Erstes Blatt Freitag 8L. Januar 1908 158. Jahrgang Nr. ‘26 De, Sietzene, Snzelaer etidietni täglich, außer Sonntag-. - Beilagen: v ter mal wöchentlich (Dtefietag und Freitag); zweimal monatl Land» »Mlchostliche Settfragen Renüpcecb - Anschlüsse; Kh bie Redaktion 112, DezugSprers: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatüd) 65 Pj.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährl. ausjchl. Beftellg. Zetlenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Mennig. Derantwortllch MS General-Anzeiger für Oberheffen MW ÄRea^eu oon Anzeigen -4e» s 9 V ? u. Land" und »Gerrchls- ß Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch, und Zteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Vrnckerei: Schulstratze 7. !Z°zechen'teü^'H^BeL Otetzener§amilienblStter; Iwermal ivöchentl.Nrrlr« «taN für den ttretr Stehen Eichener Anzeige: General-Anzeiger für Oberheffen Die heutige Nummer umfaßt 10 Leiten.__ Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 30. Januar.. Sehr böig wehte es heute um das Flaggschiff des Herrn v. Tirpitz, zu Beginn der Beratung seines Ftotten- etats, aber heiter lachte die Sonne über Der Rheinfahrt der Torpedoschiffe am Ausgang der Debatte. Tr. Dahlem, als Vertreter eines rheinischen Winzerkreises, dachte weniger an die salzige Meerslut, die das Element unserer Blaujacken ist, als an den Wein, der auch ihr Herz erfreut. Und zu einer Kostprobe lud er alle die Herren ein, die damals die Festfahrt der Torpedoboote rheinauswärts nicht mitgemacht hätten. Einmütigen Beifall aus dem ganzen Hause durfte Admiral Tirpitz verzeichnen, als er die Versicherung abgab, daß man auf der deutschen Flotte auch ohnedies, soweit es gehe, den deutschen Wein vor dem französischen bevorzuge. Kein Bravoruf aber hatte ihm gedankt, als er im Ersten Teil der heutigen Sitzung genötigt war, sich einer scharfen Kritik von feiten zweier Mitglieder der freisinnigen Volispartei zu erwehren. Dr. Leonhart und Tr. Struve, beide von der Wasserkante, brachten eine Frage zur Sprache, in der die Leitung der deutschen Marine von jeher sich im Gegensatz zur Volksvertretung, wenigstens ihrer linken Seite befindet, und die auch bei anderen Verwaltungen den Gegenstand lebhafter Angriffe bildet, die Stellung der Techniker. Dr. Leonyart machte sich zum Sprachrohr der Beschwerden und Wünsche des Marineingenieurkorps und verlangte seine Gleichstellung mit dem Seeosfiziertorps. Lebhafte Zustimmung fand er, als er die Frage aufwarf, ob nicht der Vorrang Englands im Bau von Kriegsschiffen seine Grundursache darin habe, Laß an der Spitze des Konstcuktionsbureaus ein Techniker von Fach sich befindet. Die Anerkennung des Staatssekretärs für unser ausgezeichnetes Jngenieurt'orps konnte, wie Dr. Struve ihm zutreffend erwiderte, nicht die Tatfache beseitigen, daß die Angehörigen dieser für die Wehr- hafrigkeit Deutschlands zur See so außerordentlich wichtigen Kategorie die Klage.über ihre soziale und sonstige Stellung immer von neuem vorbringen müsse. Der unhöflich abweisende Ton, in dem Herr o. Tirpitz dem Dr. Leonhart erwiderte und der so gar nicht zu der Vonhommie dieses Staatssekretärs paßie, mußte um so auffallender er» scheinen, al» der Wortführer des Freisinns mit einer ausdrücklichen Vertrauenserklärung für seine Amtsführimg begonnen hatte. Die herbe Klage, die Tr. Struve dann über den Ausschluß der Oefs.entlichteit bei Marinekriegsgerichten und die Behandlung der Presse vortragen mußte, war auch nicht geeignet, die Stimmung in diesem ersten Teil der dreiaktigeu Verhandlung freundlicher zu gestalten. Die Verhältnisse der Werftarbeiter bildeten den Inhalt des zweiten Aktes. Alljährlich gibt es beim Militäretat eine Zwiesprache der Herren Zubeil und Pauly über die Arbeiter- und Beamtenverhältursse in den Spandauer Militärwerkstätten und es geht die Sage, daß sie dem jetzigen Kriegsminister zu seinem Amt verhalfen haben soll, als er, damals noch Departementsdirektor, Herrn kleines FeuiÄeton. — Diamanten s ch w inoe l. Der Fall Lemoine, die von uns wiederholt kurz erwähnte Geschichte von den sog. „künstlichen Diamanten", erinnert die K. Z. an ein Vorkommnis, das stch vor langer Zeit abgespielt hat. Unser großer Liebig pflegte die Geschichte in seiner Vorlesung über den Kohlenstoff zu erzählen. Eines Tages lief bei der Akademie der Wissenschaften in Paris eine große Abhandlung über die Herstellung von künstliche Diamanten ein, der mehrere ziemlich große Diamanten beigelegt waren, die nach d.'Mi beschriebenen Verfahren hcrgestelll sein sollten. Die Diamanten wurden geprüst und als echt befunden; und da sie einen großen Wert batten, so zweifelte niemand an der Richtigkeit der gemachten Angaben. Tas Hcr- stelluntisvcrsahren war sehr einfach; man sollte in Schwefel- kohlenitoff eine Stange Phosphor stellen; bann würde sich der Phosphor mit dem Schwefel verbinden und der Kohlenstoff in Form von Kristallen ausscheiden. Ein Diamant ist bckannt- lid) nichts anderes als kristallisierter Kohlenstoff. Beigefügt war, daß die Bildung der Diamanten auf diesem Wege ungefähr ein viertel bis ein halbes Jahr in Anspruch nehmen würde. Tie Akademie veräsfentlichtc die Mitteilung und machte bekannt, sie würde die Angaben prüfen und die Ergebnisse später Mitteilen. Ta die Sache theoretisch möglich schien und die Akademie von Paris sich sogar mit ber Prüfung der Ylngelegen- heit befaßte, so hielt man die Aufgabe der künstlichen Darstellung von Diamanten für gelöst, und die Folge davon war, daß die Preise für diese Edelsteine, ungeheuer fielen. Später stellte fich aber heraus, daß auf diesem! Wege keine Tiamanten erhalten werden tonnten, daß die ganze Abhandlung Schwindel war und die beigelegten Diamanten nicht künstliche, i'onbern natürliche waren. Allein trotzdem wurden jjutc Geschäfte gemacht, da die Erfinder die stark gefallenen Diamanten während der Prüsungszeit sehr billig einkauflen und später wieder zu den alten Preisen verkaufen fonnteii. — Von Liebig erzählt der „Ml. Ztg." ein Mitarbeiter rwch eine gelungene Geschichte: In einer Abendgesellschaft wurde vom Fleischextrakt und von Liebig gesprochen, und dabei die Frage aufgeworsen, was Liebig eigentiid) gewesen sei, und ich erhielt dann den Bescheid, daß er vermutlich — Großmetzgcr gewesen sein müsse. — N cues von der S a a l b u r g. Im abgelaufenen Jahren haben Die Arbeiten an der Saalburg nricbcr weitere Fort- schrttte gemacht. Tie Saalburg-Sammlung, die seit 1873 im Homburger Kurhause untergebracht war, wurde in iwä wieder er» richtige Horrcum übergeführt und dieses als Attertumsmuseum eröfsnct. Im Prätorium wurden ebenfalls Sammlungen aufge- stellt und dieser Raum ebenso wie das Horreum durch Hypo- kaüiten (römische Heizanlagen) heizbar gemacht. An vielen Stellen wurden die Ausgrabungen fortgesetzt, teils im, teils direkt am Kastell. Außerhalb sind Ausgrabungen am Kastell Zugmantel, auf dem Friedhof des Felsbergkastells, an einem römischen Eutshv। in Kieii:-Schwalbach uno au, dem vvrcömischen Hügelgraberselde bei WuHelmsdors vorgenommen worden. Für den. weiterer: Ausbau des Saalburgkaüells hat das preußische Abgeordtretenhaus 50 000 Mk. bewilligt. Tie erste Rate davon wurde zur Fertigstellung der. Wallmauer buixb Beendigung der Zubeil mit den Worten Wallensteins zur Ruhe brachte: „Laß es genug sein, Seni, komm herab, es graut der Tag und Mars beherrscht die Stunde." Was beim Militär Herr Zubeil unb Herr Pauly, das ist bei der Marine Herr Legten und, seitdem er als Oberlandesgerichtspräsident in Kiel seinen Wohnsitz hat, Herr Peter Spahn, und was für Kiel die Herren Zubeil und Spahn, das werden nach alter Hebung vermutlich morgen für die Verhältnisse aus der Danziger Werst die Herren Ledebour uno Mommsen bedeuten. Stimmungsbild aus dem pmch. Herrenhaus;. Berlin, 30. Januar 1908. Die Ettteignungsvorlage. Die Geschästssprache des Hauses der edlen und erlauchten Herren ist anders als im Hause der nur geehrten Herren oder gar des demokratischen Reichsparlamentes. Eine „einmalige Schlußberatung" kündigt mit Sicherheit die mehr geschäftliche Verhandlung eines grundsätzlich nicht bedeutungsvollen Gesetzentwurfes an; ruft die Tagesordnung aber die Herren zur ;,ge- schäftlichen Behandlung" einer Regierungsvorlage zusammen, dann ist sie zumeist der Herold eines großen Tages. Der Generaldebatte über die Enteignungsvorlage ging die Wahl des Präsidiums voraus. Sie brachte eine Ueberraschung. Mit ziemlicher Bestimmtheit hatte man den Fürsten zu Dohua-Schlo- bilten als Anwärter für den_Scssel des Präsidenten bezeichnet, und neben ihm wurde der Sohn des ehemaligen Präsidenten, Herzog v. Ratibor genannt. Wider Erwarten aber verzichtete das _ hohe Haus darauf, wieder einen Herrn fürstlichen Ranges an feilte Spitze zu stellen und es gao ein einfaches Avancement: Herr v. Manteuffel wurde, und zwar ohne Zettelwahl, durch bloßen Zuruf, Präsident, in seine Stelle des ersten Vizepräsidenten rückte der frühere Oberbürgermeister von Köln, Herr Becker, und in das Amt des zweiten Vizepräsidenten wählte man Exzellenz Frhr. v. Landsberg, einen aus den Debatten des Herrenhauses seit langen Jahren bekannten Herrn. Das äußere Gepräge der Sitzung war das des großen Tages. Drei Minister waren mit dem Ministerpräsidenten erschienen und sämtlich ergriffen sie das Wort. Aber obgleich der parlamentarische Kampf um die Enteignung nun erst von vorn beginnt, ist dieser Gegenstand in den letzten Wochen denn doch schon zu reichlich behandelt worden, als daß sich das.Interesse daran noch ungeschwächt hätte erhalten können. Zwei Einführungsreden des Fürsten Bülow am ersten Tage der Session, drei Lesungen im Plenum des Abgeordnetenhauses, dazwischen zwei Lesungen in der Kommission und daneben noch eine Juterpellationsverhandlung im Reichstage, das ist des guten eigentlich zu viel Das Neue, was noch gesagt werden konnte, oder vielmehr eine neue, schärfere Tonart erwartete inan von den Vertretern des fideikommissarifchen Grundbesitzes zu hören, den Herren von der äußersten Rechten, aber ihren Widerspruch scheinen sie sich für die kommissarische Beratung aufzusparen. Immerhin erklang in der Debatte auch beute ein neuer Ton; er war auf Atoll gestimmt und kam von einem Kir chen für ft en, der sich zur polnischen Frage von jeher auf einen anderen Standpunkt gestellt hat, als die Herren von der Gazeta Vachcmäla am schein. Mit aller Schärfe verurteilt Kardinal Kopp die großpolnische Agitation, aber für die Vorlage der Regierung hat er weder ein Nein noch ein Ja; er zieht sich aus schwieriger Lage mit der Bitte, noch einmal zu erwägen. Seine speziell katholischen Bedenken zerstreut Fürst Bülow, der im übrigen genötigt ist, oft schon Gesagtes von neuem in seiner eindringlich pathetischen Art noch einmal zu sagen. Nicyt ohne Wirrung war cs, als Fürst Bülow sagte: Porta dextra, zur Schalung von Brunnen und Ergänzungen verschiedener Art benutzt. Tas Mithreum erhielt an Stelle des Gipsrc liess mit der Tarstellung des Mithras eine Nachbildung in Ton aus Cadincn, ein Geschenk des Kaisers, Die Fortsetzung der Geschützsvrschung wurde durch- Bewilligung von lOOOOMk. durch das Abgeordnetenhaus ermöglicht. Damit konnte ein Ehalkotonon (Erzspanner) und ein Onager in großen Maßen von Oberstleutnant Schramm in Metz angefertigt und die philologische Arbeit des Professors Nud. Schneider in Heidelberg fortgesetzt werben. An Geschenken erhielt die Saalburg, außer reichen Barmitteln, im a bgelausencn Jahre zwölf goldene Ringe aus dem Rheinlande vom Kaiser, sieben Original-Kaiscrbüften aus der Saminlung Clarkc-F-reiburg, die der Staatsminister Studt stiftete, und schließlich 14 Gläser und 16 Gefäße aus Worms vom Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim. Zahlreiche Fürstlichkeiten unb 165 161 andere Personen besuchten die Saalburg im Jahre 1907. Wie verlautet, soll im Sommer dieses Jahres in Gegenwart des Kaisers und Königs die feierliche Einweihung der Saalburg tiovgenomnten werden. — Zur 350jährigen Wiederkehr des Einweihungstages der Universität Jena am 2. Februar. Tie Universität Jena, die, wie unsere Gießener, aus einem Gymnasium hervorgegangen ist, das von dem KurfüMen Johann Friedrich dem Großmütigen von Sachsen als Pflegestätte des lutherischen Glaubens gegründet worden war, wurde am 19. März 1548 von demselben gestiftet. Die Erhebung zur Universität wurde anfänglick) von Kaiser Karl V. verweigert, aber sein Bruder Ferdinand I. erteilte am 15. August 1557 die Bestätigung und die Einweihung fand am 2. Februar 1558 statt. Jena ist bekanntlich gegenwärtig die geineiniame Universität der thüringischen Länder, von denen sie auch die nötigen Geldzuschüsse erhält. Ihre Blütezeit erreichte sie in den Jahren 1787 bis 1806 unter Herzog Karl August und Goethe. In den Jahren von 1794 bis 1819 lehrten dort Fichte, Schelling, Hegel, Oken und Schiller. Tic Stistung der Burschensck-aft in Jena brachte der Universität maunigsache Nachteile, namentlich 1819 das Verbot ihres Besuchs von selten preußischer Untertanen, das erst 1825 wieder aufgehoben wurde. — Kleine Chronik aus Kunst undWissen schäft. 2lm 8. März finbet die Enthüllung eines Dr. B r e h in e r°D e n k- malS in Breslau statt. Die Rede wird Vieh. Dtedizinalral Prolessor Brieger halten. Dr. Brehmer ist der Begrünber ber bekannten Lungenheilanskalt in Görberedors t. Schl. — In Georg H. Wigands 'Verlag in Leipzig erscheint vom Januar ab eine Zeitschrift t ü r S e x n a l wi s f e ii sch a i t unter redaktioneller Mitwirkung von Dr. Friedrich S. Krauß--Wien und Dr. Hermaiin Rohleder-Leipzig herausgegeben von Tr. Magnus H i r s ch f e l b. — Philipp ä. f q 1 6, ein in London lebender Ungar. Maler, geb. 1869, hat ein neues BUdms des Großherzogs von Hessen geschassen. — Tie GeseUjchait Pro-Verona hat beschlossen, in Verona, als der Heimat des berühmten Liebespaares Rouico und Julie, em S h a t e j p e a r e - D e n k m a t zu errichten und als erste Gabe dafür 1000 Lire auözuwerfen, in ber Erwartung, daß die städtischen und Prooinzialbehöroen dem Beispiel folgen werden« „Die SlngriiiC, die gegen ix.eie Bortvge uno -gegen unsere Oft» markenpoutik im Jnlande und Aus.ande gerichtet worden sind, habe ich wohl vorausgesehen, sie durften mich aber in meiner Haltung nicht irre machen. Ich weiß mich frei von jedem Ehauv.niSmus, ich weiß nrich beionders völlig frei von jeder Abneigung gegen unsere polnischen Mitbürger, deren gute Eigenschaften ich vollkommen anerlenne. ES fehlt urir auch nicht das Gefühl für die Tragik der polnischen Geschichte, aber vor mehr denn einem halben Jahrhundert hat in dem ersten deutschen Parlament auch bei einer Polendcwcrtte ein deutscher Patriot, Wilhelm Jordan, gesagt: Es ist etwas anderes, menschlich ergriffen zu sein von einem Trauerspiel, und etwas anderes, dasselbe rückgängig zu madjen am Kulten derjenigen preußischen und deutsck-cn Jnterrssen, bereit Vertretung uns Mivertrauc ist, unb die allein bie Richtschnur unseres politischen Handelns bilden dürfen. Wenn ich das täte, würde ich mich sträslicheü Schwäck-e schuldig nraä-en. Die Loge, vor der wir stehen. Sie und ich, die Tatsache, vor der wir beide stehen, ist einfach diese: Ohne die Möglichkeit der Enteignung keine zweckmäßige AnsiedelungsAolitik, ohne Ansiedelungspvtilit cji. V-r- liercn unserer Ostmarken! Deutsche Art und beutjdje Kultur zu verteidigen und 31t schützen, ist seit Jahrhunderten der hohe Beruf von Brandenburg, von Preußen gewesen." Und auch die anderen Redner wiedecholen die allen Gründe für Zustimmung oder Ablehnung, mir daß die Haltung ruhiger, die Reden sachlicher, die Worte vornehmer sind als im anderen Haufe. Der Verwahrung der Polen gibt ihr sym- pathisck/ster Vertreter Ausdruck, Fürst Radziwill. Den ablehnenden Standpunkt des Zentrmus vertritt Graf zu Drostc- Vischering und ihm schließt sich der obersdftesifchL Magnat Graf v. Thiele-Winkler an. Auf den Boden des Gesetzentwurfs stellt sich mit dem Thorner Oberbürgermeister Dr. Kersten der Oberbürgermeister von Frankfurt a. M. Dr. Adickes, der den offenen Krieg dem faulen Friedm vorzieht, und als scharfe Gegner der Vorlage bekennen sich die freisinnigen Oberbürgermeister von Breslau und Königsberg, Bender und Körte. Die Schlußberatung nürd wohl auch di« Bedenken der Konservativen zum Ausdruck bringen. Tas Hrrrenyaus verwies die Polen-Vorlage an eine 25gtiedrige Kommission und vertagte sich auf unbestimmte Zeit. jp a v l a m e u t a v i ? cfy e $. Etat der Reichspost ia der Bttdgetkommission. Berlin, 30. Jan. Die Budgetkornrnisfion des Reichstages begann die Beratung des Etats der Reichs Po ft uni) der Telegraphenverwaltung. Bei dem Titel „mittlere Beamte" fragte Abg. Hamacher (Ztr.), ob und wann die AefoldimgZvorlagc; !ammen v. :b welche Veamtenkategorien in Betracht kämen. — Urtterstaatssekretär Twele vermochte darüber noch keine Aus-» kunft zu oeben, obwohl die Beratungen in den RessortS al* abgeschlossen gellen können. — Eickhoff (frsg. Vpt.) bat, die Arbeiten so zu beschleunigen, daß über die Vorlage noch voö Ostern beraten werden könne. — Unterstaatssekretür Twele erwiderte, die Regierung wünsche ebenfalls die Vorlage möglichst bald an das HauS zu brüigeu. — Gröber (Ztr.) sagte, den Beamten ncüßte der Weg geebnet werden, daß sie gemeinsame Wünsche Vorbringen könnten. Er empfehle eine gemeinsams Stellungnahme aller Parteien nach dem Muster des Vorgehens in Württemberg. Staatssekretär Krätke stimmte dem Anträge Gröber zu. Ter Vorschlag, die Petitionen grundsätzlich nur dann zu behandeln, wenn die Stellungnahme des Ressortchess erfolgte,, müsse begrüßt werden, da dies im Interesse der 56b* amten selbst liege. — Bei dem Titel „Post- unb Telegraphenämter" wünschte der Referent Beck zu hören, wie das Verhältnis der neu anzunehmenden Beamten der höheren Laufbahn zu den in Dienst Befindlichen gedacht ist. Darauf würbe erwibertz die neuen Vorschriften sollen balb veröffentlicht werden. Itn- begründct sei die Beforgnis, daß die neuen Beamten höher bewertet würden. Für die Beförderung in höhere Stellen fei vor allem die Bewährung int Amte maßgebend. — Erzberge« (Ztr.) bedauert diese Neuerung. — 5krätke erklärt, die Anforoe- rungen an die Postbeamten infolge der technischen Fortschritte machten eine eingehendere Vorschulung notwendig. Um die (Hrt* rührung des Assessorisrnus handle es ftch durchaus nicht, sondeor lediglich um eine höhere technische Bilouug. — ilnterftaatssekrcttir Sydow antwortete auf , eine wertere Frage @r5berger$, von finanziellen Lasten sei keine Rede. Die Vcrroaltung merke sehr wohl, daß die stetigen Fortschritte eine brettere wissenschaftliche Bildung bedingten. Die,en Zweck erfüllten die bcsteherrdeu Fortbildungskurse nicht. — Staatssekretär Krätke erklärte ferner, in der Anstellung der Abllurienten ändere sich nichts, Es folge ein Jahr Praxis, dann erst das okobeniische Studümu Darauf wurden die ^.itel 20 unb 21 (Poft- und Telegropheuinspektoren) angenommen. Bei bem Titel „Lberassiftenten" usw., Unter«' beamte in gehobenen Dienststellen, erklärte Staatssekretär Krätke, daß die Schaffung neuer Veamtenkategorien eine erhebliche Mehr- belastung ergeben würde. — Nächste Sitzung: Frettag, 31. Jan. Deutsches Reich. Srcnteit, 30. Jan. Die Bürgerschaft lehnte den sozialdemorratischen Antrag auf Einführung des allgenieinen Stimmrechts für bte Bürge r s ch a f 1 s w a h l mit etwa 80 gegen etwa 18 sozialdemokratische unb 10 bürgerliche Stimmen ab und überwies bie sonstigen ßlnträge auf Reform des bnrgerschaft- lichen Wahlrechts einer Kommission. AusLanS. Gmunben, 31. Jan. Ter Herzog von Cumb'er- l a n b liegt seit 10 Tagen krank zu Bett. Er hat ein Blasenleiben sowie einen Luströhren-Kätarrh. Ein Spe^ialarzt würbe von Wien aus an bas Krankenlager de» Herzogs gerufen. Paris, 31. Jan. Pichon ließ ber japanischen Regierung bie Beschwerbe der französischen In- oustriellen zugel^n, welche bedauern, oaß Frankreich keine Bestellung für die japanische Marine erhielt, währeird die nach England unb Deuischlanb gegangenen Auftrage für 1907 zusammen 40 Millionen Francs ausmachten. London, 30. Jan. Die Anhängerinnen des Frauenstimmrechts veranstaltetert heute früh eine Kundgebung vor den Häusern der Minister Grey, Hal- bane, Burns, Harcourt unb Birell. Sie wünschten eine Petition zu überreichen, würben aber nicht borgetajjen; einige von ihnen wurden verhaftet. Lissabon, 30. Jan. Die Lage verschlimmerisi sich immer mehr. Der Ministerpräsident Franco hat den König eilt Dekret unterzeichnen lassen, durch welches den Gerichtshöfen das Recht eingeräumt wird, alle Agitatoren und Ruhestörer des Landes zu verweisen. Aus Stadt und Land. Gießen, 31. Jan. 1908. Freibahn-MoLorbetrieb. Auf Grund sicherer Nachrichten aus der Budgetkommission des Reichstags, beabsichtigt das Kriegsministerium, in Uebereinkunft mit solchen Landgemeinden, die niemals Aussicht haben, direkt an ein Eisenbahnnetz, angeschlossen zu werden, Unternehmungen zu unterstützen, welche die Einrichtung eines Motorbetriebs auf der vorhandenen Chaussee für Güter- und Personenverkehr zum Zweck haben. Der Abg. Köhler- Langsdorf, in Voraussicht dessen, daß die Gemeinden vor solchen einen Vorsprung haben werden, die die Lage begreifend, alsbald in zielbewußter Weise vorzugehen sich entschließen können, hat deshalb den Gemeinden Holzheim und Grüningen den Vorschlag gemacht, sich in einer von ihm entworfenen Eingabe einstweilen an das Kriegsministerium zu wenden. Beabsichtigt ist von Letzterer, solche Freibahn-Motor-Linien seitens des Reichs zu unterstützen mit der Absicht, den gesamten Fuhrpark im Falle eines Krieges in den Dienst des Reichs zu stellen. Für die genannten Gemeinden käme die Freibahn Gam- bach—Holzheim-—Grüningen —Gießen in Betracht. Es wäre sehr zu wünschen, daß die genannten Gemeinden alsbald in Aktion treten und ihnen die tatkräftige Hilfe des Großh. Kreisamts Gießen (und auch hinjicht- lich Gambach!) die Hilfe des Kreisamts Friedberg zuteil werden möchte. — Zielbewußt und schnell handeln «st auch hier die Hauptsache. — '* Tageskalender für Freitag, 31. Jan. Stadt - theater: „Der Andere^, Slnfnng 8 Uhr. * *Zur Erinnerung an d i e 3. I a h rh u n d c r t - feierunsererLa ndes Universität ist nunmehr eine 80 Quartseiten umfassende offizielle Schrift erschienen, die anstelle der sonst beim Jahresfest der Landesuniversität vom Rektor gehaltenen Festrede den Bericht über das Studienjahr 1906—07 enthält und insbes. auch das Jubelfest eingehend würdigt. Die von bcm damaligen Rektor, Geh. Hofrat Prof. Dr. B e h a g h e l bearbeitete ErinnerungS- schrift umfaßt einen Bericht über die Vorbereitungen für die Jahrhundertfeier, ein Verzeichnis der Ehrengäsre, die beim ersten Festakt (in der neuen Ilniversitätsaula) gehaltenen Reden und ein Verzeichnis der Stiftungen aus Anlaß des Jubelfestes, ferner eine Chronik über das Studienjahr 1906/07, das Ergebnis der Preisausgaben für 1906/07 und die Preisausgaben für 1907/08, sowie die Promotionen vom 1. Juli 1906 bis 2. August 1907. * * Die Promotionen a u unserer Landes- Universität im Studienjahr 1906/07. Im ganzen wurden 193 Doktordiplome erteilt, darunter aG honoris causa. Doktoren der Theologie gab es 13 (sämtlich honoris causa), der Rechte 22 (10 honoris causa), der Medizin 39 (7 honoris causa), der Tierheilkunde 50 (5 honoris causa) und der Philosophie 69 (21 honoris causa). — Aus Ober- Hessen wurden folgende Ehrendoktor: Zahnarzt Gg. Will). Koch in Gießen (Med.), Rechnungsrat i. P. Roth in Lich (Phil.) und Dr. jur. Egid Gut fleisch in Gießen. Ferner tvurden promoviert Gerichtsreferendar Leopold Katz, aus Grvßen-Buseck (Jur.); Ludwig Leun aus Großen-Linden, Karl Wimmenauer aus Lich, Adolf Gg. Weckerling aus Friedberg und Ludwig Dieffeubach aus Stockhausen (Med.); Karl Seitz aus Laubach, August Hofmann aus Alsfeld und Kreistierarzt Wilhelm Knell in Gießen (Tierheilk.): Hermann Lehr aus Ruppertsburg, Wassa Klein aus Alsfeld, August Burg aus Kloster Arnsburg, Alfred Schneider aus Schotten, Emil Henninger aus Bad-Nauheim, Friedrich Mette aus Gießen und Konrad Alles aus Unterwegfurth (Phil.). — Das Toktordiplom wurde zum 50 jährigen Dok- rorjubiläum erneuert am 2. Dez. 1906 dem Landgerichtsdirektor Dr. Karl Gg. Bockenheimer in Mainz und dem Oberamtsrichter i. P. Dr. Jos. Maria Struve, am 15. Januar 1907 dem Geheimerat Professor Dr. phil. Ludwig von Schwabe in Tübingen. * * Ordensangelegenheit. S. K. H. der Großherzog haben dem Kreisrat v. Homberg k zu Vach in Offenbach die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Kronenordens 3. Klasse erteilt. * * Der landwirtschaftliche Lokalverein Gießen hielt Dienstag, 28. Jan., seine erste diesjährige Versammlung im Lenz'schen Felsenkeller ab. Tcr erste Vorsitzende Oekonomierat Schlenke war verhindert, an der Sitzung teilzunehmen, deshalb eröffnete Herr Keiser die Versammlung, hieß die ziemlich zahlreich erschienenen Mitglieder im neuen Jahr herzlich willkommen und gab dem Wunsche lebhaften Ausdruck, das; die Sitzungen im lausenden Jahre stets sehr zahlreich besucht werden möchten. Alsdann forderte der Vorsitzende die Versammlung aus, das Andenken eines Hingeschiedenen alten treuen Mitgliedes, des Herrn Philipp Schwan, durch Erheben von den Sitzen zu ehren. Nachdem dies geschehen, erteilte der Vorsitzende dem Kreisveterinärarzt Dr. Knell das Wort zu einem Vortrag über das Wäh r s ch a fkS-Ges etz beim Viehhandel. Näher hierauf einzugehen würde zu weit führen, zumal der Vortrag auch jedenfalls im Druck erscheinen wird. Für den ausführlichen und sehr lehrreichen Vortrag dankte die Versammtung dem Redner durch lebhafte Beifallsbezeugung. Herr Bichler dankte dann noch mit Worten der höchsten Anerkennung für dxn für jeden Landwirt so wertvollen Vortrag und gab dem Wunsche Ausdruck, daß er im Druck erscheinen möge, damit die vielen wichtigen Bestimmungen, die wohl kaum jemand int Gedächtnis behalten könne, den Mitgliedern dadurch erhalten bleiben. Das wurde vom Referenten auch zugesagt. Herr Keiser. ging dann zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung über: Beschwerde einiger Landwirte über vorkommende Verwechslung beim Schlachten der Schweine im hiesigen Schlachthaus. Nach lebhafter Debatte wurde beschlossen, diesen Gegenstand in nächster Versammlung zu erledigen. * * In Norwegens Berge, Fjorde und Schären und an die O s o t e n b a h u führte der 6. öffentliche Vortrag, der von dem Kaufmännischen und dem Ortsgewerbeverein veranstalteten Vortragsreihe. Dec Vortrag war außerordentlich gut besucht, so daß viele Zuhörer sich mit Stehplätzen beanügen mußten. Der Vortragende, Dr. Edward Theodor Walter aus Lund, kennt die besprochenen Gegenoen durch vielfache längere Älusenthalte. Er gab in seinen leider zu sehr ausgedehnten Ausführungen zunächst ein Bild von Der geographischen Gestaltung der skandinavischen Halbinsel, schilderte dann in höchst lebendiger Darstellung die erhabene Insel- und Gebirgswelt Norwegens, den Charakter und die Lebensweise seiner stolzen freiheitsliebenden und gastfreien Bewohner, denen die Natur des Landes trotziges Selbstbewußtsein und großen Ernst mitgegeben hat. Ganz im Gegensatz zu der düsteren Großartigkeit ddorwegens ist Schweden heiter und fruchtbar, bis auf Lappland, wohin seit mehreren Jahren die Osvten- bahn führt, die hauptsächlich zum Transport des vorzüglichen schwedischen Eisenerzes dient. Das Erz wird dort nicht wie bei uns mühsam unter Tag gewonnen, man prengt es von den Eisenerzbergen, die bis zu 72 Proz. Erzgebalt haben, einfach ab. Nach einer Schilderung des Lebens der Lappen und der erhabenen Einsamkeit eines Winters in Lappland trat eine längere Pause ein, worauf der Redner das, was er vorher in begeisterten Worten geschildert hatte, durch eine Reihe trefflicher farbiger Lichtbilder dem Verstäirdnis der Zuschauer noch näher führte. Trotz der Länge des Vortrags — es war 11 Uhr vorüber, als der Vortragende sein letztes Lichtbild, das Nordkap, zeigte — folgten die Zuhörer seinen Ausführungen mit großem Interesse und spendeten ihm lebhaften Beifall. ** Dle Feuer geweilten des Erdballes behanbeüe das gestrige Gastspiel des Wissenschaftlichen Theaters „Urania" aus Düsseldorf in der neuen Aula dcr Universität. Jin ersten Teile der Vorführungen sah man in großen, sehr schönen, farbigen Lichlbildern Skiilpluren und Laiidschaftsbildcr aus Antwerpen, Genua, Neapel, Capri uiid Sorrent, und mancher Zuschauer mag sich hierbei wohl gefragt haben, in welchem Zusammenhänge diese Bilder und der Vortrag über die Seereise nach Neapel mit dein angekündigken Thema stehen könnten. Tie Antivort auf diese Frage versuchte der zweite Teil des Vortrages zu geben. Es sollte wohl der Kontrast vor Singen geführt werden zwischen der blühenden, paradiesischen Landschaft Italiens und dein feurigen Schrecken seiner Vulkane. An der Hand zahlreicher Lichtbilder voin Vesiiv, Aetna und Monte Pelöe wiirden die bedeutendsten Vulkanaiisbrüche und ihre verheerenden Wirkiingen besprochen. Tie Theorien des Vlilkanisinlis wiirden hierbei nur kurz gestreift. Das nicht gerade sehr zahlreiche Piiblikuin spendete nach Schluß deS Vortrages lebhaften Beifall. ** Jugendlicher Dieb. Am verflossenen Soiintag ivlirden m der Siechenanstalt mehreren Pfleglingen Kleinigkeiten, als Zigarren, Vacfmaifen, Stahlfedern, ein Rosenkranz rc. entwendet. Die Eriiiittlungcn ergaben, daß ein löjähriger Schlofserlehrling unter dem Vorivand, Pfleglinge zu besuchen, in die Anstalt gegangen mar und dann in den unverschlossenen Stilben der Pfleglinge in deren Abwesenheit die Diebstähle ailsgeführt hatte. Die Sachen fanden sich zum Teil noch in fernem Besitz vor. -s- Wicseck, 30. Jan. Heute fand die Verpachtung unserer Gemeindejagd statt. Die Jagd verblieb den seitherigen Pächtern, Ossizieren des Gießener 9legiment§, zum Preise von 1350 Mk. Auch hier ist wieder eine Steigerung des Pachtpreises 511 verzeichnen. — Am Dienstag morgen fielen in dec Nähe des Philosophcnivaldcs zivei Hunde in eine Schafherde ein, zerrissen vier Schafe und trieben die übrigen Tiere anScmanbcr, bis nach Großen-Buseck hin. Dem Schäfer gelang cs mit vieler Mühe, die Tiere micber zu sammeln, währenb bie beiben Hunde in ber Richtung nach Gießen entkamen. -s-Alb ach, 29. Jan. Am Montag abenb feierte der Krieger verein den Geburtstag unseres obersten Kriegsherrn, des Kaisers Wilhelm II. .Kurz nach 7 Uhr erklangen, Trommelwirbel durch die Straßen des Dorfes, woraus sich bie Mitglieder vollzählig in ihrem Vereinslokal zu einem fröhlichen Unterhaltuugsabend versammelten. Der Vorsitzende Karl Bähr begrüßte den Verein, er hielt eine kleine Ansprache an die Käme- radcu und brachte zum Schluß ein dreifaches Hoch auf unseren friedliebenden Kaiser aus. Dann führte unser Schriftführer Ä. L. Gerhard einiges von unserer Schutztruppe aus dem fernen afrikanischen Kriege vor und brachte ein Hoch aus auf die deutschen Truppen zu Wasser und zu Land. Die übrigen Stunden verliefen durch schöne Soldatenlieder und andere Gc- sangsvorträge sehr anregend. x Harbach, 31. Jan. Unser Gesangverein veranstaltet am nächsten Sonntag abend int Scheldschen Saale unter Leitung des Lehrers Fay einen Theaterabend mit Musik- vorcragen und anschließendem Tanz. Der Verein ist schon lange eifrig mit den Vorbereitungen beschäftigt. O Bä et ter seid, 30. Jan. Nachdem in den letzten Jahren ein Tampfsägebetricb und eine Molkerei hier errichtet worben sind, steht bie Einrichtung eines weiteren größeren inbustriellen Unternehmens bevor. Bürgernieistcr Krauß hat der Hofmann'schen Wirtschaft gegenüber das Haus von Landwirt Blei erworben, nm darin eine Zigarrenfabrik zu eröffnen. Für den 1. März sind bereits eine größere Zahl von teilweise geübten Arbeitern gewonnen. □ Bleichenbach, 30. Jan. Gestern abend fand ein heimkehrender Einwohner einen M a n n in einem Hohlweg zwischen Bleichenbach und Selters an einem Zwetschen- bäumcheu erhängt. Tie Füße berührten fast den Boden. Der Erhängte war der Maurer Ehr. Theiß aus Bleichen- bach, in seinen jungen Jahren ein tüchtiger Maurer, zuletzt ein Trunkenbold. Tags zuvor hatte er einem Enkelkind die Pfennige aus einer Sparbüchse entwendet, den Betrag vertrunken und sich bann erhängt. Tie Leiche wurde hier beerdigt. x Lauterbach, 29. Jan. Ein sehr wichtiges Institut hat unser Kreis durch die Errichtung des Kreisfaselstalles geschaffen. Eine hierfür bestimmte Kommission ist bemüht, nur gutes Zuchtmaterial, nicht nur im eigenen Kreise, sondern bei Bedarf auch in den angrenzenden anzukaufen. Die Tiere werden in dem Kreis- saselstall ausgestellt und nach Erreichung des vorgeschriebenen Alters an die Gemeinden zum Selbstkostenpreise abgegeben. Da stets ausgewähltes Material vorhanden ist, wird von der Einrichtung großer Gebrauch gemacht. Auch ist den Bullenzüchtern stets Gelegenheit geboten, falls sie gutes Material besitzeri, dieses preiswert abzusetzen. X Lauterbach, 30. Jan. Der Kriegerverein wird am 16. k. Mts. den Fünfakter „Krieg im Frieden" zum besten der Unterstützuugskaiic zur musiüyrung gelangen lassen. X Willofs, 30. Jan. Unser Dorf beabsichtigt dcr Errichtung einer Wasserleitung näher zu treten. Der Gemeinderat wird hierüber demnächst in einer Sitzung beraten, an der Kreisrat v. Bechtold und Kulturtechniker Kunz teilnehmen werden. Darmstadt. 30. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadtverordnetcn-Versammlung teilte Beig. Jäger mit, daß die Bürgermeisterei auf die Anfrage, ob die deutsche Landwirtschaftliche Wanderausstellung 1911 in Darmstadt abgehalten werden könne, wegen unüberwindlicher Schwierigkeiten bezüglich Beschaffung eines geeigneten Gebäudes einen ablehnenden Bescheid erteilt hat.. '--Rodheim a. d. Bieber, 30. Jan. Unsere freiwillige Feuerwehr wurde von der Nassauischen Brandkasse mit einer Beihülfe von 300 Mark bedacht. Auch von anderer Seite sind ihr namhafte Zuwendungen gemacht worden, so daß die junge Wehr bald auf eigene Füße gestellt werden kann. — Der Turnverein hielt am vorigen Sonntag seine Generalversammlung ab. Unter anderem stand auch das diesjährige Bund es fest des Lahn-Düns- berg-Turnerbundes auf der Tagesordnung. Ms Festtag wurde der erste Julisonntag bestimmt, die Bundes- turnsahrt ist nach Fellingshausen zum Fahnenweihfest des dortigen Turnvereins vorgesehen. ** Kleine yji 11 t ; r. . j a v § Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz starb Gymnasiallehrer i. P. Dr. Gg. Diehl im 75. Lebensjahr. — In M arburg feierte Fräulein von Skopnik, die Schwester des vor einigen Jahren verstorbenen Oberstleutnants von Skopnik und Tante des nach Wien übergefiedelten Prosesfors dcr Pharmakologie Hans Meyer, in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 9 0. Geburtstag. Die Militärkapelle brachte ihr ein Morgen- ständchen. — Die, Leiche des seit dem 26. 9iob. * üerniißien Landwirts Gg. Stöcker aus Schweinsberg wurde in der Ohm gesunden. Ter Mann hatte sich im trügerischen Ohmtal verirrt und war schließlick) ins Wasser geraten. — Bei Gau^ algesheim stieß gestern abend gegen 8 Uhr ein G ü t e r z u g auf eine Rangierabteilung. Vom Personal wurde niemand verletzt, hingegen ist der Materialschaden bedeutend. Der Unfall verursachte, da der Betrieb nur eingleisig ist, eine größere Verkehrsstörung. GerLchtssaaL. fc. Frankfurt a. DL, 30. Jan. Ter beim hiesigen Amtsgericht gebildete I u g e u d g e r l ch t s h 0 f —- der erste ui Deutschland — hielt heule seine erste Sitzung ab. Zur Verhandlung landen 8 Falle. Vorsitzender des Jugendgerichls ist der Vor- muubfchaflsrickuer Ämtsgerichtsrat Dr. Almenröder. Der Sitzung wohnien Oberlandesgerichtsprasident Exzellenz Tr. Hagens, Tbcrflaatsanwalt Tr. Hupertz, Landgerichlspräsidcnt Tr. Colnol, Erster Staatsanwalt v. Reeden, Stadlrat Flesch und andere Personen bei, bie sich für bie Neucinrichlung interessieren. Vor Beginn der Verhandlung hielt Oberlandesgerichtspräsident Dr. Hagens eine Ansprache an den Gerichtshof. Er wies auf die Absonderung der jugendlichen Angeklagten von der übrigen Verbrecherwelt hin und betonte, daß mit besonderer Sorgfalt die Frage, ob der Angeklagte die erforderliche Einsicht bei Begehung der Straftat gehabt hat, zii prüfen ist. Namentlich soll auch nach den Beweggründen z>ir Tat geforscht werden, wobei die Umgebung, die Verhältnisse un Etternhause usw. zu erörtern sind. Daß das Gericht die F ü r s 0 r g e für die jugendlichen Angeklagten ins Auge fassen soll, gehe schon aus der Verbindung des Jugendgerichts mit dem Vormundschaftsgericht hervor. Es gelte, junge L'cute, die noch verbesserungsfähig sind, vor dem Htnabgleiten auf der Bahn des Verbrechens ztt bewahren. Nach dieser Ansprache begann die Verhandliing. Ter Saal des Jugendgerichts unterscheidet fiel) von anderen Gerichtssälen dadurch, daß er „traulicher" eingerichtet ist. Tapezierte Wände, ein Kauerbild, eine Uhr und Vorhänge an beit Fenstern geben dem Zimmer einen freundlichen Anstrich. Vor allem fehlt es an der Armensünderbank. Die An- gcflagten nehmen auf Stühlen vor dem Richtertische Platz. ff Marburg, 30. Jan. Tas Schöffengericht verurteilte heute den verantwortlichen Redakteur Gustav Wunsch m a n 11 von der „Hess. Landesztg." wegen Beleidigung durch bie Presse zu 1 W 0 ch e Gefängnis. Tie Beleidigung wurde erblickt m einer gegen die „Oberhess. Ztg." gerichteten Brieikastennoliz, m der von Denunziation, Verleumdung und Fälschung die Rede war. Anfang Dezember hatte hier eine Volksversammlung stattgefunden, in der Protessor Schücking und Dr. Brenscheid Ansprachen hielten itnd u. a. auch bie Polenvortage in Erwähnung brachten. Als die „Oberhessische Zeitung" die Ansichten kritisierte, folgte die beleidigende Notiz in der „Landeszeitung". Dl a g d e b u r g , 30. Jan. Das Kriegsgericht verurteilte einen Sanrtätsfergeanten aus Halberstadt wegen unzüchtiger Handltingen, die er in neun Fällen an Kraulen des Garnison- lazareites vorgenounnen hatte, zu P/4 Jahren Gefängnis, 4 Jahren Ehrverliist und Ausstoßung aus dem Heere. Breslau, 31. Jan. Tie einstige Wie ner Sängerin Wanda Bl au st ein, die durch ihre in Wien geschlossene Ehe mit dem Grafen Ehamare die Anwartschaft auf dessen. Vermögen erhielt, ist jetzt in ihren Hoffnungen bitter getäuscht worden. Bald nach der Trauung starb der Graf Chamare und seine junge Frau erbte das von ihm hinterlassene, mehrere Millionen betragende Vermögen. Damit waren aber die Geschwister des Grasen nicht einverstanden und strengten einen Prozeß um die Millionen-Erbschast an. Ta mehrere ärztliche Sachverständige erklärten, Graf Chamare habe sich bei der Trauung in einem Zustande geistiger Störung befunden, der die freie Willensbestimmung ausschloß, hat das Breslauer Obcrlandes- gcricht die Erbschaft den Klägern zugesprochen. Gegen dieses Urteil legte die Gräsin Chamare Revision ein, die jedoch geftcrn vom Reichsgericht verworfen wurde. Hande!. — •• 91 e u e R e i ch s b a n k ste l l e. Am 17. Februar d. Js. wird in Wilmersdorf bei Berlin eine von der Reichsbankstelle in Eharloltenburg abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kassen- einrichlung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Märkte. Gießen, 30. Jan. Vieh markt. Bei dem am 28. und 29. Januar abgehaltenen Markte waren aufgetrieben 955 Stück Rindvieh rind 166 Schweine. — Der nächste Markt findet am 11. rind 12. Februar statt. Gießener Wetterdienst. Vorairsfichtliche Witterung für Hegen am Samstag den I. Februar 1908: Dleift trüb. Geringer Schnee. Temperatur wie heule. Nur in höhereir Lagen Frost. Westliche Winde. Orrgittal-Drahtttreldungew. Mannheim, 31. Jan. Vom Oberrhein wird starkes Fallen gemeldet. Bei Höningen ist der Wasser- stand um 40 und bei Kehl um 30 Ztm. zurückgegangen. Beim Mittel- und Unterrhein halt ba£ langsame Steigen noch an. Baben, 31. Jan. Im hiesigen Jnterimstheater fand gestern bie Uraufführung der Operette „Tu ran bot" von Neumcister statt, bie einen glänzenben Erfolg hatte. Der Komponist, ber selbst birigierte, würbe nach jedem Aktschluß wiederholt gerufen. Berlin, 31. Jan. Tie Neuwahlen zum preußischen Landtage sollen nach dem Borlvärts bereits im M ai oder Juni stattfinden. Budapest, 31. Jan. Auf der Promvntorer Schiffswerft sind färntlicfoe Arbeiter wegen Lohndifferenzen in ben Streik getreten. R 0 m, 31. Jan. §-as neue Panzerschiff Victor Emanuel, das gestern feine erste Probefahrt im Kriegshafen von ^pezzia unternahm, mußte zurück kehren, weil die Dampfleitung sich als völlig unbrauchbar erwies und ausgewechselt werden muß. Brüssel, 31. Jan. Ein Pariser Schnellzug ist bei Quevy.Aulnois mit einer Rangicrmaschine jufammen- gestoßen, wobei sechs Personen verletzt wurden, darunter vier schiver. Ncwyork, 31. Jan. Präsident Roosevelt bereitet eine neue Botschaft an den Kongreß vor, in der ec bie Trusts heftig angreift unb sie Spekulationen in Aktien beschuldigt. 'Äch ■n 9emQchtVne ne !»or- V it |!nt . »^«1$ dxä ;r 9 feierte 'SP M W cine grvbcie 9sit, iMeiizLr. Hagens, °"de»l Tr. Goh.ot 0 und andere Per. -reilieren. 'j}or «e. ncdlspräsidenl Tr. '- ^r ynes au! die l der übrigen Ber- »derer Sorgfalt die »hcfjt bei Äegehung ">ch ioll auch nach wobei die Uni- ZU erörtern sind, »dlichen Angeklagten möung des Jugend- or- .Es gelte, junge !m Hinabgleilen aus ch dieser Ansprache gcndgenchts unter- daß er »traulicher^ bild, eine Uhr und r einen treundlichen '.»derbank. Tie An- rtiiche Platz, uigericht verurteilte v Äunschmann dlirch die Presse zu 1 wurde erblickt in cieikastennotiz, m du mfl die Rede war. uiiiing slatlgeiunden, ) Änjviacheii hielten ning braitytii. Aks steile, fv/g/e die de- vemrfiüte eine, jen unzüchtiger inten des (Saniijon- hiesigen Amts- /^'"Teulsch. ^ur Verhandlung ld)!5 >11 der Aar. uenröder. Ter en iSeiängnis, i Heere. : nei Sängerin i Lien geichlossene oartschast aus dessen ngen bitter getäuscht Qjiflj Chamarc und Erlassene, mehrere naren aber die ck- und strengten einen 7a mehrere Etliche . jich bei der Trauung niöcn, der die fleie flauer Lberlandes- * d>2 ion ein, W i wurde. ___ ä“ «* ijjnel werde». »n^keS A f*oin ttfSi bej^^-ss ungev. * >S S lan9ian,e 9^1 ai^1' s&s irde 1 «reuB,*1 * -.V» LZS-" 11 * i»-L inuldc»' । [ gio^in a£tu. ui •»' ’ruUti«”'" <■ W ’i i MM w W 686 Lind, Bürgermeister. 14 43 Für die Stadtkasse Gietzeu wird ein Stämme Fichtenschnittholz, von 30—44 cm mittl. Dchm. 20 und bis zu 23 m Länge mit 38,82 Fm. 128 315 a. Schnittholz 93 Bauholz Stämme von HoLzverftergerung Die Angebote sind pro Fm. sowie getrennt bei 685 647 445 2 23 47 15 15 cm // von u Stämme u Grün berg, 9)1 e r (a u, den 28. Januar 1908. Großh. Oberförsterei Rieder-Ohmen Schneider. Großh. Bürgermeisterei Merlau Ätagel. menten und Klassen, verschlossen mit der 'Aufschrift „Holz- submissiion" bis spätestens Freitag, den 7. Februar l. Fs., nachmittags 2 Uhr, bei uns emzureichen, woselbst alsdann die Eröffnung der 'Angebote in Gegenwart der etwa ec- schienenen Bieter erfolgt. gezeigt. Hattenrod, den 29. Januar 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Hatteurod. Roch. Langd am 28. Januar 1908. Großberzogliche Bürgermeisterei. Ai e y e r. Eichen-Stammholz-Submission. Aus den Waldungen der Gemeinde Londorf soll nach- verzeichnetes Eichen-Stammholz auf dem Submissionswege vergeben werden: Jagdverpachtung. Mittwoch, den 12. Februar l. Fs., nachmittags l1/? Uhr, soll auf der Geschäftsstube der Großh. Bürgermeisterei zu 9)lerlau die dem Großh. Haus-Familien- Eigentum und der Gemeinde 9)lerlau zustehende, im Ganzen 417 ha umfassende „Feldjagd" in der Gemarkung Merlau in 2 Jagdbezirken auf iveilere 6 Jahre verpachtet werden. Die Bahnstation Mücke liegt innerhalb des Jagdgebiets. 3 17 19 1 über 60 50—59 40—49 30—39 b. 50-59 40—49 30—39 25—29 20-25 Eichen-Stämme von 3—7 m Länge, 41—79 mittlerer Durchmesser — 14,41 Fm. Eichen-Stämme von 5 —11 m Länge, 17—38 mittlerer Durchmesser = 12,26 Fm. Fichten-Derbslangen — 62,44 Fm. Fichten-Reisslangen — 5,55 Fm. Die Zusammenkunft ist jedesmal oberhalb Fünfhausen. Beuern, den 29. Januar 1908. 695 Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. Die Gebote sind getrennt nach Sortiment und der Kaufpreis ist pro Fm. anzugeben. Bcnierkt wird, daß von jedem Sortiment der Höchstbietende als Käufer heraus gezogen wird und eine Zusammenrechnung nicht stattfindet. Die Gebote sind schriftlich und verschloßen mit paffender Aufschrift zu versehen bis zum Mittwoch, den 5. Februar 1908, mittags 1?/, Uhr, auf Grobherzoglicher Bürgermelstercr Hattenrod einzureichen. Die Eröffnung findet an demselben Tage Nachmittags 2 Uhr in hiesigem Rathaus statt, wozu die Interessenten eingc- ladcn find. Das Holz wird auf Verlangen der Kaufliebhaber vordem Termine vom Förster Albach dahier im Walde vor- Berichtigung. Der Flächengehalt des Waldes war in der ersten Bekanntmachung irrtümlicher Weise mit 350,93 Hektar angegeben, beträgt tatsächlich nur 229,46 Hektar. Gonterskirchen, den 30. Januar 1908. Jagdverpachtrmg. Freitag, den 7. Februar d. Fs., nachmittags 21/, Uhr, wird die hiesige Gemeindejagd, zirka 393 ha Feld und zirka 50 ha Wald, im Gemcindesaal dahier, auf weitere 6 Jahre verpachtet. Borsdorf ist Station der Oberhessischen Bahn und grenzt das Jagdgebiet auch an die Station Geiß-Ridda, der Nidda-Friedberger Bahn, Borsdorf, den 27. Januar 1908. Großh. Bürgermeisterei Borsdorf JagdVerpachtuug. Freitag, den 7. Februar d. F., nachmittags 1 Uhr soll im hiesigen Rathaus die der Gemeinde Langd zustehende Feld- und Waldjagd, bestehend in zwei Bezirken auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Das Jagdgebiet ist von der Bahnstation Trais-Horloff in 10 Almuten, von der Bahnstation Hungen in 15 Minuten zu erreichen. HoLzversteigerrmg. Im Beuerncr Wald kommt folgendes Hotz zur Versteigerung : 1. Dienstag den 4. Februar t. Fs., von vormitt. 9 Uhr an, im Distrikt Kleetriich und Appelspeck: Holzsubmisfion. Nachstehendes Holz aus den Waldungen der Gemeinde Geilshausen soll, auf dem Submissionswege vergeben werden: [683 ca. 30 Fichtenstämmc von 30 bis mehr cm mittl. Durchm. mit 53,57 Fstm. ca. 59 Fichtenstämme von 25—29 cm mittl. Durchm. mit 68,11 Fstm. ca. 246 Fichtenstämme von 12—24 cm mittl. Durchm. mit 121,53 Fstm. ca 24 Kiefernstämme von 25 bis mehr cm mittl. Durchm. mit 17,17 Fstm. ca. 523 Kiefernstämme von 12—24 cm mittl. Durchm. mit 157,72 Fstm. Es können Angebote auf das gesamte Holz als auch auf einzelne Holzarten gemacht werden. Das Holz ist gefällt und wird auf Verlangen durch Forstwart Wallenfels dahier vorgezeigt. Angebote smd verschlossen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens den 6. Februar l. Js. nachm. 2 Uhr auf hiesiger Bürgermeisterei einzurcichen, wo alsdann die Eröffnung derselben stattfindet. Geilshausen, den 29. Januar 1908. Großh. Bürgermeisterei Gellshausen Bau- und Nutzholz-Verkauf auf Submission aus den Waldungen der Gemeinde Hattenrod Am 6. Februar 1908, vormitt. 10 Uhr, soll bei der unter- zeichneten Vermattung die Lieferung von Faverrce, Glas- und Frdcng^chrrr, von etwa 100 cbm Hol;, 16(MO kg- Petroleum, 100--kff 30 kg io einer Seife, 100 kg Schmiericife, 30 kg wewer Mandelwnc, und die Anfuhr von Stctnkoblcn für das Rechnungsjahr 1908 vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können bei der unterzeichneten Stelle emgeiehen oder gegen Zahlung der Selbstkosten von 40 Pfa. Dort da bezogen werden. d P'.'A______________________Garnifonverlvaltuug Gießen. vormittags 9 Uhr an, in den Distrikten Heegwald, Langenbruch :c. Januar 1908. Der Bürgermeister. Braun. 2,26 Fm. 21,65 , 37,78 , 9,26 , 7,09 , nach Sorti- gesucht, der im Gemeindcrechnungswcseu durchaus erfahren sein MUh. ]j8u/ ... Bewerber wollen ihre Gesuche unter Beifügung von Zeug- nuien über seitherige Beschäftigung und mit Angabe der Gehalts- ainnruche bis zum 20. Februar d. an mich gelangen lassen (Sieben, den 29. Januar 1908. . __________Doepser, Stadtrechner. der Gemeinde Wißmar. Donnerstag den 6. Februar, vormittags von 9'/- Uhr ab, kommen bet Wirt W. Brück zum Berkaus: Distrikt 31 Büchmald: Archen: 20 Rm. Nutzrollen, 2 und 4 in lang, 17 Nm. Schett und Koppel, M Nm. Reiser. Buche«: 772 Rm. Scheit und Knüppel, l-0.> Jim. Reiser. Nadelholz: 32 Stämme *= 6,89 Fm., 16 Rm. Kttuppel, a7 Rm. — Bon etwa 1 Uhr ab aus Distrikt 8a und 9a Reitzennetnerwald und 11 b Kenneloheck: (5icheu: 16 Rm. Scheit unö stnuypel, 5 Rm. Reiser. Buchen: 3 Rm. Felgetiholz, 353 Rm. So-cit und Knüppel, 27 Jim. Stöcke, 627 Rm. Reiser. Krofdorf, den 30. Januar 1908. mittl. Durchm. mit » lf V u W w cm mittl. Durchm. mit 3,79 Fm^ „ , , , 14,78 „ „ , , , 14,35 „ • u , ■ —60 „ Stämme Fichtenbauholz, bis zu 29 cm mittl. Dchm. und bis zu 21 m Länge = 63,83 Fm. Stämme Kiefern Bau- und Nutzholz, bis zu 38 cm mittl. Dchm. und bis zu 18 m Länge ----- 140,98 Fm. hierunter circa 10—12 Fm. Schnittholz Stück Kiefern Grubenholz, bis zu 12 m Länge = 17,11 Fm. Die Bedingungen sind die gewöhnlichen und können uns eingesehen werden. Londorf, den 29. Januar 1908. Bso, Großherzogliche Bürgermeisterei Londorf. A um an n. KkklmiilmaHimg. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuchs und Berggrundbuchs für die Gemarkung Lang-Göns beginnt die Anmeldungsfrist am 10. Februar 1908 und endigt am 9. Mai 1908. — Die Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten während der Anmeldungsfrist zu geschehen hat, können auf der Amtsstube des Großh. Ortsgerichtsvorstehers zu Lang-Göns und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden. Gießen, den 29. Januar 1908. ______________Großherzogliches Amtsgericht.______________ Bttmmtmaamng- 3n der Zeit vom 18. Januar bis 25. Januar 1908 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Anzahl Jnvalidenmarken, 1 Kiitderumhang, 1 Dreieck aus Blech, 1 Pvrtenwnnaie mit Inhalt und 1 Pferdedecke; verloren: 1 doppelte Korallenkette mit goldenem Schloß, 1 schwarzer Ledergürtel mit silberner Schnalle, 1 seidener Damenschirm gez. P. S., 1 Opernglas, 1 goldene Brosche, rundum mir Steinen besetzt, und Papiere für Sparkassen-Einlagcn. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegen st ände kann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vor- m 111 a g s und 4 b i s 5 U hr n a ch m i t t a g s bei unterzeichneter Behörde, Zimmer 9ir. 1 erfolgen. Gießen, den 25. Januar 1908. t Maximilian S epp, Dienstmann Nr. 14, scheidet wegen anhaltender Krankheit aus dem Institut der Tienstmänner aus und hat die Aushändigung ter von ihm hinterlegten Tiensd- kautwn beantragt. Diejenigen, welche Ansprüche an diese Kaution aus ter Etgenichast des Lepp als Dienstmann erheben zu können glauben, fordern wir hiermit auf, solche bei Meidung des Ausschlusses binnen acht Tagen bei uns vorzubringen. Gteßen, den 18. Januar 1908. Großherzoguclns ^o^zeiamt Gießen. Rein har t 169 Rm. Buchen-Scheit 35 Rm. Fichtcn-Knüppel 14 0 Eichen-Scheit 294 0 Bnchcn-Rciscr 4 „ Erlen-Rundscheit 120 u Eichen-Reiser 4 „ Fichten-Scheit 9 w Eclen-Reiser 208 „ Buchen-Knüppel 69 u Buchen-Stock 79 „ Eichen-Knüppel 115 u Eichen-Stock 13 „ Erlen-Ünüppel 18 u Fichten-Stock. 2. Donnerstag den 6. Februar l. Js., von Kaufhaus Grosse Gelegenheitskäufe — Günstigste Einkaufs-Belegenheit für Braut-Ausstattungen in Lemenwaren, Bamnwollwaren, Weisswaren, Wäsche und Ausstattung -Artikeln zu aussergewöhnlich billigen Preisen. a#/i MM» Woche Ganz aussei gewöhnlich billiges Angebot I tal! 1 1 Pfg. 95 95 Pfg. 3 1 ßteiliges Kaffeeservice 95 Pfg. Pfg. 95 1 1 1 95 Pfg. Pfg. 95 95 Pfg. 95 Pfg. 1 Pfg. 95 1 1 95 Pfg. 1 95 Pfg. 9 1 95 Pfg. 95 Pfg. 95 Pfg. 1 95 Pfff. 95 Pfg. 1 95 Pfg. halter . 95 Pfg. 95 Pfg. 6 95 Pfg. 95 Pfg. 1 1 hämmer . . 95 Pfg. 95 Pfg. 95 Pfg. 1 1 95 Pfg. Pfg. 95 1 95 Pfg. 1 schönes Bierservice . 95 Pfg. Während dieser Woche werden auf alle ihriges Artikel doppelte Rahatt-Marken ausgegeben - Warenhaus A. Goldschmidt Schulstrasse 6 Griessen Schulstrasse 6 Woche Mur diese Woche 95 Fig.-Tage Sie werden springen Ml a im Vereinshause. V u c. 83 in Beriin C., Brcit-str. 5. . m Lienen Drcic-sci ! i — Telegr.-Adr.; Glückiir.Uiier. I fhi [hv”/i] Sdiurz- narke. o 6 © E 3 10 20 40 WO 200 600 3000 9000 Haussegon, 2 Wandbilder, 1 Lampenschirm und 1 Möbelklopfer . * e ä ä ä ä S 6 sr 8 u 1 Messerkorb, 6 Löffel und 1 Fleischklopfer 95 Pfg. 5 1 Herren-Mütze, 1 Kragen, 1 Selbst- Binder, 1 Taschentuch und 1 Taschenspiegel 95 Pfg. 1 Seifenschale, 1 Trichter, 1 Teeei, 1 Blechteller, 1 Kaffeelot, 1 Streuer, 1 Kuchenform, 1 Kaffeesieb, 1 Wender, 1 Spar- schäleru. 1 Topf deckel 95 Pfff. ,S<8 > c K =3 A V *0 5 0, ■ 4 1 Spirituskocher, 1 Kaffeesieb, 1 Kaffee- und Zuckerdose . . 95 Pfg. 5000 ----- 15900 2000 — 20000 1000 = 20 000 500 = 20000 200 — 20000 100 = 20000 50 — 30 000 30 = 90000 10 — 90 000 a £ schöner Spitzen- Kragen und 1 Brosche Rest Gardinenstoff, 140 ca. 2 Meter und 2 Gardinenhalter . . schwarzer Federboa u. 1 Paar schöne Damenstrümpfe grosse Hausschürze u. 1 Paar Winter-Handschuhe Bieber-Bettuch und 1 Herren-Cachenez . schöner Bieber-Unterrock wollene Damen-Unter- hose O u 1 schöne Spitzenbarbe, 1 seidener Gürtel und 1 Paar Handschuhe 95 Pfg. 1 Handtuchhalter und 1 Ueberhandtuch . . 95 Pfg. 1 Paar Socken, 1 Paar Knaben - Hosenträger und 1 Turner - Gürtel 95 Pfg. 400 Briefumschläge, 1 Mappe Briefpapier 95 Pfg. 1 Haargarnitur, IFrisier- und 1 Staubkamm . 95 Pfg. seidener Pompadour u. 1 Paar Handschuhe . 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