158. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 260 Erscheint tLglich mti flu8nabmt öefl Sonnlags. General-Anzeiger für Overheffen I F-ranzosen Skrjd.Iägc französischen Rcgicrui Pli. tihp, eibene praktische Arbeitsnachweis Eine Hltl! ü -Bit unter ;9h8 ergraut d. 8 ?is. einhäusei Mittwoch 4. November 1908 / tRotahonSbrnd tml Verlag der vrühl^chea Unu>erhtQt0 - Buch- und Stemdruckeret. R. Longe, titeben. Redaktion. Exveditron und Druckerei: 6c6u!» strotze 7. Exoedinon und Verlag. bl. Redaklwme^ 112. Tel.-AdruAnzergerGteßen. Dcutfches Reich. Kaiser Wilhelm ist gestern aoenb um 9 Uhr 37 Min. doä Station Wildpark nach Laarlsau -um Besuche des Kaisers Franz Joses abgereist. , , _ ., Eine bevor iteh ende Verlobung un Kaiser- Hause.'' Griechische Blätter wollen von einer Verlobung wissen, die inachfliens zwischen der Prinzessin ViktoriaLuise und vcni griechischen Prinzen Christophorus stattfinden soll. Die Prinzessin, das längste Kind unseres Kaiserpoarcs, steht im 17. Lebens- lahre, der Prürz ist jetzt 2u Jahre att und der sechste Sohn des Königs Georg von Griechenland. Stemmrich und v. Schoen. Deo „Köln. Ztg." wird aus Berlin telegraphiert, dass, entgegen der Mitteilung der „Internationalen L-wrespondenz" über die plötzliche Erkrankung und Beurlaubung des Untcrstaatssckrctärs Stemmrrch dieser vor etwa 14 Tagen seinen regelmußigcn Urlaub ängetrcten hat. Das Befinden des Staatssekretärs von Schoen ist recht befriedigend. Er empfing bereits einige Besuche. Aus siaOt und Eaud. (SicBcn, 4. November 1908. - Vom Großherz oglichen Hose. Der Großherzog und Prinz Heinrich von Preußen begaben sich gestern vormittag, einer Einladung des Frecherrn Hcyl zu Herrnsheim folgend, im Auto nach Stockstadt a. Rh. auf die Jagd. " Lan dw irisch a ftSkamm er. Mit Wirkung vom 1. November ist Geh. Oberforslrat Scyd ats Dezernent des J-orstderatrkstgSdiensles der Landwirtschaftskammer für den Prioatwald 2. Klasse in den Dienst der Kammer eingetreten. AusLauv. Eine Sympathieluut.>g^ung für die deutsche Universität Prag. Die Leipziger Universität hat der Prager Universität folgende Syrnpachictundgevung zugchen lassen: „Harret aus aus Eurem schweren Posten, unser Herz schlägt für Euch," woraus von der Prager Universität alsbald ein herzliches Dank- Telegramm einging. Nie österreichische Regierung hat, nach dem Brüsseler „Svir", den Heuigen Stuhl vertraulich informiert, daß Oesterreich demnächst L|ic Aosarafsung der Anordnung verlangen werde, ivonaä) es taiholisä-en Prinzen bei der Durchreise in Rom ver- voten ist, zuerst im Quirinal einen Besuch obzustatten. Die Verhandlungen des Bw is che n s a l l eS in Casablanca werden, naa) einer Dletdung der Köln. Ztg., fortgesetzt. Die Besprechungen des Reick^tan^erS mit dem frarr- zösstchen Botschafter Camoon bezogen sich aus diesen Gegenstand. | Dcr deutsche Standpunkt wurde dabei klar gelegt. .Es sind den Einrichtung hat das Darmstädter Bezirkskommando im Interesse der slellesuchendtn Militärpflichtigen getroffen. ES erläßt im Annoncenteil der hiesigen Blätter folgende Bekanntmachung: Der Umstand, daß gerade alle zur Reserve entlassenen Mannschaften verpflichtet sind, sich ans dem Hauptmeldeamt anzumelden, sowie der fortgesetzte Verkehr sich an- und abineldender Mannschaften deS Beurlaubtenstandes bieten Gelegenheit zuin ArbeitSnachiveis. Das Hauptmeldeamt ist bereit, in den Fluren und Treppenaufgängen solche Nachfragen nach Handiverkern rc. jederzeit anzuschlagen und bittet von dieser Einrichtung Gebrauch zu machen. Da gerade stellenlose Leute wandern, um Arbeit zu suchen und sich hier melden müssen, erhofft daS H. Ai. A. aus diesem Arbeitsnachweis erheblichen Nutzen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. ** Im Kriegerverein hält heute abend Oberlehrer Prof. Ko ob einen Vortrag über: „Eine Stunde in derGräberstadtPompej i". Da der Vortragende hierbei eine größere Anzahl prachtvoller Lichtbilder über die bis jetzt vorgenommenen Ausgrabungen vorführen wird, so dürfte gewiß ein genußreicher Abend in Aussicht stehen. •• Innere Mission. Zu unserer gestrigen Notiz betreffs der Jahresversammlung für innere Mission in Fried b erg wird uns mitgelettt, daß anstelle des erkrankten Pfarrers D. Grünbcrg Professor D. Schian von hier daS Referat übernommen hat. •* Ortsgeuzerbevcin. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Hauptversammlung heute (Mittwoch) Abend, 81/., Uhr, un Gewerdehaus stattsindet (s. Anzeige). •• Kolossenm. Am 13. und 14. November wird nach einem heute früh abgeschlossenen Vertrage der italienische Violinvirtuose Giovanni Darnsso, der kürzlich in Darmstadt vor I. K. H. der Großherzogin von Hessen und I. K. H. der Kronprinzessin von Griechenland gastierte, hier ein Gastspiel geben, sein drittes in Deutschland überhaupt (die ersten beiden in Darmstadt, „Orpheum", und Frankfurt „Albert Schumanns-Theater). Näheres wird später bekannt gegeben. •• Verbotener Weg. Der idyllische Weg durch den Heßler (vom Bahnwärterhäuschen an der Straße Heuchelheim-Tutenhofen) entlang der Bahnlinie über den Kleebach, nach dem Jagdschlößchen Dutenhofen, ist, soweit er an der Eisenbahn sich hinzieht, durch die Eisenbahnbehörde verboten und der Steg über den Kleebach ist abgebrochen worden. Dieser Weg wurde an schönen Tagen täglich von erholungsbedürftigen Gießenern seit mindestens 10 Jahren benutzt und es ist nicht einzusehcn, welchen Nutzen die Bahn durch das Verbot hat. Zahlreiche Gäste de§ Jagdschlößchens, die häufig von Gießen dorthin wandern, beabsichtigen eine Eingabe an die zuständige Etsenbahnbehörde zu machen, damit das Verbot zurückgezogen wird. leslomliisorju , da weiteste Ver Inseraten-Aufträge . Amioucen-Exped. ngeprele: rlich 7 5 Pfc. rt bei der Post oder reisinnigeu Verein, Alle Vorslandw innen Bestellungen ntgegen. Di1 )Hhter gratis. nnige und wahrhaft illte die .Hessische ochenschrift“ lesen Die „Stehen« Lamtllenblätter" werden dem »Anzeiger* otermal wöchentlich beigelegt, daS „Kretsblati tüt den Kreis Dietzen" zweimal wöchentlich. Di, .Landwirtschaftlichen Seit» tragen" erscheinen monatlich zweimal. mn’s i iiiierkaii inbritpreiicn M q ÄallLnfelS hirlü>latz , der ItnüchÄvoM ----- Lich, 3. vtoo. Heute hat hier das Wintersemester an der landw. Wtnterfchule begonnen. 29 Schüler haben sich eingefunden. Tie obere Klaffe ist mit 22 Schülern gut besucht. Dagegen sind in die untere Klaffe nur 7 Schüler neu eingetreten. Ohne Zweifel hat die Einführung des landivirtschaftlichen Unterrichts in sämtlichen Fortbildungsschulen des Kresies Gießen die prompte Wirkung gehabt, daß dte jungen Landwirte in den Fortbildungsschulen zurückgehalten worden sind. Hoffentlich wird der allerdings wöchentlich nur zweistündige landwirtschaftliche Unterricht in den Fortbildungsschulen daS Interesse der jungen Landivirte für den landwirtschaftlichen Fachunterricht derart wecken, daß diese nach dem Besuch der Fortbildungsschule ihre eigentliche Fachbildung an der landwirtschaftlichen Winterschule sich auch in einem Lebensalter noch erwerben, in dem sie im hcnnlschcn Betriebe sich schon viel nützlicher machen können und weniger leicht entbehrt werden als kurz nach der Entlassung aus der Volksschule. □ Friedberg, 3. Nov. Gellern Morgen gegen fünf Uhr kam, wie schon gemeldet, auf unsernl Bahnhof der Pedell unseres Technikums Friedrich Tannenberg unter die Räder eines Güterzuges und war sofort tot. Tannenberg, der Vater von sechs Kindern ist, verdiente in seiner Stellung als Pedell in der Woche 15 Mk., was zu wenig war, um seine Familie damit erhalten zu können. Er arbeitete deshalb an den Sonntagen und auch nachts als Hilfsarbeiter bei der Post, die sich von ihm einen Revers iter-iBaW eher Ödonrt :buh Kette: ■eicber^ aloinonjL^, Parlamentär itcbcs. Die ©ewetiieotbnunßS-fiummih'ion des Reichstags nahm einen LXntrumsamrag an, vucu) oen § 154 der Gewerbe» ordnungsnovelle, der verbietet, in Lergroerttn, Salinen, Aui- bcreirung5anftaiKn und bei unterirdischen Drücken Frauen unter Tag zu besänftigen, wobei Oberschtesicn ausgenommen ist, dahin abgeändert löirj, daß die Vesci>iftignng der Arbeiterinnen in solll)LN Betrieben überhaupt verboten ist, mit der Maßgabe, txtfc dieses Verbot ipmestenS am 1. Januar 1912 durchgctuhrt werde, so daß der Industrie eine dreij.ihrige Frist bleibt, sich em- zuriasten. Ein Antrag der Wirtschaftlichen Bereinigung, auf den hte-Tercien die Frauenarbeit ebenialls -u verbieten, fano auch Amiahme. In der Debatte crtucie ein RegierungSvcrireter, es handle sich in der obersclstksiscken Industrie um eigenartige wirtschaftliche Berhlttni.se. Es seien etwa GO OJO Arbeiterinnen in dem Erh-> und Kohlcnoergbau beschäftigt, und es sei nicht möglich, den jugendlichen Arbeitern in diesem Jndusteiebezirk eine andere Beschäftigung ru bieten; sie würden dann auf die Sachsengängerei angewiclen jein. Der Senisrenronvent beß Reichstags wird am Donnerstag mittag zusammen tvtten, um über die Gcschiiftslagc mid über die Art der Erledigung des vorliegenden Materials zu beraten. w . Die ReichSbesoldungS-Vorlagen werden dem Reichstage erst zugehen, wenn der Bundesrat die Wohnungsgcld- zuschuß-Rovelle genchmigt hat. Man nimmt an, daß beide Erlagen dem Reichstage Ende der nächsten Woche vorgelegt werden können. ____________ §an der n u,,d liberalen wssliersotfurn iessen -r kunen Zeit ihrex Jerraschend schnei igehihrt; istiS?s Bindeglied en GesmniuiKUff. -aude; bringt am •el aus berufene hessische Politik. -> jvirtschafkpoüli. d Kulturiragen. tragen zu könnert." , In den Interpellationen des Reichstages aber bieje unerquickliche Angelegenheit werden solche Stimmungen wohl in noch weit ocrfolrticrem Maße zum Ausdruck kommen. Wie jetzt die „Rationall. Corresp." mittcilt, hat der Führer der Nationalliberalm, Rcick^lags-Abg. Basserniann, mit Unterstützung der nationalliberalen Fraktion folgende Interpellation eingcbracht: „Ist der Herr ReickMinzler bereit, für die Veröffentlichung einer Zteihe ton Gesprächen meiner Majestät des Kaisers im „Dally Telegraph" und die in denselben mitgeteilten Tatsachen die vcr> fassungsmäßige Verantwortung zu übernehmen?" Wie die „Voss. Ztg." hört, wird auch die freisinnige Fraktions-Gemeinschaft eine Interpellation über die durch die Verüfsent- lichung der Aeußernngen des Kaisers geschaffene politische Lage tm Reichstag einbringen. Diese Jntervellationen sollen, wie eS heißt, erst am .DomrerZ-- tag Zur Sprache kommen. Beachtung verdient es, daß in der Z w e i te n Ka m m e r de § sächsischen Landtages in der gestrigen Sitzung toll den Freisinnigen folgende Interpellation eingebrackst ivorden ist Im Hinblick auf die vom Auswärtigen Amt unter verfassungsmäßiger Verantwortlichkeit des Reichskanzlers gebilligte Veröffentlichung der vom Kaiser einem englischen Staatsmanne gemachten Mitteilungen richten wir Unterzcichticte an die rönigliche StaatSre- tziernng die Anfrage, welche ionstittttioncllen Bürgschaften sie den rrcrbuuoeten Regierrmgen in Vorschlag zu bringen und was sie sonst im verfassungsnuchigen Sinne zu tun gedenlt, um im Falle einer Politik der Unlnstmoigkeit und Plötzlichkeit eine in konstitutionellen Formen sich bewegende, den Interessen des deutschen Volkes entsprechende auswärtige Politik durch die oerbünderen Regierungen zu gewährleisten. Die Interpellation wurde der königl. Staalsregierung mit dem Ersuchen um eine Erklärung zugestellt. Eine neue üble Folge der Veröffentlichung im „Daily Telegraph" zeigt sich nun in folgendem: Der Petersburger Korrespondent der „Times" übermittelt seinem Blatte die neueste Enthüllung aus der Zeit des Buren kr ieges. Er erklari auf Grund von Informationen aus angeblich guter Quelle, daß zurzeit als England in Südafrika Niederlagen erlitt, von DeurMand ein Verbuch unternommen wurde, Rußland gegen das britijdje Weltreich ins Feld zu schicken. Deutschland regte in Petersburg eine räffische Demonstration in Zentral-Nien an, wodurct> die briti)d)e Herrschaft in Indien bedroht werden würde. Ätan ersieht auch hieraus aufs neue, wie wenig es gelungen ist, die Freundschaft der Engländer zu erringen. gemacht worden, die jetzt der Prüfung der iwiuzrvinu/v.. Regierung unterliegen. Auch in Paris wird nun vest'tigt, daß trotz der optimistiscklen Ansicksten, die noch am Samstag in fr er deutfck)en Botsck-afr ausgesprochen wurden, die Einigung in der Frage der Deserteure wieder in Frage gestellt ist Hier hieß es zuletzt, die Rechtsgelehr.en Regnault uno Krieger Ivllten in Berlin die Frage cncicheioen. Jetzt gewinnt, der Ein^ druck die Oberhand, daß Deutschland sich auf eine D.skuffion nicht einzulassen wünsckst. Der Tnnps sckwelln die schärfere Tonart bereits dem Einflüsse von Kiderlen-Wückster zu. China und der Dalai Lama. In einem gestern ver- ösfentiickffen Edikt des Kaisers von China wird dem Dami Lama eine Auszeichnung verliehen und ih.n ein Jahresgehalt von zehru- tausend Taels zugesprock^n. Zugleich befiehlt der Edikt dem Talai Soma, nach Tibet zurück^nlehren und macht ihm Gehor- lam gegen den Thron zur Pflicht. Reichstag und Maiykrlrifls. Nach mehrmonatiger Pause nimmt der Deutsche Reichstag am heutigen Alittwoch seine Arbeiten wieder auf. Ein schwieriges i Arbeitspensum harrt der Abgeordneten; es gilt ja die Reichs- - finanzresorm endlich durchzuiul/ren. Im Mittelpunkte der Ae- ; ratungen werden in den ersten Tagen aber sehr unerfreuliche Dinge stel-en: Die Veröffentlichungen des „Daily Telegraph" < über den Kaiser und sein Verhältnis zu England. In der Oejfent- keit hat sich die Erregung über das Verschulden deS Rera'is- kanzlers uno L>es Ausw<.r^gen Amtes bei Die]er Veröffentlichung einiger maßen gelegt. Man beschönigt die Unterlassungssünden unserer regierenden Männer keineswegs und halt auch mit der Meinung nicht zurück, daß daS Lerttauen zum NeichSkanzler in allen Parteilagern gründlich erschüttert ist, aber wesentlicher erscheint so ziemlich allen Parteien ein anderer Punkt. Daß foldye Versehen Vorkommen können, wie sic jetzt bei und zum Gaudium des deutschfeindlichen Auslandes vorgekommen sind, daran ist, so meint man, einzig und allein daS heutige System schuld, das die verantwortlichen Ratgeber des Kaisers in ihrer Tätigkeit hemmt und ihr Verantwortlichkeitsgesühl einschlölert. Jetzt fleht selbst ein Blatt der äußersten Rechten, der „Steide hole", den Kaffer an, seinen Tätigkeitsdrang cinzudänimen. Der Zwischenfall, „wie von Gottes Hand geschickt", habe mit blitzartiger Helligkeit die falschen Wege gezeigt, auf denen die Polttit bisher gewandelt sei: t . „Deshalb müssen wir in aller Ehrerbietung und Treue unseren vielgeliebten und Ijodtbegabten Kaiser bitten, daß er seine per- jönliche impulsive Gefühls- und Augenblicksvolitik aufgibt und sich zu ruhiger Erwägung aller politischen Maßnahtnen mit seinen Diäten ruiammeuscküießt, um nichts ohne sie, sondern alles mii ihnen zu unternehmen, wie es sein Großvater Kaffer Wilheun der Große in so erfolgreicher Weise getan hat. Richt der perion-' lid)e Freund Englands oder irgendeiner Macht soll der deuttzhc Kaiser sein, sondern der Freund der deutschen Ration; nichts wünscht die deutsche Ration mehr als das, und wenn Kaiser und Ration in treuer, vertrauensvoller Freundsck-ast verbunden sind, dann sind wir groß und stark, und niemand wird es wagen, seine Hand gegen Deutschland zu erheben." DaS klingt, so Deniertt hierzu Oie Vossische Zeitung, wie em inbrünstiges Gebet. Das leitende Blatt der konservativen Partei, die „Lireuzzeitiing" fdjteibt: „ES muß nicht nur im Jnllmde jckMerzlich berühren, wenn bekannt wird, daß der Kaiser, wenn auch im nertrauten Privatgespräch, seine persönliche polilischc Stellung England gegenüber als im Gegensatz ju der, wette Volksweise, vielleicht die Mehrhett t<3 deutsck)eu Volles behnr- schenden Stimmung bezeichnet. Es kann das auch nach außen hin für die Bewertung der inneren Starke und der Geschlossenheit per deutsck-en Pvlttik keineswegs gleichgültig sein, llioch dazu müssen wir in aller Ehrfurcht bemerken, daß der Kaiser nach unserer festen Ueberzengung über die wirkliche Bolksstinimung England gegenüber nicht richtig unterrichtet ist, Es scheint eine Heberschatzung der Bedeutung und des Einflusses der wenigen Blätter vorzuliegen, die mangelnde Klarheit politischer Ziele und Auffassungen durch Lebhaftigkeit des Tones und gelegentliche Laute Unfreundlich leiten gegen Englartd ju ersetzen suchen. >zn Wirklichkeit handelt es sich dabei um eilte. bcschränkte Gruppe politisch wenig einflußreicher Leute. Das zeigen sowohl die Verhandlungen des Reicksstages über die auswärtige Politik wie die Haltung der ganz überwiegenden Mehrheit der deulscksen Presse und die warme, herzliche Aufnahme, die in den weitesten, der Berufspolitik ferner stehenden intelligenten Schichten unseres Volkes die gegenseitigen öffentlichen Sympathiekundgebungen gelegentlich englffcher Besuckse in Deutschland und umgekehrt gefunden haben. Darin allerdings müssen wir zu unserem tiefen Bedauern dem Kaiser recktt geben, daß, wie sich jetzt zeigt, in der ?luf fas jung des BurenkriegeS eine ernste Meinungsverscknedenhett zwischen dem Führer unseres Volkes und der allgemeinen Volls- stimme beftanben hat. Sicherlich hat sich der Kaiser nicyt sowohl durck, Farnilienrücksicksten als durch Erwägungen der hohen Politik vom deutschen Standpunkt aus damals zu seiner england- fteundlicheil Haltting bestimmen lassen. Aber das deutsche Volk läßt sich Mich in der Politik in erster Linie von dem Gefühl „Recht oder Unrecht" leiten, und deshalb standen seine Sympathien ganz überwiegend auf der Seile des itammvenvairdlen, kleinen, tapferen Bnrenvolkes, das nach einer 100 Jahre langen Bedrückung und Zurückdrangung durch die Engländer den letzten Helden kämpf um feine Selbständigkeit kämpfte. Es itäntre schlimm um England, wenn ein solcher Jdeengaitg auf deutscher Seite dort fein Verständnis fände, mag er auch für Englands eigene Haltung durch die Gründe der Staaisraisou erdrückt lvorden sein. Freilich baubclt es sich um abgetane Dinge. Aber angeftcht-s der vorliegenden Beröfsentlichmng schien uns eine offene Aussprache erforderlich; ist doch daS Verhältnis unseres Volkes -u seinem Shiijcr und die Liebe zu ihm so fest und sicher in den Herzen begründet, um auch mal eine kleine Belaitungsprobe er- ItadUneatei 5**5 lim)8?,',. pid liegt Tie Krisis im Orient. Der Großwesir M?ianul Pascha ijai, dem österreichischen Botschafter mitgeteilt, daß die Türkei neue Verhandlungen mit Oesterrcich zu b eß innen bereit sei, aus Grundlage einer Geldentschädigung. ES heißt, dieser Vorschlag gehe von dem deutschen Botschaster Baron Marjchall auS und habe Aussicht aus Ersolg. Die Veryandluugen der Türkei mit Bulgarien haben inzwischen bereits begonnen. Das lürtische Programm für dtese Unterhandlungen ent» hält nach einer Meldung der „Köln. Ztg." auch die Forderung oer Ablösung der türkischen Rechte auf die 43 Kilometer lange Strecke Belowa-Wakarel, für welche die Türkei bisher von den orienlaliichen Bahnen, denen Bulgarien jährlich 104 000 Francs Pacht zahlt, 1500 Francs für den Kilometer bezog. Ferner stehen die Vabuffraaen auf dem Programm. Tie Verhandlungen wegen der Bahnen sollen in Anwesenheit und unter Teilnahme der Vertreter der orientalischen Bahnen stattfillden. Gegenüber anderslautenden Nachrichten nehmen jetzt auch die Verhandlungen zwischen dem Petersburger und dem Wiener Kabinett ihren völlig normalen Fortgang. Gegeitwürtig wird in St. Petersburg oie Antwort dar österreichisch-ungarischen Regierung an, das ihr müqetcil'te Projekt des bwnserenzprogramms erwartet, das ihr in der in London festyestellten Form übermittelt worden ist. In slawischen Krcrsen Rußlands ist die Stimmung viel weniger friedlich. Die Rowoje Wremja oeröffeulltcht einen längeren Artikel, worin die Gründe angeführt werden, die Rußland zwingen, die Süd- slawen zu -unterstützen. DaS germanische Element stehe im Begriff, von Saloniki nach Konstantinopel vor- zurücken und bedrohe sogar den Kaukasus und die Krim. Rußland wird durch feine Weigerung, Die Annexion Bosniens und der Herzegowina anzuerkenncn, sein Airsehen in üer Levante erhöhen. Die russischen Hetzereien bleiben in Den Batkanländern nicht ohne Wirsirng. Ein Serbe versuchte vorgestern Nacht die vor Semlin ankernden österreichisch-ungarischen Kriegsschiffe mittels Ekrastt-Bombenin dieLuftzu sprengen. Der Attentäter näherte sich schwimmend den Menoriten. Er wurde jedoch non Wachtposten bemerkt. Rach heftigem Kanrpf wurde der Attentäter sestgenommen. Er gab zu, oas Verbrechen aus PatriotiZmlts versucht zu haben. Die Bombe hätte genügt, um sämtliche vor Semlin anfentben Schiffe zu demolieren. Angejichts solcher Vorfälle trifft Oesterreich nun allerhand Sicherheitsmaßnahmen. Oesterreich Lieht längs der bosnischen Grenze Truppen zusammen und läßt Kanonen auf fahren. ES beabsichtigt, auf verschiedenen Bergen Festungen zit errichten. Diese Vorbereitungen rufen große Erregung in Montenegro hervor, die die Bebörden nur schwer zu unterdrücken vermögen. — In jungtstr/ischen Kreisen besteht neuerdings die Absicht, einen Bund aller Balkan st aaten zu bilden und dann eine Allianz der Türkei mit diesem Bu'.tde herbeizuführen. empfieülr *6116 ar ßorrmacn gteujtflbt n jOtfW ium len u. Malen .ivonag e» Rheydt. Der tiaiser als Regisseur und als Zuschauer hervor, vermag Dnii^cL •* Konkurse in Hessen. Ueber daS Vermögen der Jirina „O b e r h e j s i s ch e H o l z i n d u st r i e Mücke- 5" Mücke wurde am 10. Okl. das Konkursverfahren eröffnet. RechlSauwalt Sandmann zu Hungen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. Tez. bei dem Amtsgericht Grünberg anzumelden. Ter Beirieb wird von der Betriebs- genofsenichast der Lberhess. Holzindustrie, die mit dem Konkurs nicht zu tun hat, weiter geführt. — Ueber den Nachlab des Johann Bendel in Götzcnhain und dessen Ehefrau Marie geb. Len- Hardt wurde am 22. Oktober das Konkursverfahren eröffnet. Rechis- amvalt Rothschild in Langen wurde zum Konkursverwalier ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 12. Nov. bei dem Amtsgericht Langen anzumelden. — Ueber den Nachlaß des am 12. Oktober 1908 verstorbenen Architekten Fritz Nick zu Darmstadt wurde am 24. Okl. das Konkursverfahren eröffnet, da der Erbe Ludwig 91'.cf den Antrag auf Konkurseröffnung gestellt, auch glaubhaft gemacht Hai, daß der Nachlaß überschuldet ist. Rcctns- anmalt Butz zu Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernauut. KolikurSfordernngen sind bis zum 26. Nov. bei dem Amtsgericht Darmstadt I anzumcldcn. — Ueber daS Vermögen des KauimannS Albert Scheel, Inhabers der Firma Gebr. Scheel zu Gießen, wurde am 30. Okl. das Konkursversahren eröffnet. Kaunnaim Louis Althoss zu Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssordormigen sind bis 311m 1. Tez. bei dem Amtsgericht Gießen anzumclden. — Inländische Anleihen. Es verlautet, daß Neu- Emissionen sprozentigcr Anleihen seitens des Reichs und Preußens nicht mehr stallfulde>i werden, es müßten denn ganz unvorhergesehene Ereignisie euitretcn. Nach dem „Berliner Börsenkuner* würden sowohl das Reich wie Preußeil gegebenenfalls wieder znin 37. Prozent-Typus zurückkehren. Für den Fall, daß der Geldbedarf des Teulschen Reichs und Preußens nach der Durchführung der Fmanzreform imd der Rückkehr des letzlgeuauuten Staates zu der früheren Sparsamkeilspolilik noch buiti) die Ausgabe neuer Anleihen gedeckt werden müßten. Es wird zuversichtlich angc- nonunen, daß der Kiirsslaud der S^pioscungen Anleihen bis dahin so gestiegen jein werde, daß er' faiun sehr viel hinter pari zurück bleibt. — Einstweilen ist er aber noch 5’/, Prozent davon eut’ernt. Musik. — Franz Schubert, dem „Klassiker des deutschen Siebes*, ist das soeben im Berlage von Ullstein & Co., Berlin SW 68, erschienene neuefte Heft der „M us 1 k für Alle" geividmet. Ter Iiihall dieser 9lununcr giebt ein kiiappes Bild von der Vielseitigkeit dieses unsterblicheii Meisters, dem wir sowohl im Lied wie auch auf instrumentalem Gebiete die bedeutendsten Schöpfungen verdanken. Märkte. fc. Frankfurt a. 9)1., l. 0wv. Schivei'.iemarkt. ;Org.- Tcl. des Gieß Auz.) Ium Verkaufe standen 1430 Schiveine. Bezahlt wurden: 'ür Scbiucinc 1. Qual. 71—72 Pfg., Lcr^uogeivichi 06,5 bis 00 Pfg.; 2. Qualität 70—00 Pfg., Lebendgewicht 56,0—00 P'g^ 3. Qual. 05—68 Psg. Geschäft mtttelmäjjig, Ueberstcmd unbedeutend. * Die Wirkungen der Musik. Der vlämische Komponist Sarron hat sich eingehend mit den ph-ys io logischen Wirkungen der Musik beschäftigt und eine Reihe von interessanten Beobachtungen darüber gemacht, über die die „Revue" einiges mitteilt. Er geht aus von der Tatsache, daß in dem normalen menschlichen Ohr von den etwa 3000 Cor- tischen Bogen in der Schnecke des Labyrinths jede im Durchschnitt etwa 25 verschiedenen Ton stuf en entspricht. Dabei Der tragen die Vertonung!" Als der Kaiser die Probe verliest, verabschiedete er sich von den Sck-auspielcrn, denen er am Aoend desselben Tages nach der Galaaufführung nochmals seine Anerkennung einzeln auö- drückte. Hauptsächlich unterhielt sich nach dev Vorstellung das, Kaiserpaar mit Oberregisseur Sxrfcer, der durch eine kostbare Busennadel ausgezeichnet wurde, und mit der Darstellerin der „Isabella" (Frau Bayr'hammer). Ter Monarch hob die schauspielerische Wand- umgssähigkeit hervor, welche die Künstlerin bewiesen habe, in Dem |ie zivei so verschiedenartige Rollen wie die der Wirtin im „Weißen Rößl" und die der „Isabella" in dem llhlandschen Schau- Ipiel mit großer Feinheit erfaßt und duccl^eführt habe. „Wie haben Sie, die Norddeutsche, den süddeutschen Dialekt erlernt?" fragt der Kaiser. „Durch meinen bayerischen Mann, Majestät," cntc.grrete schlagfertig die KunUerin. Außerdem wurden noch oic Herren Bohne, Dorend, Alberti und ncch.nals Ludwig Hertzer empfangen, der durch seine meisterhafte Jns^ierung aus dem Trama llhlands ein lebendiges Kunstwerk hervvrzaubertL. Die Kasseler Bühiremnitgliedcr Haven alle den Eindruck empfangen. ails ob ihr hoher Gönner im Geiste des großen Dichters iahte, der im „Hamlet" den Gedanken niederjchrieb: „Ehret die Schauscheler. denn sie sind „dev Spiegel und die abgekürzte Chronik des Zeitalters"." lich-M FawiNe'Sommerrast zu halten, so weit Man bei Wilhelm II. von Ruhe sprechen kann. Irgend cm ^ntcrene beichaMSt Den inpulsiven Ehararter des Kaisers ja immer, und in Äaiicl ist es nun speziell die königliche Bühne, der er in neuester Zeit sein Augenmerk zuwendet. f Das Verdienst, des .Kaisers Sinn sur das Kaisel^r Thrnter, dem er früher so gut wie gar feine Beachtung ^^e. geweckt zu haben, gebührt wohl dem neuen Intendanten Grafen Dylandt- " ' Dieser, ein Hofmann aus der auten schule des vcr- Funftfinnigcn Großherzogs Karl Alexander.rwnLackyen, ist aleicknam der .mustere Minister der Kaseler Buhne, Gerichts-aaU Frankfurt a. M„ 3. Nov. Bor dem Schöffengericht spielte sich heute ein QuellenProzeß ab. Die Offenbacher Kaiser Friedrich-Quelle klagte gegen die Firma Siemens Erben. Angeklagt wegen unlauteren Wettbewerbs waren die Herren ans Dresden unb jBerlht und der Prokurist Ludolf Brunning ans Dresden. Das Scl.wffengericht sprach sämt- lidie ^Lngefbigte frei, da nicht anKUnehmen fei, daß wiisenl- lich falsche Angaben feiten-., der vellagten Fir.ua gemacht wurden. sind diese Fäden aber nicht bei allen Individuen gleichmäßig wirksam. Es gibt Fälle, in denen sie, außer wenn es sich einfach nut ein Geräusch oder natürliche Noten handelt, in einer Art Erstarrung verharren. Bei anderen ist ihre Empfindlichkeit wieder in einem Grade entwickelt, daß sie alle nur möglichen Variationen eines Tones oder einer Tonreihe wahrnehmen. Das ist die besondere Fähigkeit der großen Musiker oder der mit einem sehr feinen musikalischen Ohr begabten Personen, die die 25 verschiedenen Schwingungen jeder der 3000 Fäden zu unterscheiden vermögen. Ader die Wahrnehmung des Maximums von Schwingungen ist äußerjt selten; das durchschnittliche musikalische^ Ol)r, das von Choristen z. B. unterscheidet mir etwa 15. Indessen nimmt auch das schwächste Ohr wenigstens eine bestimmte Zahl von Schwingungen wahr, und zwar ist das Gehör so fein entwickelt, weil der primitive Mensch nach der Annahme Sarrons mit Gehörswahrnehmungen in seinem Leben am meisten zu rechnen hatte. Rings von Geräuschen umgeben, auch wenn sie ihm nicht bewußt wurden und die Narur um ihn zu schweigen schien, hat der Mensch zunächst Gelegenheit gehabt, seine F-ähigkeit in der Unterscheidung von Tönen zu entwickeln. ?ioch heute ist die Feinheit des Gehörs im allgemeinen größer als die der übrigen Sinne. Die Zahl der Leute, die Farbennuancen gut zu unterscheiden missen nnd die der Schönheit der Farben zugänglich sind, ist geringer als die Zahl der für Gehörseindrücke empsünglichen Personen. Kein Mensch, er sei denn taub, vermag sich den Wirkungen der Töne zu entziehen. Jedesmal, wenn die Musik harmonische Töne dem Ohr und so dem Gehirn übermittelt, findet das Nerven- system, das von dem ewigen in der Natur herrschenden Geräusch erregt iii, eine Besänftigung, und so bringt die harmonische Musik eine Erleichterung der “ ' hatte ausstellcn kaffen, wonach sie, falls der Mann verunglücken sollte, für nichts aufzukommen hat. Tiefer Fall in nun eingetreten; Tannenberg ist im Posidienst um sein Leben gekommen und seine Witwe mit den Kindern befindet sich in Not. Die Besucher des Technikums haben sofort einen Betrag aufgebracht, mit dem den Hinterbliebenen aus der ersten Not geholfen werden soll. Beienheim, 3. Nov. Gestern abend wurde hier am Uebergang der Straße nach Reichelsheim das Fuhrwerk des Händlers Z. von Weckesheim vom Zuge erfaßt und der Wagen vollständig zertrümmert, während der Fuhrmann und das Pferd unverletzt blieben. Wie man hört, war das P erd scheu geworden und vor den Zug ger.n.t. Der Unfall zeigt wiener, dag auch hier eine Schranke ebenso nötig wäre, wie in Dorheim, zumal sie auch hier vom Bahnhof aus leicht zu bedienen wäre. ' FC. Darmstadt, 3. Nov. Am 24 Oktober fand hier eine Vorstands- und Auffichtsratsfitzung dec ,2a nd w. Hauptgenossenschaft Friedberg" unter Vorsitz des Geh. Regierungsrat Haas statt. Es wurden wichtige geschäftliche Angelegenheiten besprochen. Der Absatz der Genossenschaft ist em flotter, besonders in der gegenwärtigen Zeit in künstlichen Düngemitteln und Kohlen. Das früher entstandene Defizit ist vollständig beseitigt. (sd.) Darmstadt, 4. Roo. Der Geschäftsführer der Homburger Aktienbrauerei Göhrig, der die Rceoerlagc in Auerbach leitete, ist am letzten Mittwoch nach Unterschlagung von 10 000 Mark Kundengeldern vci> schwunden. Anscheinend ist er nach Amerika geflüchtet. W Frankfurt a. M., 3. Nov. Zur Gewährung von Darlehen an Handwerker und kleine Gewerbe- treibende beantragt der Magistrat, außer den Zinsen des Kapitals der städtischen Hilfskasse jährlich weitere 5000 Mk. zu verwenden. Die heutige Stadtverordneten-Versammlung erklärte sich damit einverstanden, wünschte aber, daß die Darlehen nicht durch das Armenamt gewahrt werden weshalb Vermeisimg der Vorlage an den Finanzausschuß erfolgte.— Da kürzlich auS dem Stcmdesregister die Geburtsurkunde Goethes gestohlen wlirde, erklärte Oberbürgermeister Dr. Adickes auf eine Anfrage, was der Magistrat zri tun gedenke, um solche Verluste zu verhindern, es seien bereits Anordnungen getroffen worden, um eine sorgfältigere Aufsicht bei Einsicht in die Standesregister herbeizuführen. Frankfurt, 3. Nov. Ter vor kurzem mit drei Genossen ans der Strafanstalt Wehlheiden bei Kasfel entsprungene Schlosser Friedrich Müller wurde heute nacht nach erbittertem Widerstand von einem Kriminalbeamten verhaftet. Er gab an, feine Genossen hätten sich nach Antwerpen gewandt. — In der Rosengasse Tarn es in der letzten Nacht zu einer w Ü st e n Schlägerei. Die Schutzleute wurden mit Messern und Revolvern bedroht und machten von der Waffe Gebrauch. Die Rettungswache hatte stundenlang zu tun; sie behandelte 37 Verletzte. 10 Schwerverletzte tarnen ins Krankenhaus. Verhaftet wurde ein dreißigjähriger Kellner, der die Schutzleute angriff uni) einen Säbelhieb erhielt nnd ein 18 jähriger Kaufmann. ♦ Eigenartige 53tlö er vorn jj-rauenirotu in Bosnien zeichnet eine englische z-obachtcrin, die lange q-it in Mosta nnd Scraiewo gerne« .t tat. aic Meldung der Frauen legt mehr Wert auf Prunk uiib Farbenprackn als aus Bequemlichkeit. Sie tragen auch in der heigesten Jahreszeit ein schweres schwarzes liebcrgcwand. denen Aermel lose herabhängen. Dazu tragen fre eine dufter auv- ehende und wenig kleidsame Kapuze, die da-> Ge,icht be- chattet. Außerdem sind die Züge aber berm -lusgehen noch mit dem Äaschniak, einem dichten Schleier bedeckt, in dem sich bisweilen ein Schlitz für die Angen befindet, häufiger aber gar keine Oeffnnng ist, so daß die grauen nur idjr wenig Luft einatmen können. Die mohammedanischen Frauen sind zumeist gebildeter und fortgejchrlltener als ihre christlichen Schwestern. Der „Harem", in dem die moderne Türkin ihr Leben verbringt, unterscheidet sich nia)t allzu sehr von dem,Heim" einer europäischen Dame, denn )ie Vielweiberei hat fast völlig ausgehört, oold) ein ,Harem" in Mestar ist einfach nur die Abteilung des Hauses, in der die Gattin, ihre weiblichen Verwandten und ihre Wienerinnen sich aushalten. Rur die Gesetze, die die Verhüllung vor fremden Männern befehlen, werden noch streng gehalten, und die Fran darf, nachdem |ie den Schleier als heranblühendes Ätädchen erhalten hat, sich keinem Manne mehr unverschleiert zeigen; auch ihr Gatte sieht erst ihr Gesicht nach der Heirat. Die Frauen tragen in Mostar türkische Kleidung: die Herrin des Hauses erscheint mit einer kleinen Krone über der Stirn aks Zeichen ihrer Würde. Sie sprechen meist nur ihre Muttersprache unb verstehen kein Deutsch. In Serajewo ist der europäifche Einfluß viel stärker als in Mostar, obwohl es etwa acht bis zehn Stunden weiter östlich liegt. Die mohamiue- danifchen Frauen er.cheinen in hellerer Kleidung, häufig ganz in Weiß; mit der dunklen Tracht haben sie nicht feiten auch den Schleier abgelegt. In dem türkischen Viertel der Stadt tummeln sich bie jungen Mädchen, die oft von wilder exotischer Schönheit sind, frei umher, und durch die kleinen Löcher in den Mauern der Frauenhäuser leuchten dunkle große Augen neugierig hervor. Doch im ganzen überwiegt das christliche Element; man sieht häufig die Nationallostüme der Bäuerinnen, die sich in ihrem bunten Schmuck so deutlich von der türkischen Kleidung abheben. Die Mädchenerziehung fleht in den christlichen Schulen auf einer hohen Stufe, die Mädchen lernen hier alle Geschäfte! der Haushaltung und nützliche Handarbeiten. * Kindermund. „Tu mußt ober nickst alles allein auf- offen, sondern deinem Schwest.ra-cn auch etwas von deiner Schokolade geben, mein Junge. Wenn sie etlvas hat, bekommst du 00ch wohl auch davon?" — „I wo, Tante, von der kriegt man nichts wie Masern und Scharlach." Kleine Tagcschronik. In der Gegend von Brambach, llntersachsenberg, Adorf und Fallen stein (Vogtland) ereigneten sich wieder heftige E r d e r f ch ü t t e r u n g e m In Brambach wurden von 11 Uhr vormittags bis 2y2 Uhr nachmstcags etwa 60 Erdbeben- siöße, die von fast ununterbrochenem, donner ähnlichem sJu)llen begleite (waren, gezählt. In Falkenstein waren zwei Slöße so stark, daß viele Gegenstände sich bewegten, Türen zuschlugen und Fenster Wirrten; eine Kirchhosmauer stürzte ein. Wegen T> iebstahls auf dem Güterbahnhofe zu Bremen, bei dem 24 000 Mk. erbeutet wurden, ist ein B a h n a s s i st e stt; als Täter verhaftet worden. Der Wachtmeister Drejcher vom 42. Feldartillerie-Regimenl in Schweidnitz wurde wegen Unterschlagung von 7000 Marl Batteriegeldern verhaftet. In Letschen (Oesterr.-Schlesien) ist das Marmor- Denkmal Franz Schuberts mit Eisenlack übergossen und dadurch vollstäiidig ruiniert worden. InBrudn 0 , einer Vorstadt Warschaus, ft ü r z t e von einem Baugerüst eine Maschine aus beträchtlicher Höhe auf die Slraße und zertrümmerte einen Omnibus. Ter Kutscher und eine junge Dame wurden getötet, 5 Frauen lebensgefährlich verletzt. In der Mllitärfeuerwerksabrik zu Kragujewatz (Serbien) explodierte eine Granate. Ein Offizier und 20 Arbeiter wurden verletzt, unter ihnen aclst fchwer. Eine Feuersbrunst zerstörte die große Spinnerei in 3a in« Villers (Frankreich). 6 Arbeiter werden vermißt. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Franks. tordenen l......- Weimar, ist gleichsam dev ,/iußcrc Minister —_ obwohl feine Kenntnisse des internen Theatevoetneos Nicht gering find. Ihm steht in der Person des genialen Oberregisieur^ Ludwig Hertzer ein ebenso hervorragenver „innerer Minifber zur Seite. Zudem ist Wilhelm II., wenn man ihn nur für Die betreffende Bühne zu gewinnen versteht, der dankoarfte Theaterbesucher, den man sich denken kann. Wenn er, um (ich zu erheitern, leickste SBare ansieht, wie zum Beispiel Blumenthals und öLadelburgs „Weißes Mßl'", lackst er aus vollem Herzen und schlägt sich vor Vergnügen auf die Knie, wie eben ein Mann, Der nach des Tages Aroeit sich amüsiert. , Komplizierter ist sein Verhalten bet einem ernAn Stua. Wer, wie (Sajaxiber dieser Zeilen, Gelegenheit halte, den üfcvnarchen bei der Fcftoorftellung von Uhlanos .Ludwig der Bayer auj nächster Nähe zu beobachten, dem hinterläßt der Kai>er den Eindruck eines geradezu idealen Zuschauers. Er folgt dem (Sang der Handlung, wie Hamlet das L>piel dev Schapeipieler mitleot, mit dem ganzen Subjektipismus seiner lebhasten NatriQ Gr scheint ganz in die Dichtung versunken. Unwülkürlich Nickt das Haupt des Kaisers bei einer Stelle, die {ftn gefällt ober Die er auf nufere Zeitverhältnisse überträgt. Nach Schluß der ,^.udwig der Layer"-Voistellung blieb der Herrscher noch einen Rkameni auf seinem Platze sitzen, während viele Leute im Parkett schon aufbrachen. , , t m Lehrend des Spiels macht ec oft eine iahe, deutende Be- nTegung nach der Bühne; wenn ihm eine befondcvs feine Nuance an einem Dacstellev auffällt und er muß seine Freude darüber jemanden aus seiner Umgebung milteilcn. Und dieser danware, naiv genießende Mann ist nebenbei — ein trefflicher Regisseur unb seiner Bühnen-Aesthet! Freilich gibt er seine Aiwrbliungen in seiner krustigen Solbatenspiache. von sich. Wilhelm II. uoer- raschle jüngst in Kassel die Künstler unö, den Regisseur kurz nach Beginn der Hauptprobe zur Fcstoorftellung durch feinen Besuch. Bezeichnend für die Ungezwungenheit des Kaisers ist zum Beispiel die Art, wie ev sich bei solchen Anluffen euiführt. Als dem ÄTonarchen der Sessel zur Rechten , des Regietisases seüstcedend eingeräumt wurde, deutele der Kaiser aus den Platz zur Linken mit den Worten: „Ne, ick will hier sitzen!" Die Probe ging weiter. _ _ , Schon im Vertäu so »>.s ersten Aktes entwickelle Wilhelm II. eilte erstaunliche Kenntnis in heraldischen Dingen. U. a. be- nitüanbete er einen Teil dev Rüstungen, die „80 Jahre nach Sujiuia dem Bayern erst historisch cajt wären". Zugleich gab er einigen Darstellern Anweisungen, (vie sie den Schild tragen müßten, nämlich „mit der Spitze noch unten, mit der Breitseite nach oben". Der Schild wuvoe, noch der Aussage des Kaisers, zu jener Zeit meist aus weichem Holze hergestellt. Dem Darsteller des „Päpstlichen Legalen" gab er Anregungen, wie er och Tonfall der Rolle sich zureckstlegen müßte._ Endlich bezcick)- netc ftier Monarch einige Szenen des Uhlanbfchen Werkes als „beinahe eines Shakespeare würdig". Ms nun jemand aus der Umgebung die Meinung äußerte, bas Werk des Schwaben müßte wie' viele Dramen Shakespeares, ein herrliches Textouch für einen Komponisten sein, äußerle siaz Kaiser Wilhelm sehr energisch gegen ein solches Vorhaben: „Was benn? Wie beim? Solche Werke imponieren? Um Gottes Willen nicht! Ein 'Jtomeo, ein Hamlet, ein Othello, der singt, sinb mir ein Greuel! Ebenso wäre es mir ein singender ,Lubwig ber Bayer !" Von allen Shakespeare-- Stücken einzig unb allein „Die lustigen Weiber von Winbfor" Bericht über Uartofseiernte, Herbstbestellung und Zaatenstanö vom (. November. Tas Ergebnis der K a r (0 f I e l e e »r l e s ch ä tz u n g der Preis- berichlsleile des Teutichen Landwiilschaftsrals vorn 1. Nov. b. I., ausgebrückt in Prozenten einer Miltelernle, ist folgendes: 1. November 1908 95,9 Proz., bavon erkrankt 4,4 Proz. 1. Oktober 1908 91,4 Proz. Tie Auffassung, daß bad Anhalten der in der zweiten Sep- temberhälüe emgelretcnen fchönen Herbstwillernng beit Ertrag bei Kartoffelernte noch günstig beeinflussen würde, hat sich nacl)_bcn vorliegenden Berichten aus der letzten Okloberivoche als zutreffend erwiesen, vor allem hmsichllrch der Qualität der Kartoffeln, deren Stärkegehalt von der Aleyrzahl der Berichteil'tatler höher als im Vorjahre cingefcbätzl wird. Für die Beurlellung der obigen Pro- zenlziffer ist zu beachten, daß nach ben bisherigen (Zr'ahrün^en die Berichterstatter genergl sind, die nut 100 bezeichnete Miltelernle als eine gute Mittelernte anzufehcn, so daß anch die Prozent- zahlen von 90 bis 100 noch eine Mttlelernte bezeichiieri würden. Wenn auch, namentlich bei den ü'ührecken Sorten, die Folgen der schleckiten Witterung wahrend der ersten Wachstumspeiiode noch mehrlach hervorgehoben und für das nicht befriedigende Ergebnis im Westen verantwortlich gemacht werden, so ilt der Gefamt- eindruck dennoch eriveulicl). Tie selbst in engeren Berichtsbezirken stark von einander abweichenden Angaben über ben Ertrag unb den Prozentfat; kranker Knollen erklären sich durch die Verfchleden- artigkeit der BodenverhäUmsfe foivie der aiigebauten Sorten. Tie Einzelberichte aus allen Prodilktlonsbezirken enthalten reichhaltiges gjlaterial über die verschiedenen Erträge der eiiizetiien Kaitosfel- forlen. Im allgemeinen haben die Kartosseln aui leichterem Boden befiere Erträge gelicicrr, auch ist die ErkrankmigHziffer hier meist eine Geringere. Nur im Westen und im Süden haben Fäule und EngerUncsiraß mehrfach das Ergebnis in mehr oder minder starkem Maße beeinträchtigt. Ferner wird die Belürchtung ausgesprochen, daß die Verlustzisfer durch Frostschadeii möglicherweise eine $er- größerung erfahren dürfte, weil sich bei Eintritt der kalten Wute- nmg stellenweise noch bis ein drittel der Kartoffeln im Boden bc- sand. Ta der genaue Uuu'ang derartiger Schäden zurzeit der Be- richlerstattnng noch nicht überall feststand, so ftub solche bei den Schätzungen vielfach noch unberücksichtigt geblieben. Wesentlich größer als bei ben Kartoffeln bürue aber der Schaden sein, den die Rüben durch Frost erlitten haben, zumal deren Ernte infolge der übermäßigen Boden Här te noch sehr im Rückstände war. Sehr unangenehm empfunden wurde die in den meisten Reichsgebieten feit mehr als sechs Wochen andauernde Trockenheit bei Bestellung der Wintersaal, die bisher nur für Roggen erledigt zu sein schemt, während mit der Aussaat von Weizen vielfach erst der Ülufang gemacht mar. Viele Landivirte wollen erst Regen ab» warten und es ist zu befürchten, daß, wenn der nicht bald ein- treten sollte, ein größerer Teil der für den Weizenbau bestimmten Felder unbestellt bleiben wird. Tie Saaten enhuicfcln sich in dem ausgetrocknelen Boden nur sehr langfam; soweit sie überhaupt aufgegangen sind, war ihr Stand meist ungleich und lückenhaik, und auch die früh bestellten unb bisher günstiger beurteilten Saaten fangen bereits an, unter Mangel an Feuchtigkeit zu leiden. Teilweise glaubt man, daß die Saat durch neue ersetzt werden muß. Man kann heute allen Grull.es von „Kasseler tinnerlagen' reden, wie man feit Fahii'N schau von „Wi sbaeener Kaiserlaarn' spricht. In dem berulymten Badeo; gelyöri ber ’JJtai Den Fest spielen, in ber ehemaligen Knrfüril..istaol der August. -------„___ _____ Alljährlich pflegt Der Äümarch, wenn er von Der Rorblands- sie belebt uno erhöht Den seelischen Zustand und .reife kommt, im bäumcprachtigen W.lhelmshöhe mit der Bauer-1 fo selbst hellkräftige Wirkungen zu üben. Ijt alles allein aus. > von deiner Lchvkc. tot, bebinmft du von der kriegt nm •ifCifio'1'11' 'V11 > »inÄ I "utbüiet h ?«tenet^ W KL ‘»’S » ftkieurcpü^ ’to e» eiiDQ Q*f Ä Ulvhamme. ^^ung, hausjg ut s re nch selten ! ^^jchen Aertel QM die ost non "UM, und butä lenhäuser leuchten ! Doch im ganzen W hau,ig dir ui ihrem bunten > aeidung abheben, ichen Schulen aus t Itcr alle Mite l :iten. ersachscnberg, iigneten sich ivicb« Einbach wurden von etwa 60 Erdbebcn- icrähnlichcm Ma urcii zivci Slöge jo üren zuschlugen und ein. tl-ose zu Breinen, Aahnassifteiti daMerie-Negiui!« agung wnW das M a xiot« tnlad iNfa stürzte v°E )öhe aus die 'M'- ^ntscher und tut men lcbensgcWch i»ic“>“VÄ i«ter und 20 »t« ; ld)iner. , , Ginnerei m ö“in' irnüBL da? Lemögen d? S-ssj faeL « ÄS t" * ÄS ,fÄm 2t'nläflenJ >. bei dem ^uW-; ®55‘" u »<<»!! r. . ftau'ini6 K-.« lt beim ganz k.wn' ebenen^ flr «efc* nach der - ich DLiiid)|l,d,hl y I'S* Nrt ""L v>-l it % W nod) ö/’ des deutschen Lieder' , Berti» SW 68, «- He* aeividniet. ld v°''der"'"; r iowoht im Lied ir. LtmSchöpInW Meteorologislve Beobachtungen der Station Gießen. Voraussichtliche Hiittcrnnfl für vcsseu am Donnerstag den 5. Dlooembcr: Leichte Trübung. Trocken. Nachtfrost, am Tage kühl. Oestliche Winde. 2» O , geblich, da die sranzüsisckie Regierung entschlossen sei, nur eine einzige Lösung dieses Zwischenfalles zu gefhuten, nämlich ein SchiedSger ülswerfa hi eir. Paris, 4. 9K)v. Der Matin meldet aus London: Dvr deutsche Botschafter hatte gestern eine längere Unterredung mit dem japanischen Botschafter. ES heißt, der deutsche Vertreter sei beauftragt gewesen, seinem japanischen Kollegen die Tragweite der kaiserlichen Erklärungen auSeinandcr- zusetzcn. Er versicherte, daß der Kaiser keineswegs eine Japan feindliche Absicht verfolge und daß seine Anspielung nur die Ausdehnung und den Schutz des deutschen .vaudets im äußersten Orient betroffen hätte. Paris, 4. i>Lrv. Echo de Paris berichtet auS Kvnftantinopcl, der deutsche Botschafter Freiherr von Marschall solle dem Grvßwesir vcrsiclrert faßen, daß durch die Erklärung im Daily Telegraph keineswegs die Absicht verfolgt worden sei, der U ebe r» e i n ft i m m u n g der Mächte zugunitcn der Türkef Schaden zuzufügen. Paris, 4. Nov. „Echo de Paris" meldet auS Konstantinopel: Man beschuldige den deutschen Botsclrafler, Freil-errn »ort Marsänttl, für den Sultan bestimmte C h if f r e - T e l c- gr a m m e in E m p s a n a zu nehmen und zu übertra- n c il Der Botsdwstcr lohte diesen Dienst dem Sultan, nachdem die Jungtürkcn die Sendung chiffrierter Telegramme untersagt haben. London, 4. Nov. „Daily Telegraph" meldet aus Konstantinopel, der Großwesir sei entschlossen, zu demissionieren. Konstantinopel, 4. Nov. Die türkischen Truppen faberf daS Sandschak besetzt. Die Oesterreicher halten, bevor sie daS Sandschat verließen, alle Festungswerke gejchleijt. Newyork, 4. Nov. Abends 8 Uhr beglückwünschte der Wahlletter der Republikaner den Präsidentschaftskandidaten Tast zu seiner Wahl. Taft siegte in allen zweifelhaften Staaten, und zwar in IllmoiS, Indiana und Iowa, mit großem Vorsprung. Im Staate Newyork beträgt seine Mehrheit 200 000 Stimmen. 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Einwendungen hiergegen find bei Meidung späteren Ausschlusses innerhalb der obengenannten OneittegniigS- fristeu bet Gr. Bürgermeisterei Fnyeiden sd-rifttich ein* zureichen. Friedberg, den 29. Oktober 1908. Der Großyerzogliche Fcldbercmigungskommrssär: L d) u : ttspahn , Kr^Samuiiann.______________ zo befürchten, da es den Schmutz spielend löst und ohne jedes Reiben und Bürsten die Wäsche von selbst wäscht. Für jede Waschmethode geeignet, daher einfachste Anwendung, falscher Gebrauch ausgeschlossen. Garantiert chlorfrei und gefahrlos; wir kommen für jeden Schaden auf. MrtX: Henkel&ßo., Düsseldorf auch der weltbekannten Henkels Bleich-Soda. kein Angreifen der Faser Ist bei Benutzung des neuen konkurrenzlosen Waschmittels Persil Betautttmachung Herbst-^ olitroUversammtUng. (5<< haben auS der Stadt Gießen auf dem Hofe der alten Naseruc am Laudaras Philipp Plat, w crkbciiicii: 1. Offiz'.eie, Sauitütövfnzrere u. Beamte der 9te,ervc (Stlcini'r Dieusianzuatz 2. Die DinniDüjQften der Reserve, sowie die zur Tuvvosilwn der Truupeiucile u. Ersatzbehbrden Emtasseue» alterWayeu; 3. Diejeiuneu der Landweur I. Auiaebow mmehbrigen SJinnif schajleu, ivelcheu ein besonderer GesteUlmasbesebl zum Erscheinen bei der HerbsttonrroUversanunlunn zuaeyt, 0 12. November, 9 Uhr vormittags Jahrgänge 1901 und 1902 aller Waffen, sowie die unter 3 Ausgesübilen iLandwehr I. t'luigc- bole>, denen cm besonderer GcsielumgSbeschl zum Erscheinen be> der Uontrvllversammlung zngeln. _ r 12. November. 2 Uhr nachmittags Jahrgange 1903 und 1904 aller Waffen, soioie die oben unter Str. 1 An,geführten aller Jahrgänge und Waffen der Reserve lOssiziere vp.> 13. November. 9 Uhr vormittags Jahrgange 1905 lnS 1908 aller Waffen, sowie die zur Disposition der ^rupventetlc und Er- satzbehbrden enttaisencn ^innnschasten aller Waffen. Tic v'riay Rcicrv.stcu haben bei der Hcrbstkoutrollvcr- ionimluiifl nicht zu ctidicuicn. Es wird sotgendes erinnert: n . 1. BesreulngSgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch den Bezirtoseldwcbcl des ^auptmetdeanstS einznreicheii und müssen durch die Bürgermeiirerei bezw. bei Beaiuten durch die vorgesetzte Behdrde beglaubigt sein. Lerllcksichttgung kann nur m den dringendsten 6allen ftaitiütden. 2. Jeder ^ontrollpflichtigc ersieht die JahreLttasse, zu der er gehurt, aus deut Decket seines Mititärvasseö. ß. Die Milllärpussc nnl eingettebter roter dlrlegSbcordcrung bezm. Pagnouz und Führungszeugnis sind uutzubringen. 4. Die Leute haben in bürgerlicher- Stlcibung zu erscheinen, Stöcke, Sckxruie, Pfetscn und Bigarren sind vorher iueg^ 5. Samttahe Mannschaften stehen während des ganzen Kon- trolltages bis einschtregtich Mftternachl unter dem sJ)u« ^Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der ziomroUveriauunimig beitraft. Gießen, den 29. brober ÜMK . . (BVu Großherzogliche Bürgermeisterei Gießett. Mecum. --------— —- . Jltmann neuer eteg. <$aitU#d)HciDcr I j tma||n Iller! Eier! Eäor! Pruna frische Landcicr St. 9 Psg. Frische Siedeier St. 8 Psg. Prima Vogelsberger Landbuitcr cnipsiesstt W. Ullrich, Schloßgasic 7. Nttszkohtin (Z elkobleu Lluihracitkohlen Uuiou-Br-k its Industrie- u. GaSkoks Brennholz sgbg Gls.Nnvrrzstst». Donnerstag den 19. November 1908, nach.nlttagS 3 Uhr, lassen die Erben Sam. Pascoe die »hnen gehörigen Griindstücke der Gemarlung Gießen Fliir 5 Nr. 299s/l0 ----- 48 qtn Hofreite am SclterSberg links der Ehauffce , 5 , 300 — 927 qm Hofreite daselbst t 5 299 ----- 1272 qm Grabgarten daselbst , 5 * 3OL = 1337 qm GraSgarten daicibst öffentlich meistbietend freiwillig ecbtcilungshalber versteigern. D,e Grundstücke bestehen aus einer herrschaftlichen, m bestem Zustand befi..dlichen Villa, zweistöckig, mit Aiansaide und z.vel sehr schön angelegten Zier- und Gemüsegärten mit Obstanlagen. Die Gärten sind Bauplätze. Jede Parzelle stößt auf die Frankfurter Straße und ist in schönster Lage Gießend gelegen. 2Öhitemud)t 101)236 per Psd. 18 Psg. Ist. 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