X Erstes Blatt bi» ooJmü?aneFii>"ü(" Botationsfrutf und Verlag der vrühl'sche« Univ.-Vuch und Steindruuerei R. Lange. 158, Jahrgang Donnerstag 26. November 1908 a BezngspretZ: mon«tlicf)75'l>f.,oierte(- Jk A A sährlich Ätk. 2.2V: durch ' ' W ‘jlbbole- u. 3roetgfteQea ÄÄ Ä fc3 to, O ▼ monatlich 65 W.; durch ek/r M 9 9 WSr 9 dieBüst Dik.2.— viertel» «« 9 sä 9 wk 9 fährt. auslchl. BeileUg. tsjj Zeilenpreis: lokal IbPf^ ■” Ä Kw 'Ir B ausivärls 20 Pfennig, 9^ Beranl wörtlich rffA W < ** für Öen polillfchen Teil. Vberheffen LSL • " " u. Vanb* * unb „(SendUS- Redattion. Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. i»0!/ ?e6:Jfn« 7 w ziiiftCiqenteii p •öeci. Nr. 279 Ter Siebener Anzeiger erfchcml täglich, aufeet Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätler; »wknnal wöchenll.Nreiz- blatlsürdenUrelrSiehen (Dienstag und Freiing); zweimal monnil. Land» wtrllchaslliche Zeitfragen Fernfprech • Anfchlüsie: für bte Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Ubrefle tüt Depefchenr Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige» Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten« persönliches und Sachliches. Die großen innerpolitijchen Fragen, die nun schon seit Wochen die deutsche Oeffcntlichkeit und auch das Ausland beschäftigen, haben einen ganz eigenartigen Entwicklungsgang diirchgeniacht, einen Entwicklungsgang, wie er vielleicht nur bei uns im Deutschen Reiche möglich ist. In einem jeden anderen konstitutionellen Staate hätte man es versucht, diese unerquickliche Angelegenheit, die uns ja viel Schaden zugefügt hat, sachlich zu behandeln. Bei uns drängte sich das Persönliche in den Vordergrund. Tic Kritik wandte sich fast ausschließlich gegen den Kaiser; sie ging dabei bis an die äußerste Greirze des Möglichen, und das Bemerkenswerteste daran war, daß diese rückhaltlose Kritik nicht etwa von sozialdemokratischer Seite kam, sondern aus Kreisen, deren Monarchentreue und Vaterlandsliebe über allen Zweifel erhaben ist. Ein jahrzehntelang aujgefpeicher- ter Groll trat hier mit wilder Expwsionsgewalc zutage. Man grub alte, längst vergessene Dinge wieder aus und hielt dem Kaiser Worte und Handlungen vor, die in gar keinem Zusammenhänge mit den jetzigen Ereignissen standen. Die Kritik schoß in mehr als einer Hinsicht weit über das Ziel hinaus, aber sie mar so außerordentlich charakteristisch für die ganze Stimmung im Volke; sie zeigte auch vor allem, daß es so rote bisher nicht mehr weiter gehen kann, wenn sich nicht eine dauernde Cntfrenldung zwuchen dem Kaiser und dem Volke einwurzeln soll. J.i die Lage dieser mehr als unbehaglichen Stimmung fier endlich die mit Ungeduld erwartete Aussprache zwischen dem Kaiser und dem Kanzler und die Erklärung des Amtsblattes der deutschen Rerchsregierung über das Resultat dieser Aussprache. Es war nicht viel, was diese Erklärung brachte, aber sie zeigte doch deutlich, daß der Kaiser dem deutschen Volke die harten Worte der Kritik nicht nachtragen wollte. Die Erklärung des Reichsanzcigers sagte zwar nichts von den geforderten konstitutionellen Bürgschaften für die Zukunft, aber sie ließ erkennen, daß die oberste Leitung des Reiches die Lehren der jüngsten Erlebnisse doch nicht ungenützt vorübergehen lassen wollte. Das war nicht viel, aber für den Augenblick ward hierdurch doch bewirkt, daß allmählich eine ruhigere Beurteilung der Lage Platz griff. Tie Kritik hatte sich erschöpft, viel neues ließ sich über das Thema des persönlichen Regiments nicht mehr sagen, und im übrigen gebot es sich von selbst, abzuwarten, was die nächste Zeit bringen würde. Eine Reichstagsdebatte über feste Zutunftsburgschascen war ja angetiindigt, und und dann würde und müßte es sich ja zeigen, was werden würde. Wenn nun in den letzten Tagen erzählt wurde, daß der Kaiser d<^m Reichskanzler ein schriftliches Versprechen gegeben habe, in politischen Angelegenheiten eine arößere Zurückhaltung zu bewahren, so ist auch dieses — übrigens dementierte — (Gerücht bezeichnend für die augenblickliche Stimmung. Rach dem „Berl. Tagebl." sollte der Kanzler dieses Dokument des Kaisers sogar dem Reichs- tagsprä, identen und einigen konservative;! Abgeordneten gezeigt haben. Bezeichnend ist nun auch die Kritik, die von den Zeitungen an diesem Dementi geübt wird. Die „Freisinnige Zeitung" findet es beachtenswert, daß in diesem Dementi nur die Mitteilung als unwahr bezeichnet wird, wonach das kaiserliche Schriftstück gezeigt worden sei. Das genannte Blatt zieht daraus den Schluß, daß ein solches Schriftstück also doch existiere. Grebcnee Stadttheater. Donna Diana. Lustspiel nach A. Moreto von C. A. West. Zur Feier des Geburtstages unseres Landesfürsten brachte map gestern bei festlich erleuchtetem Hause des alten Spaniers Moreto y Cabana bestes Stück, das in fast alle europäischen Sprachen übersetzte Lustspiel „El desdcn con el desden" mit gutem Gelingen zur Aufführung. Die unter dem Titel Donna Diana und mit dem Schriftsieller- namen C. A. West von Schrehvogel bearbeitete Heber» setzung des netten Stückchens ist nicht gerade die beste, denn sie hat mitunter nicht unerhebliche Längen, aber man kann sich dennoch an dem alten Ting herzlich vergnügen. Die Aufführung war von Direktor Stein g o etter gut und eingehend vorbereitet und zweckentsprechend eingerichtet. Für den Don Cesar, die männliche Hauptrolle des Stückes, war Hermann Leffler vom Hoftheater in Wiesbaden gewonnen worden, der von seinem Gastsviel als Graf von Lharolais noch in guter Erinnerung steyt. Sein Auftreten brachte uns eine kleine Enttäuschung. Wohl beherrscht Leffler, dem eine sehr vorteilhafte Erscheinung zugute kommt, üe rein schauspielerischen Hilfsmittel in hervorragendem Naße, sein Spiel ist bis in die kleinsten Einzelheiten erwogen -nid abgestimmt, seine Gesten sind beredt und vom Feuer ^>er Leidenschaft durchglüht, aber die Sprachbehandlung hält mut diesen Vorzügen nicht gleichen (schritt. Die an sich wohllautende Stimme iommt auf dem hohen Kothurn der «clten klassischen Schauspieltunst daher, und das ist auf die Dauer nicht angenehm und nicht erfreulich. Auch das sonst tut abgerundete Zusammenspiel hakle stellenweise darunter zu leiden. Claire Albrecht als Tonna Tiana stand zu Lefslcr in scharfem, wohltuendem Gegensatz. Mit edlem Sinn formte sie den zwiespältigen Charakter der plnlosophi- Fi)cn Prinzessin und durchleuchtete ihre Darstellung mit dem liebenswürdigen Zauber anmutiger Weiblichkeit, die [ch selbst in ihrer Spröde nicht verleugnet. Auch die übrigen Darsteller leisteten durchweg gutes, wenn man von dem steifen, würdelosen Don Diego abjiel)i. Vor ahen ist Edgar Pauly als Perin zu erwähnen. Er wußte den spöttischen, scheinheiligen Vertrauten der Prinzessin mit so viel Schalk- Man ersieht aus diesem Vorgänge und seinen Deutungen, daß die Lage auch nach den Reichstaasdebatten vom 10. und 11. November und nach der Erklärung des „Reicksanzeigers" vom 17. November keineswegs geklart ist und daß etwas geschehen muß, um diese Angelegenheit endlich zur Ruhe zu bringen. Die Mahnung der „Köln. Ztg.": Die Waffen nieder! verdient freilich beherzigt zu werden. Das persönliche Moment muß aus der Debatte endlich heraus, aber die Aussprache über die uns alle noch immer tief bewegende Angelegenheit ganz falten zu lassen oder auf eine geruhsamere Zeit zu verschieben — wie es die „Nationalliberale Korrespondenz" vvrschlägt — das emp- siehlt sich keineswegs. Es bliebe doch Mißstimmung zurück. Man muß doch endlich einmal zur Klarheit kommen. Ob das Ministerverantwortlichleilsgefetz wirklich das Atthe.lmiUel ist, das unserer Politik Ruhe und Stetigkeit geben könnte, darüber kann man ja verschiedener Meinung sein, aber man hat es hier doch wenigstens mit einem diskutablen Vorschläge zu tun. Wünschenswert wäre es, wenn nun auch die übrigen Parteien oeS Reichstages, ähnlich wie jetzt die Freisinnige Volkspartei, mit positiven Vorschlägen herarch kämen, aber man muß l.iiwr bi. Befürch ung hegen, daß gerade die übrigen maßgebenden Parteien auch diese Gelegenheit ungenutzt vorübergehen lasten, und fc, ran ist neben manchem anderen die bedauernswerte partumenta- rische Zersplitterung im Teutschen Reiche schuld. Tie ängstliche, engherzige Fraklionspolitik, die nur immerdar von der Furcht geleitet wird, irgendwo anzustoßen unb dann von der Nachbarsraklion beiseite geschoben zu werden. Nicht mit Unrecht sagte neulich die „Franks. Ztg.": „Solange unser Parieiwesen nicht eine gründliche Neugestaltung erfahrt, solange wir nicht zu den zwei großen Parteien gelangen, die sich um die Regierung und die Opposition scharen, solange wirb der Einjluß des Parlaments auf die Minister-Einsetzung ein mehr zufälliger sein." Solange, könnte man auch noch hinzusügen, werocn unsere politisä-en Berhältnist'e unerfreulich bleioen, wie bisher. Wir aymen das Ausland doch so gerne nach, warum tun wir es nickt auch hier und schassen endlich auch im Deutschen Reiche politische Zustände, wie sie etwa England hat. Wenn wir es bisher nicht getan, ja nicht einmal ernstlich versucht haben, so ist nicht so sehr das persönliche Regiment daran schuld, auf das man so gerne schilt, sondern das rechte Wollen unseres Reichsparlanlents. Es fehlt ihm an Energie und Entschlossenheit, an Selbstvertrauen, an der Wecke des Blicks, über den nächsten Tag hinauszuschauen und an den Aufgaben der Zukunft milzuarbeiten. Man sehe sich nur einmal die gesetzgeberischen Arbeiten des Reichstags an: was heute au {gebaut würbe, muß morgen niedergerissen werben. Man denke nur an die Fahrkartensteuer, um eines von vielem zu erwähnen. Und nun, da diese Steuer mißraten ist, da will es der Reichstag aus einmal gar nicht gewesen sein, der sie eingeführt hat. Jo, wer hat sie denn bewilligt? Doch nur der Reichstag. Auer so geht es fast mit allem. Auch mit der neuen Reichs- iinanzresorm wird es, wir fürchten es, nicht anders werden. J.i langatmigen Debatten und mit vielen schönen Worten wird in erster Lesung das Steuerbukett der Regierung zerpflückt. Das wirkt nach außen dekorativ, aber in dritter Lesung wird eben alles bewilligt, und später heißt es dann, wenn das, was bewilligt wurde, sich nicht bewährt: mir sind es nicht gewesen. Ist es zu verwundern, daß unter solchen Umständen das persönliche Regiment immer mehr in oen Vordergrund treten mußte. Mag der Kaiser sich auch in manchem irren, so ist er im Grunde genommen immer noch der einzige, der in allem, was er tut, einen Heck unb Frohsinn zu bekleiden, daß man seine herzliche Freude an ihm hatte, nur müßte er etwas weniger hastig sprechen. Jo H o v e n als Laura und Dorle M a i s a r t h als Fenisa waren recht nett und angemessen, was auch von Clemens Roden als Luis und Paul K o h l m a n n als Gaston zu sagen ist. — Eingeleitet wurde die Vorstellung durch Raimunds Fest-Musikspiel der Regimentskapelle, die unter der Leitung des Mu.ikdirektors Krause stand. Anschließend hielt Oberbürgermeister Mecum eine kurze Ansprache unb brachte das Hoch auf den Großherzog aus, worauf das Hesseickied gesungen wurde. * Karl Neurath. — Theaterkrach. Direktor Shopp vom Sladrhealer in Kaiserslautern teilt osienilich nut, daß er sich gezwungen hebt, mit 1. Dezember die Piorten des Stcrduheatcrs zu schließen, ■olls nicht in letzter Stunde noch Wandel zum eueren emtvetcii sollte. Direktor Shopp hat seit Uebernahme des Theaters 40 000 Mk. Dem Theater in Kaijerslauiern zum Guter gebracht. — Der Neubau des & t u 11 g a r t e r Hoftheaters ist dem bekannten Thealerbauineister L i 11 in n n n m München zur Ausführung übergeben worden. (Von Heitmann und Littmann wurden das Prinziegenten-Theater m München, das (£t>ailoiien- burgev Schiller-Theater und das Weimarer Hoitheater eriichiet.) Littmann muß den Bau zusammen mit einer Stuttgarter Firma ausführen. — Neue amerikanische Münzen. Tie Münzwerke der Regierung der Vereinigten Staaten haben mit der Ausgabe neuer Geldstücke begonnen, die in ihrer Prägung von den über bas ganze Erdenrund verbreiteten Geldsonen erheblich ab weichen. Die Geldstücke hauen uänuich den SÄops und das Wappen nicht reliefattig ausgeprägt, sondern gleich Siegelringen eingeprägt. Ebenso sind die Sckiriflzüge sowie die Münzbczeichnung uno Zahres-- zahl eingeprägt. Diese Prägung hat den Vorteil, daß sich die Münze nicht so bald obnufct und der Feingehalt derseloen jahrelang derselbe bleiot. Vorlausig werden nur Goldstücke neu geprägt, dock; soll nach Einziehung der Sllber- und Kupfermünzen auch an die Mupcägung dieser Geldsorten geschritten werden. — Kleine Chronik ans Kunst und Wissenschaft. Ter Prozessor der Techiilschen Hoch chule m B u d a p e st , Eugen Elupathi, Hal eine Erfindung gemacht, durch die die Treis- 11 ch e r tj c 11 der lentbaren Torpedos lueientlid) erhöht wird. — Ten von PH. Reel am 'ür den besten Roman ausgesetzten Preis von 30 000 Mk. erhielt Bruno Wille für leinen Roman »Die Abendburg'. w-eitaussckauenden Blick verrat, eine Großzügigkeit politischen Handelns, die unsere Reichslagsabgeordneten nur leider gar rü ost bei ihrem Dirken vermissen lassen. Am nächsten Montag ober Tiensiag wird sich der Reichs- tag auss neue mit den Vorgängen der letzten Zeit beschäftigen; wird er die Forderungen der Zeit verstehen und sich endlich einmal zu Talen auf schwingen, die mehr als Augen- blicksyoffnungen erfüllen ? E. A. Dcuttzchss Ucicb. D er K aiser hat infolge einer Erkaltung gestern das Bett hüten müssen. Denkmünze für A k r: k a k r i e q c r. Ter „Reichsanzeiger' verössemlicht eine allerhöchste Order betreffend Znicktze und Aende- luimcn zur StütungSurltUioe Der Denkmünze für die an der Rieder- wermug der Awslänoe in Südweslairika beteiligt gewesenen deutschen Sireükrä'te. DerständigeBundesrats-AuSschuß. Gutem Vernehmen nach Hal die bayeriiche Regierung die ständige Beibehallling des Buiidesiatsalisichnjjes für auswärtige Augelegenhelten von der Reichsregicrimg zugesichert erhalten. Ter Ansichuß loll in Zukunft alle zwei Monate tagen. To» Alf onfo von C a , e r t a , oer^Lhronprätendent von Neapel und Sizilien, liegt in Cannes im Sterben. Eine Plakat neuer in England. Ter Schatzkanzler Lloyd George plant zur Deckung des nächstjährigen Desipls nach einer iötutcilnnfl des „Daily Expreß" u. a. eine Plakatsteuer. Abzeichnungen zu Grohherzogs Geburtstag, n. Das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: Pfarrer und D. Gerhard, Direktor der Real- und Landwirischaftstchule -u Groß-Umstadt Christ. G ö ck e l, Oberlehrer an bet Orealschule -u Oppenheim Pros. Zoh. Götz, Kreisar-t des Lreisgesundhecksamls Bensh.'im Medizinatrat Dr. Wich. Gross, Landesgeolöge Pros. Dr. Gust K l e m m zu Darmstadt, Oberlehrer an der Oberrealschule zu Ossenbach Pwf. Alb. Kost, Kceis.-at des Kreises Dieourg Dr. Herrn. S'kratz, Psarrer und Dekan Peter Krauß zu Abenheim, Oberlehrer an der Oberrealschule zu Ossenoach Prof. Hans itiomnt, Oberlehrer au der Obetrealschule zu Darmstadt Prof. Beruh. Lade, -Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Prof. Christian L e n h a r d t, Oberlehrer an der Ober- cealschule zu Darmstadt Pcof. Dr. Gg. Müller, Tirekwr des Gymnasiums Fridericianum zu La,wach Dr. Hugo Müller, Oberlehrer an dem Realgymnasiuui zu Darmstadt Pros. Karl Müller, Kaufmann Wilh. N e b e I zu Worms, Oberlehrer an dem Obergymnasium zu Mainz Prof. Dr. Karl Schmidt, Sbreisvetetinürarzt Vetcrmärtat Tr. Gust. Schneider zu Offenbach, .Kreisarzt des Kreisgesuiwheilsanits Oppenheim Medizinaltat Dr. Ferd. 12 ch w a r z, Direktor der Realschule zu Gernshsim Dr. Joh. Bapt. Seiden berget, Vorstand der chemischen Ptst- fungsstation für die Gewerbe Pros. Dr. Wilh. Sonne zu Darmstadt, Rat bei der Provinzialdirettion Starrenburg StegierungSrat Adalbert Freiherr von S t a r ck zu Darmstadt, Oberlehrer an dem Gymnasium zu Offenbach Prof. Karl Steinmetz, Kreisarzt des Kreisgesundheiisamls Oppenheim Dcedizinalrat Dr. Herrn. S t i g e l l, Dekan Karl Stock zu Hangen-Weisheim, Obertehrer an bet Real- nnb Lanbwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt Prof. Gust. Tasche, erster Stadlpfarrer Konr. V e l t e zu Darmstadt, Pfarrer Wilh. Vogel zu Danustadt, Oberlehrer an der Real- und Landwirtschaftsj chule. zu Groß-Umstadt Prof. Dr. Gg. Voll- Ha r d t, prall. Arzt Sanitätsrat Dr. Marl Jof. Wallenstein zu Mainz-Kastel, vortr. Rat im Ministerium des Innern Ober- regietungstat Tr. Ernst Weber, erb. Prof, bet Jngenieur- wissenschaften an der Technischen Hochschule Hans Wege le zu Tatmftad't, Kteisveterinärarzt Vetetinärtat 2t. Kail Weinsheimer zu Darmstadt, stellv. Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Hess, landw. Geiwssenick^asWoank zu Darmstadt Oekonomierai Bürgermeister Ernst Wern her zu Nierstein, Oberlehrer an dem Osteraymnasium zu Main; Prof. Tr. Hugo Willenbücher, Oberlehrer an der Realschule zu Heppenheim Pwf. Dr. Gg. Zilch; das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Gwßmütigen mit der Krone: GLweroeschulinspettor Gewerbe- schulrat Joh. Meyer zu Darmstadt; das Ritterkreuz 2. Klasse deä Verdienstordens Philipps des Großmütigen: Hauptlehrer an der Landesoaugewetksa-ule Jak. Ackermann zu Darmstadt, Kreisgeomeier H. Battenfeld zu Darmstadt, Polizeuiispeklor Ludw. Bischoff su Worms, Lehrer Wilh. Buchinger zu Horchheim, Haupllehrer Gg. Diehl zu Michelstadt, Oberlehrer Fos. Adem Diehl zu Dievurg, Revisor bei bet Zentralstelle für Die Landesftalistik Rechnungstat Friedt. Fe ick zu Darmstadh Stadlgeometet Adam Wilh. Fl ecken stein zu Darmstaot, Real- lehret der Vikwriaschule zu Darmstadt Adam Fuchs, Reallehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Karl Guyot, Hauptlehrer Rich. Hartmann zu Bieber, Zeichenlehrer an der Oberreaischule zu Tannstaot Wilh. Heiß, Strcisgeometer Tudw. L 0 chim zu Schotten, 3ieallehret an der höheren Mädck-enschule zu Ä-cainz^Jvh. Stemps. Hauptlehrer Friedr. Klein zu Lam- petlh.im, (jauritoireftor örieör. Rich. 5rl 0 ck 4 auf bem unteren jammer bei Mictzlstadt i. O., Reallehrer an dem Heroftgymna- M Mainz Karl Ktauß, Ooerlehrer Adam Kredel zu Bad-Aauheun. Stadtverordn. Rentner H. Lehr zu Tarmstadt Freihertlick) Riedeseljcher Oberförster a. T. Gg. Leonhard zu Eyenbach, Dobelfabtckanlcn Phil. Merkel zu Dalsheim, Oberlehrer Pet. Adam Pfuhl zu Lwsch.-im, Oberlehrer Franz Adam RooS zu Bensheun, Obettehtet start Sander zu Oiien- bach, Hauprrehrer Mich, Scylösset zu Mainz, stüdt. Schulinspek- wt„zu Worms H. Sa-meel, Lehrer Zoh. Adam Völker zu Offenbachs Tas eilberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- mlltigen nut der Krone: Mehrer Kart Hofmann zu Alsfeld Lehrer Gmtl Kay , erzu Ober-Mockstadt; das Silberne Kreuz des (Verdienstordens Philipps des Großmütigen: Bürgermeister, Cxi§» SerichtSvorsreher und Standesbeamlen Phil. Karl Schneider zu lnter-Widdersbeim, Bürgermeister, Ortsgerichtsoorslehcr und Standesbeamten Konrad Seum IV. zu Schwickartshausen: das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnjchriil: „Für fünfzigjährige treue Dienste": Gemeindceinnehmer Hch. Hörle 311 Wettsaasen; da- Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipvs des Großmütigen : den Bürgermeistern, OrtsgerichtLvorstehern und Standesbeamten Gg. Döll IV, zu Lanzenhain, Johs. Eurich IV. zu Uellershaujen, Hch. Fuchs zu Breungeshaui, Hch. Kröll zu Rohrbach (Kreis Büdingen), Hch. Krug zu schwarz, Gg. Lerch zu Allmenrod, Gg. M ä s e r III. zu Büches, Gg. '-Dl ü 11 c r VI. zu Sellnrod, Wilh. Müller zu Uienborn, Herin. Nicklas II. zu Gontershausen, Karl Peter Otto zu Büdesheim (Kreis Friedberg), Joh. Gg. Reichert IV. zu Alt-Wiedermus, Ludw. S ch a u m zu Klein-Luiden; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrüt: „Für langjährige treue Dienste": Gemeindeeinnehmer Kaspar Biedenkopf zu Zeilbach, Freiherrlich Riedejelscher Forstwart i. P. Otto Boß zu Altenschliri, Gemcindeeinnehmer Johs. Friedrich 1U. zu Reuters, Gelneindeeinnehmer Ernst Gerhardt^zu Calbach, Geineilideeinnehmer Konr. Grüne ivald zu Ober-Sorg, Schloß- wächrer Wilh. H a r d t zu Büdingen, Fürst!. Slolberg-Wernigerode- Gedernscher Forstwart Christian Henkel zu Louisenlust bei Hirzenhain, Gemeindeeinnehmer Johs. Hildebrand zu Hau en (Kreis Friedberg), Gemeindeeinneluner Hch. Kübel IL zu Heuchelheim (Kreis Büdingen), Bauschätzer Leonh. Metz en darf zu Schlitz, Gemeinderalsmitglied Christian Atü Iler zu trotze, Gemeindeeinnehmer Goltir. Nagel zu Lorbach, Gemeindeeinnehmer Joh. Gg. S ch n e i d e r zu Birklar, Freiherrlich Ried- eielscher Forstwart Gg. Schnell zu Zahmen, Geniemdeeinnehmei vch. S ch ö t t zu Landenhausen, Bauschätzer Wilh. Strauch zu Homberg a. O., Freiherrlich Riedejelscher Forstwart Johannes W i e n 0 l d II. zu Wernges. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „tfur treue Dienste": Polizeidiener Konr. Borneis zu Alsield, Polizeidiener Bet. Ant. Sim. Diehl zu Ober-Wöllstadt, Polizeidlener Christian H a h n I. zu Haltenrod, Polizeidiener Christian M a n k zu Wieseck, Feldschütz Jak. Reuter VIL zu Nieder-Weisel, Kirchendiener und Glöckner Joh. Schnabel zu Hainbach, Feldschütz Ph. Weller XII. zu Wieseck, Polizeidiener Joh. PH. Winter zu Vilbel; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrüt: „Für treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmüligeii: Aufseher Joh. Diehl zu Leihgestern, Zuschneider Joh. H 0 r st zu Echzell, Oberschweizer Konr. Jörg zu Altenburg. Zeiern zu Grotzherzogr Geburtstag. Auf das von der Festoersammlung im Geselljchaftshause abgesandte Glückwunschtelegramm traf folgende Antwort em: „Provinzialbirektor Breidert, Gießen. Uebennitteln Sie bitte allerseits meinen sehr aufrichtigen Dank für die mir ausgesprochenen treuen Wünsche. E r n st L u d w i g." Die der Handelskammer zugegangene Dankdepesche auf ihr Glückwunschtelegramm lautet: „Für die treuen Geburtstagswünsche der Handelskammer Gießen sage ich herzlichen Dank. E r n st L u d w i g." Der Finanzbeamtenverein zu Gießen beging den Tag durch ein hübsch verlaufenes Festessen im Hotel Schütz. Auf das dabei abgesandte Glückivunschtelegramm ist ebenfalls ein sehr herzliches Danktelegcamm eingegangen. O Saubad), 25. Nov. Gestern abend leitete eine Bor feier des G h mn-asiumsFridericianu m die Festlichkeiten zn i^roßherzogs Geburtstag ein. Im festlich geschmückten Zeichensaale versammelte sich ein zahlreiches Publikum, um den Gesängen und den Deklamationen der Schüler zu lauschen. Drei gemischte Chöre und ein Männerchor, dirigiert von Reallehrer Gerhard, bildeten den musikalischen, U frisch und mit Lebendigkeit vorgetragene • Deklamationen den übrigen Teil des Programms. Letztere besangen die Hessentrcue, das Hessenland usw. Lehramtsassessor Becker hielt die Festrede, in der er über die Segnungen sprach, die die Regierung Ludewig I. unserem engeren Vaterlande brachte. Er wies auf den Erlaß der Verfassung und auf das hessisch-preußische Zollbündnis hin und legte ausführlich die Kunstbestrebungen des hessischen Ahnherrn, die sich hauptsächlich dem Gedeihen der Oper und des Museums zuwendeten, dar. Er zog in letzterer Beziehung eine Parallele zwischen diesen und denen unseres . jetzigen Landesherrn, dessen Dokument der Kunst er noch eine lange Fortdauer wünschte. — Der heutige Abend wird die allgemeine Festfeier im Gasthause zur Traube bringen. Bürgermeister Joche m wird das Hoch auf den hohen Landesfürsten ausbringen. Schüler des Gymnasiums und der Stadtschule werden Gedichte deklamieren, der Musikverein sowie die Gesangvereine werden durch Vorträge die Festster beleben. X. 9?ibba, 25. Nov. Die Feier des Geburtstages S. K. H. des Großherzogs wurde hier schon am gestrigen Tage begangen. In der höheren Bürgerschule hielt nach Gesang und Deklamation der Schüler Lehramtsreserendar Becker einen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag über unsere seit Jahrhiinderten zu Hessen gehörende Stadt. Er zeigte den Ursprung des Namens nach verschiedenen Duellen, führte Bilder aus der trüben Zeit des 30 jährigen Krieges und auch wieder erfreuliche Bilder aus der neueren Zeit vor, wo Nibba sich unter der weisen Negierung unseres Fürstenhauses, wie überhaupt unser ganzes Hessenland gedeihlich weiter entwickelt, wie auch seine Kunsterzeugnisse auf der Ausstellung Darmstadt die gebührende Würdigung gesunden haben. Ein kräftiges Hoch auf den kunstsinnigen Fürsten schloß die Rede. — Am Abend fand in Kraft's Saalbau unter Leitung des Krieger- und Feuerwehrvereins ein K 0 m m e r s statt. Die Musik, die durch ihre Leistungen allerseits Anerkennung fand, stellte Herr Hisgen zu Lich. Tas Präsidium führte Herr Oberst a. D. Weimer. Er brachte den Toast auf S. K. Hoheit, den reichstreuen, kiinstsinnigen Landesvater aus. Pfarrer We r n er sprach auf das Vaterland, OberamtSrichter Röm Held auf Kaiser und Heer. Patriotische Lieder und schöne Musikstücke trugen zur Hebung der Feier wesentlich bei. Oberst Weimer, dem eifrigen Förderer der patriotischen Veranstaltung wurde noch em besonderer Dank gespendet. Eine fidele Nachsitzung schloß sich an den offiziellen Teil an. — Heute fand in den Volksschulen FeslaktuS statt. Für heute abend hat der Eisenbahnvereln Nidda eine größere Festlichkeit im Garn- brimis angesetzt mit patriotischen Liedern, Reden, komischen Vorträgen und Tanz. Line „SüdlngerZehtze"? — Büdingen, 25. 9wv. In frischer Erinnerung ist noch die „Schiitin Fehde", die dem Lahrer Hinkenden Boten wichtig genug schien, in seiner Weltrundschan Aufnahme zu finden, und mm drohen Zurwürst Nisse niüinugiadier Art in Büdingen ähnliche Verhältnisse herbei 5usühren. Es ist das um so ausfallender und bedaucrlrcher, weil von jeher gerade hier das Verhältnis zwischen Fürst und Volt das denkbar beste gewesen ist. In ganz T«uttchlaiü> gab es vielleicht keinen populäreren StandesHerrm als den fpanchgen Fürsten Bruno. Ter stattliche Herr mit den freundlichen blauen Augen, der in jüngeren Jahren jeden Bürgerball eröirnete, bis zu seinem Tode allabendlich im Kreise der Honoratwnen in der „Walhalla" seinen Schoppen trank und mit seinem gemnden Mutterwitz oft die ganze Tafelrunde erheiterte, der irrend und Leid mit feinen Büdingen teilte, erfreute sich einer bciipicTIoicr Beliebtheit in allen Schichten der Bevölkerung. Und ictn Sohn, der jetzt 31 jährige Fürst Wolfgang, ist in persönlicher Liebenswürdigkeit und Leutseligkeit ganz in die Fußtapscn seines Vaters getreten. Und doch geht neuerdings eine tiefe Verstimmung durch weite Schichten der Bevölkerung in Stadt und Land. In vielen Händen befindet sich ein gedrucktes „Tokumenr aus dem Jahre 1848, in dem Fürst Ernst Casimir unter anderem verspricht: „Tie systematischen Landankäuse in der Gemarkung Büdingen sollen eingestellt werden." Daß das Versprechen auch für seine Nachfolger Gültigkeit habe, steht nicht darin. Man kann sagen, daß es ohne diese als selbstverständlich gedachte Erweiterung nahezu bedeutungslos sei: man kann andererseits die Ansicht vertreten, daß der Fürst für seine Nachfolger em derartiges bindendes Versprechen abzugeben gar, nicht in der Lage war. Auch üoer den Begriff der „systematischen" Landant.mse läßt sich streiten: eine andere als eine moralische Verpflichtung hat die Lürgersck>aft nie vorausgesetzt. Als nun neuerdings umfangreiche G ü t e r e r w e r b u n g e n durch die Herrschaft stattfanden, empfand man das mit großem Mißbehagen, daß auch m den Verhandlungen des Gemcinderats mehrfach zum Ausbruct kam. Eine Abordnung des Gemeinderats, die in dieser Angelegenheit beim Fürsten vorstellig wurde, blieb ergebnislos; während Se. Durchlaucht sich jeder Aenßerung enthielt, erklärte Manunerbiret'tor Müller, die Herrschaft könne sich in keiner Weise binden. Der gleich darauf erfolgte Ankauf der Grundstücke eines Gastwirts für den Preis von 45 000 Mk. wirkte auf weite Kreise der Bevölkerung geradezu wie ein Schlag ins Gesicht. Aus dieser Stimmung heraus brachte kürzlich das Kreisblatt eine von sänil- lichen Mitgliedern des GemeinderatS unterzeichnete, sachlich und würdig gehaltene Erklärung. Es heißt darin: „Schon heute 0 er fügt die fürstliche Verwaltung über ca. 42 Prozent der gesamten Feldmark Büdingen und mehr Und mehr werden unsere Bürger durch die kapitalistische Uebermaäst des Herrn Fürsten aus bem Eigenbesitz gedrängt. Diese von der Fürstlichen Verwaltung bewußt oder unbewußt geförderte Vernichtung des selbstständigen kleinen, landbesitzenden Bürgerstandes bedingt die Entwicklung von abhängigen, der Fürstlichen Verwaltung auf Gnaüc und Ungnade ergebenen Pächtern — —. Mehr und mehr vereinigt die Fürstliche Verwaltung alles als Baugrund in Frage kommende Gelände in ihrer Hand, immer enger zieht sich der Ring des fideikommissarischen Grundoesitzes um Büdingen und es i)t die Zeit nicht mehr fern, wo nicht mehr Angebot und Nachfrage, sondern die Fürstliche Verwaltung den Preis des Baugeländes bestimmt." Endlich weist die Erklärung auf das oben erwähnte „Dokument" hin und schließt mit den Worten: „Wir leiten uns verpflichtet, an dieses fürstliche Wort zu erinnern, wir glauben, daß es auch für den Enkel Geltung hat und daß der fürftlidjen Verwaltung dieses fürstliche Versprechen im Interesse des Ansehens und der Ehre des fürstlichen Hauses nicht mit dem Hinweise außer Kraft setzen kann, das Dokument enthalte nur ein persönliches, keinen Nachfolger bindendes Ver- ivrechen." Während sonst auf jede Notiz in der Presse durch die Feber des Herrn Kammerassessors Dr. Weimer prompt er- iüibcrt wurde, ist auf diese Erklärung keine Antwort erfolgt. Andere Verstimmungen kamen hinzu. Auf Wunsch zahlreicher Grundbesitzer waren die einleitenden Schritte für die Feld- bereinigung in der Gemarkung Büdingen getan worden, nachdem man sich der Zustimmung des Kanimerdirektors Korell vorher ausdrücklich versichert hatte. Bei der Abstimmung kam ca» Droiekt ßu Fall: dagegen stimmte. Karells Nachfolger und mit ihm nicht nur die Schar der Lakaien, Portiers usw., sondern auch gar mancher Bürger, der neben eigenem Grundbesitz fürstliches Pachtgut in Händen hat, darunter sogar solche, die früher den Antrag auf Einleitung des Verfahrens selber unter- zeichnet hatten. — In der Erklärung des Gemeinderats wird auch auf diese Vorgänge^ hingewiesen. — dioch weit bedenklicher ist die Haltung der fürstlichen Verwaltung in einem dritten Punkte, der nicht Büdingen selbst betrifft, sondern die vier Nachbar- gemeinden Büches, Wolf, Lorbach und Vonhausen. In diefen ist die Herrschaft stark begütert. Bei der kürzlich erfolgten Feldbereinigung wäre, wenn man alles herrschaftliche Land zusainrnen- gelegt hätte, in jeder dieser Gemeinden zu ihrem Nachteil ein eigenes Jagd recht des Fürsten bas Ergebnis gewesen, da der Grundbesitz überall die hierzu erforderliche Flüche von 75 Hektar überschreitet. Die ausführenden Beautten waren deshalb entschlossen, die völlige Vereinigung des fürstlichen Geländes zu umgehen; sie sahen jedoch davon ab, als Kaminerdirektor Korell ausdrücklich erklärte, die Herrschaft leiste auf die Inanspruchnahme des Jagdrechls Verzicht. Und jetzt, nachdem die Fcldoercinigung im Sinne der Herrschaft durchgesührt und Herr Korell verstorben ist — nimmt Kammerdircktor Müller namens der Herrschaft das Jagdreclst trotzdem in Anspruch; die Erklärung seines Amts- rorgängcrs, luenn sie wirklich erfolgt sei (!), sei für ihn nicht bindend. Tie schwer betroffenen Ge.ueiudcn haben den Klageweg beschritten, der übrigens aussichtslos ist, da ein derartiges Versprechen vom Standpunkt des formalen Rechts tatsäckstich feine bindende Kraft hat. Tatsächlich sind sie auch in erster Instanz vom Landgericht Gießen abgewiesen worden. All diese Vorgänge haben natürlich eine tiefgehende Verstimmung in Stadt und Land hervorgerufen. Zu einer Macht- frage wie in Schlitz werden sich die Dinge hier kaum zuspitzen, denn hier, wo es kein Bier zu boykottieren gibt, ist die Stellung der Herrschaft, materiell nahezu unangreifbar. Wir hegen indessen die Hoffnung, daß cS nicht zum Aeußersten kommen wird, und in dieser Hoffnung bestärkt uns die Tatsache, daß jetzt Minister Dr. Braun, der sck'pn in Schlitz erfolgreich vermittelt hat, auch in den hier schwebenden Fragen einzugreifen entschlossen ist. Möge es ihm gelingen, den schwer bedrohten Frieden zwischen Stabt und Herrschaft wieder herzustellen! Aus Stafct und Land. Gießen, 26. November 1908. •• Verwaltungsgerichtshof. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlandcsgerichtsrat bei dem Ober- lanbesgericht Karl Theobald für die Dauer des dermalen von ihm bekleideten Amtes zum Mitglied beS Vcrwaltungsgerichts- hofs ernannt. " HanbelSka mm erwähl. Im Bezirk Grünberg würbe bas seitherige Hanbelskammermitglieb Fabrikant Georg L-tammler mit 28 von 29 abgegebenen Stimmen wieber- gewählt. Auch im Bezirk Als selb erfolgte ble Wiederwahl der seitherigen Mitglieder Wilhelm Wallach mit 67, Karl Grünewald II. mit 59 und G. Ramspeck II. mit 42 Stimmen. Für Herrn Gg. Bücking VIII. wurden 38 Stimmen abgegeben. Im ganzen haben 74 Wahl- berechtigte abgeslimmt. ** e elektrische Straßenbahn. Man schreibt uns: einem kürzlich erschienenen Artikel wird ganz richtig Darauf hingewiesen, daß es von größter Wichtigkeit sür die Rentabilität unserer künftigen Straßenbahn ist, eine durchgehende, möglichst lange Linie zu erhalten, was nur •al JLte&Ad)rettung dar oberhessischcn Bahnen zu erreichen !'.r; - Mangel hastet jedoch der vorgeschlageuen Linienführung dadurch an, daß sie den Bahnhof, Den Mittelpunkt des Verkehrs, nicht berührt und doch wäre das sehr leicht zu erreichen, wenn die aus der Stadt kommende Linie durch die Liabigstraße trach den Bahnhof geführt wird; dort mußte die Bahn eine Schleife beschreiben, würde dann zwilchen Hotel Lenz und Hotel Kühne einbieaen und auf einer dort zn errichtenden Uebxrführung ditz Friedrichstraße gewinnen, von wo sie dann nach den Kliniken und Klein-Linden weiterführt. Wenn Einsender auch nur Laie ist, so glaubt er doch, daß sich besondere technische Schwierigkeiten der Errichtitng einer derartigen Ueberfüh- rung (loie beispielsweise auch die Siegener Straßenbahn eine solche aufzuweiseti hat, die sich noch dazu müten in einer sehr verkehrsreichen Straße erhebt) nicht entgegenstellen. Selbst der Verkehr an der dort befindlichen Laderampe würde, da die Straße genügend breit ist, und die Brücke an den Gleisen schon di genügende Höhe erreicht haben muß, in keiner Weise gestört werden. — Wenn der Vorschlag auch noch kurz vor Torschluß kommt, so ziehen ihn unsere Stadtväter vielleicht doch noch in Erwägung, da diese Linienführung, die Stadt—Bahnhof—Kliniken sowie unsere Vororte Wieseck-Klein-Linden direkt verbindet, jeden- falls die größte Aussicht auf Rentabilität hat. •• Sänger Iran 5. Das erste Sängerkranzkonzert dieser Wintersaison am nächsten Sonntag ist bem Gcbächtnis Felix Mendelssohn-Bartholdys geividmet, dessen 100. Geburtstag am 3. Februar k. I. ist. Das Konzert bringt dem- enlsprecheub fast ansschließtich Kompositionen Menbctssohns, u. a. die „Hebriden - Ouvertüre", „Höre Israel", „Ave Maria" (Frauenchor mit Sopransolo), „Gott sei mir gnädig", sowie baS Finale aus ber unuoUcnbeten Oper „Loreley". Letzteres Chorwerk, wie auch „Das begrabene Lieb" von Meyer-Olbersleben, werben von bem gemischten Chor des Längerkranzes unter Mitwirkung auswärtiger Solchen und ber Regimcntsmusik ausgeführt. Das musikalisch hervor- ’.agenbe und sehr interessante Programm ist von bem Din- qenten Herrn Albert Haften sorgfältig vorbereitet worden und wird ben Zuhörern sicherlich einen hohen Genuß bereiten, zumal auch bie Wahl ber mitwirkenben Solisten als sehr glücklich zu bezeichnen ist; als solche werben tätig sein Fräulein Ruth Watbauer aus Frankfurt unb Herr Robert Wolf stehl aiis Frankfurt. •• Stabttheater. Es sei an bieser Stelle nochmals auf bie Schülervorstellung am fommenben Samstag nachmittag (LessmgS „Nathan ber Welse") hingewiesen. ** Museiim. Die Sammlungen bes Oberhessischen Geschichtsvercins unb ber Wilh. Gail-Stiftung haben sich seit ber letzten Berichterstattung erheblich vermehrt. Insbesondere sind hmziigekominen altes Gerät aus bem bäuerlichen Hanseat, schöne Zinnware unb Porzellane unb viele sonstige beachtenswerte Stücke ans Mittelalter unb Neuzeit. Der HeuchelheimerKriegerverein hat eine alte seibene Fahne mit ben Anfangsbuchstaben bes Lanbgrafcn Ernst Ludwig von Hessen, gemaltem Löwen unb ber Jahreszahl 1722 in bankenswcrter Weise als Leihgabe überlassen. SchenSwett i’inb auch bie herrlichen GlaSgefäße ber Großh. Glasmanufaktur. Ter Ankauf eines frühgeschichtlichen Bronzehclmes, einer Bronzelanze unb eines PerlcnhalsbanbeS fmb ebenfalls hervorzuheben. Die Gegenftänbc sinb am Sonntag, 29. Nov., im sogen. Universitätsraiim bes Museums zu besichtigen. — Währenb ber kalten Jahreszeit bleibt bas Museum vom 1. Dczenlbcr bis 1. März geschlossen. ** Der Turnverein hielt seine erste Monats- versammlung am Dienstag abend im (Safe Ebel ab, die bei gutem — allerdings noch nicht genügendem — Besuch sehr gut verlief. Int Mittelpunkt des Abends stand ein interessanter Vortrag des Vorstandsmitgliedes Turnlehrer Will, der iit sehr anschaulicher Weise das Turnen auf dem deutschen Turnfest in Frankfurt schilderte unb Gelegenheit zu einer sehr anregenden Diskussion gab. Im übrigen wurden Vercinsangelegenheiten besprochen und gemeinsame Lieder gesungen. Tie nächste Monatsveriamm- lung soll in Form einer Weihnachtskneipe vor sich gehen. Zum Schluß wurde, da inzwischen Mitternacht unb damit Großherzogs Geburtstag herangekommen war, von dem 1. Sprecher, Redakteur Heß, ein dreifaches Gut Heil auf den Groß Herzog ausgebracht. ** Die Maul- unb Klauenseuche ist ausgebrochen in Böckum, Kreis Düsselborf, am 23. November. ” Der Tonnen wagen wirb nun enblich in allernächster Zeit aus ben Straßen ber Stabt verjchwinben. Die Stabt ist nämlich enblich so weit, bie beiben letzten Tonnenstationen in ihren Gebäuben burch zeitgemäßere Einrichtungen zu ersetzen, so baß ber Unternehmer, wie er selber sagte, froh ist, wenn bas unsaubere Geschäft aufhört. Die Einwohner unserer Stabt werben bem Unternehmen auch keine Träne nachweinen. -r. Ruttershausen, 25. Ncov. Am 9. b. EDL wurde ant Lahnufer nächst ber Straße Ruttershausen- Oden Haus en ein Fahrrad gefunden unb auf der Bürgermeisterei abgeliefert. Seit dieser Zeit ging bad Gespräch, es hätte sich da ein junger Mensch ertrankt, auch wollten dies mehrere Personen beobachtet haben. Nachdem nun 14 Tage verstrichen waren, meldete sich am Montag ein Mann aus Krumbach und erkennte das Rad als das seines 19jährigen Sohnes, der in einer Fabrik in Wetzlar arbeitete und nur Samstags nach Hause fuhr. Er soll am 9. ix M. das Elternhaus verlassen haben, um eine geringe Strafe in Gladenbach zu veroüßen. Er wird als ein tüchtiger braver Bursche geschildert. Die Nachsorschungen in Der Lahn, die heute vorgenommeu wurden, waren bisher erfolglos. □ Ettingshausen, 25. Nov. Den Geburtstag des Großherzogs unb bes zweiten Hessenprinzen feierte gestern abenb ber Gesangverein in bem Gasthaus zur „Tante". Präsibent Opper hielt bie Fcstrcbe unb wie» desonbers bauauf hin, baß besonders auch bie hiesigen Einwohner heute mit Freube bes Grobherzoglichen Hauses gebenden, ba ja bie allgeliebte Lanbesmulter aus „unserem Fürstentum Lich" stamme. Nach bem Hoch würbe „Heil unserem Fürsten, Heil" gesungen. Auch Bürgermeister Keil hielt eine Ansprache. Unter Leitung bes Lehrers Kraushaar trug ber Gesangverein mehrere Volks- unb Vater- lanbslieber vor. ? Langb, 24. Nov. Bei ber kürzlichen General-Versammlung ber hiesigen lanbw. Bezugs- unb Absatzgenossenschaft würbe einstimmig beschloßen, aus der lanbwirtschaftl. Ha uptg en ossenschaf t auszutreten. Der Gründ hierfür ist darin zu suchen, baß bie hiesige Genossenschaft burch einen ungünstigen Abschluß zweier Waggons Weizen einen Verlust von nahezu 700 Mk. erlitten hatte. X. Aus dem früheren Kreis Grünberg, 25. 97ob. Das Wort: „Alles schon einmal dagewesen" fmdet wiederum feine Bestätigung in dem jetzt in unseren Fort- b i l d u n g s s ch n l e u obligatorisch eingeführten neuen Lchrgegenstand der landw. Naturk-unde. Schon in dem Anfang der Goiger Jahre des vorigen Jahrhunderts war Land- wirtschaftslehre ein Unterrichtsgegenstand der Volksschulen. Damals fanden auch Prüfungen vor besonderen Kommissionen statt. Eine solche, der Graf Solms-Laubach, der Lreisrat Gräf von Grünberg, Kreisrat Hoffmann von , Schotten u. a. Herren angehörten, besuchten im Jahre 1861 ( den landwirtschaftlichen Unterricht der Schule zu Rupperten- k rod, der damals Lehrer W. Strack Vorstand. Diese Prüfung < fiel so glänzend aus, daß dein Lehrer eine Prämie zuteU ' wurde. < FC. Fried berg, 25.Nov. Der Kreisausschuß b can- j standete die Wahl des Heinrich Armbrust in Vilbel zum - Beigeo rd neten der Stadt Vilbel, angeblich weil A. : Sozialdemkrat ist. R. B. Darmstadt, 25. 9tvv. Tie Mutter des Mi- , Nisters des Innern, Tr. Brann, Frau Luise Braun, ; ist heute naa-mittag im 74. Lebensjahre gestorben. Die j Dahingefchicdene lebte ihrer Kränklichkeit wegen seit längeren Jahren ziemlich zurückgezogen. Frau Braun war eine um die allgemeine Wohltätigkeit hochverdiente Dame; mit ihr ist eine der wenigen noch am Leben gewesenen Inhaberinnen des Eisernen Kreuzes aus dem Krieg von lb/0/71 dahingegangen Sie hatte sich damals in einem Kreis von Frauen, an deren Spitze die nachmalige Großherzogin Aliee stand, unter dem Roten Kreuz große Verdiente erworben. Zuerst Leiterin des Verwundeten-Lczaretls im Darmstädter Orangeriegarten, wurde sie später Vorsteherin des Krankenlazaretts, das vom englischen Hilfsverein mit englischen Aerzien auf dem Pionierexerzierplatz errichtet wurde. Später enitoicfelle Frau Braun gemeinsam mit Großherzogin Alice eine ebenso segensvolle Tätigkeit im serbisch-bulgarischen Kriege. Die Verewigte lebte lange Jahre mit ihrem Bruder, Oberbürgermeister Ohly von Darmstadt, zuwmmen und hat mit diesem auch hervorragenden Anteil an der Schaffung eines Gesetzes zur Für,orge für verwahrloste Kinder genommen; sie war auch Mitbegründerin des bekannten Ohly-Stifts in Gräsenhausen. Die Verleihung des Eisernen Kreuzes durch Kaiser Wilhelm I. war nur eine der zahlreichen hohen Auszeichnungen und Anerkennungen, die der Dahingeschiedenen für ihre rastlose, langjährige Tätigkeit im Dienste edler Menschlichkeit zuteil wurde. -sd. Darmstadt, 25. Roo. Gestorben ist heute nach längerem Leiden der in weiteren Kreisen bekannte und beliebte Medizmalrat Dr. Küchler. Er war ein vielgcsuchter Arzt und Operateur und auch mehrere Jahre Stadtverord- neter. In den letzten Jahren war er morphiumsüchtig geworden, so daß er sein Amt niederlegcn und sich von der Praxis zurückziehen mußte. FC. Franken berg, 24. Nov. Seit einigen Tagen entwickelte sich in mehreren Orten des Kreises Frankenberg und den angrenzenden Waldcck'schen Ortschaften, von denen beträchtliches Gelände in das Edertalsperreprojekt einbezogen wird, em reger Immobilienhandel. So wiirde in Basdors, Kreis Frankenberg, das Kaiscr'sche Gut, in Oberwerb e an der Eder das Valentm'sche Gut von Jmmo- bilienhändlern angekauft, die die Teile der Güter, die nicht zur Talsperre verwendet werden, zerschlagen und dann zum Verkauf stellen wollen. DaS 800 Morgen fassende Schwager- sche Gut in Höringhausen bei Vöhl wurde für 455000 Mark verkauft und wird ebenfalls parzelliert. Im Psarrdorf Twiste bei Arolsen steht weiter ein 230 Morgen fassendes Gut und das 330 Morgen große Rittergut Rhena bei Korbach zum Verkauf. )( Marburg, 25. 9iob. Ein fremder Hochstapler der sich als stud. Freih. b. Helldorf eingemietet hatte, prellte seine Wirtsleute und entwendete in Universituts-Jnstimten, nachdem er sich in einer Wirtschaft eine Studentenmütze angeeignet hatte, Bücher und wissenschaftliche Instrumente. — In einer heute hier abgehaltenen gemeinschaftlichen Versammlung des Kreis- Obstbauberems unü ixs Garteiwaiwereius luuroe dura> den Kreis- Obstbautechniker festgestcllt, daß die diesjährige Aepfelernte hier mit 70—75, die Birnen ernte mit 40—45 und die Zwelschenernte mit 50—55 Proz. berechnet werden kann. fc. Frankfurt a. M., 25. Nob. Emen Erpressungsversuch machten in Hamburg der bekannte Zigarrenhänoler Ludwig Barbarino, der hier zahlreiche Zigarrengeschäfte besitzt, und der Zigarrenagent Ungcrer, ebenfalls von hier. Sie hatten sich als Opfer den bekannten Hamburger Zigarren- sabrikanten Wolf ausersehen, nachdem sie sich in den Besitz einer zwischen diesem und einem anderen Zigarrenl)ändlcr über geschäftliche Angelegenheiten geführten Korrespondenz zu setzen gewußt hatten. Sie suchten Wolf unter der Drohung im Weigerungsfälle diese Lvorrcspondenz zu veröffentlichen, wodurch Wolf schweren geschäftlichen Schaden erleiden werde, zur Zahlung von angeblich 20 000 Mk. zu veranlassen. Wolf zeigte die Sache an und die Polizei nahm Barbarino und Ungerei in Hamburg fest, ließ sie aber späterhin wieder frei. Gevichtsfaal. R. B. Darm stadt, 26. Nov. (Tel.) DieSträffamwer er urteilte den Inhaber der Mein-Main-Korrespondenz, Ehriskan Schuchmann, wegen Sittlichkeitsverbrechen, fortge- gesetzt begangen an einem bei ihm in Diensten stehenden 14 Jahre alten MädcljLN, zu I V» Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust und ordnete seine sofortige Verhaftung an. Frankfurt a. M., 25. Nov. In der sozialdemokratischen Buchhandlung „Volksstimme" hier wurde am 2. Oktober das erste Licferimashest der Geschid)le der Wiener Revolution von Maximilian Bach Lmfißziert, weil es in Faksimiledruck ein im Oktober 1848 in Wien an die Soldaten verteiltes Flugblatt enthielt, in dem die Soldaten aufgefordert wurden, nid)t auf ihre Brüder zu schießen. Heute hatte sich der Leiter der Buchhandlung, Bruno Thieme, tot der Strafkammer wegen Vergehens gegen § 110 des Str.-G.-B. (Mfforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze) zu her antworten. Das Urteil lautete auf 200 M k. Geldstrafe. Spenden für Radbod. Die Sammlung des Gießener Anzeigers: Bisher quittiert: 1655.75 Alk., F. T. 10.—, Oberposifcoaffner Biedenkopi 1.—, Th. Brück 5.—, Ungenannt 3.—, E. u. F. T. 10.—, Julins Siesel 10.—, L. W. 2.—, Sammlung der Schule zu Geilshausen 10.50, Pros. B. K. 10.—, Dr. (3. 20.— Zusammen 1737.25 Mk. Vermißtes. * Bedeutende Unterschlagungen wurden neuerdings wieder verübt. Der Filialvorsteher Kluge der angeb.idjen Aktiengesellschaft Koppel in Berlin wurde wegeu großer Unterschlagungen verhaftet. Die Höhe der veruntreuten Summe soll über 300 000 Mk. betragen. Kluge lebte auf sehr großem Fuße und schenkte seiner Geliebten unter vielen anderen wertvollen Gegenständen einen Pelzmantel im Wert von etwa 2400 Mk. und ein Reitpferd. — Gleichzeitig, aber ohne Beziehungen zu Kluge sind die Inhaber der Bankfirma Kaufmann u. Glück in Hamburg verschwunden. Die Durchsicht der Bücher läßt den Verdacht begründet erscheinen, daß die Depots der Künden veräußert worden sind. * Ein brennender Dampfer ftranbete gestern bei Malta. Bisher sind 27 Leichen geborgen. 52 Ucbcrtcbenbe wurden ins Krankenhaus gebracht. Das ganze M a s ch i n en- personal ist, mit Ausnahme von 5 Heizern, u m g e t o m in e n. Die Pinasscn und Schaluppen der britischen Flotte beteiligten sich an der Rettung derjenigen, die in das Wasser sprangen. Rahe heranzukommen war infolge der stürmischen See nicht möglich. Die Araber weigerten sich, über Bord zu springen, obwohl dies die einzige Viöglichleit zur Rettung war. Die mit Naphtha befrachtete „Sardinia" hatte 140 Araber an Bord. Der Brand brach um 2 Uhr mittags aus. Im nu stand der ganze Dampfer in Flammen. Als bald darauf die P e t r o l e u m - bebälter explodierten, verloren die Araber alle Haltung und stürzten mit gezückten Messern nach den Booten. Es entspann sich ein wilder Kampf. Die Offiziere versuchten mit gezogenem Revolver Ordnung zu schaffen, doch die Disziplin war nicht wicderherzustellen. Die bis jetzt ausgefundenen achtzig Leichen tragen furchtbare Brandwunden, sowie Spuren entsetzlichen Kampfes. Die europäischen Passagiere und die M a n n s ch a s t bewahrten ihre Besonnenheit. Vermißt werden 5 Europäer, 18 Mann der Besatzung und 100 Araber. Die Leiche des Kapitäns ist gefunden. Äleiue Tagcschrontk. In der Oeliaabrik Debruyu zu WandZbeck brach gestern Großfeuer aus, das die Fabrikgebäude völlig zerstörlc. Der Schaden wird auf 1 V, Millionen 9)1 a r £ geschätzt, da alle Vorräte verbrannt sind. In 9)1 ünchen wurde ein Gerichtsbeamter wegen berufsmäßiger Heirats-Schivindeleien verhaftet. Sein letztes Opfer, das er um 9000 Mark geprellt hatte, erstattete vor dem Selbstmord Anzeige. Die Untersuchung fördett unglaubliche Verhältnisse zutage. Heftiges Schneetreiben mit Sturm herrscht feit Montag in der Gegend am E u l e n g e b i r g e. Ter Sturm richtete großen Schaden an. Die Wartehalle aui dem Bahnhof Steinhaus er der Eulengebirgsbahn wurde u in g e r i s s e n. In Paris erschlug der 9)taurer D u p r a t mit einem H a m in e r seinen greifen Vater; Mutter und S ch w e st e r wurden tätlich verletzt. Ferner brachte er seiner Kusine und zwei anderen Leuten Verletzungen bei. Ter Täter wurde verhaftet. In G r i in m i ii g e n , unweit Grammont, zerstörte eine Feuersbrunst das Schloß. Ter Schaden ist bedeutend, da zahlreiche Gemälde und andere wertvolle (Segen- ft ä n b e vernichtet wurden. Handel. — Deutsche Reichsv ank. Der Status der Deutschen Reichsbank wird als unverändert günstig angegeben. Vor acht Tagen sind kleinere Beträae Gold für Holland und Rumänien abgegeben wvrden. 2>er Bestand an Reichsschatzscheinen hat in- solge ton Rückzahlungen eine Verringerung erfahren. — Zur industriellen Lage. Die Firma Thyssen u. C. hat die Preise für Zioheisen um' 3 Mk. pro Tonne erhöht, da bic Hochofenwcrke Tür 1. Quartal 1909, teilweise sogar bis L SMt' 1909 ihre Produktion verkauft hätten. Gießereieisen Nr. 3 ibsten nach den Thyssenschcn Offerten von jetzt an 55 Mk. und Hämatit 53 Mk. pro Tonne ab Werk. Ter Walzdvahtverband hat Mir Hebung des Geschäftes bic Exportbonifikation nm 5 Mk. erhöht und zwar mit rückwirkender Kraft vom 1. Oktober ab. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das Resultat der vorgestrigen Handelskammer-Wahl hat nun ergeben, daß der zivlonialwaren-Großhandel in der Kammer leibet nicht nicbr vertreten ist, trotzdem ersterer seit Bestehen dieses Instituts Sitz und Stimme dann hatte. Der Fernstehende ahnt nicht, wie wickftig gerade eine Interessen- Vertretung dieses GeschyflszweigeS ist, denn der AussMwung hierin, in den letzten Dezennien muß für einen Platz wie Gießen als em ganz enormer bezeichnet werden, worüber Bahn, Reichs- dank und Zollbehörde unwiorrlcgliä)« Beweise erbringen können. Keine andere Branche bringt cs mit sich, den direkten Verkehr mit dem Publikum, sei es in der Stadl oder aus dem Lande, so eingehend und regelmäßig zu pflegen, wie gerade der ^kolonial- war en-Grc ßhandel. In ahen wichtigen Fragen auf dem Gebiete des Verkehrs mit dem In- und Ausiandc stand seither der itanuncr biqe Abteilung mit Rat und Tat zu Diensten. Auffallend ist es daher, daß die Handelskammer, bezw. deren Mitglieder, cs nicht für nöttg erachteten, Fühlung mit den Inhabern die,er Gesclwfte zu nehmen, um deren Vertrettmg auf Jahre hinaus, anzubahnen. Sehr bedauerlich, auch für wettere Krene,, ist diese Unter- schätzung eines wesenttichm Fattois im hiesigen Handel und leider zu befürchten, daß hierdurch das seither betätigte, rege Interesse für Angelegenheiten der Handelskammer Einbuße erleidet. AZrchliche Nachrichte». jsißCiUif^e üeiigiSiisgenicuioe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage)., S a m s l a a den 28. 9t o o e in b e c 1 908: Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrlfterklärung. Sabbatausgang 5.15 Um. Israelitische Religionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbatfeier a ui 2 8. 91 o v e m b e r 1908: Freitag abend 4.05 Uhr. Samstag bormutag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbal-Ausgaug 5.20 Uhr. Wochengoltesdieiisl: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.00 Uhr. Gießener Wcttcroicust. VorauSfichtlichc Witterung für Hegen am Freitag den 27. 9iovember: Meist trübe. Regenfälle. Etwas kühler, später wieder wärmer. Westliche Winöe. GriginQl-DrahtmeLdurrgen. Karlsruhe, 26. Nov. Tas schweosiu-e Königspaar ist heute vormittag 91/2 Uhr hier cingclrossen. Rom, 26. Nov. Ministerpräsident Giolitti hat den Polizei-Kommissar, der die Angriffe auf die österreichische Botschaft nicht verhindert yatle, seines Postens enthoben. Rom, 26. Nov. Tie gestrigen Kundgebungen arteten zu argen Exzessen aus, namentlich vor der österreichischen Botschaft, wo andauernd Schmöhrufe gegen Oesterreich ausgestoßen wurden. Gegen die Fenster der Botschaft wurden allerlei Wurfgeschosse geschleudert, wobei die Tochter des Botschafters von Glas splittern leicht verletzt wurde. Die Polizei ging energisch vor und verhaftete 27 Personen, unter denen sich mehrere Journalisten befanden. Die Qualität gibt den Ausschlag S.Fritz Nassauer, Neuenweg 15 MAGGIs Würze übertrifft an feinem Aroma und Würzkraft bei weitem alle Nachahmungen und bleibt das Billigste. Cze/n Amtlicher Teil. Krliannimachling. Betr. : Feldbereiu^ung in der Gernarlu.ip WeitcrHviN. In der Zett vom Mittwoch, den 2. bis einschließlich Dienstag, den 15. Dezember lf. Js. liegt auf Grvßh. Bürgermeisterei Weitershain zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. Verzeichnis über die Abschätzung der Waldbäume, die ben Besitzer wechseln, soweit sie nickst ton den bisherigen B^ sitzern abgetrieben werden; 2. zugehöriger Kommissionsbeschluß vom 16. Okwber 1908. Tag fahrt zur Entgegennahme von Einwendungen ftndet Mittwoch, den 16. Dezember lf. Js., vormittags von 10 y4 bis lV/4 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Weitershain statt. Ich lade hierzu die Beteiligren mit der Aiidrohung ein, daß die Nickft- erfckjeinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 24. diovember 1908. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: K i r n ü e r g e r , Großh. Kreisamrmann.____________ ~ Kelianiümachiing. 58ctr. : Fddbereiu.gung in der Ckmarniug Harbwald. In der Zett vom 30. November bis einschließlich 2. Dezember 1908 liegt aus dem Gemeindehaus zu Bors do rf Abschrift der Entscheidung des Schiedsgerichts über die Einwendungen gegen die Arbeiten des II. Abschnitts, insoweit diese iwch nicht erlangt sind, und gegen die Arbeiten des III. Absckmitts zur Einsicht der Beteiligten offen. Diese Offenlegung ersetzt zugleich bic Zustellung troit Ausfertigungen an die von den Entsck-eidungen Mitbetrvffcnen, welche Nicht reklamiert haben. Büdingen, den 19. 9iovember 1908. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär. ______________Tr. G 0 ertz, Regierungsassessor.________________ KttiannlmaHung Wegen VornalMe von Rohrvertegungsarbeitcn wirb bie Neuen-Bäue vom 26. bis 28. ds. Mts. für jeglichen Führend Radfahrverkchr gesperrt. Gießen, den 26. November 1908. Großherzogliches Polizeiaml Gießen. ;' • I. B,: Bilo. Kgl.Dbttförjitrki Saiger. LabiiiissioMtlkaiif Holz aus dem W. I. 1908/09 vor dem Einschlag. Schutzbezirk Kaltcichc: Los I = 60 Fm. Buchen Stämme 4. Kl. 30—39 cm Miilendurchmesicr mindestens 3 m lang aus Distr. 17a Steinkaulo, 20a, b, 21a, 22 Gutenberg, 28 und 29 Kallebornfette. Schutzbezirk Steinbach: Los LI = GO Im. Buchcn-Stärume 4. SU. 30—39 em Miltendurchmefser mindestens 3 m lang aus Distr. 39a Katkfefte, 40 Hirschstein, 51 und 52 9L Altefchorn (Räunmna, Schirmschläge und Durchiorstungcn). Los II — 100 füllt. Buchen Scheit Schutzbezirk Sialteichc Distr. 20b Eutenberg (Schirmschlagl, Los III -- 100 film. Buchcitt Scheit daselbst. Los IV -- 100 Rm. Buchen Scheit aus Tistr. 21a Eulenberg iSchirmschlagl. Los 100 Rui. Buchen Scheit daselbst. Los VI — 100 Rm. Buchen Scheit aus Distr. 29 Kallc- bornsoite iDnrchsorstungl. Los VII — 100 Rm. Buchen-Schcit aus Schutzbezirk Steinbach Distr. 38a Kalkseite (Durchiorstungl Los VIII - 100 Rm. Buchen Scheit aus Distt. 39a und 40a, b Kalkfeile iDunkctfchlag und Lichtung). Los IX = 60 Fm. Slicsern flämme 3. und 4. SU. von 17 cm Mittendurchmesser an aus Schutzbezirk Steinbach Distr. 30c und 31 Tiergarten lTurchsorstung«. Los X -- 30 Rm. SUeserufchichtnulrbolz (Sch eit) daselbst, die Lange nach Bestimmung des Käusers bis zu 2,5 m. Los XI ---- 150 Rm. Kicicruicbichtnutzbolz (Knüppel! desgl. Los XII — 100 Fm. Fichlen-Ltämme 3. und 4. SU. Schutzbezirk Kalteiche aus Distr. 4a Ob. Schwarzbach, 15b Ob. Hummelnest, 18b Sieinkaute iDurchsorstungen). Los XIII = 120 Km. Kichtenstämure 3. und 4. Kl. Schutzbezirk Kaltcichc Distr. 5 b. Ob. Schwarzbach (Durchforstung). Los XIV = 500 St. Fichteu-Slangcu 1. SU. Schutzbezirk Kaltciche Distr. 4c und 5b Ob. Schwarzbach, 15b Ob. Hummelnest und 18d Sleinkaule iDurchsorsiungen). xjom XV 500 Fichten- Stangcn 2. SU. daselbst Los XVI — 1200 Fichten-Ltaimcn 3. SU. daselbst Los XV11 = 800 Kichten-Stangeu 4. SU. daselbst. Los XVUl = 200 Kichtcu-Ttanaen 1. SU. Schutzbezirk Stein dach Distr. 52a Ob. Atteschorn. Los XIX = 300 Kichtcn- Liangcn 2. SU. daselbst. Los XX = 600 Kichtcu-Ltangeu 3. SU. Sämtliche Stangen vollmaßig. Die Hölzer liegen z. Z. sehr günstig zur Abfuhr nach der Station Würgesborf ber Strecke Kötn—Gießen, aiibererfcitd nach Bahnhof Haiger IV, u. 8 Stm. Schristliche Gebote mit ber Erklärung, baß ber Käufer sich unter die Berkaufsbebingungen rückhaltlos unterwirft, finb getrennt für bie Einheit ber einzelnen Lose bis zum 7. Twzcmber d. ö. in oerschloffenem Umschlag mit entsvrechen- ber Ausschrin einzusenben. Die Gebote müssen für bie BerlausS- einheit Fm., Rm., Stangenhunberl bei 4. KU aus volle 10 Pfg. ab- id)ließen, bic Stangen 1. 2. unb 3. KU bic pro Stück verkauft werben können mit einzetn Pfg. Überboten werben. Eröffnung bci Cffcrtcn am 9. Dezember, mittags 12 Uhr im Geschäftszimmer der Oberförsterei in Gegenwart der etwa erschienenen Bieler. Die Bebingungen liegen hier offen und tonnen gegen 50 Pfg. Schreibgebühr bezogen werden. DÄ/U GKÖGEB’SBCTVT10953.(SECSVM Aufruf! Anr 12. November 1908 enlstand durch eine schwere Explosion schlagender Wetter, die durch Mitwirkung von Kohlenstaub einen großen Umfang gewann, ein gewaltiger Grubenbrand auf Zeche Radbod in Hamm i. W. Durch diese große Grubenkatastropye sind über 300 brave Bergleute ihrem Berufe zum Opfer gefallen und dadurch zahlreichen Familien der einzige Ernährer geraubt worden. Lchlenttige HiLfe Lut not! Der Bauersche Gesangverein Gießen unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Otto Görlach, sowie die Konzertsängerin Fräulein Ida Stammler und die Herren Julius Hahn (Klavier) und W. Schüttler (Violine) haben sich in liebenswürdiger Weife bereit erklärt, Monkz, i)cn 30. NmM 1908, MM 8 W ein großes Wohltätigkeitskonzert zu veranstalten. Der unterzeichnete Hilfsausschuß richtet an die Bevölkerung der Stadt Gießen, die stets eine offene Hand hat. wenn es gilt der Not zu steuern, die Bitte, die Veränstaltung nach Möglichkeit zu unterstützen. Gießen, den 24. November 1908. (v»/u Professor Dr. Bartholomae Rektor der Landesuniversität Gießen. Geheimerat Dr. Breidert Großherzoglicher Prooinzial-Direktor. Dr. Güngerich MecUm Großh. Landgerichts-Präsident. Oberbürgermeister. von Müller Oberst und Regimentskommandeur. 09742 09734) Prima verbürgt feinstes Hochlanduewächs I zu haben bei; Ludwig Steinhäuser in Giessen. Auf Anzüge WinlerHebeFzieher 3, an an an Verkauf auch gegen Bar Gießen 1903. [6807 Uerkiiufe. WrOMWlje Capes Möbel Betten a*/u) Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frieda Meyer Louis Meyer und Frau Isidor Frohwein Hilda Frohwein, geb. 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Volks-Vorstellung. „Im weissen Röss’i“ Schwank in 3 Akten von Oscar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Hierauf: .Aisicnwiederkam1 (Fortsetzung von „Fm weihen Nöfi'l.) Schwank in 3 Akten von, Oscar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Anfang 8 Uhr. — Ende geg. U Ubr Samstag, den 28. November 1908, nachmittags 3V» Uhr. Volkspreise! Volkspreise! Schülervorsteliung. .Müsll der Weise“ Ein dramatisches Gedicht in 5 Auszügen von G. E. Messing. Anfang 3*/i Uhr. — Ende 61/* Ubr- Sonntag, den 29. November 190& nachmittags 3Vi Uhr. Kleine Preise! Kleine Prelsel „Kean16 oder »Genie und Leidenschaft1 Lustspiel in 5 Akten nach dem Französischen des Alex. Dumas von Ludwig Barna m Anfang 3'/, Uhr. Ende geg. 6 Ubr AbcndS Ubr: Bei kleinen Preisen Unter Mitwirkung der Kapelle des Fnfanterie-Negimentö „Kauer Wilhelm (Nr. 116). Der Schwiegervater oder Die beiden Re;chenmüller Lolksftückmit Gesang in IBocsPiel und 3 Akten von Anton Anno. Musik von G. Batz. Anfang 7V3 Uhr. — Ende 10 Uhr.