b j, Ti: kveierdtj dott, 1.6» uMgteZiKtas* finorarhhilt I loftutL k!^LS iuiiiibg.gKLr.is . [e tegrüa ' , lllldWM W Ecke SpM teilt a.ton^ 9 u-Btttclq tfinbra fS en ti d Bann en Sk."H , art i5*'ek ! 'bifflK biefc1» i bitiän ! üniHc^. Fidel lifinBi in der M Lladlzu^ in der 8eW ,rporträtß^S BE '5cnevrerlil 9J^V6 / Itub ile W ae Äewertes ter MMM9 t-lnterptk Binaium»»®’ \&* [gsä I» w irra“10'y j momenWj^ 1 Jnkbe:t«e2 | um I wenn • u«fID, > if-1 Br^' - fjün,chtcn Erträgnisse bringen, aber für die in Frage kommen- toi Kreise keine schaoigende Belastung bedeuten. Nationallideraler Parteitag für Preußen. S. u. H. Magdeburg, 26. April. Namens des Zentralvorstandes der nationalliberalen Partei eröffnet NeichstaaSabg. Bass er mann die Versammlung. Dann übernahm Geh. Rat. Krause das Präsidium. Er gab der Zuversicht Ausdruck, daß die Verhandlungen gedeihlichen Erfolg haben mögen. Ein gutes Zeichen sei, daß die gestrige Sitzung des Zeuiralvorstandes von ungewöhnlicher Einmütigkeit getragen ge- wefen fei. Tie nationalliberalc Partei habe niemals die Arbeit in der Partei als erstes und letztes Ziel betrachtet, sondern nur als Mittel zum Zweck, zum Wohle des geliebten Vaterlandes. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, das begeistert aufgenommen wurde. Fabrikbesitzer Bartels hieß die Verfammlung namens der natioualliberalen Magdeburgs willkommen. Nachdem hierauf ein Begrüßungstelegramm der national. Partei Bayerns zur Verlefung gelangt war, nahm als erster Redner Abg. Geh. Rat Friedberg zum Thema: Stellung zu den Landtagswahlen da? Wort. Er führte aus: Schon in Wiesbaden ist auf die Notwendigkeil der Blockpolitik hingeivicsen worden, die geeignet ist, dem Liberalismus die Stellung wiederzugeben, die ihm gebührt. Die Blockpolitik hat bereits Erfolge gezeigt, fodaß mißvergnügte Gegner bereits gesagt haben, man fei bei Vereins- und beim BÖrfengesetz auf eine granitene Mauer gestoßen. Was ich aber als Preuße nicht unterschätzen ivill, ist die Tatsache, daß es gelungen ist, geivisse Quertreiber ab- zuschütteln, die Uneinigkeit in den Reihen des Liberalismus tragen wollten. (Lebh. Besiall. Sehr richtig!). Tie Blockpolitik im Reiche ist frcilid) auch an Preußen nicht spurlos vorübergegcmgen. Die Regierung mußte einige Rücksicht nehmen, auch auf den Liberalismus. Warum sind aber die Erfolge der Blockpolitik in Preußen noch so gering! Wir Haden unsere Forderiingen nicht überspannt, habeil immer Rücksicht genommen auf die Blockpolitik im Reiche. Der Grund hegt bann, daß die mächtige konservaiive Partei im preuß. Abgeordnelenhause ihre Machtstellung in keinem Pimkte aufougeben geneigt ist. Sie fühlt sich als Herr der Situation. Sehr richtig! Ebenso wollte sie feilten Bruch mit dem Zentrum herbeiführen; sie wollte in nationalen Fragen mit der nattonalltberalen Partei gehen, anderswo aber auch mit dem Zentrum. Der Redner bespricht eingehend die Stellung, die die national!. Partei bei den Schulfragen und bei der Polensrage eingenommen hat. Sie habe die Poleiipoliiik stets nur unter dem Gesichtswinkel der nationalen Selbstverteidigung getrieben. Die Zustimmung zur Enteignung fei der Partei nicht leicht geworden. Sollte sie aber nicht auSreichen, so fei die natl. Partei bereit, die erforderlichen Mittel der Stacus- regierung zu gewähren und fchließlich den Frieden zu diktieren, wenn er nicht freiwillig gewährt wird. Nach den Ostmarken sollte Ateines SeriiUeton. — B a u e r n t ö p s e r e i. König Karl von Rumänien schenkte, tr>ie man aus Bukarest meldet, dein Museum der dekorativen Künste in. Paris eine Sammlung von 62 rumänischen Bauerntöpsereten. We wärs, wenn unsere hessische Regierung zur rechten Wrdiqung der vielfach echt künstlerischen oberhessischen & a u c r n t Ö p i e r c i ähnliche Geschenke an die Dinseen der großen europäischen Kunststädte machte? Tie Heimarbeit-Aus- 1 e 11 u n g in Frankfurt zeigt z. Zt. u. a. recht hübsche Töpfereien der im Pieußischen gelegenen Lrtschasi Wittgenborn im Äüdinger Walde, dagegen nichts aus Wieseck und den Töpferorten '.ir den Kreisen Alsfeld und Lauterbach. Tas ist bedauerlich. Rian halte es bet uns in Qberhessen keinesfalls versäumen dürfen, diese des fetzigen Gejamtzreles der erstell drei Schuljahre) durchführbar, wenn die Klaffe von einem Lehrer 3 IQaljre durchgesührt wird, diesem nur das Ziel der 6. Klasse verbindlich ist, ihm aber innerhalb dieses Zieles das Recht freier Stoff- und Behandlungswahl gewährt wird, er also vom Lehr« und Stundenplan und von den Prüfungen befreit bleibt. — Aus der Verfammlung heraus wurde die Eingabe eines Gesuches an die Behörde angeregt, worin um Gelegenheit zu umfassender Erprobung dieses vorgeschlaqenen freien Elementarunterrichts gebeten wird. Ersreiilicherweise hat sich anch die städtische Schulbehörde zu Leipzig bereit finden laffen, derartige uns recht vernünftig scheinende Versuche zu gestatten. An jeder Schule soll eine solche Versuchsklasse eingerichtet werden, die von ihrem Lehrer 3 Jahre fortgeführt wird. — Friedrich N a n m a n ii veröffentlicht im Maiheft der „Simen Rundschau" (S. Fischer, Verlag, Berlin) einen Essay über DieLeidenSgeschichte Des Deutschen Liberalismus; er stellt in klarer unb persönlich interessierter AuSemanDersetzung Die bisherige Entwickelung und Die Zukunft Des Liberalismus Dar. In bemfelben Heft fiuDen wir einen äußerst wichtigen Beitrag von einem Sohne Gießens, den unfern Lefern wohlbekannten Literareffayisien Ai a x Ai e y e r f e ID , Der zum ersten Male an der Hand unveröffentlichter Briefe und Dokumente das Verhältnis Lord ByronS zit ferner Schwester klar legt, nicht bloß literarhistorisch von Wert, sondern auch heute noch psychologisch von merkwürdigem Iuteresse. Rudolf Lehmann schreibt über Schule und Kvliur in Der Gegenwart, indem er die modernen pädagogifchen Ziele zu- sammenfaßt, Karl Jentsch über moderne historische Forschung, Robert Hessen über die Hygiene der kurzen Diöde. Theodor Barth liefert wie immer die politische Chronik. Außer verschiedenen lyrischen Seihägeti finden rott als belletristischen Artikel bte Fortsetzung des großen Wiener Romans von Schnitzler und eine Novelle „Geschichte in der Dämmerung" von Stefan Zweig u. v. a. m. — Eine Erinnerungsfeier für den Erfinder des Barometers. Die Stadt Faenza in Italien rüstet sich, in diesem Jahre die Dreihimdertjahrfeier der Geburt T o r r r c e l l i s zu begehen, des Philosophen und Mathematikers, der den Barometer erlauben hat. Ein Fest der Stadt soll zu Ehren ihres berühmten Sohnes veranstaltet werden. Außerdem werden zwei Ausstellungen vorbereitet, von denen die eine einen lleberblick über die Entwicklung der meteorologischen Instrumente, um deren Verrollkommnung sich Torticelli Verdienste erworben hat, geben soll, die andere Kunstwerke antiker und moderner Keramik um- sassen wird. — Eine Erfindung, mit deren Hilfe man von Paris nach Newhork sehen kann, verspricht der stanz. Ingenieur Armengaud der erstaunten Menschheit binnen kurzem vorzulegen. Armengaud, der schon vor einigen Jahren Versuche Mit einem von ihm konstruierten „Telespektroskop" gemacht Hal, hat seinen Apparat immer weiter vervollkommnet und umgesormt, und nachdem nun die Grundlagen für die praktische Anwendung erprobt sind uni) sich bewährt haben sollen, soll der erste praktische Versuch nur noch von der Vervollkommnung einzelner Detaüs abhängen. Der Apparat zeigt eine gewisse Verwandtschaft mit dem System der FernphotograpHie, tote Professor Sten sie ausgebildet hat. Der französische Ersinder stützt seinen Versuch auf eine Ausnutzung der Eigenschaften den Silcninms; den Ausgangspunkt seiner Erfindung bot eine Anregung durch das Wirren des Kinematographen. — Färb enfreud e. Es ist ein Zeichen unserer Zeit, daß Gemälde und Stiche von den Wänden der Raume unseret neueren und geschmackvolleten Hauset immer mehr und mehr verschwinden und an deren Stelle Farbendrucke treten, die in übet- tafchendet Weise die sarbigen Reize des Originals zu vermitteln vermögen. Der Verlag von E. 91. Seemann in Leipzig hat sich bereits durch die Herausgabe mehrerer großer Sammelwerke um da? Neuerroachen der Fatbenltende bedeutende Verdienste erworben. Die neueste Publikatioii dieses Verlages ist die „Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts" (20 Heite zum Abonnementspreis von je 2 Mk.), ein Unternehmen, baß dem deutschen Hause wieder einen Schah künstlerischen Schaffens zuführt. Heft 1 dieser Sammlung hatten wir neulich hier angezeigt. Jetzt liegen die Lieferungen 2 unb 8 vor. Zunächst rwei Namen von bestem Klange: Leibi unb Lenbach. Ersterer ist mit den „Strickenden Mädchen" au5 der Dresdener Gallerte, letzterer mit einem vornehmen TamenbildniS vertreten, das er mit 24 Jahren gemalt hat, bei dem wir aber schon das Gefühl seiner tünstlcrischen Reife haben. Fr. Voltz malt mit Vorliebe Die kraftvollen, ruhigen Gestalten roeidenden Viehes („Heimtrieb"), Hans von Bartels daS prächtige Bauernvolk Hollands („Aiilchmadchen"). Ed. SchleichS „Landschaft am Ehiemfee" erfreut durch koloristische Schönheit. Im Dritten Hefte finD Maler Der Karlsruher Schule versammelt: LuDwig Till (Po-2midfchaft), Hermann Baisch (Aiaiinorgen), Gnst. Schönleber (Holl. HaienenifahrU, Leopold Graf Kalckrenth (Ge- wuierroolken) und der Akademiker Karl Friedrich Lessing mit seiner ftiltfierten Waldlandfchaft „Tie hundertjährige Eiche". — Den gegenwärtigen Stand der Homerischen Frage und Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Ausgrabungen in Troja und Lenkas-Jthaka bespricht in seinem Vorworte zu der von ihm soeben besorgten Verdeutschung von Friede. Aug. Wolfs berühmten „Prolegomena zu Homer' (Verlag von Phil, Reelam jun. in Leipzig, Umv.-Bibl. 4984—86) Prof. Dr. Herrn. Muchau. Er erwähnt die Ansichten der hauptsächlichsten früheren und wohl sämtlicher gegenwärtigen Homeri'orjcher, die man wohl nach Prof. Christ dahin un wesentlichen kurz ziifainmenfaffkn kann: Ilia« und Odyssee beruhen auf von älteren äolischen Sängern poetisch gestalteten Sagen. Homer kannte durch Sage und Sange bereits die Haupthelden. An den neuen großen Schöpinngen der IliaS und Odyssee haben sicherlich mehrere Dichter gewoben. Tic Odyssee ist jünger als die Illas. Ob beide Epen von demselben Ver'asser sind, ist zweifelhaft. Jedenfalls sind zu der von Homer ucrroeitcrten Ilias mehrere Gesänge hinzugekommen. Die Telemachie scheint ödh irember Hand herzurühren. — Kleine Chronik aus Kunst unb Wissenschaft. Iit Palermo ist am 27. April der Internationale Posl- livisten-Koligreß eröffnet worben. Zum Präsidenten wurde der russtschc Schrutstöllen Nowikow, zu Ehrenpräsidenten u. a. gewähr: Lubbock, Levoffeur, Bandervelde, Haeckel und Lombroso. i .........................----- d <■ Ausstellung zu beschicken, die nicht nur einen ungemein mleieflanten H iteurag liefert zur Beurteilung der sozialen Lage der Heiniarbeiter, i»ndern anch beredtes ZengmS ablegt von Der zum Teil bewundernswerten Kunstseitigkeit vieler Heimarveiter. Unsere Die Heini- £ arbeit ausübenden oberhessischen Töpfer sind zum Teil wahre ilünfiler geworden, nicht zum wenigsten durch die verdienstvolle ictigfeit Josts, dieses tüchtigen Mitgliedes der Darmstädter Künstler- Io lonie, und ihre besten Erzeugnisse dürften nicht nur m Frankfurt •tblen, sondern sollten weit über unsere Heimat hinaus bekannt ;pnad)t werden. Es würde ihnen dann bald an Anerkennung und !i»iiijowenig an Auiträgen von auswärts nicht fehlen. , -Die „Graf enkam nier" im ® Ito t Her Schlag- lurm. Am Rheinufer in Eltville ragt, umrahmt von großen allen Bäumen, ein alter vielzinniger Tnrm empor, der lehte bt|io- njhe Zeuge von dein im Jahre 1634 niedergebrannten Residenzo ihloß der Biainzer Kiirfurstcn. In diesem Turin oefiudet stch die ioaift schwer zugängliche, mit allerhand interessantem Hausrat an- ;eüillte „Graienkammer", die im Laufe der Jahrhunderte nranche l'eränberuiig erfuhr und jetzt dank den Bemühungen des Cbci:» lotffecS Dr. Mstani nut Regierungsmitteln einer sorgfältigen Re- neoahon unterzogen würbe. Um die Erneuerungsarbeiten hat Itd) allem Bezirkskonfervator Professor Luthmer tu (yKuuiurt verdient gemacht, Dem verschteDene Künstler, Maler unD l)i ID bau er, hel'end zur Seite standen. Zahlreiche KunstfreunDe, an ihrer Spitze ■n Großherzog von Luxemburg, haben für Den altertümlichen : ; ^oum Glasicnster gestiftet. , . , , _ , s - (Sine Me io vm »e6 erften 11 nie rr.ch S iovbert der i!e ipziqer Lehrervercm, mdem er folgende Satze annahm. 1. ^urch t'tii gegenwärtigen Betrieb des Elementarunterrichts mit feinem Deiirüljten Eiiuetzen und Vorherrschen einer emfcitig geiliig lor- «|«len Bildung (Lesen, Schreiben, zahlemnaßiges Rechnern soime b|e von ihm beanfpruchte hohe Stundenzahl ivird die körperliche lmd geistige Entwicklnng der Kinder gestört, darunter hat auch >°r fuälere Unterricht zn leiben. 2. Um cme rnchge geinnbe Ent. Wluug der Kinder zu sichern, ist L e f e u und S chr e i b e n aus ftti Betriebe des ersten Schuljahres völlig zu en t fern en , Das ^'chnen nur als Anschauungssorm beizubchalten und d e Stunden- i«n auf 12 5cla(,i„lul,en. yn forbern . 1 cme alle SeifteS« unb 'larpei-Eräiie oic|cr Gntwickelltngsstufe beschastigender U e ja mt- j1 u e t l i di t im Freien und im der zugleich Die fitere Schularbeit am besten vorbereitet. 3. -^lefe ForDerungen ‘“es „freien" Elementarunterrichts sind (selbst unter Beibehaltung wesens ist bisher nur zu sehr verschleppt worden, sie mutz schleunigst in Angriff genommen werden. Tie wirtschaitlichen Der- haltmssc hoben unsere Fronen tu den Konknrrenzkarnpf gezwungen. Da müssen sie auch wirtschaftlich start gemacht werden. Tie Reform der Gehälter der Beamten, Geistlichen und Lehrer darf nicht ohne weiteres eine Erhöhung der Eintommensteuer zur Folge haben. Wir jchcueu vor einer solchen nicht zurück, wenn sie notivendig ist. Ww haschen nicht nach Popularität. (Beifall). Zunächst mutz aber abgekartet werden, wie sich die Finanzlage gestaltet, die ja leider nur gar zu sehr abhängig ist uon unseren Slaalseiscnbahneii^ Tie jetzige Finanzgebahrnng unserer Eiseitbahnverioalllilig — das Schul- denmachen hat ja un Herren House sogar die Billigung eines liberalen Oberbürgermeisters einer Sladt gefunden, bereu früheres Oberhaupt Finanzlnlllrster geivorden ist. Hoffentlich bleiben »vir davor bewahrt, datz der Herr auch Finailzminister wird. Wir fordern auf allen Gebieten Sparsamkeit. Einer k o st j p i e l i g e n A uS g e st al t u l» g des historischen B r a n b e n b u r g e r Tores werden wir Widerstand leisten. (Lebh. Benall.) Wir brauchen eine Reform der Berivalltiiig. T»e Tendenz, die Reglerungsaussicht nach allen Ecken und Richtiingen zu erweitern, ist verlverfüch. In der Verwaltung braucheri ivir einen m e h r bürgerlich e n Z u g. Ter Rediier bespricht zum Schluß die Aiistvahl der Ainvärler für die höhere Lerwaltungslousbahn. Hier herrsche eine Beoorz u- gung gewisser Stände, wobei die Bevorzugung des Adels noch em besonderes Kapitel sei. Hier sei ein Gebiet, zu zeigen, baB bet Staat Klaff euunlerjchiede nicht anerkennt. Hoffentlich erhalte der Mittelstand im Parlamcnt durch bie Wahlen eine vermehrte Derlrelung. Tie freiheitliche Enlivickelung unseres Staalslebens, die Freiheit des Glaubens und Denkens, soziale Gerechtigkeit — das sind die Kennzeichen, unter beucn wir siegen wollen. (Stürm, langanhaltenber Beifall.) Geheimrat und Vizepräsident des Abgeorbiietenhauses K r o ii s e: Man wundert sich, daß es noch joiwerbare Leute gibt, die die Reformbedürmgteit des preiißifchen Lanblagswahlrechis leugnen. Und doch gibt es solche! Ter Redner bejpriet)t die Eintellung der Wahltreife und das Wahlsyslein. Tente man nur an die Ver- änderiingen in der Bevölkerungszahl und in den ft euer! ich eit Ver- hältinffen. Charlottenburg und Frankfurt a. M. wählen nur drei Abgeordnete, die 72 steuerschwächsten Kreise, die auch nicht mehr Steuern zahlen, roic diese beiden Städte, wählen 131 Abgeordnete. (Lebh. Hort! Hört!) Die Aenderung der Wahlbezirke ist so gerecht-- fertigt, dos; ihr niemand entgegentreten sollte. Freilich »vollen wir keineswegs dre Arithmetik zu Hilfe nehmen. AiaBgebenb »nutz sein, wie schon Hobrechl einmal sagte, „Land und Leute". Tie Land- wirtschaft ist immer nod) eins ber bebeutenblten Gewerbe. Sie hat ebenso Verdienste, wie auf der anderen Seite Handel unb Industrie. Es mutz em Ausgleich gejd)affeu iverben (Beisall) Auch beim W ahljy st e in »vollen »vir eine mittlere Linie innehallen. Die Entwicklung hat immer ungünstiger gewirkt für bie brüte Abteilliiig. Ta muß man fragen: Haben benn bie unteren Schichten und der sogenaniite Mittelstaub noch den politischen Elnstiiß, ber int Interesse bes Staates wünschenswert i|t? (Lebh. Zurufe: 9tem! 9lem 1) Die jämmerliche Wahlbeteiligung, bie Abstinenz weiter Klassen ist die größte Verurteilung des preußischen W a h l s y st e m s. (Zustimmung.) Bedauerlich ist, daß die Arbeiter heute noch ihre Vertretung in ber Sozialdemokratie suchen. Daß aber bie Arbeiter auch em Recht haben, mit ihrer politischen Ateinung gehört zu werben, »verden Sie nicht rn Abrede stellen wollen. Es märe unliberal und unstaatsmanmsch, den Arbeitern em Wahlrecht zu belassen, das ihnen nichts nützt. Hier muß eingesetzt werben. Wir bebnuern den Mangel an Wärme tu ber Erklärung des Reichskanzlers znm Wahlrecht. Umsomehr ivunbert uns, daß die Koiljervallven jede Reform ablehnen. Will man verhindern, baß bie umstürzlerische Partei ihren Einzug in das Abgeorbneleilhaiis hält? Id) weiß nicht, ob man durch diese Politik der Sözialdemokratie Abbruch tut. (Sehr richtig!). Jetzt s ch a s f t nt a »t S o z t a l d e m o k r a l e n. D i e K o n s e r v a l i v e »i wollen ihre Bl a ch t st e l l u n g n i d) t a u i g e b e n. Am letzten Ende ist das doch pulitiid) kurzsichtig. Tie Welle kann so start werden, datz sie die Wiberilrebenden hniwegschivemint. Wer sid) vor einer radikalen Aenderung fchützen ibdi, tut weise, wenn er die Haiid bietet zu einer Reiorm am der mittleren Linie. (Lebh. Beifall.) Die Blodpolttik un Reid) Hal gezeigt, daß der uralte Gegensatz zwisd)e»r tonservativ und liberal, der immer bleiben wird, an Schärfe eingebugt hat. Die Zusammensetzung des Abgeorbnetenhaiises muß so werden, daß die Konfervativen mehr nur den Nationalliberaleu rechnen müßen. Wenn ber große Einfluß der Konservativen gemildert »oirb, |o wird das dem Interesse einer konservativ-liberalen Annäherung un Abgeorbnelen- hauje dienen. Weld)es System gewählt wird, Darüber »verden »vir hmwegkommen. Der Redner bespricht die Uebern ahme des R e i ch s w a h Ire ch t s in Preußen. Kein Nationallibcraler denke daran, das Reichstagsivahlrecht un Reid)e zu beteiligen. Etwas anders i|t bie Reform in Preußen. Ta kann man doch gewisse Fehler des PetchslagSwahlrechls anerkennen. J»r Preußen rsl eine ganz andere staallid)e Grundlage wie un Reiche. Tas erfordert aud) em anderes Wahlrecht. Mögen die Sn0deutsche>i ihr Wahlrecht behalten, wir ridjien uns in unserem Hause nach linieren Verhältnissen. (Beuall.) Wer, wie einzelne radikale Freisinnige, das Reichswaylrecht für Preußen »ordert, müsse es aud) für das Kommune verlangen. Die Einführung des Reid)stagswahlred)ls m Preutzen ist zurzeit unmöglich. Warum uns den Kopl zerbred)e»i, was vielleicht rn 40 Jahren möglich ist. Der Redner bespricht bann bie einzelnen Forbennigen, bie euentue.le Eimühiung des Pluralwahl redstes usw. Tie inbiretie Stimmabgabe habe heute leinen Wert mehr. In bet Frage, ob öffentliche ober geheime Wahl, haben sich bie Gegensätze m ber Partei mehr und mehr verflüchtigt. Die Zahl ber wächst, bie sagen: Weg mit ber öffentlichen Stimm- cuigabe! Der Redner schließt: Wir »verden zuerreid)en suchen, »vas zu e r r e i d) e n i |l. Dazu müßen wir aber be= fonbers bei diesen Wahlen tüd)tig ui bie Agitation emtreten. An die Regierung richte ich den Appell, daß sie bei den Wahlen die Parteien ihren Kampf untereinanber abmad;en läßt. Sie mutz dafür sorgen, baß das Versprechen des Reichs- kanzlers und des Minister des Innern, volle Reulralität zu bewahren, auch burchgeiührl wird. Wer bie Verhältnisse un Osten kennt, weiß, datz es dort du stärkere Stellen gibt. Tas sind ber Lanbrat und ber AnitSvorsleher. (Lebh. Sehr ndjng!) Wer vollkommene Freiheit der Wahl »vill, »nutz die nadjgeoibnetcii Beamten eventuell zwingen zur Neutralität. Im übrigen muß jeder Wähler, feiner Verantwortlichkeit bewußt, bei den Wahlen feine Pflicht tun. (Brausender Beifall.) In der nun folgenden Diskussion nahm zuerst der Ober- laubesgerid)tsrat H a m m bas Wort. Er »v a r n t e vor u bei- triebener Vorsicht, die sich m dem Wahl am ni' breitmache. Vor allem sei kein sd;arses Wort über bie geistige ed)ulam|id)t gesagt. Im Rheinland würden die Lehrer nicht nur in der schule, sondern aud.) in ber Leffeiitlichkeit uber»vad;t. Ter Stimmzettel gelte als Legitimation für den Eintritt in das Himmelreich. 'Man sollte einmal die Wahl kassieren, bet Denen Geistliche so vorgegangen. Abgeordneter Gl atzet meint, ob geheime ober v|iemud)c Wahl, das fei noch mehl geklärt, »venigstens md)t für ihn uno viele andere, die ihre Blanbale nacl) red)ls zu verteidigen habe»». Wenn bie Regierung eine Vorlage bringe, bie uns sonst ge allt, aber bie öffentliche Stimmabgabe nicht hat, so tonnen ww diese aud) entnehmen (Widerspruch). Rechtsanwalt Gutsd)e (Magdeburg) meint, baß daS geheime Slimmrecht ber erste Schritt zu einem liberalen Wahlrecht sei. Im übrigen habe er sich als Linksliberaler zu ber U.eoerzeugung vurchgernngen, daß das Reid)slagsivahlrechl md)t ohne iveileres auf Preußen auszudehnen fei. — Rebalteur Brues (Krefeld- verteidigt die geheime Stimm abgab e, bie man unbedingt aiö Programm auistellen müßte. Er tritt bann für Ar- b e 11 c r f a n b i b a t u r e n em. 'JJian müßte basür sorgen, daß aud) die Arbeiter das passive Wahlrecht haben. Wir »verden nur Dann tausende von Arbeitern aus unserer Seite haben, wenn sie sehen, batz^ wir and) Arbeiter aufstellen. (Beuall). Wenn es den Christlich-Sozialen möglich gewesen, Arbeiter zu Manbibsten fähig zu machen, fo müssen wir bas aud) können. Rechtsanwalt F i s ch e r (Köln) erwibert dem Abgeordneten Glatzel: Aus rein praktischen Gründen dürfe man niemals von einem Progiammpmitte abgehen. In ber Frage des Wahlrechts haben wir uns auf emer mittleren Linie verständigt, diese mittlere Linie müssen wir aber krallvoll vertreten. Wenn wir zögern, werben wir feinen Eindruck auf die Regierung machen. Der Wahlaufruf w u r b e barauf e i n ft i m m t g an - g en o in m c n. Amtsrichter M einte (Slolp) regte bie Frage der WaHitz u n d n i i s e an. Rad)dern jetzt bei der Freisinnigen Vereinigung die Klarstellung in den eigenen Reihen erfolgt sei, wäre es angebracht, daß zwischeli den drei liberalen Parteien jetzt eine Verständigung erzielt werde, weil die Unterschiede nur verjchivinbeiid Ueme seien. (Lebh. Widerspruch). Er inöchte anregen, daß den Vertretern im Abgeordnetenhause uahegelegt wird, möglichst in ein Wahlbündiiis mit den anderen Parteien einzutreten. (Vereinzelter Widersprud).) f Vizepräsident Dr. Krause erwidert, das müsse den einzelneu Wahlkreisen überlassen werden. Es feien da fehr delikate Persone>i- fragen zu erledigen. Damit waren die Beratmigen beendet und der Dorsitzeiche schloß mit einem Hod) aus dre nationalliberale Partei und den Zentralvorstand de»i Parteitag. Ger sehr»? aal. Preßburg, 25. April. Heute fand hier gegen die sozialistischen Führer Jakob Wellner und Gabriel Schwartz die Schivur- gerid)tsverhandlung statt. Dieselben Hanen m emer Flugschrift den ehemaligen Ministerpräsidenten Grafen Stefan Tisza bejd)ulbigl, daß er als Präsident der einstigen Jndustriebank bereu Rum veranlaßt unb bie Atnonäre um viele iDliUionen gejd)äbigt habe. Weltner würbe wegen Verleumdung zu drei Monalen, Sd)wavtz zu zwei Atonalen Gefängnis und je 200 Kronen Geldfl rase verurteil!. GLsenbahtt-Zeitung. Badische Kilometer!) efte t 7- Diese so beliebten, durch die famose „Reform" aber auf den Aussterbe-Elat gefetzten Fahn- atisweise wurden, wie vielleicht nod) erinnerlich, zu Ende April vorigen Jahres noch in ganz bcdeiltendeil Mengen aufgefauft, well ihre einjährige Gültigkeit öen Inhabern noch einen »veilen Spiel- raum der Benutzbarkeit gewährten. So ist denn auch auf t>en Badischen Bahnen noch viel auf Grund der Kilometerhefte gereist worden; jetzt sind nur nod) einige wenige im Verkehr, aber auch sie müssen bi-5 Ende dieses Monats ausgenutzt jein, denn uom 1. Mai ab hat feind der etwa nod) vorhandenen Helle noch Gültig feit. Somit ist der 30. April 1908 ms der eigentliche ©terbetii’g des Badischen Kilomelerhcstes anzusehe.r. handel und verkehr, Volkswirtschaft. Berlin, 25. April. Rach dem „Reichsanzeiger" ist der S a a t e »t ft a »i ö im Deutschen Reich, wenn 2 gut bedeutet, sür Winterwelzen 2,5, Wünerspelz 2,3, Winterroggen 2,6, Klee 2,ö', Luzerne 2,5, Bewässernngswiesen 2,3, andere Wiesen 2,8. — Der Winter ist für Herbstsaaten und Futlerpstanzen im allgemeinen günstig verlausen. Weniger günstig als ber Winter war die Witterung während des Frnhjahrs. Häiisige Niederschlage, anhaltend iitedrige Temperaluren, scharfe östlid)e und »iordöstliche Winde, sowie zahlreiche 9lad)tirö|»e haben m den letzten Wochen das Wachstum stark zurückgehalteii. And) die Beflelliliig der Sonnnerfrücl)»c ist durch zu große sJläjje vielerorts erschwert und verzögert worden. Anderseits Halle man in manchen Gegenden zurzeit der Berichl- erftatiung die Aussaat des Sommergetreides beendet und bereus nut dem Legen der Kartoffeln begonnen. Usnverjitäts-riachricyten. Der außervroentliche Pioiesior sür Kirchenrecht an der Berliner Universilät Dr. Hermann F ü r st e n a u ist zuiii Geh. Regierungsrat und Vortragenden Rat im preußischen Kultusministerium ernannt worben. Seine Lehrtätigkeit übt Dr. Fürstenau nach wie vor aus. vermischtes. * D u r eh d i e i m m e r n o ci) anyartenden furchtbaren Wirbelst ü r ni e hat der noidamerllantsche Staat 'Mississippi am meisten gelitten, lieber 1000 Personen sind allem dort verletzt und jtrla 300 gelotet worben. Viele Verwnnbele fmb ben ganzen Tag unter ben Drummern ihrer emgestürzten Häuser begraben gewesen. In bem tstäbteyen Par bis finb von 200 Hausern nur 7 stehen geblieben. Völlig zerstört finb 46 Stäbte. l'ian ijt setzt bazu übergegangen, Die Zehntausenbe, bie obbachlos geworben sinb, in Konzentralions- lagem zujaiiinienzuziehen. Auf Diese Weife hofft man wenigstens noiburmg lür ihre Veipflegung sorgen unb ben Ausbruch einer Epidemie verhindern zu tonnen. — Das 'ranzöstsche Kolonialmimsterlum gibt betannt, baß em heftiger Zhllon' aiich un Komoren- 51 r d) t p e l (zwlfchen Atabagastar unb bem ajritamsd)en Festlanbe) geroüiet hat, von bem haupt- iad)lich bie Insel Groß-Eomoro beiroßen worben ist. Es werben mehrere Schiffbrüche von bort gemelbet. * Das Ende einer Hochzeitsnacht. Dieser Tage feierte der Sohn des Landmannes Terkelfen in Werst bei Lun- derskoo (Vierlanbe) Hodizeit. Um 1 Uhr nachts ging man zur Ruhe und das Brautpaar ging auf einen benachbarten Hof. Das Brautpaar bemerkte, auf bem Hof eirigetrosfen, einen hellen Feuerschein und eilte schnell auf den väterlichen Besitz zurück. Es gelang ihnen, bie bedrängten Bewohner zu wecken unb, nur mit einem Hemb bekleidet, verließen diese das Haus. Ter Vater unb ein Bruder des jungen Ehemannes versuchten, das Vieh aus den brennenden Gebäuden zu retten. Zwei Pferde und sechs Kühe wurden geborgen. Immer wieder gingen Vater und Sohn — ungeachtet der Gefahr — in den brennenden Stall. Plötzlich stürzte das Dach in sich zusammen, in einem 'Augenblick, als die beiden Manner ün Stall waren. Es glückte dem Vater, im letzten Augeilblick den total! zu verlassen, allerdings mit brennender Kleidung, der Sohn konnte nicht mehr ins Freie gebracht werden. Als das Feuer gelvjcht war, fand man, wie die „H. R." berichten, feine verkohlte Leiche. Der alte Terkelfen wurde in das Krankenhaus gebracht, wo er am folgenden Tage an ben Folgen ber Verletzungen verstarb. Die sJJcutter würbe bei der ’Jtau)ridn fast wahnjtniiig vor Schmerz. Es wird geglaubt, daß eine frühere Braut des jungen Ehemannes das Feuer angelegt hat, um sich zu rächen. Kleine Tageschronik. Vom Schwarzwald und aus dem Allgäu werden ungeheure Stürme mit mächtigen Schneetreiben gemel- oct. Auch in Baden-Baden hat der Schneesturm gewütet. Aus Landau wird gemeldet: 'Als bei einer bei dem Küfer Hildenbraiid vorgenvmmenen Kellerremjwn mehrere verdächtige öaller versiegelt werden sollten, drang Hildenvranb mit gezücktem Messer a u f den Po l i zt st e n ein, der erst nach einem Säbelhieb über Kops unb 'Arm ben Widerspenstigen un- lajäblid) machen konnte. In Li eg nitz schoß der Stallschweizer Max Walter aus Poltwitz auf bas Dienstinaochen Berta Anbers unb versuchte Daraus, sich burch einen Schuß in bie Stirn zu tuten. Der -euter ist schwer, das Opfer leicht verletzt. Beide wurden in das Ktankeuhau gebracht. Der Grund ist in verschmähter Liebe zu suchen. In München sind neuerdings ein Gastwirt und eine Ober- Aunsrichlerswitwe Die Opfer fortgesetzter Erprefsungsver- luaic emes Unbekannten, Der mit der Ermordung sämtlicher Angehörigen droht. Zn Augsburg wurden von einem wohl- Ijabnioen K aus mann ourch einen aiischeinenb gebildeten Brief- Ichreiber 3U UUU Mk. unter Androhung der Ermoroung des einzigen Töchterchens zu erpressen versucht. In München hat ber 14juhrige Volksschüler Netzer wegen eines Spieloerlustes einen glcid)aiterigen Knaben durch einen. Messerstich ms Herz Ifbensgeiuljrlia) verletzt. In Berlin gelang es ber Kriminalpolizei, einen lange gesuchten Einbrecher namens Dittmar aus Frankfurt a. M. zu verhaften. In Niederwürzbach (Pfalz) erschlug der 18jahrige Arbeiter Bischmann in der Trunkenheit seinen Vater mit der Axt. In Freiburg i. Br. hat ber Kassierer Löffel von ber städtischen Straßenbahn, der vor acht Tagen angeblid) auf ber x>agb tödlich Dciungluccte, nach amtlicher Feststellung ihm an- L'ecirQiitc Gelder in erheblichem Uniiange veruntreut. Aui ben Rennplätzen von Paris verlor ber düiuljcitjc August Beu aus Schweinfurt in wenigen Aionaren fein beträchtliches eigenes Vermögen und veruntreute seinem Chef noch 18 UUU oranten, die er gleichfalls verspielte. Bei seiner Verhajtung be- uano seine ganze Barschaft aus 80 Centimes. In Wien inszenierten Studenten der Technischen Hochschule lärmende Demonstrationen gegen den wegen । einer Strenge bei den Prüfungen mißliebigen Professor Dr. Richard Engländer und dessen Assistenten. Schließlich gelang es dem Rektor, die Studenten zu beruhigen, indem er versprach, ihre Beschwerden zu prüfen und Abhilfe zu schassen. Bei Gloggnitz am Semmering ist ber 21jährige Fabri- lantensohn Stangl mit seinem M o t o r r a b so unglücklich gestürzt, daß er lebensgejährliche Verletzungen davontrug. Dorvergangene Nacht ereignete sich bei Thun ^Berner Oberland» ein 'Automobilunglück, indem ein großer Kraftwagen mit sechs Herren in der Tunkelhell in einen tiefen Graben stürzte. Dabei wurde der 24jährige Bankbeamte Hugo Schrör gerötet. Er wurde vom Automobil erdrückt. Mehrere andere Teilnehmer der Fahrt wurden verletzt. Mehrere bosnifche Priester, die in Italien weilen, wurden bei Albano von fünf Männern überfallen und durch M e s s t r ft i d) c schwer verletzt. Gendarmen verfolgten bie flüchtenden Angreifer u.ib nahmen vier fest. Die Gendarmen hatten große Mühe, die verhafteten vor der Wut der Volksmenge zu schütz.n, bie die Verbrecher lynchen wollte Eiugesan-t. (Für Form und Inhalt auet »rner uicicc Rubrik stehenden Artikel übernimmt die iKcbattion dem Publikum gegenüber kemerlei Verantwortung.) Die etwa 1000 Meier lange, fast gerade laufende Straßen- linie vom Marktplatz bis zum Sd)i|icnbcrger Weg, wechselt ihren Namen, sage und schreibe, fünfmal! — Schulstraße, 'Neuen Baue. Gartenskraße, Ludwtgsplatz, Garrenstraße. Vielleicht kommt noch, wenn die Spitze des früher Reatzh'chen Anwesens abgeschnitten wird, eilte sechste „Theaterplatz" hinzu. Wäre es nicht bald an der Zell, dieser Straße einen einzigen Namen zu geben, ctiva „Theaterstraße" ? Für jeden Fremden, ber bas THemer besuchen oder nur betrachten Will, wäre es sicher angenehm, wenn es beim Passieren des Marktplatzes aufmerisaui gemacht würde, lvi)< hin er sich zu wenden hatte. Pietät für alte toiraßennamen ift ganz gut, besser aber noch ist eine zeitgemäße praktische Unv anbcrung, die im Interesse der uns besuchenden Frembeii liegt, um io »itehr, wenn solche alte Namen sinngemäß keine Berechtigung mehr haben. S. Ä^Leteorologrjche töeovutljUHtßen der Staüou Gießen. April 1908 Barometer auf 0° redtizierl Temperatur der Lull "o T e 's Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Weller 27. 2" 744,6 7,8 5,8 73 E 2 Bed. Hiinutel 27. 925 744,3 7,4 6.5 85 SöE 2 u w 28. 743,9 7,1 7,1 94 L 2 ft • Höchste Rlebrig Temper te , atut a n 26. 26. bis 11. Apt 11. u il = + 8,9 0 C. + 2,6 " C , 1 eieionische itursbericnie des Giessenei Anzeigers, nutgeteilt von der liank für Handel und Industrie, Glessen. Frnnkluftcr ftorwe, 28. April, 1.15 Uhr. 3^e/0 Reichsanleihe . . 91.201 Llektnz. Lahmeyer . . . 124.90 o% ao. . . 81.60 °/6 Konsols .... 91.25 o% do 81.65 o>ju/0 Hessen 90 55 <>>6V/O Oberhessen . . . 91 öo Uesterr. Guidreute. 98 70 4*/#>o Uesterr. öilberrente »9 20 Ungar. Goldrente . . 93.35 4>6 Italien. Rente . . . —.— Portugiesen berie 1 60.45 3% Portugiesen „ 1II 6180 4>5°Je russ.ötaatsaul. 190., 94 85 4>« 0 japan. Staatsanleihe 87.00 i/o Uouv. Türken von ibuö 95 30 1 ürkeniuse 149 00 1% Giiech. Mouopol-Anl. . 49.4u 1 % ausscie Argentinier . b4.9ü ju/0 Jiexikaner . . . 66.50 4-2Chinesen .... 95.30 Aktien: Bochum Guss . ... 220 10 Buderus KW. . . . llü.oo 1 eudeo .: schwächer. Kektnz. tichuckert . . . 113.00 Eschweiler Bergwerk . . 212.2c Gelsenkirchen Bergwerk . 195.2U Hamuurg - Ainenk. PAketl 113.50 Barpener Bergwerk. . 199 50 Laurahutte 210.51 2\ordd. Lloyd 98.10 Ubeischlcs. Eisen-Industrie 1U1.3U Berliner nanüelsges. . . 16^.30 Harmstädter baua . . . 125.10 beutsclic Book .... 232 10 Deutsch-Asiat. Bank . , 136.90 Diskuhtu-Kommanuit. . . 174.70 Dicsuuer Bank .... 138.20 Kreuitakuen 197.9c Baltimore- und Ohio- Bisen iah n 84.10 uottuardbKhn..... uomoaru. Biseubahu . . 232o uesterr. btaaisuuiiu . . . 147.50 I riiiee-Hcuri-Bisenhahu . HÖ.oU iieruiier börse, 28 150.00 138.4( Tendenz ungleichmässig Cauada E. B. . Darmstadter Bank . Deutsche Bana . . Dortmunuer-Lniou C. Dresdner Bauk . . . 153.50 . 125.60 . 232.00 198.2^ 216.5 23.20 April. Anfaugskurse. liurpeuer Bergwerk. . i.auranütte . . . . ..ombaiueu E. B. . . .\ordd. Lloyd . . . . 1 nracnlose Butterick’s Kaumagraph- (Piatt-) Muster statt der bisherigen Pausen und Schablonen für Stickereien eine neue Methode. Das Muster wird mit heissem Eisen auf den S off izcpläi et uaa ist sofort gebrauchsfertig. Tadellos wie alle Butterick’uNcliultte. 1 "Io* Muster 45 Pf. durch jede Buiterick’s Agentur oder direkt von der Action - Gesellschaft für Butterick’s Verlag, Berlin w- o®- Butlanck’s Moden-Revue, dies tonangebende " öden-Journal "■ 2 pro Quartal, Ausland M. 2^0. Probeheft gratl* nur vom Verlag. Nun geht mir der Humor ober gründlich aus! rrvTi Fritz, laufen Sie mal rasch hinüber und holen Sie gleich dre Schachteln Fays echte Sodener AUneral-Pastiüen! I« v»c nicht für die Cinnehmerel uno hab uüdj btvijer reDiicu -0'1^ meiner Erkaltung geplagt. Aber wenn ich denn Ickwn wa- nehmen muß, dann nehm ich auch gleich was rechtes, uno oa. AA sind, nach allem, was man härt, eben doch Fays cajte&oioem r Allneral-Pauillen. Die lauft man in jeder Avvthete,Droger." CvaTj und Minerallvasseryanblung für 85 Pjg. bie Schachtel, in* 1 Hofheii Behagl eingeriebt. kl. Anstalt Heilanstalt. Neue Gesellsch.-Ramne. olfene ü. gt-scliloss. Liegehalle. "UDI. dance für Minder» franko. hleyas. Nervenarzt. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die ßrühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulitr. 1 »*> seo J:i- 'j L 19 o c- L co E 9 c su öS? Ö e e) K ■-'S Hingen cg g N Z Nt9 Till« L-Z MN -SL LoS-Kß G> + S-'L Für jeden ZwecK U& Ukr. ,lü; «5 1. 2. 3. B’7< FraoRftartes- Sclhmlhlager Telephon Telephon Vergebung ausgeschrieben. zur Kirnbergcr, Kreisamtmann. Bekanntmachung Elegant Los 1 Preiswert. ca. 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GroßßerzoalicheS Amtsgericht. werden. Zeichnungen und Verdingungsunterlagen können auf unserem Baubureau, Licher Straße, cingesehen, woselbst auch die Augebotsformulare ohne Zeichnungen, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben werden. Die Angebote müssen verschlossen, in besonderen Umschlägen, nach Losen getrennt und mit entsprechender Aufschrift versehen, porto- und bestellgeldfrei bis spätestens zum EröfsnungS- terniin am 20. Mai 1908, vormittags 11 Uhr an uns gelangen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, am 27. April 1908. Gr. Hochbauamt Neubaubureau Irrenanstalt. I. V.: Schön. ■>n « § a-» -C teilen der Säumigen erhoben werden. Grün berg, am 27. April 1908. Der Rechner: Hch. Zimmer II N M a laagjka^ rgwerk. - Ü' ' ' >C\ 05 ©g® ra o*Si iS« N sc5 l-g ß-EÖ d 9^ L.Z- t§CQCQ- 69 2 S i 3700 kg Eisenkonstruktionen für die Monierwände. Es kann auf ein oder mehrere Lose zusammen angeboten Verzeichnis über Areszenzcntschädigungen, Hauptgeldausglcichüngsverzeichnis (Zusammenstellung der unter Ziffer 1—6 aufgeführten Verzeichnisse). Einwendungen sind bei Meldung des Ausschlusses innerhalb ter oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Vürgermeisterei Lungen schriftlich einziurcichen und zu begründen. Friedberg, den 25. April 1908. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär. — All S 3 9^5 in ■ Muw* !n >®eüen a.’ 111 e!«, !, ?tiie no* i'-!4 "ich L A. Holzrolladenlieferung (in 4 Losen) cq. 110 qm, Los 2 ca. 200 qm, Los 3 ca. 300 qm, ca. 100 qm. B. Terrazzoarbeiten (in 3 Losen) ca. 1300 qm, Los 2 ca. 790 qm, Los 3 ca. 840 qm C. Schlosserarbeiten (in 1 Los) In Gießen und Umgegend allein zu beziehen durch die Hessische Fahrrad-, Nähmaschinen- und Automobil-iuduslrie vorm. II. Fitzler Inh.: Peter Kronenberg Süd-Anlage 7 »'S L g« Z7L 19 - 2 .Stoä Bekanntmachung. Bei der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatz- genossenschaft zu Langd, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, wurde heute im Genossen, schaftsregiftcr eingetragen: Georg Gustav Gerhardt und HeinrichKlös Dritter sind aus dem Vorstand ausgeschieden; an deren Stelle siltd Hugo Ronthaler und Wilhelm Höcher von Langd ge- Neubau einer Irrenanstalt bei Gießen. Auf Grund des Ministerialerlaffes vom 16. Juni 1893 werden die nachstehenden Bauarbeiten nach Losen getrennt tto e,%> zrr (Arünberg. ES wird hiermit zur Kenntnis der Interesienten g-brnchh baß die am 16. Mai l. IS. «och nicht bezahlte» «bei» t^äge ohne weilere Aufforderung durch Nachnahme auf s'88 Krlramtmachung. Vetr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Hungen. In der Zeit vom 12. bis einschließlich 19. Mai 1908 liegen werktags auf dem Amtszimmer Grosch. Bürgermeisterei Hungen iolgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen: Geldausglcichungsvcrzeichnis für Zuviel- oder Zuwenigemp- Apfslsmen. Feinste Messina-Apfelsinen per Dtzd. 70 und 100 Pfg. Frische Valencia-ApfeSsäne^ per Dtzd. 50, 70, 90 und 100 Pfg. Blut-Apfel smen per Dtzd. 90 und 100 Pfg. Frische Messina-Zitronen per Dtzd. 50 und 60 Pfg. Gehr. OerduK Bahnhofstraße 27 W r 11 - am fee «en 2,6, sj iieitn 23 5^ äoüien^J :i' ^oinmtfe ücvöö9Who'‘1 tjtlt ÖK«-. nejer. - ickert. . «Bi w 6>s. v 'M. — 3 5? 2- oiS* <<ä Z Ro cd .*2 o V ea — ö H " tt ep-.r . * ? =0 _ N Der Entwurf des Voraufchlaas der Stadt Grepen für das ^cchnungsjabr 1908 (vom 1. April 1908 bis Ende März 1909) sowie die Voranschläge des StadterweiterunaSfond^, des Elcktrrzrtats- merted und des Gas- und Wasserwerkes Tür dieselbe Zeit liegen ncd) Vorschrift des Artikel 83 der Stndteordnung vom 27. Avrn bg- 4. Mai 1908 aus dem Bürgernieisterei-Bureau Zimmer Nr. Io niabrend der gewöhnlichen Geschästsstunden zur Elnslcht der Be- I teiligten offen. " 2 [Een-IuJ^ '4 delsges. . •- haus . • •* t.Bauk • ’Jj aiuandiL. • .*, uk • • ,i?;: u't Ohio- gj S » 'S-- es "r> SLö u-. ergwerk . . 1 Berger;.» lenk rikeil > ■werk- •! Für jeden Preis Mäusburg 12____ Mäosburg 12 N. Reiss Bekanntmachung. inllhle aus drei Jahre meistbietend verpachtet werden. _ Die Zusammenkunft ist auf der Rodhelmer Straße am Tchlachthos. n#, Gießen, den 24. April 1908. B A Großherzogliche Bürgermetsterer Gießen. _____Meeum__ BckänntMachnng. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen: .Oe Firma Franz Bette in Gießen. Inhaber: Franz Bette, Uifmann in Gießen. Der Ehefrau Luise Bette geb. Tigges 55 g » Z. ^19- t - ® E. 19^ = s Sä L § ?? MlL^L «5 ’S s E E 8 2 OJ> S *a 48 xn o'- und Dorf-Güll li 557 935 127 4'27 7- 19,20 837 1255 400 eh 9.; Änk. Y Llch K?lbf. 512 9-3 115 415 72U • bedeutet: Zug hält nur nach Bedarf. , 4 .. Die links von den Slatiousnamen stehenden Zeitangaben sind von oben nach unten, Die rechts stehenden von unten nach oben zu lesen. . Die Nachtzeiten von 622 Uhr abends bis 5^ morgens sind durch Unteritreichen der Minuten- zahlen bezeichnet. _____ ~cr Borstand.______ Original-Canada-Mähmaschinen „HOXON‘, l f. Gras,Kleeu. Getreide S Erstklassiges Fabrikat g i modernster Konstrnk- 11 tion von größter § Leistungsfähigkeit bei 8 leichtestem Gang. g In der Praxis hervor- B ragend bewährt. Gutachten und Kataloge gratis und franco. Ph. Mayfarth & Co., Frankfurt a. M. Vertreter: Friedr. Zitrb, Lützellinden b. Gießen. [crogerie Farben, Lacke, AilOlt BlelSF, Marktstrasse 5. Werlag von Kmil Roth’s illustrierte Führer Nr. 2 A 3«, ümbej. von der Lahnquelle OSS ll.ann&ai bis zur Mündung nebst den Seitentälern in ihren unteren und mittleren Stufen. Bearbeitet von a-’A Heinrich Lnei ssen, Rektor in Wetzlar. S». XVI, 228 Seiten. Mir cm 100 Illustrationen in Farben- druck, 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer großen UebersichtsLarte. Hochelegante Ausstattung. Preis in Lcinenbaod Uk. 2.—. Doch in ßtffr’11. Dieser „illustrierte Führer“ will jedem frohen Wanderer und Touristen das Lahntal und seine Umgebung mit seinen mannigfaltigen Höhenbildungen, seinem Waldreichtum, seinen zahlreichen stillen und heimlichen Seitentälern, Schlössern, Burgen re. auss genaueste schildern und gibt überall nähere und eingehende Erläuterungen. Durck) zahlreiche bunte Illustrationen, gute Einzclkarten und eine ausgezeichnete Gesamlkarte wird der Wert des Führers noch bedeutend erhöht. FORMAMINT I Besonders VorzOge: bewährt sich vorzüglich u. wird ärztlich empfohlen :: als vortreffliches Vorhengnngsmiitel 1 Angenehmer Geschmack; leichte Anwendbarkeit; starke bakterientötende Kraft, daher Vorbeugung gegen Ansteckung und üebertragung auf Dritte. Erhältlich ä Fl. von 50 Tabletten M. 1.75 in Apotheken. 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Fussbodenlack ohne Farbe, Lein öl firn iss zum Einölen F u s h b o d e n ö 1. staubblndcnd Oeifarben, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und VZichsen der Futzböden, empfiehlt o7., Emii Fischbach. Al Felder Weizenbier Vs Liter-Flasche 12 Pfg. u ist das klebt nicht, fettet nicht, schmiert nicht, duftet vornehm. macht die Haut blendend weiss, sammetweich, geschmeidig. In Tuben ä 60 Pfg. u. I M., Probuiube 20 Pfg., Kombellaseife 60 Pfg, Kombehapuder I M Kombellafabrlk Georg Hantzechel, Kgl. Hofl., Dresden. Depoia: Vikioria-Drogeriu Bieler Central-Drogene E. Karn __ zu haben bei: Röhrle, Ißarbargerstr.7 Telcvbon 344. Kartosfiln ’ feinste Speise- u. Salatkartoffeln enrpsiehlt zu den billigsten Tagespreisen 1004 I Hankel, Neuen Baue 7. Telephon 612. ma -Streu und I -MuU B “ ■ liefert billigt S. Schau mbers* ibiarburg- 191.> Telephon 2d- Auf Teilzahlung kauft man reell, gut und billig bei J. Giessen, Plockstrasse 14-16.7]