str.si Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag SS. Februar 1 SOS ’ n Stetzearr Stetiger wjf A Bezugspreis: tid)eini täglich, außer Wg V monatlich 75Pi., viertel- fro'UitagS. - Beüagen: g™3” AA A ▲ A A A^ A jährlich Mk. 2L0; durch MAMA||Alp MI gWAf A!▼ äs SSSWlCnvIlvl ullUluviB* «lrtlchastl'che Seitsragen S/ y M Lät W V bJ V g ” 'IF 'r auswärts 20 Pfennig, c^ridprech - Anschlüsie: >^fepgr Verantwortlich o.t die Redaktion 112, -r awT D ah yfl*. *r <* a-a für den politischen Teil: ess? General-Anzeiger für Oberhessen WWZ T°MSmmE- RoLationr-rirS und Verlag der SrUhsschen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. L Lange, «edattion, Expedition und Druckerei - Schuiflratze 7. s°Äck H vormittags 10 Uhr. v« .„ ■gr^w^oCTOTWi^l—l—MMgU—MMM—m—ra—wwcam ■ »Ml . Ml' ■— —' n., 1/1 J—rron - -.> .VJ»1 Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. Zwei Attentate. H zwei Msmärtö '• mrden. Ein l'imeldet. geben, daß nach vierzehnjährigen Vorarbeiten der neue Staats-- sekretär unmittelbar nach seinem Eintritt in sein Amt den Forderungen Rechnung getragen hat, die in den den Namen des Herrn v. Hehl und seiner Fraktionsgenossen Bassermann und Prinz Schönaich-Caroloch tragenden Anträgen der Negierung so oft.fdion im Laufe der Jahre präsentiert worden ist. Den Schluß der heutigen Besprechung machte der Sozialdemokrat Niolkenbuhr. Zwei Stunden lang machte er sich vor leerem Hause zum Smachrohr der seiner Pariei nahestehenden gewerkschaftlichen Organisalionen, die der Vorlage der Regierung völlig ablehnend gegenüberstehen. zweites Attentat wird aus Buenos-Aires Dort ist gegen den Wagen des Präsidenten - isortas gestern eine Bombe geschleudert worden. Der Präsident blieb jedoch unverletzt, weil die Bombe nicht Kplobicite. Vier Personen sind verhaftet worden. Lebens nicht Zurückbleiben und wenigstens die bringenbften Bedürfnisse befriedigen wolle, man zuvörderst, bis man einmal zu Atem gekommen, die Blößen mit bunten Stücken bedecken müsse. Herr v. Bethmann-Hollweg beschränkte sich in seinem einleitenden Vortrag auf eine Erörterung der wichtigsten Bestimmung der Novelle, der Ausdehnung des Arbeiterschutzes auf die Verhältnisse der Heimarbeit, und mit Ausnahme der Sozialdemokraten zollten ihm die Vertreter aller Parteien einmütigen Beifall, als er die schwerwiegenden Gründe darlegte, aus denen die Reichsregierung auf diesem Gebiete soweit und n u r soweit die gesetzliche Negelung erftreiten dürfe. Der Generalinspektor des Voltsvereins für das katholische Deutschland, Dr. Pieper, ergänzte die Zn- stimmung der Zentrumsfraktion zu den Grundzügen des Gesetze entNTurss durch den Vortrag einiger von den christlichen Gewerkschaften formulierten Wünsche. Der Konservative Dielermann besprach besonders die ihn in seiner Mindener Heimat näher angehenden Interessen der Heimarbeit im Tabakgewerbe. Und in einer längeren Würdigung der Vorlage durfte der Sprecher der Nationalliberalen Herr v. Hehl seiner Genugtuung Ausdruck Stimmungsbüö aus dem preutz. AbgesrSmlenkMS. Berlin, 28. Februar. Selten noch ist eine Debatte über den preußischen Polizeietat so reizlos, so öde verlausen, wie diesmal. Das Kapitel „Mmistcrgehalt" war sonst der Brennpunkt aller Klagen und Beschwerden über die innerpreußische Vcrwaltun.gspolitik. Heute liegt es hinter uns, uno wir haben nicht viel mehr gehört als ein paar bewegliche Zentrumsllagen über die zunehmende Sittcn- v-evderbnis der Afterkunst, fromme Wünsch", die großenteils feine Berechtigung.haben und vom.Hause entsprechend behandelt ivnrden. Eigenartig machte sich daS Zentrum in der Rolle des Beschverde- führers über Wahlbeemslussungen; solange der Zfegierungsapparat zu ihren Gunsten arbeitete, hatten die Herren nichts gegen sein Funktionieren bei den Wahlen. Selbstverständlich hatten sie mit tijcen Beschwerden über den Mißbrauch der K'ciegervereine bei den Wahlen ebenso recht wie die Freis innig en mit der Kritik der Parteilichkeit der Kreisblattverreger. Und ebenso selbstverständlich wusch Herr v. Moltfe wie alle seine Vorgänger inv letzten Jahrzehnt die ministerielle Hsude i * ' lT”k': db. Ei" >;-aar nein« Wünsche uuo Ausitell»ngeii noch, dünn .uatai oui foult am ärgsten befehdeten Kapitel bewilligt, und schon um vier U^c schrillte die Bertagungsklingel durck-s Haus. Anv Samstag geht die Debatte rocutr, und toenn nicht Unvorhergesehenes lieg ereignet, hüt; Herr v. Dcoltfe seine erste Feuerprobe als Etatskämpftr noch vor Begum der neuen Woche hinter sich. Etwas mel)r Dampf, Herr Dtinistcr, hat der prcußiiche König einmal gesagt. Etwas weniger Dampf, Jl/r Herren Volisvectrerer, möchte man angesichts dieser Bausch- urü) Bogen^Beratung des Etats dem Parlament zurufen. _______ In seinen Anmerkungen zum westöstlichen Divan iveisl Goethe auf die geistige und körperliche Unterwürsig- lüt des Orientalen unter seinen Herren und Oberen hm lind meint mit Recht, daß sie dem Sinn des Westlanders .uemals eingehen können. Aber ebenso wenig verständlich utrb es Manchem erscheinen, daß diese selben Orientalen unter Umständen die blutigsten Verächter aller Herrschaft und Disziplin sind. Außer Rußland gibt es wohl sonst nicht viele Länder, wo das Staatsoberhaupt so in be- tänbiger Gefahr schwebt, von feinen eigenen Untertanen rmorbet zu werden, wie in der Türkei und in Persien. In der Hauptstadt Persiens ist der neue Schah gestern mit knapper Not der Gefahr entgangen, ermordet zu werden. 9iach den telegraphischen Meldungen wurden gestern nach- mittag um 2 Uhr drei Bomben vom Dache in einer nigen Straße gegen den Schah geworfen, der nach Dos- iio'utepeh fuhr, wo er einige Tage verbringen wollte. Line Bombe explodierte in der Luft, eine andere schlug iij der Nähe des Automobils des Schah auf. Drei Vor- eiter wurden getötet, der Chauffeur und etwa zwanzig nnbere Personen wurden verwundet. Der Schah befand lid) nicht im Automobil, sondern saß in einem in einiger Entfernung folgenden Wagen. Er stieg aus und begab lid) in das nachstliegends Haus, es gehört dem Arzte bassein Khan. Dieser konstatierte an dem Schah weder uißcre Verletzungen, noch eine besondere Nervenerregung. Zwei Generäle und eine Schwaqron Reiterei erwarteten den Lchah am Haustore. Zu Fuß legte dieser umgeben von der bn eng einschließenden Eskorte den Weg zum Palaste zurück, jn dem Hause, von dessen Dach die Bomben geschleudert würben, wurde eine Haussuchung vorgenommen, ebenso >n den benachbarten Häusern. Bisher sind aber alle Nachforschungen ergebnislos geblieben. Pariser Per- 'önlichkeiten. die über die Teheraner politischen Verhält- itijfe zuverlässig unterrichtet sind, bringen das Attentat mit ber in reaktionären Kreise herrschenden starken Ser ft immun» in Zus.amrnenhang, die durch dle iofort erfolgte Ernennung des für sehr freisinnig gellinden Liukabir Es Saltaney zmn Unterrichtsminister neue Nahrung erhielt. Die Teheraner Polizei beschlagnal)mte in Januar einige Höllenmaschinen. Man vermutet, daß vom Dache geschlenderten Bomben nicht von gebracht, sondern in Teheran selbst fabriziert Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 28. Febr. Eacht und eben plätscherte auch heute das Bächlein der Be- «dsamkeit in bem vielfach gewundenen Laufe der gewerbe« soziale n Schutzpolimt dahin. Tie ersten drei Stunden der Atzung wurden noch durch die Aussprache über den kleinen KesähigtingsnachweiS für das Handwerken 9ln- k-nlch genommen. Den Neigen der heutigen Redner eröffnete der ^ba. At a l k e w i tz, der lediglich das Wort nahm, um in seiner l.ibhaslen und entschiedenen Weise Verwahrung einzrllegen gegen die l''ikverständliche Auffassung, als ob in seinem gestrigen Vortrag 8ne Spitze gegen die befreundete Fraktion der Nationalliberalen Shmben werden könne. Die blockpolitische Bedeutung dieser Er- Snrung wurde noch dadurch besonders urrlerstrichen, daß nach ihm Wortführer des Zentra m s diese» Angriff um so Lästiger uachhoite, icobei er freilich sehr zu Unrecht das Handwerl !' lemer Gesamtheit oder auch' nur in semem größeren Teile für Isch in Anspruch nahm. Ein bayrischer Parteigenosse verteidigte ®e Handwerker seiites engeren Heimatlandes gegen den in der estrigen Aussprache angeblich erhobenen Vorwurf der Leh rlings ° ^nchtere», den mit den Berichlerstaltertt derJournallstentrtbüne ^ohl auch manches Aiitglicd des Hohen Hauses überhört haben dürste. u, Einer auimertsamen Zuhörerschaft durfte sich dagegen oer -agener Oberbürgermeister Enno erfreue», der als drittes Viil° -lied der freisinn gen Fraktioicsgemeinschaft die Frage des Befähig- ssngsnachiveljes besprach uub dabei Stürme der Heiterkeit entfesselte !|urch eine drastische Schilderung der eigenartigelt Folgen, die aus 1 et andauernden Flickarbeit all der Äeiverbeordnung und den 1'NlNldcr durchkreuzellden Uebergarlgsbestiminllngen sich für die -raxis des Lebens ergeben. Die Zuhörer auf den Tribünen ver- 'nochten sich leider an der Freude über seinen humorvollen Vortrag ' M zu beteiligen, da ihnen erst das aultliche Stenogramm seme -ugelheilen vermitteln lvird. Deuil Herr Euno teilt bedalterlicher- mit einigen anderen Kollegen der Linken die oft gerügte Ge- -nogenheit, von den Berichterstattern abgewendet fast allsschtießilch '*7 bet rechten Seite des Hauses zu sprechen, und ein Remter der 'wuschen Literatur aus der Tribüne der Journalisten murmelte ujtDeijelt den Vers aus der ^Frommen Helene" vor sich hin: Ei, was wäre dieses daml, . * Euno, sag ich, sieh mich an ! Und dann begann die gewerbepolilische Hauptarbeit der Tagnltg, >e Dlircharbeitling der großen Geiverbenovelle mit ihrem so »anmchjachen, die verschiedensten Gebiete des gewerblichen Lebe»ls ^rührenden Bestiininuiigen Mit ihrem besonderen Ailsailg, der eine •Jleuregel" sür die Hemiärbeit in der Tabakirtdustrie bringt. Schon -ei ®e,u kleinen Gesetzentwürfe des kleinen Befähigungsnachweises *me Herr Malkewitz die Unübersichtlichkeit bedauert, dte das Evfee Aufsehen von neuen Flecken auf das alle Kleid der Gewerbe- "ronung ilir dle beteiligten Kreise zur ulierfreulichen Folge hat; ^'0, angesichts dieser grüßerell Vorlage erklärte der mit den em- ?^En Fragen gewiß vertraute Frhr. v. H e y l, daß selbst der ^eptzgeber eines achttägigeil Studiums benötige, tun sich dtitch das -^vyruuh der neuen Gesetzesvorschrtsten hmdurchzuarbeite>r. -ter ^laalsiekretar erwiderte hierauf mit gutem Grunde, daß die noch snge Reichsgewerbeordnung eben fortwährend aus ihrem Anzüge hessische Zweite Aammer. Darmstadt, 28. Febr. Am Mmistertisch: Staaisminister Ewald, Minister des Innern Braun, Gch. Rat Dr. Eisenhuth, Mmisterialrat S ü f f e r t, später Finanz Minister G n a u t h. Koufeffionsschul-Tebatte. Nach Eröffnung der Sitzung durch Präsident Haas um 91/1 Uhr wird die Debatte über die Beseitigung oer Kon- fessi 0 nss chulen in Seligenstadt fortgesetzt. Abg. Hebel wendet sich noch üt längeren Ausführungen gegen die geitrigen Erklärungen der Regierung unb befreitet namentlich die Änwendbarleit des Art. 6 des Schulgesetzes für das Vorgehen der Regierung; sie habe aus dem Msatz 3 dieses Artikels nicht die richtige Schlußfolgerung gezogen. Redner bedauert auch die lange Hinauszögerung der Regierungsantwort auf die Anfrage des Ausschusses über diese Angelegenheit Trotz alter Proteste des Gemeindevorstandes, des evang. Üirchenvorstandes und der übrigen Faktoren habe die Negierung einsach die Aufhebung der Koniessionsschulen verfügt, wobei er allerdings glaube, daß der ganze Karre» eigentlich von der Kreisschulkommisjwn zu Offenbach „in den Dreck gezogen" worden sei. Redner bittet die Regierung nochmals, die Sache zu erwägen und sich bereit zu erklären, die frühere bewährte Schuleinteilung in Seilgenstadt tvieder einzuführen. ... m . Geh. Rat Dr. Eisenhuth berteibifft dte vom Vorredner angegriffene KreiSschulkommission in Offenbach. Fehler kämen zwar überall vor, aber wenn bü Offenbacher Schulkommmwn einen solchen begangen hätte unb bie Regierung nicht einer Met-- nung mit ihr gewesen wäre, so lväre sie einfach von ber oberste» Behörbe rektifiziert worben. Er müsse jebensalls ber Amchauung entgegentreien, als habe bie oberste Behörbe bie Offenbacher Krets- schulkommission beden wollen. Der Rebner wendet sich bann gegrn die einzelnen Attssührnngcn des Vorredners m Betreff der Auslegung ber einzelnen Artikel bes Gesetzes. Für bie Verwaltungsbehörde fei, nachdem rechtlich bie Einführung ber gemein amen Schule nicht anfechtbar geivcfcn sei, auch ber praktpck^ Gesichtspunkt mit in Betracht gekommen, baß eine einklassige Schule boch immer nur ein Notbehelf sei unb bie Einführung normaler Schulverhältnisse im Interesse ber Volksbilbimg bringenb erwünscht sein müsse. „ _ r„, Minister Braun toenbet sich in näheren Aussuhrungen gegen bie juristischen Darlegungen bes Abg. Dr. Frenay und rechtlerttgt unter Erläuterung der einzelnen Gesetzesbeftmimungen bie von ber Regierung in Seligenslabt getroffene Maßnahme. . Abg. Abelung gibt nach eine kurze Ergänzung zu 1 einem ausführlichen Ausschußbericht. r ~ .... , Abg. Wolf erklärt, baß er bie Aushebung ber Konfesfwns- schulen in Seligensiabt nicht für gereckstfertigt holte unb mit seinen Freimben gegen ben Ausschußanttag stimmen werde. Nach einigen weiteren Bemerkungen des Abg. Dr. r§r enay wirb zur Abstimmung geschritten unb ber Ausschuß« n t r a g mitgeringerMehrheitangcnomm en. Dagegen stimm-- ten bas Zentrum, bie Bauernbündler unb Abg. Reinhart. Das ReichsvkremSgefetz. Präsibent Haas verliest barauf eine längere Zuschrift beS Vräswiums bes Koburger Lanbtags, worin der hessischen zweiten Kammer freudige Zusttvimung zu ihrer encrgisck)en Stellungnahme bezüglich des Reichsveremssesetzentwurss ausgefprochen und werde. (Beifall.) Das Haus tritt sodann in die Beratung des Staatshaushalts für 1908 ein. In ber Generalbebatte nimmt zuerst bas Wort Abg. Reinhart: Er weist auf sein als Einleitung zum Ausschußbericht über ben Etat gegebenes finanzpolitisches Exposee unb betont, baß nach dessen Drucklegimg als neues, sehr bemerkenswertes Moment bie Ernennung des neuen Reichsschatzsekreiärs Syb 0 w eingetreten sei. Dieser Mann I>abe ben Mut, bie bevor- stehenbe notioenbige Finanzgestaltung des Reiches zu übernehmen, eine gewaltige Ausgabe, bie ihm hoffentlich ou*i) glücklich ge-- lingen werde. Er hoffe, daß derselbe dabei alle die Quctten der indirekten Besteuerung gründlich prüfen werde, durch welche alle fremden Länder ihre finanziellen Mittel flüssig machen. mentlich würden in andern Ländern für Tabak und Brannt-vrin viel größere Staatseinnahmen erzielt, als in, Deutschland, so für Branntwein in England 11.60 Mk., in Deutschland 1.60 Mk., sür Bier in England 6.31, in Deutschland 1.78 Mk. Er fei ber Meinung, baß biefc Genußmittel eine weitere Besteuerung vertragen tonnen unb bebauere, baß bei ber kleinen Reichsfinanz^ rcfvrm vor brei Jahren nicht schon barauf zurückgegriften worbcn sei. Welche Schädigung sei benn durch tutt"- Zigaretten ober dies Biersteuer eingetreten ? Weiter hoffe er, baß auch bie Erbschaftssteuer bes Reiches mehr ausgebilbet werde und daß auch eine Vermögenssteuer sich später ermöglidjen lassen werbe, aber nur, wenn eine gleichartige Grundlage in ben verschiedenen Bundessiaaterr geschaffen sei. Erfreulich sei, baß bas Erttägnis ber birefreit Steuern auch in biefcm Jahr? um mehr als 6OJ LOO Mk. lletgen roicb. An dem in ben letzten Jahren cmgetretenen wirtichastlichn Aufschwung hätten alle, auch bie Arbeiterschaft, teilgcnommen, wie jetzt üud) der sozialdemokratische Sozialpolitiker Ealwcr nad)* gennesen habe, ber eine Lohn- unb Verbienststeigcrung von 37 bis 38 Proz. konstatiert. Chacakreriftisch sei, baß sich bas Oifcn- bad)er Abenbblatt sehr gegen bie von Kairoer ausgestellten Zahlen aussprach. Rebner geht nach loeiteren allgemeinen Bciradftungcn auf spezielle Fragen näher ein, befonbcr-5 auf bie Wohnungsfürsorge. Das jetzige Gesetz von 1902 weise viele Vlängel auf, namentlich bezüglich ber Inspektion, bie bishn zu keinen günstigen Ergebnissen geführt habe, unb zwar, weil die Wohnungsinspektion nur burd) einen selbständigen Wohnuligsin'speltor ausgeübt werden kann, der ein warmes Herz unb soziales Verstänbnis dafür besitzt, unb von ben speziellen Ortsverhältnissen losgelöst ist.. Die Wohnungsinspektion müsse erweitert werben, namentlich auf bem Lande burd) die Einführung von Kreiswohuungsinspettoren. Er habe schon im vorigen Jahre aus bem Kreistag zu Worms einen bahiw- gebenden Antrag eingebracht unb er glaube, daß ber bemnäa>)t liste der zusammentretenbe Kreistag sich in zustimmenbem Sinne bamit beschäfttgen werbe. Ungesunde Wohnungen seien die go sährlichsten Krankheitsbegunstiger und er bitte deshalb die Re^ gierung dringend, dieser Frage die größte Aufmerksamkeit, zu schenken. Man stehe noch unter dem Eindruck der großen Ka»cn- defraudation in einer benachbarten Stadt. Nach seiner Jnformatwn beständen int Großherzvglum etwa 150 öffentliche Kassen, bie alle fünf Jahre bur chdie Oberrechnungskammcr revibiert werden. Dieser Zeittaum sei viel zu lang, ebenso auch die Konttollfrist für bie Spar- unb Darlehnskassen, unb er ersuche bie Regierung, geeignete Maßnahmen zu einer besseren Kontrolle zu treffen, bamit ähnliche uncrfreulidx Vorkommnisse, in Zukunst möglick-st verhmbcrl werben. (Beifall.) . Nach einer kurzen Erholungspause nimmt Abg. Molthair. bas Wort zu einer einstündigen Etats rede. Er brückt zunächst feine Befriebigimg ans über bie Kundgebung des Koburger Lanbtags. Man könne boch in Berlin nicht verlangen, baß bie Bereinsgeietz-i gebung bei uns in Hessen nicht znrückrevidiert werde. Bedauerlich sei bas sckrwankenbe Erträgnis ber Eisenbahneinnahmen. Er hasse aber, baß der Etatsansatz von 15 Millioiien erreicht werde. Tie Tatsache, baß in ben letzten 10 Jahren eine anbauernbe Steigerung ber Steuerverhältnsise stattfanb, sei erfreulich. Entgegen bem Ävrcebner wolle er zu ber Frage ber Reichs steuer resorm keine Vorschläge machen. Das sei ja jetz.. Sache der Blockpartci im Reichstag. (Heiterkeit.) (Ä^müsse sich aber schon jetzt gegen bic Schasfmig cin*t ReichseiufeiMnen- unb Vermögenssteuer erklären. Unter ber Steigerung ber Lebensmittelpreise litten nicht nur bie Beainiten, sondern auch bie übrigen Kreise ber Bevölkerung unb er sei ber Ansicht, baß man ben Wünschen der Beamten burch die vorjährigen Wohnungsgelber unb GehaltS- Verbesserung weit entgegengekommen fei, von bene» man eigentümlicherweise schon jetzt überhaupt gar fein Wort mehr spreche. Redner freut fid), daß bie Landwirtschaft durch bie Zollgesetzgebung gekräftigt wurde. Er müsse aber beklagen, daß sich die rheinl)essiid)e Lanbw.rtsck>aft schon seit 2 Jahren in einer großen 9fr)frage befinde, die noch durch den teuren Geldstand verschärft werde. Dadurch würben leider noch viele Existenzen vernichtet werden, aber man hoffe doch auf eine baldige Besserung. ReSner ersucht bann bic Regierung um Auskunst über ihre Soellung zum RcichS-veuiq Gesetz; die ,Verzuckerung der Weine müsse nicht bie Regel, )onderw bie Ausnahme bilden. Weiter führt Redner aus, datz bie. gesetz-i geberische Tätigkeit eine sehr wenig pwbukiive gcrocicn ici und, beklagt namentlich, daß es nicht gelungen sei, jetzt endlich burch bic Wahlrechtsvorlage zur Erledigung zu bringen. Er lvolle nicht darauf eingehen, ob bie Regierung bie Sache am falschen Ende anpacktc ober ob nicht ber Widerstanb gegen bas Gesetz auf einer prinzipiellen Abneigung überhaupt beruhe. (Abg. Dr. Fulba ruft: Ihre eigenen Parteigenossen!) Rebner hvsit aber, baß bie gierung aber alsbcclb bem nächsten Lanbtag eine neue Vorlage : machen werde, über die eine Verständigung möglich sei. Auch bie neue Vorlage über bie Gemeinbesteuerresorm unb bie Erledigung ber Verwaltungsgesetzrevisivn sei dringend ernriinfM auch sollte bic Regierung eine feste Stellung gegen die Schissahrlsabgaben einnehmen, wie bas jüngst auch bie badische Regierung getan habe. Abg. Tu. Osann: Es erscheine ihm nicht fraglich, baß nicht bie Kammer allein, sondern auch die Regierung eine Nllc- schuld tvefsc, daran, baß bie großen, in ber Thronrede ange- ' Eüitbigtcn gesetzgeberisck-en Aufgaben feine Erlcbigung gejunben haben, besonders die Berwattungsgcsetze uub oie Gemeindesteuer- re form, sowie bie Durchführung ber Bodenkultur im Vogelsberg, bie Schutzgesetzgebnng für bic Bauarbeiter unb andere wichtige : Aufgaben, nicht. Von den größeren Aufgaben sei nur bie Wert- ■ zuwachssteuer erledigt worden, lvährend alle anderen wichtigen Fragen auf die Zukunft versdjoben werben müßten. Ein Teil bcr Schulb baran bilbete» bie alljährlichen langen Etatäoera-, । tungen, bic auch ein großes Hemmnis für bie Arbeiten der 91 o : gierung feien. Die letztere Frage habe nuit bem Liberalismus ■ nichts zu tun. Wenn Baben unb Württemberg 2 jährige Bubgets 1 besäßen, bann könne die Frage auch bei uns einmal in Erwägung herauswächst und wenn man hinter der »naiühaltsamcn Entwickelung I mitgeteilt wird, daß der Koburger Lanbtag eine Resolution ganj ber wirtsämsilichen unb sozialen Verhältnisse des gewerblichen in bemselben Sinne angenommen und Die Regierung ersucht habe, ■ " " * ~ ihren Vertreter im Bundesrat ebcnsallS in diesem Sinne zu instruieren. (Bravo.) Der Präsident teilt im Anschluß daran mit, daß auch für die hessische Kammer eine foldje Resolution in Vorbereitung sei, die hofsentlich eine einmütige Zustimmung finden Ciikaoapoliieke. BW, des 92.40 | Elektnz. Laluneyer . ö^°lt 137.21 . 197.50 . 111.50 4>L"/„ russ.btaatsaul. 190.) 4>6U,/O Japan, btaatsanleiüe 1 % Couv. Türken von luuo Elektnz. Leimekerl. . Eschweiler Bergwerk . 142.70 . 124.20 . 237.40 Canada E. B. . . . Darmstadter Bank . Deutscne Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz fester. Harpener Bergwerk i,aurauütte . . ..umbarden E. B. Nordd. Lloyd . . . ürnenlose . . . . 12050 . 103.0)0 . 20a») 61.20 61.50 94 -b 87.60 95.20 18120 uaeoo 195210 21120 103*0 94*0 lö&*o 128.Ä5 23 6 860 Reiehsanleihe do. Konsols . . do. Hessen . . Oberbesseu Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amenk. PakeLL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... >ordd. Lloyd . . . . . Ubeischies. Eisen-Industrie 3^°/< 3-6 3>i°/< 3-6 Sonntag. 1. Jiarz 1*30#, ß-to nur v. 4—9 Uhr nachm. offen: -SlL Türkenluse..... 1% Gneeh. Monopol-Anl. 1% äussere (Argentinier o°/e Mexmanei . . . 4 v/0 Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W. . . . 1 enden ; zieml. fest. Berliner Haudelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . < Deutsch-Asiat. Bank Diskontu-Komuiandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktieu . . . . Baltimore- und Ohio- EisenLahn . . . . Gottuardbahu . . . . Lombard. Eisenbahn . Uesterr. ötaaisuanu . . i'rince-Henii-Eisenbabn 4 >6 UesteiT. Goldrente. 4l/e % Uesterr. bilberrente VA Ungar. Goldrente . . und Industrie, Giessen. Frankfurter kfcörwe, 29. Februar, 1.15 Uhr. Giessen, den 29. Februar 1108. ^rossh. Foltgeiami, Reinhart. 4-6 3-6 3-6 82.70 92.30 82.70 91 00 92.00 99 10 99.cO 94.25 . 148.00 . 49.50 . 86.00 . 65.25 . 96.15 Der Präsident der zweiten Stummer hatte die Absicht, zur möglichsten Beschleunigung der Eicusbeialung auch am Samsiag Sitzung abzuhallen und womöglich schon an ötejem Tag die Generaldebatte zu Gude zu sühren. Da |id) in der gelingen Sitzung jedoch zahlreiche, namentlich oberheisische Abgeordnete Dagegen aussprachen und erklärten, lieber am Faschmg-Diensiag Sitzung abzuhatten, auch MiNi|ter Braun wegen seiner Fahri nach Büdingen cm der Teilnahme der Samstags|itzung oeihinDert wäre, ent|chied das Haus durch Abstimmung, Da# am nächsien Dienstag die ILtatsberatung sortgejetzt werden |oll. * Der Antrag der Abg. Haas und 40 Genossen aus allen Parteien, betr. die Vereins - und Versammlungsfreiheit, lautet: Die Zweite Kammer wolle die Großherzoglichc Regierung ersuchen, die Bundesratsbeoollmächrigten zu beauitragen, im Bnw- desrctte mit aller Energie dafür zu wirken, Daß Die im Groß- herzogtum gewährleistete Vereins- und Versammlungsfreiheit durn) das int Reichstag zur Beratung stehende VereinSge,etz nicht beeinträchtigt und vertümmert werde. Zum mindesten aber dafür einzmreten, daß durch einen Zusatzparagraphen zu Die]em Gesetz die bis letzt im Großherzogtum Hesten begehenden Zuitände bezüglich des Vereins- und Versammlungsrechtes auch fernerhin erhalten bleiben. Ein Antrag des Abg. Damm geht dahin, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, üt Dem Nachtrag zum Staatsvoranjchlag bei den Staatsdienstaspiranten auch die B a u a u f s e h e r mit einzubegreifen und eine Teuerungszulage in ailen Städten zu gewähren und zwar in prozentualer Weise wie bei den angestellten Beamten. Eine Anzahl Ortsbürger von Dauer nheim richtete eine Eingabe an die Zweite Kammer, in der sie über eine von ihnen gewünschte und angeblich ungerechtsertigterweife nicht erfolgte Rechtsverfolgung gegen Den seitherigen Bürgermeister Gg. Wolf Daselbst Klage führen. Eine größere Anzahl von Ausschußberichten, die Abg. Dr. G u t s l e i s ch im Namen des Finanzausschußes erstattet hat, beschäftigt sich mit Vorstellungen von Beamten wegen Regelung ihrer Einrommensverhältniste u. Dgl. Zur Vorstellung Der H o ch- bauaufseher, Tammeister und Kreisstraßenmeister beanlragl der Ausschuß, daß Die Regierung sie unabhängig von der Revi]ion der Besoldungsordnung in recht baldige wohlwollende Erwägung ziehen möge und auch die Kreise Die bevorstehende Verbesserung mitzumachen veranlaßt würden. Zur Berüclsichtigung bet der bevorstehenden Revision der Besoldungsordnung werden empfohlen Die Vorstellungen Der Amtsgerichtsregistratoren, Der Kanzleigehufen an Den Kollegialgerichten, Der Ministerialtanzlisten, Der Diener Der Technischen Hochschule und des Vereins mittlerer Justizbeamten. Eine Vorstellung Der Schreibgehilfen bei Den Amtsgerichten, Landgerichten, Staats- und Amtsanwaltschasten wird durch Die seitherigen unD bevorstehenden Etatsverhandlungen als erledigt betrachtet. Keine Folge soll gegeben werden .Den Vorstellungen des Bundes deutscher Militäranwärter, der Brückenwärter in Oppenheim und Gernsheim, der Gerichtsvollzieher, des Landes- verirandes deutscher Militäranwärter und Der Gefangenaufseher und Gefangenwärter Der Haftlokale. Der vierte Ausschuß beantragt ferner Ablehnung des Antrags Ulrich, daß für Die Bedürfnisse der Religionsge - meinschaften staatliche Mittel nicht mehr verwendet werden sollten. Auch den Anttag Ulrich wegen unentgeltlicher Lieferung sämtlicher Lehrmittel beantragt Der Ausschuß abzulehnen. Die Regierungsvorlage wegen Der Abänderung des Hunde st euergesetzes beantragt Der Ausschuß anzunehmen. nach Schluß von jedem Verkehr frei bleiben. Münzenberg, 28. Febr. Schuhmachermeister Ludwig Spathelf feiert am morgigen 29. Februar seinen 14. Geburtstag und vyllendet an diesem Tage sein 56. Lebens- jahr. Seine Freunde wollen in Der Gastwirtschaft eine Feier mit Musik und Gesang veranstalten. * Ortenberg, 27. Febr. Unsere Bezirkssparkasse hatte am Ende des Rechnungsjahres 1906 einen Eirckagenbeftand von 1 724 409,49 All- Der 9Reingewinn betrug 12 217,11 Alk., der Reservefonds 148 963,67 M Aus Stadt und Lund. Gietzeii, _9. Febr. 1908. Unser erstes Preisausschreiben, mit dem wir kurz vor dem Weihnachtsfeste an unsere Leser in Stadt und Land herantraten, hat recht erfreuliche Ergebnisse gezeitigt. Wir ersehen aus der Fülle der uns vorgelegten Arbeiten aufs neue nicht nur, welch einen urwüchsig handel. — Ter Verein allerTavafinteresientenTeutsh- lands hatte am Mittwoch eine ordentliche Generalversainmluiig m Dein großen Sltzuugsiaal des Vereins Berliner^Haiifleuie uni) Industrieller, Icigerstiape, einberuien, um zu Der Frage: „Ist die Gefahr Der Euuüyrung einer Banderolsteuer auf Zigarren als endgültig beseitigt zu betrachten?" Stellung zu uehmeu. 'Jlaci) einem Referat Des Synditus obigen Vereins Dr. Ionas wurde einstimmig solgeuDe Resolution angenommen: „Der Verein aller Siabat'nitertf' jenien DeuischlauDs erklärt sich gegen je De Steuerdc- lastting der Ta bat dran che, msbes. gegen Die geplante BanDero Ist ene r, welche Tausende von Arbeitern brotlos machen, einen großen Teil Der felbfiänDtgen Üleinbetriebe und Dti Handlerfiandes vernichten, Der Koiizentration Des GroßbeirickeS Vorichub leisten unD Demnach m eminentem Sinne mittelstaiids- fetnblid.) wirten würDe. Ter Verein wendet Zlch energisch ge,^ Die fortwährende Beunriihigimg Durch Die Steuerprojette, roeidi i Die Branche nicht zur Ruhe fommen lassen unD eine gedeihliqr Forteutwictlung iriiinöglich machen". Beniner K»vr*e, 29. Februar. Aulangskurse. großartige Zentralhotel. Tann ging die Reise weiter an Gibraltar vorüber nach Tanger, welcher Stadt ein längerer Besuch gemacht wurde. ^Hier erregte namentlich die köstliche Schilderung des Straßenlebens Interesse. In guter Fahrt legte dann Die „Salona" die Fahrt nach . 137to . 17M . 1370u0 . 2O2.‘?5 F . 821«" ' 25!) .' 14h/ . UM Fernersiehenden Gelegenheit bieten wird, sich über die Forderung Des Franenstimnirechts zu orientieren. ** Gesellschaft für soziale Reform. Der Hessisch- Nassauische Zweigverein Der Gesellschaft für Soziale Reform halt m Der zweiten Hälfte Des Mouais März 1908 m Gießen eine Versammlung ab, in Der Professor Tr. S ti e r-Somlo aus Bonn über „Dringende R e f o r m p u n k t e der Deutschen Ar- b e i f e r - V e r s i ch e r n u g" sprechen wird. ** Im Alpenverein, ©eftion Gießen, sprach am Donnerstag abend in einer sehr gut besuchten Alit- glieder-Versammlung Zahnarzt Jäger über eine im Sommer 1906 ausgeführte Seereise, die ihn von Marseille über die Balearen und Tanger nach den kanarischen Inseln führte. Am 26. Juli schiffte sich die Reisegesell- schast in Marseille auf der „Salona", einem schmucken, jachtartigen Schiff, in Marseille ein, zunächst nach den Balearen, deren Hauptstadt Palma am anderen Tag erreicht wurde. Infolge eines Mißverständnisses machte das Landen einige Schwierigkeiten, man hatte zwar der deutschen Reisegesellschaft das Landen gestattet, nicht aber dem Schiffe das Anlegen. Der Redner schilderte dann mit anschaulichen Bildern die auf der Insel gewonnenen Eindrücke, besonders die gewaltige Kathedrale und das Die nach- A acmato9en. Der Appetit ertvacyt. Die ociüiocn und körperlichen Krcilv werden raich gehoben, das Geiamt-Reroerivtteul ßcmirft. - ibian verlange jeboefc ausdrucllich das echte Dr. HomUikN' OacflitiMsa-iytiLlfllis. lüLfcuieJ)« vielen Dlacbatimunaen aurx&w Italien. Heute . . . Portugiesen Serie I Portugiesen „ 111 . . 19a.£ . . 21.2. . . 2i.äi . . 10.’ K ■ . 14ü.2i 9\ toenontinen werden. Die Ministerien jener beiden Staaten hatten durch die 2 jährigen Budgets immer 1 Jahr Karrenzzett für die Erledigung der anderen Gefetzesaufgaben. Sehr erschwert seien die Beratungen auch durch die große Reihe von Initiativanträgen von Mitgliedern des Hauses, die alle 3 Jahre wiederkehren, z. B. die sozialdemokratischen Schulanträge und durch die monate- Tangen Kummerberatungen. Für die Besserstellung der Beamten seien im vorigen Jahre bedeutende Mittel aufgewendet und dadurch die Notlage beseitigt worben. Ein Wort des Tankes dafür seitens der Beamten, wäre durchaus am Platze gewesen. (Bravo.) Tie Stellung eines Abgeordneten werde einem bald beinahe verleidet durch die vielen Beamtenpetitionen. Tie Beamten mü&teu poch auch Rücksicht nehmen auf die ganze Finanzlage des^ Landes. (Beifall.) In Oberhessen seien das 300 jährige Jubiläum bet Universität Gießen und die Gruppenwusservenorgung bei Nauheim-Friedberg erfreulixljc Lichtpunktegewesen, dagegen fei höchst bedauerlich. Die jüngste Falliterklärung des Bankhauses in Büdingen, bei welchem nicht nur Die Gemeindekasse 100 000 Mk., souDern auch die Bewohner Der Umgegend noch mehrere 100 000 Mk. einbußen würden. Es frage sich, ob der Staatsregierung nicht Darüber em Vorwurf zu machen sei, daß sie Den Bürgermeister nicht richtig fontrollierie. Die Kammer müsse hierüber vollstänDige Aufklärung verlangen. Ebenso beklagenswert seien Die Vorkommnisse m Offenbach. Es frage sich, ob Die Regierung vor Der Befläligung Des Tr. Tullo ihre Pflicht erfüllt habe. Sie hätte Die Frage prüfen müssen, ob derselbe auch Die geeignete Persönlichkeit für das schwierige Amt eines Offenbacher Bürgermeisters sei, und ob seine Vergangenheit ihn als Den richtigen Mann für Diesen wichtigen Posten erscheinen ließe. Tie bloße Tätigkeit in einem slatistiichen Bureau konnte Doch keine Gewähr Dafür bieten. Es habe beionders peinlich be= rü rl, wie bei Der Anlegung der Offenbacher Gelder verfahren worden sei, und es wäre Pflicht der Regiernng geweien, hier schon längst energisch enrugreifen, wozu Die Gesetzgebung sehr wohl Die Möglichkeit bot. '-Ulan Düne sich nicht Himer Der Ausrede verschanzen, daß ein so großes Gemeinwesen wie Offenbach, seine Angelegenheit selbständig ordnen müsse. Nicht minder peinlich mußte es berühren, Daß gcraDe in Der kritischen Feit Der Bürgermeister auch noch ausgezeichnet wurde. Solche Vorkommnisse mußte die Regierung verhindern. Weiter gibt Redner- feinem Bedauern über die enorme Nach'orderung von 221 000 Mk. für den Umbau des Darmstädter Hoftheaters Ausdruck und betont, es müsse auch Klarheit Darüber geschaffen werben, wie sich die Regierung zu solchen Temonstrationeu stelle, wie die jimgft in Berlin oorgefonunenen. In jener Darmftädter Temonslraiions- versammlung habe Abg. Tr. Fulda ausdrücklich erklärt, daß eine Demonstration nur in Rücksicht auf Die geringe Zahl Der Besucher unterbleibe. Wären wir 20u0 Mann stark, jagte er, so würben wir eine Demonstration machen. Tas sei boch eine Drohung mit Gewalt, Deren sich Die SozialDemokralie schuldig machte. Die SozialDemokrateu unterbrechen durch vielfache Zivischenrufe. Rediier menbet sich Dann gegen den Abg. Köhler, Der m einem Artikel im Bayrischen Vaterland bie akademisch Gebildeten tu Hessen angrifj. Das werde Dem VizepräsiDeiiten De6 hessischen LauDtags aber nicht geschenkt bleiben, besten ganze Agitaiwnsweise sich immer mehr Der Sozialdemokratie nähere. Vor einigen Tagen wurde im Reichstag von Dem sozialdemokratischen HepenlanD gesprochen, erhöbe es aufrichtig bedauert und Die Zahlen in TarmpaDt, Offenbach und 'Mainz hätten uns doch mit grogcr Freude erfüllt, „Die SozialDemokrateu haben bisher unferm Lande gar nicht ober ,ehr wenig genützt, bas Bürgertum hat alles getan". (Lebh. Bravo ) Die Debatte wird barauf abgebrochen und bis Tienstaa vorm. 10 Uhr vertagt. l'eieionssorte itursoericiate tiiessenei Anzeigers, nutgeteilt von der Bank für Handel wieder. Besucht wurde u. a. Lus Palmas, das Höhlendorf Atalaja, Santa Kruz und die alte Hauptstadt San Cristobal de Laguna. Den Schluß der Reisebetrachtunaet: machte dann die Beschreibung der Besteigung des Pi, von Teneriffa, der mit seinen nahezu 4000 Metern See. höhe eine entzückende Aussicht bietet. Dem Vortrag folgte lebhafter Beifall. Die zahlreichen herumgereichtcn Bilde: ergänzten die Ausführungen des Redners m treffliche; Weise. An den Vortrag reihte sich die interessante Vor-. führung von etwa 65 Lichtbildern, die teils den im Vor, trag geschilderten Gegenden, teils Madeira, Portugal und Spanien entstanimten uud fast ausschließlich Aufnahmer. des Herrn Jäger waren. Dem Redner „des Abends, sowie dem Spender der Lichtquelle, Professor Koob, sprach der Sektionsoorsitzende Professor Hedderich warme Dankes- worte aus. -x Staufenberg. 28. Febr. Heute morgen gegen 10 Uhr wurde die Lerche einer Frau Vogel aus einem inmitten unserer Stadt gelegenen Teiche herausgeholt Die Frau, dre kaum 10 Meter von dem Teiche wohnte, hatte sich am Morgen zwischen 6—7 Uhr aus ihrer Wohnung entfernt. Anscheinend liegt Selbstmord vor. Butzbach, 28. Febr. Vom 1. Bataillon oe5 Infanterie. Regiments Nr. 168 finDet am 3., 4., 5. und 6. März 1908, jedesmal von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmiltags gefechtsmäßiges Schießen mit scharfer Rttmition im Gelände Griedel-Gambach mit Schußrichtung von Höhe 186 südlich des Bockenheimer Baches gegen den Silber-Berg flatL Das für den Verkehr gesperrte Gelände wird begrenzt: Jnr Süden durch die Straße Butzbach—Oberhörgern, mt Weste« durch die Dlain- Weser -Bahn, im Norden durch die Straß- Lang-Göns—Holzheim, im Osten durch Die Straße Holz- he,m—Gambach. Die als Grenzen angegebenen Wege, joiuie Die genannten Ortschaften Dürfen betreten werden, jedoch muß das innerhalb dieser Grenzen gelegene Gelände 1 Stunde sondern auch daß der Oberheffe über eine kräftig gestaltende Einbildungsgabe, über ein temperamentvolles Beobachtungstalent und ein frisches Darstellungsvermögen verfügt. Die Zahl der in Ober Hessen von altersher umlaufenden Schwänke ist Legion, und fast jeder Tag gebiert deren neue. Unterstützt von einigen Der hervorragendsten Freunde und Förderer oberhessischen Volkstums, denen wir für ihre reundliche Mühewaltung auch an dieser Stelle unseren Dank abstatten, haben wir Die uns zugegangenen Arbeiten geprüft und sind zu folgendem Endergebnis gekommen: 1. Schilderungen geborener Otnrheffen aus ihrer M'litarzeit. Von den uns vorliegenden Arbeiten dieser Art haben wir freilich keiner einen 1. Preis zuerkennen können. Immerhin ist die eine, betitelt: .Ein Patrouillenritt", von W. Fischer in Gießen, so nett und lebensvoll erzählt, daß ihr em 2. Preis von 20 Mk. zuteil werden soll. 2. Nacherzählungen von oberhessischen Schwänken und Sagen. Derartige Arbeiten sind uns m großer Anzahl vorgelegt worden und zwar in gebundener wie in ungebundener Rede, Darunter solche, Die von nicht alltäglichen Talenten zeugen. Den ersten Preis im Betrage von 40 Mark erkennen wir Herrn Lehrer H. Strack in Ruppe rtenroD zu. Er ist der vortreffliche Nacherzähler von ein paar nichts weniger als zarten, vielmehr köstlich saftvollen Schwänken. Der Derbe Volkshumor kommt in ihnen zu vollkommener Geltung. Die preisgekrönte Humoreske trägt den Titel: „Wie Die Schwarzbächer ihren LanDgrafen empfingen". Der Scherz Dürfte wohl manchem bekannt fein, feine Darstellung aber durch H. Strack ist nach einstimmigem Urteil der Prüfungskommission preiswürdig. Zwei zweite Preise im Betrage von je 2 0 Mark erhalten Herr Vogt, Direktor des städt. Lichtwerkes in Bad Nauheim, für Die wohlgelungene Niederschrift von ein paar humorvollen Schnurren in echt volkstümlicher Mundart, und Herr Amtsrichter Dr. Pusch in Orten berg für eine aufs glücklichste in die Form einer Ballade von schlichter Schönheit gekleidete Sage unter dem Titel: „Das Liebesweh von Stormfels." Sämtliche preisgekrönten Arbeiten werden demnächst in den „Gieß. Familienblättern" zum Abdruck gelangen. Lobender Anerkennung für wert erachtet werden die uns vorgelegten Arbeiten von Den Herren Pfarrer Hotz in Schlitz, Der in seiner Erzählung „Hexenspuk" eine Fülle wertvollen volkskundlichen NlaterialS nut großem Fleiße iammengeiragen hat; Lehrer A. Kneipp in Gießen, Der Die Sage vom LangsDorfer Gänsboru weiter auSgcbaut und hübsch erzählt hat; A. Decher in Ort en berg, Der eine Reihe oberhess. Schnurren gut pointiert lüieDergegeben hat; und endlich Frau M. Todt in Gießen für einige novellistische Skizzen Die von feiner Beobachtungsgabe und warmem Gemüt sengen und denen ein 1. Preis gebührte, wenn sie nicht vollkommen des oberhessischen Gepräges entbehrten. Tie Veröffentlichung dieser Arbeiten, einiger ^weiterer wohlgelungener Volksballaden von Dr. Pusch, sowie noch mehrerer anderer aus Anlaß des Preisausschreibens uns eingereichter Nranujkripte behalten wir uns vor. Die Bewertung der landwirtschaftlichen Preis- aufgaben wird binnen kurzem durch Herrn Prof. Dr. Gisevius erfolgen. •* Hofperson alien. S. H. Der Großherzog haben den Finanzaspiraiiten Jak. Bachert aus Darmstadt zum Hofmarschallamtsassistenten ernannt. *' Staatliche Prüfung von Krankenpflegepersonen. In nächster illummer des Großh. Regierungsblattes wird eine Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern über die Vorschriften für die staatliche Prüfung von Kiankenpflegepersonen erscheinen, die in engem Anschluß an den vom Bundesrat empfohlenen Entwurf neben Den Prüfungsvorschriften auch Den Plan für Die Ausbildung in Der Krankenpflege enthält. Abdrücke Der Bekanntmachung luerDen von der Kanzleiinfpektion Großh. Nllnisleriums des Innern bereit gehalten unD gegen Den Preis von 15 Pfg. für Das Exemplar abgegeben. Em besonderes Interesse Hal Die Bekanntmachung für Kiankenpflegepersonen, Die bereits ausgebilDet und feit längerer Zeit beruflich tätig, die nachträgliche staatliche Anerkennung zu erlangen wünschen. ** Hessischer Landesverein für Frauen--- st immrecht. Nachdem sich zuerst in Worms, Dann in Tllainz und Darmstadt größere Ortsgruppen für Frauenstimmrecht gebildet hatten, die sich nut einzeln in Hessen zerstreut lebenden Ällitgliedern zu einem Landesverein zusammenschlossen, ist nun auch in anderen größeren und kleineren Städten das Interesse an der Sache lebhafter geworden. So in Gießen, Offenbach, Nauheim usw. In Gießen findet Donnerstag, 5. März, ein Vortrag von Frl. Ad. von Welczeck flau übet: „Die Frau in Staat und Gemeinde", der auch gesunden, guellsrischen Humor Der ober-hessische Volksstamm besitzt, eine Tatsache, die ja weithin bekannt m — man denke Iden kanarischen Inseln zurück. Von der tropischen Pracht nur an Ernst Eckstein und dessen köstliche Schulhumoresken —I dieser Inselgruppe gab der Redner lebensvolle Eindrücke 4 Zimmer die ©teuerprojeliMl lijeii und eine geiti einem einnc imuelii :nöet sich energijch M Srankfurter Strane 75 ä 5'Zimmetwohnungen per ü)ril zu vermieten. 1482 frankfurter Straße 59. Noouitraffc jumner-Mohuung mit Balkon, -ä.randa und allem Zubehör per > Avril 6u vermieten. 1212 Näheres rlioonstrabe 22, varr. icrejiciiteii^ti: lidje ticneialDtiw.:- 5 Äcrlnier liaiijlM W in zu der jjvage: ,?■ .euet auf Zigarren L-W ; zu nehmen. WaanÄ Zonas wurde ci^rW x Herein aller gen jede Sieutttl lebe;, gegen die MM j e von Ärhcilern ■ igen jlleinbeiviebe väl > urniion des Krokis» i rjj" cidl.L S'Oiihefirnüe *?'> parll, schöne i eleg.4-Ziuuu. ■ nPunö per 1. Avril od. früher »4. vermiete>r. Naiveres vormltt. (t Jfrrtyl ^?^lbst zu erfahren L^Cbelstraffe 111. 12m Ludwtgfirafjc 57 s 1 k jne 5-Zimmerw. per 1. April । ui. irüher zu verm. 9ttU). dafewfl. 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