Mittwoch 23. Dezember 1908 Erstes Blatt 158. Jahrgang GietzemrAnzeiger Vez«g»pret»r monatlich 7lrP1^ otert* jährlich Mk. 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Mk. 2.—viertel- töbrL ausschl. Bestellg, ZeilenprerS; lokal ILPf^ auswärts 80 Plennig. Perantwortlich für den politischen Teil, für .Feuilleton^ und Rr. 302 Ter Lietzener flnjetget rfd)cuu täglich, aufeer LonnlagS. - Beilagen; viennal wöchentlich KlehenerZoniillenblätter, zweimal li'öchenll.Ureir- blatt für den Nreir Siehrn (Tienemg und Freitag) , zwennal monail Land- wirtschaftliche Seitsragea sterrispre^ - Anschlüsse r MZ General-Anzeiger für Oberhessen «ss jül tu e- plänen des englisa-cn Königspaares nichts bekannt geworben. König Eduard hat am 11. August in Kronberg dem Kauer ange- kündigt, daß er zu Anfang des Jahres 1900 mit der Königin nach Berlin yi kommen gebende. Seither ist eine Absage dieses mrgekündigten Besuches nicht erfolgt Der Kohlenbedarf der Deutschen Marine sollte, wie jüngst oerrautete, diefesmal in England gedeckt werden. Diese Meldung bestätigt sich erfreulicherweise nicht. Dem Berliner Korrespondenten der „Köln. Ztg." wird an zuständiger Stelle bestätigt, daß in den letzten Tagen der Aofchiuß der Lieferung des Kvhlenbebarss für die deutsche Marine aus ein Jahr vom 1. Januar ab nach längeren Verhandlungen, in deren Verlauf bie Ceutpten Kohlenlieferanten ihre ursprüngliche Forderung ermäßigten, erfolgt ist. Der Mehroedars an Stoßen wird ausschließlich von beiufdjen Zechen geliefert werben, nur für einige Sonder- zwecke wird engiijaje Kvhie zur Verwendung gelangen. Deutscher Staatsbahnwagen-Verband. Die Korrespondenz Hofsmann meldet: Die oageriidje Regierung ge- neljmigte das in Frankfurt a. M. vereinbarte Uebereinkommcn über die Bildung eines deutschen Staatsoahnwagen-Verbanbes und erklärte damit den Beitritt der bayerischen Staatseisenbahn- Lerwaltung einjchticßltch der Pfalz zum deutschen Staatsbahn- wagen-Derband. . Aerzte und Lebensversicherung. In dem Streck zwischen den LebensversicherungS-Anstalten und dem Aerzte-Ber- banb hat, wie der „Schwäbische Merkur" berichtet, das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privat-Versiclierung seine Vermittlung ange- boten und Vergleichsverhandlungen unter dem Vorsitz seines Präsi- Dnitcn oorgeschlageii. Die Lebensversich)crungsanstalten haben bte>- fem Vorschläge zugestimmtt Weihnachtsgratifikation. Den Beamten und Pev- sonal der Pfälziscljen Eisenbahn in Ludwigshafen wurden gestern je WO Mk., den Arbeitern und Nichtfestangestellten je 50 Mk. Meihnachtsgratifikation ausgezahlt. , 2lu*laiiö. Das Kabinett fbienciiy loirb allem Anschein nach keine lange Lebensdauer haben. 9Zad) Meldungen aus Wien sind Die Verhandlungen des Atinisterpräsidenten Baron Bienerth mit Den deutsch/'böhmischen Abgeordneten, den böhmiscl)en Landtag arbeitsunfähig zu machen, gescheitert Der Ministerpräsident war nicht in dec Sage, den Deutschen ernste und ausreichende Zusicherungen von tschechischer Secke zu bringen, weshalb bie deutschen Abgeordneten erklärten, für die Arbeitsfähigkeit des böhmischen Landtages keinerlei wie immer geartete Garantien zu übernehmen. Der Landtag des Königreich Böhmen wird demnach in nächster Zeit nicht zusammentreten können. Tie Subvention der Gottharbbahn. In der gestrigen Sitzung bes Standerats in Bern teilte der Ches des Eisen- vahndepartements, Tr. Forrcr, bei der Beratung des Budgets Der Cisenbalmen mit, daß Deutschland und Italien zum 1. Mai 1909 bie Barrückzahlung ihrer Gottdardbahn-Subventionen von zusammen 85 Millionen verlangen. Die Schweiz werde gegen Diesen Anspruch Verwahrung einlegen. Der Führer der meuternden Fremdenlegion n L r e. Wie aus Oran mckgeteilt wird, erklärte der frühere Leutnant von Rhode, der Führer der geflüchteten Legionäre, daß er im Auftrage der deutsckren Regierung gelymbelt habe, nach formellen und osfiziellen Instruktionen. Er fügte hinzu, baß alle Liquidationen, bie er unterwegs unterzeichnet habe, von ber deutschen Regierung beglidxn werden. Franzäsischerseits wird diesen Behauptungen nickst der geringste Glauben beigemessen, ebenso- wenig aber auch auf deutscher Seite. Aus Statt und Land. Gießen, 23. Dezember 1908. — Tageskalender: Stadttheater: Mittwoch nachmittag 3'1, Uyr: Kindervorstellung: „Die Puppeniee" und „Tas Wetterhäuschen." — Der Hessische Handelskammertag hält am 3. Januar 1909 eine Sitzung ab, die sich hauptsächlich mit Der Reichsfinanzreform befassen wird. • • Erledigt ift die Stelle des Kreisgeometers des Kreisvermessungsamtes Fürth. • • Hessische Fin a n zassessoren. Arn Sonntag- fand in Frankfurt a. M. eine gut besuchte Versammlung der hessischen Finanzasiesioren statt. Dieselbe beschäftigte sich eingehend mit der Erörterung der Frage, welche Rtaßregeln vorzuschlagen seien, um das außerordentlich ungünstige Verhältnis zwischen provisorischen und desinitioen Stellen in der Verwaltung der hessischen direkten Steuern zu mildern. • • Fürsorge für vorgeschrittene Tuberkulöse. Die LanbesversicherungSanstalt Großherzogtum Hesien hat seit einiger Zeck eine sehr segensreiche, aber wie eS scheint, leider noch nicht genügend bekannte Einrichtung geschaffen. Sie besteht darin, daß sie vorgeschrittene Tuberkulöse gegen Abtretung ihrer Invalidenrente in kleineren ländlichen Krankenhäusern unterbringt. Die Absonderung solcher Tuberkulöser aus der yamilte stellt eine äußerst wich- tige Maßregel im Kampfe gegen die Tuberkulose dar und ist nicht als eine Härte, sondern als eine Wohltat für die Angehörigen und für den Kranken aufzusaffen. Solchen Personen wird in den Krankenhäusern, von denen zurzeit vier zur Verfügung stehen (3 m Starkenburg, 1 in Oberhessen), volle Verpflegung und sorgsame Behandlung zuteil. Hoffent- Gicszener ibta^itOcatcr« Cornelius Votz. Lustspiel von Franz von Schönthan. Nicht nur die Kinder speist man nach NathanS be- lühmten Worten mit Märchen ab. Im Grunde sind die Lrwachsenen viel leichtgläubiger und märchenfroher als all bie Kinder, die noch mit großen, fragenden Augen in den btrubel des LebenL sehen, und un Grunde sind sie auch viel leichter zufrieden zu stellen. Sie sind ja so glückhungrig, so Jantbar, die Menschen — auch ohne Neid und Falsch sind sie, wenn sie der anderen Glück und Freude — auf der Bül)ne sehen. Ist dann ein bißcben Laune dabei, ein bißchen Witz und cm ganz klein wenig ,ohn und Innerlichkeit, dann ind sie zufrieden und fröhlich. Die Sehnsucht nach Glück ift ja so groß im Vienschen, sein fDhtleib so stark und innig, )aß er vor der Bühne immer zum großmütigen Schutzengel vird und ängstlich auf das Wohl der girrenden Liebespaare Bedacht ist. Wie gern folgt man einem liebenswürdigen md witzigen Plauderer wie Franz von Schönthan auf den nelfach verschlungenen Irrgartenwegen seiner zahlreichen Liebespaare, obschon man von allem 'Anfang an das schließ'- liiche Ende deutlich erkennt. Klar und durchsichtig, ohne tcusgeflügelte Seitensprünge geht die Handlung auch in dem schalkhaften Spiel des falschen Cornelius Voß dahin — Daunig und voll Witz — der nicht immer ganz frei von jener sjröhlichen Satire ist, die stets so fröhlichen Beifall findet. Die Aufführung, die von Rudolf Goll gut vorbereitet imb flott und sicher geleitet war, ließ ün allgemeinen und üm besonderen kaum etwas zu wünschen übrig. Clemens Kod en war ein recht schneidiger Prinz und fand sich auch in seiner Doppelrolle gut zurecht, Hermann Bakos als Graf Pernwald litt anscheinend an einer kleinen stimmlichen Unpäßlichkeit, traf aber in Spiel und Maske eine ausgezeichnete Bureaukratengestalt, die in ihrer leichten Ueberhöhung von vorzüglicher Wirkung war. Claire Albrecht als Baronin und Anni R o e b e r als Paula beherrschten ihre Rollen sowohl darstellerisch als auch stimmlich mit der durch eine schöne Gewöhnung zur stehenden Erscheinung gewordenen Vertiefung und Sicherheit. Rudolf Go 11 als Bäckers war wie fast immer von liebenswürdigem Humor und vornehmem Takt, Dorle M a i s a r t h als flottes Stubenmädchen nett, schalkhaft und lebendig, Erich W e i n - gärtner als Herzog recht anfpred^enb. In der kleinen Rolle des Sekretärs war Edgar Pauly von ausgezeichneter Form. * K. N. — Das Gutenberg-Museum in Mainz hat, wie dem soeben erschienenen Jahresberichte »u entnehmen ist, im ab» gelaufenen Jahre wieder eine ansehnliche Bereiä-crung erfahren. Unter den Geschenkgebern sind hervorragende Persönlichkeiten und Instituts aller Kulturstaaten vertreten. Von den neuen Eingängen beansprucht das Phowgramm einer in der Kirche des Benediktinertlosters zu Prüfenig bei Regensburg besiitdlichen Weih- inschrift besonderes Interesse. Sie stammt auS dem Jahre 1129 und ihr Text ist mcktelS sorgfältig gearbeiteter Buchstabenstcmpel vor dem Brenneit in die weiche Tontafel eingedruckt worden. — Entdeckung wertvoller Malereien im Kölner Dom. Bei einer Restaurierung an dem berühmten Hauptwerk der Alt^Kölner Malenchule, dem Chorallar im Tom, ergab sich, daß durch Uebermalungen ein altes Werk vollständig bedeckt und unkenntlich gemacht worden ist. Nach sorgfältiger Reinigung treten echt gvtiiche Zeichnungen in herrlicher, großer Form zutage. Lei der Steinigung zeigte es sich, daß mehrere Lieber» malungen Vorlagen, so daß z. B. auf einmal sechs Arme des Gekreuzigten zutage traten. Auf der Rückseite hatte der Restaurawr, um den Grund zu füllen, Papier verwendet. Die bisher gereinigten unteren Darstellungen auf der Innenseite der Außen- [lügel müssen wir, wie der „Köln. Zig. von einem Sachverständigen geschrieben wird, für das Beste und Köstlichste halten, was die damalige deutsche Akalerei, die reife Gotik um 1370, zu schassen imftanbe war, und die Kölner Malschule erscheint so jetzt erst in ihren Anfängen als wirklich fuhreitd für ganz Del..ichland. — Ein Mammutfund. Bei Borna, einem Städtchen etwa 20 Kilometer südlich von Leipzig, ist man beim Graben in oer Fehm- und Tongrube der Roielchen Ziegelei in b Meter Tiefe auf die Knochenreste eines Mammuts gefloßen. Das urweltliche Tier ist unter der faclüvissenschaftlichen Leitung Des Leipziger Unioersckätsprofessors Geheimrats Credner und seines Aijiitenten Dr. Etzold bis zu den Schulterknochen aus- gegraben. Die gewallrgen stark gekrümmten Swßzähne haben eine Länge von je 3,30 Aceter und sind noch recht gut erhalten. Von dem einen ist die Spitze abgebrochen, die jedoch vorhanden ist und sich wieder anfügen läßt. Die sonstigen Knochentecke, die ohne Zweilel vom Schädel, den Schulterblättern und dem Rücken herrühren, sind stark zermürbt, doch hofft man, daß die noch tiejer im Ton liegenden Reste besser erl-alten srnd. Ein großer Rückenwirbelknochen hat eine Stärke von 65 Zentimetern, ein anderes Knocheuiiück, wahrscheinlich ein Unterschenkel, eine Länge von 90 Zentimetern und einen mittleren Umfang von 38 Zentimetern. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Professor Dr. Ulrich v. Wilamowitz-Möllendorf in Berlin, der feinsinnige Meister griechischer Altertumsforschung, ein Sck/wiegersohn Th. ^domm,ens, oolienoet heute das sechzigste Lebensjahr. — Ilse Frapan, ine kürzlich auf so tragische Weise aus dem Leben geichieden ist, hat einen völlig cwgeschloiienen C Heroman betitelt ungc Ehe" hinterlchsen. Die Arbeit wird rote mir erfahren, im nächsten Hefte von „Westermanns Monals- heften" zu erscheinen beginnen. Itd) tragen diese Zeilen zur Aufklärung der Interessenten bei. Ganz besonders seien die behandelnden Aerzte auf diese Einrichtung aufmerksam gemacht. Bezügliche Gesuche sind an die Landesversicherungsanstalt einzureichen. Aber auch andere minderbemittelte, von der Invalidenversicherung nicht berührte Personen, die etwa auf eigene Kosten oder auf Kosten eines öffentlichen Verbundes oder Stiftung Ausnahme in ein Jn- validenheim wünschen, werden anstandslos ausgenommen. Solchen Personen können aus Mitteln des Heil statten- Vereins für das Grobherzogtum Hessen zu Darmstadt Zuschüsse gewährt werden. Gesuche sind an diesen zu richten. • • Eisenbahn- und Verkehrsversammlung zu Nidda. Die vom Abg. Köhler-LangSdorf geplante Eisenbahn- und V erke hrs v er samm tun g, die zu Weihnachten von ihm nach Nidda einberufen werden sollte, fällt vorerst noch aus, weil der Abg. Erb zu Nidda diese Köhlersche Versammlung als einen Einbruch in sein Gebiet ansieht, und er besonders den Anschluß des letzten ZugeS von Gießen nach Nidda für unnötig hält - Urlaub. Geheimerat Dr. Breidert hat gestern einen vierwöchentlichen Urlaub angetreten. Die Leitung der Geschäfte der Großh. Pcoomzialdirektton Oberhessen und des Großh. KreiSamts Gießen hat Regierungsrat Weicker übernommen. -Stadttheater. Es wird darauf hingewiesen, daß zur Bequemlichkeit des Publikums die Billetts für sämtliche Feiertagsvorstellungen schon von morgen, Donnerstag, ab auSgegeben werden. Einen besonders abwechslungsreichen Spielplan hat unsere Bühne für die Feiertage aufgestellt. Am Freitag den 25. Dezember gelangt abends Ludwig FuldaS »Talisman" zur Aufführung. Die prächtigen Dekorationen des neuen Hauses, die für den »Talisman" durch Neuanschaffungen ergänzt ivurden, werden bei diesem Stück, daS ja südliche Farbenpracht bedingt, besonder? zur Geltung kommen. Ter zweite Feiertag bringt den neuen Schwank von Blumenthal und Kadelburg „Die Tür ins Freie". Das überaus lustige Stück hat sich als erfolgreichste Arbeit der beiden Autoren seit dem »Weißen Roßl" erwiesen und auch hier bei der Erstaufführung einen durchschlagenden Heiterkeitserfolg errungen. Besonderes Interesse dürfte die Abendvorstellung des dritten Feiertags auch auswärts erwecken, da das bekannte und beliebte Ballett »Pupp en fee" zur Aufführung gelangt. Die glänzende neue Ausstattung mit Dekorationen, Kostümen, Beleuchtungseffekten usw., sowie die wohl vorbereitete, exakte Mitwirkung von etwa 70 Personen hat dem Werke jüngst zu einem außerordentlichen Erfolge verhalfen, so daß es als eine Sehenswürdigkeit bezeichnet werden darf. Am zweiten und dritten Feiertag nachmittags findet jeweils eine Aufführung des allerliebsten Kindermärchens »GoldHärchen" zu Volkspreisen statt. • * Kunstverein. Bei der in Darmstadt kürzlich vorgenommenen Verlosung sind folgende Gewinne auf dem hiesigen Kunstverein angehörenden Mitglieder gefallen: 4. Anrechtscheine: 500 Mk. an Aktie Nr. 1335, 400 r • r tr 829, 250 • H V » 1021, 150 • V • if 1041, 150 W H V V 1085, 100 • w w w 773, 100 • V II V 895, 50 V V R 11 810, 50 1» V V 830, b. sonstige Kunstgegenstände an die Akt. Nr. 824 — 855 — 1037 — 1061 — 1334. Als Aktien-Nummer gilt die aus der Mitgliedskarte angeführte. Das Ergebnis der Verlosung wird den gewinnenden Mitgliedern durch Zuschrift mit den näheren Bestimmungen bekannt gegeben, woraus in der Ausstellung im Turmhaus das weitere zu erfahren ist. — Der gegenwärtig schon reichhaltigen Ausstellung wurde heute eine weitere hervorragende Kollektion Farbenholzschnitte des bekannten Graphikers Daniel Staschus-München eingereiht. Staschus gilt als einer der hervorragendsten Künstler auf diesem Gebiete und seine Arbeiten sind fast von allen staatlichen Sammlungen als Musterbeispiele angekauft, weshalb auf die Kollektion ganz besonders hlngewiesen sei. ** Die im Kaiser-Panorama diese Woche ausgestellte Serie führt den Besucher nach Savoyen zu einer Besteigung des Montblanc. Es ist eine hochinteressante Tour, die den Beschauer mit den hohen, schneebedeckten, wildromantischen Gebirgen und Gletschern bekannt macht. Oben auf dem Gipfel des Moutlanc erblickt man die ewigen Schneeregionen und Schneefelder in seltener Schönheit. Zu erwähnen sind ferner die Gipfel des Midi, des Dru und die Gletscherszenerien dieser Gebirgsriesen, sowie die reizend gelegenen Orte Annecy und Argentiere und deren Schluchten und Grotten. Der Besuch dieser Serie ist wirklich lohnend und jedem zu empfehlen. ** Der Gcrnhard'schc Zither- und Mandolinen chor hielt am Sonntag im Saale des Hotel „Einhorn" bei guter Beteiligung seine Weihnachtsfeier ab. Ter Chor verfügt über eine große Zahl guter Kräfte, die unter Leitung ihres Dirigenten, Musiklehrer Gernhardt, sich ihrer Aufgabe gewachsen zeigten. Wer die Schwierigkeiten der Einstudierung bei einer derartigen Jnstrmnentenbesetzung (Zither, Violine, Biolin- eello, Mandoline und Flöte) kennt, der wird über das exakte Zusammenspiel und die saubere Vortragsweise nur ein günstiges Urteil fällen können. Das zeigte auch der große Beifall, der nach jedem einzelnen Vortrag gespendet wurde, so daß sich der Chor zu verschiedenen Zugaben eMschließen mußte. *w Arbeitslosigkeit und Sparsamkeit. Gegenüber den vielen Klagen über Arbeitslosigkeit war es beider gegenwärtigen milden Witterung eine Freude, zu sehen, wie reichlich Arbeiten bei Bauten, Arbeiten an Eisenbahnen den Arbeitswilligen geboten und auch angenommen wurde. Dagegen macht eS einen sehr niederschlagenden Eindruck, wenn man sieht, wie Manche, besonders Jugendliche, am Ablöhnungs- tage ihren Lohn in unmäßiger Weise vergeuden, weil sie eben mit Geld nicht uinzugehen wiffen und, da sie selbständig verdienen, von der Zucht der Eltern sich emanzipieren. Das Wort »Spare in der Zeit, so hast du in der Not" ist leider Vielen etwas Unbekanntes. Berichtet doch eine Zeitung aus Nidda, daß dort in einem Restaurant ein Mann in sechs Stunden 50 Glas Bier trank, um eine Wette von 20 Mark zu gewinnen und dazu das Bier noch bezahlt zu bekommen. Und die die Wette verloren, hatten doch selbst das Geld sehr nötig für sich gehabt. * * Trottoirreinrgung. Ter Verein der Hausbesitzer hat bezüglich der Trottoirreinigung eine Eingabe an die Stadtverordnetenversammlung gerichtet, mit dem Ersuchen, die Stadt möge auch die Trottoirs von Schnee und Eis auf ihre Kosten reinigen lassen, wie dies in anderen Stödten schon eingeführt ist. Es wäre zu wünschen, daß diesem Ansinnen von der Stadtverordnetenversammlung Folge gegeben würde, da gerade diese Reinigung für viele Hausbesitzer sehr beschwerlich ist. * * Nette Früchtchen. Zwei 16 jährige Burschen, die erst kürzlich wegen schweren Diebstahls zu je 3 Wochen verurteilt worden sind, denen aber bedingter Strafaufschub gewährt war, brachten gestern abend einen Tannenbaum nach einem Hause der Kaiser-Allee. Hierbei entwendeten sie aus dem Keller zwei Elemente von der elektrischen Leitung und verschwanden damit. Als sie bemerkten, daß man ihnen auf der Spur war, trugen sie die Elemente wieder in den betr. Hof und stellten sie dort nieder. * * Polizeihund. In der Nacht vom 21. auf 22. l. MtS. war in Bleichenbach ein Brand auSgebrochen, der eine Dreschmaschinenhalle nebst den darin befindlichen Maschinen einäscherte. Die Halle stand vor dem Dorfe und es lag Brandstiftung vor. Gestern begab sich der Oberstaatsanwalt mit dem Gericht an den Tatort und zog den Schutzmann Seitz mit seinem Polizeihund zu. Der Hund funktionierte vorzüglich, er nahm sofort am Tatort die Spur des Täters auf und verfolgte sie bis in die Wohnung des im Verdacht stehenden Täters, der dann auch verhaftet wurde. 2\ Sa ubringen, 22. Dez. Gestern abend gegen 9 Uhr geriet die Hofreite des Konsumhalters Karl Rudolf auf ungeklärte Weise in Brand. Es ist baS erstemal, daß unsere Wafferleitiing bei einem Brand in Betrieb gesetzt wurde. Sie arbeitete auch tadellos, aber eS mangelte an Schläuchen. Der Wasserleitung ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht weiter um sich greifen konnte. Der Schaden ist bedeutend. Der Maurermeister Hilberg stürzte von der Leiter, man befürchtet, daß er einen Schaden davon getragen hat. Das Vieh konnte noch gerettet werden. Der Lagerraum ist gänzlich zerstört. - ft Albach, 22. Dez. Unser Bürgermeister Balser feierte am Samstag bei voller körperlicher Frische sein 25jä h riges Dienstjubiläum. Vormittags erschien Kreisamtmann Regierungsrat Tr. 'Dlerd von Gießen und übermittelte dem Jubilar in Gegenwart des Gemeinderats die Glückwünsche des Kreisamts und eine von S. K. H. dem Großherzog verliehene Auszeichnung. Am Abend brachten die beiden hiesigen Gesangvereine dem Gefeierten ein wohlgelungenes Ständchen, wobei der Bürgermeister in tief bewegten Worten für die vielfachen Ehrungen dankte. Ein geselliges Beisammensein, woran sich das ganze Dorf beteiligte, beschloß die seltene Feier. d. Groß-Karben, 21. Dez. Trotz der Festnahme der Hühnerdiebe sowie des Hehlers in Offenbach sind immer wieder verschiedene Geflügeldiebstähle in unserer Gegend zu verzeichnen. So wurden in der Nacht auf Sonntag an unserer Station bei Restaurateur Krug vier junge rebhuhnfarbige Italiener Hühner nebst einem Hahn, sowie zwei schwarze Mmorkahennen von hohem Zuchtwert gestohlen. Dreißig weitere Hühner wurden von den Dieben zurückgelaffen, man nimmt an, daß dieselben bei der Tat gestört wurden. 1. Ober-Mörlen, 21. Dez. Die Spitzbuben werden mit jedem Tage frecher, fast scheint es, als ob sie von dem benachbarten Frankfurt herüber kämen, um in unserer Gegend Gastrollen zu geben. In der Nacht auf Sonntag wurde bei einem hiesigen Landwirt eingebrochen und in Abwesenheit des Besitzers 3 00 Mark gestohlen. Von dem Täter hat man bisher noch feine Spur. -u- Rockenberg, 22. Dez. Als gestern vormittag der Ober-Wachtmeister Held von Friedberg durch den Rockenberger Wald ritt, bemerkte er eine Zigeuner bände, die ein größeres Feuer unterhielt, dort lagern. Als er auf sie zukam, floh der größere Teil der Bande nach Södel zu, während drei jüngere Mitglieder der Bande die entgegengesetzte Richtung einschlugen. Die sofort verständigte Rocken- berget Gendarmerie nebst Polizeidiener stellte fest, daß die Bande es sich schon tagelang in dem Walde bequem gemacht und als Heizungsmatenal zirka 300 junge Eichen verwandt halte. In Melbach wurden dann auch sämtliche Mitglieder, bis auf die oben erwähnten drei, erwischt und dem Amtsgericht Friedberg vorgeführt. Gestern abend wurden sie dem zuständigen Amtsgericht Butzbach durch Gendarmerie verbracht. mBruchenbrüken, 22. Dez. Als gestern nacht gegen 12 Uhr der Landwirt Richard Best nach Hause kam, hörte er, daß tm Kuhslall noch ziemlich Unruhe herrschte. Er weckte einen seiner Knechte, und drang mit ihm in den Stall ein, wo sich ihm eine Ueberraschung darbot, wie er sie noch nicht erlebt hatte. Ein wildfremder Mensch war im Begriff, sich nach § 175 zu vergehen, während allem Anschein nach mit einem anderen Tier dasselbe schon vorgegangen war. Kurz entschlossen faßten beide den Unmenschen, verabfolgten ihm eine gehörige Tracht Prügel und wiesen ihn hinaus. Als heute morgen Herr Beit nach Friedberg fuhr, sah er beim Aussteigen den Attentäter gerade vor dem Bahnhof Vorbeigehen, worauf er seine Verhaftung bewirkte. X. Nidda, 21. Dez. Gestern abend fand in der Kleinkinderschule die Weihnachtsbescherung mit Gesang, Deklamation und Ansprache statt. Der Vorsitzende des Vorstandes, Pfarrer Werner, gab dem Gefühl des Dankes Aiitzdruck gegen Gott, daß, nachdem im vorigen Jahr wegen Erkrankung vieler Kinder die Feier hatte ausfallen müssen, in diesem Jahr zum ersten Mal im eigenea Heim die Bescherung stattsinden konnte; ferner deS Dankes gegen Alle, welche geholfen hatten, den (nahezu 70) Kindern eine freudige Weihnacht zu machen und ermahnte, die Kinder zu rechten Ehristenkindern zu erziehen. h. Mainz, 22. Dez. Heute früh ivurde der Theater- Sekretär Denk er , dessen Fran und sein 14 jähriger S oh n m ihrer Wohnung bewußtlos in den Betten aufgefunden. Es ivird angenommen, daß KohlenoxydgaS au5 dem Ofen nachts strömte und dies die Ursache des Unfalles gewesen ist. Es gelang, alle drei Personen ins Leben zurückzurufen. sj Marburg, 22. Dez. In der heute abgehaltene» Ltadtverordnetensitzung wurde beschlossen, den städtischen Vieh Marktplatz, auf dem im nächsten Jahre daS hessische Gauturnfest abgehalten werden soll, zu vergrößern und die Errichtung einer städtischen Festhalle in Aussicht zu nehmen. Da im nächsten Jahre hier noch mehr Veran- ftaltungen sind, wäre es zu empfehlen, daß der Termin des GautiirnfesteS baldigst feftgelegt würde. W Frankfurt a. M., 22. Dez. In der heutigen Stadt- verordnetensitzung teilte der Magistrat mit, daß er als Nachfolger des Prof. Lüthje den Pros. Dr. Schwenlen- b ad) er (Marburg) zum Leiter der inneren Abteilung des flöht. Krankenhauses ernannt habe, und daß der Leiter des Tieft bauamts, Stadtbaurat Kölle zum Juni 1909 aus dem ftäbtijdwn Dienst scheide. — Auf eine Anfrage, wie sich der Magistrat zur Veranstaltung einer Luftschifsahrts-Ausstellung in Frankfurt stelle, erwiderte Oberbürgermeister Dr. Mickes, die Zeitungsnachricht, der Magistrat habe eine solche Ausstellung abgelehnt, sei unrichtig. Der Magistrat bringe der Ausstellung das größte Interesse entgegen, aber sie müsse von der Bürgerschaft gemacht werden und es hairdle sich darum, ob es dem in der Bildung begriffenen Ausschüsse gelinge, die Geldmittel und Ar- bettskräfte für die Ausstellung aufzubringen. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 22. Dez. Zusammenbruch des Ober-Mockstädter Spar- und Kreditvereius. (Schluß.) Der Vorsitzende hielt den Angeklagten Mickel und Harth noch vor: Es gehe aus den Schlußworten hervor, die sich bei den Akten befinden, daß sie Prioatspekulationen getrieben haben. Ter Angeklagte Klarenaar richtete noch eine Reihe von Fragen an Burk, die von diesem beantwortet wurden, richtig sei es, daß er von Rothschild mit Unwahrheiten bedient worden ist und er mußte annehmen, Rothschild sei solvent. Klarenaar stellte bann noch mehrere Beweisanträge. Insbesondere wollte er dem Gericht vorführen, ps fei bei den Anwälten üblich, daß sie Gelder ber Klienten auf eigenes Kvnto anlegen, wenn noch andere Sachen in der Schwebe sind. Auch wollte er nachweisen lassen, her Sachverständige habe bei der Berechnung nicht richtig verfahren, so benannte er einen Rechtsanwalt als Zeugen dafür, daß am Telephon Mißverständnisse vorkämen. Auch bot er Beweise für seine damalige Zahlungsfähigkett an und daß er in der Lage war, an verschiedenen Stellen Geld zu bekommen. Sämtliche Anträge wurden, teils als unerheblich, teils als bestritten und als wertlos abgelehnt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft verzichtete auf das Wort; auch die Verteidiger Mickels und Harths hatten wenig mehr vorzubringen. Nur Klarenaar suchte in längeren Ausführungen darzutun, daß er unschuldig sei. Er bestritt, die Lage Rothschilds und die der Obermockstädter Kasse gekannt zu haben. Der Inhalt der triefte, aus dem ihm der Strick gedreht werde, hat er nicht gekannt bzw. vergessen. Durch häusliche Verhältnis und Arbeitsüberlastung sei er nervös geworden. Er wäre stet- objektiv geblieben und hätte sich keinen Verteidiger genommen, dem die Einsicht der Akten hätte gewährt werden müssen und dadurch sei es gekommen, daß er nicht gewußt habe, was gegen ihn vorgebe. Er habe dies auch nicht nötig gehabt, da er sich keiner Schuld bewußt war. Kurz nach Mittag erfolgte die Urteilsverkündung: Mickel unb Harth wurden wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 146 des Genossejischastsgesetzes für schuldig erkannt, es trat aber nur Verurteilung ein wegen Gewährung des Giros auf die Wechsel Rothschilds und wegen Herausgabe der Urkunden, die einen Wert von 185 000 Mark hatten. Hinsichtlich der Bürgschaftsübernahme der Firma Kaufmann-Schotten in Höhe von 300 000 Mark, konnte keine Verurteilung erfolgen, da subjektiv das Verschulden nicht festgestellt war. Wenn auch nicht angenommen werden konnte, daß die Angeklagten sich von Anfang der Rechtswidrigkeit ihrer Handlungsweise bewußt waren, so mußte ihnen aber doch das Bewußtsein, daß eine Schädigung der Kasse eintreten könne, kommen, als die Wechsel in die Hunderttause,Ergingen und als sie die Blankoakzepte verabfolgten. Sie haben alles vor dem Kontrolleur und dem Aufsichtsrat verheinllicht und die Urkunden auf gilt Glück Rothschild überlassen. Es war auf eine allgemeine Täuschung des Kontrolleurs abgesehen, was sowohl aus der Korrespondenz, als auch aus den Angaben Mickels hervorgeht, der den Kontrolleur auf die Frage, was Rothschild so spät abends mit Klarenaar bei der Kasse zu tun hatte, gesagt hat: er habe die Hypotheken nur nachgesehen. Mickel hat gewußt, daß die Kasse um ihre Existenz kämpft und auch Klarenaav wußte dieses und daß dies auch bei Rothschild der Fall war. Es, geht dies insbesondere aus dem Briefwechsel hervor, wo omt Beschaffung der Gelder zur Erhaltung der Existeirz, von tiefernster Lage, Verzweiflung, sogar umt Selbstmord die Rede ist. Es bestand für das Gericht keinen Zweifel, daß Klarenaar mit Rothschild nach Gutdünken über das Vermögen der Kasse schalten und walten konnte. Als Anwalt mußte erwissen, daß er die Ausplünderung des Kassaschranks ohne legliche Aufzeichnungen nicht hätte vornehmen dürfen. Die verhängnisvolle Vollmacht hat er so gefaßt, daß der Kontrolleur, der sie unterschrieb, und bet Ortsgerichtsvorsteher, der die Beglaubigung vornahm, getäuscht wurde. Klarenaar mußte wissen, daß die andern Angeklagten untreu handeln und ist dieser halb der Beihilfe schuldig. Wenn die beiden Betrugsfälle, bezüglich deren die Staatsanwaltschaft die Klage fallen ließ, auch recht bedenklich sind, so entschied das Gericht doch zu Gunsten des Angeklagten und ließ Freisprechung ergeben. Zweifellos schuldig ist aber der Angeklagte in betr Fällen der Unterschlagung zum Nachteil der Wiesecker Kasse und der Frau Pitzer von Bottenhorn. In dem zuletzt genannten Fall will er das Geld dem Rothschild in Frankfurt tn einem Hotel zur verzinslichen Anlegung mit eigenem Geld übergeben haben. Nach der Aussage Rothschllds und oes Briefwechsels ist dies aber nicht richtig; selbst toctm er das Geld Rothschild zur verzinslichen Anlegung gegeben hätte, läge Untreue vor. Bezüglich Mickel und, Harth zog das Gericht die große Schädigung der Genossenschaftsmitglieder in Bettacht, andererseits berücksichtigt es aber auch den Umstand, daß sie die Verführten und früher immer treu und redlich mären. Immerhin mußte aber auch gezeigt werden, daß solche Mißwirtschaften strenge Ahndung verdienten. Mickel mußte als der erheblicher Beteiligte mit einer höheren Strafe bedacht werden, weshalb gegen ihn auf 1 Jahr erkannt wurde, während Harth mit 9 Monaten durchkam. Die Sttafe Klarenaars mürbe folgendermaßen zusammengesetzt: Fall Kasse Obermockstadt, 6 Monate Gefängnis; Fall Pitzer/ Bottenhorn 4 und Fall Kasse-Wieseck 2 Monate Gefängnis. Dieie Strafen wurden auf eine Gesamtstrafe von 9 Monaten reduziert. Diebstahl tm Rückfall. Im vorigen 9)2ouat kam der Gürtler B. K. aus Ruhla auf der Wanderschaft durch Lauterbach. Beim „Fechten „klaute"' der Kunde eine Hose. Da sie ihm zu eng war, verkaufe er sie für 60 Pfg. Er hat nicht weniger als 34 Vorstrafen und ist besonders in den letzten Jahren vielfach wegen Bettelns bestraft worden. Das Gericht bitiierte ihm wegen Diebstahls im Rückfall 6 Monate Gefängnis zu; wegen Bettelns mürbe er hi eine durch die erstandene Untersuchungshaft für vervM zu erachtende Haststtase von 14 Tagen genommen und schließlich erkannte das Gericht auf Ueberwesiung an die Landespolizeibe- hörde nach verbüßter Sttase, damit er auch mit dem Arbeitshaus Bekanntschaft machen kann. Eia netter Broder aus dem Süden. Ein Wirt aus 'Jioäenoerg |ano mied ttöenos nach Feierabend den i t a l i e n i i ch e n Bahnarbeiter P. C. aus Galliern hinter einer Türe stehend in feinem Hause vor. Er entwich durch ein Fenster und tue sofort herbei gerufene Gendarmerie sand ibn in feiner Wohnung vor, wo er sich in feinem Bette schlafend stellte. Nach anfänglichem Leugnen gcflaito er auf Vorzeigen feiner Schuhs die er in der W'irtsstuoc zurückgelaffen hatte, zu, dorr geweien zu sein; er will aber von der Frau des Wirtes zu einem ./Stoib' bidicin" bestellt ivorden feilt. Selbstverständlich war dies uiuvayr, lvaL die durchaus ehrbare Fran auch auf ihren Eid in Abreos /f ein Kochbuch Eintritt 50 Pfg. Anfang ’/a5 Uhr. D19/» üeesiemünder Fischhailen Total Ausver kauf Rohr- und Messel Anfang präzis 7 Uyr. Freunde roiUtommen. v’$A Seltersweg 83 Der Vorstand. M. B eerroill 16975 Ei und Suppenspargel. 7224 Brauerei G. Guth-Wetzlar. 7232 Gate und reichhaltige Kfirhe. Wilh. Jäger. wozu freundlichst einlodet fioppnn Anzüge, Capes m«HdI1 Oeberzieher Zür Weihllchteil Kredit, 7234 roll-Heringe FurnvcreinGichkn Sonntags geöfinet. Metzgertticher Beinkleider Heilbutt Flutzhecht Zander renn noch andere lassw.' ' "^richtig versag -endalur.datamTechi.- -oewel e für feine dao- .der „Lage war, an - =amtlid>e Anträge hn unb als Millos t rlllchask verzichtete ans; rud Sacths hatten tn suchte in längeren 1 let Er Beitritt, die & 1 Kasse gekannt ju hr der Strid gedreht trc mch häusliche Lnhällr geworden. Er wäre i n Verteidiger genone werden müssen und dck 8t habe, was gegen j gehabt, da er sich fe rtcilsverkündnt besetzten Vergehens schuldig erkannt, ei B chiung des Giros ans: lsgabe der Urkunden,^ l hinsichtlich der 8is uEcholten in Höhe w img erfolgen, da suöjck Wenn auch nicht er: leßogtm sich von Ans« ise btnnißt waren, so muh ine Sdjäbigum der Kas el in die hundnttache: veradMerr. Ar hr assichtsrat veriMÜiw: ) überlassen. Es mr: h k? jS*. öetgtijb “5 Mita > »'iwLy.k :.l.n9e der Au-s,., -- l"e von hnn, of) <_ Oöi6t gienntg wurde von der Kammer mit Beifall ausgenommen. Dee Präsident stellte fest, daß die Kammer mit freudiger Erregung hiervon Kenntnis genommen habe und von denr Wunsche erfüllt sei, daß die Hoffnungen sich verwirklichen. Wien, 23. Tez. Wie die Wiener Allg. Ztg. meldet, wird die russische Antwortnote als eine Art Abbruch der direkten Verhandlungen zwischen Oester- reich-Ungarn und Rußland betrachtet. Fn der ruf» fischen Note wird angeblich erklärt, daß der Modus proce- dendi, den Oesterreich-Ungarn vorgeschlagen, angenommen wird. Rußland ist erst dann wieder geneigt, in direkte Der^ Handlungen mit Oesterreich - Ungarn einzutreten, wenn Oesterreich-Ungarn mit allen Signatarmächten des Berliner Vertrages zu einer Uebereiustimmung der Frage der Annexion Bosniens gelangt sein wird. Infolgedessen sollen die direkten Verhandlungen zwischen Petersburg und Wien ruhen. Es erscheint fraglich,ob Rußlandnocheine Konferenz wünscht. Konstantinopel, 23. De». Die Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn nehmen einen befriedigenden Verlaus. Em Mitglied des Kabinetts äußerte sich gegenüber den Vertretern der Presse, daß ein Ausgleich der Differenzen zwischen Oesterreich- Ungarn und der Türkei zweifellos sei. London, 23. Dez. D.e riegtciung hat zur Vorbereitung für eine cinzuoringende Wa hl r e fo r m-V o r l a g e eine Kommission ernannt, die die verschiedenen Wahlsysteme der Kolonien und des Auslandes studieren und dann oarüoer berichten soll, inwieweit V.stimnrungen daraus aus das enaliscl)« Wahlsystem arrwendbar mären. Es handelt sich namentlich um ein getvisses Plural-Wahlrecht in dem Sinne, daß ein Wähler gleichzeitig an seinen verschiedenen Wvhnsihen wahlberechtigt sein soll, ferner um die Frage der proportionalen Vertretung und um das allgemeine Wahl recht für Frauen und Männer ohne Rücksicht auf den Zensus. Cherbourg, 23. Dez. Die Sicherheitspolizei verhaftete zwei Mitglieder einer Bande, welche sich damit befaßte, Matrosen zur Fahnenflucht zu verhelfen und ihnen die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. stellte. Für das Gericht stand fest, daß er sich in diebischer 2lb,uht nngeschlichen hatte, denn es war verschiedenes durchwühlt und ein Ziaarrenk.stchni stalid nickst mehr an der rid)tiqen Stelle; md) wurden die daraus fehlenden Zigarren bei dem Angeklagten oorgesunden. Im hiesigen Arresthaus simulierte er Krämpfe, in daß er aut seinen Geisteszustand untersucht worden mußte. Man scheint es mit einem geriebenen Gauner zu tun zu bahm; >r behauptete, früher eine Kvvfverletzung erlitten zu l>aben und ieit dieser Zeit sei er nicht mehr klar. Ter Sachverständige hielt ihn für seine Tat oeranUvortlich. tveÄmlb ihn das Gertckst, unter Berücksichtigung seiner Tiebstahlsstrasen, die er ui Augsburg und Trier erlitten hat und der unverschämten Bezichtigung einer ehrbaren Frau, zu 1 Jahr Gefängnis verurteilte. Ter gestohlene Hund. Ter Taglöhner P. 'Ji. aus Eschborn kam int August mit einem Lunde zu einem Schäser von Gambach und versuchte seinen Hund mit dem des Fchästrs zu vertauscheit. T-er Schäser erklärte sich bereit, den Hund zu prüfen und behielt ihn bet der Herde, toäh- rend R. den Hund des Schäfers in einer nahegelegenen Wirtschaft untet bringen sollte. Er tat dies auch; aber nachdem er sich in der Wirtsclmst gestärkt hatte, band er den Hund los und liahm üjn mit, um ihn gleich daraus zu verkaufen, seinen unbrauchbaren .Hutid dem Lckj^ser zurücklassend. Aus den Vorstrafatten wurde ersehcn, das; er schon mehr solche Hundegeschichten gemacht und da er sich wegen Diebstahls im Rückfall befindet, erkannte die Etro,k.in.ter aus 9 Monate Gefängnis unter 'Anrechnung von 2 Wochen Untersuchungshaft. GerLchtsjaaU Schöffengerichtssihung Gießen vom 22. Dez.1908. Duldung von Glücksspielen. Der hiesige Cafetier L. stand unter Anklage wegen Duldung von Glücksspielen. Eilt Zeuge will ungefähr 2000 Mark horten verspielt haben, während ein anderer an den Vertreter der Staatsanwaltschaft mit der Frage hcrantrat, weshalb denn nickst diejenigen Personen als Zeugen geladen worben seien, welckte nut ihm gespielt hätten, wie höhere Beamten usw. Das Urteil lautete auf 80 Mark Geldstrafe ev. 16 Tage Gefängnis. Wegen des gleichen Vergehens erhielten Wtrt A. B. 40 Mk., (Safetier A. R. 40 Mk. und Wirt A. F. ebenfalls 40 M5 Strafbarer Eigennutz. Der Taglöhner I. Sch. in (DriQhiabDra^hncRuii^n. Düsseldorf, 23. Dez. Die hiesige Strafkammer verurteilte gestern den Großindustriellen Ferdinandvan der Zypen aus Köln, der auf einer Automobilsahrt von Köln nach Düsseldorf einen 10jährigen Knaben überfuhr, sodaß dessen Tod eintrat, wegen fahrlässiger Lötung zu einem Monat Gefängnis. Haag, 23. Tez. Der holländische Minister des Innern machte gestern in der 2. Kammer die Mitteilung, daß sich Königin Wilhelmina seit länger als 4 Monaten in gel egneten Umständen befindet. Tie Mitteilung der Re- Kragen und Manschetten Arbeitskleider Hölz. u. eiserne Bettstellen Matratzen und Kopf keile Kücken-Einrichtung Bänke und Spiegel Schablonen Scheuertücher. Aug. Montanas & Co. Klutz- und Seefische z IMIbhI IM l —— Telefon 624.1---——- ^teiais Garten. Am 2. Feiertage nachmittags KO^ZURT Französisches Orchester der hiesigen Regimentsmusik. Solist E. Krausse (Berlin) Cello. Direktion Großh. Musikdirektor C. Krausse. »ßJirittanS ss*r» '■ÄS6^* beteiligt« m'l eriP fjS&SA iM* rrL""L Zimmer mit allem Zubehör, per 1. Januar oder später zu vermiet. Die trauernde Gattin: Elisabeths Erb geb. Müller. als praktische Weihnachtsgeschenke | Parfüms in Vei,chen- Maiglöckchen etc. Tnilpffp<;pifpn rai l-H L!22 sowie Fantasie^erüchen u. feine Photographische Apparate, nur neue Modells. Haus-Drogerie-Schränkchen sollten In keiner familie fehlen. 7236] 2-Zimmer«Wohn. um auem Zubehör, Bleichplatz u. Garten- arneil zu vermiet. Steinstratze 38. 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