Nr. 100 Zweites Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 20. iklpril 1908 Erlcheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Stetzener Kamtliendlütter- werden dem ,2lnytger' viermal wöchentlich betgelegl, daS „Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger Seneral-Anzeiger für OberheW Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen Unwersitäts - Buch- und Stetndruckerei. R. Lange. Gießen. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition tmb Verlag: e^6L Redaktion: 12. Tel.-Adr.-.AnzeigerGießen. •= ------- —-------------------- Monarchenbesuche. Nach den Besuck^n, die das englische Königspaar den Höfen von Kopenhagen und Stockholm abgestattet hat, ist König Eduard mit seiner Gemahlin jetzt in Christiania eingetroffen, um dort auch seinem Schwiegersöhne, dem König Hakon von Norwegen, seinen offiziellen Besuch zu machen. Lei der Galatafel, die gestern m Christiania zu Ehren des rnglischen Königspaares stattfand, brachte König Hakon einen Trinkspruch aus, indem er zum Schlüsse sagte: Im rollen Vertrauen auf den friedlichen Geist, der England und Norwegen beseelt, erkläre ich es als meine Ueberzeugung, daß die warmen Gefühle der Freundschaft zwischen beiden Ländern ununterbrochen fortgesetzt werden, und mit dieser glücklichen Ueberzeugung trinke ich auf das Wohl Ihrer Majestäten des Königs und der Königin und des britischen Volkes. — In seiner Erwiderung dankte König Eduard für den freundlichen Empfang und drückte die Hoffnung aus, daß Norwegen stets der Friede erhalten werden möge. — Auch dem russischen Hofe wird König Euduard in diesem Jahre einen Besuch abstatten. Der Besuch des englischen Königs in Petersburg wird voraussichtlich im August erfolgen. Die Verhandlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen. E§ wird für wahrscheinlich gehalten, daß der Besuch einen privaten Charakter : tragen wird, da König Eduard Feierlichkeiten nach Möglich- 'eit aus dem Wege zu gehen wünscht. — Der König von Schweden trifft am Donnerstag auf der Nhede von Reval ein. Zu seinem Empfang reiste der Bruder des Zaren, Großfürst Michael Alexandrowitsch, und der schwedische Gesandte in Petersburg dorthin ab. Am Sonntag nachmittag * 3 Uhr findet in der Schloßkirche zu Zarskoje Selo die Hoch- - zeit de§ Prinzen Wilhelm von Schweden nut der Großfürstin Maria Pawlowna statt. Deutsches Reich. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie Prinz August *- Wilhelm werden nach den bisherigen Dispositionen am 8. Mai nachmittags y»3 Uhr in Donaueschingen eintreffen. Der Sonderzug wird dort geteilt, und ungefähr nach einer Stunde werden E iie Kaiserin und Prinz August Wilhelm die Weiterreise nach Karlsruhe antreten, während der Kaiser bis zum 12. Mai im ?-■ fürstlichen Schlosse Aufenthalt nehmen wird. Besuch des Königs von Schweden. Wie der „Lok.- Änz." erfährt, trifft König Gustav von Schweden zur Abstattung seines Anttittsbesuches am Berliner Hofe am 31. Mai im Berliner Schlosse ein und wohnt auf Eiriladung des Kaisers der Jam 1. Juni stattfindenden Parade bei. Der jüngste Sohu des Herzogs von Cumberland, Prinz Ernst August, der jetzt von. einer Aegyptenreise zurück- kehrt, wird, wie das „Berl. Tagebl." wissen will, im kommenden herbst in die deutsche Armee eintreten und wahrscheinlich irr Baden oder Sachsen Dienst tun. Prinz Ernst August wurde am 17. November 1887 geboren. I M a t r ikul a rb eitr ä g e für 1908. Dem Reichstage ist eine Berechnung der nach dem ReichshaushaltSetat für 1908 Deckung der Gesamtausgabe des ordentlichen Etats aufzu- . bringenden Matrikular beiträge zugegangen. Danach sind litagefanu für 1908 erforderlich 318136 025 Mk., im Etat für 1907 sind angesetzt 290 598 225 Mk., mithin sind für 1908 ntü)r aufzubringen: 27 537 800 Mk. Die außerordentliche General Vers am mlung ? des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Bauge- l rotrbc hat nach längerer Debatte dem Schiedsspruch der drei Un- tarteiischen z u g e st i m m t. Vor der Fällung des Schiedsspruchs in ar in 57 deuychen Plätzen bereits eine Einigung erzielt worden, mährend in einer ganzen Anzahl von Städten noch Differenzen oeitanben. In Berncastel wurde gestern eine außerordentliche Ge- acralversammlnng des Weinhändler-Vereius der Mittelmosel abgehalten: sie nahm eine größere Anzahl Abänderungsanträge 6U der neuen Weingesetznovelle an. Im Münchener Hardenprozeß hat nunmehr auch der Kläger Harden Berufung eingelegt. Ausland. Ein deutsche s We i ßb uch ü b e r M.a ro kko. DerBer- lster Korrespondent des Tems berichtet, daß in 8 bis 10 Tagen (in deutsches Weißbuch über Marokko erscheinen werde. Dieses Peißbuch werde bis auf 1906 zurückgehen und sich mit den verschiedenen Angelegenheiten beschäftigen, die sich seit dieser Zeit 'n Marokko zugetragen haben. Die Dokumente des Weißbuches lotcbeit nicht nach ihrem Datum, sondern gruppenweise zusammen- Mellt werden, je nachdem sie die eine oben andere Frage behandeln: Irredentisten. Wie aus Trient gemeldet wird, untere nohnwn mehrere hundert italienische Irredentisten eilten Aus- !lug in das deutsche Sprachgebiet und zwar nach der Ortschaft Elchholz. Si/insultierten die dorttgen deutschen Ein- >«hner auf das gröblichste und nur dem energischen Einschreiteil ■r Gendarmen ist es zu danken, daß cs nicht zu blutigen Zu- iaMmenstößen zwischen den dortigen Deutschen und den Italienern seimnmen ist Fürst Bülow, der zurzeit in 23c n ebig weilt, hat dort ceftern die Besuche des italienischen Ministerpräsidenten Gio- sttti und des ehemaligen Berliner Botschafters Lanza emp- laatgen. Tie Lage an der persischen Grenze. Daily Mail lnichter aus Petersburg, daß dort ernste Nachrichten von Urmia emgetroffen sind. In der Nähe der russischen Grenze plündert sine Ballde von 2000 Kurden die Dörfer. Die Einwohner ünb von den Räubern zil Hunderten niedergeschlagen morden. _____________________ Ans Stadt und Land. Gießen, 29. April 1908. Fürsorgekasse für Landgemcirrde-Beamte. In den Kreisen der hessischen Gemeindebeamten : ^ht man mit großem Interesse der Beratung des Gesetz- ^twurfs über die Für sorg e k a sse für die Beamten der Landgemeinden und weiteren Kommurialverbände entgegen, >t1ien Verabschiedung bestimmt noch in der voraussichtlich O^nde Mai zum Abschluß kommenden ftammertagung erfolgen iyoÜ. Das Gesetz soll alsdann am 1. Oktober 1908 in Kraft beten. Wie schon früher angedeutet, ist der Gesetzentwurf im Finanzausschuß der Zweiten Kammer in seinen Grun-dzügen fertig gestellt worden; er hat durch die Ausschußberatungen eine sehr wesentliche Umgestaltung zu Gunsten der zu versichernden Landgkmeindebeamtcn erhalten und wird in dieser neuen Gestalt von den Interessenten gewiß mit großer Befriedigung begrüßt werden. Besonders hat der Ausschuß dafür gesorgt, daß die Kassenmitglieder, die zur Zelt bereits der Reichsinvalidenversicherung angehören und für sie nach ungefährer Schätzung schon mindestens 120 000 Mk. Versicherungsbeiträge gezahlt haben, ihrer Ansprüche an die ReichSversiche- rung nicht verlustig gehen. Die neu zu gründende hessische Fürsorgekasse wird vielmehr die Versicherungen für die Beamten fortsetzen und auch den Geschäftsverkehr für sie mit der Invalidenversicherung, rote z. B. das Markenkleben etc. übernehmen. Diese Mitglieder roerben nach Errichtung der Fürsorgekaffe die für sie festzusetzenden Versicherungsbeiträge zu zahlen haben, wofür sie aber im Falle ihrer Pensionierung nicht nur die Jnvalidenpension, sondern auch die Differenz zwischen dieser und der voraussichtlich höheren Pen- sionSsätze der Fürsorgekasse erhalten. Der Ruhegehalt der Landgemeinde-Beamten soll bekanntlich bei 10 Dienstjahren 40 Proz. des Diensteinkommens betragen, vom 11. bis 20. Dienstjahre um je V/g Proz. und vom 21.—40. Dienstjahr um je 1 Proz. steigen und somit im 40. Dienstjahr den Höchstbetrag mit 75 Proz. des Diensteinkommens erreichen. Nach dem Gesetzentwurf sollten zuerst die Strafanteile unter 30 Mk. für die moderen Beamten in Wegfall kommen. Der Finanzausschuß hat aber beschloßen und die Regierung hat sich damit einverstanden erklärt, daß auch die Strafanteile von weniger als 30 Mk. jährlich den Beamten weiter gezahlt werden. Die Staatskasse zahlt einen festen jährlichen Zuschuß von 40 000t Mk. Dieser Zuschuß soll allmählich dadurch getilgt werden, daß die mit dem Tode eines Stelleninhabers in Wegfall kommenden Strafgelder der StaatSkaffo zugeführt werden. Hierzu hat nun der Ausschuß die weitere Bestimmung getroffen, daß, sobald daS von der Staatskasse hergegebene Kapital wieder zurückgezahlt worden ist, auch diese Strafgelder sämtlich der Fürsorgekasse zufließcn sollen. Durch alle diese und noch verschiedene weitere Bestimmungen hat der Gesetzentwiirf, gegen den sich zuerst unter den Interessenten eine starke Opposition bemerkbar machte, zweifellos eine erhebliche Verbesserung erfahren. • • ®er Kaiser in Gießen. Eine Anzahl auswärtiger Blätter weiß zu melden, daß der Kaiser an den ersten Tagen des Mai hier eintreffen werde. Wir können mitteilen, daß diese Nachricht unzutreffend ist. Der für Gießen in Aussicht genommene Kaiserbesuch wird nicht vor Mitte Mai und jedenfalls zwischen den 16. und 18. Mai stattftndcn. • * Militärisches. Die zu besouderer Ausbildung seit 1. d. Mts. zu einem Kursus auf den Truppenübungsplatz Darmstadt einberufenen Offiziere des Be urlaubten- standes wurden gestern wieder entlassen. Der mit der Leitung des Kursus beauftragte Oberstleutnant v. Lmdequist vom Stab des Kaiser Wilhelm Jnf.-Regls. Nr. 116, sowie die als Lehrer berufenen Offiziere treten zu ihren Truppenteilen zurück. Ebenso trifft Großherzogs Leibkompaguie unter Führung des Hauptmanns Frhr. Röder v. Diersburg wieder in Darmstadt ein und die andere Uebungskompagnie vom Jnf.-Regt. Nr. 166 kehrt mit der Eisenbahn nach Hanau zurück. Auch die Reserveoffiziers-Aspiranten, die eine 8 Wochen dauernde Hebung zu leisten hatten, wurden gestern entlassen. Die in unserem Regiment dienenden Reserve-Unteroffiziere wurden sämtlich befördert. Am 27. d. Mts. traf die I. Abteilung Feld-Art.-Rgts. Nr. 63 durch Fußmarsch aus Frankfurt im Lager bei Griesheim ein, um etwa drei Wochen lang auf dem Truppen-UebungSplatz das Batterie-Exerzieren vorzunehmen. '* Evang. Landessynode. Die Vorarbeiten für die nächste Tagung der Landessynode nehmen, wie die .Darmst. Ztg." hört, noch einige Zeit in Anspruch. Die Synode wird daher nicht schon am 19. Mai, sondern voraussichtlich erst 6 Wochen später zusammentreten. • * S chutzenoerein. Am Montag Abend hielt der Schützenoerein seine Frühjahrs Mitgliederversammlung ab, in der der Oberschützenmeister Stadtv. Brück den Jahresbericht erstattete. Von den gefaßten Beschlüssen interessiert besonders einer die Oeffentlichkeit, weil durch ihn die Abhaltung eines größeren Schützenfestes in Gießen für diesen Sommer gesichert erscheint. Es sind in diesem Sommer 30 Jahre, daß der Schützenoerein besteht und daß — ein gewiß seltener Fall — der derzeitige Oberschützenmeister Brück 25 Jahre dem Vorstande des Vereins als Mitglied angehört. Aus diesem Anlaß soll m den Tagen des 1., 2. und 3. August ein Jubiläums-Schützenfest, verbunden mit Volksfest, abgehalten werden. Die Festfolge, die einen großen Kommers, Frühschoppen und Festbankett zeitigen wird, ist noch nicht sestgestellt, vielmehr soll die Ausarbeitung des ganzen Festes einem großem Festausschuß überlassen bleiben, zu dem auch Mitglieder der befreundeten Gießener Vereine zugezogen werden sollen. Mit der Bildung der Fest-, Schieß-, Vergnügungs- und Presse-Ausschüsse wurde begonnen. Die Einladungen an die befreundeten Schützen vereine werden in Kürze hinausgehen. Bei der allgemeinen Beliebtheit, der sich der Schützenverein in der Bürgerschaft erfreut und bei der guten Erinnerung, in der die früheren Feste stehen, verspricht das Jubiläums-Schützensest eine würdige Veranstaltung unserer Vaterstadt zu werden. • * Hessische Vereinigung für Volkskunde. Die hessische Vereinigung für Volkskunde wird am 4. Mai ihre ordentliche VNtglied er-Versammlung in Groß-Umstadt abhalten. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß daS wichtige Unternehmen der Flurnamensammlung auf der Tagesordnung steht, und können in Ergänzung zu der in diesen Tagen an die Mitglieder versandten Einladung hinzufügen, daß über diesen Gegenstand außer dem Staats- archlvar Dr. Dieterich auch Hofrat Kofler, Darmstadt, sprechen wird, der die Flurnamen au5 den Grlindbüchern Hessens ausgezogcn hat. An die geschäftliche Sitzung schließt sich eine öffentliche Versaminlung an, zu der auch Nicht- mitglieder und Damen willkommen sind. In dieser Versammlung wird Professor Dr. Bader auS Darmstadt einen Vortrag halten über den Treppenwitz in der hessischen Geschichte, Beiträge zur Sagenkunde tm Gebiete des Großherzogtums. " Stenographie. Wie au5 dem Inseratenteil der heutigen Niimmer ersichtlich, beginnt der Stenographenverein Stolze-Schrey am 12. Mai einen Unterrichtskursus für Damen und Herren, auf den wir Hinweisen. ** Diebstahl. In verflossener Nacht wurden au5 dem Keller eines Hauses in der West-Anlage etwa 20 Flaschen Wein gestohlen. Es sind in letzter Zeit inehrere derartige Diebstähle vorgekommen, ohne daß eS bis jetzt gelungen wäre, den Täter feslzustellen. ♦* lieber Anpflanzungen von Bäumen und Buschwerk erließ das Großh. Kreisamt Friedberg an die Bürgermeistereien des Kreises folgende zeitgemäße Verfügung, die auch anderwärts Beachtung verdient: „Es kommt öfter uor, daß Bäume und Gebüsche aufGemeinde-Eigen- tum, in den Feldgemarkungen beseitigt werden, ohne daß ein Ersatz durch Neupslanzungen stattfindet. Ein solches 23er- fobren muß, wenn es längere Jahre wiederholt wird, die Landeskultur, die landschaftliche Schönheit der Gegend, insbesondere aber auch den Vogelschutz benachteiligen. Wir empfehlen Ihnen daher in allen Fällen, in denen Bäume, Hecken und Buschwerk auf Gemeindeeigenttim beseitigt werden, für alsbaldige Neuanpflanzung, soweit dies mit den landwirtschaftlichen Interessen sich irgendwie vereinigen läßt, Sorge zu tragen. Insbesondere erscheint es zweckmäßig, dastir zu sorgen, daß, falls bei Bachschauen die Entfernung von 23äumen und Büschen, weil solche in den Wasserlauf hineinraMU und ihm hinderlich find, erfolgen muß, alsbaldige Neuanpflanzung auf dem Ufer (wenn möglich in etwa 40 Zentimeter Entfernung vom Ufcrrani)) veranlaßt wird. Ferner empfiehlt es sich, überall da, wo an steilen Stellen hölzerne Schutzgeländer angebracht sind, möglichst auch Bäume und Weißdorn- ober Fichtenhecken an- zupflanzen. Auch wollen Sic hierauf hinwirken, daß Buschwerk und Hecken auf Privat-Geländc möglichst er- halten werden, wo nicht deren Entfernung int landwirtschaftlichen Interesse unbedingt criörderlich ist. Tem Auzünden und 21bbrennen von Hecken an Böschungen und Rainen ist namattlidx entgegen zu treten. Der Nutzen derartiger Einäscherungen ist meist ein ganz geringer, der Schaden für die Vogelwelt aber ein sehr großer. Diese verliert hierdurch eine hauptsächliche Zufluchtstätte. Es muß umsomehr derartigen Schäden entgegengewirkt werden, als die Gefahr vorliegt, daß die Sing- und Nutzvögel bei nicht genügender, schützender Fürsorge nach nnb nach aussterben." Bad-Nau hei m, 29. April. Heute feiert unser ältester Mitbürger Friedrich Schier nut feiner Gemahlin das Fest der Silbernen Hochzeit. Herr Schier, der im 9 7. Lebens» ja hre steht, feiert sein silbernes Jubiläum bereits in zweiter Ehe, und auch in seiner ersten konnte er Silberne .Hochzeit feiern. Trotz deS hohen Atters ist der Jubilar noch äußerst rüstig und erfreut sich der besten Gesundheit. --- Ober-Widdersheim, 29. April. Seit letzten Frei» tag wird der Förster Christian Eckel von hier vermißt. Er verließ ohne Angabe über sein Ziel seine Wohnung und wurde seit dieser Zeit nicht mehr gesehen. Sei seinem Weggang war er mit gelben Gamaschen, grauen Hosen, braunem Rock und hellgrauem Mantel und Hut bekleidet. Bad Salzhausen, 28. April. Für weitere Kreise dürfte es von Interesse sein, daß die Großh. Negierung die Preise für die Solbäder in der Badeanstalt denen des Jahres 1907 gegenüber wesentlich herabgesetzt hat. Die Therinalsolbäder im neuen Badehause kosten von Beginn der diesjährigen Kurzeit ab vormittags 1,20 Mk., nachmittags 0,90 Mk. anstatt 1,50 bezro. 1,20 Mk. im Vorjahre, während für ein Bad mit kalter Sole oder ein Süßroafferbad anstatt 1,00 Mk. nur noch 0,70 Mk. zu entrichten sind. Um auch weiterhin namentlich den Landbewohnern entgegenzukommen, sollen in den Monaten Juli und August im alten Badehause wieder Bäder zu den früheren Preisen, d. i. an Vormittagen 0,90 Mk. und an Nachmittagen 0,70 Mk., abgegeben werden. Nicht unwahrscheinlich ist eS ferner, daß auch an die weniger bemittelten Bewohner der Gegend Bäder zu ermäßigten Preisen verabfolgt werden und diesen somit auch die Möglichkeit geboten sein wird, für die Benutzung der Eisenbahn nach Salzhausen Fahrpreisermäßigung zu erlangen. Das Entgegenkommen der Regierung wird sicherlich dazu beitragen, die im Vorjahre zurückgegangene Bädcrzahl wieder auf die frühere Höhe gelangen zu laßen und hoffentlich eine Steigerung in der Bäderadgabe zur Folge haben. fc. Frankfurt a. M., 28. April. Gestern sind hier vier Selbstmorde verübt worden. Eine 50jährige Haushälterin vergiftete sich mit Salzsäure, ein tzljähriger Wäschereibesitzer erhängte sich und ein 28jähriger Bäcker und ein Unbekannter im Alter von 40—45 Jahren suchten den Tod im Wasser. — Gestern ging die Frühjahrsmesse zu Ende. Wenn man den Meßbudeninhabern glauben kann, war das Meßgcschäft so flau wie noch nie. Sogar die Por- zellanroarenhändler, die sonst immer noch auf ihre Kosten zu kommen pflegten, sind diesmal durchaus nicht beftiedigt, ebenso dis Händler mit irdenem Geschirr. h. Frankfurt a. M., 29. April. In einer gestern hier abgehaltenen Mitglieder-Versammlung des sozialdemokratischen Vereins wurden die Stadtverordneten Dr. Guard und Hüttmann als Landtags-Kandidaten ausgestellt. Sie waren beide auch in, Jahre 190b' Kandidaten der sozialdemokratischen Partei. im April. damit einverstanden bin. Mrssionsseminars (6 Jahreskurse) und in der Vertretung der Mission auf Festen und Konierenzen durck Berichte und Referate. Außer in den monatlich erscheinenden Berichten der Rhein. Mission ist Haußleiter literarisch nur wenig hervorqetreten. Genannt sei das Heft: „Zur Emgeborenenfrage in Deutsch-Südwestafrika" Auch hat er in der TageSpresse über'Missionsfragen zuweilen sich geäußert. Der frühere Ordinarius an der Berliner Universität, und Leiter des Museums für Naturkunde, der Zoologe Prof. Dr. Karl M ö b i u §, ist, 83 Jahre alt, gestorben. Geriehtssaal. Frankfurt a. M., 27. April. Die Strafkammer verurteilte den Parfümerie-Fabrikanten Werner in der Firma van der Hocven, der drei Banken durch falsche Kundentvechs el um 63000 Mk. betrogen hatte, zu zwei Jahren Ge- Frankfurt a. M., 28. April. Der Großhändler Wilhelm Schwarz hier wurde wegen wissentlicher N a h r u n g s m r t l e l - fälschung zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Er hatte Preßkopf verkauft, der 3,47 Prozent Mehl enthielt. L e i p z i g , 28. April. Das Reichsgericht hat den Termin über die von Maximilian Harden gegen das Urteil der Strafkammer des Landgerichts eingelegte Revision für den 22. Mai, vormittags 9 Uhr, festgesetzt. Die Revisions-Verhandlung finbet vor dem 2. Strafsenat des Reichsgerichts statt. Zu den Ausführungen des Hernr Garteninspektors Nehnelt mochte ich kurz erwidern, daß ich ganz damit einverstanden Bin. Mer den betreffenden Artikel der „Landpost" gelesen, wird die Ueberzeugung haben, daß mit dem Artikel in Nr. 92 des „Gieß. Anz." in keiner Weise die Ansicht vertreten werden soll, daß ein Beschneiden der Obstbäume überhaupt nicht ftattfinden dürfe. Derselbe richtete sich nur gegen das übermäßige, nie ruhende und rastende Beschneiden der Obstanlagen, das tatsächlich systematisch betrieben wird. Dies nur einstweilen, um irrigen Ansichten vorzubeugen. -b- Bäume so pflegen. „ Der mehrerwähnte Artrkelschreiber wird deshalb unter den Obsizüchtern auch keine Anhänger finden, denn von diesen wird keiner dessen Artikel ernst genommen, sondern als einen zeitgemäßen Scherz betrachtet haben, denn wir sind ja immer noch UniVerfttäLs-NaehrLcvtrn. Berlin, 28. April. Die Pariser Studenten, die eine Woche als Gäste der deutsch-französischen Gesellschaft m Berlin geweilt und ein umfangreiches Studien- und Vergnügungs-Programm erledigt hatten, sind heute mittag nach Hamburg gereist. Zum Studiendirektor der Mannheimer Handelshochschule wurde der Vorstand des statistischen Amtes der Stadt Mannheim und a. o. Professor für politische Oekonomie an der Universität Heidelberg Dr. Siegmund Schott berufen. Schott (geb. 1868 zu Leipzig) war von 1892—97 Hilfsarbeiter, später Negierungsassessor im Großh. Qldenburgischen Statistischen Bureau. 1897 wurde w Vorstand des statistischen Amtes der Stadt Mannheim. Die Ernennung des auf positiven Standpunkte stehenden Pastors Gottlob Haußleiter in Bärin en zum ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der Universität Halle a. S. ist nun vollzogen worden. Sein Lehriach ist prakt. Theologie und Missionswissenschaft. Haußleiter ist zurzeit erster Inspektor der Rheinischen Atissionsgeselljchait in Barmen. In dieser Stellung halle er besonders während des Herero-Aufstandes mit dem deutschen Kolonialamt, aber auch wegen der Missionsinteressen in Indonesien nut den holländischen Behörden im Haag zu verhandeln. Seine Hauptaufgabe bestand außer der Pflege der überseeischen Korrespoodenz in der Leitung des von 60 Zöglingen besuchten zalsche Behandlung der Gbstdmime. Zn dieser Frage erhalten wir noch folgende beiden Zuschriften, mit deren Abdruck wir die Erörterung schließen: Im „Gieß. Anz." erlaubt sich anscheinend ein Laie der Obstbaumzucht an der Pflege der Obstbäume, insbesondere an dein Baumschnitt Kritik zu üben. Ich schicke deshalb voraus, daß der Artikelschreiber ein Laie sein muß, denn von einem Fachmann kann man eine derartige Kritik unmöglich erwarten. Zunächst muß man sich die Frage vorlcgen, welche Obstbäume müssen beschnitten werden und warum? Ein Zurückschnciden wird nur an den jüngeren Bäumen, etwa bis zum 5. oder 6. Jahre nach dem Pflanzen, nicht, wie der Artikelschreiber annimmt, im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter, sondern nur einmal jährlich und zwar deshalb: 1. weil von Natur aus das Bestreben besteht, daß die obersten Neste der Baumkrone zu hoch emporschießen und dadurch zu schwach bleiben; , . . 2. um eine regelmäßige Kroncnverzweigung zu erhalten und das Kronengerüst so zu gestalten, daß verhindert wirb, später starke Aeste entfernen zu müssen; 3. dem Baume tunlichst eine pyramidale Form zu geben, um eine entsprechend widerstandsfähige Krone im Verhältnis zum Stamm zu erlangen, und das Aufbinden der Aeste bei schwer tragenden Bäumen zu ermöglichen. Sommerschnitt wird nur an neugepfropften Bäumen vorgenommen. „ t . Im weiteren behauptet der Artikelschreiber, daß durch den Baumschnitt Krebs verursacht wird, was eine haltlose Annahme ist, denn die Ursache der Krebskrankheit bei den Bäumen ist ebenso verschiedener Natur wie bei den Menschen. Jeder vernünftige Mensch wird also einsehen, daß ein solcher Schnitt an den Bäumen sowohl, als auch dem Besitzer Vorteile bringt, welches am besten die beurteilen können, die ihre Vermischtes. "Der Verein Berliner Journalisten besprach, wie man uns aus Berlin schreibt, in seiner letzten Monatsversammlung den in der vom Berliner Schriftstellerverband einberufenen zwanglosen Versammlung in Vorschlag gebrachten Mitarbeiterstreik der Rhein.-Wests. Ztg. und die Angriffe dieses Blattes gegen den Berliner Journalisten Schweder. Es wurde darauf folgende Resolution angenommen: „Der Verein Berliner Journalisten erklärt, davon überzeugt zu sein, daß der Kollege Schweder zu feinen Maßnahmen durchaus nur aus Gründen journalistischer Standesehre gekommen ist und verwahrt sich mit aller Entschiedenheit gegen die unerhörte Art und Weise, mit der sein vollkommen objektiv geführter Kamps von feiten der Rhein.-Wests. Ztg. verdächtigt worden ist". * Der Telephonteufel! Der böse Druckfehlerteufel hat neuerdings einen Konkurrenten in dem Telefihonteufel, der sich zum Opfer ebenialls die Zeitungsredakttonen ausersehen hat. Bei der Schnelligkeit, mit der erfahrungsgemäß gearbeitet werden muß, sind Hörfehler am Telephon nichts Seltenes und in vielen Fällen auch nicht mehr re- dressierbar. Ern niedlicher Telephonteufel war es z. B., der seinerzeit ein bayrisches Blatt aus Anlaß der Ermordung des Königs und der Königin von Serbien zu der Meldung veranlaßte, daß der Mörder der Platzkommandant gewesen wäre; der Bericht fuhr dann weiter fort: „an der Spitze seiner Truppe trank er einen Kognak und ermordete dann das im Schlafzimmer befindliche Ehepaar", während es richtig heißen mußte: „An der Spitze seiner Truppen drang er in den Konak....." — Ein anderer Telephonteufel hab vor dem Reichskanzler Fürsten Bülow nicht Halt gemacht. Wiener Blätter haben in den letzten Tagen ganz ernsthaft mitgeteilt, daß der Führer der ruthenischen Abgeordneten unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Ermordung des Statthalters Potocki an den Fürsten Bülow telegraphiert habe: „Vivant sequentes." Es folgten dann lange Erörterungen über die unglaubliche Taktlosigkeit der ruthenischen Abgeordneten, bis sich herausstellte, daß sie in Wirtlichkeit an das Ruthenenblatt „Dilo" telegraphiert, dieses aber der Stenograph am Telephon mißverstanden hat. ** Ein „Menctekcl" für b en König von Serbien. Aus Belgrad wird uns berichtet:. Erst nachträglich wird ein Vorfall bekannt, der sich am Palmsonntag in Anwesenheit König Peters in der Katlfedrale zutrug. Ter Militärpf arrec Sava Kc- sitsch bestieg seine Kanzel und begann seine Predigt. Ein flüsterndes Raunen ging ourch die Reihen der Anwesenden, als der Geistliche seine Ansprache mit einem Hinweis auf die Erhebung gegen die Türken begann und des Tages gedachte, da vor einem Jahrhundert die Schlüssel der Festung Belgrad dem Fürsten Milo sch Obrenowitsch übergeben wurden. Der Geistliche tadelte dann mit leidenschaftlicher Scharfe die Undankbarkeit serviler Schmeichler, die verineinten, die Bedeutung jener großen Epoche der serbischen Geschichte dadurch zu beeinträchtigen, daß sie die offiziellen 'Erinnerungsfeiern in jenen: Tage unterdrücken. Die Stimme des Geistlichen steigerte sich und mit einem dramatischen Hinweis auf das Grab des Fürsten rief er: „Dort ruht ein Herrscher, der Serbien sein Erbtell luiebergab, ohne einen Tropfen Blut zu vergießen unb der durch die Hand eines gedungenen Mörders siel. Wehe dem Anstifter dieser schmählichen Tat! Wehe den: Verräter!" Eine dumpfe Pause trat ein, alle Blicke richteten sich auf den König Peter, der als einziger in der Versammlung eine:: scheinbaren Gleichmut zur Schau trug. Sein ältester Vetter, der Vater des jetzigen serbischen Gesandten ü: Konstantinopel, war ja vor vierzig Jahren wegen Ermordung des Fürsten Milosch gehängt worden. Der Priester fuhr fort, er pries die Verdienste der einstigen Herrscher aus dem Haufe der Obrenowitsch und schloß seine Predigt mit einen: Ausruf, einzustimmen in sein Wort: „Ehre sei ihnen! Ehre!" Mit begeistertem Beifall ward der Ruf ausgenommen. „Ehre!, Ehre!" hallte es donnernd durch die Wölbungen des Gotteshauses und die dröhnenden Rufe pflanzten sich fort zu den Passanten auf den Straßen. Als der Prediger die Kanzel verließ, unckwängten ihn die anwesenden Geistlichen, beglÄctwunschten :hn unb versprachen ihm ihre finanzielle Hilfe, sobald die Regierung seine Entlassung verfügen würde. Nach ihrer Ansicht hat er das Unheil wieder gut gemacht, das in die serbische Kirche einzog, als der Metropolit sich dazu herbeiließ. die Königsmörder zu segnen. Nachträglich ist bekannt geworden daß der unerschrockene Geistliche bei: Metropoliten von seiner sicht verständigt hatte, der sich anfangs ablehnend verhielt, aber seinen Untergebenen schließlich mit den Worten entließ: „6}ytt segne dich, mein Sohn, allein die Folgen deines Handelns mögen dein Haupt allein treffen." * Heber die wilden Kaninchen bringt die Aionats- schrist „Kosmos" folgende interessante Nachricht: In der Lebensweise unserer Wildkaninchen scheint sich neuerdings ein gc, wisser Umschwung vorzubereiten. Aus den Berichten verschiedener Jagdschriftsteller geht nämlich hervor, daß diese Tiere, wenigstens im westlichen Deutschland, die Gewohnheit des mühseligen Höhlengrabens mehr und mehr oblegen und sich mit einem freien Lager nach Art des Hasen begnügen, der wohl in früheren Zeiten gleichfalls Höhlenbewohner war und dann dieselbe Wandlung durchgemacht bat, deren Beginn wir jetzt beim Kaninchen beobachten rönnen. Im dich: verwachsenen Walde, den es besonders liebt, findet das Kaninchen ja versteckte Ruheplätzchen genug, und in: freien Terrain (und es scheint sich mehr und mehr zum Feldbeivvhner entwickeln wollen!) nimmt es seine Zuflucht zu aufgestapelte:: Bretter- und Holzvorräten, Reisighaufen, Ziegelöfen, Zementröhren, von: Heidekraut üppig durchwucherten Abzugsgräven und ähnlichen Sck)lupfwinkeln. Für die Jungen roeröen aber dann vom Weibchen besondere Heilte Satzbaue angelegt, schon um sie vor den kannibalischen Gelüsten ihres Vaters nach Möglichkeit zu sichern. Das Weibchen macht hier den Jungen aus seiner eigenen Bauchwvlle eine warme Lagerstätte zurecht, besuch: sie nur nachts unter Aufgebot der größten Vorsicht, säugt sie vielleicht innerhalb 24 Stunden nur einmal, feßarrt beim Verlassen die Röhre zu und verwittert die Stelle mit Losung unb Urin. * Wahres Geschichtchen. In einer größeren Garnisonstadt ist auf dem Militärsriedhof kein Platz mehr. Beim nüchslen Todesfall soll ein neuer feierlich eingeweiht werden. Es ftirbt auch glücklich ein Musketier. Am folgenden Tage steht im Kommandantur-Befehl : „Morgen 3 Uhr nachmittags Einweihung dcs neuen Garnisvnft'iedhofs. Leiche dazu stellt I. ,R. 192." Kleine Tageschronik. In Pforzheim hat, wie verlautet, ein Rechtsanwalt einen Amtskollegen wegen geschäftlicher Reibereien zum Zwei- k a m p f gefordert. In Bergen am Chiemsee zerschmetterte, als ein Arbeiter einen Böller mit einem Zündholz abbrennen wollte, der losgehende Schuß den: Manne den Kvpf und beraubte einem in der Nähe stehenden Zuschauer das Augenlicht. In Duisburg verhaftete das Hafenkornrnissariat einen Händler, der als Hehler die im dortigen Hafen ihr Wesen tieibrn» den Getreidediebe unterstützte, die in der Dunkelheit Frachtschiffe beraubten. Man bermutet, daß es sich um eine organisierte Diebesbande handelt. Beim Pflücken von Steinrosen ist am Sonntag der 16 Jahre alte Bursche Gollwitz vorn Steinberg bei. Reutt (Oberbayern) ab» gestürzt unb war sofort tot In Feldkirchen (Tirol) wurde ein Bauer di:rch den Huf- schlag eines Pferdes so hestig gegen eine Stallwaich geschleudert, daß er tot zu Boden fiel. Die Leiche wurde von dem wütenden Pferde »ertreten. Bei Gefechtsübungen der engl. Flotte im Hasen von Harwich erfolgte ein Zusammenstoß zwischen dem Spähkreuzer „Al- tentibe" und dem Torpedobootszerstörer „Gala". Der Zerstörer wurde von dem Kreuzer in zwei Stücke geschnitten. Ein Aiann wurde getötet. Die eine Hälfte des Zerstörers wurde im Schlepptau nach Sheemeß gebracht. In Algier wurde auf dem italien. Konsulate der Bizo- kmsul von einem Italiener, den: die Visierung seines Passes verweigert wurde, durch einen Rcvvlverschuß an: Kopfe verletz!. Ein Ko ns ultttsbeam ter, der dem Vizekonsul zu HUfe kommen trollte, erhielt zwei Schüsse, infolge deren er nach wenigen Minuten verstarb. Aus New-Port wird gemeldet: Der Anarchist Silberstein, der eine Bombe geworfen hatte, ist gestorberu Sein letztes Wort war, er lei stolz aus seine Tat. Geboren: Herrn Johann Welker und Frau in Fronhausen ein Sohn. Verlobt: Frl. Kätchen Binzel in Bechtolsheim (Rheinhessen), mit Herrn Friedrrch Held in Scholten (Oberhessen). — Frl. (Smilie Ehriskau mtt Herrn Heinrich Werner in Echzell. — Frl. Gretchen Hebrich in Aßlar nut Herrn Wilhelm Georg in Stockhausen. — Frl. Franziska Kulasek mit Herrn Joses Nozulak in Wetzlar. — Frl. Anna Mötcher in Lardenbach mit Herrn Johannes Lotz, Bezirkssparkassenrechner, in Laubach. — Frl. Kätchen Hansel in Alsfeld mit Herrn Wilhelm Bmg in Romrod. Gestorben: Herr Heinrich Södter, ehem. Pächter des Hell- Hoss, in Alsfeld. — Frl. 'JJlargavete Koch in Goßmannsrode. — Frau Karoline Georg, geb. Tietz, in Leun. — Herr Georg Duchardl in. Lauterbach. — Herr Karl Habersack, Bahnwärter, in Büches. — Frau Katharine Tesch in Wetzlar. — Frau Helene Berntheusel, geb. Riickelshausen, in Assenheim. — Frau Marie Marzrnger, geb. Pauly, in Büdmgen. — Frau Elise Jeck, geb. Albrecht, tu Dudenrod. — Frl. Emilie Schmidt in 501 ar bürg. Kleine» LenMeton. — Der Kaiser und die Kunst. Friedr. v. Oppcln- Bronikowsk:, ein bekannter Schriftsteller, weiß im „Berl. Tagebl." zu erzählen, daß das im Parke des dem deutschen Kaiser gehörenden Schlosses Achillei on aus der griechischen Insel Korsu von dessen einftigen Besitzerin, der österreichischen Kaiserin, auf- gesteltte Marmorbild Heinrich Heines, das zusammen mit bent des Achilles errichtet worden war, verschwinden soll. Herters sterbende: Achilles soll durch eine Kolossalstatue des lebenden Achill verdrängt werden. „Der Künstler aber, der jene ersten Statue schuf, Professor Herter, sott die Genugtuung erhalten, ein Denkmal d e r Kaiserin Elisabeth zu errichten, wo bis jetzt ihres Lieblingsdichters Heine gramgefurchte Züge aus einen: jonffchen Heroon in das dichte Grün hinausttäumten." Professor Herter selber meint: „Daß der Kaiser das Heine-Denkmal nicht gern aus Korsu sieht, ist bekannt. Dem Kaiser ist es aber auch nicht verborgen, daß die Entfernung des Heine-Denkmals die Oeffentlichkett sehr erregen würde. Um nun Empfindungen zu schonen, will er höchstwahrscheiittich an die Stelle Heines eine Statue der Gönnerin und Beschützerin des Dichters setzen. Wenn, wie ich gehört Hobe, Johannes Götz einen Riesen-Achilleus für das Achilleion schaffen soll, so dürste das Standbild aus der obersten Terrasse aufgestellt werden. Daß man einen Achilleus von Götz aufftellen und meinen entfernen wird, kann ich mir nicht recht denken." — Das Veto des Kaifers in der Angelegenheit des in Berlin zu errichtenden Virchow-Denkmals trifft beit Bilbhauer Fritz Klinisch, ein geb. Frankfurter, besonders bart, da das Werk in der Ausführung weit vorgeschritten ist. Er hatte die Freude, daß das Denkmalskomitee und der Magistrat seinen Entwurf genehmigten und auch sämtliche Parteien der Stadtverordneten-Versammlung Berlins chre Zustimmung aussprachen. So war er mit frischer Kraft ans Werk gegangen. Das große, lorbeereingefaßte Reliesbild Virchows steht in Gips fertig da, und die schöne, kaum schwer verständliche Gruppe, die die Architektur bekrönt, geht in dem gewaltigen Tonmodell ihrer Vollendung entgegen. Man neigt zu der Annahme, baß der Kaiser ungehalten ist, weil ihm nicht auch von selten der Stadt Ine Bitte um Genehmigung des Denkmals unterbreitet worden war. Der Magistrat hatte sich' damit begnügt, die Angelegenheit dem Polizeipräsidium zur Zustimmung oorzulegen. Sicher ist, so meint das „B. T.", die Reichshauptstadt geneigt, den Wünschen des Monarchen im allgemeinen nachzugeben, um Kon- tiifte zu vermeiden. Auf der anberen Seite muß aber doch betont werden, daß der Kaiser keine Instanz für kunstästhetische Angelegenheiten ist, umso weniger, als er selbst so manche mittel- mäßigen und verfehlten Denkmäler veranlaßt unb genehmigt hat. Wäre nach den: Spruche einer durchaus zuständigen Jury ein KunjÜUsteil überhaupt noch erforderlich, so wußten feU dafür eingesetzten Körperschaften, etwa die Akademie der Künste oder I die Landeskunstkommission, um ein Gutachten befragt werden. Ein solches ist aber nach Lage der Sache ganz überflüssig, nachdem ine Entscheidung der Jury in Kreisen der Kunstkenner Billigung gefunden hat. Einer der ersten deutschen Meister, Professor Dr. Adols Hildebrand in München, hat den Künstler unb bie Stadt Berlin zu einem so meisterlichen Werke beglückwünscht unb schriftlich feiner besonderen Freude Ausdruck gegeben, daß die Reichshauptstadt nun auch einmal ein wirklich schönes Denkmal erhalten werde. — Tie ursprüngliche Form der Hohkönigs- b n r g ün Elsaß scheint durch einen Fund erwiesen zu sein, der dem Straßburger Buchhändler Heitz gelungen ist. Er sand eine Elfenbeinplaquette, die aus den frühesten Anfängen des 16. Jahv- hunderts stammt und eine Ansicht der Hohkönigsburg enthält, die bisher völlig unbekannt war. Sie gibt eine ganz andere Form der Burg wieder, wie bie, die ihr Rekonstrnkteur Bodo Ebhard gegeben hat. Bereits mehrfach war in Architektenkreisen die Art und SSeii?, in der Bodo Ebhard die Burg im Auftrage des Kaisers roicber hergestellt hatte, abgelehnt worben. Die Funde Haden die Folge gehabt, daß nach Mitteilungen elsässischer Mütter, der Kaiser die endgültige Fertigstellung der Burg bis zur Nachprüfung der neu Vorgefundenen Pläne inhibierte. Ebhard allerdings betrachtet den Heitzschen Fund als Fälschung, steht aber vorläufig mit seiner Ansicht noch vereinzelt da. — Bauernhochschulen. Auf dem in Dresden veranstalteten 3. Volkshochschultag sprach der Direktor der ländlichen Volkshochschule in Albersdorf Fr. Lembke über „Banern- hochschuien". Er führte aus, daß der Name Bauernhochschulen nicht recht die Sache treffe. Man wolle das ganze Volk auf dem Lande haben. Die Bauernhochschule in Albersdorf sei Internat. Sie könne als Genossensä)aft billig arbeiten: der Fünf- monatskurs für junge Männer im Winter erfordere 260 Mk., der Dreimonatskurs für junge Mädchen im Sommer 160 Mk. Für den ©intritt werde als Mindeftalter das 18. Jahr verlangt; das höchste Aller gehe bis zu 30 Jahren. Das Leben sei ohne viel Zwang eingerichtet, doch bringe der natürliche Sinn der jungen Leute es mit sich, daß selten über das Verhalten der Jugend geklagt zu werden brauche. Die Arbeitszeit betrage im Winter 54, im Sommer 60 Stunden in der Woche. Sie dienten den Schülern gewissermaßen zur Erholung. Unterrichtsfächer seien im Winter wie im Sommer Wirtschafts- und Bürgerkunbe, Deutsch, Rechnen und Buchführung, Geschichte, Naturkunde, Zeichnen und Turnen. Im Sachunterricht herrsche freier Vortrag, in allen anderen Fächern selbständige Hebung der Schüler. Die Albersdorfer Anstau arbeite ohne Lurechtigungswejen, da sie Männer unb Frauen bilden wolle, die selbständigen Existenzen imchstreben. Gegen den speziellen Fachunterricht verhalte »ich ablehnende da sie diesen den Fachschulen überlassen wolle. Die ländliche Volkshochschule in Albersdorf betone das Gemeinnützige und Werl- volle einer allgemeinen und doch praktischen Bildung. Aller Unterließt baue sich auf Heimat und heimatliche Verhältnisse auf. In der Heimat liege das nötige Anschauungsmaterial, das den Unterricht vor bloßem Theorettsieren bewahre. Freilich sei der Kreis der Heimat nicht zu eng zu ziehen; die Fäden, die von der Heimat ausgehen, gingen über die ganze Erde. Die fr’ten Vorträge, die auch weiteren Kreisen zugängig seien, gäben lüb leicht ein Mittel, die Kreise der Bauerirhochschulen mit denn des Verbandes Deutscher Hochschulmänner zusammenzufühicn- Lembke sprach die Hoffnung aus, daß die junge Bauernhochschule sich zu einem Werke answachsen möge, das etwas bedeute für Volksbildung und Volkswohlsahrt. Direktor Lembke hat folgende Lett- sätze ausgestellt: 1. Bauernhochschulei: nach Art der nordischen Volkshochschulen sind vorzüglich geeignet, die Volksbildung aus dem Lande zu Hebei: und Mittelpunkte für die Weiterenttvicklung des ländlichen Blldungswesens zu werden. Sie können auÄ den Bestrebungen fürVolksvorlesungenaufdemLande Eingang verschaffen. 2. In ihrer Organisation und Arbeüs- weije haben sich die Bauernhochschulen den Verhältnissen der betreffenden Landschaft und der Eigenart ihrer Bewohner angU- passen. Hnbedingt zu fordern ist jedoch a) daß die Bauernhochschulen auf dem Lande errichtet werden, b) daß für den Bc>uw keinerlei Schranken weder bez. des Alters, noch des.Äeschlechtv, noch des Berufs bestehen und c) daß die freie Entfaltung der Lehrerpersönlichkeit nicht unterbunden wird. * D r. L u d w i g W ü l l n e r a l s S ch a u s p i e l e r. Opernbause zu Köln gab dieser Tage Ludwig Wüllner em einmaliges Gastspiel in Byrons Manfred mit der Musi: von Schumann. In den von der Regie gestalteten 9!.^cn* * den Rahmen paßte die geniale Leistung Ludwig Wüllners hinein, der den melodramatisch rhythmischen Sprechton so meisterhaft beherrschte wie Possart, aber noch einen besonderen melodischen Reiz des Fachmusikers hinzufügte uno aus der Gestalt nicht nur das, was man faustisch oder hamletisch nennen kann, herausholte, sondern ihr eine starre erschütternde Lyrik lieh, die in Gemeinschaft mit der dekorativen und musikalischen Hmrahmung eine großarttge Kunstgestaltung bildete. — Kleine Kunst chronik. Aus Petersburg ^ommt die Meldung, daß der Dichter Graf T o 1 st o i an einem der letzl Tage einen liefen O h n m a ch t s a u f a l l hatte. 21m tt(ia)lI Tage eiholte er sich jedoch ziemlich rasch. Da der Ainall siw gleicher Forn: wiederholte, sind die Aerzte uni den Patienten beioig - Haii-eL. — Mannheimer Stndtanleihc. Der Stadtgemeinde ist die Genehmigung zur Ausgabe von 7 Mill. Mk. 4°/0 Schuld- verschreibnngen rückzahlbar innerhalb der Jahre 1913 bis 1953 er- »eilt worden. Vom 1. April 1913 ist jedoch die Stadt berechtigt, größere BelräZe oder die ganze Anleihe nach dreimonatlicher Kündigung zurückzuzahlen. "Abstempelung ausländischer Lose. Sämtliche iniöländische Lose sind zur Abstempelung einzureichen. Wir verweisen aus die diesbezügliche Annonce der Atilteldeutschen-Credit- bank im heutigen Blatte. Giebener Wetterdienst. BoranSsichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den jft). April: Abnehmende Bewölkung. Geringer Regelt. Warm. Südliche bis westliche Winde. Orrginal-Drahtniel-ungen Rom, 29. April. In dem Konsistorium, das der Papst am 1. Juni abhalten roird, erhält der Patriarch von Lissabon, Monsignore Bellot, den Kaldinalshut. Paris, 29. April. In Bar le Duc wurde der Metzger Salomon wegen Lieferung verdorbenen Fleisches an die Armee einem Jahr Gefängnis, 1000 Franks Geldstrafe und 5000 Franks Schadenersatz verurteilt. Paris, 29. April. Aus Algier wird gemeldet, daß der Urheber des Attentats auf das französische Konsulat Guillmetti heißt. Er verübte die Tat nn§ Zorn darüber, daß ihm für die Heimbeförderung nur eine Fahrkarte 4. Klasse bewilligt wurde. Ein Bureaudiener ist tot und der Vizekonsul durch 2 Schüsse schwer verletzt. Der Attentäter wird an die italienischen Behörden zur Aburteilung ausgeliefert werden. P a r i s, 29. April. Der römische Korrespondent des „Motin" erhielt die Ermächtigung, die Rachricht zu dementieren, daß Frankreichs Haltung in bem italienisch-rü rki- scheu Konflikt Anlaß zur Unzufriedenheit der italienischen Regierung gegeben habe. Im Gegenteil sei die Haltung Frankreichs äußerst freundlich und entgegenkommend gewesen. London, 29. April. In Denver (Kolorado) wurde der Ungar Stephan Toth unter dem Verdacht verhaftet, gegen das Leben des österreichischen Kaisers komplottiert zu haben. Korfu, 29. April. Hier zirkuliert das Gerücht, daß der Erbprinz von Montenegro in strengstem Inkognito auf Korsu cintrifft, um sich Kaiser Wilhelm vorzustellen. Danksagung Fluss- und Seefische Der Vorstand Des Stenographen-Vereins Stclze-Schrey Giessen. -SO,'. Frau Dr. J. B. Jett Wwa. sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Giessen, den 29. April 1908. D28A Die tieftrauernden Hinterbliebenen Nur acht in facketen mit diese? per 1K? a M.t_1.20_1/<0_1.60_170_180 Telephon 581. Steinstr. 48. nach kurzem Leiden. Prima Export-Apfe'wein garantiert rein, empfiehlt 2519 Georg Adami, Frankfurter Str. 9 Danksagung Großherzogmm Hessen. B”/, Lich, den 29. April 1908. ein bei: 1223 Nkilag turn Emil Pariser 2325 Mk. fciBta fei» 2040 Mk. 26 Bahnhofstrasse 26. [a29/. B27/« lireinc gufejasse t{affee Die trauernd Hinterbliebenen: Karl Lössert und Kinder Frau Kramer Wwe. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unserer unvergesslichen - - Georg Wallenfels nur Marktplatz No. 21 gegenüber der Engel-Apotheke. Bestellungen erbitte frühzeitig! Pension Holthusen verbünd, mit e. Handarveüsschulc Darmstadt, Orangerie-Alice 10. Eig.Villa in gesund. Lage d.Stadt. Unlerr.i.deulsch,einscht.Litteratur u. Kunstgeschichte, Sprach. Anlelt. im Haush. Getegenh. z. Besuche d. Theaters». Museums v. Konzert., Borträgen unb bergt. Prospekte u. Referenzen burch bte Vorsteherin. hv6/«) Frau Tb. Holthusen Ww. auf unserer Gerichtsschreiberci zur Einsicht offen. Gießen, den 22. April 1908. Großherzogliches Amtsgericht. Hafer-Ankauf. bester, wetterbeständig. Fassadenputz in allen Farben liefert Ludwig Usinger Nachfolger, Wiesbaden Baumaterialien-Großhandlung, gcgr. 1873. Alleinvertreter für den Regierungs-Bezirk Wiesbaden und Gießen, den 25. April 1908. Grofiherzoglichc ftultui Inspektion I. L.: H. Steinbach. Die feinsten ©orte» [1957 Saatkartoffetn liefert Kartoffcthdlg. Drechsler, Verdingung über Lieferung von Basaltfeinschlag und Grus. Für die Feldbereinigung Bellersheim sollen am Samstag den 2. Mai 1908, vormittags 9 Uhr nach- verzeichnete Lieferungen getrennt rn einzelne Lose auf deni Wege schriftl. Angebots vergeben werden. Siopi 12 P?g. Bekanntmachung. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Albert Rübsamen, früher zu Gießen, ist Termin zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis sowie zur Beschlußfassung über die nicht verwertbaren Vermögensstückc anberaumt auf Montag, 18. Mai 1908, nachmittags 4 Uhr, Saal Nr. 18. Die Schlußrechnung liegt drei Tage vor dem Termin Todes-Anzeige. Heute abend 10 Uhr verschied meine liebe Frau, unsere gute Blutter Elisabeths Lössert, geb. Dietrich Vogelsberger Höhonkiub Zweigverein Giessen. HauptversammBung am Freitag, 1. Mai, abends 9 Uhr im „Kaiserhof*. Tagesordnung: 1. Satzungsberatung, 2. Vorstandswahl, 3. Verschiedenes. v59/« Der vorl. Vorstand. LllbiiiifflSÄPeltMs oon FichtkMOslz. Das nachverzcichnete Fichten-Windfallholz aus den Distr. Horsactcr und Zehnrnten (5 km von Station Schotten« 252 Fichtenstämme = ISS Fstm. (16 Stück mit 30 cm und mehr Miltendchm. = 20 Fstm., 55 desgl. mit 2l, bis Ä) cm Miltendchm. — 58 Fstm., 121) desgl. mit 20—24 cm Mitteudchm. = 89 Fstm., 52 desgl. mit 12—19 cm Miltendchm = 21 Fstm.) soll auf dem Sltbmissionswege uerfauft werden. Gefällige Au geböte mit der Aufschrift: „Holzverkauf" sind bis Montag, vcn 11. Mai l. Fs. bei unterzeichneter Oberförsterei einzureichen, auf deren Geichäst. zimmer Dienstag, den 12. Mai 1. Fs., vormittags 11 Uhr, die Eröffnung der Gebote ftatlffnüen wird. B-;,, Nähere Auskunft durch die unterzeichnete Oberförsterei. Schotten, den 26. April 1908. Großh. Oberförsterei Feldkrücken. Di efenbach. Die Verdingungsunterlagen liegen onf Grostherzoglrchcr Bürgermeisterei Bellersheim zur Einsicht offen, woselbst üvch die Singebote verschlossen und nut entsprechender Atff- ichrift versehen, einzureichen sind. Ä Gießen, Frankf.-Str. 91, den 28. April 1908. (03560 Die Beerdigung findet Freitag, den 1 Mai nachm. 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Für die uns beim Hinscheiden unserer lieben Tochter, Schwester und Schwägerin Luise Schneider bewiesene Teilnahme sagen wir innigen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Die lückck'MWe Ätaäe Ein Leitfaden für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen sowie zum Selbstunterricht. Verfaßt von Professor Dr. Paul Glsevstrs, Direktor deL tandmirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen Preis gehestet Mk. 2.40, gebunden Mk. 3.—. Die ländliche Fortbildungsschule, 1907, No. 8: Der Versasser leitet die Kurse zur Ausbildung von ländlichen Fortb.-Schullehrern an der Universität Gießen. Das Hauptgewicht liegt dabei naturgemäß darauf, die ytntuitunbe in der portb.-Schule der Landwirtschaft dienfibar zu machen, „Der in dem Kursus behandelte Stoff wurde in dem vorliegenden Leitfaden zusammengefaßt, um die in Gießen gesammelten Erfahrungen auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen . . . . Der dem Fortb.-Schullehrer dargebotene Stoff geht naturgemäß über den Stoffumfang hinaus, den bte einzelne Schule ihren Schülern barbieiet. Aufgabe ber einzelnen Fortb.-Schule bleibt es, ben lokalen Verhältnissen nach bie Stoffauowaht im einzelnen zu treffen." Inhalt: Der Boden (Bestandteile, Entstehung, Eigenschaften, Arten, Schtchten uud Feldarbett), der Dünger (Haupt- u. Beidünger), Landwirtschaitl. Pflanzenkunde (Bestandteile der Pflanze, Halmfrüchte, Schmetterlingsblütler, andere Futterpflanzen, Wurzelfrüchte, Oel-, Gespinst-, Fabrik-, Wiefenpfianzen, schädliche Pflanzen), Landwirtschaftliche Tierkunde, (Bau, Ernährung, Gesundheitspflege, Tierzucht, Milchver- weudung, schädliche Tiere). Das Buch wird empfohlen. ssö/9 S erfüllt ihren Zweck,anregend u. belebend —- auf KörperuGeist einzuv-'irken. DisqMes*«v«l,M»Ae‘ " ist reiner.Gehaltvoller, gebrannter Das Kiiratormm der Fohlettwcide Tiergarten kauft zirka 300 Zentner Ba. Hafer an, Lieferung teils sofort, teils auf Abruf in den Monaten Juli bis August. Offerten sind brs zum 10. Mai unter Preisangabe und Einsendung von Proben an den Geschäftsführer der Weide, Herrn Johannes Wolf in Hungen, einzureichen. Alsfeld, den 27. April 1908. _ B:% Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberheffen: Korell, Vorsitzender. 2os I. Lieferung von Basaltfeinschlag und Grus zur Beschotterung alter Chaussierungen am Langsdorfer- und Münzen- bergerweg, veranschlagt zu Lös VII. Desgleichen zur Beschotterung der neu zu chaussierenden Wegstrecke des Hungener- wegeS, veranschlagt zu WeiHuhe Wit Bahnhosstraffc [2570 frische M,udo!vle Blikkensderfer Schreibmaschine. Verlangen Sie kostenlose Vorführung ohne Kaufzwang, das neue Modell 8 M. 275. 103552 Vertreter: II. Benter, z. 3t. Hotel Lenz. Stolze-Schrey Dienstag, den 12. Mai, abends 9 Uhr beginnen wir in unserem Vereinslokal „Schipkapaß" Bahnhofstr. einen Unterrichtskursus für Damen und Herren Honorar Mk. 6.—. Llnmeldungen werden von Kaufmann Phil. Wagner, Neustadt 4 unb bei Beginn des Unterrichts entgegen genommen. SMWr Arbtitsüchms ließen (Sartenstraße 2, Zimmer 2. <8s können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Wagner, 1 Putzfrau, 1 Waschfrau, 2 Lauffrauen, 1 Lllufmadchen, 1 Haushälterin, 7 Dienstmädchen, 1 Tabakentrivverin. Lehrlinge: 1 Buchbinder gegen Vergütung, 1 Tapezierer gegen Vergütung, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Lehrmädchen, 1 Schreiner, 1 Stukkateur. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Schmied, 3 Weber, 1 jüngerer Schmied, 1 Wagner, 4 junncrc Schneider, 1 Sattler und Polsterer, 2 Dienstmädchen, 1 Haushälterin. Lehrlinge: 2 Schreiner, 1 Bäcker, 2 Schloffer, 2 Schmiede, 1 Sattler. suchen Arbeit: B2^ 1 Buchbinder, 1 Spengler, 1 Schmied, 2 Installateure, 1 Wagner, 2 Utaurer, 1 Hausdiener, 1 Heizer, 1 Tapezierer und Polsterer, 1 Maschinenschlosser, 6 Bauschlosser, 1 Schreiner, 3 Hausburschen 2 Kutscher, 1 Fuhrknecht, 6 Arbeiter, 1 Laufsrau, 1 Naherm, 1 Haushälterin, 1 Putzsrau. Lehrlinge: 1 Mechaniker.________________________________ Alle Sorten Garten- u. Roicn- Psähle, fertig zum Gebrauch,soivie Waschseilstangen undErbsenreiier u. schöne Bohnenstangen empfiehlt ft. Gertb, Latidinannstr. 11. l^^ „Donnerstag früh“ trifft eine Sendung frischer Schellfische Bekanntmachung. Betrifft: Die Bertilgung der Raupcnnestcr. Die Garten- und Jeldbesitzer ber Gemarkung Gießen werben hiermit aufgeforbert, bis zum 20. Mai 1908 ihre Bäume, Sträucher unb Hecken von ben Ratipennesiern zu reinigen. Diejenigen, welche bieser Aufforberung nicht Folge leisten, verfallen ui die in § 368 beb Reichsstrafgeseybucheö bestimmte Gelbober Haftstrase. Außerbem wirb bie Vertilgung ber vorhanbenen Raupennester auf Kosten des Säumigen angeorbnet werben. Gießen, ben 25. April 1908. B29/4 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 9)t c c u m. ____________ Vertreter für Giessen und Umgegend: Georg Schöck, Ludwigstrasse 57. Da/< Verkaufsstellen: Giessen: Georg Schöck, Ludwigstr. 57. E. Graf, Landgraf Phil.-Platz J. Maternus, Frankfurter Strasse 51. <3. JI. Schulhof Telephon 119. Prompter Versanb nach auswärts Fluß- und Seefische, Mastgcstügcl, Delikatessen, anerf. nur allerfeiust Qualität zu bill. Preisen, tägliche Senbungen. 0. G. Kieinhenn, Bahnhofstr. 59. (249S) Telefon 66. 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