W‘* 9 "kläruug, ... mui"^ ,nfletMen " °»r°d Rühl in fr 9tL »4y* einde. '"d-Anla^ et 1908; ' Freitag 30. Oktober 1908 158. Jahrgang Erstes Blatt vezngSpret»: monatlich 7bP1^ viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole» u. Zweigstellen monatlich 6ö Ps.; durch die Post AU. 2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. ZeilenpretS: lokal lbPi^ auswärts 20 Piennth Verantwortlich für den oolitilchen Teil, für .SeuiUeton* und Nr. 256 Dei Gtryenn »n;elg« — ericheuu täglich, außer MMtttzIAUKMAV jlWtAOt blatt für öen Kreis Gieren M U W Üg D D fef.-/ M D M .SSäS^tr < VrlljvtWvv tteriliprech - Anichlühe r Ä Jgr ft Ep (üi dir Redaktion 113, _1X6^ * *tw zTL-k. vT -r aa MM General-Anzeiger für Oberhessen nix die Tagesnunlmer Roiattonrdruck und Verlag der YrMschen Untv.'vuch' und rieindruckerei n. Lange. Redattion, Expeditton und Druckerei: zchulsttatze 7. Aineiaentä^ H bis vormittags 10 Uhr. 0 " Die heutige Nummer umfaßt 12 Seilen. | Einschränkung der allgemeinen Eisenbahngemeinschast zur bloßen I Güterwagengemeinschait als gesichert. Der L u n d e S r a t genehmigte gestern den Gesetzentwurf über die Einwirkung von Armenunterstühungen auf ösfent- l i ch e R e ch t e. ...... Der Reichs-Anzeiger veröffentlicht amtlich die Ernenn- ung des Unlerstaatsfekrelärtz Freiherrn Zorn von Bulach zum Staatssekretär in Elsaß-^othringen. In der Gewerbe-OrdnungS-KomMission des Reichstages wurde gestern mit einiger Abänderung der ZentrumS- anirag zu § 137 angenommen, der die Milgabe von 9ltbett nach der regelmäßigen Arbeitszeit an Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter regelt. Die Kommission nahm m ihrer Nachmittagssitzung § 138 a, der die A uSna h m e n für die zehnstündige Arbeitszeit der Arbeiterinnen enthält, in folgender Form an: die Ueberarbeilszeit soll gestaltet sein an 40 Tagen im Fahre nicht über 9 Uhr abends hinaus und jo, daß die Arbeitszeit täglich 12 Stunden nicht übersteigt. Arbeiter a 15 Schössen und Geschworen«. In Crestld wurden jetzt zum ersten Male 6 Arbeiter als Schöffen und Geschworene ausgewählt. Der Stuttgarter (Sem ein berat hat neue städtische S u b m i s i i o n s b e st i m m un g e n ausgestellt, wonach die Arbeitgeber verpflichtet werden, zunächst Arbeiter einzusteUen, die in und um Stuttgart ansässig sind. Ausländer dürien nur dann genommen werden, wenn brauchbare einheimische Arbeiter nicht vorhanden sind. Ausland. Besuch des beuti gjcii Kaisers. Die Korrespondenz Willstlm verbreitete gegenüber den Nachrichten der Wiener Blätter über den Besuch dcs deutschen KaisevS folgende Meldung: Offiziell wird bekannt gegeben, daß der deutsche Kaiser, einer bereits im heurigen Sommer ergangenen Einladung des Erzherzogs Franz, Ferdinand folgend, am 4. Novemlber als Gast des Thwnfvlgers zu einem zweitägigen Jagdausslng nach Jckartsau kommt. Aus diesem Anlässe iuurben im Schlosse Jckartsau um fas ,ende Vorkehrungen getrofjen, die burdflvcg nach persönlichen Anordnungen, des Erzherzogs F-ranz Ferdinand durchgeführt wurden. Das Schloß wurde einer durchgreifenden Renovierung unterzogen und Die Umgebung des Schlosses neuerlich in Stand gesetzt. Das parlamentarische Komitee des Kongresses der Lrabe Union hat beschlossen, eine Abordnung nach, Deutschland »u entsenden, um über die Kranken- und Jn- oaliditätSversicherung und über die von den deutschen Behörden;, Der Frage der Arbeitslosigkeit gegenüber angewmrdtcn Maßnahme^' Untersuchungen anzustcllen.__ politische Tagesschau. Die Veröffentlichung des Daily Telegraph Wer die Freurrdfchaftsbeweise des deutschen Kaisers gegen England werden zum Teil mit Mißtrauen ausgenommen, und man bezweifelt die Authentizität. Ein anderer Teil der englischen Presse beurteilt die Freundschastsbeiveise des deutschen Kaisers wenig sreundlich. Die „Daily Mail" jagt, die freundlichen Worte des Kaisers seien in krassem Widerspruch zu den Taten seiner Minister sowie zu den Zielen der deutschen Politik. Aus die Gefühle des ^vaisers könne man sich nicht verlassen. Es sei erstaunlich, wie derselbe Monarch, der zuerst den Krieg durch sein Telegramm an den Präsidenten Krüger förderte, später den Feldzugsplan ausarbeitete, um dieselben Buren zu bekämpfen. „Daily Gravhic" idyreibt: Keiner gut unterrichteten Persönlichkeit, die sich der bangen Zeit des Burenkriegs erinnert, wird eL in den Sinn kommen, die Loyalität und den 9Jhit in Abrede zu stellen, nrit dem der Kaiser uns beigestanden ist, obgleich die große Masse seiner Untertanen sich aus Seiten des Feindes stellte. Die wahre Streitfrage zwischen Deutschland und England ist nicht die Persönlichkeit des Kaisers, sondern die Möglichkeit eines Zusammenstoßes zwiscl-cn beiden Ländern, die niemand, sei er noch so hoch gestellt und noch so friedliebend, in der Gewalt haben kann. Ties ist die Hauptfrage, die uns ohne irgendwelchen bösen Willen gegen Deutschland zwingt, gewisse Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Wir bedauern es, wenn jemals eine Entfremdung zwischen den beiden Ländern eintrat, doch haben wir nicht darnach getrachtet. Wir wünschen nicht, daß diese Entfremdung die eine oder andere Form annehmen sollte, welche ihr die besonders große Empfindlichkeit des Kaisers uno die übertriebene Wichtigkeit, dre er dem Geschwätz unverantwortlicher Teutonophoben beilegt, zu geben droht. Die überwiegende Mehrheit des englischen Volkes würde nur zu froh sein, wenn Mittel gesunden werden tonnten, um allen Hader und Argwohn zu beenden. Der „Standard" sagt: „Wir akzeptieren ohne Einschränkung die Versicherung des Kaisers, daß seine persönlichen Gefühle gegen England durchaus freundschaftliche sind, und wir betonen die nicht zu bezweifelnde Tatsache, oaß der Kaiser in England Gegenstand respektvoller Bewunderung ist. Es gibt keinen zweiten Monarchen außerhalb dieser Insel, für den der Engländer eine so hohe Wertschätzung hegt. Die Verwandtschaft zu unserem Königshaus, sein ritterlicher Charakter, das außergewöhnliche Maß.seiner Fähigkeiten und seine unbezähmbare Energie fordern unsere warme Anerkennung heraus. Der Kaiser würde unsere tatsächlichen Empfindungen sehr mißverstehen, wenn er glauben würde, England meine, eö sei ihm unfreundlich oder feindlich gewinnt. Die wahre Schwierigkeit des Problems bleibt unberührt: nämlich das ständtge rasche Anwachsen der deutschen Flotte, an deutschen Maßen gemessen, müßten wir jährlich eine Summe von 126 Millionen Pfund für Flotten- Die Landtagrwahien (908. Die weiter vorliegenden Wahl Nachricht en bestätigen das Ergebnis, das nach beit gestern mitgeteilten Resultaten feststand. An Einzelheiten sei noch nack«etragen, daß in dem uns zunächst interessierten Wahlbezirk G r ü n b e r g eine Stichwahl wahrscheinlich ist s)cach unserer auf Angaben der Wahlvorsteher beruhenden Zusammenstellung sind für den deutschsozialen Kandidaten Lutz im besten Fall 18 Wahtnmnner gewählt. Im ganzen wählt der Bezirk 37 MahluMner, davon sind bis jetzt für Lang (nattib.) 13, für Sann llinkslib.) 5 und fier Benner einer. (In Clintbach, das sich anfangs auch die Linlsliberalen zuschricl'en). Im Bezirk Groß-Umstadt, wo das Zentrum zahlreiche Wahlmänner besitzt, ist die Lage noch ungeklärt, da diese Wahl- männer die Entscheidung in der Hand haben und demnach Ku- nächft die am Sonntag stattfindende Sitzung dcS Landesausschusses der Zentrumspartei Stellung nehmen wird. In Lampertheim hat anscheinend der frühere 9Cbg. Seel inger (nattib.) durch die Lampertheimer Stimmen und die Hilfe der Zcntrumspartei gesiegt (gegen den von den National- liberalen und dem Bi. d. L. ausgestellten Gutsbesitzer Göbel). Ober-Ingelheim bleibt dem Zentrum erhalten, da die Mehrzahl der 2§ahlmänner in Mvmbach für ihren Kandidaten, den seitherigen Abg. Dr. Frenah geioählt wurde. Au Tcilvesullaten aus Oberhessen gingen noch eint Wahlbezirk Grünbcrg. Beltershain mit Göbelnrod. 76 Wahlberechtigte, 36 Abstimmende. Gewählt £>d). Röhrich (natlib.) mit 20 Stimmen. Be r sro d mit Winnerod. 90 Wahlberechtigte, 38 Abstimmende. Gewählt Jo Hs. Stroh IL (Deutschozial). ® l i m b a dK 50 Wahlberechtigte, 22 Avstiinmende. Gewählt Bürgermeister Stein (B. d. L., für Benner) mit 13< Stimmen. Flensungen mit Ilsdorf. 4G Abstimmende. Gewählt Karl Reitz (Deutschsozial) mit 24 Stimmen. Auf den nalio- nalliberalcn Wahlmannskandidaten fielen 22 Stimmen. Odenhausen mit Appenborn. 84 Wahlberechtigte, 36 Abstimmende. Gewählt Lehrer Schweitzer (natü6.) mit 34 Stimmen. Auf den deutsch,sozialen Kandidaten sielen 2 Stimmen. । Wahlbe-ir k Lauterbach Hartershausen mit Hemmen. 5 Abstimmende. Gewählt Gg. Heil III. (B. d. L.). Pfordt mit UellerShausen. 53 Wahlberechtigte, lo Abstimmende. Gewählt Müller Karl Goppel mit 15 Stimmen (Parteistellung nicht angegeben). Rimbach. 60 Wahlberechtigte, 7 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Döring, 7 St. (Partcistellung nicht angegeben). Schlitz. 75 Abstimmende. Gewählt Lautenbach, Frank, Hofsntann, Grimm und Hendrich (natlib. und Reformp.). Sie werden bei der Abgeordnetenwahl keinesfalls für Stöpler stimmen. Uetzhausen mit Rieder-Stoll. 76 Wahlberechtigte, 13 Abstimmende. (Gewählt Gentcindereck>nen Gg. Hch. Hahn (Parteistellung unbefamu) mit 11 Stimmen. Unter--Schwarz, mit Rechberg, Ober- und Unter-Wegfurth. Gewählt Konrad Lips (keiner Partei angehörig) mit sämtlichen 10 Stimmern Wahlbezirk Herbstein. Altenhain. 20 Wahlberechtigte, -1 AibstimMende. Gewählt Johs. Rohr II. (B. d. L.) < . Altenschlirf. 07 Wahlberechtigte, 10 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Gg. Schmidt (Parteistellung nicht angegeben) mit 9 Stimmen. Zer mut Hs Hain. 108 Wahlberechtigte, 18 Abstimmende. Gewählt Bürgenneifter Jost (Partei,ullung nickst angegeben). Babenhausen II. 130 Wahlberechtigte, 5 Avstiinmende. Gewählt Bürgermeister Schneider (für Schmalbach). E i ch e l h a t n mit Eichen rod. 97 Wahlberechtigte, 6 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Schaas (natlib. u. B. d. L.). Feldkrücken mit Kölzenhaim 110 Wahlberechtigte, 14 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Schleuning (natlib.). Freiensteinau mit Holzmühl. 200 Wahlberechtigte, 32 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Schlader-Holzmühl und Friedr. Köhler II.-Freiensteinau (lil>.). Gunzenau mit ReichloS. 83 Wahlberechtigte, 6 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Dietz-Gunzenau (Parteistellung unbekannt). I l l^e s h a u f e n. 165 Wahlberechtigte, 8 Ab stimmende. Gewählt Bürgermeister Löffler (lib.). Lanzenhain. Gewählt Bürgerneeister Döll (deutschsoz.) Metzlos mit Metz los-Gehaa. b8 Wahlberechtigte, 17 Abstimmende. Gewählt IohS. Alt (B. 'd. L.). ■ Rixfeld. 100 Wahlberechtigte, 7 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Rahn (für Schmalbach) mit 6 Stimmen. Salz. 74 Wahlberechtigte, 7 Ab stimme nde. Gewählt Bürgermeister Muth (leine Parteistellung angegeben). Rebgeshatn. 84 Wahlberechtigte, 7 Ao stimmende. Gewählt Heinr. Rausch (Parieistellung unbestimmt). Schlechtenwegen mit Steinfurth. 13 Wahlberechtigte, 4 Abstimmende. Gewählt Val. Karl Schrinrpf (für Schmalbach). Stockhausen. 16-1 Wahlberechtigte, 12 Abstimmende. Go wählt Bürgermeister Zoh. Gg. Eichenauer III. nut 11 Stimmen (Ant., für SclMalbach). Wohnfeld. 79 Wahlberechtigte, 6 Abstimmende. Gewählt Bürgermeister Hofmann (unparteiisch). Zahmen mit Heisters und Wünschen-Mvos. 75 Wahlberechtigte, 6 Abstimmende. Gewählt Beig. Johs. Hämel (lib., ^mit 4 Stimmen. Wahlbezirk Schottern Breungeshain mit Bmenborn. Bürgernieister Hch. Fuchs in Breungesliain (Parteistellnng nicht angegeben). Burkhards. 124 Wahlberechtigte, 18 Abstimmende. Go wählt Wilhelm Jockel (Parteistellung nick.'t anaegeben). Einartshausen mit Stornfels. 133 Wahlberechtigte, 16 Abstimmende. Gewählt Bürgernuister K. Hck-. Karpf-Einartshausen mit 12 Stimuten (Parteistellung nicht angegeben). Bürgermeyter Schneider SwrnfelS erhielt 4 Stimmen. Michelbach. 73 Wahlberechtigte, 13 Abstimmende. Forst- wart Karl Krämer II. ist gewählt (Parteistellung nickst angegeben). R ud i n g s ha i n. 110 Wahloerecheigte, 5 Abstimmende. Gewählt Landwirt Th. Müller (Parleistellung nicht angegeben). Ruppertsburg. 159 Wahlberechtigte, 26 Avstimmende. Gewählt Bürgermeister Will). Lehr I. (B. d. L.). Sichenhausen mit Kaulstvs. 112 Wahlberechtigte, u3 Abstimmende. Gewählt Forst,van L. Slraiich (für Tr. Weber). Wetterfeld. 105 Wahlberechtigte, 43 Avstiinmende. Gewählt Lchrrr Jungt (deutschsoz. u. B. d. L., für Dr. Weber) mit 28 Stimmen. Ans Stabt nnd Land. Glcven, 3O. Oktober 1908. •* Vorn Großherzoglichen Hofe. Prinz und Prinzessin Franz Josef von Battenberg trafen, n. „Darrnst. ßtg/, am Nachmittag auf Jagdschloß Wolfsgartew ein und nahmen am Tee teil. •• In Audienz empfangen rourbe von Sr. Kgl. Hoh. dem Groß Herzog am Mittwoch u. a. der Rektor, der Laudesuniversität Professor Dr. Bartholom«e. •* OrdenSangelegenheit. Se. König!. Hoh. der Großhcrzog haben dem Lohnkutscher Konr. Mörler IIL zu Bad 9iaut)cim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm vom Herzog von Anhalt verliehenen Silbernen Verdienstmedaille dcs Herzog!. Anhaltischen HausordenS Albrechts des Bären erteilt. ** Die pharmazeutische Staatsprüfung bestanden die Herren Oskar Fett (Hanau) und Hans Zinttz (Gießen) nach der neuen Prüfungsordnung; Herr Ottos Rosenberg (Gießen) nach der alten Prüfungsordnung für Apotheker. ** Der Turnverein hielt gestern abend im „Einhorn" seine ordentliche Hauptversammlung ab, bla gut besucht war. Rach Begrüßung der Erschienenen durch den 1. Sprecher Altho ff erstattete er den Jahresberichts ,der zunächst des großen deutschen Turnfestes gedachte unb auf die Verhältnisse in Turnerfchast, Kreis und Gau näher? einging. U. cu wurde erwähnt, daß der Turnverein hin- fickstlich der Mitgliederzahl im Kreise an 11. Stelle steht und auch hinsichtlich des Vermögensstandes sehr gut steht. Ein Beweis der Opferwillig leit innerhalb des Vereins ist in der Schenkung von 75 Äiark durch ein Dereinsmitglied zu erblicken, die zu turnerischen Zwecken erfolgte. Betont wurde ferner in dem Bericht die Notwendig kett, daS Frauenturnen erhöht zu pflegen und auch dem Jugendturnen Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Vereinsgeschäfte wurden in 18 Sitzungen erledigt, die von dnrchschnlltlich 11 Mitgliedern! besucht waren. Im Berichtsjahr wurde eine Fechtriege neu ins Leben gerufen, die einen recht vielversprechenden Anfang nahm. Turngänge wurden drei ausgcführt und sanden zahlreiche Beteillgung. Auch im neuen Jahr soll den Turngängen und ebenso dem Turnspiel erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Neben dem turnerischen Betrieb wurden die Turnfeste und die Veranstaltungen anderer Vereine nach Möglichkeit unterstützt. Erfreulick lebhaft war die erhöhte Inanspruchnahme der Turnhalle durch andere Vereine usw. Ter Verein beteiligte sich am Jugendfest und bei der Feien der Provinz für Zeppelin. Der Verein verlor durch den Tod die Mitglieder Th. Brück, H. Göhke, E. Mödner, Jak. Hengst sen-, Just. Vogel, I. Belte, Giitz, Ehr. Duill, L. Flamme, G. Frank, S. Pascoe,. C. Roth II.' und Ant. Koch, sowie das frühere verdienstvolle Mcitglied Hch. Bartsch, fotmq Frau I. Noll, die eine der Stifterinnen der Fahne von 1849 war. Das Andenken der Verswrbenen wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Der vom 1. Turn wart Häuser erstattete Turribernyl verzeichnete folgenden Besuch der Turnstunden: An 98 Riegenturnabenden turnten zusammen 3653 Turner (durchschnittlich 37) und an 43 kür- turnabenden 1270 (durchschn. 26). Tie Damenriege tumta an 45 Abenden mit 478 Damen (durchschn. 10) und die, Männerriege an 69 Abenden mit 835 Turnern (durchschn. 12), so dag sich ein Gesamtbesuch der Uebungstzeiten von 6236 ergibt. Turnfahrten wurden im Berichtsjahr drei abgehalten. Bei den auswärtigen Turnfesten wurde eine größere Anzahl Auszeichnungen erzielt. Ter vom Rechner zwecke aufwenden. Wie nun die „Tägl. Rundsck>" an zuständiger Stelle erfährt, handelt es sich bei der Veröffentlichung des „Daily Telegraph" um Aeußerungen des Kaisers, die er bereits vor dem 5. Oktober einer diplomatischen Persönlichkeit gegenüber tat. Diese Ausführungen seien zweifellos bestimmt gewesen, klärend auf das deutsch-englische Verhältnis zu wirken. Der Zeitpunkt, zu dem sie erfolgten, beweist, daß sie nicht abgegeben waren, um auf die seit dem 5. Ort. entstandene politifcho Lage irgendwie einzuwirken. Wie wir weiter erfahren, ist eine deutschamtliche Aeußerung zu der Angelegenheit zu erwarten, sobald der volle Wortlaut der Veröffentlichung des „Daily Telegraph dem Kaifer Vorgelegen hat. Tie französische Presse beurteilt die Veröffentlichung einmütig sehr ungünstig, ebenso die russische. Mit ungewöhnlicher Schärfe kritisierr die „Tägliche Rundschau" die Aeußerungen des Kaisers. Hier einige Sätze des Leitartikels, den sie dem Kaiser-Interview widmet: Ter erste Eindruck dieser tatsächlich sehr offenherzigen, aber auch sehr folgenschweren kaiserlichen Auslassung ist ein „Laßt fahren dahin alle Hoffnungen auf endliche Stetigkeit und Ruhe unserer Polllik, auf eine Einheitlichkeit des Kurses, für den der verantwortliche Staatsmann vor der Welt und vor dem deutschen Volke allein einzustehen hat." Nachdem die „Tägliche Rundschau" dann von einer ,Lohengrin-Politik" gesprochen hat, die „für alle Welt sorgen will und, rvenn sie Unruhe stiftet und Mißtrauen erntet, über Verkennung klagt", fährt sie fort: Wir fürchten, daß es von der deutschen Politik bald heißen wird: „Weiß üoch keiner, woran die glaubt oder wer sie bestimmt." Hätte ein Deutscher während des Buren- kriegcs daran denken können, daß, während rings im Lande für die Buren gesammeli und die Burengeneräle stürmisch gefeiert wurden, sein Kaiser den Feldzugsplan zur Vernicht tung eben dieser Buren ausarbeitete, die er doch durch das bekannte Krüger-Telegramm vom 3. Januar 1896 zum Widerstande ermutigt hatte? Wenn ein Wutschrei aus Südafrika, dem Grenzlande unseres Südwestafrika, dem kommenden holländisch-britischen Staatengebilde, auf diese Enthüllung herübergellt, — was können wir zu ihnen sagen? Für England ist diese Enthüllung Goldes wert; denn sie räumt mit den deutschen Sympathien in Südafrika gründlich aus." Die agrarische „Deutsche Tageszeitung" bedauert die Veröffentlichung, die zu Mißverfllindnissen führen könne, und hofft noch, daß der Bericht des „Daily Telegraph" nicht in allen Einzelhetten richtig sei.________________________ Deutsches Resch. Der Kaiser ist gestern nachmittag aus Wernigerode in Wildpark wieder eingetroffen. Die Güterwagengemeinschajt gesichert. Tie Schwierigkeilen, die der deutjchen Gülerwagengenielnschail entgegen- ftanocii, sind jetzt auch in München als beseitigt anzusehen und man betrachtet die für die bayerische Verwaltung vorgeschlagene k obenM 7.QQ Weiler "lhtnngen tu. llschast 'der 1908; + 11,06 C. T 0,66 c. . 119.20 . 118.25 . 18800 . 165.10 . 125.90 . 237.70 ,13700 . 176.80 . 145.00 . 198.70 ikN. loder, 1.15 Uhr. . Lahmeyer. . . Schachert. . ler Bergwerk . »berichte der Bauk für Handel Sonnenschein Klarer Himmel Nebel . RN .1«» , 121,00 ' Handelsgti. . idter Bank . . e Bank . . . -3siat Bank . >Kommandit. . r Bank . . . tien . . . . e- und Obio* ahn . • • • bahn . . » • L. Eisenbahn . Staatobahn. . Henri-Eisenbahn Sieben Bergwerk . 184.40 g-Amerik. Paket!. 106.10 ir Bergwerk. . . 190.50 itte......197.00 Lloyd.....84.00 les. Eisen-Industrie 97,45 ,er. Anlangskurse. * *’’*■■: :S 1U.tte v ’n* . 22.20 1 wa' : '. 84.10 Uoj«. • ■ w ilose. • • • ' Ws ääS . .«0, tnfl» an«41'4 n.o. 3 (2) 8(4) Sumina: 11 (6) Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Helfen am Samstag ben 31. Oktober: Meist heiler, trocken. Morgens Nebel. Temperatur ivie heute. Schwache östliche Winde. 91 n m.: 2ie m klammern gesetzlen Ziffern geben «n, tute viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärti nach (Sieben gebrachte Kranke kommen. GrignrQL-DVavtnletSnusen. Köln, 29. Oft. Die Köln. Ztg. meint zu den Veröffeni- lichnngen des Daily Telegraph: Wir wissen nicht, wie die Worte des Kaisers in die Oeffentlichleit gelangt sind und weshalb sic in einem Augenblick veröffentlicht iverben, wo die internationalc Lage ihre Wirkung abschwächen muß und sie der deutschen Diplomatie Ungelegenheilen bereiten könnten. Aber wir sind der Meinung, dass ein aufrichtiges Wart zu aller Zeit am Platze ist und Latz auch die diplomatiichen Aktionen, die jetzt im nähern 'Orient int Gange sind, nur dann zu einer Lösung führen werden, die bei allen Wechselfällen standhält, wenn sie die tatsächlichsten Verhältnisse, wie sie nun einmal sich gestaltet haben, fest ins Auge fassen. Diese tatsächlichen Verhällniise aber hat der Kaiser oit ihrer empfindlichsten Stelle in aller Offenheit bloßgelegt, und Sackte der Diplomatie luirt» es sein, sich danach einzurichten und damit abzufinden. Wenn wir aufrichtig und gerade unfern Weg gehen und uns auch nicht scheuen, einmal ein offenes Wort zu sprechen, wie der Kaiser es getan hat, müssen und werden wir auch in der auswärtigen Politik ein gutes Stück weiter kommen, und die Leute der krummen Wege und der krummen Mittel, die auf diesem Gebiet so gesck'äflig an der 2lrbeit sind, werden schließlich das Nachsehen haben. Paris, 30. Oft. Echo dc Paris berichtet, der französische Marineminister habe beschlossen, alle auf Lager befindlichen Gra-- nalen aus Gußeisen durch solche aus Stahl, die mit Melinit geladen sind, zu ersetzen. London, 30. Ott. Daily News meldet auS Petersburg, Iswolsky Ipbc persönlich untersagt, die Waffen, die vom Zaren Montenegro zum Geschenk gemacht worden sind, in Anti- vari zu landen. < einen italienischen Arbeiter, der trotz mehrfack>er Anrufe nicht stehen blieb. Der Italiener wurde schwer verwundet und später in das Krankenhaus gebracht. Auf den Schuß hin eilten eine Anzahl Landsleute des Getroffenen herbei unb drangen trotz sehr, heftiger Gegenwehr mit Messern uub Steinwürfen derart auf den Posten ein, daß er tödlich verwundet wurde und inzwischen auch g e st o r b e n ist. Es ist noch nicht bekannt, ob die Strolche eftgenommen wurden. * Das Kalb mit dem Doppelkopf. Der Kätn« Ahrens in Struvenhütten besitzt, wie der Allg. rfsl.-Ztg. mitgeteilt wird, ein eigenartiges schwarzbuntes Stierkaib, das _un übrigen völlig normal gebaut ist, aber einen Doppelkopf oentzt. Tteieu hat nur zwei Ohren, ist aber von der Stirn an in zivei zuiammen^ hängende tzksicyter geteilt, hat also zwei (L-tirnen, fchwarz mit weißen Mittelflecken, vier Augen, von denen die, beiden mittel,tat sich fast berühren, zwei Schnauzen mit vier Nafenossnungen und zwei Mäuler. Alle Organe find völlig normal ausgebildet. DaS Tier erfreut sich der besten Gesundheit und säuft die ihm dar- gebotene Milch mit beiden Mäulern zugleich. Kleine Tageschrouik. D a § englische Kriegsschiff „Black." meldet, -daß es auf der Fahrt von Schottland in der Nordsee den Leichnam eines M a t r o i e n aufsischte, der einen Rettung-gurtet mit dem Aufdruck _Jarwouth" trug. . . „ m , Orville Wright, der bei seinem Umall einen Beinbruch erlitten hatte, wurde gestern mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Tie Ikntersucynng ergab eine völlige H e i l u n g. GcricHes-aaL. FC. Frankfurt a. 29. Olt. Wegen Mißhandlung Untergebener in 16, vorschriftswidriger Behandlung m 15 Fallen und Unterschlagung hat das Kriegsgericht der 21.Division den B i z e w a ch l m e i st e r Schwahn von der vierten Batterie 27. Feldartillene--Regiments zu fünf Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Schwahn besaß im Soldatenschinden eine gewisse Virtuosität. Hatte es em Mann bei ihm verdorben, so „schliff" er ihn, daß ihm die Luft ausging. Ein JteErnt mußte eines Tages erst 15 Minuten in der Kniebeuge sitzen und in jeder Hand ein Geschoß von 13 Pfund strecken, dann Laufschritt um die Abteilung herum machen, hierauf zur Ab- ivechselung 70 mal über das Seil springen und sich dann wieder in die Kniebeuge setzen, um sich „auszuruhen". Ter Mann konnte zuletzt nicht mehr, mußte dann aber noch 15 Paar Stiefel wichsen. Fauslschläge und Tritte waren bei Schwalm an der Tagesordnung. Auch die Einjährigen hallen viel zu leiden. Einen Einjährigen israelischen Glaubens, der im Zivilleben Referendar ist, beleidigte er mit den Worten: „Verdammter Jnd, Rhinozeros, ich trete Sie vor den Bauch, ich stelle Sie an die Mislkute und lasse Sie ein hölzernes Schwert präsentieren!" 160 fDlt, die er bei 8 Rekruten >ür einen Schneidermeister, der den jungen Soldaten Exirahosen geinacht hatte, erhoben Halle, behielt er üir sich. Dafür hl vom Kriegsgericht, vor dem Scluvahn gellend machle, daß er als Syphilitiker „vermindert zurechnung^ähig" sei, eine Einzelslrase von 2 Monaten Gefängnis und Degradation angesetzt worden. Gegen diese Strafe halte er Berufung eingelegt mit der Begründung, daß er das Geld verloren habe, oder daß es ihm gestohlen worden sei. Tas Oberkriegsgericht v e r iv a r s die B e r u f n n g. Mannheim, 29. Okt. Der 16 Jahre alte Schlosserlehrling Morweijer wurde wegen L u st m o r d e s, begangen an einem drei Jahre alten Knaben, zu 13 Jahren G e s ä n g n i s verurteilt. Erle erstattete Rech nun gsbertcht verzeichnet 8270,37 Mk. Einnahme, darunter Beiträge 3275 M., Vermietungen 3124 < Mark, 828 Mk. Erlös aus dem Wirtschaftsbetrieb. Die ; Ausgaben betrugen 8161^5 Mk., darunter Besoldungen usw. 1191 Mk., 1031 Mk. Zinsen, 246 Mk. für Turngeräte, 2123 , Mark für die Unterhaltung der Turnhalle, Beleuchtung usw., , 1604 Mk. für Festlichkeiten und Turnsahrtdiäteu. Die Ver- ( Mögensübersicht ergibt einschließlich des Wertes der Turnhalle ein Reinvermögen von 57 381,21 Mk. Dem, Rechner 1 wurde für seine gewissenhafte Tätigkeit Dank ausgesprochen. , Dem Vorstand wurde für seine Geschäftsführung Entlastung erteilt. Nach Erledigung einiger Satzungsäirderungen wurde, nachdem der seitherrge Amtsinhaber Kaufmann Althoff trotz । wiederholter Bitten bei seiner durch Arbcitsüberbürdung hervorgerufenen Ablehnung blieb, Redakteur Ernst Heß . gewählt, als 2. Sprecher Kaufmann L. Althoff^ als Schrifttvarte H. Wahl, Treuke und E. Jung, als L Turn- wart K. Heitser, als 2. Turnwart Erb, als Rechner Erle, als Zeugwart Herm. Weidmann, aiS Gegenschreiber Gg. Bellos, Turnälteste Waubel, W. Heß und W. Will, als Beisitzer W. Noll und Philippi. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dreifachem Gut Heil auf den Turnverein. ** Der Gern Hard t'sche Zither- und Mandoline n ch o r veranstaltet am Sonntag abend im Saale des Hotel Einhorn einen zirhermus irakischen 11 nter- haltungsabend, bestehend in Instrumental- und Ge- fangsvorträgen. Wer Gelegenheit gehabt hat, an früheren Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen, dem werden die genußreichen Stunden noch in guter Erinnerung sein. Auch das diesmalige Programm bietet Gewähr, daß die Besucher voll und ganz auf ihre Rechnung kommen. — Fe st genommen wurden der Arbeiter Bernhard AbelShausen aus Aachen, der wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Mainz steckbrieflich verfolgt wurde, ferner ein hier beschäftigter Schlosser auf Requisition der König!. Staatsanwaltschaft Ansbach, und ein Bettler, der nicht weniger als dreierlei LegitinrationZpapiere besaß und von dem man vorerst nicht weiß, was er für eine Persönlichkeit ist. O Ettingshausen, 29. Okt. Ein schwerer Unfall trug sich am Sonntag bei dem Kirchweihfest zu. Die Dorfjugend vergnügte sich bei dein Karussell. Das Töchterchen des Landwirts Johannes Keil wollte das Karussell besteigen, als es plötzlich seine Umfahrt begann. Das Kind stürzte herunter und brach den einen Arm zweimal. Es mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Bad Nauheim, 29. Okt. Unter Führung von Geh. Baurat Dr. Eser, Kürdirektor Freiherr v. Starck, Bauinfpeklor Jost und Forstassessor Eggers unternahmen heute voriniltag folgende Herren eine Besichtigung des ausgestellten Modells der Sprudelfassung, das vor semer Ausführung der ministeriellen Genehmigung bedarf: Finanzminister Dr. Gnauth, die Geheimeräte Wilbrandt und Frhr. v. Biegeleben, Geh.Baurat Hoffmann, Geh. Obcrbergrat Braun und Geh. Oberbaurat Schm ick. □ Fried berg, 29. Okt. Große Fortschritte im Ausbau und in der Verbesserung des K r e i 5 ft r a ß e n n c e § hat der Kreis Friedberg in den letzten Jahren gemacht, und fortgesetzt ist man noch bestrebt, neue Straßen anzulegen und vorhandene zu verbreitern oder umzubauen. Bon wichtigen Straßenbauten der letzten Jahre sind anzusührcu Friedberg- Schwalheim , Bad-Nauheim—Ockstadt und Groß-Karben— Heldenbergcn bis Kaichen. Die Straße bis Heldenbergen ist nahezu vollendet, dann wird die Abzweigung nach Kaichen 'erbaut Besonderes Augenmerk hat man darauf gerichtet, an den verkehrsreichen Straßen erhöhte Fußsteige anzulegen, so z. B. auf der Strecke Bahnhof—Groß-Karden—Klein-Karben— Rendel. Dies ist jetzt weiter vorgesehen an den Straßen Kl ch Göns bis Bahnhof, Ganibach bis Bahnhof und Assen- heini bis Bönstadt. Ferner hat der Kreistag den Straßenbau Bönstadt bis Bahnhof Eberstadt—Kaichen genehmigt und beschlossen, mit Kleinpflasieranlagen auf der sehr verkehrsreichen Straße Groß-Karben bis Bahnhof den Slnfang zu machen. Die Kosten betragen 35 900 Mk. Die Verlegung des Güterbahnhofes Bad-Nauhcim macht den Umbau der Straße nach Friedberg an der Einmündung bei Bad-Nauheim erforderlich, dies kostet 22 000 Mk. R.-B. Darmstadt, 30. Oktt. (Tel.) Gestern abend fand im Kaisersaal eine Abschiedsfeier für den nach Gießen versetzten Oberstaatsanwalt Lang und Amtsgerichtsrat Schudt statt, an der die hiesigen Juristenkreise fast vollständig teilnahmen. Generalstaatsanwalt Pretorius, Landgerichtspräsident Herzberger, Landgerichtsrat Hofiuann und Justizrat Hall wachs widmeten dabei dem Scheidenden herzliche Abschiedsworte. — Darmstadt, 29. Okt. Heute nacht kam e§ ini Residenzcastz zu einer Schlägerei, in deren Verlauf der in der Kiesstcaße wohnende Wirt Otto N igg emann mit einem Dolch einen Stich in den Unterleib erhielt und lebensgefährlich verletzt wurde. Er wurde sofort in das slädt. Krankenhaus gebracht, wo noch in dec Nacht eine Operation vorgenommen worden ist. Der Täter, ein Student der Techn. Hochschule namens Reibstein, ist in Hast genommen worden. Luftschiffahrt. Aus Friedrichshafen ivnd uns unternt 29. Oktober geschrieben: Die heutige Fahrt Zeppelins mit dein Herzog Albrecht von Württemberg gestaltete sich zu einer Rundfcchit über Oberschivaben. Um 5 Uhr 35 Minuten hörte man deutlich das Surren des Luftschiffes, das dem liier bei Friedrichshafen ent-, lang in der Richtung auf den Schloßpart und Manzell zufährt Trotz des Nebels landete Zeppelin nach 3l/2ftünbiger Fahrt um’ 6 Uhr ganz glatt auf der Werft von Manzell. — Der Graf hat heilte ein in der herzlichsten Weife abgefaßtes Glückivunjchlelegramm voin K r o >l p r i n z e n erhalten. * In Paris machte der von dein Atltomobilindlistriellen Element erbaute 2 enkballon „Elemeitt-Bayard" feine erste, sehr erfolgreiche Versuchsfahrt uon SartrouvlUe bei St. Germain nach Paris und zurück. Der Ballon wurde von dem Ingenieur Kapserer, dem Erbauer des LeulballonS „Ville de Paris", gc- steuert. Ter 60 Meter lange Ballon iaßt 3500 Kubikmeter, die Schraubenflügel find 5 Meter lang und iverden von einem 120 PS Motor getrieben. * Ein tragisches Schicksal hat sich an der Familie des Geh. Ktrcheurats Prof. Dr. Baeutsch in Jena erfüllt, pesseu Tod bereits gemeldet wurde. Die Todesanzeige, von Anverwandten erlassen, drückt dies in folgenden Worten aus: ,/.Jchrem geliebten Sohne folgten heute in die Ewigkeit nach die trostlosen Eltern Herr und Frau Geh. Kirchenrat D. Baentsck." Zugleich berichten die Lokalblätter', daß heute morgen die Leiche einer schwarzgekleideten Dame aus der Saale gezogen wurde. Täe Bedauernswerte vermochte den hoffnungsvollen Sohn und geliebten Gatten nicht zu überleben. Johann Leopold Bruno Baentsch war am 25. März 1859 in Halle geboren, wirkte als Diatonus an der Andreaskirche in Erfurt und gehört der Jenaer Hochschule seit 14. Juni 1893, zuerst als Pvivatdozent, an. Am 29. März 1899 wurde er zum ordentlichen Professor der 'alttestamentjichen Philosophie ernannt. Seit dem Wintersemester 1901/02 war er Direktor des theologischen Seminars. Bei seinen Kollegen und Schülern erfreute sich der Verstorbene einer großen Beliebtheit. ** Unfall eines P o st e n. Im Fort „Femy" bei Metz schoß ein Poften vom 98. Infanterieregiment auf 0 Marburg, 29. Okt. Im Walde bei Wehrda wurde ein aus Caldern entlaufenes und völlig wild gewordenes Rind erschossen. X Biedenkopf, 29. Okt. Vorgestern und gestern besichtigte eine aus neun Herren bestehende Regierungskommission die vom Landtage genehmigte Bahnlinie Alten Hunde n—K ir chhunde n—B irkelbach, die einstmals den Weg von Westfalen nach Marburg, Gießen und Frankfurt um 26 Kilometer abkürzen wird. -s- Homberg a. d. Efze. 29. Okt. In einem hiesigen Steinbruch wurden gestern zwei Arbeiter durch abfturzenbc Gesteinsmassen getötet. b. Eltville, 29. Okt. Bei der Versteigerung des Nachlaßes der kürzlich verstorbenen Frau Professor Meil hier, die ihr Gesamtvermögen im Betrage von rund 1 Mill. Mark ben Orten Eltville unb Erbach vermacht hatte, wurde, wie bie Abeubblötter melben, in dem Geheimfach eines Schrankes neben zahlreichen Wertsachen 12 000 Mk. in bar unb 178 000 Mk. in Wertpapieren vorgesunden, von denen die Erben bisher nichts wußten. h. Fulda, 29. -Okt. Gestern früh 3 Uhr fuhr auf bem Bahnhof zu Bebra ein von Göttingen tommenber Guterzug auf ehteit auf dem Bahnhöfe stehenden Güterzug. Ettva -10 Wagen sind teils zertrümmert, teils stark befchadtgl. Der Schaden ist bedeutend. Vvm Zugpersonal sind ein Acann schwer, drei leicht verletzt worden. Der Zusammenstoß erfolgte mtoigc irrtümlicher Freigabe der Einfahrt durch einen Weichensteller. HanSeU — KonkursSolingerAank. Im Konkurs dieser Bant beschloß der Gläuoigevausi'Luß eine Avschlagsverteilung ton 20 Pro-zent. Es sind 1110 069 Mark zu berücksichtigen, davon sind 1500 Mark bevorrechtigte und 1108 569 Mark nicht bevorrechtigte ForderuiiMN. Der Glaubigerausschuß beschloß weiter, die Regreß klage gegen den Aufsichtsrat sofort anzustrengcn. — Türkische Finanzen. In den näcbften Tagen dürste wieder ein Vorschußgcfchäft perfekt werden. Es ist der vierte Vorschuß, der aus die yi erwartende Anleihe genommen wird. Dabei handelt eä sich um 35 bis 40 Millionen Franken, unb es werden sich au b:e(cm Geschäft die Bank Ottornan, die Deuffche Lank, sowie voraussichtlich ein englisches Syndikat zu ungefäho gleichen Quoten beteiligen.________________________________________ Markte. fc. Frankfurt a. M., 30. Olt. Heu- unb St rohmarkt Auqefahreu waren 13 Wagen Heu unb 3 Wagen Stroh. Bezahlt würbe stir Heil Mk. 3.00—3.50, für Stroh Mk. 2.20-0.00. Die Zu'uhr war aus ben Kreisen Gelnhausen, Fnebberg unb Sieburg. Nachfrage besonders nach Stoh nachgebend. Tendenz ruhig. Äöchenü. Ueverftchl öer Todesfälle L ö.Staöt Gietzen. 43. Woche. Vorn 18. Oktober bis 24. Otkober 1908. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitszisfer: lb,81°;00, nach Abzug von 6 Ortsfremden' 8,88 Voo. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: int vorn 1. Lebensiahr: 2.-15. Jahr Diphtherie 1(1) — — 1(D Lilngenschwindsuchl 1 (1) 1(1) — — Lungeuenlzttndung 2 1 — 1 Herztehler 2 2 — — 'Nierenentzündung 1(D 1(1) — — Knochenmat ttEnl- enlzündmig 1(D 1(1) — — Leberfchwrnid KD 1(1) — —• Verbrennung KD — — 1(1) Lungcnerwclterung 1 1 — — Oeffertttiche Zustellung. Der Karl Henzel zu Obbornhofen — vertreten durch die Rechtsanwälte Justizrat Katz und Kaufmann in Gießen — klagt gegen den 2Ubert Nozulak, früher in Obbornhofen, jetzt unbekannt wo abwesend wegen einer Rest * ** Forderung für Verköstigung desselben vom 1. Oktober 1906 bis 81. Januar 1908 laut Schuldanerkenntniß vom 31. Januar 1908 mit dem Anträge den Beklagten durch vorläufig vollstreckbares Urteil kostensallig schuldig zu erkennen an Kläger zu zahlen 176 M. 34 Pfg. nebst 4 °/0 Zinsen seit 1. Februar 1908 unb labet den Beklagten zur mündlichen Verhanblung bes Rechtsstreits vor bas Großherzogl. Amtsgericht zu Hungctt aus Freitag den 18. Dezember 1908, vorm. 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Ziislellung mirb dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Hungen, den 23. Oktober 1908. 3»»/ Der Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. Vse-iiMMoöel nur gute Qualität, zum billigsten Tagespreise empfiehlt 15//6 J. Hunkol. ‘toeuenhäue 7. Tclepbou 612. ZJO“ Achtung;! Morgen Samstag trifft auf dem Brandptatz ein Waggon Groß Gcraucr LLcißkraut.fow.aclbcr Rüben für Pferde, Uartostcln zu biUiaitcn Preijen em. :09080 2 Derber, Gemüsehändler. Wir empfehlen Das Beste ist stets das Billigste! Firma Gebe. Noll Inh. Carl Noll Bahnhofstrasse 6. allein echte Schutzmarke Kreuzstern. nur das MAGGI Steins Sanlban. Sonntag, den 1. November 1908 Grosses Konzert ausgeführt von der 6369 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Grossh. Musikdirektors C« Kransse. * Anfang präzis '/.» Uhr. Eintritt 40 Pfg. K T>.' ■ SSL s 5 WAWWSMM Dr. Crafos Backpulver ■ ..... Couverts mit Firma «s vrühl'sche Universitäts-Druckerei. weil es aas reinen chemischen Stollen, i hergestellLund deshalb Ire! vqh irgend- welchen gütigen Bestandteilen ist; TMWWWWMMWM in Wärme auflöst. — Alleinige Fabrikanten: —■ Stratmanh & Meyer • Bielefeld H-VKriusperchenfährfc*, , Verein der Hausbesitzer, Giessen die Abteilung: Studentenwohnungen Wohnungsnachweis sofort Mitteilung zu machen. am Dominicas Aktien-Kapital und Reserven: 183V» Millionen Mark. 1(1) Wasch-Anstalt Schwan = Liebigstrasse 63 Frau Auguste Otto a‘7. Moderne Einrichtung für Feinwäsche 1 1 (6332 Dietz. Müller. FRANKFURT *M. '< Rühmlichst bekannte: u C"/io wird billigst besorgt. 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