung muß ben Theaterbirektor ebenso behandeln Ivie jeden anderen fftrbeitgeber. Ein Theater, das durch die S5ei* träge zur Krankenversicherung zugrunde geht, ist nicht wert, daß es besteht. _ „. Die Abgg. Dr. S t c n g e I (freis. Vp^) und Bassermann (nl.) schließen sich dem Anträge auf Berücksichtigung an. Der Antrag auf Berücksichtigung wird fast einfhmmtg angenommen. . ,,, . - . Eine Petition der christlichen Gewerkvereme Elsaß-Lothrin- gcns verlangt die volle Durchführung des § 142 des elsaß-lothringischen Berggesetzes hinsichtlich der Regelung und weiteren Ausgestaltung des K n a p p , ch a f t s - wesens. Die Kommission beantragt, die Petition teils zur Berücksichtigung, teils zur Kenntnisnahme zu überweisen. Abg. GiesbcrtS (Ztr.): Die.Bergwerksunternehmer in Elsaß-Lothringen haben bisher noch nichts für bie Knappscharten getan. Das ist um ,o schlimmer, als bort Tausenbe von Italienern in ben Gruben beschäftigt werden, denen nun durch das neue Reichsvereinsgeietz mit dem schönen 7 bie Möglichkeit genommen ist, sich auf dem Wege bet Organisation selber zu helfen. Die Petition sollte in allen Teilen zur Berücksichtigung überwiesen werben. Abg. Emmel (Soz.): Die preußische Regierung ist gewiß rückschrittlich, aber bie elsaß-lothringische läuft noch in einem weiten Abstande hinterdrein, und sie ist noch stolz darauf. Sie hat in sozialpolitilcher Beziehung vollständig versagt. Viel Schuld tragen auch pre christlichen Gewerkschaften mit ihrer zwie, Paltigen Natur. Diese wird am besten charakterisiert durch btc Stellungnahme des ?lbg. Behrens zum 8 7 beS Vereinsgesetzes. Es liegt mir daran, bie fonberbare Stellung bet christlichen Gewerkschaften einmal festzunageln. Ich verstehe es nicht, wie -Herr Behrens noch im Vorstande dieser Gewerkschaften sitzen kann, nach- dem er für den 8 7 gestimmt hat. Aber die christlichen Gewerk- schasten scheuen sich gar nicht, wenn es ihnen einmal gerade so paßt, auch die Interessen der Arbeiter zu verraten. Die Bergwerksunternehmer in Elsaß-Lothringen haben für ihre Arbeiter 'nichts übrig, sie brauchen ihr Gelb zu Kirchenbauten. Es sind sonderbare Herren. Herr be Wendel z. B., einer der größten Grubenbesitzer, der hier bei ben Liberalen sitzt, hat sich nicht gescheut, bei seiner Wahl bei den Katholiken damit krebsen zu geben, baß er ben päpstlichen Segen besitzt. .(Heiterkeit.) Die christlichen Gewerkschaften können ben Arbeitern nichts nutzen, weil sie zu viele Interessen auf einmal wahrnehmen wollen. Elsaß-lothringischer Bevollmächtigter Halle»: Neber das Knappschaftswesen in Elsaß-Lothringen haben wir uns bereits mehrfach im Reichstage unterhalten. Wir haben auch bereits bie Gründe angegeben, bie es nicht angezeigt erscheinen ließen, bie Entwicklung des Knappsckiaftswesens zu beschleunigen. Die Regierung hat wahrlich bas Ihrige getan, damit nun trotz des Widerstandes einzelner Bergwerksbesitzer vom 1..April d. I. ab die Knappschaftsvereine obligatorisch geworden sind. Die elsässische Regierung ist im Bergwesen durchaus selbständig vorgegangen. Ich weise die Behauptungen, baß wir sozialpolitisch rückständig sind, nachdrücklichst zurück. Abg. BehrenS (wirtsch. Vergg.): Tie Angriffe gegen die christlichen Gewerkschaften sind ganz verfehlt. Wenn die elsaß-lothringische Regierung im Bergwesen selbständig vorgegangen ist, so ist das bis jetzt stets zum Schaden der Arbeiter gewesen. Jetzt hat man sich endlich dazu entschlossen. Deutscher Reichstag. 144. Sitzung, Dienstag, 28. April. Am Tische des Bundesrats: Kommissare. DaS Haus ist schwach besetzt. Präsident Graf Stolberg eröffnet die erste Sitzung nach ben Osterferien um 2 Uhr 15 Min. mit der Mitteilung von dem während der Ferien erfolgten Tode beS Abg. Zindler (kons.). Sein Andenken wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Auf der Tagesordnung stehen 67 Petitionen. Zunächst werden sämtliche Petitionen erledigt, zu denen Wort. Meldungen nicht borliegtn. Von allgemeinerem Interesse sind hiervon folgende: Eingaben auf der einen Seite vom Verband reisender Kauf- leute Deutschlands auf Abänderung des § 91 des Handelsgesetzbuches dahin, daß dem Agenten das Recht eingeräumt werde, zur Prüfung der Buchauszüge seines Geschäftsherrn die Vorlage von dessen Handelsbüchern zu verlangen. Diese Eingabe wirb vom Verein kaufmännischer Warenagenten unterstützt, während die Handelskammer für die Kreise Arnsberg, Brilon und Meschede eine Gegenvetition eingereicht hat. Die Eingaben geben als Mate- dal an den Reichskanzler. Ebenso Einaaben betreffend die Ein- schränkung der Einfuhr und des Handels mit Alkohol in ben afrikanischen Kolonien. Eingaben betreffend die reichsgesetzliche Regelung deS Apothekenwesens, betreffenb Erleichterung der Manöverlasten, eine Eingabe des ReichZverbanbes deutscher Gastwirtsverbände auf Abänderung des § 285 deS Strafgesetzbuches dahin, baß nicht nur die Gestattung und Duldung von Glücksspielen unter Strafe gestellt wirb, sondern auch bas Spielen selbst. Weiter Petitionen betreffend den Ausbau der sozialpolitischen Gesetz- gebung hinsichtlich der Arbeiterinnen, betreffend ben Erlaß eines Unfallfürsorgegesetzes für Feuerwehrleute, betreffenb Aufhebung der Fahrkartellsteuer und Einführung einer Steuer auf Zündhölzer, Ausdehnung der UnfaHfürforge auf Polizeibeamte, betreffend Aufnahme einer der Bestimmung der Gewerbeordnung analogen Bestimmung in den § 70 des Handelsgesetzbuches über die Haftung deS Handlungsgehilfen und eventuell des neuen Prin- zipals bei Kontraktbruch; eine Eingabe des deutschen Bank- beamtenvereins um Abänderung des § 850 der Zivilprozeßordnung in der Richtung, daß der pfändbare Teil des Gehaltes der Privatangestellten in ähnlicher Weise beweglich gestaltet werde, wie dies bet dem Diensteinkommen der Offiziere, Beamten usw. der Fall ist, also ein Abgehen von der mechanischen Festsetzung des Existenzminimums auf monatlich 125 Mark ohne Rücksicht auf Standesaufwand und sonstige Verpflichtung; eine Eingabe deS Bundes deutscher Frauenvereine auf Aufhebung der Beschränkungen, welche dem aktiven und passiven Wahlrecht bet Frauen für , die Beisitzer der Organe der Invaliditäts- und Altersversicherung entgegenfteben; Eingaben um Abänderung des § 313 des Bürgerlichen Gesetzbuchs in dem Sinne, daß Grundstücksverkäufe durch Errichtung eines privatschriftlichen Vertrags Rechtsgültigkeit er- langen; eine Eingabe des Vereins deutscher Fischhändler auf Abänderung beS Gesetzes über ben Verkehr mit Nahrungsmitteln bezüglich der den Beamten der Polizei cingeräumten Befugnisse, unter anderem dahin, daß dem Besitzer stets ein Teil der Probe rmtlich verschlossen oder versiegelt zurückzulassen ist. Weitere Eingaben, die als Material überwiesen werden, be- freffen bas Verlangen einer Rückvergütung der_ Rohstoffzölle bei ber Bierausfuhr, eine Abänderung des Gesetzes über die Zlvangs- berfteigerung und Zwangsverwaltung von Grundstücken, den Zoll auf Oelmargarine. Eine Eingabe des Aukttonatorenverbandes für bie Rheinprovinz wünscht die Erweiterung dec Befugnisse der im Geltungsbezirk deS französischen Rechts wohnenden Auktionatoren ( Zulassung zur Beeidigung); und schließlich gei)t eine Eingabe einer größeren Anzahl von Frauenvereinen als Material an den Reichskanzler, die sich mit der Bitte an den Reichstag gewandt haben, daß erstens das Reichsgesetz betreffend die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhandlungen ftrenger und häufiger im Sinne des Ausschlusses der Oeftentlich- feit angewandt oder, wenn einer größeren Strenge der Worttaur entgegensteht, entsprechend verändert werde, zweitens, daß bem § 184 bes Strafgesetzbuches eine Form gegeben werde, durch welche detaillierte Wiedergaben skandalöser Prozeßberichte in den Zeitungen endgültig unmöglich gemacht werden. Gleichfalls ohne jede Erörterung werden zur Berücksichtigung überwiesen: eine Eingabe betreffend Einfuhr russischer schwererer Gerste zu Futterzwecken, die Eingaben des Allgemeinen deuftchen Schulvereins um Abänderung des Gesetzes über ben Erwerb und Verlust her Reichs- und Staatsangehörigkeit, und die Petition de- internationalen Hotelbesitzervereins und des Reichsverbandes deutscher Gastwirtsverbände betreffenb Regelung des Konserven- handels und Beseitigung von Mißständen auf bem Gebiete der Konservenherstellung (Kenntlichmachung von Fabrikant, yer- itellungsort, Qualität und Füllungsjahr auf ber Konservenbuchie). Durch Uebergang zur Tagesordnung werden erledigt die Em- gaben ber Seeinaschinistenvereine in Danzig, Stettin und Königsberg um Verschärfung der Vorschriften über ben Befähigungsnachweis und die Prüfung ber Seemaichiflisten, u"d ohne W Meldung auch die Eingaben beS wlsteulchaftlich-humanitaren Ko mitees um Abmilderung, sowie eine andere Eingabe um Aushebung des § 175 des Strafe;etzbnches. Aus Anttagder Pet tionSkommission wird hierzu folgende Neiolufion .be chlop en ^e verbündeten Regierungen zu erfuchen: a) bic Zivil- ^d ^ilita. bebörben anautociicn, ben bestehenden Ge^etzesvorSchriften ohne Ansch-N bei Person unmchsichMch Geltung zu °°-sch°r,°n. d d-m ReichStug alLli, efne Durlnge zur Abunderung beä 6trafaeö, buchs und des Militärstrafgesetzbuchs.SUSehen ^u lassen, durch welche die Ausnutzung des Abhängigkeit-verhaltnisst- ^rck Lor nefefete Arbeitaeber usw. zu unsittlichen Zwecken nach s 17°T ?c JifcÄSSta'ezfaM« Str°fe gestellt, und °) m welcher daS Schutzalter (§§ 176, 132, 184 und 184a bes Strafgesetz buchs) auf 18 Jahre erhöht wird. Eingaben übet bie Gewährung rmn Kr,egSte,InelMerbe.- bilsen. deren Ueberweisung zur Et>°«°ung den der Pet>twn-I°m Än Mc Tage-°rbnung £ bie Stempelabgaben auf ©rlaubm^arten für ÄtafWr3euge v treffen Sie sollen zusammen mit ber zweiten bcom. ersten z>e ratung" ber bezüglichen Gesetzentwürfe verhandelt werben. die KnappschastSvereine obligatorisch zu machen, nachdem die Arbeiter durch baS Verhalten der Negierung ungeheuren Schaden er-rtten haben. 25 Jahre haben sie keine Knappschaftsvere,ne ge- habt, und nun hat man noch für die einzelnen Werke besondere Vereine eingerichtet. Dabei weiß man ganz genau, daß kleine Vereine niemals leistungsfähig sein können. Die lothringische Regierung hat es durchaus versäumt, z. B. für baS einheitliche Mi- nette-Remer einheitliche Knappschaftsvereine zu schaffen. Dadurch, daß einzelne Werke besondere Vereine haben, wird nun jede Vereinheitlichung äußerst erschwert. Eine Abstimmung zum § 7 tut hier nichts zur Sache. Die lothringischen Bergleute wissen nidjt, wie sie mit dieser Bestimmung fertig werden. Eine Eingabe an den lothringischen LandesauSschuß auf Durchführung der Sprachfrei, heit ist bereits borbereitet, und ich ersuche die Kollegen hier, bie dem Landesausschuß angehören, dafür zu sorgen. Abg. Erzberger (Zentr.): ES ist doch sehr eigenartig, daß, wo c5 gilt, Arbefterinteressen zu vertreten, die Sozialdemokraten nicht etwa selbst Material dazu beitragen — o nein, das überlassen sie dem Zentrum —-sondern sie machen aus der Arbeiterfrage eine Partei- politische und fallen den Leuten, die mit ihnen an einem Strange ziehen, in den Rucken. So hat es Hue beim Knapp- schaftsgesetz gemacht, und so macht eS jetzt Emmel. Er hat Ja rund heraus erklärt, daß es ihm darauf anfoinmt, gegen die christlichen Gewerkschaften vorzugehen. Man ist,es an ihm gewohnt; daS hat er schon einmal in der Budgetkommission gemacht, wo ihm sein Fraktionsführer Singer dann so zugeredet hat, daß eS nicht mehr nötig ist, sich mit ihm zu befassen. (Heiterkeit.) Jöerr Hailey sagt, die elsässische Regierung hat feine Schuld; nun, bann hat der Bundesrat Schuld. Tatsache ist, daß durch die Hand- ijabung des § 142 beS Reichsberggesetzes die bärtige Arbeiterschaft auf das denkbar schwerste geschädigt wird. Weshalb übt ber Bundesrat nicht aufdieÄrbeitgebereinenDruck auS, daß sie endlich einmal ihren Pflichten Nachkommen? Das hat doch der BundeSrat in einer politischen Frage getan; in feinem „Journal be Colmar" hat Herr Wetterle ja mitgelcilt, daß der BundeSrat auf einen lothringischen Industriellen einen Druck auS- geübt hat in bezug auf die Abstimmung über ben § 7. (Hört, hort, im Zentrum.) Erzberger wendet sich an die Rechte: Ihr Verhalten in Arbeiterfragen ist der Hauptgrund, weshalb sich daS Zentrum im Reichstag immer weiter von den Konservativen entfernt bat. Hoffentlich aber stellen sich die Freisinnigen in dieser Frage auf unsere Seite. f Llbg. Dr. Will (Zentr.) hat eine Resolution eingebracht, in der die verbündeten Regierungen ersucht werden, sofort die erforderlichen Schritte auf dem Wege ber Reichsgesetzgebung ober der reichsländischen 2an- desgesetzgebung ein.znleiten, um zur Beseitigung der schweren Nachteile für bie reick>slänbische Bergarbeiterschaft die ruck- wirkende Kraft ' der Statuten der elsaß-lothringischen Knappschaftsvereine, insbesondere die Anrechnung der im Berg- bau geleisteten Dienstjahre, herbeizusührsn. ohne die Arbeiter- schäft zu der Aufbringung ber hierfür benötigten Mittel heran- zuziehen. Von sozialdemokratischer Seite wird der Zusatzantrag Sachse gestellt, für bie Knappschaftskassen die geheime Ver- Deutscher Protestantentag. 8. & H. Hildesheim, 27. April. , Der deutsche Protestantenverein hielt hier. eine jnnmhmg ab. Tie Sitzung des ^a'idigrn ss . Sräftbenten, Reichstagsabg. Schrader, ^offne • ö J g^reins ch-ttete Weidling-Berlin, der das ^reul.che Wachstum de^ -Beran 'N Mitglieder» uud Zw°ig°°-°m°u tonfta < c. ■er im Verein zu ammengeschlossenen . Sitzung wurde "«teftanten im Deutschen Reich. Zu der zwe.te,^i Grouxoe eschlossen, den nächsten irole|taittentag ®n P nu§ Q(leu fernen abzuhalten. Der Kongreß Religi . crrtQttctc der Weltteilen soll 1910 in Berlin 11 a ttrinben^ vlcbt wo bei c? Mibe»!, 'R«ich«ags-bg. Schrader den Tn be“ Vn I chTn' K. r ch ÄLiche W-chZmn des pro.-. stantisch-religiösen Bewußtseins schilderle rmd mit einem Ausblick auf die Arbeit der Zukunft schloß. An dreien Bericht schloß sich eine lebhafte Debatte über die Vorgänge in Rheinland und Westfalen und das Pfarrbesetzungsgesetz, bei der die energische Verttetung der Rechte freier Verkimdigmig des Evangeliums und der Rechte der der Geiiieilide naturgemäß den Grundton bildete. Inder -Sitzung der 2. Sektion referierte Pastor prim. Dr. Späth-Breslau über das Thema: Was kanii der Pfarrer in unseren Tagen von der Gemeuide verlangen? Alan redet heute viel von Kircbennot. Sie ist jedoch weniger nu Mangel an Kirchen als in der Tatsache zu suchen, baß diePredlger vielfach so predigen, daß daS Piiblikum nicht versteht. »Selig sind, die keine Phrasen machen, denn sie werden verstanden werden , Hal neuerdings em Theologe gesagt. Auf bie VerstanbnlSsahigkeit ber Zuhörer muß bie weitgehendste Rücklicht genommen werden. Tie Religion muß bas ganze acsellschastliche, wirtschaftliche und politifche ioiuic daS geistige Leben durchdringen. 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