Nr. 151 Zweites Blatt 158. Jahrgang Dienstag 30. Juni 1008 Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gtehener Familienblätter- werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schea Universitäts»Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:^^H».Tel.-AdruAnzeigerGießen. Fabrik. Jos. Müller, Seifen- und chemisch- techn. Fabrik, Limburg a. d. Lahn. der ein lür inländisches Getreide am Roggen (+ (- 4 Für Politik in Vertretung verantwortlich: P. Witt ko. H- 3) (- 3) des Handel (- 91.40 I Elektriz. Lahmeyer Portugiesen III , 84,80 . ; 23 50 Prince-Henri-Eiseubahu . Berliner Börse, 30. Juni. Anfangskurse. . 166.20 194.20 deutung und Ausbreitung des Zeitungswesens unterhaltend er- ,Concordia", ehenmliger Chefredakteur des „W. Extrablattes", zählt. Speziell hat diese Geschichte der Halleschen Zeitung oder,«Edgar von Spiegel, m Gamsarn-Boßlau bei Wien gestorben. (- (- 177 158 160 158 161 175 165 156 165 170 178 170 178 (- 3) (- 1) 228.00 54.10 Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . 149.20 118,80 Bei der Rasenbleiche bewirkt lediglich der Sauerstoff der Luft (Ozon) das blendende Weiss und den frischen Geruch der Wäsche. Das Gleiche wird erreicht durch einfaches Kochen der Wäsche mit Augil, welches ebenfalls Ozon entwickelt, hierdurch die Wäsche gleichzeitig reinigt, bleicht und desinficirt. Vollständig selbsttätig! Kein Reiben! Kein Chlor! Absolut unschädlich und gefahrlos! — .1-___ Y’tL ___11 A.tviiü.t in* • den er- 176 172 175 173 179 184 188 192 196 180 189 190 186 192 192 198 197 193 (- (— (+ 160 (- 151 (— 155 (— 4% 4% 3% 3% 4% Oesterr Goldrente. . 4*/6 % Oesterr. Silberrente ) ) 2) Ungar Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . festgesetzt werden, um dem anSscheidenden Geistlichen Uebergang in einen anderen Lebensbecuf möglichst zu leichtern. Harpener Bergwerk. . Laurahütte . . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . . Türkenlose..... Höchste Temperatur Niedrigste 62.80 63 70 95 20 89.30 95.40 147.20 86.50 66.50 96.30 115.00 103.75 201 90 184.50 107.80 194.10 199.00 23.50 92.30 146,70 96.00 158.10 122.50 227.90 129.00 169.70 135.90 - 193.25. Wk 3z»S 3 y^k ‘6% »M7< 3^7 < Braunschweig Düsseldorf Köln Frankfurt a.M. Ntannheim München Hafer 150 (- ) 158 (+ 3) Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: still. t- ) Reichsanleihe do. Konsols . . do. Hessen . . Oberhessen am 28. bis - 28. . 4^7o russ.Staatsanl. 1905 4 XA % japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Tiirkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl.. 4% äussere Argentinier . 3 7g Mexikaner . . . 4x/?k Chinesen .. . . Aktien: Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halte Leipzig Rostock Hamburg Hannover Gegen das Zölibat. In Vrünchen hat sich, wie uns geschrieben wird, Getreide-Wochenbericht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 23. bis 29. Juni 1908. Apolitische Tagesschau. Neuordnung des Disziplinarrechts für evangelische Geistliche. Die deutsche evangelische Kirchenkonferenz hat in bezug 6uf das kirchliche Disziplinarrecht höchst bedeutsame Beschlüsse gefaßt. Man wünschte zunächst, daß aus den allgemeinen Bestinnnungen über Dienstvergehen das Verfahren in Lehrfragen herausgehoben und gesondert gestaltet werde. Die Rechtsprechung in Disziplinarsachen, wobei als leitende Gesichtspunkte einmal das Wohl der Gemeinden und die Neinerhaltung des geistlichen Amts dienen sollen, anderseits der Rechtsschutz der Geistlichen, soll ein ständiger Disziplinargerichtshof übernehmen. Zuständig soll dieser Gerichtshof sein für schwere Dienstvergehen, bei denen es sich um Entfernung aus dem Amt handelt. Die Zahl der geistlichen und weltlichen Mitglieder soll sich annähernd die Wage halten, der Ankläger' und Untersuchungsführer sollen außerhalb des Spruchgerichts stehen. Während den Disziplinarhof im allgemeinen Mitglieder der kirchlichen Behörden, eine Vertretung des Richter- standcs und Gewählte der Synoden zu bilden hätten, sollen bei Lehrprozessen ständig theologische Professoren und als Berufsgenossen beamtete Geistliche Mitwirken. Das Verfahren soll keinen strafähnlichen Charakter mehr haben, voranzugehen hat ein seelsorgerisches Vorverfahren, bei dem regelmäßig auch die Vertretung der Gemeinde zu Wort kommt. Ein Urteil zu Ungunsten der Geistlichen soll an die Zweidrittelmajorität gebunden sein. Das Urteil hat eventuell etwaige Irrlehren festzustellen und als Rechtsfolge die Unvereinbarkeit des Verbleibens der Geistlichen im Amt auszusprechen. Daneben aber sollen Wartegelder und Wartefristen Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotprcise am 29. Juni 1908. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket?. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd . . . . Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . , . Deutsche Bank . , . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . , . Gotthardbahu..... Weizen 200 (— 212 (— 216 (— 217 (— 214 (— 213 (— 203 (- 210 (— 215 (- 215 (— 208 (— 210 (— 206 (- 208 (— 205 (— 210 (— 213*/, (- \ 223 (— Universitäts-Nachrichten. I — Die Söhne des verstorbenen Geh. Hoirates und Großh. Leibarztes Dr. Karl Huschte in Weimar haben zur bevorstehenden 35Ojähriqen Jnbelfeier der Landesuniversität der J e n a e r Universitätsbibliothek das Manuskript einer großen wissenschaftlichen Arbeit in 14 Kästen überreicht. Das umfangreiche Werk ist betitelt „Index Medicus“, und ist in Katalogiorm gehalten. Das Werk wurde der Handschriftenabteilung der Bibliothek einverleibt. Es stellten sich die Preise letzten Markttage: 2) 2) Märkte. Gießen, 30. Juni. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte kostete: Butter vr. Pfd. 1.05—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Big., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Psg. Erbsen p.' Pfd. 18—24 Pfg., Linsen v. Pfd. 25—40 Psg., Dauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne vr. Stück 0,80—1,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsenfleisch vr. Pfd. 78—86 Pfg., Kuh- und Rindsteisch pr. Pfund 74—76 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—7.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut ver Stück 0—00 Psg., ver Zentner Mk. 0.00—0.00. — Aepsel per Ztr. 10—25 Mk„ Birnen per Ztr. 10—25 Mk. Nüsse 100 Stück 50—00 Psg., per Ztr. 0—00 Mk. Kirschen per Pfd. 0,35—0,10 Mk. Marktzeil von 7—1 Uhr. — Kartoffelmarkt-Bericht vom 29. Juni 1908. Saarlouis: Note Daber 0.00—0.00, Magnum bonum 0.00—0.00, Weiße runde 2.50. Mannheim: Magnum bonum Mk. 2.40—2.50, Gelbfleischige, blaue 0.00—0.00, rote 0.00—0.00. Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Glessen. Frankfurter Börse, 30. Juni, 1.15 Uhr. Handel. — Landwirtschaftliche Kreditbank Frankfurt a. M. Seit neuerer Zeit sind wieder Gerüchte im Umlau:, daß dieses Institut neuen Geldbedarf hat. Der Kurs der 4-Proz.-Obligationen, der am Samstag noch 92^/, Proz. Bries notierte, sollte an gestriger Frankfurter Börse, da dem Angebot auch bei reduziertem Kurse keine Nachfrage gegenüberstand, auf 88 Proz. Brief heruntergesetzt werden, doch wurde die Notiz schließ- lich gestrichen. GerichtsßaaL. Franfurt a. M., 27. Juni. Die öffentliche Sicherheit Frankfurts tu ar im April er. durch mehrere nächtliche R a u b a n- lalle gefährdet worden, bis es am 3. Mai drei der Beteiligten kurz nach einem Ueber'all in der Taunusanlage sestzunehmen gelang. Das Schwurgericht verurteilte heute zwei Rädelsführer, den Anton Bal ian aus Mähren, zu acht Jahren drei Monaten, und den wegen Raubes vorbestraften Bruno O l s ch i n k a aus Schlesien zu acht Jahren Zuchthaus, Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Metz, 28. Juni. Das Schwurgericht verurteilte den Ackerknecht H i p p e r t aus Gamsch bei Diedenhosen in Lothringen wegen Raubmordes, begangen am 26. Juli v. I. in Mon- tey an der 73 jährigen Witwe Draßker, zum Tode. 82.'-0 91.20 82.20 90.70 90.50 98 50 99.00 93.35 durch stärkeres Interesse für Herbstlieferung seitens der Provinz zum Ausdruck brachte. Das Warengeschäft hat dem gegenüber seinen schleppenden Charakter bcibehalten, und darauf war es auch zurückzuführen, daß für Juli-Lieferung meist mehr Abgeber als Käufer zu finden lvaren. Im übrigen lag Weizen weniger fest als sstoggen, wobei namentlich das Fehlen von russischen Angeboten neuer Ernte und die Möglichkeit eines stärkeren Exportes seitens Deutschlands in Betracht gezogen wurde. Auch ist es noch nicht klar, wie sich bet dem bestehenden Mangel an kontraktlicher Ware die Abwickelung der Juli-Verpslichtungen gestalten wird. Der Hafermarkt hat infolge der erwähnten Befürchtungen zuletzt ein wesentlich festeres Aussehen angenommen, indem sich die Provinz in ihren Anstellungen zurückhaltender zeigte, während der Konsum stellenweise etwas mehr Neigung zu Anschaffungen kundgab, dabei aber für geringe Qualität nur niedrige Preise anlegte. Im Lieferungsgeschäft bestand vorwiegend Interesse für Herbstsicht, deren Wert um 5 Mk. angezogen hat. In Futtergerste lag von Rußland mäßiges Angebot zu höheren Preisen vor. Für Mais wurden erhöhte Forderungen bewilligt. Märkte. Bochum Guss..... 206.70 Buderus E. W.....109.00 Tendenz: schwächer. Die meist widersprechenden Nachrichten über die Aussichten ... Ernte lassen die Lage immer noch ziemlich undurchsichtig erscheinen. In Amerika bewirkten ermäßigte Schätzungen für,Winter- weizen eine mäßige Erholung, doch schien man die ungünstigere Auffassung nicht allgemein zu teilen. In die landwirtschaftlichen Verhältnisse Rußlands gestalten die vorliegenden Meldungen keinen genauen Einblick, immerhin deutet die Zurückhaltung der dortigen Exporteure darauf hin, daß man die Wirkung der vor acht Tagen gemeldeten Niederschläge überschätzt zu haben scheint. Aehnlichcn Vermutungen begegnet man auch in den Berichten Rumäniens. Dagegen sprechen die Preisrückgänge an der Budapester Börse dafür, daß man dort zu einer etwas zuversichtlick-eren Beurteilung der Ernteaussichten gelangt ist. In Deutschland hat die überwiegend trockene Witterung das Aussehen der Sommer- Halmfrüchte weiter verschlechtert, aber auch neuerdings für Roggen Befürchtungen erweckt, indem sich stellenweise Zeichen vorzeitiger Reife bemerkbar machen. Wenn sich in der Berichtswoche auch keine größeren Preisveränderungen ergaben, so machte sich im Zusammenhang mit den geschilderten Verhältnissen immerhin eine etwas festere Stimmung geltend, die sich auf dem Berliner Markte Kleine* Feuilleton. — Ans Mannheim wird uns geschrieben: 2 Einakter „E i n e A b r e ch n u n g" von W i e d und „TI 11 d e in Feuer spielen" von strindberg erlebten ihre Erstaufführung im Mannheimer Hof- und Nationaltheater. Wie ein niederländisches Lied von Israels inntet das Stück von Wied an, in seiner breiten Behaglichkeit und feiner auf einen feinen Ton gestimmten Einfachheit. Ein Altmännerjpital, Menschen, die eigentlich fertig sind mit dem Leben. Unter ihnen 2 Freunde, deren gemeiniame Erinnerungen beständigen Streit entfachten, finden sich ivieder, nachdem in einer gründlichen Aussvrache der Eine dem Freund offenbart hat, daß die Erinnerungen, mit denen der andere sich stets brüstete und den reizte, eigentlich die seinen seien, da nicht jener der Schwiegervater des Geheimrats und der Großvater Kants sei, sondern er. 9hm teilen sie ihre (Erinnerungen und werden im Dämmerschein des Alters erst wirkliche Freunde. Tas Publikum folgte warm interessiert nnd spendete lebhaften Beifall. Weniger stark mar dieser bei Strindberg „Mit dem Feuer spielen". Man hatte den Eindruck, daß das Publikum noch nicht fertig mit der Sache war. Mit souveräner Vernichtung schildert der alte Weiberhasser Strindberg in scharfen grotesken Strichen das Weid, wie es nach hysterischer Liebesraserel sich tute ein geprügelter Hund dem nüchternen Lauf des Zuges wieder einfügt. Schonungslos, irech, hohnvoll, so zeichnet Strindberg das Weib. Die Regie in beiden Stücken lag in den Händen des Intendanten Dr. Hagemann und war bis auf das Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Juli 210.25 (— 1.50), Sept. 194.25 (— 0.00). Budapest Okt. 184.50 (— 11.90). Paris Juni 177.70 (-J- 1.60). Liverpool Juli 159.65 (— 0.90). Chicago Juli 131.20 (- 1.70). Roggen: Berlin Juli 189.50 (- 1.00) Letzte fein und literarisch abgeftimmt. — Ein paar Lustspiele des alten griechischen Dichters M e n a n d e r kamen dieser Tage im neu eröffneten Lauch- städter Theater, das einst Goethe geleitetet hat, zur Aus-- sührung unter bem jubelnden Beifall der zumeist akademischen Zuhörerschaft. Der Menander-Uebersetzer und Bearbeiter Prof. Karl Robert aus Halle wurde stürmisch hervorgerufen und ihm em Lorbeerkranz dargereicht. — Uebrigens Hal Professor Alfred K ö r t e ’m Gieße n im Verein mit dem bekannten Schriftsteller Friedrich v. Oppeln-Bronikoivsky das „Schiedsgericht" Menanders üt fünffüßigen Jamben und mit Ergänzung der fehlenden Teile für die Bühne übersetzt. Ein Teil der Hebersetzung von Professor Korte erschien bereits in einer Monatsschrift. Auch ist schon eine erste Berliner Bühne für die AufführtNig gewonnen. — Die Geschichte der Hall eschen Zeitung (eine Denkschrift Anlaß des 200 jährigen Bestehens der Zeitung am 25. Juni 1908, von Arthur Bierbach; Verlag der Halleschen Zeitung, .Halle a. S. Preis 2 Mk.) wird nicht nur dem Historiker und Geschichlsfreunde eine willkommene nnd belehrende Lektüre sein, sie wird auch jedem, der für die Haupterscheinungen unseres Kulturlebens Sinn und Interesse bat, ein Freund fein, der ihm auf den manchmal verwickelten Pfaden allmählich wachsender Be- wie sie ursprünglich hieß, Hällischen Zeitung, noch nach zwei Richtungen einen besonderen Wert. Sie gibt wichtige Ausschlüsse über eine gewisse Nebenerscheinung der Zeitungen in unserem Sinne, der sogenannten geschriebenen Zeitungen, und sie gibt gleichzeitig ein getreues historisches Bild von den Schicksalen der Stadt Halle und ihrer vornehmsten Bildungsanstalten, der Universität und der Franckeschen Stiftungen, zu denen beiden die Zeitung in engen Beziehungen gestanden hat. Hochinteressant und lehrreich sind die fünf Beilagen zu dem Werke, photographisch getreue und im Druck verfielfältigte Nachbildungen einzelner Zeitungsnummern aus den wichtigsten Epochen der Entwickelung der Zeitung. — Der Besetzungsplan für die diesjährigen Richard Wagner- und Mo zartfeft spiele im Prinzregententheater in München ist erschienen. Im Rahmen der Münchener Festspiele findet auf der Bühne des Prinzregententheaters am 25. August vom Festspielorchester unter Leitung Felix Mottls ein Konzert statt, welches ausschließlich Wagner'schen Werken gewidmet ist. Das Programm enthält durchweg weniger bekannte Werke, so den König Ludwig II. gewidmeten Huldigungsmarsch, die 1832 komponierte Symphonie in C-dur, die „Polonia-Ouverture" und die in der ursprünglichen Fassung (ungekürzt) gesungene „Lohen- grin, Gralserzählung". — Im Münchener Künstlertheater in der Ausstellung werden Sonderausführungen von „Faust", „Was ihr wollt", „Wölkenkuckucksheim", „Pater Squenz" rc. veranstaltet. — Kleine Kunstchronik. Aus Mainz wird geschrieben: Die „Gutenberg-Gesellschaft" trat amSonn- tag zu ihrer jährlichen Tagung zusammen. Den Vorsitz führte Oberbürgermeister Dr. Göttelmann. lieber die Gutenberghäuser in Mainz sprach Prof. Neeb. Aus dem Rechenschaftsbertcht geht hervor, daß die Gesellschast für die letzte Publikcttion (Festschrift) nahezu 10 000 Mk. verausgabt hat. Ihr Vermögen beträgt 14 630 Mk., wovon 2000 Mk. dem Gutenbergmuseum abgeliefert werden. Herr Wallner erwähnte eines hübschen Wortes des verstorbenen kathol. Prälaten Friedr. Schneider, der einmal in der Versammlung mit den Worten erschienen sei: „Heute hab' ich meinen besten Nock angezogen, denn es gilt das Andenken Johannes Gutenbergs zu feiern." — Aus Paris wird gemeldet: Maurice Maeterlinck legt letzte Hand an ein Drama, das „Maria Magdalena" betitelt ist und dessen Titelrolle im nächsten Winter von des Dichters Gattin in Paris gespielt werden soll. — Oskar Blumenthal und Gustav Ka^elburg haben luieber einmal in gemeinsamer Arbeit ein abendfüllendes Lustspiel beendet, das den Titel führt: „Die Tür ins Freie" und vom Lustspielhaus in Berlm evlovrben wurde, wo es in in der nächsten Saison zur Aufführung kommen wird. — An» 29. Juni ist der Präsident des Wiener Journalisten- und Schriftstellervereins „Bund fortschrittlicher Katholiken" gebildet, der „durch Wort und Schrift, in Volksversammlungen usw. mit aller Energie dahin wirken will, daß die absolut unmoralische Ehelosigkeit der katholischen Geistlichen mit allen gesetzlichen Mitteln beseitigt werde". Der Bund, dessen Aktionskomitee sich in Utting am Ammersee befindet, will an die Bischöfe und den Papst appellieren, daß sie die Härten des Zölibats wenigstens modisizieren möchten. Zugleich wird das katholische Volk zum Masseneintritt eingeladen und neben dem Kampf gegen das Zölibat die Verlegung der katholischen Wochenfeiertage aufs Programm geschrieben. Aehnliche Bestrebungen bestehen schon in Italien und Oesterreich. 29. Juni --- 4- 27,0 ° C. 29. „ = 4- 11,4° c. I Sept. 179.00 (+ 2.25), Hafer: Berlin Juli 163.00 (+ 1.25). Sept. 164.00 (+ 5.00) Mk. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. TL Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 78—80 Mk. '/, Kg.Schlachtgew. 94—96 Pf. 7, „ „ 63-64 „ 7, Kg. 76-84 Pfg. 7, , 70-80 , 7, „ 60-76 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreife in Gießen Welzen 100 Kg. 22.00-00'00 Mk. Roggen 100 Kg. 20.00—00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 62 Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg. Juni 1908 Barometer aur 0° reduziert Temperatur der ßuU Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 29. 2” 749,9 26,7 12.6 48 W 2 Sonnenschein 29. 9’5 750,5 21,4 12,7 67 NE 4 Klarer Himmel 30. 725 752,0 18,0 11,3 74 NE 2 Sonnenschein <3,üiastig,s,fc© ^i3ikaufsg‘©l©g,®Mh.©it für Brautleute. Abteilung: FeHi&e Wäsche. Kaufhaus Fritz Grosser sm eiws^m biEBigen Pressers- WM AW Ichl > ■f fl N ■ M , ■ M '-W -M ÄVW 'V? WW Ta^hessMleii Prima Hemdentuch mit Spitze Mk. 1.75 do. m. Feston Mk. 2. — u. 2.25 Schulterschluss mit Spitze „ 1.80 u. 2.— do. mit Feston „ 2.25 u. 2.60 do. mit feiner Stickerei „ 3.25 u. 3.50 sämtlich sehr preiswerte Posten. NKEZSLZSSSASZGZL Starkes Hemdentuch mit Feston Mk. 3.35 u. 3.50 do. m. Umlegekragen Mk. 3.75 do. m. 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