Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. sicht und ich gestatte Ihnen deshalb, auch wenn Sie gefragt werden, sitzen zu bleiben. Der Llngeklagte gibt nun feine Personalien an. Bors.: Wann sind Sie in München gewesen? Angekl.: 1881 bis 1886 oder 87, bis ich zum Gesandten in Braunschweig und später in OldQiburg ernannt wurde. Dann wurde ich Ge- Frauenwahlrecht sicher komme und daß es von der Seite des Liberalismus abhürge, welche Machtoerbreitung der Der Eulenburg-Prozeh. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. n. H. Berlin, 29. Juni. Der Eulenburg-Prozeß hat heute vormittag im großen Schwur- gerichtssaale des Landgericksts Berlin I seinen Anfang genommen. Die Vorgeschichte greift bekanntlich zurück auf die Artikel Maximilian Hardens in der „Zukunft", in denen halbversteckt angedeutet wurde, daß in der Umgebung des Kaisers Personen zu finden seien, die in ihrem Geschlechtsleben normwidrig veranlagt und dabei einen großen Einfluß auf die Persönlichkeit des Monarchen ausübten. Zu diesem Kreise, der sogenannten „Liebenberger Tafelrunde" zählte Harden die inzwischen aus dem Heere entfernten Grafen Hohenau und Lynar, den früheren französ. Botschaftsrat Lecomte, den Berliner Stadtkommandanten Grafen Kuno von Moltke und den Grafen Philipp zu Eulenburg. Durch den Kronprinzen erhielt der Kaiser Kenntnis von den Artikeln und die Folge war, daß die genannten ihrer Aemter verlustig gingen. — Als einziger der Tafelrunde klagte gegen Harden Graf Moltke. Die Verhandlung endete aber mit der Freisprechung Hardens. Nun nahm die Staatsanwaltschaft die 'Lache in die Hand und betrieb ein neues Verfahren vor der Strafkammer, das mit der Verurteilung Hardens zu vier Monaten Gefängnis endete. Dieses Urteil ist bekanntlich inzwischen vom Reichsgericht auf- gcl-oben worden. Bei diesen beiden Prozessen war auch die Person des Fürsten Eulenburg vielfach in den Vordergrund getreten. Er hatte es aber abgelehnt, vor dem Schöffengericht zu ersännen. Jedoch trat er in dem Prozeß gegen den Schriftsteller Brandt wegen Beleidigung des Reick)skanzlcrs im ilkooember 1907 als Zeuge auf, und erklärte unter seinem Eide, daß er sich in seinem Leben niemals strafbarer Handlungen in Bezug auf den § 175 habe zu Schulden kommen lassen. Auch im zweiten Hardenpoozeß gab er sei« Zeugnis dahin ab, daß er niemals Schmutzereien getrieben habe. — Tann kam der Pwzeß in München gegen den Redakteur Staedele wegen Beleidigung Sardens. Er brachte die Aussagen des Fischers Ernst und des Milchhändlcrs Riedel, die in Verbindung mit andren Zeugenaussagen die Veranlassung wurden, daß das heutige Verfahren wegen Meineids gegen den Fürsten eingeleitet wurde. Nachträglich wurde noch ein Brief des Fürsten an Ernst bekannt, der die Grundlage für daS Verfahren wegen Verleitung zum Mem- eid bildet. ± Es ist aber nur eine geringe Anzahl von Eintrittskarten zum Schwurgerichtsiaale zur Verteilung gelangt und die Presse ist zum großen Teil leer ausgegangenl! Um IO14 Uhr hält ein Krankenautomobil vor dem Knminal- gericht. In dem Wagen saß auf einem, eigens zu diesem Zweck konstruieren Tragestuhl Fürst zu Eulenburg, neben ihm ein Kriminalbeamter und ein Diener. Von der großen Menge, die nch vor dem Hauptportal eingesunden, fast gar nicht bemerkt, gelangte der Fürst in das Kriminalgerichtsgebäude. Kurz vor 11 Uhr wird der Angeklagte in den Schwurgerichts- saal geiragen und auf eine Chaiselongue gebettet. Unter den Kopf wird ihm zur Stütze ein Kissen geschoben. Er nimmt also nicht aus der Anklagebank Platz. In seiner Begleitung befinden sich die Fürstin und 2 Söhne. Es beschäftigen sich um. ihn die Aerzte, die ihn in der Charits behandeln. Der Fürst ist äußerst blaß, seine Augen flackern unruhig. In Zwischenpausen trinkt Framen es bewirken werde. Die Frauenbewegung sei dem Liberalismus wesensverwandt und aus diesem Grunde sowie aus der politischen Stellung der Frauen seien die Ziele der Frauenbewegung, vor altem die Forderung der politischen Gleichberechtigung als berechtigt anzuerkennen. Die Versammlung stimmte den Ausführungen zu. Nach offiziöser Darstellung der Einnahmen der badischen Staatsbahnen seit Inkrafttreten der Personentarifreform am L Mai 1907 wird der Einnahmeausfall auf etwas über eine halbeMillion Mark angenommen. er etwas Selters. , . , .. t Unter den Zuhörern befinden sich viele Damen. Unter den Zeugen fällt Graf Moltke auf, der sich sehr verändert hat und kaum wicderzuerkennen ist, da er setzt einen Spitzbart tragt. Kurz nach 11 Uhr betreten die Geschworenen den Saal. Die Fürstin und ihre Söhne als Zeugen, verlassen den ataum. Es erscheint Oberstaatsanwalt Jsenbiel, sehr ernst, ohne einen Grug. Ihm folgt der Gerichtshof. , Der Vorsitzende eröffnet die Verhandlung mit den Worten: Ich eröffne das Verfahren gegen den Fürsten zu Eulenburg und Herlefeld und Grasen zu Sandels wegen Meineids und Verleitung zum Meineid. . .. Zwei Geschworene bitten wegen Unwohlseins dlspeniiert zu werden, da sie erfahren haben, daß die Verhandlungen 2 bis 3 W0 chen oder noch länger dauern werden. >^de Partei hat das Rechr, 5 Geschworene abzulehnen. Der Oberstaatsanwalt macht von diesem Recht keinen Gebrauch; dagegen erschöpft die Verteidigung ihr Ablehnungsrecht vollständig. Unter den von der Verteidigung abgelehnten Geschworenen befindet fich der Geh. Kommerzieiirat Ravens. Darauf werden die Zeugen ausgerufen. Es betreten etwa 80 Personen den Saal. Sachverständiger ist nur Medizinalrat j)r. Hoffmann. Aufsehen erregen unter den Zeugen die vom Starnberger See durch ihre kräslige gebräunte Gesichtsfarbe und ihren gedrungenen Bau: Milchhändler Riedel unb Fischer Ernst, sowie noch zwei Fischergesellen. Weiter sieht man unter ben Zeugen Dr. Magnus Hirschseld. Oberhofmarschall Graf Eulenburg ent» schulbigt sich damit, daß er bei dem Kaiser in Kiel Dienst tue. Der V 0 r s i tz e n d e wendet sich an die Z e n g e n. Sie sollen nicht nach Haß unb Groll ober Neid gegen ben Angeklagten urteilen, auch nicht ans Dankbarkeit ober Avhangigkeit etwas Unwahres zu seinen Gunsten sagen. Wenn auch einer etwas sagen muß, wessen er sich schämen müsse, so mutz er es doch tagen, denn er steht unter dem Eide. Wir smd alle Menschen, selbst wenn sie die Richterrobe anziehen. 1 Um 3/112 Uhr werden dann die meisten Zeugen entlassen und auf morgen Dienstag 11 Uhr bestellt, nachdem Fürst. Eulenburg erklärt hat, daß diese Zeit ihm amgeeignetsten erscheine. Heute sollen vernommen werden JustizM Bernstein unb Rechtsanwalt Prager und einige von den Zeugen, die im 78. und 80. Oebens- jahre stehen. .. , Nun wendet sich der Vo r s i tz e n d e an die G e s ch wo re ne n. Meine Herren Geschworenen! Es ist nicht zulässig, datz ich Ihnen jetzt eine Rechtsbelehrung gebe. Unanfechtbar ist der Richter, der auf dem Felseii der Ueberzeugung steht; oljne Ansehen der Person und des Standes muß er urteilen, aber diese Ueberzeugung darf nur geschöpft werden a u s d e r V e r h a n d l un g f e l b stz Nun ist über die Sache, die uns beschäftigt, viel gesprochen, viel geschrieben und viel gedruckt worden. Es ist manches verbreitet worden zugunsten des Angeklagten und anderes zu s,euren lln- gunften. Ich bitte Sie, das alles aus ^frrent Gedächtnis zu löschen unb nur die Verhandlung auf fick) wirken zu lassen. Machen Sie sich Notizen, baß Sie über den Gang der Verhandlung orientiert bleiben ■ Unterstützen Sie mich durch Fragen. C-ie lAendas Recht und die Pflicht, Aufklärung zu fordern. Das Recht der Frage an den Angeklagten habe ich ganz allem, Sie müssen deshalb alle Fragen an mich richten. « Vorsitzender zum Angeklagten: Angeklagter §nrst »u Eulenburg und Herlefeld, ich bitte Sie, mkr ^rsonalieii anzugeben. Auf einen kranken Mann nimmt jedermann Ruck- Nr. 151 Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 30. Ium 1808 Sonntags. - Beilagen: J £7 A Eg Ak ▲ ▲ jk A. jährlich Mk. 2L0; durch AlAA*frAM Hs AAH A-AllÄäs» wtrtfchafUtcheSettfragen W ■ ■ ^9^ ■ ▼ ▼ ^9 ■ W B V auswärts 20 Pfennig. Fernfprech - Anschlüsse: U M ÄW Verantwortlich für die Redaktion 113, e *.. für den politischen Teil: MZ General-Anzetger sm Gberheflen WW -ür die Lagesnurnmer Rotafionsbrutf und Verlag der Vrühsschen Univ.-Vuch- und Zteindruckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: zchulstratze 7. AEt'gente^?'H."B^eL vis vormittags 10 Uhr. iMjLi.iiMiiiiiriTTiirnrTrirnrTi feit für bie ganze Dauer der Verhandlung auszuschließen. Tas Gericht hat erwogen, ob die Vertreter der Presse zuzulassen seien. Es gehen ja auch durch verschlosiene -»ruren, durch die Schlüssellöcher Gerüchte in die Oefsenülchkeit hinaus. Es ist erwogen worden, ob es nicht besser wäre, eine o b i e k t i v e sanbterU Stuttgart'und'dann^wiederum in München.'" Im Jahre IB er ich t erst attun g zuzulaflen. Der Gerichtshof e s^t chrem geschieden? Dn: Angeklagte gibt das zu. Der Angeklagte gibt Handlungen a u s z u s ch l i e ß e n. Dann sich verschiedene an daß er acht Kinder habe und zwei durch den Tob verloren habe. Referendare, luriitlsche Per onen, sowie em Professor von der ÄÄ to Ä Jahr«: 1870, k 83, 84, 85, 86 »ÄÄ “ P0Te5vnvnrf *tni.rhp der ErössmmasLesckluß verlesen, der besagt, Referendare erklärten, sie wollten gern etwas lernen. (Heiterkeit.) ba6MntogbÄ3S «kn L Nun d.ri° H°cr°n -ittllch MW -.was ern-u wenn sie bS rin fatfte 'Z-uV vÄ M Lr-N unü S ™ das °G--ich-b-1chl°»°n, auch biefe auszulchli°ß°n Das G-r.cht ha- SSL'ift eS^tewnimen 2 len Fischer Ernst zur aber kein Bedenken getragen, Geichworene die nicht ausgelost md, Begehung 'eines Meineides veranlaßt zu haben, das Verfahren zuzulassen, nachdem sie sich bereit erklärt haben, der ganzen Ver- -wlinri wind (§§ 154 159 161 174 61® » ) 15, Juni 1908^ haubzung ^-uw°hn°.>, Ob-rs.aa.sanwatt- rin Hil!s-°,--°nda- Ob^staatsanwalt Dr., f e n51 e I. J^ch stelle den Antrag auf I ufib ejn ^egier-ungsrat vom Berliner Polizeipräsidium zugelassen, Ausschluß ber Neffentlichkeit im weitesten Sinne dc^ 2 Reichstags-Stenographen, die die Verhandlung im Auf- Wortes. Es wird sich hier darum handeln, unzüchtige .«?««. Dinge zu erörtern, welche der AngeNagte bedangen ßaben soll. 9 darauf würbe der Saal geräumt und die Verhandlungen iridn'to bri Dc”e,riIi®C erörtert Ä: Ich S. bafÄ ™'« Au^chtutz her OeffemüchkeN w-i,-r»-snhr.. Ä L Hebet den Betlauf der Lethandlung melbe. da- B V. baß handeln. Ich fnnn mich dem hohen Gewichte dieser Gründe die Sitzung ausschließlich ^on der Vernehmung^ des Fürsten E"len- keineswegs verschließen, glaube aber doch, daß .überwiegende Grunde bürg ausgefullt wurde, ^er F u r ft b eftr e it et nad) wie 1oor K?mein^i Antrag stechen. Wir haben von dem großen Ma- mit aller Enlschiebenheit, sich des Memeidi; und b« ®eri«tung terial das Harden besessen hat und das er uns zusührte, und des Meineids fchiildig gemacht zu Haden. Das Verhör ging Vejr üon dem Material das wir selbst gesammelt und erforscht haben,! ins Einzelne und bezog sich nicht nur auf die von ihm geleisteten alles bis'auf den kleinsten Punkt erwogen. Wir haben hinein- eidlichen Aussagen, sondern auch auf 'neBezie hungenzu ei tilgen geleuchtet in die dunkelsten Ecken unb Winkel und überall hin das der geladenen Zeugen. Tie Veruehmung koiiMe, trotzdem b s nach ^icht gebracht, das nach menschlichem Ermessen gebracht werden p,4 Uhr verhandelt wurde, nicht beendet werden, etc durfte aber konnte Fck> würde der Beweisaufnahme vorgreifen, wenn ich etlvas! heute ihr Ende erreichen. , . , über das Ergebnis dieser umfangreichen Erforschung und Unter-! Ein Gerichtsberichterstatter meldet: Wie bestimmt verlautet, s-Ichung hi» letzt Mitteilen toolltc. Ich Fann abtr schon jetzt ist, bi- B-rnehmung des pursten beende! Des Fürsten Griund- behaupten, das m e i st e, u m da s e s s i ch h ier h a n d e l t, 1 ft heitsziistaiid soll nichts zu wünschen übrig lasfen. Er soll sch b e r e 1 t s i n d e r b r e i t e n O e f f e u t l i ch k e i t b e k a n.n t und großer Gewandtheit verteidigt haben. ist schon überreichlich erörtert worden. Aber es sprechen auch! . t .n«. Gründe der Sittlichkeit dafür, baß lsier bie Oeffentlichkeit ans- Der Beschluß des Gerichtshofes auf Ausschluß aller geschlossen wird, damit nicht wieder berselbe Schmutz ist. das Volk Oeffentlichkeit hat wie jedes Ding auf Erden seine zwei getragen wird, wie es bereits einmal geschehen isü Diese Gründe ^Las Staatsanwalt, Verteidiger und Vorsitzender aussiihrten, .nar wohlburchdacht und eml-ncht-nb. noch zwei Hauptgründe für meinen Antrag: Das ist das Interesse Sehr wesentlich scheint uns die Gefahr der fortgesetzten Bebes Angeklagten, und wenn man bas nicht gelten lassen will, I einfTiiffung der Geschworenen durch Stiminilngsbllder und Interesse der zahlreichen Zeugen, welche hier in der Verhandlung ,n der Berliner Sensationspresie. Die Geschworenen M'UTÄÄ D"b=n ihr. Uriel allem dem Material zu sch«pf-n,d-r, Oeffentlichkeit ist die beste Kontrolle der Verhandlungen. Dieser! wie der Vorsitzende nachdrücklichst hervorhob, während der Grund trifft aber hier nicht zu. Denn die Oeffmtlichkeit ist Verhandlungen ihnen bekannt wird. Das wird ihnen um so ja durch das Geschworenengericht, durch ein Volksgericht rm besten & ~ leichter gelingen, je mehr man sie isoliert und N-b-n^ch- E. Dem. es wirb trauen gegen die Justiz herrscht, dann wird die notwendige Kon- Zeck, daß wir in diesen häßlichen und traurigen Dingen end- irolle über dessen wichtigen Prozeß ausgeübt werden von ben I [lc^ einmal zu einer res judicata kommen, und daß dann ein Volksrichtern, die allein über Schuld oder Nichtschuld des An- schwerer Strich gezogen und Schluß gemacht wird, geklagten zu entscheiden haben. Unter diesen Umstzmdcn^muß ich ^1, j b a u bitten, meinem Anträge auf Ausschluß der Oeffentlichkeit un -- « « „ * weitesten Sinne des Wortes Folge zu geben. . VCI liUl|Cr M Alyl. r m Bert. Justizrat Wr0 nker : Die Verteidigung wird deml Kiel, 29. Juni. Bei dem Festessen des Kaiierl. Yachttlubs Anträge nicht widersprechen. Wir sind allerdings der An- brachte Prinz Heinrich das Kaiserhoch aus nut den Worten: sicht, daß, nachdem soviel Unrichtigkeiten über bie Person des I „Unser allergnädigster Kommodore, der Kaiser und König, Hurra, Fürsten in der Presse verbreitet worden sind, endlich einmal I ^rra, hurra". Der Kaiser erwiderte mit den Worten: hier Gelegenheit gegeben werde, durch eine objektive Bericht-! „Der Kaiserliche Yachtklub, seine Gäste, Segler und Nichtsegter eriiattung alles wieder richtig zu stellen. Tas läge, also lvohl un Hurra, hurra, hurra". An dem Diner nahmen ,wrwegische Interesse des Angeklagten, aber das Privatinteresse muß hinter f Offiziere teil, denen der Kaiser Orden verlieh. dem öffentlichen Interesse zurückstehen. Hier darf nur eine Stimme ■■ ' ■'-= in die Wagschale fallen, beä ift bie Stimme Gesetzes, die Stimme VOR! persischen StaatSttTClCb. des Rechts. Das öffentliche 'Interesse erheischt aber, dak die Sache Teheran wird berichtet- Die Stabt steht unter nicht öffentlich verhandelt wirb, weil Dinge berührt werden sollen, .Aus Le heran wrro verimrei. die für andere Ohren nicht bestimmt als für die der Richter. Ich dem Kriegsgesetz. Der Oberst der ruft. ftofafenbngaber stelle also dem Gericht anheim, den Ausschluß der Oeffentlichkeit Liakhoss, ist zum Generalissimus der aktiven iLtreit- zu verkünden. I kräfte ernannt worden unb hat die Diktatonalge walt Bert. Rechtsanwalt Chodsziesner: Es ist ein folgen- zum Feuern. Die Geschäfte sind noch geschlossen, Versamm- schwerer Antrag, den der Herr Oberstaatsanwalt stellt, es ist ein langen sind untersagt. Ebenso ist das Verlassen der Haustr sehr folgensckpveres Wort, es ist hineingeleuchtet worden in alle nacfy 10 Uhr abends verboten. Bon anderer Seite wird Ecken, es sind Zeugen über Zeugen tienwnimen worden, es sind gemeldet, daß der ganze Norden in Aufruhr sei. Haussuchungen auf Haussuchungen veranstaltet worben. Es Mehrere Tausend bewaffnete Revolutionäre marschieren auf Ä Z£WW a SMiKSÄÄ sagt Dinge Wib-Ilegt würben. Der Fürk hatte bizljcr nicht Gelegen- krerse tollen auf Seiten bei- Schahs stehen. fjeit fie zu widerlegen. Er konnte sich auf "einen Zeitungskamps Nach siebentägigem bluttaem Kampfe hat sich die ron- nich't eiiilassen, auch nicht seine Verteidigen. Daraus kann sehr Mtutionelle Partei von Täbris ergeben. Sie erbat leicht der Schluß gezogen werden, daß er, da er nicht abgeleugnet burcß den russischen Konsul die Gnade des Schahs. ober berichtigt hat, schuldig wäre. Dieser Scksiuß Wäre falsch: I —— . ■mhi ■.■«■ « — es staiid z. B. in einer angesehenen Zeitung, daß. der Fürst mit Deutsches Reicb. einem Operettensänger L verkelM habe, und daß bei die,em Manne . auf dem Tische das Bild des Fürsten stzände. Bei einer Vaussuchnng Kaiser Wilhelm wird, engt Blattern zufolge, unstellte sich heraus, daß,der Mann den Fürsten gar nicht kannte, gefäbr am 8. August von Norwegen zurückkehren, und man Auch daS Bild des Fürsten stand nicht auf dem Tisch,sondern das 1 erwartet, daß er mit König Eduard auf dessen Reise Bild eines Freundes Hardens. Es liegt hier eine Äd Ihn wn AviiAu nach Marien bad Zusammentreffen werde. öffentlichem und pVvatem. ^uteMsst twr, wir-tW'A/s dem ^em österreich-ungarischen Minister des Aeußem Frhrn. G°«chtstM- anh°ttn ob^be B-r- V.Aehrenthal unb dem Ob-rhofmePer des MMM teibioern Joses Fürsten Montenuovo rst der Schtvarze Adler- Tar'anf zog sich gegen 7J Uhr der Gerichtshof zur Beratung orden verliehen worden. zurück. Gegen */,l Uhr erscheint er wieder. Ter Vorsitzende Land- Zur Frauenfrage sprach auf der in Bamberg ab- aerichtsdireltor Kanz0w erklärt: Es ist hervorgehoben worden, gehaltenen Landesversammlung der Junglibe- daß das Interesse des Angeklagten ulid der Zeugen den Ausschluß ^n Bayerns Ost erkor n. Er meinte, daß das der Oeffentlichkeit rechtfertigen. Beide Grunde können für das!- - - - - - J ' ' ' - Gericht nicht entscheidend sein. Entscheidend ist nur das, was das Gesetz zuläßt. Der Angeklagte bat beschworen, daß er Schmutzereien nicht begangen habe, die Anklage behauptet, daß das nicht wahr ist. Es sind eine Reihe von Tatsachen bafuc angeMbrt worden, daß er solche Schmutzereien betrieben haben soll. Gericht und Geschworene müssen nunmehr schr eingehend diese Tatsachen prüfen und behandeln. Eine Reihe von Handlungen sind schon der Oeffentlichkeit bekannt geworden. Es handelt sich noch um weitere Vorgänge, die einer genauen Nachprüfung bedürfen. So wünschenswert auch die Kontrolle der öffentlichen Memung, der öffentlichen Kritik ist, so ist doch gerade dieser Fall em Alusterbeispiel dafür, daß die Sittlichkeit gefährdet werden kann. Es werden Dinge zur Sprache kommen, die nicht für die breite Oeffentlichkeit geeignet sind. Daher hat das Gericht beschlossen, bie Oesfentlich- Ausland. Im englischen Unterhause bestätigte auf eine Anfrage betreffend die Beschlagnahme des en gl. Fis chdampfers „Arcadia" durch ein deutsches Torpedoboot wegen Fischens in den deutschen Territorial- gewässem Unterstaatssekretär Poase den Vorfall und teilte mit, daß der Kapitän der „Arcadia" durch Vermittelung des britischen Konsuls in Hamburg dem Staatssekretär Grey Bericht erstattet habe. Es sei fein Grund vorhanden, anzunehmen, daß der deutsche Gerichtshof eine Entscheidung treffen werde, die mit den durch Verträge festgestellten Verpflichtungen Deutschlands oder mit den völkerrechtlichen Bestimmungen in Widerspruch stehe. Die französische D e v u t i e r t e n k a m m e r nahm mit 489 Stimmen gegen 62 Stimmen den Kredit von 400 000 Franken für die Nordlandsfahrt des Präsidenten Faliieres au. Ein Abänderungsantrag Vaillant (Soz.), von der Summe 50000 Franteu zu streichen, um die Reise nach Rußland zu verhindern, wurde nach einer Erklärung Pichons ab gelehnt; in dieser führte Pichon aus, das Bündnis mit Rußland bleibe die Grundlage der auswärtigen Politik Frankreichs und bedrohe niemand. In der italienischen D e p u t i e r t e n k a m m e r wurde die Vorlage betreffend die wirtschaftliche Lage der Univesitätsprofessoren, nachdem die einzelnen Ar- tttel und die Gesamtheit des Gesetzes durch Akklamation bereits angenommen worden waren, bei der nachträglich vorgenommenen geheimen Abstimmung mit 145 Stimmen gegen 101 Stimmen ab gelehnt. Es gab große S ka n- dalszenen, die in ein Jnvektiv enduell zwischen dem Präsidenten und dem sozialistischen Advokaten Gia- como Ferri ausarteten, als letzterer erklärte, er stimmte gegen die Gehaltsaufbesserung der Universitätsprofessoren, da diese doch nur zu schwänzen pflegten, er selbst auch ein sehr gutes juristisches Examen nur durch Selbststudium erworben habe. Alle Professoren und viele Advokaten protestierten laut und heftig. In San I l d e f o n s o fand am 29. d. M. die Taufe des zweiten Sohnes des Königs von Spanien, des Prinzen Jaime, statt. Der Prinzregent von Bayern' der Pate ist, sandte der Königin Viktoria einen kunstvoll gearbeiteten Fächer. Die r u s s i s ch e D u m a verhandelte über eine Gesetzes- Vorlage betreffend eine innere Anleihe von 200 M i l - lionen Rubel. Die Duma nahm in allen drei Lesungen nach den Erklärungen des Finanzministers Kokowzow den Gesetzentwurf an; die Sozialdemokraten und die Arbeitergruppen stimmten dagegen. Eine Revolte in Mexiko wird in Newyork als nrcht 111^'10!)^ erachtet. Ein großer Teil der Aufrührer besteht aus Gesindel und Räubern. Alle Gefangenen werden sogleich erschossen. Die Revolutionäre plünderten eine Bank und die Negierungskassen in Nueva Leon. Sie tauchen an ziemlich lueit voneinander entfernten Orten auf, besetzten Matamores und Tamaulipas und sind sehr zahlreich in der Nähe von Torreon, wo die Regierung zwei Regimenter hinschickte. 16 Truppenzügc sind unterwegs nach den Nord- staaten.________________________ Aus Stadt und Land. Gießen, 30. Juni 1908. - Tageskalender für Dienstag, 30. Juni: Stadt- t h e a t e r: 3. Opereltenabend „Der Zigeunerbaron". An- fang 8 Uhr. Liebigshöhe: Konzert. Anfang 4 Uhr. Kolosseum: Schluß der Daiueu-Riugkäinpfe. ' M o natSversammlung der beiden l i u k s l i b e r a l e n ^teine "u Einhorn, 8% Uhr: Vortrag von Dr. Klein: v-boltsbnbnng cm Kulturproblem des Liberalismus". * ** Vom Großherzoglichen Hof. Prinz Rangsit von Siam lociltc am Sonntag bei dem Großherzogs- paare in Wolfsgarten zum Besuch. Der Prinz war am Samstag in Darmstadt und kaufte auf der Ausstellung mehrere Bilder. In Audienz empfangen wurden von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog am Samstag u. a. Professor Dr. Schmidt und Landgerichtspräsident Güngerich von Gießen. - '* Justizpersonalien. K. K. H. der Großherzog haben den Notar mit dem Amtssitz in Worms Dr. Otto Bing gum Notar mit dem Amtssitz in Mainz ernannt und den Aktuar bei dem Amtsgericht Michelstadt Franz Gombert auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. ** Forstassistent. S. K. H. der Großherzoq haben den Forstassessor Adolf Keil aus Melbach zum Forst- tiHTitenten ernannt. 0 ° ** Steueramtspersonalien. S. K. H. der Grogy erzog haben den Steuerkontrolleur Regierunas- G))C)|or_ Aug. Kl in gelhöffer zu Friedberg zum Steuer- kommloariatsasslitenten bei dem Steuertommissariat Mainz I und die Negierungsassessoreu Alfred Kröll aus gingen und Theodor Franz aus Olueckborn zu Steuerkontrolleuren ernannt. Lehrerpersonalien. Ilebertragen wurde dem SchnlamtSaspiranten Joh. Graffert auS Horrweiler eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biebesheim, dem Schulamtsaspiranten Hch. Schäfer aus Armsheim die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burg-Gräfenrode. " Bauamtspersonalien. S. K. H. der Groß- Herzog haben den Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen, Baurat Otto Raupp auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt; den Bauasscssor Alb. Sprengel zu Bad-Nauheim unter Belassung seines Amtstitels zum technischen Assistenten bei der Badedirektion und dem Tiefbauamt Bad-Nauheim und den Negierungsbaumeister Ludwig Ickes aus Bellmuth zum Wasserbauaufseher ernannt. Mit Ermächtigung S. K. H. de§ Groß- herzogS wurde der Hochbauaufseher Gilb er? zu Wimpfen nach Offenbach versetzt, der Hochbauaufseher H. Frieß zu Bad-Nauheim nach Bensheim und der Hochbauaufseher K o l b zu Bensheim nach Wimpfen versetzt. Linksliberale Versammlung. Zu der heutigen Monatsversammlung des freisinnigen und des national- sozialen Vereins sind auch Freunde der liberalen Sache willkommen, die den beiden Vereinen nicht als Mitglieder angehören. Deutsches Turnfest. Unserer gestrigen Mitteilung über das deutsche Turnfest tragen wir noch nach, daß auch Turner des Männer-Turnoereins als Wetturner zugelassen worden sind, und zwar zum Sechskampfe: Ehr. Schmidt, der wegen Krankheit das Probetiirnen nicht mitzumachen braiichte, und zum Fünfkampfe: Max Hecker, Gerh. Sandstede, Adolf Trautwein und Willy Weis. Außerdem stellt der M.-T.-V. noch eine Musterriege zu dem am Fest-Sonntag stattfindenden Musterriegen.Wetturnen in Stärke von 12 Mann. * • Turnerisches. In dem in Nr. 145 des Gieß. Auz. veröffentlichten Verzeichnis der bei dem Gauturnfest in Lich ausgezeichneten Musterriegen fehlen die beiden Musterriegen von Annerod, die beide ebenfalls Ehrenurkunden zuerkannt erhielten. "Der Anwalt sgeh ilfen-Vere in Gießen ließ zur Hebung der Berufstüchtigkeit seiner Mitglieder im ab- gelaufenen Vierteljahr einen Stenographie-Kursus nach dem Einigungssystem Stolze-Schrey abhalten. Der Kursus wurde mit allen Teilnehmern nach 16 Unterrichts- Itunden zu Ende geführt. Am vergangenen Sainstag fand im Vereinslokal die Schlußprüfung statt, deren Ergebnis durchiveg sehr befriedigend mar. Im Schön- und Korrektschreiben erhielten die Herren Peter den 1., Möbus den 2. und Rühl den 3. Preis, im Schnellschreiben, Abteilung 50 Silben, die Herren Rühl den 1., Möbus den 2. und Müller den 8. Preis und in der Abteilung 70 Silben Herr Peter einen 1. Preis. Nach Schluß der Prüfung gab der Vorsitzende seiner Freude über den guten Verlauf der Prüfung Ausdruck und ermahnte die Teilnehuicr rüstig locitcr zu arbeiten und die erworbenen Kenntnisse immer mehr zu vervollkommnen, dann würde auch der Lohn für ihr Streben nicht ausbleiben, Dem Unterrichtsleiter, Herrn Reitz, ivurde der Dank des Vereins für seine ersprießliche Tätigkeit abgestattet und ihm als Anerkennung ein schönes Geschenk überreicht. (Sine i n g c n d l ich e P i sl o n v i r 1 u o s i n. Für das am nächsten Donnerstag itatlfindende 3. Abonnernenis-Konzert unserer Regnnentsmusit hat Musikdirektor Krauße eine jugendliche Solistin, bur J3 Jahre alte Erna Finke, Schülerin der Königl. Hochschule für Munk in Wien gewonnen, die als die jüngste Pislonvirluosin der Welt gilt. Wir lesen über die junge Künstlerin folgendes in den ,Bremer Nachr.": „Eine llcbeirajchung brachte das Konzert am Mittwoch den Abonnenten des Parkhanies diirch das Auftreten der erst 13 jährigen Cornet. ä piston - Ü>ivtnofiii Erna Fink e. Die ^eiftimgen der jugendlichen Künstlerin berechtigen zur Hoffnung auf eine große Zukunft. Sie offenbarte in ihren Darbietungen einen großen, weichen Ton, eine durchgebildete, schwungvolle Technik sowie noble Auffassung. Nicht endenwollender Beifall folgte nach einer jeden Picce und sicherte der kleinen Dame einen starken Erfolg". * * Das Vom Ev. Arbeiterverein am Sonntag im Hardtwäldchen abgehaltene Wald fest nahm einen schönen Verlauf. Wenn die Zahl der Teilnehmer bei dem Abmarsch von der Lahnbrücke schon verhältnismäßig groß war, so war kurz nach dem Eintreffen des Zuges im Walde fast leiii Plätzchen mehr zu finden. Für Unterhaltung war bestens gesorgt. Konzert, Gesangsvor.räge, Kinderspiele re. wechselten in bunter Reihenfolge, so daß die schönen Stunden nur allzu schnell vergingen; aber auch die Tanzlustigen kamen auf ihre Kosten. Die Begrüßungsansprache hielt in Veryiliderung der beiden Vorfreuden Pfarrer Ausfcld. Den Glanzpunkt deS Nachmittags bilde.e. wenigstens für unsere deinen., die Vre^elver.e lang. Ällg.m.in.n Be.'flli fanden die von ca. 100 Kindern aufgeführten Spiele und Reigen, die dem Leiter Musiklehrer Gernhardt alle Ehre machten. Gegen 9 Uhr erfolgte der Rückmarsch mit Lampions in die Stadt und mau trennte sich am Neustädter Tor mit dem Bewußtsein, einen schönen Nachmittag verlebt zu haben. . . ** D-er Gewerbevereinsbezirk Gießen hatte die Absicht, am nächsten Sonntag einen gemeinsamen Ausflug nach Darmstadt zum Besuch der Landesausstellung zu unternehmen. Ta die mit der Frankfurter Eisenbahn-Tirektion geführten Unterhandlungen wegen Stellung eines Sonderzuges infolge der Forderung der Direktion auf Abnahme einer bestimmten Anzahl Karten ergebnislos Verliesen, wurde beschlossen, von dem gemeinsamen Ausflug vorerst Abstand zu nehmen. * * Bo.gelsberger Höhcnklub. Am Sonntag, 5. Juli, findet der Haupt- A usflu g des Vogelsberger Höhenklubs auf den Hoherodskopf statt. Ter Beginn des Festes ist auf 12 Uhr mittags angesetzt und besteht aus Konzert und geselligem Zusammensein. * * Kolosseum. Tie Ring kämpfe des vorletzten Abends hatten folgendes Ergebnis: Frl. P h il i ppi-Aachen besiegte mit grober Ueberlegenheit Frl. Schönbrun-Mien in 8 M. 17 Sck. durch Armsallgrstf aus dem Stand. Im Entscheidungskampf Frl R i ch- ter contre Frl. Hanlon-Elsaß siegte erstere durch Abfangen der Unurette in einer Gesamtzeit von 35 M. 27 S Ter Clou des Abends mar der Ausforderungskampf Frl. M u r a n k v - Ungarn gegen den Mann nut der Maske, der jedoch seine Maske von der Muranky heruntergerissen bekam, wobei das Gesicht des bekannten Bretzelbubs zum Vorschein kam. Lange vermochte er nicht Stand halten, die 6. Minute brachte den hünenstarken Gießener durch Ausheben mit Mühen auf beide Schultern. Alle applaudierten und riefen Muranky vor die Rampe. Heute Abend finden die Schlußkampfe statt, verbunden mit Preisverteilung. -r. Leihgestern, 28. Juni. Ein von dem Arbeiterfest heimkehrendcr Arbeiter stürzte auf dem Heimwege derart vom Fahrrad, daß er auf einem Wagen in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte. D Großen-Linden, 29. Juni. Bei dem gestern in Walldorf bei Frankfurt abgehaltenen Gesangswett- strcit beteiligte sich auch unser Gesangverein „G e r m a n i a" Er erhielt in der 3. Klasse den ersten und den Ehrenpreis Auch die „Germania"-Lang-Göns nahm erfolgreich an dem Wettstreit teil. Sie trug in der 2. Klasse ebenfalls den ersten und den Ehrenpreis davon. = Grün berg, 28. Ium. Auf Einladung der Stenographen- Gesellschaft Gabelsberger Gießen hatten sich heute eine Anzahl Herren int Gasthaus zum Taunus zujaininengefundeu, um auch hier einen S t e n o g r a p h e n -- B e r ei n ins Leben zu rufen Sämtliche Anwesenden erklärten ihren Beitritt zu dem neuen Verein und verschiedene andere halten ihre Mitgliedschaft schriftlich angemeldet, sodaß der Verein mit 15 Mitgliedern gegründet werden konnte. Er legte sich den Namen „Stenographen - Verein Gabelsberger Grünberg i. H." bet. drichshafen treiben ließ. Um i/25 Uhr befand er sich auf der Höhe von Manzell und ft'chrte hier verschiedene Wendungen aus. Er fuhr dann nach Konstanz und hatte dort einen ziemlich langen Aufenthalt; dann bewegte er sich wieder das Schweizer Ufer entlang und ließ sich endlich um 1/47 Uhr etwa drei Kilometer von der Halle entfernt auf das Wässer nieder, von wo er durch das Motorboot des Grafen Zeppelin in die Halle bugsiert wurde. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für -essen nm Mittwoch den 1. Juli: Teilweise heiter. Sehr heiß. Strichweise Wärmc- gewmer. Abzug von 8 Ortsfremden' 13,80 °/on. Kinder Arbeiterbewegung. Göteborg, 29. Juni. Als heute hier 360 englische Arbeitswillige eintrafen, kam cs zu großen S t r a ß e n u n r u h en, bei denen die Menge die Polizei, die gegen sie vorging- mit Steinen bewarf. Auch einige Schüsse wurden abgeleuert. sichrere Personen wurden verletzt. Während der Unruhen brach in einem Holzlager ein großes Feuer aus. Anm.: Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. standen ist. Petersburg, 30. Juni. Nach Meldungen auS Teheran hat sich die Lage ctivas gebessert. Aus Täbris wird gemeldet, daß infolge der Intervention des dortigen russischen Konsuls Ruhe ein- getreten ist. Ebenso wurde in Urniia und Umgebung die Ruhe vollständig wieder hergestellt. Der Schah hat 12 weitere angesehene Mitglieder a u f h ä n g e n lassen. Mchentl. Uebersicht der Todesfälle L d. Stadt ©lefjeit. 25. Woche. Vom 14. bis 20. Juni 1908. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 linkt, löoo Mann Militär.) Stcrblichkeitszisscr: 27,60%o, Sport. ' Rudern. Am Sonntag, den 28. Juni fand in E m s die XXXIII. Kaiser-Regatta statt, die wieder eine große Anzahl Sportfreunde in dem hei-rlichen Badeort vereinigte. Wenn auch die beiden großen Rennen des Tages im Walkower heimgefahren wurden, so boten doch die übrigen Rennen oft interessante 'Kämpfe. Leider verfchuldete die stark gebogene Rennstrecke mit ihren drei Brücken wieder verschiedene Kollisionen. Auch die Gießener „Ruder-Gesellschaft 1 877" beteiligte sich an der Regatta. Wenn es ihr auch durch besonderes Mißgeschick nicht vergönnt war, einen Preis mit nach Hause zil bringen, so zeigte sie doch im Nennen um den Quellen-Preis ihre große Ueber- legenheit über die mitstartenden Boote vonMetzlar und Ems. Im ferner gemeldeten Hochschul-Dierer schieden die Gießener im Bor- rennen aus gegen Münster, der wiederum im Hauplrennen von der vorzüglichen Amsterdamer Mannschaft mit einer viertel Länge im Ziel geschlagen wurde. Der Verlauf der Rennen war folgender: Junior-Achter: 1. Ruderoereiu .Minerva" Amsterdam 6.34 Min.; 2. Akademischer Ruderklub „Rhenus" Bonn 6.39 Min.; 3. Kölner .Ruderoereiu 1877", wegen Dollenbrand aufgegebcn. II. Vierer: 1. Mainzer „Ruderverein" 6.52 Min.; 2. Offenbacher „Undine" 6.54 Atm. Kaiser-Vierer: Mainzer „Ruderverein" 7*/6 Min. geht allein über die Bahn, da „Germania" Frankfurt und „Undine" Offenbach nicht am Start erfchienen. Emfer Quellen- Preis: 1. „Ruderverein" EmL; 2. Gießener „Rudergesellfchaft 1877" und 3. Wetzlarer .Ruderklub" wegen Kollision ausgefchlossen. Beim Start geht Gießen sofort vor und führt an der ersten Brücke mit IV, klaren Längen. Um nicht den großen Bogen auszusahren, geht eS, da es großen Vorsprung hat, in das Fahrwasser von Wetzlar, bis Nummer 3 der Mannschaft krebst. Wetzlar benutzt das, um Gießen vorzufahren, welches ausgeschlossen wird. Nach neuem fliegenden Start geht Wetzlar vor, wird aber im Ziel von EmS, in dessen Fahrwasser es sich befindet, angefahren, und Ems erhält den Preis zugefprochen. Doppelzweier ohne Steuermann: ]. Mainzer „Ruderverein" (Lucas, Weber); 2. Ruderverein „Hellas" Offenbach (Stroh, Vetter); Offenbach versteuert sich, fährt an der Brücke an und muß aufgeben. Hochschul-Vierer: 1. „Minerva" Amsterdam 6.52V6 Min.; 2. „Akademischer Ruderverein" Münster 6.52Vs Min. Schönes geschloßenes Rennen zwischen gleichwertigen Mannschaften. Senior-Emer: 1. Ruderverein „Hellas" Offenbach (Vetter); 2. Mainzer „Ruderverein" (LucaS); 3. Ruderverein „Minerva" Amsterdam. Mainz und Amsterdam kollidieren unter der ersten Brücke und geben auf. Achter: 1. Frankfurter „Germania" ;eht allein über die Bahn, da Mainz nicht am Start erschien. Gerichtssaal. rb. Darmstad t, 27. Juni. Die 22 Jahre alte Dienstmagd Anna Katharina S ch l i e r a t h aus Gießen wohnte hier kurze Zeit im Armenhaus, wo sie unter Anwendung eines falschen Schlüssels ihrer Stubengenossin aus ihrem Schrank deren größten Besitz, eine silberne Uhr stahl. Cie verkaufte dieselbe bei einem Uhrniacher für 2 Mk., um nach Gießen zu ihrem Bräutigam fahren zu können. Sie erhielt von der Strafkammer eine Gefängnis- st r a f e von 9 Monaten. Leipzig, 29. Juni. Wegen Spionage zu Gunsten Frankreichs wuroe heute der Buchhalter EgenSperger vom Reichsgericht zu 3 Jahren Z u ch t h a u s verurteilt. Küüft rind Wissenschaft. — Graf Zeppelin. Der Eröffnung der 49. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure im Schauspielhause zu Dresden nm 29. Juni wohnten der König von Sachsen, der Minister des Innern Graf von Hohenthal, Kultusminister Dr. Beck und Justizminister Dr. Otto bei. Namens der Regierung begrüßte Graf v. Hohenthal die Versammlung und erwähnte besonders ehrenvoll seinen Freund, den Grafen Zeppelin. Oberbürgermeister Beutler begrüßte namens der Stadt die Versammlung, desgleichen der Rektor der Technischen Hochschule, Geh. Hofrat Professor Dr. Moehlau, toelcher die Ernennung des Kommerzienrats Halbbauer - Lauchhammer zum D r. in g. ehrenhalber bckanntgab. Dann erfolgte die Verleihung der G r a s h 0 s f d e n l m ü n z e an Graf Zeppelin. Mit der gleichen Ehrung bedacht wurde Professor S t 0 d 0 l a - Zürich, eine Autorität auf dem Gebiete der Wärmekraftmaschinen, Prof. Dr. Hempel-Dresden sprach über die Trinkwasserversorgung der Städte vom chemischen Standpunkte aus. Hierauf hielt Graf Zeppelin einen Vortrag über seine Erfahrungen beim Bau von Luftschiffen. Unmittelbar nach dem Vortrag reiste er nach Friedrichshafen, wo er sich sofort an dem Aufstieg seines Luftschiffes persönlich beteiligte. Der Ballon erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 55.6 Kilometern in der Stunde; nur mit dynamischer Kraft, also ohne Ballastabgabe, holl er sich bis 250 Meter Höhe. Die Funkentelegraphie wurde vom Luftschiff aus erprobt und ' alte ein befriedigendes Ergebnis. Um 3/i3 Uhr erfolgte in der Höhe von Romanshorn eine Landung auf offener See, die etwa eine Viertelstunde in Anspruch nahm. Das Zeppe- liebte verhaftet. Man meldet aus München: Tie Hauptzeugm im Niederhofer Prozeß, Frau Eisele, beschuldigt den zu lebenslänglichem Zuchthause begnadigten Mörder des Kaufmanns Hentschel, den früheren ZirkusdirektorDavid Riede r h 0 f e r, daß er auch eine reiche junge Russin um gebracht hätte und ihr einen Brillantschmuck geraubt habe. . In M ü nchcn wurden in einem Walde die Leichen cmcs II jährigen und eines 14iähvigcn Knaben gefunden. Acrztliche Untersuchung ergab, daß Vergiftung durch Beeren vorliegt. Am Speer (Schweiz) st ü r z t e eine 29jahrige Dame aus Zürich über einen Felsen und blieb sofort t 0 t. Am Bosen Mürlschen (Glarner Alpen) ist ein Photograph aus Stuttgart namens Opplanger über den Felswand tot gestürzt. Infolge Schließung des Spiel klubs fanden in Ostende große Kundgebungen statt. Mit mehreren Musikkapellen begaben sich die Manifestanten in langem Zuge nach dem Kursaal, wo sie dem Direktor Marquet, der wegen Spielkontraveutionen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, lärmende Huldigungen darbrachten. Hieran zogen sie nach dem Rathause, wo sie Eingaben um Aufhebung des Spielaesetzes für Ostende zur Weitergabe an den König Leopold überbrachten. Der Kürfaal ist beständig von Polizeibeamten besetzt. In Bnsheibay bet Qnatford (England) war der Kaufmann David damit beschäftigt, Teer zu kochen. Durch eine Unvorsichtigkeit fiel der Teerbehälter um und es entstand ein Feuer, welches bald em großes Flanuneuuieer bildete. DaS Feuer ergriff auch die erste Etage des Hauses, ivo sich die drei Kinder des Kaufmanns befanden. Die Mutter stürzte hinauf, nahm auf jeden Arm ein Kind, konnte aber, unten angelangt und vom Qualm betäubt, nicht iveiter, fiel um, und verbrannte mit b e i d e n K i n d e r n. Auch das dritte Kind kam in den Flammen um. Der Gatte erlitt bei den vergeblichen Versuchen Hilfe zu bringen, selbst sehr schwere Brandwunden und liegt h 0 f f n u n g s l 0 s im Krankenhause. DermiM/Us» • Die ungenügende Inschrift. AuS Bublitz (bei KöSlin) wird berichtet: Der Kaiser hat nun doch genehmigt, daß die feierliche Enthüllung deS Kaiser- Wil Helm-Denkmals am Sonntag vor sich geht. Die beanstandete Sockelinfchrift, die nach dem Wmische des Kaisers, wie schon gemeldet, „Kaiser Wilhelm der Große" (statt nur „Kaiser Wilhelm I.') lauten soll, wird nach der Enthüllung ausgeführt werden. Bei der Enthüllung wird der Sockel durch eine eiserne Tafel mit der gewünschten Inschrift v erdeckt. Brände. Am Sonntag brach in der großen Kartonagenfabrik Jaii Scheebel & (£0. in Dresden-Los chwitz Feuer aus. Der Schaden ist bedeutend, die Entslehiingsursache unbekannt. — Die Teutonia-Zemenlfabrik in Misburg (Hannover) ist aut Sonntag bis auf das Maschinenhaus ntedergebrannt. Es war am Samstag Abeiid tu der Rohmühle, vermutlich durch Heißlaufen einer Welle, entstanden. Die Fabrik, die ca. 200 Arbeiter bc- schästigt, wird ihren Betrieb nur zum Teil luieber aufnehmen können. , . . ♦ Tie Jtalienreise eines Bruder Studio. Aus Rom wird berichtet: In dem Seebad Viareggio hat sich eine Tragikomödie abgespielt, deren Held ein Bruder Studio aus Breslau ist. Der Student, Wilhelm Ludwig mit Namen, kam in dem feudalen Seebad an, logierte sich in einer Pension ein und lebte herrlich und in Freuden. Am Samstag nahm der Student eine Barke, um eine Spazierfahrt zu unternehmen, kehrte aber nicht zurück. Seitdem waren alle Seebehörden in fieberhafter Tätigkeit, um den jungen Mann, den man als Opfer eines Unglücks hielt, lebend oder tot aufzustöbern. Alle Versuche blieben leider fruchtlos, bis am Mittwoch das Rätsel unerwartet gelöst wurde. Der Bruder Studio war den Strand entlang bis Serchio gegondelt, lvo er den Kahn versetzte. Dann verschwand er, vermutlich, um sich wieder nach der Breslauer alma mater durchzupumpen. Mittlerweile ist die italienische Polizei hinter ihm her. Kleine Tagcschronik. Unweit des rheinischen Ortes Garath (Baden) fuhr ein Kölner Automobil mit vier Insassen in voller Fahrt gegen einen Ehansseebaum. Drei der Insassen wurden an5 dem Auto geschlendert und schwer verletzt. In Kiel wurden ivegen dringenden Verdachts des Lande s- verrats der Ai a r i n e - O b e r m a a t Dietrich und seine Gc- Mnller'sche Badeanstalt. W a s s e r >v ä r m e der Lahn 20 0 K. Origittal-Drahtmeldungen. R. B. Darmstadt, 30. Juni. In d?r heutigen Sitzung der Landessynode wurde einc E r k l ä r n n g v. o n 5 3 Geist- ^ i ch e n verlesen, wonach die Unterzeichner der' Erklärung auf Grund ihres Ordinationsgelöbnisses Protest gegen jede Erwci- terung ihrer Amtspflichten n a ch der p 0 l i t i s ch e n Seite hin entlegen und es als eine ft'räiiFmig ihrer Amtsehre bezeichnen, wenn man ihnen eine unterschiedliche Behandlung der sozialdenwkratisch gesinnten Gemeindemitglieder gegenüber den anderen zumute. Das Oberkonsistorinm gab dazu eine längere Erklärung ab, in der der Protest angesichts der vorliegenden Talsachen als gegenslaitdslos betrachtet wird.^ (Es handelt sich offenbar um die svüheren Vorgänge int Fall Korell. Red.) V e l d i s, 30. Juni. Im hiesigen Kurort wütet ein großer Brand, welcher 32 Wohnhäuser cinäscherte. Alle Villen und Hotels tonnten gerettet werden. R 0 m, 30. Juni. Wie beftimmt verlautet, soll der Aufenthalt Tittvnis in einem deutschen Badeort, welchen er demnächst 511 nehmen gedenkt, dazu dienen, um eine weitere Unterredung mit dem Reichskanzler F ü r ft c n Bülow zu haben. Paris, 30. Jtmi. „Echo de Paris" bringt die Meldung, daß die Kamuter aut Freitag über die Beibehaltung der Todesstrafe abftinunen wird. Die Regierung wirt) sich der Beibehaltung der Todesstrafe nicht widersetzen. Ter Justizminister wird aber von der Kammer verlangen, daß sie sich c.iSsprcche über eine verschärfte Durchführung der ZlvangSarbeit in allen Fällen, durch die die Todesstrafe in Z >v a n g s a r b e i t u m g c iv a n b c 11 werde. Dte Regierung wird erflehen, daß sie mit der Abschaffung der O e f s e n t l i ch k e 11 bei her Hinrichtung ciiwcr- Kriegszustand. Belgrad, 30. Juni. Die Regierung plant dieAufna h in e, einer Anleihe von 100 Millionen Franks zwecks Ausbaues deS ferbifchen B a h n n e tz e S foiuic zur Vervollständigung der H e e r e S - A u S r ü st u n g und für landwirtschaftliche Bedürfnisse. Die Anleihe sott in Frankreich aufgelegt werden. London, 30. Juni. Der frühere engtifche Botfchaster in Berlin Maltet ist gestern abend gestorben. AuS Newyork wird gemeldet, daß z w e i N c g c i . Wilkin- und Baker, in Waycroß (Georgia) verhaftet wurden, well sw ent weißes Mädchen geschändet batten. Als tue Polizei dte beiden zum Gefängnis führten, stürzten die inannltcheu Einwohner des Ortes auf die Neger, entrissen sie der Polizei untt übten L y n ch j u st i z. Baker wurde zunächst an einer Telegraphen- ftauge aufgehängt. Daraufhin wurde Willius a 11 beit Füßen Bakers aufgehängt. Beide blieben fo einige Stunden hängen. Ter Tod trat bald ein. Nachher scholl en die wütenden Einwohner auf die Leichen, die von Dutzenden Gc- schosscnt durchbohrt iviirben. Handel und Verkehr, VolkrwLrtdehcskt- — Von der Bert in er Börse. Bei äußerst stillem Geschäft ivar die Tendenz gut behauptet. Die Montanwerte marett bei lokalen Rückläufen mcift gebessert. Gelsenkirchener waren um 1 °/0 erholt. Bankaktien waten uneinheitlich. Schasshausen, gingen weiter zurück. Auch Handelsanteile mit) Tarmstädterbanlaktien waren niedriger trotz der Abstoßung der Mexikaner Eisenbahn- sonds nach Paris. Amerikaner waren gut behauptet, Fonds waren ruhig, Russische ,verden gcbcl/it auf die deutschfreundlichen Auslassungen eines maßgebenden russischen Blattes. Lombarden waren fefter. Geld über Ultimo gesucht zu 5-5',',70, Privatdiskout 37, °,0. Es starben an: Ziisanimen: Erwachsene 1. im Lebensjahr: vom 2.-15. Jc Tuberkulose 1 1 — — KrebS 3(2) 3(2) — —— Broiichilis 3 (1) 2 (1) 1 — Geisteskraiikheit KD 1 (1) — — Kränipfeil 1 (1) — 1 (1) — Bauchsellentzünduiig 2 (2) 1(1) — 1 (1) Atagentatarrh 2 — 2 Diphtherie Kl) — —— 1(1) AlterSschiväche 2 2 — — Sumiiia: 16 (8) 10 (5) 4(1) 2 (2) Bekanntmachung, vetr.: Bcitragsleistung zur Juvalideuvcrstcherung. Die vom 1. Juli 1808 ab geltende Neufestsetzung des ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tagearbeiter hat zur Folge, daß von diesem Zeitpunkt ab in Gießen alle nicht der Krankenversicherung unterliegenden Versicherten und zwar: dte männlichen zur Lohnklasse IV die weiblichen , ,, III gehörem^ cr^cre tinl) datier fortan als Wochenbeitrag 30 Psg., für letztere 24 Pfg. zu entrichten. Gießen, den 27. Juni 1908. . B /» Großherzogliche Bürgermeifteret Gießen. Mecum- _____ Straßenbahn. Zur Bearbeitung der Pläne und gegebenen Falls zur späteren Beaufsichtigung der Bauausführung der elektrischen Straßenbahn der Stadt Gießen wird ein im Bau und Betrieb solcher Anlagen gründlich erfahrener Techniker znm baldigen Eintritt gesucht. , ,rjr Metdungen mit Lebenslaus, Zeugnisabschriften, Angabe der Gehaltsansprüche und der Zelt des etwaigen Dlenfteintritts unv 1C‘,eni,@ic6Ccn?'ben 30.3unt 1908. , c B-/. Großherzogliche Bürgermeisterei Greßen. M e c 11 m, Oberbürgermeister._______________ Die Reparatur der Orgel in der Kirche zu Krofdorf soll vergeben werden. Kostenanschlag liegt auf meinem Burcau offen. Offerten erbitte ich bis 1b. Juli er. Krofdorf (ftr. Wetzlar), den 24. Juni 1908. b”/. Der Bürgermeister. Braun. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen B”/6 wird, beginnend am Mittwoch, den 3. Juni im Jmvflokale - Schulgebäude, Neustadt 61 - für die nächsten 5—6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5—6 Uhr, abgehalten werden. Jmpspslichtig im lausenden Kalendenahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die rückftandigen aus ruberen Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impspslichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in demselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß d,c Impfung feines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlüsse au, feine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigensalls ibm un Januar nächsten JabrcS eine vier-wöchentliche Frist zur Nachholuug der Impfung unter Strafandrolrung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche »m laufenden Jabrc geboren find, auf Wunsch ihrer Vertreter gelmpft. Alle m einem Termine geimpften Kinder müssen in dem , acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpsarzte in den öffentlichen Terminen vorgeslellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landeöimpsinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürsen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 29. Mai 1908. Großh. Lürgermelsteret Gießen I. B. Keller. IV euc r öffnet! Wiesbaden. Privat- Hötel : Saalburg* Direkt am Kochbrunnen. Saalgasse 30. Bürgerliches Haus, mit allem Comfort der Neuzeit. Zimmer von M. 1.50 an. Garantiert gut. hv®/6 Bes.: Wilhelm Sa**nmnn. 5536 Sandalen la braun Nindleder, gute O^nalität, Größen 23/26 27/30 31/35 36/42 43/46 Mark 3.—, 3.50, 4.—, 4 75, 5.50~ a3% empfiehlt Willie Herbert, Inh. Carl Herbert. Marktplatz 2. Marktplatz 2. 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Phllippr Aachen. Um den 3. und 4. Preis ringen: Frl. Murauty, Ungarn, gegen Frl. Hanlon, Elsaß. Vorher: das großartige Spezialitäten - Programm. Ziegenznchtverein Giessen bat ferne (3993 Lämmerlveide eröffnet. Bon der Umgegend rönnen Lämmer dahin gebracht werden. Das Futtergcld mit y^pfleßung beträgt monatlich 1.50 Mk. Der Vorstand. Mmirer, ^oblonger ii. Erdslkiter für sofort gesucht. [3989 Wenn St Co,, Bahnhofstrasse 65. .Auswart. Beamtensam. 3 crw. Personen sucht p. 1. Ott. Parterre- Wvhn. v. 4—5 Zimmer m. Zubeh. Schriftliche Angebote unt. 4011 an den Giessener Anzeiger erb. Sektion Giessen D. & Oe. A.-V. L» Dfliüirrstng den 2. Juli, UM Alice-Kochschule. Beginn des Einanachknrsas Dienstag, den 7. Juli. Anmeldungen bis spätestens Montag bei der Lehrerin der Kochschule Fräulein Roscnbauer erbeten. Donnerstag, den 2. Juli III. Abonnement-Konzert ausgeführt von der ganzen 05451) Schön möbliertes Zimmer zu verm. Neuen Bäue 11, II. Wohnung. Ä 7Zimmcr, sowie kl. 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