Nr. 24 Zweites Mott 158.3 Erscheint ttgll- mit Ausnahme be8 Sonntags. General-Anzeiger für Oherhchen tM „fteßenet KamtttendlSNer" werden dem „Wngeifler* viermal wöchentlich bergelegt. das ^Iftubion fQi sen Kreis Sietzen" zweimal «Hchri'il'ch. Die ..Landwirtschaftlichen Seit« heeee4* erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« strahe 7. Expedition und Verlag: fcsgäfr 5L Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGleßen. Mittwoch ZS. Januar 1908 Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen UnwersilälS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen. sich^ irgendwelche festen Pläne noch nicht heraus kristallin rares über die Acußerungen des Deutschen Kaisers gegenüber siercen. Herr v. Stengel soll dabei den Anwesenden seine liebe Not geklagt und erklärt haben, daß er kaum noch aus und ein wisse, wie er neue Steuerquellen erschließen solle. Unter diesen Umständen muß die Eile, mit der er das Spiritusmonopol einbringt, als nicht gerade sehr zweckmäßig erscheinen und es wäre sehr wohl möglich, daß er damit Fiasko macht. Dann dürfte wohl Herr v. Stengel die Zeit für gekommen erachten, die Koffer zu packen und nach seinem bayerischen Heimatslande zurückzukehren. 3ur MüNMge Reiches. Kaisers Geburtstag ist mit dein üblichen höfischen Prunk gefeiert worden und eine große Reihe von Bundesfürsten weilten zur Feier in Berlin; mehrere von ihnen machten bei dieser Gelegenheit ihren offiziellen Antrittsbesuch. Es ist sehr wohl möglich, daß, wenn auch der größte Teil des Aufenthalts durch höfische Veranstaltungen usw. in Anspruch genommen war, doch auch dabei in Gesprächen zwischen dem Kaiser und einzelnen Fürstlichkeiten die innere Politik gestreift worden ist, zumal eine Aussprache über die schwierige innere Situation und deren Lösung im Interesse des Bundesgedankens durchaus förderlich sein kann und zweifellos besser ist, als wenn der übliche Instanzenweg eingeschlagen wird. Ueberdies haben in den letzten Tagen mehrfach Besprechungen zwischen den leitenden amtlichen Stellen des Reiches und der Bundesstaaten stattgefunden, die sich in der Hauptsache auf Finanzfragen erstreckien. Als Resultat dieser Konferenzen darf man es wohl ansehen, wenn jetzt die Spiritusmonopolvorlage fertiggestellt ist und bereits im wesentlichen die Zustimmung des Bundesrats gefunden hat; es heißt sogar, daß die Vorlage schon in dieser Woche dem Reichstage zugehen werde, eine Schnelligkeit, worüber man verschiedentlich großes Erstaunen ausdrückt, namentlich im Hinblick- daraus, daß beispielsweise die so überaus wichtige Reform des Beamten-Besoldungsgesetzes, deren Erledigung bis zum April ungemein wünschenswert wäre, noch immer nicht aus dein Stadium der Erwägungen heraus ist. Ursprünglich schien es, als wenn die Vorlage auch schon im Bundesrat auf beträchtliche Schwierigkeiten stoßen würde, zumal Süddeutschland hinsichtlich der Spiritus ab gaben gewisse Reservat rnhte hat, aber schon die Mitteilungen, die kürzlich in der bayerischen Kammer vom Negierungstische in dieser Hinsicht gemacht wurden, deuteten darauf hin, daß eine Einigung zu erwarten sei. Wie die Vorlage aussehen wird, weiß man noch nicht bestimmt, jedenfalls ist das eine llar, daß sie im Parlament auf erhebliche Schwierig ketten stoßen wird. Nicht bloß die Linke ist es, die von einem Monopol nichts wissen will, sondern auch auf der Rechten hegt man mit Rücksicht auf das hochentwickelte Brennereiwesen auf den Gütern gewichtige Bedenken, die sich nicht so leicht werden zerstreuen lassen. Ueberhaupt herrscht in Parlamentskreisen wenig Neig ung, s ch o n in d ies er Ses s io n n eue Stenervo r l a g e n zu bewilligen, weil man befürchtet, die ohnedies so mißliche politische Situation noch weiter zu verschlimmern. Ein angesehenes demokratisches Blatt, das über die Vorgänge hinter den Kulissen, sowohl innerhalb der Regierung wie des-Parlaments, stets gut unterrichtet ist, berichtete kürzlich hierüber, indem es gleichzeitig mitteilte, daß man allseitig derartige Teilsteuerprojekte nicht wünsche, weil sie doch nur Flickwerk bilden würden, während eine umfassende Reichssinanzreform dringend zu fordern sei; schon vor mehreren Wochen machten angesehene freisinnige Parlamentarier gleichfalls den Vorschlag, im allgemeinen Interesse die Steuerprojekte lieber bis zum nächsten Winter zu vertagen. Herr v. Stengel hat sehr eilig das Spiritusmonopol fertiggestellt, während andere, nicht minder wichtige Finanzfragen noch der Regelung harren. .Vor allem handelt es sich um eine anderweitige Normierung der M a t r i ku l ar-Umlag e n, wegen deren Herr v. Stengel kürzlich eine Konferenz mit Parlamentariern aller Parteien sowie auch mit Vertretern der größeren Bundesstaaten hatte, wobei man über eine allgemeine Aussprache nicht hinauskam und Zusaurmenschllch der Handluagsgehllfenverbande. Der Teui)chnationale Handluugsgehlt,en-Berband in Hamburg und der Verband Deutscher Handlungsgehilfen rn Leipzig, die sich jahrelang feindlich gcgenüberstanden, wollen Frieden machen und sich miteinander vereinigen. Die hervorragendsten Mitglieder beider Verbände, der der Wirtschaftlichen Vereinigung augehörcnde ReichstagSabg. Schack und der auf nationalliberaler Seite stehende Georg Hiller-Leipzig haben nach dem „Leipz. Tageblatt" folgenoes Abkommen unterzeichnet: In dcr klaren Erkenntnis, daß die wirtschaftliche Lage der deutsck-en Haiidlliugsgeyillen und thc ii/rem Staube drohenden Gefallen em eml-eitlichercs Zusammenfassen der in der Hundlungs- gelr.lfenbetoegung vorhanden en Kräfte gebieterisch verlangen, haben Ud) die untecjeid)neien Dickglieder des Verbandes Tentscl-er Hand- lungsgehchen (Sitz Leipzig) und d.s Deulfchnationalen Handlnngs- g-.'!)cksenverdanücs (Sch Hamaurg) einmütig entiaüossen, ms Ev- gebnis e uer von bemen Seiten zwanglos eingeleiteten und am 26. Januar 190ö in Berlin abgel-altemn Besprechung, die leitenden Körperschaften ihrer Verbände auszufordem, ohne Verzug die criocberiicben Schulte z u r E r ö r te r u n g e i n e r I n te r e s s e w- geme in schäft mit dem so bald als möglich zu erstrebenden Endziele eines völligen Zusammenschlusses beider Verbände vorzunehmen. Wir Jinb überzeugt, daß die Beseitigung der diesem Ziele entgegenllel-enden Schwierigkeiten gelingen wird, wenn die leitenden Körperschaften und die Mitglieder beider Verbände überall das glci.d>e Maß von Beran t- wvrtlichkcitsgesühl jur die Interessen des ganzen Standes an txm Tag legen werden, das uns bei dec Abfassung und Unterzeichnung dieses Ausrufs geleitet hat. Berlin, 26. Januar 1908. * Wie Delcaffß gestürzt wurde. Die Rede, die der ehemalige ,r^i^o,lsche Minister des Aeußeren Delcassö bei Besprechung der Marokko-Interpellation dieser Tage in der französischen Kammer gehalten hat, ruft das Interesse für die Vorgänge wach, die seinerzeit zum Sturze Delcassßs führten. Die Pariser „Action" erzählt sie folgendermaßen: In den eriten Jumtagen des Jahres 1905 wurde der italienische Bot- chaster in Berlin gebeten, sich sofort zu Kaiser Wilhelm in das Schloß zu begeben. Er wurde gleid) empfangen, und der Kaiser richtete an ihn folgende Worte: „Ich weiß, daß der ranzöfische Minister des Aeußern Delcasss schon seit Jahren mit England wegen des Abschlusses eines Offensiv- und De- ensivvertrages zwischen den beiden Ländern unterhandelt. Diese Verhandlungen werden geheim geführt, daß in Frankreich außer Delcassö nur der Präsident Loubet noch davon Kenntnis hat. In Deutschland weiß es allerdings auch einer, und der bin ich. Ich habe alle Einzelheiten der Unterhandlungen verfolgt und werde aud) das Datum erfahren, an dem eventuell der Vertrag unterzeichnet werden sollte. Aber an demselben Tage, das sage ich Ihnen, Herr Botschafter, marschieren meine Truppen in Lothringen tin!"i «— Der Kaiser setzte noch hinzu, daß er aus seinen, dem Botschafter gegebenen Informationen keinerlei Geheimnis mache, und er diktierte ihm sogar einen Auszug aus der gepflogenen Unterhaltung in die Feder. Natürlich unterließ es der Botschafter nicht, seinen Chef, den Minister des Aeußern Tittoni, von der Unterhaltung mit Kaiser Wilhelm ausführlich in Kenntnis zu setzen, und Tittoni unterrichtete wieder den ftanzösischen Botschafter am Quirinal Bar- röres. Dieser telegraphierte sofort an den Ministerpräsidenten Rouvier und den Minister des Aeußern Delcasse. Rouvier berief nach Empfang der Depesck)e allsogleich einen Minister- rat zusammen und verlas das Telegramm des Herrn Bar- AolosUakpoft. Antwerpen, M. ^ari. ...mlc hier eingetroffene Passagiere, die aus dem Kongo kommen, sagen aus, daß der Hauptmailn Daelman, Sohn des Generals Taelman, von der Schlafkrankheit befallen worden ist. Aus dem Gebiete von Loumanio wird berichtet, daß es einer bet* giscyen Expedition gelungen ist, den bekannten Führer Ma- tuma und dessen S^hn zu verhasten. Dieser wird für die Ermordung zweier Retter im Jahre 1905 verantwortlich gemacht. dem Ministerrat die nötigen Auflläruugen zu geben. Delcasss gestand ein, baß er wegen des Abschlusses einer Offensiv- und Tesensiv- allianz mit England unterhandle. Darauf erbleichte Rouvier und erging sich in heftigen Vorwürfen gegen Delcasss, daß es dieser unterlassen habe, von so hochbebeutsamen Verhandlungen, die, eine eminente Kriegsgefahr im Schoße bergen, leinen Ministerkollegen Mitteilung zu machen. Delcasss suchte Nch zu rechtfertigen, indem er behauptete, er habe diese Politik nur Loubets halber getrieben und brach schließlich in Tränen aus. Aber Rouvier erwiderte rauh, es hairdle sich jetzt nicht um Tränen, sondern um Taten. In einer halben Stunde müsse Delcasss dem Präsidenten sein Temissionsgesuch überreicht haben, widrigenfalls das ganze Kabinett zurücktreten würde. So ging denn Delcasss zu Loubet und war eine halbe Stunde später nicht mehr Minister. hessische Zweite Kammer. Darmstadt, 28. Jan. Um 10 V4 Ubr toirb die Sitzung vom Präsidenten H a as er- öfsnet. Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein und erklärt die Beschwerde des Heinrich Friedrich Winter zu Hoch- Weisel, die Feldbereinigung daselbst betreffend, dem Antrag des Ausschußberichterstatters Abg. Wolf ge.-"äß für erledigt. — Der Antrag des Abg. Wolf betr. die Re- gulierung des Selzbaches wird vom Antragsteller eingehend begründet, wobei er besonders aus die Ausschußberatungen und Beschlüsse hinweist, über die wtt s. Zt. ausführlich bcridjtet haben. „Nach einigen weiteren Darlegungen des Ministerialrats Dr U finger wird der Antrag Wolf, in dem die Regierung er» lucht toirb, der Ausführung des großen Selztalprojekts nicht eher naher zu treten, bis die Einbauung von Flutschleusen und die weiter von Ausschuß und Negierung vereinbarten» Vorkehrungen getroffen sind, für erledigt erklärt. ^nbetreff der Vorstellung der Hebeammen aus Stadt und Kreis Mainz über die Besserung ihrer materiellen Lage, über welche Abg. Molthan referiert, hat die Neuerung ihre Ansicht dahin geäußert, daß für eine der Verteuerung aller Lebensbedürfnisse entsprechende Neuordnung der Hebeammengebühren der Zeitpunkt jetzt gekommen sei. Auch die Lehrer an den Hebeammmanstalten des Landes haben sich in diesem Sinne ausgesprochen. Eine neue Taxe wurde ausgearbeitet und fand einstimmige Billigung des ärztlichen Zentral- ausschuises und es steht ein entsprechender, den Wünschen des Hebeammenstandes Rechnung tragender Erlaß bevor. DerAus- sck>uß hat von dieser Antwort der Regierung Kenntnis genommen und beantragt demgemäß, die Vorstellung für erledigt zu erklären. — Das Haus beschließt demgemäß. Zur Beratung kommt nun die Vorstellung des Einkaufs- Vereins Mainzer Kolonialtoarenhändler über die, Heranziehung der Konsumvereine und Beamtenvereine zur Steuer und Waarenhaus- Umsatzsteuer. Der Verein erbittet in seiner Vorstellung: 1. öeransiebung derselben zu den gleichen Stenern wie die' des Kleinhandels unter gesetzlicher Einführung der Emtrachts- pflicht; 2. Ausfall jeder behördlichen Begünstigung dieser Vereine > gegenüber dem Kleinhandel; 3. Verbot für aktive Reichs», Staate und Gemeindebeamten eiwchließlich der Offiziere und deren Ehefrauen an der Beteiligung an solchen Vereinen. I. Bezüglich der Warensteuer: Möglichst hohe Umsatzsteuer. . In der Begründung wird gesagt, es sei Grundsatz der Ge- etzgebung geivcfeu, den wirtschaftlich Schwächeren zu schützen: )ie Betätigung dieses Satzes sei im gegenwärtigen Falle umso- mehr gerechtfertigt, als es sich darum handelt, gegenüber den Vorteilen, die der Stärkere habe, sowie im Hinblick auf die kleines Feuilleton. ** Im Gieß euer Stadttheater ging am Dienstag abend Kleists „Kätchen von Heilbronn" als Volksvorstellung in Szene. Irgendwer hat kürzlich geschrieben, daß unser Volk für solche romantisch-mystischen Dramen nicht mehr empfänglich sei. Er hätte sich gestern bei uns eines besseren belehren können. Die billigeren Plätze gerade waren sämtlich besetzt und das Volksvor- stellungspublilum zeigte noch erheblich größeres Interesse für die unsterbliche Dichtung Kleists als unser Novi- tätcnpubliium: und hatte doch dieses sogar, wie allenthalben, eine so kindliche Nachahmung der wunderholden Kittchen-Dichtung wie „Tie Rabensteinerin" an einer ganzen Reihe von Abenden aus das lebhafteste applaudiert, zum Teil mit quintanerhastem Enthusiasmus. Romantik steckt eben uns Deutschen aller Gesellschaftsschichten unverlierbar im Blute, sie übt in musikalischer, poetischer und bildnerischer, also in jeder künstlerischen Gestaltung heute wie einst die tiefste ästhetische Wirkung aus. Und knüpfen doch selbst in Anlehnung an die Ztomantik in der neueren Malerei unsckre modernsten dramatischen Poeten wie Hugo v. Hofmarmsrhal und Paul Ernst, die beide leider bei uns in Gießen noch unbekannt sind, unter dem Einflüsse der Nomanlll an uralte volkstümliche Vorstellungen an. — Das Kätchen spielte gestern nicht gerade der versagte gestern wie beim erstenmal. Was der aufdringliche Engel da wollte, war auch diesmal nicht einzusehen. Fast durchweg meisterlich aber war wieder der Graf vom Strahl Weingärtners, in der Holunderbuschszene von leuchtender Poesie, -^o. — GießenerKonzertverein. Man schreibt uns: Es ist nun schon einige Jahre her, seit Dr. Ludwig Wue l l n e r zum letztenmal bei uns gesungen hat- In vielen anderen Städten ist"Wuellner ein jedes Jahr wiederkehrender Gast, dessen Konzerte zu denen gehören, die an Zugkraft nichts eingebüßt haben. Selbst in Berlin füllen sich die größten Säle, wenn Wuellner einen Liederabend gibt. Muellner gehört eben zu den Auserwählten. Er ist unerreicht in der Kunst des Vortrages und seine Vielseitigkeit ist grenzenlos. Während andere Künstler einen ganzen langen Winter auf ein und dasselbe Programm reisen, stellt sich Wuellner seine Programme in einer Vielseitigkeit zusammen, die staunenerregend ist. Fast jeder Abend bringt ein durchgehends anderes Programm, nicht dessen $u gedenken, daß Wuellner auch als Schauspieler, Opernsänger und Violinspieler tätig ist und seine Leistungen auch da das Mittelinaß weit überragen. Sein Künstlerruhm hält sich fett geraumer Zeit auf einer Höhe, wie sie nur von größten Meistern erreicht worden ist. Die tiefe Durchdringung des Kunstwerks, dem er sich hingibt, die suggestive Kraft, mit der er den Hörer zu packen weiß, find unerreicht. "Neuerdings hat Wuellner Schweden und Zttrßland bereist. In Stockholm allein gab er sechs völlig ausverkauste zbonzerte, in Petersburg in einer Woche drei Liederabende — und das alles mit nur deutschen Liedern und gesungen in deutscher Sprache! Der Künstler wird bei uns 4 Lieder von Schubert (darunter: Erlkönig, Prometheus), 8 von Schumann (darunter: Der Spielmann, Frühlingsnacht, Aufträge), 4 von Hugo Wolf, 3 von Rich. Strauß und last not least: Archibald Douglas von Carl Loewe singen — ein sehr verlockendes Programm. — Eine poetische Liebeserklärung auf dem immer noch etwas ungewöhnlichen Wege des Inserats sanden wir in1 einem Friedberger Blatte. Wir lasen da: Meine Nachbarin! (Von Karl Mörschel, Friedberg.) Wenn die Nlorgenglocke erklingt, da drüben auch schon so freudig singt das lustige, liebe Atädchen. Wenn am Himmel der Abendstern kommt, wenn die Straße langst verstummt, schließt sie, singend noch immer, das Ladchen. Wenn ich doch endlich einmal wußt', was es eigentlich denn ist, das dem Älädchen die Sangeslust gibt, daß sie immer und immer singt, daß ihr Lred so eigen dringt mir in die Brust traut und verliebt. Wenn aber der Frühling zieht ins Land, dann geh' ich zu ihr hm unverwandt und sprech' zu dem lieblichen Mädchen: Sängerin klein, mir drang deine Lust mit deinem Sang in die liebwarme Brust, Sing weiter und werde mein Bräutchen I Ein paar Tage daraus las man dann an derselben Stelle: Meinem Nachbar! (Von der Nachbarin.) Du lieber Dichter von Gottes Gnaden, Was tat ich mich an deinen Versen erlaben. Wie heu ich mich so sürchterlich, Daß mem Sing-Sang ließ finden dein Herze mich. Doch was willst du warten zum Frühling, so fern, Ich schlösse schon jetzt dich in die arme so gern. Drum auf und eile unverwandt, Noch eh' der Frühling zieht ins Land. Dann gründen wir beide eine Fabrik, Du dichtest, ich singe, was für em Glück: Und be§ strömenden Mammons Segen all-- Doch Schluß jetzt, adieu, auf ein ander mal. ßleine Kunftdjronif. „Der Zechpreller", eines Pope von Nlax 91 e a l und Konrad Dreher, erzielte im Stabt-1 thealer von Mainz mit Konrad Dreher als Professor Streusand vor ausverkauslem Haus einen durchschlagenden Heiterkeltserfolg. -I» der poln.Stadl Lublin ist der Schachmeister Tschigorin gestorbea. bem Staate, der Allgemeinheit, erwachsenden Nachteile in steuerlicher Beziehung einen gerechten und angemessenen Ausgleich herzustellen. Heute aber würde dem seßhaften Geschäftsmann die Ausübung seines Rechtes in einer Weise erschwert, die eher einer Entrechtung gleichkornrnc und es sei Sache, des Staates, den „Parasiten am Leibe des Volkswohlstandes" ent- gegenzutrcten. Dies seien: „Tic Konsumvereine unter sozial- denwkratischcr Leitung, die Beamten-Konsumvereine und die Warenhäuser." Ein selbständiger Geschäftsmann sei als Steuerzahler ein wichtiger Faktor des Staats- und Gemeindelebens. Die Großinagazin-Konsumvereine re. brächten dem Staate keineswegs das 50 fache an Steuern ein. Doch abgesehen von dieser finanziellen Seite sei der selbständige Geschäftsmann, der selbständige Handwerker eine kräftige Stütze des Staatswesens. Die Regierung hat auf die Vorstellung eine eingehende Antwort erteilt. Sie lehnt es ab, auf die Frage der Sonderbesteuerung von Konsumvereinen und Warenhäusern einzugehen, stellt dies aber für die zur Beratung eines zu erwartenden Gemeindestcuerentwurfs in Aussicht. Der Ausschuß beschloß deshalb, gegenwärtig von einer Behandlung dieser Fragen ab- zusehen und die Vorstellung für vorläufig erledigt zu erklären. Abg Molthan weist darauf hin, daß die Petenten von der Regierung auf das Erscheinen der Gemeindesteuervorlage vertröstet werben. Er bitte um Antwort, wann denn das so viel angekündigte Gesetz endlich erscheinen werde. Weiter tritt der Redner eingehend für die in der Vorstellung geäußerten Wünsche ein und erklärt sich namentlich im Einverständnis mit feinen Parteifreunden bereit, eine Besteuerung der Warenhäuser und der Filialgeschäfte in die Wege zu leiten. Abg. Dr. Osann ist der Ansicht, daß der jetzt vorliegenden Vorstellung sehr bald noch viele anoere folgen würden. Die Forderung einer Besteuerung der Warenhäuser und der Filialgeschäfte werde im Lande allgemein erhoben und man werde auch an deren Berechtigung nicht mehr zweifeln können. Durch die schwere Konkurrenz der Warenhäuser seien schon zahllose Existenzen zugrunde gerichtet worden. Bedauerlich sei, daß das Gcmeindeumlagengesetz noch immer nicht zur Erledigung gebracht werden könnte. Natürlich dürfe ja bie beantragte Steuer nicht zu einer Erdrvsselungsiteuer werden, aber eine ganz erkleckliche Einnahmequelle könne daraus für den Staat immerhin erschlossen werden. Der große Vorteil, den die Warenhäuser haben, liege in der baren Zahlung, die jeden Verlust ausschließe. Geradezu gefahrdrohend sei die rapide Vermehrung der Warenhäuser. Es müsse den Gemeinden doch die Möglichkeit gegeben werden, diese Geschäfte ebenfalls in angemessener Weise zur Besteuerung heranzuziehen. Die von den mittleren und kleineren Geschäftsleuten beklagten Mißstände schrieen geradezu zum Himmel und er hoffe, daß sie auch von der Regierung gehört werden und diese Anlaß nehmen werde, im Interesse der Erhaltung eines gesunden Mittelstandes schleunigst Abhilfe zu schaffen. Abg. Adelung meint, er könne sich darin den beiden Vorrednern anschließcn, daß noch immer keine neue Gerneindc- steuerumlage vorgclegt worden sei, die doch schon in der Thronrede angekündigt worden war. Redner erklärt dann, daß er sich mit der Besteuerung der Konsumvereine, wie die Vorredner es wünschten, nicht einverstanden erklären könne; er halte es auch für ungerecht, die Beamten von der Beteiligung an Konsumvereinen ausschließen zu wollen. Auch die Berechnung der Steuer nach dem Umsatz halte er für bedenllich, denn dadurch würden auch die Kleinkausleute getroffen werden. Dagegen sei er mit dem Vorredner darin einverstanden, daß die Minderbemittelten unterstützt und die besitzenden Klassen stärker herangezogen werden sollten. Der jetzt vorgeschlagene Weg der Sonderbesteuerung erscheine ihm aber nicht der geeignete dafür. Minister Braun erklärt bezüglich der Anfragen über die Gemeindesteuervorlage: Die Vorarbeiten für das wieder vorzulegende Gesetz seien jetzt tatsächlich abgeschlossen. Die Hauptschwierigkeiten hätten auf dem Gebiet der Gewerbesteuer gelegen. Noch ganz beim Abschluß der Erwägungen und Arbeiten seien der Regierung zahlreiche Vorstellungen von Petenten übermittelt worden, so namentlich auch von den Handelskammern zu Worms und Gießen. .... . , - Tie Regierung habe geglaubt, diese Eingaben nicht unberuck- sichttgt lassen zu sollen und sie beabsichtige über alle neu angeregten Fragen noch erst den zunächst zusammentretenden Handelskammertag zu Höven, namentlich auch dessen Anschauung Über eine Warenhaus- und Konsumvereinsbesteiierimg. Abg. Reinhart wendet sich besonders gegen die sozialpolitischen Ausführungen des Abg. Adelung, dessen Standpunkt der des laisser-faire, laisser Passer sei. eeine Partei denke entgegengesetzt und werde alles tun, um einen gesunden Mittelstand zu erhalten. Es sei auch eine völlig falsche Behauptung, daß der Zolltarif den Mittelstand geschädigt habe. Redner bittet, die Einbringung des neuen Gemeindesteuergesetzes möglichst zu beschleunigen. Abg. Wolf wendet sich ebenfalls gegen verschiedene Aus- ftchrungen des Abg. Adelung und dessen Anschauungen über Liberalismus und Zolltarif. Abg. Raab stimmt dem zu, daß die Lage des Mittelstandes geradezu traurig sei. Er sei aber über die Ursachen des Niedergangs anderer Meinung und behaupte, daß sie in der herrschenden kapitalistischen Wirtschaftsentwickelung zu sud#n sei. Abg. Braun wendet sich mit scharfen Worten gegen den Vorredner. Er könne nicht zugeben, daß man den Mittelstand zu Grunde gehen lassen solle, weil diese Entwickelung angcMuf) nicht aufzuhalten sei, sondern könne verlangen, daß alles zur Hebung und Kräftigung des Mittelstandes geschehe. Abg. Molthan^ äußert fein Befremden darüber, daß man erst jetzt kurz vor Schluß des Landtags höre, die schon in der Thronrede angekündigte Gemeindesteuervorlage werde erst den nächsten Landtag beschäftigen. Tas Erfreulichste an ber heutigen Debatte sei, daß die große Mehrheit des Hauses, außer der Sozialdemokratie, bereit sei, an einer gesunden Mittelstandspolitik teilzunehmen. Man dürfe nicht mit verschränkten Armen dabei stehen und zusehen, iure der Mittelstand mehr und mehr dem Proletariat verfällt. Zn betreff der Vorstellung betone er, daß man unterscheiden müsse zwischen den ländlichen Einkaufsgenossenschaften und den Gcnofsenschaften, die in direkten Wettbewerb zu den ansässigen Kaufleuten treten. Bez. des Zolltarifs ständen die Parteien, die ihn geschasfetl, auch nach den Erfahrungen, die man damit gemacht, entschieden noch auf ihrem früheren Standpunkte. Es gelte den Mittelstand hochzuhalten gegen die Macht des Großkapitals. Abg. Tr. Osann bemerkt, kein Mensch glaube heut mehr, daß die Verteuerung der Lebensmittel vom Zolltarif herkomme. Das behaupteten auch selbst die Sozialdemokraten nicht mehr, auch der Vorwärts nicht. Und wenn aus die Steigerung der Lebensmtttelpreise hingewiesen werde, so habe doch auch eine entsprechende Lohnerhöhung stattgefunden, was selbst bie Sozialdemokraten nlcht bestreiten. Die Konsumvercine, die sich meist in der Hand der Sozialdemoi'raten befänden, würden timt dielen nicht im Interesse der armen Arbeiter gehalten, sondern weil fie ein politisches Agitations- und Machtmittel für die Partei sei. Bei dem hohen Gewinn, den sie erzielten, sei auch eine angemessene Besteuerung am Platze. Abg. Orb erblickt in dem Freibleiben der läudlickien Genossenschaften von der SBefteucrung eine Ungerechtigkeit, die seine Partei nick)t mttmachen werde. Abg. Adelung stellt eine frühere Bemerkung dahin richtig, daß er nicht den Untergang des Mittelstandes herbeiführen wolle. Er sehe aber keine Möglichkeit, Die Eniwicielung auszuhalten uno dce Konsequenz dieser Entwickelung sei eben der Untergang: es fei nicht angängig, dem Rad der Zeit in die Speichen zu greifen und es habe sich schon inandxr den Finger daran zerquetscht, ohne etwas zu erreichen. Auch nach seiner Meinung sei es keine Steuergleichheit unD Gerechtigkeit, daß die ländlichen Einkaufsgenossenschaften tret bleiben sollen. Zu einer gesunden Mittekstandspolitit werde auch leine Partei bereit sein. Er halte aber den vvrgeschlagenen Weg nicht sür einen gesunden. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Bähr, ^ber gegen den Vorredner polemisiert), Molthan und Orb schließt bie Debatte und das.HanS nimmt mit großer Mehrheit den Antrag der A u s schn ß mehr he i't an. Die Vorstellung des Ortsvorstandes von Freiensteinau, bett', die Errichtung eines A m t s g e r ichts daselbst, wird vom Hause für erledigt erllmc, nachdem Abg. Bähr ihre Annahme empfohlen und Staall .Uster Ewald dargelegt hatte, daß gar kein Bedürfnis für ein .ttsgericht daselbst vorhanden sei. Bezügll der Rückäußerung der > iten Kammer über den Antrag der Abgg. Ulrich und Gen. au, Entschädigung für u u sch uldig erlittene Unters: ungshaft, beichließt das Haus ohne Debatte auf seinem fr. eren Standpunkt zu beharren und bezügl. des Anttags Ulrich und Gen., die .. rb eiter und Hilfsangestellten in den Staatsbetrieben stimmt das Haus nach längerer Begründung des Antrags durch den Abg. Orb dem Antrag der Ausschußmehrheit zu. Nachdem noch einige Hundesteuerreklamationen erledigt worden sind, vertagt sich das Haus auf morgen früh 9 Uhr. * Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammer wird am kommenden Samstag unter Vorsitz des Abg. von Brentano eine erneute Sitzung abhaltcn, um Über die Wahlrechtsvorlage zu beraten. * Beiträge an bedürftige Gemeind en zu den Kosten für Wasserleitungen. Die Abgg. Tr. Weber und B r e i m e r beantragen die alljährlich von der Landesbrandversicherungskammer für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Mittel im Hauptvoranschlag alljährlich in Einnahme und Ausgabe zu stellen. In der Begründung des Anttags wird ans- geführr, daß von der Brandversicherungskammer Zeitungsnachrichten zufolge 40 000 Mk. zur Verfügung gestellt worden seien, nachdem die früher vom Staat geleisteten Zuschüsse nicht mehr in den Voranschlag eingestellt und ihre im vorigen Jahr beantragte Wiedereinstellung von der Regierung abgelehnt worden sei. Der vorliegende Antrag verfolge den Zweck, daß die Lokalbehörden, Gemeinden und Landstände möglichst frühzeitig davon Kenntnis erhielten, welche Mittel für Unterstützung hilfsbedürftiger Gemeinden zur Verfügung stehen. Die Errichtung einer Gcstütsstation im Kreise Schotten und zwar im südwestlichen Teil desselben beantragt Abg. Dr. Weber. In der Begründung des Antrags heißt es, der Kreis schotten sei der einzige Kreis des Landes, der keine Gestütsstation besitze. Die Pferdehaltung habe aber auf der Südwestfette des Vogelsberges in solc^rn Maße zugenornrnen, daß die Errichtung einer Station als dringendes Bedürfnis zu betrachten sei, das mit jedem Jahr noch zunehme. Als Sitz der Station wird Ulfa in erster Linie vorgeschlagen, das die meisten Pserde unter den Gemeinden des Kreises Schotten besitze und etwa 20 Kilometer von den nächsten Gestütsstationen (Hirzenhain, Grünberg, Engelrod und Daucrnheim) entfernt sei. Ulsa liege im Mittelpunkt von 27 Dörfern mit 1300 Pferden, und die Stallungen könnten dort leicht beschafft werden. Mit der Halte st ele Garbcnteich beschäftigen sich zwei von Abg. Köhler überreichte Eingaben der Gerne in - o e n Grüningen unb Dors-Güll. Beibe Gemeinden sprechen sich für die Verlegung ber Haltestelle aus. (Wir kommen auf die Angelegenheit noch zurück. Red.) Eine Regierungsvorlage, die der zweiten Kammer zugegangen ist, betrifft die Abänderung des Gesetzes über bie Ruhege- haltsv crhältnisse und die Versorgung der Hinterbliebenen der im Hessisch-Preußischen Gemeinschaft s d i c n st angestellten StaatSeisenbahnbeamten unb des Gesetzes über die anderweile Bcmejsung der Bezüge für bie Hin- terutiebenen der im Gemeinschaftsbienst angestellten Staatsciscn- bahnbeamlen. Die Vortage bezweckt die Gleichstellung der hejjischen mit den preußischen Beamten. Ter Verlängerung des Gesetzes über den Verkehr mit Fahrrädern unb Automobilen auf öffentlichen Wegen, Straßen unb Plätzen auf unbestimmte Zett, die von der Regierung beantragt wird, beantragt der zweite Ausschuß, zuzustimmen. Abg. Molthan beantragt eine Abänderung des Han- delskammergesetzes unb zwar Aufhebung der Bestimmung, datz bas Wahlrecht durch einen Stellvertreter ausgeübt wird. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 28. Januar. Ein teurer Besen. Im letzten Monat tarn der in Friedberg wohnhafte Gärtner L. R. aus Neudorf (Posen) zu einem Karwffelhänbler, um Kartoffeln abzuholen. Nach jemem Weggang wurde em kurz zuvor benutzter Befen, der im Hofe gestanden haue, vermißt. Em Arbeiter baue R. beobachtet, wie er nach dem Weggang mit den Kartoffeln aus einem Nachbarhofe einen Bejen holte, den er offenbar dort versteckt hatte. Es ivurde versucht, ihm den Befen abzunehmen, er behauptete aber, diefer fei fein Eigentum, er habe ihn joeben bei einem Kaufmann erworben. Später tarn er wieder in den Hoi und behauptete, er habe fernen neuen Befen im Hofe stehen lassen und den gebrauchten versehentlich mitgenommen. Tatsächlich wurde jetzt auch ein neuer Befen ge'imden, von dem aber angenommen werden mußte, daß er nachträglich huigebracht worden ist. Tie FesisleUungen ergaben, daß R. den Bejen kurz nachdem er auf der Straße angehauen ivorden war, gekauft hat, um sich jo einen Enllaslungsbeweis zu sichern. Da er em wiederholt rückfälliger Dieb ist, der sich auch bei den früheren Straftaten mit großem Raiftnemenl aus der Affäre zu ziehen verjucht hat, hielt das Gericht eine Gefängnisstrafe von 6 2Ui o n a t e n für angezeigl. Frankfurter Besuch. Im letzten Herbst wurden hier eine Reihe von Dieb- siählen verübt. Nach der Art der Ausführung bestand kein Zweifel, daß sämtliche Einbrüche von gewerbsmäßigen Einbrechern verübt worden sind. Der Arbeiter I. G. von Frankfurt a. Ü)i., der in genannter Nacht hier gejehen worden war, wurde bald darauf verhaftet. 9tad) längerem leugnen gab er an, er habe in der Herberge-zu Franknirt einen Mann getroffen, der sich Start Schäfer nannte, dieser habe ihn veranlaßt mit hierher zu fahren, um Arbeit zu juchen. Er fei hierher gefahren in der Annahme, bei einem Schausteller Arbeit zu finden, da damals gerade Markt war. Sie kamen nach 9 Uhr abends hier an und hätten kein Nachtlager gefuitden, und da sie mUteUos waren, hatten sie sich entjchlosjen einzubrechen. Sein Komplize, der sehr Itadtkulidig ivar, jei dann m eine in der West-Anlage befindliche Schlofjerwerkstätte gegangen und mit einer Reihe von Dietrichen unb einem großen Meqel zurückgekehrt. Sie gingen dann der Anlage entlang und er habe an einer Bedürfnisanstalt gewartet, während der andere in eine Wirtjchast eingefttegen jei, aus der er ihm Schnaps und Zigaretten herausgereicht habe. Sie gingen m die Bahnhofstraße, wo er ihm eine Türe habe helfen auibrechen, die er vergeblich mit Dietrichen zu offnen verjucht hatte. Nachdem der Komplize lioch einen Bäckerladen besucht habe, tarnen sie in die Sonnenftraße, wo er die Türe eines Schuhladens au!brach. Er habe ihm baun zugeru'en unb ihm Schuhe herausgereicht, von benen er em Paar mttnahm, währenb ber anbere ferne alten aus- unb neue anzog. Sie begaben sich bann nach bem Bahnhof, unb ba gerabe ein Zug nach eranffurt abfuhr, sei er emgeftiegen. Sein Komplize, von bem er etwa 3u Alk. erhalten hat, habe geäußert, er wolle in Gießen bleiben. Die Polizei hat jfeftgefieUt, baß in ber fraglichen Nacht in ber Werkstätte bes Schlossers Noll etwa 15 Dietriche unb ein Meisel gestohlen worben waren. Bei bem Gastwirt Warner an Oswalbsgarten ist bie Türe anschemenb mit Dietrichen geöffnet worben. Die Einwursskasfen ber Automaten unb bie Buffetlassk waren aulgebrocljen unb ihres Inhalts tm Betrage von euva 20 Mark beraubt; auch fehlte Schnaps unb Zigarretten. Dem Kaufmann Borgis in ber Bahnhofstraße war bie Xlabentüre gewaltsam geöffnet worben unb bie Kaffe in Höhe von 60 Mk. fehlte. Dasselbe war bet bem Backer Paul ber Fall, ivo ben Sieben aber nur etwa 8 Mk. Kupsergelb in bie Hände fiel, unb bei bem Schnhwarenhänbler Neumeier in ber Sonnen- ftraße, wo mehrere Paar Schuhe fehlten. Das Gericht war mit bem Staatsanwalt einig, baß man mit allen Mitteln sich solche gefährliche Leute vom Hals halten soll. Es ging über den Antrag bes StaatsamvaltZ, ber 3 Jahre Zuchthaus beantragt hatte, hinaus und erkannte auf eine GesanitznchthaiiSslrafe von vier Jahren unb zehnjährigen Ehrverlust, sowie Stellung unter Polizeiaufsicht. Eine Beleidigungsklage. Gelegentlich einer Schöffengerichtsverhandlimg, in der die Ehefrau bc5 Bürgermeisters K. von N i e d e r - M a ck st a d l von dem W. B. ivegen Beleidigung verklagt war, ließ B. bie Aeußerung falten: „Der Bürgermeister ist oft voll." Er würbe von einem Anwalt unterbrochen, so baß er ben Satz nicht vollenben konnte. Ter öürgermeifter erhob beshalb .egen B. Klage wegen Belei- bigung, aber ber Angeklagte bot ben Wahrheitsbeweis an, ben bas Schöffengericht als geführt erachtet. Es hielt and) bie Form, in ber j;e Äußerung fiel, nicht für .iraibar, ba auf bem Lanbe in ber Regel ber Ausdruck „voll" für betrunkene gebraucht wirb unb bem Angeklagten bi? /.öligen Umgangsformen fehlen. Ter Kläger erhob Berufung unb wies nach, baß bie Aeußernng nnveranlaßter- weise erfolgte. Das Berufungsgericht hielt zwar nud) ben Wahrheitsbeweis für erbracht, ba ber Kläger sich in mancher Beziehung ungehörig benommen unb mehrfach in betrunkenem Zustande ber Gegenstanb von Ulk unb Neckereien geworben ist. Es war aber für den Angeklagten feine Veranlassung vorhanden, bem Bürgermeister dieses in einer Gerichtssitzung vorzuwerfen. Der Schutz bes § 192 könne bem Angeklagten nicht ^gebilligt werben/ ba Dieser Paragraph nicht bazu ba ist, um unter seinem Schutze unocranlaßt bcleibigeri zu können. Die Straffammer hab beshalb bas Urteil aur i.nb erkannte auf 10 M arf (öelbftrafe unb Tragung ber Kosten. — Heidelberg, 28. Jan. Ter Geh. Jiat Prof. Dr. Wilhelm Erb Hal der hiesigen Universität ein Legat von 100000 Mk. vermacht, dessen Zinsen ziir einen Hälfte zur Unterstützung von Stubierenden und Assistenten unb bereu Verpflegung tm Krankenhaus e unb zur anberen Hälfte zu wissenschaftlichen Arbeiten unb Stubienreisen verwenbet werden sollen. — Wie wir hören, sind die ordentlichen Professoren an der Berliner Universität, Tr. Gustav R o e t h e, Direktor des Germanistischen Seminars und Tr. Heinrich R übens, Direktor des physikalischen Instituts, zu Geh. Reglerungsräten ernannt worden. Im Herbst 19u6 übernahm Rubens das Ordinariat unb bie Leitung bes physikalischen Instituts an ber Berliner Um- versitat als 9t a cb t o l g e r Paul Drubes. HamiLien-NachrichSesr. Verlobt: yrl. Kätha Distel m Bübingen mit Herrn Georg Thorn in Groß°Karben. — Frl. Marie Dörr in Billertshausen nut Herrn Johann Schlößer in Homberg a. O. — Frl. Luise Reuter m Marienhagen mit Herrn Wilhelm Doll in Schatten. Gestorben: Fran Lina Ringshausen, geb. Lupp, in Nibba. — Herr Christian Kohler, Konigl. Rechnnngsrat, in A'iichelstabt. — Herr Oberamtsrichter Lubwig Hechler in Groß-Gerau. — Herr Abam Homiann, Gastwirt, in Oppershofen. — Herr Anbreas Brühl, Atetzgermeister, m Marburg. — Herr Fritz Güler, Großh. Amtsrichter, in Tarmstabt. — Fran Iba Nicolaus, geb. Neubert, in Schwalheim. — Frau Katharine Caspar Wwe., geb. Fink, in Schwabenrab. — Herr Professor Dr. Gu|tav Lenz in Darmstabt. — Frau L. Klieber in Wetzlar. — Frau Minna Deufter, geb. Engelbert, in Wetzlar-Niebergirmes. — Herr Karl Schunk L in Bübingen. — Herr Stephan Snnbie, Gastwirt, m Marburg. — Frau Elisabeths Fischbach, geb. Rausck), m Brauerschwenb. — Fran Katharine Gemmer, geb. Dippell, in Zell. — Frl. Luise Schulz in Bübingen. — Frau Wilhelmine Nau, geb. Ran, m Altensiabt — Frau Katharine Spahn Wwe. in Selters. — Herr Liibivig Corell m Ockershausen. — Frau Dorothea Schnabel, geb. Stemmäller, in Kleui-Lmben. — Frau Piartha Elljabetha Stamm, geb. Korell, in Euborf. EingesanSs. (Für Fonn und Inhalt Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion uem Eiwliknm gegenüber keinerlei VeraiUwortung.) Leider läßt der Verkauf ber Karten für bas heutige Konzen bes Leipziger Q u a r t e 11 s für K i r ch e n m usif noch viel zii wünschen übrig. In letzter Snmbe möchte ich baruni nochmals au' biese hervorragenbe iberanftalumg Hinweisen. Es kommt babei bie Frage ber Einnahme gar nicht in Betracht. Das ist ganz nebensächlich. Aber es wäre tief bejchämcnb, wenn biese wellberühmien Künstler, bie überall, z. B. auch in Tarmstabt, ja oft sie kommen, nut Begeisterung emp'migen werben, hier vor enter mäßig gefüllten Kirche fingen mußten. Es gibt boch in Gießen noch Leute genug, bie begleichen zu schätzen wissen. Sie werben es nicht zii bereuen haben, wenn sie fonunen. D. Schlosse r. Ä^Leteorologljche der Station Gießen. Januar 1908 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Ietichtigfeil Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28. 2» 737,6 6,1 5,1 74 W 6 Sonnenschein 28. g2» 732,0 4,3 89 w 4 Regen 29. ^16 734,5 1,3 4,6 91 w 4 Bew. Himmel Hochsit Sliebru Temp lste cratur am 2 , 2 1.—28 7.-28. Januc tr — 4- 6,8 ° C. + 4,0 0 C. TeletOBiasc^e des Giessenei jiuzeigers, mitge und Indusir Frnnkinrter fi6ör*< 3/^% Beichsanleihe . . 93.50 3% do. . . 86.15 °/0 Konsols .... 93.70 '6% do. .... 83.15 öX°l0 Hessen 91.95 3)6 °/0 Oberhessen . . . 92.60 4^o Uesterr. Goldrente. 98 75 4l/6 u/o Uesterr. öilberrente 99.80 4>0 Ungar. Goldrente . . 94.50 4% Italien. Bente . . . 104.30 3% Portugiesen Serie 1 6z.lo 3% Portugiesen „ HI 63.60 4)6 u/0 russ.Staatsanl. 190a 94 80 4)6'R Japan, ötaatsanleihe 89.6. 4>o Uonv.Türken von l'JU3 95.80 Türkenlose 149.40 1)6 Gnech. Monopol-Aul. . 49.30 4% äussere Argentinier . 86.00 uv/0 Mexikaner . . . . 65.10 4>au/o Chinesen .... 96.30 Aktien: Bochum Guss 199 00 Buderus E. W 112.00 Tenaeuz: fest. iteriiiier Börse, 2k Canada E. B 158.10 Darmstädter Bank . . . 126.60 Deutsche Bank .... 236.00 Dortmunder-Union C. . . — Dresdner Bank .... 138.7b Tendenz: fest. iiasrsiaea*acdäte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. 29. Januar. 1.15 Uhr. I Elektnz. Lahmeyer . . . 123.00 Elektnz. Schlickert . . . 106.00 Eschweiler Bergwerk . . 207.10 Gelsenkirchen Bergwerk 185.20 Hamburg-Amenk. PaketL 118.00 harpeuer Bergwerk . . 202.50 Laurahütte 219.50 Aordd. Lloyd . ... 105.40 Ubeischles. Eisen-Industrie 99.50 Berliner rlandelsges. . . 157.20 Daunstädter Bank . . . 127.00 Deutsche Bank .... 236.20 Deutsch-Asiat Bank . . 141.50 Diskonto-Komuianuit. . . 174.10 Dresdner Bank .... 139.20 Lreuitaktien 202.50 Baltimore- und Uhio- EisenLuhn 88.40 uotthardbahn — Lombard. Eisenbahn . . 26.70 uesterr. SLaaisouiin . . . 145.80 P nnee-H enn-Eisen bah n . 118.50 Januar. Aufangskurse. llarpeuer Bergwerk. . . — i,aurauütte —.— i.umbarden E. B. ... 26.70 Aurdd. Lloyd 105.40 iiiaenluse ..... 149.00 Die Empfehlung gesunder und billiger Gennßmittel ist bei ber zunehmenden Verteuerung ber Lebenshaltung besonders wertvoll. Eines der Vesten Getränte bietet zweisetloS M eü merck Td ce der in den tachgeumßen Attschungen (Vrovepatete 45—60 unb 80 Psg.) Wohlgeschmack und Betommlichkeit mit außerordentlicher Ausgiebigkeit verbindet. ss1/» Vergebung von Pflasterarbeiten. Wk her ^^.Hcrstellunq des Strancickreuzes EsD'i S 5 Großherzogliches Zlmtsgericht. B29/, (B2S/t der Eichen- „ Hainbuchen-Rundscheitholz, Linden- „ 114 » rm n 644 I nn kann. 642 950 u. 1250 M. 2150—2650 AL Grosse Roparatnrwerkstätto IQr Flügel, Pianinos u.Harmoniinns Klavierstimmen. — Aufpolieren von Pianos. 657 Etz Oie echten Quaker Oats werden" nur in geschlossenen, mit der Quaker-Schutz- marke versehenen Paketen verkauft. Der Konkursverwalter: Kaufmann. Rechtsanwalt. Gespielte Pianinos, Flügel und Harmoniums sind meistens in grösserer Zahl vorrätig (30 bis 12U0M.) 280 12,3 6 5,5 27 70 0,8 4 Reisstangen, 1,63 , Brennholz: Buchen-Scheiter Eichen-Scheiter Hambuchen-Rundscheiter Buchen-Knüppel Hambuchen-Knüppel Eiche Linde Buchen-Stöcke. Der Umsatz von Quaker Oats steigt beständig infolge der hervorragenden Qualität und Sparsamkeit im Gebrauch. Quaker Oats ist kräftigend und nahrhaft und wird von der ganzen Familie gern gegessen. Großherzogliche Bürgermeisterei Langsdorf. I. V.: Pauli, Beigeordneter. Buchwald und Kceuzholz, nachstehendes Brennholz zur Ver- teigerung: MrM D27A Pianola Phonola und. Phonola-Piano Zuschlagsfrist 3 Wochen. Alsfeld, den 25. Januar 1908. Der Großh. Kreisbauinspektor: Fischer. Gießen, den 25. Januar 1908. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. Bekanntmachung. (Freiwillige Versteigerung.) Im Auftrage der Konkursmasse im Konkurse über das Vermögen des Mechanikers Wilhelm Schmidt zu Gießen versteigert der Unterzeichnete die Hofreite des Gemeinschuldners Goethestraße 35, Flur IV, Nr. 237, dahier, meistbietend und zwar: am Donnerstag, den 30. Januar 1908, nachm. 4 Uhr m der Wirtschaft zum »Darmstädter Haus". Die weiteren Bedingungen können bei Großh. Amtsgericht und bei dem Unterzeichneten auf dessen Bureau eingesehen werden. Mitversleigert wird das vordere Wohnhaus und das Hinterhaus, in welchem sich Wohnung mit großer Werkstatt befindet, die auch als Bureau oder dergleichen benutzt werden 20 Minuten zu erreichen ist. Gonterskirchen, am 27. Januar 1908. Gros Bürgermeisterei Gonterskirchen. Lind. Holzverfteigerrmg m dem Gemeindkwalo Langsdorf. Mittwoch, den 12. Februar 1908, vormittags 10 Uhr, Anfang m Heegruh. Bau- und Nutzholz: 95 Fichten-Derbstangen, 4,86 Fm. FLÜGEL 1000 bis 3300 M. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstrahc an der 9. Schneise. Gießen, den 29. Januar 1908. B”/i Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Ke l l er. Holzverfteigerung. Freitag, den 31. d. Mts., vormittags 10 Uhr fangend, komnlt im Albacher Gemeindewald, Distrikt Pianos za vermieten, auch Harmoniums; monatliche Mietpreise 2 bis 12 M. Bei Ankauf eines gemieteten Instruments Gutschrift der Miete 1t. besonderen Bedingungen. ICIlucge Frauesi gicbt’s und — sehr kluge — die sehr klugen kaufen nurGalop- Creme Pilo, weil es dem Schuhzeug so rasch hohen Glanz verleiht. ss2®/w Zu haben in den meisten einschlägigen Geschäften. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. 6 2 16,5 108,5 10 18,6 58 700 3300 140 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. n Buchen-Knüppelholz, „ Eichen- „ ;; te”16' } --°b „ „ „ zerkleinert Wellen Buchen-Reisig, „ Eichen- „ „ Linden- „ BekamrtmachunA. Wegen Vornahme von Kunalisatiousarbeiten wird die Goethest-raße zwischen Süd-Anlage und Seltcrsweq von heute an bis auf Weiteres für den Fuhr- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 28. Januar 1908. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Reinh a r t. POAMINOS 380 bis 1700 M. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen bezüglich der Firma Robert Hasse vorm. E. Bloedner ztl Gießen: Das Geschäft ist mit Aktiva aber ohne Passiva auf den Kaufmann Otto Täubert in Gießen übcrgegangen, der die bisherige Firma unter dem Zusatz „Inhaber Otto Täubert" weiterführt. Gießen, den 23. Januar 1908. Jagd-Verpachtung. Samotag, den 15. Februar l. Fs., nau/ui. 1 Uhr soll in der Wirtschaft von Georg Daiiier, dahier, die der Gemeinde Gonterskirchen zustehende Wald- und Fcldjagd bestehend in 457, 8974 Hektar Feld und 350, 9376 Hektar- Wald unter den vor der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Bemerkt wird, daß das Jagdgebiet von Bahnstation Laiibach in 30 Minuten und von Bahnstation Laiibacher-Wald in Vergebung von Lieferungen. Für die innere Einrichtung des Kreiskrankenhauses zu Alsfeld (Oberhessen) sollen nachstehende Lieferungen unter Hinweis auf die im Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 enthaltenen Bedingungen auf dem Submissionswege vergeben werden: Los I. Lieferung von eisernen Bettstellen für Erwachsene (23 Stück) und Kinder (4 Stück), sowie Lieferung von eisernen Nachttischen (26 Stück), eisernen Krankenstühlen (4 Stück), Bettschirmen (2 Stück), Krankenbetttischen (3 Stück), Bettfahrer (1 Stück), sowie eisernen Waschgestellen :c. Loö 15. Lieferung von dreiteiligen Polstermatratzen mit Roßhaarfüllung für Betten von Erwachsenen (23 Stück) und Kinderbetten (4 Stück), Lieferung von Keilkissen mit Roßhaarfüllung für Betten von Erwachsenen (13 Stück) und Kinderbetten (4 Stück). Lieferung von Matratzenschonern aus Leinen für 23 Betten von Erwachsenen und 4 Kinderbetten. Los 553. Lieferung von Holzschränken. Los 5V. Lieferung von Holztischen. Los V. Lieferung von hölzernen Stühlen und Bänken. Los V5. Lieferung von Realen und Gestellen aus Holz. Angebotsformulare sind von dem Unterzeichneten zum Selbstkostenpreise zu beziehen und die Zeichnungen für Los III bis VI auf dessen Bureau einzusehen. Die Angebote sind portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum II. Februar 1908, vormittags 11 Uhr, an den Unterzeichneten einzureicheii, um welche Zeit die Eröffnung der Angebote erfolgt. Fiuanz-Mspiraut gesucht. Die Stelle oes 1. Bureau-Gehilfen bei unserer Verwaltung ist zum 1. April l. Js. neu zu besetzen. — Die Beschäftigung ist für einen Fmanz-Aspiranten eine ständige Verwendung. Meldungen unter Anschluß von Zeugnissen sind bis zum 15. Februar l. Js. einzureichen. B22/x • Gießen, den 22. Januar 1908. Großh. Direktion der chirurgische» Univ.-Klinik. P o p p e r t. 33 bis 1000 M. Nur anerkannt gute Fabrikate. Höchster Bar-Rabatt; kleinste Raten. Langjährige Garantie. Probelieferung überallhin. Ws. KMWMMkMkdNM-i geb. Guntrum, vorm.Pens. Wehrfritz, Bensheim a. Bergstraße iUI^hTCThe.^Ausladung in Küche u. Haushalt, auf Wunsch wissent- schaftl. Unterricht, Pension M. 750 p. a. Prospekte d. d. Vorsteherin. WBLH. MSOLPH Grossh. Hess. Hoflieferant [c16/t Seltersweg 91. Giessen* Seltersweg 91. Städtischer ArbeitMchmis Gießen. Gartcmtratzc 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Wagner, 1 Bauschlosser, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Kellner, 38 Zigarrenrnacher bezw. Wickelmacher, 1 Schuhmacher, 1 jllng. Hausbursche, 3 Dienstmädchen, 1 Küchenmädchen, 1 ZertungS- trägerin, 1 Lauffrau, 1 Laufmaschen. Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Installateur, 2 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Koch. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 landwirtsch. Arbeiter, 1 Wagner, 1 Installateur, 1 jüngerer Spengler, 2 Friseure, 1 Bauschlosser, 1 Dienstmädchen. Es suchen Arbeit: Bmh 1 Wagner, 1 Installateur, 3 Fuhrknechte, 1 Sattler- u. Tapezier, 2 Schlosser, 1 Schreiner, 1 jüngerer Maschinenschlosser, 4Zigarren- macher, 12 Arbeiter, 2 Hausburschen, 1 Flickfrau, 1 Lauffrau, 1 Waschfrau. Lehrlinge: 1 Schlosser. Donnerstag, den 30. Januar 1908, vormittags 91/2 Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen im Distrikt Waldshute versteigert: 773 Fichten-Derbstangen mit 58.95 Festm., 35 Fichten-Reisftangen mit 0.54 Festm., 400 Fichten-Bohnenstangen mit 0.36 Festm., 2 Rmtr. Kiefern-Scheitholz, 24.2 Rmtr. Fichten-Knüppelholz, 39 Rmtr. Kiefern-Knüppelholz, 71.4 Rmtr. Fichten-Stockholz, grob, 46 Rmtr. Kiesern-Stockholz, grob, 3605 Wellen Fichten-Reisig, 1570 Wellen Kiefern-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf dem alten Steinbacher Weg an 2. Schneise. < cv Mie 'Hsiasierarbelten für die Herstellung des StrasieickreuLes «« .rx , 11 »ebruar d. Js., vormittags iqi'., nhr 9fcrf$eben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen wahrend der Dienststunden bei uns zu? Cänsickn offen An- - SuWaÄÄJ Städtisches Tiefbauamt. _______________________I. B.: Köh 1 e r. % X aus reinstem Cascara-Sagrada, Extrakt hergestellt wirken prompt MnÄ sicher. . j allen Fällen, wo der Darm seine für die Gesundheit erforaerheben r unktionen mangelhaft oder unregelmässig aus- übt, sind „Cascara Dr. Adler“ ein malens türkendes, blut- reinigendes, idealwirkendes Purgativmittcl. . c . Df- Adlers Cascara.Pastillen sind in allen Apotheken in Schachteln zu 20 und 40 Stück zum Preise von M. 1 10 resp. M. 2.20 zu haben; General-Depot Versandt; Privileg. Schwanen- Apotheke t rnnkfurt a. M. Friedb.-Anl. 9. Telefon 525 Montag, den 3. Februar 1908, vormittags 9*/2 Uhr b 'ginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen, in den Dit.riktenLache,Lumpmaunsbruuucn undForstgarrcn versteigert: 58,6 rm Buchen-Scheitholz, 178 „ Eichen- „ \ fr x 1851 Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee, welche von der Krcisslraßc Albach-Burkhardsfelden nach dem Wald führt, am Waldeingang bei der Eisenkaule. Albach, den 25. Januar 1908. 619 Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser. Jagdverpachtung. .» hCtt 15‘ Februar 1908, nachmittags J Nhr soll die der Gemeinde Langsdorf zustehende Feld- mit zrrka 720 Hektar und 450 Hektar Wald-Jagd auf hiesigem Rathanse unter den bei der Versteigerung bekannt zu machenden Bedingungen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Langsdorf, den 27. Januar 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Langsdorf. ____________2' V»: Pauli, Beigeordneter. 645 Jagd-Verpachtung. Samstag, den 15. Februar d. Js., nachmitt. 2 Nhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei die der Gemeinde Rcin- hardshain zustehende Feld- und Waldjagd, circa 400 ha, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Rein Hards Hain, den 27. Januar 1908. 648 Großherzogliche Bürgermeisterei Reinhardshain. Graulich. 150 rm Buchcnscheit 7,2 V Birkenscheit 6 M Eichenrundscheit 80 V Buchen-Knüppel 10,7 H Birken- , 22 W Eiche- , 18 M Kiefern „ 2000 900 400 200 Wellen Buchen-Reisig „ Eichen- , „ Kiefern- , » Fichten- ,, 70 rm Buchen-Stöcke 36 u Eichen- , 20 N Kiefern- , 5 n F'chten- „ WsssKZLsr? Monzert-Verein. Siebentes Konzert Dritter Solisten-Abend am Sonntag, dem 2. Februar 1908, abends 51/* Uhr, in der Neuen Aula. LiEBER-ABEMD von Dr. Ludwig Wüllner. Am Klavier Hermann Zilcher. , Schumann, Loewe, Eintrittskarten I. Platz Mk. 5.-. II. Platz Mk. 4.-. III. Platz Mk. 3.-. IV. Platz ÜjintriUSKane Mk. 250. Stehplatz Mk. 2 — , Studentenkarten Mk. 1— sind in der Musikalienhandlung von Ernwt Challier (Kudolphs Nacht.) Telefon No. 671, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Kitter und abends an der Kasse zu haben. Oefmung des Saales 4?/, Ubr. vH/, Gültigkeit haben blaue und rotweisse Karten, ungültig sind rote und gelbe Karten. Der Eingang zum Saal in der „Neuen Aula“ ist nur Ludwigstrasse, zur Gallerie nur Goethestrasse. Lieder und Balladen von Schubert Richard Strauss und Hugo Wolf. Donnerstag, den 30. Januar 1908, abends 8*/^ Uhr im Hotel Saatbau (Dteins Garten). VI. öffentlicher Vortrag’ Herr Dr. Edward Theodor Walter, Lund: In Norwegens Bergen, Fjorden und Schären und quer duroh Lappland auf der nördlichsten Bahn der Welt (Olotenbahn) Mit zahlreichen Lichtbildern. Eintrittskarten sind zu 50 Psg. an der Kasse zu haben. v"/> Kauinidnaischer Verein und Ortsgewerbe verein. Giessener1 Zitherhlob (W ohltätigkeits-Verein). Sonntag ta 2. tour, Ms 7 Ehr 59 Bin. % 8. Erster Misken-Ball m des* Turnhacie am OswaSdsgarten. Zur Aufführung gelangen prächtige Groppen-Auiführangen sowie Karussell und sonstige Belustigungen. Eintrittskarten im Vorverkauf: Herrenkarten 1 Mk. (an der Kasse Mk. 1.20), Damenkarten 50 Pfg. (an der Kasse 60 Pfg.), Geheimkarten 50 Pfg. (bis zur Demaskierung), Gallerie 20 Pfg. v30/t Verkaufsstellen der Karten bei den Herren Salomon, Schulstraße, Tichy, Selters weg, Friseur Aff, Schulstraße, Friseur Kuhl. Neustadt, Okel, Neustadt, Teipel, Marktplatz. Es ladet ein VorSfand. Schulz- Marke. Vorsichtig wollen Sie sein beim Einkauf von Veilchen-Seifenpulver „Goldperle*4 mit den hübschen Beilagen in jedem Palet. Lichten Sie genau auf den Namen „Goldperle" und die Schutzmarke Kaminfeger. hv2l/i Fabrikant: Carl Gentner, Göppinsen. "Räumungs-Verkauf Neue Aula tier Itaiversttät । Donnerstag, den 30. Januar, uachmitt. 5 Ubr u. adeudS 8 Ubr: Gastspiel öes Wissenschaftlichen Theaters „Urania“®Ää1“SÄ Elektrische, naturwissenschafll.V orftihr. (m. V ort rag): Die Feuergewalten des Erdballes! 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