Nr. 75 B ister fr >ia0 2. Ballstrenen, Walzer von LehLr. 3. Faniare der Clbenburget Dragoner von Manns. 4. „Hurra, das Kaiser-Regiment!" Marsch von Hüttenderger. Die „»letzener Aamittenblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Hreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. ;e < iider ltersWeg ü taätprogram , L Platz M Haßen tue wüt 10 USr oben!;. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchm UniversitätS - Buch- und Steindruckerek. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Truckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag. 61. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. girier teBeriifsM listig Fürilinzu fit# , Asli! IMS tu am W*® Die Eröffnung der Ausstellung vollzog sich kurz nach 11 Uhr in feierlicher Weise. I. D. die Frau Fürstin von S o l ms- tz o h c n s o l m s - L i ch , die Protettorin, die mit ihrem hohen Gemahl und dem Grasen und der Gräfin von Dohna erschien, wurde von Herrn JaSkowsky, dem rührigen Vorsitzenden des Gießener Gastlvirtevereins und des Ausstellungs-Komitees, am hübsch geschmückten Eingänge der Turnhalle empfangen und nach Ueberreichung eines prachtvollen Buketts durch ein niedliches kleines Mädchen, in Begleitung der Herren Geheimerat Dr. B r e i d e r t, Geh. Hofrat Prof. Dr. B e h a g h c l, Oberstaatsanwalt Theobald, Oberst v. Müller, Oberbürgermeister Mecum u. a. zu einem am Ende des Saales errichteten Podium geführt, wo sic, umgeben von den genannten Herren, Platz nahm. Herr Jaskowsky richtete eine Ansprache an Ihre Durchlaucht und die zahlreichen geladenen Anwesenden, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die mit vieler Mühe veranstaltete Ausstellung ein bleibendes rühmliches Gedenkblatt in der Chronik derStadt Gießen werden möge. Er dankte im Namen der Ausstellungslcitung der Fürstin für die Uebernahme des Protektorates und allen Beteiligten, und schloß mit einem brausend aufgenommenen Hoch aus das Großherzogspaar. , Geheimerat Dr. Breidert erklärte sodann namens der Fürstiir die Ausstellung für eröffnet. Die Veranstalter der Ausstellung, die wirklich überraschend hübsch ist, scheinen nicht nur nach der Anweisung des Schauspiel- Direktors im „Faust" verfahren zu haben: Ich sag Euch, gebt nur mehr und mehr und immer mehr... Sucht nur die Menschen zu verwirren. Sie zu befriedigen ist schwer. Sie verwirren und befriedigen zugleich jeden Besucher. Die Ausstellung ist ängcsüllt mit einer erstaunlichen Menge von Würze iür des Leibes Atzung und Tränke. Es ist eine alte Tatsache: Die Liebe des Mannes nimmt ihren Weg durch den Magen. Darum ist sie für Männer und Frauen gleich besiichenswert. Feinschmecker werden mit besotiders lüsterner Miene durch die Räume luanbeln. Aber außer dem leiblichen wird auch das geistige Bedürims reich beiriedigt. Jedenfalls ist die Halle liebst ihren 'Anbauten bis ziir Decke vollgespcichert mit allen eidenklichcn Erzeugnissen der Küche, der Künste der Brot», Kuchen-, Fleisch- re. Bereitung, angeiüllt mit gchäuilen Schüsseln der Konditorei re. und den üderschaumenden Krügen der edlen Garnbrini und Bacchi. Damit der Ausstellung die klingende Wohlfahrt zuleil werde, braucht sie blos ein bischen Glück, eine Handvoll Schickfalsgunst aus dem Wmischhütleiii des Fortunatus, weiter nichts. Wir wollen ihr jetzt, zur' Stunde der Eröffnung, den Daumen kneifen. ■ eisen jhingS^ $•*, Stimmungsbild aus dem preuh. yerrenhause. Berlin, 27. März. Im Herren Hause gab eS heute nur eine verhältnismäßig kurze Sitzung, da man erst am Samstag an die Etatsberatung Herangehen will und nur eine Reihe von Denkschriften und Petitionen auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Sie alle wurden nach den Vorschlägen der Kommission erledigt, nachdem die einzelnen Berichterstatter einen mehr oder weniger langen Monolog gehalten hatten. Auch im Herrenhause wurde beiläufig der Presse gedacht, aber in durchaus anderer Form, als e§ zu gleicher Zeit im Abgeordnetenhause von einem der Mitglieder des Hauses beliebt wurde. Graf Hutten-Ezapski war es, der anläßlich einer Richtig- stellung ausdrücklich hervorhob, daß er den hohen Wert der Presse Durchaus anerkenne. Parlamentarisches. Berlin, 27. März. Bei der FeUetzung des Berichts über bas Vereinsgesetz stellte der Abgeordnete Schwabach eine Resolution in Aussicht, die verlangte, daß den Littauern, Wenden und Masuren die imi § 7 vorgesehenen Ausnahme-Bestimmungen bezüglich des Sprachgebrauchs durch ein Gesetz g^ lvährleistet tverde. Der erste Teil der Berichts wurde genehmigt und die Weiterverhandlung auf Montag vertagt. — Die erste Rate zum Bau einer Eisenbahn von Duala nach Widirnenge wurde heitte von der Budget- Kvmmisnon des Reichstages b e tv i l l i g t. — In der gestrigen Plenarsitzuirg des Bu nd e s r a t es wurde dem Entwurf des H a u s h a l t s c t a t s für E l s a ß - Lothringen für das Rechnungsjahr an der vom Landesausschuß be- schLossenen Fassung zugestimmt. Der Entwurf eines Gesetzes betr. die Feststellung das Nachtragsgesetzes zum Reichshaushaltsetat für 1908 (Geivührung außerordentlicher einmaliger Beihilfen an llnterbeamte und mittlere Beamte) wurde angenommen. — Der dem Reick-tage -ugegangene Nachtragsetat lehnt sich in der Hauptsache an den des Vorjahres an. Derselbe fordert 100 M. für Unterbeamte, 150 M. für mittlere Beamte, insgesamt 21 Millionen. Diese Zulagen toerben bei einer etwaiger Gehaltsveform angerechnet; 18 Millionen entfallen auf die Reichspvst. — Die Budget ko mmission des Reichstages nahm mit großer Mehrheit den E r g ü n z u n g s e t a t f ü r Kamerun an, der vier Millionen als erste Rate zum Bau einer Eisenbahn von Duala nach Wcdimenge fordert. — Die Budgetlommission des ^Abgeordnetenhauses nahm in zweiter Lesung mit 20 Stimmen gegen eine Stimme den Entwurf des Polizeikostengesetzes mit einer Reihe Abänderungen an. — Dem Äbgeordnetenhause ist .heute ein Nachtragsetat zugegangen, der Teuerungszulagen für die Beamten fordert, es sollen 150 re,p. 100 M. wie im Vorjahre im Reiche gezahlt werden, die bei der Gehaltsregulierung im Herbste, die bekanntlich rückwirkende Kraft erhalten soll, zur Anrechnung gelangen, «in gleicher Nachtragsetat ist auch dem Reichstage zugegangen. Bremen, 27. März. In dem Verfassungsstreit hat die Linke mindestens in formeller Beziehung ein Zuge- rändnis erzwungen, da der Senat auf die Deputationsberatung über ihre Anträge eingeht. inds 97i Wi1 ssrtes ÄtMkE Aus SiaSt und Land. Gießen, 28. März 1908. ** Tageskalender. Von Sainstagab G a sl w i r t c f a ch - und K o ch k u n sl - A u s st e l l u n g (geöffnet bis 5. April) in der Turnhalle. Sonntag: Stadttheater: Nachinitlags 3'/, Uhr: „Fräulein Joferte — meine Frau"; abends 71/, Uhr: „Ter Ver- chwcnder'" M i l i 1 ä r k o n z e r t unserer Regimentsmusik im Philosophenwald. Anfang 4*, Uhr. Kolosseum: Vorstellung. K i n e in a l o g r a p h e n - T h e a t e r: Progrannnwechsel. Kaiserpanorama: Programmwechsel: Krieg 1870/71. Anlaq em us i k cVolkskonzert) m der Süd - Anlage um IV, Uhr. Spielplan: 1. Vorspiel zu „Tie Loreley" von Pt. Bruch E ** Das englische Thronfolgerpaar, der Prinz und die Prinzessin von Wales, sind gestern nachmitcag 5.08 Uhr mittels Sonderzuges von Köln über Main; in Dar in st a d t, wie uns von dort geschrieben wird, eingetroffen. Zum Empfang hatten sich der G r o ß h e r z o g und die G r o ß h e r z o g i n mit ihrem Hofstaat zum Bahnhof begeben, woselbst eine sehr herzliche Begrüßung mit Küssen und Händedruck stattfand. Das zahlreich am Bahnhof und in der Rheinstraße versammelte Publikum begrüßte die Verwandten unseres Großherzoglichen Hauses ebenfalls in freundlichster Weise. Die Großherzogin trug ein weinrotes Tuchtostüm mit großem, runden Hut und Federn von gleicher Farbe. Die 1867 geborene Prinzessin von Wales, geb. Mary von Teck, ist eine sehr schlanke, jugendliche, blonde Erscheinung; sie trug ein dunkelgrünes Tuchkostüm mit hochrot garniertem Toquahut. Die Herrschaften fuhren ins Neue Palais, woselbst im engen Familienkreis der Tee eingenommen wurde; darnach wohnten sie im Hoftheater der Aufführung der Oper „M i g n o n" bei. ** Hofrat Rothschild, der voraussichtlich in den allernächsten Tagen in Gießen eintreffen wird, da die Aerzte ibn für transportfähig erklärt haben, ist bei der Gesellschaft „JanuL" in Hamburg für die hohe Summe von 100 000 Mark seit 2 Jahren versichert. Man versteht nicht recht, wie eine Gesellschaft den schwer leidenden Mann aufnehmen konnte; allerdings bezahlte er eine Jahresprämie von 5000 Mark. Die Police ist zu Gunsten seiner Frau und Kinder ausgestellt. Ob die Gläubiger einen Anspruch darauf erheben können, erscheint mindestens fraglich. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß die beiden morgigen Vorstellungen (nachmittags Vs4 Uhr „F r l. I o s e t t e — m e i n e F r a u" und abends 1/38 Uhr ,,B erschwende r") die letzten Aufführungen dieser Stücke sind und bei Heinen Preisen stattfindech " Danny Gürtlers letztes Auftreten im Kolosseum hatte gestern abend außerordentlich zahlreiche Besucher angelockt, so daß viele Späterkommende wieder fortgehen mußten. Der Künstler — eß ist wirklich ein Künstler — unterhielt das Publikum wiederum etwa 2 Stunden lang köstlich mit seinen von einem Extrem zum anderen springenden Vorträgen, oie er zum Teil sehr aktuell zu gestalten wußte, spielte doch z. B. daß von Köln abgelehnte Heine-Denkmal schon eine Rolle, Manchmal wurde Danny gestern zu derb, aber er wußte stets wieder durch das kaleidoskopartige Durcheinanderwerfen der verschiedensten Dinge zu versöhnen und zu inter- cssieren. Dem stürmischen Beifall nach zu urteilen gesiel Herr Gürtler wieder außerordentlich. ** Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag abend im oberen Saale der Herberge einen Vortragsabend, in welchem der Ehrenvorsitzende des Vereins, Pros. Stamm, einen! Vortrag über Kaiser Wilhelm I. halten wird. ** Der Schwindler, vor dem wir im gestrigen Blatte warnten, hat, wie sich nun herausstellt, am 23. L Mts. auch in einem hiesigen Hotel seinen Trick ausgeführt und dem Oberkellner 40 M. abgelockt. Er nannte sich hier Leutnant E. von Ehren- hausen aus Berlin. X Klein-Linden, 27. Marz. Kürzlich hielt der Ziege nversichernngsverein im Gasthaus zur Deutschen Eiche eine gut besuchte Versammlung ab; sämtliche Teilnehmer zeigten reges Interesse. Ein Antrag, das Eintrittsgeld von 1 Mk. auf 50 Pfg. herabzusetzen, wurde einstimmig abgelehnt, trotzdem erfreut sich der Verein eines guten Zuspruches, denn täglich ionimeit Beitrittserklärungen, und es ist zu erwarten, daß er in kurzer Zeit über eine große Mitgliederzahl verfügen kann. || Oppenrod, 26. März. Dte Arbetten zu unserer Feld Vereinigung gehen recht langsam voran, sodaß man damit rechnet, daß sie nicht vor 1911 beendigt sein werden. Von der Wasserleitung hört man zurzeit überhaupt nichts mehr. Dte von mehreren Blättern mitgeteilte Nachricht, daß eine neue Lehrerwohnung errichtet werben solle, entspricht übrigens mcht den Tatsachen. Die hiesige Lehrerwohnung ist übrigens noch in sehr gutem Zustand. O Laubach, 27.März. Die Unterredung zwischen der Eiseubahndirektion Frankfurt a. M. und dem hiesigen Vertreter der Handelskammer die bezüglich der von der Stadt ausgesprochenen Wünsche hinsichtlich der Gestaltung des SommerfahrplanS am vorigen Mittwoch gewährt wurde, war von bestem Erfolge begleitet. Die Einstellung eines Abend- zuges zwischen den Zügen 1073 und 1074, der in Hungen 8 Uhr 25 Mm. ab- und um 9 Uhr zurückfährt und die Anschlüsse nach Friedberg und Büdingen erreicht, wurde vorn 1. Mai d. I. ziigesagt und die Geivährung der Anschlußverbindung des FrühzugS 1065 in Mücke in dec Richtung nach Alsfeld, die eine Reihe von Verlegungen der Frühzüge auf den übrigen oberhessischen Strecken bedingt, wurde vom 1. Oktober ab in sichere Aussicht gestellt. -r Bad-Nauheim, 27. März. Gestern hat sich hier ein Verein für Frauensttmmrecht gebildet. Zur Vor- sitzenben wurde Frau Jordan gewählt. Ter Verein wird sich dem hessischen Landesverbände für Frauenstimmrecht an» schließen. A Dannenrod, 27. März. Gegen ein hiesiges junges Mädchen ist eine Untersuchung wegen Kindestötung eingeleitet worden, Rach dem ärztlichen Befund der ausgegrabenen Kindesleiche hat das Kind nach der Geburt gelebt. ES liegt anscheinend keine vorsätzliche, sondern fahrlässige Tötung vor. — Obergleen b. Kirtorf, 28. März. (Tel.) Gestern abend wurde der 25 Jahre alte Joh. Jakobi auf der Straße aus gerinfugiger Ursache erstochen. Ter Täter Heinrich Birken stock wurde verhaftet. Er soll die Tat bereits eingestanden haben. 8 Marburg, 27. März. Zur Anlage einet Gütern erlabe stelle und einer Ueberführung am Bahnhof Süd durch den EisenbahnsiskuS bewilligten heute die Stadtverordneten 30 000 Mk. unter der Bedingung, daß der Kreis- und Bezirksverband einen Beitrag hierzu gibt und die Pläne der Die Turnhalle eignet sich als Ausstellungslokal vortrefflich. Allerdings reichte ihr weiter Raum nicht aus, weshalb im Hofe Anbauten errichtet wurden, für bereit praktische Anordnung und schmucke Ausführung die Äusstellungsarchitckten S e u t i n g und Nicolaus volles Lob verdienen. Dasselbe gilt von dem Dekorateur der Ausstellung, Hoflieferant Th. Brück und dem Aus- stellungsmaler Gustav Belitz. Beide haben, ohne in den Fehler zu verfallen, durch aufdringliche Ueberladung zu wirken, den Ausstellungsräumen ein anheimelndes und dabei doch vornehmes Gepräge verliehen, das mannigfadjier intimer Wirkungen nicht entbehrt. Indem wir uns eine eingehendere Besprechung der Ausstellung Vorbehalten, geben wir im nachstehenden einen Gesamtüberblick, wie cr beim flüchtigen Durchwandern der noch unfertigen Ausstellung von uns gewonnen wurde. Wir folgen dabei der besseren Uebersicht halber der Gruppeneinteilung, die mit der räumlichen Verteilung der Ausstellungsobjekte nicht übereinstimmt. Das ist übrigens ein Vorteil für den Beschauer mrd auch für die Wirkung der Ausstellung selbst, da man durch die Abwechslung weniger ermüdet unb die ausgestellten Gegenstände selbst mehr für sich wirken, als man stets Vergleiche mit den daneben ausgestellten Sachen anftellt. Die erste Gruppe umifaßt die Ko ch k u n ft und Konditorei. Hier beherrschen im wesentlichen einheimische Firmen das Feld. Vorzüglich zubereitete einzelne Speifen in geschmackdoller Aufmachung Wetteifern mit einigen prächtigen Prunktaseln und mehrere Konditer.ien wetteifern mit wahren Kunstwerken der feineren Back- kunst. Auch die Kochschuls der Alieeschme und die Kreishaushaltungsschulen im Kreise Gießen und Friedberg sind hier erfolgreich in den Wettbewerb eingetreten. Die 2. Gruppe „Volksevnährung und Armeeverpflegung" zeigt die konsistenteren Nahrungsmittel. Es sind vor allem Fleisch- und Wurstwaren, Konserven und Backwaren einheimischer Firmen, daneben Kokusvutter, Teigwaren usw., die hier zu sehen sind; ferner Liköre, Bouillon, Mineralwasser, Kaffee, alwholsreie Getränke, Wein, Bier usw. In dcr Abteilung „K ü che n Wirtschafts - und Hotel- betrieb" finden wir alles, was im neuzeitlichen. Gastwirtschafts- betrü'b gut und empfehlenswert ist, vom BüfettLntrvllapparat und der Kühlanlage bis zum Zeitungshalter und jeglicher Art Hotelgeschirr, Oefen und Herde, Hotelbettstellen, Tafelbestecke, Schälmaschinen usw. Dann kommen Musikinstrumente verschiedener Art, Spiele, Sprechapparate usw., eine äußerst interessante und in= sttultive Ausstellung. Die zahlreichen sinnreichen Erfindungen, die dcr Hygiene im GasthauSb.'trieb dienen sollen, finden wir in charakteristischen Exemplaren ausgestellt: Seifenspender, Ruß- fänger, Putzsachen, Waschmaschinen und Waschgarnituren usw. 3)ic zahlreichen 'ausgestellten Bücher endlich lassen auch den Nichtsachmann erkennen, daß eine umfangreiche Literatur von dem Streben uno Trachten des Gastwiru'slaudeS nach Vervollkommnung ihr.S Berufes Zeugnis ablegt. Eine umfangreiche weitere Gruppe schließlich umfaßt zahlreich Sachen, die sich nicht in eine der anderen Abteilungen eingliedern lajsen. Das Arrangement der Ausjcellung ist im allgemeinen geschmack- voll und läßt das Streben der einzelnen Aussteller erkennen, ihre Produkte so vorteilhaft wie möglich auszustellen. Ohne die übrigen Aussteller damit zurückzusetzen, wollen wir für heute vor allem auf die geschmackvolle statlliche Ausstellung der Maggigesellschaft Hinweisen, neben dcr sich übrigens die einheimische Firma Mettenheimer sehr gut behauptcl. Recht hüosch ist auch der Bieoerniaier- Kiosk des hiesigen Hauses Jnderthal, das allerliebste oberhessische Baucruhäuschen, in dem die Firma Kann ihre Liiöre ausficllt und bu prächtigen Pvückktafeln. Daß cs aus einer Gaftwirte-Aus- stellung nickt an Aüsfchankstellen fehlt und u. a. die Alice-Kockschme einen richtigen Milcagstisch bietet, sei nur der Vollschirdigkeit halber erwähnt. Ztttslanö, Wien, 27. März. Die „Neue Freie Presse" meldet: Zwischen den Tschechen und der Negierung sind Mißhelligkeiten hinsichtlich der Sprachenfrage ausgebrochen. Die Tschechen fordern, daß die Regierung bei der Behandlung des Bustibudgets eine sie befrieüigerrde Erklärung über den Inhalt des geplanten Sprachengesetzes abgebe. Die Schechen haben vorläufig die Verhandlungen abgebrochen und drohen, in die Opposition 5u treten. Paris, 27. März. Die D ep u t i e r t e nk a m m e r nahm tmen Gesetzentwurf an betreffend Einrichtung der Aemter von sechs Handels-Attachees im Auslande. Konstantinopel, 27. März. Der Sultan ernannte den italienischen General b e N 0 bilant, besten Wahl zum Nachfolger von bc Georgis Pascha als Chef ber mazebonischen Gendarmerie durch die Großmächte bestätigt worben ist, zum Lwisionsgeneral. Die Gastwirtsgcwerbe- und lrochkunft-Aurstellung. Un)ere Zeit ist allgemeinen gwßen Aussbellungen nicht günstig. An bte Stelle ber lange Zeit das Ausstellungswesen beherrschenben Ausstellungen jinb landschaftliche Veranstaltungen getreten unb auch diese haben für ernsthafte Aussteller in der Regel nicht den Erfolg, der den aufgewendeten Kvsten entspricht. So ist es natürlich, daß mnn sich in^ neuerer Zeit mehr Fachausstellungen tuiocnbet, bie auch in der Tat bei dem immer vielgestaltiger werdenden kulturellen und wirtschaftlichen Leben immer mehr zur Ausftellungsform der Zukunft werden. Die Beschränkung auf ptfhmmte Erwerbs- ober Probuktionszweige ermöglicht einen Ueberblick unb gibt bem Interessenten die Gewähr, einen vollkommeneren Ueberbuck über die betr. Branche zu erhalten, als es auf ben großen, oft mehr jahrmarktsmäßigen Ausstellungen der Fall sein kann. Das konrmt wiederum den Ausstellern zugute, da die Besnckx'r sich weniger aus Neugierigen, wie aus zum großen Test als Käuscr in Betracht kommenden Fachleuten zu rekrutieren pllegeu. Den kleineren Städten zumal erivächft auS der Ver- llnstaltung von Fachausstellungen ein besonderer Vorteil. Für große Ausstellungen fomimen sie nicht in Betracht und eine solche ui ihrer Nähe stattfindende Veranstaltung pflegt ihnen kaufkräftige Leute wegzusühren. Anders die Fachausstellungen. Sie sind auch "eiiieven Städten möglich und bringen ihnen etwas von dem oeirumtcnben Goldregen, der früher lediglich den Gwßftädten zu- Mte tarn. Das wird auch bei der heute eröffneten allgemeinen vachausltellung für das Gastw irte-Gewerbe der Fall sein, die in ^“in.bung mit einer Kochkunftausstellung in ben Tagen vom so. März bis 5. April hier ftattjinbet, unb wir dürfen dem hiesigen vaskwirteverein basür «Dank wissen, daß cr die Mützen unb Sorgen ge|er Veranstaltung auf sich genommen hat, uni bamit der Stadt ^bßen und ihrer Umhegend etwas besonderes zu bieten. die Ausstellung keine künstliche Mache ist, sondern vom ^rtlchastlichen Standpunkt aus ihre große Berechtigung besitzt, ?.b^ist schon die überraschend große Zahl von Ausstellern, bie Ue beichictten. Nicht weniger ai-5 127 ausstellende Firmen oder ^erionen weist der Katalog auf. Naturgemäß sind die einyeimischcn L^rert dabei am stärksten ticrtuctan — cs mag ivvhl der dritte Teil der Aussteller aus Gießen stammen — und ein flüchtiger «tunbgang durch die Ausstellungsr^uiiiL sck-on läßt erkennen, daß Ne ui dem Wettbewerb mit ben auswärtigen Spezialsirmen recht ehrenvoll abschnoibcn werden. Das ist um so ersreuiicher,,als sie last allen Gebieten nvit großen, tell.veise Weltgeicyaften zu S-haben. Auch, die .Übrige Provinz Oberhessen und L^sta-Nassau ist sehr gut vertreten und außerdem finden wir CliCr au8 Startenburg, Rheinhessen, Westpreußen, Württem- oerg, Berlin, Weftsalen, Sack)isen (Wnigreich unb Provinz), Baden, vigetnianb, HamiLwer, Schlesien, Hanivurg, Sachsen-Kvourg-Gotha, ^7?^Njchweig, Lippe-Detmold unb Bayern, ferner aus dem Aus- 1 nt>' Dänemark, Luxemburg und Oesterreich. Zweites Blatt L 38. Jahrgang Samstag 38. März 11)08 ■ ■" Gießener Anzeiger Eeimal-Anzeiger für Gberhesien . Stadt zur Genehmigung vorgelegt werden. Von einer gleichfalls beantragten Ueberführung am Hauptbahnhof will die Stadt nichts wissen bezw. dazu keinen Beitrag geben. (Und wo bleibt die Haltestelle Gießen-Nord? Red.) •* Kleine Mitteilungen aus Lessen und den Nachbarstaaten. Die^Veruntreuungen deS Rendanten Seidel von der Ortskrankenkasse des Landkreises Frankfurt belaufen sich auf 37 000 Mk. Der Uanalzettel. Von Rechtsanwalt Raab, Gießen. Der — wenigstens von der Stadtverwaltung — langersehnte Moment ist jetzt herbeigekommen: Die Anforderungszettel über „Kanal-Gebühren" sind verteilt worden. Da,ist zu lesen: Derr Soundso hat an Kanalbenutzungsgebühren auf Grund des Ortsstatuts vom 25. Januar 1908 für das Grundstück Soundso einmal an die Stadtkasse zu zahlen soundsoviel Mark und Pfennig. Der Berechnung liegen zugrunde soviel Quadratmeter Grundfläche, soviel Mark Brandversicherungswert. Man erinnere sich, daß jeder Quadratmeter grundbuchmäßigen Flächeninhalts l3/» Pfg. zu zahlen hat, wobei die ganze, eine wirtschaftliche Einheit bildende Liegenschaft in Betracht kommt, nicht die Grundstückseinteilung in den öffentlichen Büchern. Vorgärten, Bleichplätze, Hosräume, Hausgärten, Parks, Grabland usw. zahlen also, wenn sie mit dem Anwesen zusammen eine „wirtschaftliche Einheit" bilden, je l3/» Pfg. pro Quadratmeter, nicht nur die Standfläche der Häuser. Von je 1000 Mk. Brandversicherungswert werden 2 Mk. erhoben. Der Brandversicherungswert ist natürlich in der Regel viel geringer, als der sogen, „gemeine Wert" oder Verkaufswert, der z. B. der Vermögenssteuerberechnung zu Grunde gelegt werden muß. Im allgemeinen kann man sagen, daß der Brandversicherungswert dem Rohbauwert des betr. Anwesens unter Berücksichtigung des Lebensalters des Gebäudes ungefähr entspricht. Aus dem Kanal-Steuerzettel kann nun jeder sehen, welcher Flächeninhalt angenommen, und welcher Brandversicherungswert angesetzt ist. Den Flächeninhalt kann man nachprüfen an der Hand der früheren Kaufbriefe, Hypothekurkunden, Taxationen, Meßbriefe. Auch kann man sich Auszüge aus dem Grundbuch bestellen und hieraus die Größe der Fläche ersehen. Die Bürgermeisterei hat Hebregister ausgestellt und am 12. März 1908 eine Bekanrtt- machung erlassen, daß das Hebregister vom 14. März ab acht Tage lang zur Einsicht eines jeden Beteiligten auf der Bürgermeisterei offen lag. Auch hierdurch war Gelegenheit geboten, sich über die einschlägigen Verhältnisse zu unterrichten. Den Brandversicherungswert ersieht man aus dem Ansorde- cungszettel über den letzten Brandversicherungsbeitrag. Dort steht die Nummer des Hebregisters, ferner die Nummer der Straße (weil die Straßen nicht mit Namen angegeben sind, sondern nach Ziffern bezeichnet werden, Bahnhofstraße z. B. mit Ziffer 5, ebenso wie auf den Gemeindesteuerzetteln > und die Nummer des Anwesens nach der laufenden Nummer der betr. Straße. In der 4. Rubrik steht unter „Umlagekapital" ein größerer Bettag. Dieses „Umlagekapital" ist der Brandversicherungswert. Es sei hier annkerkungsweise daran erinnert, daß in Hessen die staatliche Jmmobiliarfeuerversicherung als Pflichtorganisation besteht; die Schäden werden nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit repartiert, so daß allerdings das fast feuersichere solide, einzel- stehende Haus die feuerfangenden Strohdächer und Bretterbuden mitbezahlen hilft. Der Ausschlag für je 100 Mk. Umlagekapital betrug für das „Brandjahr" 1906 6 Pfg. Der Satz wechselt Mtürlich nach der Häufigkeit und Größe der Brände. Jeder Gebäudeeigentümer kann «nach Art. 19 des Gesetzes vom 28. September 1890, die Brandversicherungsanstalt für Gebäude bett.) zu jeder Zeit die Revision des Versicherungsanschlags seiner Gebäude auf seine Kosten durch Einreichung eines Schätzungs- flnttags bei der Bürgermeisterei verlangen. Wer also jetzt aus Anlaß der Präsentation des Kanal-Gebühren- »ettels seines Hauses Brandversicheruingswert zu niedrig hält, kann eine Neuschätzung versuchen, allerdings auf die Gefahr, daß er dann von jedem Tausend Mark erhöhter Schätzung wieder 2 Mk. mehr Kanalgebühren bezahlen muß. Der Kanal-Gebührenzettel ähnelt sehr dem Gemeindesteuertzettel. Manche haben sich sehr rasch beruhigt, es hieß ja: Herr N. N. hat „einmal" zix zahlen .... Das war aber oft ein Mißverständnis. Jener Betrag ist, wie die Gemeindesteuer, sechsmal zu eittrichttu. Der neue Kanal-Gebührenzettel enthält nur das sechste Ziel des Verwaltungsjahres 1. April 1907 bis 81. März 1908, weil im Ortsstatut beschlossen war, von den L)ermLtzctzre». • Erdbeben. Am 26. März wurde ein ernstes Erdbeben in Mexiko, Guanajto, Rincon u. a. O. gespürt. Vier Personen wurden verletzt. In einer Straße der Stadt Mexiko sind bei vielen Häusern die Mauern emgestürzt. Die Nadel des Seisniographen umschrieb das ganze Ziffernblatt. —, Die Stadt Chilapa im Staate Guerroro ist durch da§ Erdbeben in Trümmer gelegt worden und inBrand geraten. Der Einwohner hat sich eine Panik bemächtigt. Die Verluste an Menschenleben sind noch nicht bekannt. "Kannibalisches aus Australien. Aus Sidney wird telegraphiert: Der Dampfer „Prinz ©igiSmiinb* berichtet, daß vier Eingeborene auf den Admiraliläts- inseln des Bismarck - Archipels, als sie Nahrungsmittel ein» kaufen wollten, von feiiidlichen Eingeborenen umringt, er - schlagen und aiifgefressen wurden. Eine Expedition ging aus Deutsch-Neuguinea ab, um die Mörder zu strafen. SHcute Tageschronik. In Dürr Wange n (Seywaveii) fand nach der Bürger- meisterw a h l eine blutige SLraßenschlacht statt. Zwei Personen wuroen furchtbar zerstochen, eine britie wurde mit einer Holzaxt niedergeschlagen. Alte drei sind tötl.icij verletzt. Die Täter wurden verhaftet. Am 26. d. Mts. stürzte der 28 Jahre alte, zu Studienzwecken in der biologischen Station Seehof bei Lunz (Niederösterreich) weilende Dr. Erich Philippi in einen Abgrund und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Philippi wurde in Wien in ein Spital gebracht. Der Pariser Luftschiffer Farm an stürzte am 27. d. Mts. während einer Uebungs,ahrt iniotge einer jähen Wendung aus seinem Aeroplan zu Boden und erlitt mehrere Verletzungen. Jit Paris wurde eine Versammlung von Teilnehmern an den verschiedenen Finanz-Unternehmungen, welche sich unter der Leitung Rochettes gebildet hatten, abgehalten. 1200 Personen wohnten der Versammlung bei, die einen äußerst stürmischen Verlauf nahm. Die Angestellten Rochettes verlangten, man möge ihnen gestatten, )iä) vor den Aktionären zu rechtfertigen und ferner mochte es gebattet werden, die verichiedenen Unternehmungen unter Verwaltung des Verwaltungsrates ihre Geschäfte ivrtsetzen zu lassen. Es iuuroe_ eine Tagesordnung angenommen, in der Rochette beantragt, daß ihm das Berttauen der Aktionäre für die Fortsetzung feiner Operationen ausgesprochen wird. Der letztere Teil Dir Tagesordnung hob Hebhaften Widerspruch, hervor. Liegenschaften, die am 1. Februar 1908 an das städtische Kaual- netz angeschlossen sind, vom. 1. Februar 1908 an die Kanalgebühr zu erheben, erstmalig also für die Monate.Februar und März 1908. Wer den gesamten Betrag wissen will, multipliziere also mit 6, und wer die Probe machen will, ob die Berechnung richtig ist, multipliziere 1. die Quadratmeterzahl, die auf der 1. Seite In Basel beschäftigt eine geheimnisvolle Angelegenheit die des Kanal-Gebührenzettels angegeben ist mit 134 Pfg.; 2. teile | Staatsanwaltschaft. In einem dortigen Hotel ist eine Dame den Drändvttsicherüngswert mit 1000 und multipliziere diesen Teilungswert mit 2; 3. zähle die Ergebnisse unter 1 und 2 zusammen und man erhält dann die Jahreskanalgebühr, al]o das sechsfache des jetzt angeforderten Bettags.. — Schluß folgt. GerrchtssaaL. R.B. Darmstadt, 27. März. Die bekannte Prozeßsache zwischen der Bank für Handel und Industrie und dem Großindustriellen Meier in Stuttgart ider letztere hatte bie Bank auf Zurückerstattung von 470 000 Mark verklagt, da dieselbe angeblich seine Notlage ausgenützt und ihm zu hohe Provision abüerlängt hätte) wurde heute, nachdem Meier gegen das abweisende Urteil der Kammer für Handelssachen Berufung eingelegt, endgültig ko ftenfällig ab g clu ie f eit. — Vor der Strafkammer hatte sich heute der schon vorbestrafte Fabrikarbeiter Alfred Hils, geb. 1881 in Württemberg, wegen zweier schwererEinbrücheinOffenbachzu verantworten. Hils hatte in der Nacht zum 6. Februar beim Bürgermeister Dr. Dullo eingebrochen und daselbst verschiedene Eßwaren, Kleidungsstücke und ein Paar Stiefel des Bürgermeisters gestohlen. Dann stattete er in der Nacht zum 13. Febr. dem Geschäft von Seuling in der Frankfurter Straße einen Besuch ab, wo er nach Aneignung von 140 Mark ertappt wurde. Bei diesem Diebstahl trag er Die gestohlenen Stiefel, die ihm zum Verräter wurden. Er wurde zu 4 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. München, 27. März. In dem zweitägigen Münchener Wucherprozeß lautet das Urteil gegen Dr. Hofbrückl auf drei Ättmatc Gefängnis, 450 M. Geldstrafe und zwei Jahre Ehrverlust, gegen Detzer aus fünf Monate Gefängnis, 1500 s)Ji. Geldstrafe und Drei Jahre Ehrverlust. Losbrückl ist "am 27. März geflüchtet; er wird steckbrieflich verfolgt. Stuttgart, 27. März. Gegen den verantwortlichen Redakteur des „Simplicissimus", Hans Gulbransson, ist wegen Beleidigung des O f f i z i er ko r ps des Deutzer K straf fierregiment es Klage erhoben worden. Die Verhandlung findet am 3. April vor der hiesigen Strafkammer statt. dello tb en-, deren Leiche Stichwunden an Hais nnä Brust aufwies. Der Gatte, ein • deutscher Generalmajor a. D., dessen Namen die Polizei verschweigt, behauptet, daß Selbst» mord vorliege, wurde aber sistiert. Das Ehepaar befand sich auf "Der Rückreise von Mentene nach Preußen. Die Pulverkammer von Vonges bei Dijon (Frkr.) wurde durch eine Explosion zurstört. Mehrere Personen werden vermißt. In Paris wurde wieder ein ungetreuer Bankier, namens Fontanille, Der Sohn eines hohen Gerichtsbeamteu, verhaftet. Es handelt sich um die Veruntreuung von nur 150000 Francs. ■■ ■ - . —!2!"J_..... ■■■■... ■" ■! Märkte. Gießen, 28. März. Maitlvericht. Auf heutigem Wocken- maifte kostete: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen p. Psd. 18—24 Pfg., Linsen p. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Pik.,' Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Gänse pr. Pfd. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsenfleisch pr. Psd. 76—84 Pfg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 74—76 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Pik., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0—00 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 Mk. Nüsse 100 Stück 40—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk. Marktzen von 8—2 Uhr. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesien am Sonntag den 29. März: Wechselnde Bewölkung. Trocken. Temperatur wie heute. Südliche Winde. GrigLnal-DrahtrneLdungem Pilsen, 28. März. Der Chef der großen Kartonnagc- Fabrik Höll u. Günther, Wilhelm Günther, hat sich wegen finanziellen Schwierigkeiten erschossen. Wien, 28. März. Gegenüber dem Berliner Korrespondenten der „Neuen Freien Presse" äußene sich Fürst Bülow über Den Zweck seiner Wiener Reise: Ein spezieller, politischer Anlaß führt mich nicht nach Wien, es versteht sich aber von selbst, daß ich mich mit dem Baron Aehrenthal über eine Reihe von Fragen der internationalen Politik aus« sprechen werde. Rom, 28. März. Verriete d'Jtalia glaubt mitteilen zu können, daß der Gegenbesuch, den Viktor Emanuel dem deutschen Kaiser versprochen hat, im September stattfinden werde. London, 28. März. Die englischen Reform-Vorschläge für Mazedonien wurden seitens der russischen und österreichischen Regierung in ablehnendem Sinne beantwortet. Parts, 28. März. Bei einer Durchsuchung des Bureaus Rochettes wurden mehrere Papiere vorgefunden, aus denen hervorgeht, daß Rochette durch einen Polizeiinspektor von allen gegen ihn einlaufenden Anklagen und allen Nachforschungen der Staatsanwaltschaft unterrichtet wurde. Der Polizeiinspektor ist sofort entlassen worden. Paris, 28. März. Das Blatt Patrie francaise veranstaltete gestern eine Versammlung als Protest gegen die Ueberführung Zolas nach dem Pantheon. Im Anschluß daran kam es zu ernsten Krawallen. Die Versammlungsteilnehmer verließen lärmend das Lokal. Da sich die Polizei als ungenügend erwies, die Ordnung wiederherzustellen, mußte die Munizipalgarde herangezogen werden. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter ein Polizeioffizier. 50 Verhaftungen wurden vorgenommen, von denen eine: Anzahl aufrecht erhallen worden ist. i । Bourges, 28. März. In Charost kam es 'bei der Musterung zu e r n st e n Zwischenfällen. Rekruten fanden sich unter der Abflngung d r Internationale ein und griffen einen Hauptmann, der sie zum (Sajioeigen bringen wollte, tätlich an. Auf das in Zusammenhang mit den Winzerunruhen strafversetzte 17. Regiment wurden Hochrufe ausgebracht. Cettinje, 28. März. Fürst Nikita ist in Begleitung des russischen Ministerresidenten nach Petersburg abgereift. London, 28. .Vdärz. Die Ankunft des Präsidenten Fallier es in Loudon ist um einige Tage verschoben worden, um Slemenceau Gelegenbeit zu geben, Den Präsidenten auf seiner Reise, die nunmehr in die Parlamentsferien fallt, zu begleiten. Petersburg, 28. März. Nunmehr sind auch die Antworten der übrigen Mächte auf die russischen Reform-Vorschläge für Mazedonien im hiesigen auswärtigen Amte eingetroffen. Sie lauten in den Hauptpunkten zustimmend. Jas lufftiiii mtflt MWlmd, Kathreiners Malzkaffee-Fabriken. 0"/, Gerbet. B^/s Fßldbmdsteiiw 1337 suche das GetegenheitLtanfvc Vötoennaffc 20. [02 W“ Sie waren viel Geld " aus 12374 Louis Tross. aren viel Geld "W f.C ihre/ ‘‘TTU >? ;!■•■ Wer eine Uhr zur Konfirmation in Gold ober Silber braucht benähe Abfabrt von der Schützen- ftrabe empfiehlt das zugleich Nährwert hat, ist Kathreiners Malzkaffee; seit nahezu 18 Jahren glänzend bewährt, vereinigt er den würzigen Wohlgeschmack des Bohnenkaffees (ohne dessen schädlichen Koffeingehalt) mit der bekannten Nährkraft des Malzes. Ein Liter stellt sich nur auf etwa 3 Pfennig. Er ist das beste und billigste Frühstücks- und Familiengetränk und ein durchaus selbständiges Genustmittel, nicht etwa ein Surrogat. 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