Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Aus -o. bedachte. war wen bisljer einer Baden noch nicht immer am rechten Ort — und schließlich durcheinander; man spricht untereinander, sich, man weiß nicht .Witze geinacht, nicht stehen vier glückliche Welche Wirkung Zolltarisgesetzeö dle St Gteszener Stadttheater< Flotte Weiber. Tas Haus war nahezu ausverkaust und verhielt sich gegen die »Flotten Weiber" überaus galant, indem es sie und ihre männlichen Beglücker mit liebenswürdigem Verfall reichlich Bürgermeister Dr. Mönckeberg f. Der Hamburger Bürgermeister Dr. Mönckeberg, dessen Tod wir gestern meldeten, war am 22. August 1839 in Hamburg geboren, er stand also im 69. Lebensjahre. Er entstammte gelöst, die freilich zum größten Teile keineswegs ihnen an possierlicher Ausgelassenheit gleichko>nniei,. Denn diese „Flotten Weiber" haben sich merkwürdig gut konserviert. Ja, sie sind sogar mit wirksamer Hülse neuester bühnenkosmetischer Mittel vielleicht noch frischer als je geworden; die einst schon flotten, sie schauen heute ou5 ganz ausnehmend lustigen Augen und scheinen gar nicht gealtert. Vier Akte lang freilich wimmeln sie sucht sich, ohne sich zu finden, man ohne sich zii verstehen, man maskiert warum; es werben gute und schlechte Gesangsposse von Leon Treptow. Der „Flotten Weiber" blühende Iugendrosenzeit vor etwa 20 Jahren. Damals sind sie wohl mehr als anderthalb hundert mal über die leichten Bretter deS Berliner Adolf-Ernst-Theaters gehüpft. Dann begaben sie sich gut Ruhe und wurden von anderen Schwänken und Possen ab- Der § 13 des Zolltarisgesetzes vom 25. Dezember 1902 lautet: „Für Rechnung der Slommunen oder Korporationen dürfen vom 1. April 1910 ab Abgaben auf Getreide, Hülsen- srüchte, Mehl und andere Mühlenfabrikate, desgleichen auf Backwerk, Vieh, Fleisch, Fleischivaren und Felt nicht erhoben werden. Auf die Erhebung der Abgaben von dem zur Bierbereitung bestimmten Malze durch die Kommunen findet diese Bestunniung keine Anwendung. Die entgegenstehenden Be- stimmungen unter Ziffer I und im § 7 der Ziffer Ii des Art. 5 des Zollvcreinigungs-Vertrags vom 8. Jiili 1867 (Bundes-Gesetzblatt S. 81) und des Gesetzes vom 27. Ma, Bad-Nauheimer Brief. Wir erhielten von geiüjxuuer ^eue folgende Zuschrift: Ihr trefflicher Korrespondent wird cs wohl nicht verübeln, wenn heute einmal eine Extratour von anderer Seite eingezchoven wird. Er hat in seinen interessanten Mitteilungen bish-er einer neuen Blüte auf dein fruchtbaren Nauheimer Boden noch nicht gedacht, :vcbl weil fte ihr Dasein noch als ein Veilchen int .verborgenen führt. Ich meine das neugegründete Eleorenhoi Pt - in der Benekestratzp 6, das seinen Namen mit huldovUer Genehmigung Ihrer Äönigl. Hoheit der Großherzogin tragt. Wenn Sie fragen, was dieses Hozpcz eigentlich will uru> welchen Zwecken und Bedürlniffen es dienen soll, so mnn dre Antwort mrz dahin zusaimnengefaß. ivcro.n, das; c-.- an i einem Teil helfen will, das ursprünglich, seien des Gafthauics wieder zu erneuern, als eines Hauses, das leinen Gasten b.enen will und nicht dem Vorteil des Unternehmers., -ter Gedanke der christlichen dienenden Liebe, wie er sich langst auf Den Qte- bieten der Armeir- und Krankenpflege bewahrt har, will lich auch an dieser, in ihrer Art schwierigsten und an der Dustersten Grenze ihres Gebietes liegenden Umgäbe erproben, schwierig ist ;u besonders um deswillen, weit I).er außer der rechten Gesinnung auch tüchtige fachmunnifche Leistungen gewrdert wvr^ den. Gerade daran haben es, das muß mau emgesteheil, die christlichen Hospize früher viellach fehlen las,cn. Beinahe wollte es manchmal scheinen, als ob „Bvraustung der Welt', d. y. m diesem Falle der gesckxistlichen Pünktlichkeit, eine Probe der Frommigleit sei, und als ob eine große bieder männliche Vertraulichkeit, eine Bibel auf dem Tisch und eine Abendandacht den Ermv bieren müsse für sonstige Unreinlichkeit und lastechle Bedienung. Das Eleoiioren-.Hospiz wird nch bestreben, wie die neueren Hospize überhaupt, auch in dieser Beziehung .'Austern ßiittgtd zu leisten. Es ist mit allen Bequernlichkeilen oer i'teu- zest: Personenaufzug, Zentralheizung, eleliiischem Licht, ausgerüstet, mit vornehmer Einfachheit eingerichtin, und wirb dop einem in internationalen Hotels bewühnen Fachmann geleitet. Die schmierigste Aufgabe, die iym> obliegt, ist Die: das gesamt« Personal nu£ dem rechten Geiste zu durckchringen, damit di« Gäste nie Augen begegnen, die sie nur daraus ansehen, tote viel von ihnen zu erwarten sei, sondern, stets das Gefühl haben: hier soll man mir gern in sreundlick-er Liebe dienen, deshalb ist auch das TrinkAetd abgeschafft, nicht minder jegr l ich er Trinkzwang. Selbstverständlich ist jeöem, der es wünsch^ ipchegenheu gegeben, sich an der Abendandacht des Tiretwc( zu beteUiaen. Aber auch dafür vesteht kein Zwang, auch kein moruLÜchä. DaS El«k»«n-Hospiz will vor allem mit jbe» Paare vor uns. Man lacht unbändig — und das" ist der Zweck des Ganzen. Wer aiich mir ein bischen kritisch veranlagt ist, der wird ja bei solchen Possen zunächst ein wenig verlegen, aber bald ivird auch der sein kritisches Gewissen in die Westentasche stecken und schmunzeln mit den Schmunzelnden und klatschen mit den Klatschenden. Jedenfalls wurden Treptows schlagfertige Kalauer, die von ihm erdachten tollen Situationen, sowie seine mitunter wirklich guten witzigen Wortspiele herzlich belacht, und da die Posse, wie bereits augedeutet, mit neuen aktuellen Couplets (in einem solchen ist z. B. die Rede von Ternburg und den Hereros) durchsetzt war, so mutete sie wie eine Novität an. Unser allbeliebter Reimer-S ci l cfjel, der launige Schalk unserer Bühne, hatte seinen El ieuabend. Ein Zeichen für die Sympathien, die er auch unter allen seinen Kollegen besitzt, ist, daß sich über die gestrige Darstellung nut das beste sagen läßt. Es wurde mit Bra.our gespielt, alles ging flott und jeder gab sich flott und war bei bester Laune^ Fast das gesamte Personal zeigte sich zudem, noch kurz vor -orec« fchluh, vvn einer ganz neuen Seite: alle halten ihr GesangS- talrm «tdeckt, und so kam man denn aus dem Staunen nicht heraus. Ja, eS wurde fast mehr gesungen als gesprochen, man geivann beinahe den Eindruck, einer Operetten- Vorstellung beizuivohnen. Und eS niachle den meisten Dar- slellern sichtlich ein großes Vergnügen, sich einmal auch von dieser Seite zeigen zu dürfen — obwohl bei diesem ober jenem die Lust größer als die Kraft, bei dieser oder jener Die Lust nicht gering schien, so sich über sich selbst einmal ein wenig lustig zu machen. Der Benefiziant, der den Onkel Nolte, die „feinste Nummer" des gestrigen Abends, den nicht alle heraus-, sondern alle hinemreißenden Possenreißer spielte, wurde mit Beifall, Blumenspenden und anderen Liebesgaben förmlich überschüttet. Er und v. d. Becke erzielten mit ihren überaus wirksam vorgetragenen Couplets durchschlagende Erfolge. Beide Darsteller waren aber aiich von köstlicher Komik, und ihre Scherzlieder von den Vokalen a, e und u, von dem oerborbeneu Magen rc. werden wohl bald zu einiger Popn- larität hier gelangen. Die gelegentlichen lokalen Anspielungen, von der Schwarzen Lach, von der Bäckermelfterstochter auf der Walltorstraße und der Schlächterlochter voni Seltersweg rc. zündeten natürlich besonders, v. d. Becke zeigt sich bei der Lösung solcher Ausgaben stets von bewiindernswericr Agilität und stärkstem koutlschen Charakterisierungsvermögen. Als milchmögende Badies wurden er und Sachs im Schlußakt laut bejubelt. Auch die Darstellerinnen der „Flotten Weiber" (eigentlich paßt dieser Titel z»i dem possierlichen Kuddelmuddel ebenso gut wie etwa „Bouillon mit Spargelköpfen") die Damen Lutter (Frau Neimer-Schlegel), Syloa, W i n d e r st e i n, Ni a i f a r t h u n d La u l e r m a n n, die letztere als köstliches „Hessengretchen", als „goldiges Nlißgebürtchen-, waren zumeist von übersprudelnder froher Laune. Frau Reimer ersang sich ihren großen und schönen Erfolg und bemühte sich mit Glück, die Fesseln, die ihr seltener Bühnen- nuftviit ihr angelegt hat, niöglichst zu verbergen. Der Vortrag des Liedchens: „Ich weiß nicht was, ich weiß nur baß, es fehlt etwas daran", gefiel ausnehmend gut. Glaubwürdig und aniüsant gaben sich in ihren Rollen Die Herren Roden und Goll, und viel Ergötzen bereitete dem Publikum baL ttebelechzende Faktotum des Herrn Sach«. Die Posse u gut inszeniert und splendid ausgestattet. HslStische Tagesschau. Das Kaiserpaar in Venedig. ■5/er Hacker folgte am Donnerstag abend der Einladung des Munizipalrates von Venedig zu einemDiner, der einen in herzlichem Ton gehaltenen Aufruf zur Begrüßung des Kaisers erlassen hatte. Während des Diners unterhielt sich bet Kaiser, dessen frische «Stimme allgemein auffiel, lebhaft mit den Mitgliedern des Munizipalrates. Nach dem Diner machte das fi'aiferpaar mit der Prinzessin Viktoria Luise eine stundenlange Gondel fahrt durch die Kanäle, ohne vom Publikum erkannt zu iverdcn. (Heftern nachmittag nahm der Kaiser den Tee bei der Gräfin Papadopulo, zu der er sich auf einem Rudergig begab, ein. Die Kaiserin unternahm nut dem Prinzen August Wilhelm und der Priuzefsin Viktoria Luise einen Ausflug in Gondeln nach dem Lioo. Die Königin Helene hatte an die Kaiserin eine Depesche aesandt, in der sie sich entschuldigt, daß sie mit viücksicht auf die kleine Prinzessin Johanna, die ste selbst nährt, nickst mit nach Venedig kommen konnte. Es heißt jedoch, daß die Königin und Kaiserin bei der Rückkehr des Kaiserpaares von Korfu in einer italienischen Hafenstadt zusamincniresfeu werdeil. — Gegenüber allen anderen Nachrichten über die Kaisersahrt gilt hier als gewiß, baß der Kaiser nicht vor dem 6. April eintrifft, vermutlich erst am 7., also am Tage des griechischen Be,veiuugsjestes, roo Korin ohnehin schon üt Feststimmung sich vefindct. Fünf Tage vor der Ankunft des Kaisers wird der griechische König und das Kronprinzcnpaar, vielleickst auch die Königin erwartet. — Die Ankunst Kaiser Wilhelms in Wien luirb nicht vor dem y.. oder 10. Mai erfolgen, da der Kaiser den Namenstag des cköönigs Georg von Griechenland, der au| den 6. Mai fällt, mit diesem zusammen in Sbrfu feiern und tyjft am nächsten Tage cib- reijen mochte. — Der Pariser „Temps" veröffentlicht über die Zusammenrünst in Venedig einen Leitariilel, in dem cs heisst: An die Detente zwischen Italien und Deutschland und zwischen England und Deutschland schließt sich die Detente, zwischen örant> reich und Deutschland. Frankreich braucht sich bei dieser Gelegenheit weder zu erregen noch zu beunruhigen. Ein Land wie das unsere, das nidjt daran denkt, Europa zu beherrschen, verlangt nichts anderes als die Achtung leiner Rechte und 1 einer Würde. Unsere Politik wird immer ehrlich, niemals eine Politik der üblen Laune sein. Reisen des Reichskanzlers nach Wien und Rom. Der seit längerer Zeit geplante Gegenbesuch des Fürsten Bülow beim österreichisch-ungarischen ILl i n i ft e r Baron Aehrenthal konnte nicht früher zur Ausführung kommen, als bis die parlamentarischen Arbeiten im Reichstag über den Etat des Auswärtigen Amtes zu Ende gejährt worden waren. Nachdem dieses geichehen, begibt sich der Reichskanzler heute nach Wien. Es ist natürlich, daß beim Zusammensein der beiden verantwortlichen Leiter der auswärtigen Politik die allgemeinen politischen Tagessragen besprochen und hierbei von neuem die herzlichen Beziehungen nicht allein der beiden Staatsmänner zueinander, sondern ebenso auch der beiden Bnndesmächte zum Ausdruck kommen werden. Einem Berliner ossiziösen Telegramm der Kölnischen Zeitung zufolge wird es an amtlicher Stelle für möglich gehalten, daß der Reichskanzler nach feiner Rückkehr aus Wien, aber erst nach Beendigung der Reichstagsverhandlungen mit Tit- toni in Rom persönlich zusammentresfen nnrd. Jät dieiem Falle würde der Gesandte von Flotow den Reichskanzler begleiten. und Land. Gießen, 28. März 1908. Boni Oktroi. wird der Paragraph 13 des vom 2 6. Dezember 1 902 auf übt Gießen ausüben? Metropole, und da einer' der verhaßten „Saubengels der 'JJhyc- rnter war, glaubte Herr Dr. Wagner mindestens eben ,o grob schimpfen zu müssen wie der württernverglschc Grobian. Und so Uetz er dann dem Gehege der Zählte einen Latz cntschluvien, der den Verfasser des Artikels einen „ichno b b erig en mllc tonnten nannte! TieTribünehörte dasSchmähwort nicht, aber dasvaus horte es' auch im amtlichen Stenogramm prangt es groß und breit 1 Aber memand rührte sich, dein schimpfenden ThcrMes über oen ungewaschenen Mund zu fahren; im Gegenteil, trotz der eben im Reichstage empfangenen Lektion hasten die Herren auf der Rechten den traurigen Mut, dem Sprecher ein belobigendes „Lehr gut. aiumüen. Stur em Journalist hatte den Zuruf gehört: und erst gegen Schluß der Sitzung konnte sich die Pressetribüne durch Einsicht in daS amtliche Stenogramm die Ucberjeugurg verschaffen, daß der Eine recht gehört. Las Stenogramm wurde auf Betreiben der Tribüne dem Präsidenten kurz vor der Bevtagnug vorgelegt. Mlber Jordan v. Kröcher, der schon den Grafen Stolberg u:i vcr Slornnuevnng Groebers gehindert, fand sich nickst veniüßigi, eih' zuschreilen. Die Tribüne, die nicht umnittelbar beleidigt war, ver- mnq kaum etwas weiteres zu tun; das beleih gte Blait es ist back „Bert. 2ageb(." — wird indes; Herrn Dr. Wagner wie dem Präsidenten die gebührende Antwort nicht schuldig bleiben, und auch die übrigen Männer der Presse werden den beidcn hie Lache mein vergessen. Die materielle Debatte brachte nichts Beso.weres; unzählige Bahnwünsche wurden vorgebracht, und die Alinisler be- (chränften sich darcuü, ihre sorgfältige Prüfung znzmagen. Ain Schluß gabs noch eine Häkelei zwischen dem konseivativen Abg. Kuiitze, her em persönlicher Wideisacher hes Herrn -^r. ^vtnller- Lerlin zu seiu scheint, und dem einfhgen Vertreter des L-aganer Kreises, Herrn Dr. Atüller, der mit ganz besonderer Warme trotz seines Wesüaleimispruugs für den poii der Bahnverwaitling Itict- mütterlich genug veoacksten Cften eintrat; sollte er, io heljuupteta Herr Km.ge, den Namen „Aiüller-sagau" immer noch fuhren, obivohl er ihm amtlich abgesprocheu sei, und er sollte — immer nach Herrn Kuntze - die Führung dieses Siamens nbgcleugne* haben. Lr. Aiüller wies nach, daß ihm der via ine „WhillerJ Lagan" niemals abgesprocheu worden sem kann, weil er ihm nie- inais zugesprochen loorhen war, imh stellte fest, daß er den Viamel« aclegeiitlich noch führe, dies aber nie abgcleugnct habe. Nur hiei im Hanje — so betonte er gegenübef Herrn Kuntze — führe er it)l nicht. Und siehe da: Es erhob sich Herr Cchniiht-Bauschli-ni, imf festzuslellen, daß beim Burcan ein Wortmeldungszellei mit emei Unterschrift emgelaufen sei, die lich mir als „Müller-Lagau heute» lasse. Herr Di. Müller stellte ieft, daß dieser Zettel nicht von ihn Herrühre. Miii erhebt sich hie Frage: Wer hat den Zettel beu< Bureau eingeschmuggelt, und ivvher hatte Herr Kunne, ».er nicht Schrülsührer ivar, Kenntiiis uou dem Eingänge dieses gefalfchte» Zettels? U. A. iv. g. I einer der ältesten Hamburger Familien, die innerhalb der 150 Jahre ihres Bestehens dem Hamburger Gemeindewesen em? große Anzahl von Männern gestellt hat, die sich um die Stadt hoch verdient gemacht haben. Mönckeberg studierte nach Absolvierung des akademischen Gymnasiums in Hamburg, in Heidelberg und Göttingen und promovierte 1862 als Dr. junS utriusque, um sich dann in Hamburg als Advokat niederzu- lassen. Im 5. Bataillon des Bürgermilitärs wurde er damals zum Leutnant gewählt. Er trat als Syndikus und Mitglied des Aufsichtsrats in die Berlin-Hamburger Eifenbahngesellschaft und verehelichte sich am 6. Juli 1867 mit einer Adoptivtochter des Senators Adols Tesdorpf. In die Bürgerschaft wurde er zum ersten Male im Jahre 1872 gewählt und gehörte bald ihrem^ Vorstand als Schristsührer an. Am 3. Juli 1876 erfolgte naa) dem Tode des Bürgermeisters Dr. Haller ferne Wahl m den eenat. Zum Ersten Bürgermeister wurde er zum ersten Male im Jahre 1889 gewählt. Nr.7S Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag L8. März 1808 »-JS Z3T! aaX Ar AM SäM MMeMer Anzelger General-Anzeiger für Gberhefsen Äl"d!e Tagesnummer RolaLionrdnlck und Verlag der Vrühl'schen Unw.-Vuch- und rteln-ruSerei. H. Lange. Redattion, Expedition und DruSerei: Zchulstrahe 7. A°!eic,emell^'H.^ÄeL bis vormittags 10 Uhr. Ltimmungrdild aus dem Heithstage. Berlin, 27. März. Der evfte Tag der dritten Lesung des Etats pflegt sonst zu den großen parlauientarifcheu Tagen zu rechnen. AVer die großen Tage lassen sich nicht ancinanderreihen. Alan hätte ivohl auf die allgemeine Aussprache diesmal übeilMipt verzichtet, wenn nicht auf die Verhandlungen der letzten -Lage über den Etat des Reichskanzlers und des Auswärtigen Annes nach der noch nie gcänbcifeu Reihenfolge der dritten Beraknng un unmittelbaren Anschlüsse wieder mit Reichskanzlei und Answarttgern Amt hätte begonnen werden müssen. 'Ulan war so wenig redelustig, daß, als nach dem Lozialdemokraten David Herr Lchrader kurz gesprochen hatte, der Präsident dem Abg.Bcbel das -Wort erteilen niußle. Atis der ganjen Verhandlimg iftjaum etwas anders erwähnenswert, als daß Dr. Daoid eine vom Ltandpunkt der Lo- jtialbemofrnten recht wirkungsvolle Rede über W ahlreclfts- v e r l) ä 11 n i i i e hielt. Tie scharfen Provokauolien Tavids lösten eine noch schärfere Polemik des sächsischen Konfervatweii Dr. Wagner aiis, der Staatssekretär Krätke unterhielt ,id) nut dem Sozialdemokraten zum jo und so vielten Aiale über das Briefgeheimnis der Post, Graf Kanitz niachle seinem AntikarieNherzen Hilft und Herr Speck vom Zemruni veranlaßte durch ein fteuev- politisches Zentrumsexpojö deii Abg. Schrader zu einer nochmaligen Tarlegmig des freisinnigen Standpiinkies. Daim erledigte man m memacn '.Phnutcn die Etats des Reichskanzlers , und des Auswärtigen Amtes und trennte sich zu, schon länglt mcht mehr ge- wohirter früher Stunde, iveil am Abend Geheimrat Koch den Reichsboten einen Vortrag über die Schlafkraiikheif halten zoll. WmmunMR^Üs" dem preutz. MgeorduetenhauZ. B e r l i n , 27. März. Das alte Wort von der „Duplicitüt der Ereignisse" ist wieder einmal zur Geltung gekommen: Ter gute Ton m allen Lebens- lagen, den man im Reichstage eben erst un oade Grober mit Bedauern vermissen musste, scheint auch im prenßucheii Avgeoidnelen- haus nicht mehr gewahrt werden zu sollen. Herrn Grobers „Lau- bengel'* reiht sich eine Beleidigung ebenbürtig an, die der Freikonservative D r. Wagner am Frenag gegen einen Mann der Presse in össentlichcr Sitzung und ungestraft zu schleudern sich erdreistete. Jrgeiid ein Unglückswurm von fchlesi-- schein Journalisten hat in einem Berttner Blatt ein Feuilleton veröffentlicht, in dem er über Breslau dasselbe Urteil fällte, das der berühmte Namensvetter des Herrn Tr. Wagner, der Berliner Nationalökonom, über Berlin in noch schrofferer Fassung gewllt: Hatte Herr Professor Adolf Wagner Berlin die „xiid|iaiiöigftc iLroßsiaht" geicholten, so sprach der schlesische Presstmensch von Breslau mir als einer „zurückgebliebenen Großstadt. Herrn Adoli Wagners Wort war cm Tadel, das deS schlelijchen Joiirnalttleli ein Urieil, ein Urteil ohne tadelndem Beigeschmack. Aber der llofal- Patriotismus des Herrn Abg. Tr. Wagner empfand schon dieies Urteil als ein crimen lacsae maje^tatis gegenüber der schlesischen 1885, betreffend die Abänderung deZ Zollvereinigungs-Ver- trageS vom 8. Juli 1867 (ReichS-Gesetzblatt S. 109) sind aufgehoben." Die Stadt Gießen erhebt nun zurzeit Oktroi von: a) Schlachtvieh, Wildpret, Fleisch und Fleischmaren; b) Malz, Hirse, Hafer und Mühlenfabrikaten außer Mehl aus Getreide (jedoch ausschließlich solchem aus Mais) und geschälten Erbsen; c) geistigen Getränken mit Ausnahme von Beerenwein; d) Brennholz und Kohlen. Vom 1. April 1910 ab wird daher die Stadt Gießen den Oktroi für die unter a) und b) aufgeführten Gegenstände, mit Ausnahme des für Wildpret und Malz zu Brauzwecken, entbehren müssen. Es bedeutet dies einen Ginn ahme-- ausfall von etwa 41 000 Mk. jährlich, der auf andere Weise zu ersetzen ist. Falls der Ersatz durch die direkten Steuern beschafft werden müßte, würde sich der Gesamt- ausschlag an Gemeindesteuern von rund 900 000 Alk. um 4% v. H. erhöhen. Für jede Mark Steuer wären mithin 4% Pfennig mehr zu entrichten. Ob der Ausfall ganz oder teilweise auf die direkten Gemeindesteuern abgewälzt wird oder ob zur Herbeiführung eines Ausgleichs zu anderen Mitteln gegriffen werden soll, liegt in dem Ermeffen der Stadtverordneten-Versammlung. Empfehlenswert wird es sein, die Wertzuwachssteuer zur teilweisen Deckung des Ausfalles zu benutzen. Der Gedanke an die Aufhebung des Oktrois auf die notwendigsten Lebensmittel ist der Fürsorge für die unbemittelten Volksschichten entsprungen. Mit der wesentlichen Erhöhung der Getreide-, Vieh- und Jleischzölle im neuen Zolltarif mußte naturgemäß auch mit einer Steigerung dec Lebensmittel gerechnet werden. Um diese nicht allzu fühlbar werden zu lassen und den unteren Volksklassen in den oktroi- erhebenden Städten eine bessere Ernährungsweise zu ermöglichen, glaubte man, eine weitere Belastung des zur Erhaltung des menschlichen Körpers Notwendlgsien durch öffentliche Abgaben untersagen zu sollen. Ob der angestrebte Zweck erreicht werden wird, muß die Zukunft lehren. Jedenfalls lassen die in dieser Beziehung bisher gemachten Erfahrungen nicht zweifelsfrei den Schluß zu, daß mit der Aushebung des Okirois die erhoffte Verbilligung emtritt. Beispielsweise sind in Mannheim, nach- dem hier der Oktroi aufgehoben' ivorden war, die Lebensmittelpreise höher als in Worms, wo noch Oktroi gehoben wird. Es sind denn auch d.e Meinungen über die Wirkung des OktroiaufhebungSparagra phen geteilt gewesen, weshalb seine Annahme einen heißen Kampf der gesetzgebenden Körperschaften gekostet hat und zwar sowohl in den Kommissionssitzungen als auch im Plenum. Auch verfassungsrechtliche Bedenken sind, namentlich von dec Regierung, vorgebrachl worden. Dem Kampfe wurde erst m der denkwürdigen 23b. Sitzung des Reichstags am 13./14. Dezember 1902, die vom 13. vormittags 10 Uhr 20 Mm. ununterbrochen bis zum 14. vormittags 4 Uhr 38 Mm. —18 Stunden 18 Min. gewährt hat und äußerst bewegt verlaufen ist, mit der Annahme de§ Zolltarifgesetzes und des Zolltarifs em Ende bereitet. ♦ "Ordensangelegenheit. S.K.H.der Groß Herzog haben dem Kais. D. Generalkonsul v. Herff zu Genua die Erlaubnis zur Annahnie und 511111 Tragen des ihm von dem Deutschen Kaiser, König von Preußen, verliehenen Roten Adler-Ordens 3. Klasse mit der Schleife erteilt. 4- H a a r Hausen b. Homberg a. d. Ohm, 26. März. Der über ein Jahr hier tätige Lehrer A. Bach wird in den Osterferien unseren Ort verlassen, um eine ihm zu teil gewordene Lehrerstelle in Rohrbach, Kreis Büdingen, zu übernehmen. Die hiesigen Einwohner sehen den jungen, tüchtigen Mann, der sich in seiner kurzen Dienstzeit hier die Sympathie Aller erworben hat, nur imgern scheiden. X Groß-Karben, 26. März. Der umfangreiche Um- und Erweiterungsbau unseres Bahn Hofs geht seiner Vollendung entgegen. Die Gleisanlagen sind sehr wesentlich verbreitert worden, eine neue Verladerampe wurde angelegt und ein großes Stellwerk erbaut. Auch das Bahnhofsgebäude wird noch eine Erweiterung erfahren. /\ A u S dem Ohmtal, 27. März. Kürzlich lasen wir in einem Oberheff. Blatt ein Inserat, wonach 1000 Mk. als Preis unter die Löser eines Vexierbildes verteill versprochen wurden, wenn der Löser — das ist der Pferdefuß — 1.30 Dck. für einen Kalender emsende. Zur Warnung für solche, die gerne auf den Leim gehen, teilen wir unsere Erfahrung mit einem derartigen Preisrätsel mit. Es war eine Tat predigen. Möchte ihm dazu recht viel Gelegenheit gegeben werden. In seiner schönen günstigen Lage am Park ladt es gar freundlich dazu ein. Schl. — Wilhelm II. a ls römischer Im per ato r. Der Kaiser hat noch kurz vor feiner Abreise nach Venedig dem Bildhauer Professor Walter Schott in Wilmersdorf bei Berlin einen Besuch abgestattet. Er iah dort in erster Reihe das fertige Modell der lebensgroßen Figur, die ihn leibst darstellt, für den großen SchungSfall der Berliner Akademie der Künste bestimmt. Der Kai>er erscheint in der Tracht eines römischen Imperators. Das Haupt ift geschmücti mit der Al- longeperüctc, um die sich der Loroeec windet. Während die linke Hand den Mantel rafit, lehnr sich oer Marichalt- stab gegen das rechte Bein, das auf eine Weltkugel tritt. Zur Seite deuten eine Kartusche mit dem Künirlerwappen und die davor hockende Eule den Sinn des Kaisers für Kunst und Mssenscl)aft an. — Tschudi § Urlaubsreise. Bekanntlich ist der verdienstvolle Direktor der 9ialionatgallerie in Berlin, v. Tschudi, plötzlich aus ein Jahr beurlaubt morden, angeblich zur Kräitlginig seiner Gesundheit, wahrscheinlich aber wegen Jmrlguen der Vertreter einer überlebten Kunstrichtung, wie Anion v. Werner 2c. Jetzt bringen die .Lust. Bl." folgende hübschen Jieime: Tschudio aus einer Reis' — Ob er hemikehrt — nimmer weiß. Reist nach Rom und nach Paris — Und betrachtet das und dies, Steht sich schöne Bilder an, — Die er nicht mehr kauten kann, — Ueberlegt sich aut dem Marsch: — Ist der Bode solidarsch? — Kommt er gleichfalls in die Klemm' ? — Oder bleibt er bei S. M. ? Tschudio auf seiner Reis' — Absolut von gar nichts iveiß, — Wer den Urlaub ihm verschafft, — Ist ihm gänzlich jchleierhatt, — Bis er nach Reunmonattrist — Ganz und gar entbunden ist — Bon der Heimkehr irgendwo — Aus der Reise Tschudio! — Pascal David 7. Ter Chefredakteur der nationallib. ^Straßburger Post", Pascal David, einer der vortrefflichsten deutschen Journalisten, selbst bei politischen Gegnern hoch angesehen, ist infolge eines Schlaganfalls am 27. d. Al. gestorben. Er war ursprünglich Postbeamter, machte sich durch gelegentliche amüsante Plaiidereien in der .Straßb. Post" bei deren Lesern und Verlegern sehr beliebt, wurde m die Redaktion berufen und ist dann viele Jahre lang deren ausgezeichneter Leiter gewesen. ganz ähnliche Aufgabe gegeben, eine ganz gleiche Bedingung zu erfüllen und ein ähnlicher Preis in Aussicht gestellt. Wir schickten die kinderleichte Lösimg ein nebst dem Betrage für den Kalender. Ein Jahr lang warteten wir vergeblich auf Antwort. Auf unsere Anfrage wurde uns der Bescheid, die Kalender seien noch nicht alle untergebracht. Wieder warteten wir ein Jahr und nun wurde uns auf erneute Anfrage hin die Mitteilung, es sei der betreff. Verlagsanstalt von uns keine Lösung zugegangen. Täpeziers^Ad am Heinrich Lehr in Hainchen wurde aut' 23. März das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemeinschuldner seine Zahlungen eingestellt hat, auch seine Zahlungsunfähigkeit ein- räumt. Sparkassenrechner Wagner in Altenstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konstirsforderungen sind bis zum 14. April bei dem Amtsgericht Altenstadt anzumelden. — lieber das Vermögen des Friedrich Debus, Bäckermeister in Westhofen, wurde am 24. März das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemeinschuldner seine Zahlungen eingestellt hat. Rechtsanwalt Schott in Osthofen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kon- kllrsforderungen sind bis zum 14. April bei dem .Amtsgericht Osthofen anzumelden. Gießener Strafkammer. ) ( G i e ß e n, 27. März. Diebstähle. Im letzten Herbst beobachteten sic ei. Leute den Schuhmacher L. R. Sch. von Freiberg (Sachsen), wie er zu Altenburg in die Scheuer eines Landwirts einstieg und bann durch einen Schalter mehrere gefüllte Säcke auf die Straße warf, die er bann fortschafste. Trotzdem er genau erkannt wurde, leugnete er, der Täter gewesen zu sein. Daß er zu einer solchen Xat fähig ist, beweist seine Vorstrafe wegen Diebstahls. Kurz vorher wurde er betroffen, als er einem Landwirt von der Dreschmaschine in seiner Scheuer einen Sack voll mit Frucht vermengte Spreu entwendete. Er wurde wegen eines einfachen und eines schweren Diebstahls zu einer Gesamtstrafe von vier Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Eine iulereffanle Entscheidung für Jäger. . Auf Veranlassung der Oberiorsterei erging gegen einen hiesigen Jagd!' . c,uoer Anklage wegen uebertretung des Artikels 3o, 1 des Jagc,.cafgefetzes, weil er wahrend dec allgemeimm Legezeit im letzte,. Sommer zwei Rehe mit einem »iinb hatte hetzen lassen. Die Verwendung von Hunden zur Jagd ist wahrend der Hegezeit nur zum Verfolgen von angescho steuern Wild gebattet. uiaci) feinen Angaben hatte er am genannten Tage einen iags zuvor angefchos«enen Rehbock suchen wollen.^ Er wies durch einen Traber nach, dag ein ausgefcheuchtes Stück Wild gelahmt hat und sich an verichieocnen -stellen Blut vorjaiid, woraus zu schließen war, seine Angaben seien richtig. Das schollengericht stellte sich nun die Frage, ob der angezogene Arttlel eine Verfolgung des Wildes durch Hunde nach so langer Zeit noch gestattet, da diese Handlung teilt Verfolgen mehr i|t, sondern «ich als ein Aufsuchen öaruellt. Das Ge,ctz will die Beunruhigung des Wildes wahrend der Periode der Geburt unb ber Auszucht ber Jungen im Interesse ber ungestörten Weiter- eiitiüiaelung bes Wildstanbes möglichst vermeioen, weshalb es bie Verwendung von Hunden wahrend dieser Zeit beichräntt. Da cs Jägcrsitte ist, em cuigeschosienes Wild nie auf der Stelle zu vcrjölgen, weil es leicht über die Grenze geht, wollte das schönVngencht zwischen sofortiger unb späterer Verfolgung teilten Unterschieb machen. Es hielt ben Augetlagten für berechtigt, ben Hunb auf bie Fährte bes angeschostenen Rehbocks zu setzen; baß an biefem Platze sich außer bem angeschossenen Wilb ein anberes aushielt, sei ohne Bebeutliilg. Die Staatsanwaltschaft focht bas ben Augetlagten f r c i s p r e ch c n b e Erkenntnis aus Anregung ber Forsibehörbe au, ba sie ber Meinung war, bad Schöffengericht habe dem Verfolgen einen zu weitgehenden \sinn beigeltgt. Selbst der Vertreter der Forstbehorde tonnte bas Verhalten bes Augetlagten in jagbtechnifcher Beziehung nicht beanftanben. Tas Berufungsgericht hielt eine, spatere Verfolgung bes Wilbes für zulustig, weshalb bas erstinstanzliche Urteil seine Bestätigung fand. Ter Berliner aus Reisen. Der 40jährige W. U. aus Berlin slaiid bei der Dreschmaschine zu Steinfurth in Arbeit. Als feine Wirtsleute an einem Sonntag abend die Wohnung verlassen hatten, packte er eine große Anzahl Herren- und Darnentteidungsstücke zusammen; auch zog er verichiedcne Kleidungsstücke an und nahm eine Damcnuhr sowie einen Geldbetrag von 6 Mk., der sich bei der Uhc in einer Kommoda befand, womit er nach Friedberg unb von ba über Gieuen nach Hollanb fluchtete. Balb barauf würbe er festgenommen unb ausgeliefert. Er gestanb ben Diebstahl zu, behauptete aber, geisteskrank zu sein, weshalb er sechs Wochen wegen seines Geisteszustanbes beobachtet würbe. Ter Arzt schilberte ihn als einen erblich belasteten Menschen, ber wie fein Vater bem Trünke verfallen ist. Er hat sich unftät in ber Welt umhergetrieben unb schon sehr viele unb schwere Strafen erlitten. Als chronifcher Altöhottst zeigt er körperlich uub geistig abnorme Erscheinungen. Geisteskrankheit besteht bei ihm nicht, wenn er auch nicht als geistig vollwertig bezeichnet werben tann. Unter einem Strom von Tränen schilbert er, wie er bestänbig verfolgt würbe. Es komme manchmal so an ihn, bann könne er nicht anbers, er müsse stehlen, fei aber traut unb könne nichts baiür. Nachts tonne er nicht schlafen unb nirgenbs finbe er Ruhe, ba ihm die Würmer das Gehirn zernagten. Diese letzteren Angaben hat er schon mehrfach gemacht und man nahm in früheren Fällen Simulation an; doch der Arzt bestätigte, daß er einen sehr unruhigen Schlaf habe unb er 111 ]einen Trugwahrneh- mungen bie schmerzenben Kopfnerven für im Gehirn besinb- liche Würmer hält. Da auf Grunb bes fachverslänbigen Gutachtens ber Angeklagte für feine Tat verantwortlich zu machen ist, mit Rücksicht auf feinen Geisteszustaub aber eine mUbere Beurteilung stattfinden soll, wurde von der Zuchthausstrafe abgesehen und auf eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren er- iamit, worauf vier Monate Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen sind. Eine Stempelsteuerfraze. Dem KarrufselbesitzerI. F. Sch. zuNieder-Flor- st a d t, der ohne Erlaubnis fein Karrussel in feinem Hof in Betrieb gefegt hat, ging ein Verwaltungsstrafbefcheid über 12 Mark uiib Nachentrichtung der vorenthaltenen Steuer von drei Mark zu, gegen den er gerichtliche Entscheidung antrug. Das Schöffengericht gelangte zum Freispru ch. Der Stempeltarif beftimmt, Konzessionen, Genehmigungen usw. der Behörden in gewerbepolizeilichen Angelegenheiten unterliegen dem Urkunden- skempel. Die Unternehmer haben also, wenn ihr Betrieb nur mit Erlaubnis der Behörde ausgeübt werden darf, eine Stempelabgabe zu entrichten. Das Schöffengericht stand aus dem Slandpmikt, es fei weder durch die Gewerbeordnung, noch durch die Verordnung über Stempelabgaben der Angeklagte zur Kon- zeisionseinholung verpflichtet. Wo keine Konzefsionspslicht besteht, braucht eine solche auch nicht erteilt zu werden, weshalb auch keine Stempelpflicht bestehen kann. Es bestehe eine Unklarheit int Gesetz, die trotz einer letztrichterlichen Entscheidung — von der Strafkammer gegenteilig entschieden — noch nicht beseitigt ist. Dieses Urteil wurde von der Staatsanwatt- jcljait angefochten. Die Entscheidung der Berufungsinstanz soll nach acht Tagen verkündet werden. handel. ** Konkurse in Helfen, lieber das Vermögen des Kaufmanns Hermann Stern zu T a r m st a d t, Inhabers der Firma Meyer u. Stern daselbst, wurde am 17. März das Kvnkursv-erfahren eröffnet, da Gemeinschutoner seine Zahlungen eingestellt und Eröffnung des Konlürsverfahrens beantragt hat. Kaufmann Karl Dechert zu Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kvnkursforderungen sind bis zum 5. April bei dem Amtsgericht Darmsladt I anzumelden. — lieber das Vermögen des Aaermanns H e i n r i ch S ch a 11 c r in Badenheim und des Ackermanns Karl Schallet in Pfasfen-Schwabenheim wurde am 18. Marz das Konkursverfahren eröffnet, da ein Gläubiger wegen Ueberfchuldung der Gemeinschuldner die Konkurseröffnung beantragt unb feine Forberung und die Ueberfchuldung der Gemcinschuldner glaubhaft gemacht, auch die Gemeinschuldner ihre Ueberfchuldung selbst zugegeoen hauen. Notariatssekretär Peter K rauer in Sprendlingen wurde zum Konkursvcrlvalter ernannt. Konturssorderungeii jiiu> bis zum 1. April bei dem Amtsgericht Wöllstein anzumelden. — lieber das Vermögen des Sattlers und Briefkasten -er Redaktion. tAuouyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.» M. R. Ist der Lohn nach Monaten bemessen, so gilt gern. Art. 6 ber Hess. Gesinbeorbnung vom 28. IV. 1877 der Dienstvertrag als auf die Tauer eines 9)lonat§ abgeschlossen. Tann würbe bie KüudiguugsEist 14 Tage betragen unb die Kündigung könnte für ben Schluß jeben Kaleudecmouats erfolgen. Nach Art. 7 ber Gesinbeorbnung ist es jeboch zulässig, durch Ottsslalut hiervon abweichende Bestimmungen zu treffen. Für Gießen ist dies durch Ortsstalut vom 30. August 1900 geschehen. Danach gelten Tmsl- botenuevträge, sür die nicht ausdrücklich eine bestimmte Tienslbauer vereinbart ist, als auf bie Dauer eines Kalenderviert e ljahres abgeschlossen. Tie Küubiguug kann bahec nur auf den 1. Januar, I. April, 1. Juli und 1. Oktober jeden Jahres erfolgen. Die Kündigungsfrist beträgt mindestens 4 Wochen. Erfolgt die Kündigung nicht rechtzeitig vor dem Ablauf des Dieustvierleljahres, so gilt der Dienslveuragalsstillschweigend auf dieTauer eines weuereuKaleuder- Vierteljahres verlängert. Tiefe Bestimmungen greifen auch dann Platz, wenn monatliche Lohnzahlung vereinbart ist. Etwas Ab- weichendes kamt nur durch ausdrück 1 ich e Vereinbarung be- ftimmt werden. Wir verweisen aus bie Krelsamlliche Bekanntmachung vom 26. Ium 19ü7 un Amtsblatte des "Glegeuer Auzeigers". Tieje Bestimmuugeli sind bann für Ihre Tochter maßgebend, wenn deren Dienstherrschaft zurzeit der Eiugehuug des Dienstverhältnisses ihren Wohnsitz in Gießen hatte. Zur Emhaltuug der angegebenen Vorschriften ist bie Dleusiyerrschait in gleicher Weise verpflichtet. Ta es fiel) um einen in die häusliche Gemeinschaft ausgenommenen Dienstboten handelt, ist die Dienstherrschaft verpflichtet, ihm außer dem Geldlohue auch Verkösligimg uud Wohnung in dec üblichen Welse 511 gewähren. Geht die Herrschast auf die Reise, ohne deu Ticuslboteu nntzuuehmeu, so muß sie für die Zwischenzeit für Verköstigung uud Wohuuug eventuell durch eine angemessene Gelbeutjchäöiguug, sorgen. Darauf, bay die Dienste des Mäbchens m dieser Zeil nicht oder in geringem Maße von der Herrschaft in Anspruch geuommeu wurden, kommt eS mchl an; eS rechtfertigt sich hieraus feine Kürzung ber Gegenleistung. Meteorologische Beovuchturrgen Der Station Gießen. Marz 1908 Bacouieter am 0" reduzierl Temperatur der PAh Absolute Feuchtigkeit oZ q S CD | vO A Windstärke Welter 27. 2 ih 753,4 10,9 4,4 45 8 4 Sonnenschein 27. 911 752,4 3,7 4.5 75 SW 2 Bed. Himmel 28. 752,0 1,1 4,4 89 NE 2 Sonueuschein Höchste Temv ivatur am 2k 1-27 März = + 10,9 6 C. yiiebviqfte „ „ 26.-27. 1/ — — 2,6 v C. Te3efoiiisc8i© Kiirsäjerecaifte des Giesseuei Auzeigers, ungeteilt von der Hank iür Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter itör*«, 28. März, 1.15 Uhr. 3>j°/e Reichsauleihe . . 91.951 6% do. . . 82.10 °/0 Konsols .... 91.75 o% do 82.10 u>jv/0 Hessen.....—— u/0 Überliessen . . . 92.00 i>0 Uesterr. Guldreute. Ub 7U 4l/6 “o uesterr. öilberrente 99 40 Ungar Goldrente . . 93.60 4% Italien. Reute . . .--- 3>0 Portugiesen berie 1 60.70 3% Portugiesen „ 111 61.30 i>tiv10 russ.btaatsani. 19Uo 94 8U 4>äu,0 japuu. otuatsanleihe bb.3u i>0 Uunv.Türken vou luuö 94.7U 1 ürkeuluse 150.00 Gnecii. Monopol-Aul.. 49 40 äussere Argentinier . bö.75 o°/0 Jiexiaaner . . . 67.00 4>s“/o uhineseu .... 95.55 Aktien: Bochum Guss 204 25 Buderus K W 112.00 '1 enden .; fest. Blektnz. Luhineyor . . . 119.90 Blektnz. bchuckert . . . 103.90 Eschweiler Bergwerk . . 207.30 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.20 Hamburg-Amerik. PaketL 112.50 Harpener Bergwerk. . 196.70 Laurahütte 213.50 Nordd. Lloj'd . ... 98.50 Ubeisehles. Eisen-Industrie 97.40 Beniner Handelsges. . . 162.00 Darmstädter Bank . . . 124.60 Deutsche Bank .... 232.80 Deutsch-Asiat. Bank . . 137.00 Diskuntu-Kuuimandit. . . 158.80 Dresdner Bank .... 139 90 Kieditaktien .... 203.50 Baltimore- und Ohio- Eisenlahu 83.50 Gottuardbuhu 176.00 L-omuard. Eisenbahn . . -610 uesterr. btaaisbanu . . . 145.00 l'nuce-Heun-Eiseubahu . H9.v0 Berliner liörse. 28 Mälz. Anfaugskurse. Cauada E. B. . , . . . 153.60 Darmstadter Bank . . . 127.-0 Deutscue Bank .... 233.50 Durtmuuner-Union C. . . — Dresdner Bank . . . 140.50 Tendenz: test. Uarpeuer Bergwerk. . . 196.70 Laurauütte 213.00 K.umbardeu E. B. ... 25.90 Nordd. Lloyd 98 40 i ürkeuluse 150.80 Mgiiag nach Mass. Erstklassige Verarbeitung. Tadelloser Sitz. Grosses Stofflager. au/s J. Pfeffer, Marktplatz. Werkstätten iür Handwerkskunst Georg Ehrhardt & Söhne Möoel-Fabrik Darmstadt Feldbergstraße 36 Günter dem Hauptbahnhof) Etablissement für gediegene vornehme Wohnungseinrichtungen ■ Besichtigung der Jwt Ausstellung fertiger Musterräume und -»r der mustergültigen Fabrikationsanlage erbeten. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schuletr. 7 2 Nbt m 05 S. 'N 14 Eber btiC ?LÄ 'N. iichttgt.» \io Sill», ^^teniiomT amt wifi K* Ulf c-‘ ch gelten tj MteTienslbl »Jtteiiah« den 1.^ erfolgen. K, !' dle Munbiito 5"es- i° 9ih!e eile«nÄalen}ttl eilen atm; t(.. m. etwas t> evembanuM '">che «dass. ^lerAiPigriz' QBgebtnö, >e"iiverhaliich der aiigegebtast ietje Derpfli^a, emeinidjaitati. chall öerpjh^ Wohnung in d» lit aui die Sttt, iit die ZnM etneangemis-" le des LlÄW der Jperridjat t- mgen Well« icate ank lür HuW t 10,9*6 - 2,6 * C. । eonnenidxtn IBM SonmW b Uhr. ißt - - eit. • M itt» werk . lergwerk. lBl ;’ ik. PaketL II- ;'' verk. • . 213?.1 u.iudostrie J« :bg«. ' “ uik . . Bank • jaudiL . i Ohio- ,w , M • • '' 'M iibahn • 1 oniut. • ' äsenNM ■ 0 0 9$^ Hgjkuflk cr Quelle h ä n o m o b i 6 in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Zuschlagsfrist 2 Wochen. (Sieben, den 27. März 1908. per Vi Liter: 70 Pfg., per 3h Liter: 55 Pfg., emp stehlt Das Allerbeste ist Heute nacht um 2 Uhr entschlief nach kurzem Leiden unser lieber Vater von Mk. 15.— an empfiehlt und braucht keinen Möbelhändlerl — Wir liefern direkt an Private und versenden kostenlos Wer ausderQuelle schöpfen kann, brauch leitimn, denn an der Quelle gibt es frisches, Eberveefteigerung. Tienstag den 31. März 1908, vormittags 10 Uhr, läßt die Geineinde Bersrod einen 2 jährigen Faseleber versteigern. Bersrod, den 27. März 1908. Großherzogl. Bürgerineisterci Bersrod. mit idealer Vorderradfederung (System Rüttel), D. R.-P., Motor 6—7 PS., Zweizylinder, ist der einfachste, im Betrieb billigste und leis ungsfähigste kleine Motorwagen der Welt. ■ —- schienener Bewerber stattfindet. Zuschlagsfrist 14 Tage. I Gießen, den 28. März 1908. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. I. V.: Kalbfleisch. Georg Wallenfels, nur Marktplatz 21, Telephon 46, gegenüber der Engelavotheke. 1: Quellfassung, 2: Zuleitung von den Quellen nach dem Maschinenhaus, 3: Pumpstation, 4: Ortsnetz, 5: Hochbehälter von 80 cbm Fassungsranm Los Los Los Los Los Hungen, den 26. März 1908. Großherzogliches Amtsgericht. unser neuestes Musterbuch über moderne Möbel in künstlerischen Fertig1 gespannte Hinterräder mit Freüaulßabg iinil Wriltase sollen zusammen oder getrennt öffentlich vergeben werden., Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung der, Abschriftskosten auf dem Amtszimmer dcS Unterzeichneten Kcetsamtsgebäude Zimmer No. 17 in Empfang genommen werden. Daselbst liegen auch die Zeichnungen und Bedingungen zur Einsicht offen. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen und postfrei bis Samstag, den 11. April l. Js., vorm. 10 Uhr bei dem Unterzeichneten einzureichen, woselbst die Qeffnnng der Angebote ■ in Gegenwart er» Der Großh. Kreisbauinspektor des KreiseS Gießen. I. V.: Frey. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29. März, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 2063 2065 General-Vertreter: Georg J. Müller, Butzbach. Kartoffeln feinste Speise- u. Salatkartosteln enrpstchtt zu den billlgsren Tagespreisen 1004 I Hantel, Neuen Baue 7> Telephon 612. Z acht-u. Legehühner beste Cicrlcgcr [b23/: versendet gut u. billig M. Bcckcr, Geflügelt)., Weidenau (Sieg! 57. PreiSl. gratis u. franko. Möbelfabrik mit Dampfbetrieb. Gegründet 1883, BekamlLttmchurrg. Bei der Spar- und Dahclehnskasse zu Rodheim an der Horloff, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, wurde heute im Genossenschaftsregister eingetragen: Adolf Hofmann von Rodheim an der Horloff i|t aus dem Vorstande ausgeschieden. An dessen Stelle wurde Gustav Hofmann erster, daselbst in der Generalversammlung am 8. März 1908 zum Vorstandsmitglied gewählt. Süd- und Ungar weine bestens erhältlich bei Heinrich Kümmel L, Kaufmann, [slM/3 Wiescck, Schulstrasse 1- bet uns einzureichen. Gietzen, den 27. März 1908. Das Kuratorium. Mecum, Oberbürgermeister. Nervosität-Lebewohl! ** Sammle Briefmarken! Du wirst ruhig; die Nerven haben keine Gewalt mehr über Dich, Katalog und Zeitung gratis. (ssö/„ Philipp Kosack, Berlin, Burgstr. 12. LWbmg von Wosselleillliigsarbeiten. Die bei Erbauung einer Wasserleitung für die Gemeinde KeMbach vorkommenden Arbeiten und Lieferungen und zwar: empfehlen billigst [-'üM fcriiz Greyori & Gehn. Höhere rniö W elterteMööAWle zu Gießen Für unsere Schule suchen wir zu möglichst baldigem Eintritt! einen seminaristisch gebildeten Lehrer, der für die Erteilung des Turnunterrichts besonders vorgebildet ist., Das Gehalt beträgt — vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung — 1500 Mk, alle 3 Jahre steigend um 200 Mk. bis 3500 Mk.; daneben erhalten verheiratete Lehrer 600 Mk., unverheirate 3oOM.t. Wohnungsgcld. Die Festsetzung des für das Ansangügehalt mag' gebenden Dlenstalters regelt sich nach den gesetzlichen Vorichrulen. 'Utelbunßcn mit Lebenslauf und Zeugnissen und bis zum 20. Slprtt Entwürfen für bürgerliche und giilbOrnerliebo ffohnunns-EiDrichlDnaen und legen Liste von ca. 900 Neserenzen aus allen Teilen Deutschlands und des Auslandes bei, die gern Auskunft über unser Fabrikat geben. Lieferungen erfolgen mit 5 jährig. Garantie, fracht- u. emballagcnfrci und mit Garantie für gute Ankunft. Ein Lagerbesuch (ca. 60 bis 70 komplette Zimmereinrichtungen stets vorrätig, und eine Besichtigung unseres Fabrik-EtablissementS ist lohnend und die Reise rentiert sich. — Cour, bauer Sömie, Fulda (2) Kg Donnerstag, den 9. Aril 1908, nachnutlags 3 Uhr, werden die vor dem Warnen der August Helsenbein Ehefrau geb. Rohde stehenden Parzellen der Gemarkung Giehen: 2/164/4=507 qm Ho freite links der Chausiee, 21/15,2 = 262 qm Grabgarten rechts des Wieseaer Wegs, 21/15,5=2496 qm Hosreite das., 21/15,8=1053 qrnGrabgar len das., öffentlich meistbietend versteigert. Gieffen, den 26. Februar 1908. Groszh. Ortsgericht Giesten. Gros. Bürgermeister Dr. J. G. Mönckeberg im 69. Lebensjahre. 2066 Privatdocent Dr. J. G. Mönckeberg n. Frau, stud. jur. Franz Mönckeberg. L^b. Riegel Hamburg, den 27. März 1908. VtUbMg non Wchd'leitiiWlbeiteii. Die zur Erbammg einer Wasserleitung für die Gemeinde ) Eberstadt erforderlichen Arbeiten und zwar: Los I: Quellfasiungsarbeitcn im Vocanschlagsbetrage von s 7 300.— Alk. Los II: Hochbehälter im Voranschlagsbetrage von 7000.—Mk. ] Los III: Rohrnetz im Voranschlagsbetrage von 26,300.— Mk.1 sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Zeichnungen und Angebotsformtllare liegen vom 1. April j l. Js. ab auf dem Bureau des Großh. Kreisbauinspektocs.1 Landgraf Philipp-Platz Nr. 3 Zimmer 23 zur Einficht offen und werben letztere daselbst gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind portofrei bis zum 11. April l. Js. vorm. 12 Uhr an den Unterzeichneten einzusenden, woselbst die Eröffnung' ©ÄSI gnhnlhMInn SQ QstCrn.EZ'ZSSt-' ss14/? Donnerstag, den 2. Avril 1908 nachm. 3 Uhr, werben aus hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen von Zinner, Georg Carl u. Ehefrau geb. Schaecker stehend. Grundstücke der Gemarkung Gienen: (BW* 3/109Vio •” 746 qm Hosreite zwischen dem groben und kleinen Steinweg, 3/109^/,»---553 qm Hosraum mit Stall daselbst, 3/109°/lo=323 qm Bauplatz das., 3/1097/to=229 pm Bauplatz das. öffentlich meistbletend zwecks Erb- auseinandersetzung versteigert. Die Parzellen 3/109*/io und j 3/1093/io werden erst einzeln und | bann zusammen auögebmen. Bc- drngungen können aus dem Orts' gencht eingesehen werben. Gichen, den 13. März 1908. Gr. Ortsgericht Gicstcn. Gros. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Gatten, unsern treusorgenden Vater, Grossvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Georg- Gernand Grossh. Lokomotivführer nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 53 Jahren zu sich in die Ewigkeit zn rufen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Familie Gernand. 1855—1905 Tiefbetrübt zeigen hiermit bas Ableben unseres lieben Altcrskollegen bes Herrn Georg Gernand an. Die Beerbigung stnbet Sonntag, ben 29. März, nachmittags 4 Uhr von der Kapelle des neuen Frtebhofs aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet (20/a Der Präsident. Nerflkigmiiigs-Mtige. Montag, den 30. März 1908, vormittags 11 Uhr, werben auf der Bahnstation Geilshausen zirka 2’) cbm EichtnstauM gemäß § 373 Hanbelsgesetzbuches öffentlich meistbietend geg. sofort. Barzahlung versteigert. (2038 Hohmann. Gr. Gerichtsvollzieher _______in Grünberg t. H._______ Am 30. März, vormittags 9'/° Uhr, soll auf hiesigem Güterschuppen eine Anzahl perrenlofcr Güter insbesondere Ltupscrdraht, Eisenstäbe, Werkzeuge u. sonstige Ei'enwaren, sowie leere Emballagen 2C., öffentlich an den Meistbietenden gegen sofortige Baarzahlung verkauft werden. Giesten, den 27. Atärz 1908. Gr. Güterabfertigung. Quirein. ID^/« SW lilÜ Siir. su/i er Unsere Bank hat in Gemeinschaft mit anderen Banken nm, Mk. 7000000 4Io Mannheimer Stadt-Anleihe von 1008 unkündbar und unverlosbar bis zym Ja^re 1083 eingeteilt in Stücke zu Mk. 5000.—, 2000.—, 1000.—, 500.—, 100.— mit Coupons per 1. April und 1. Oktober, übernommen, welche am Mittwoch, den 1. April d. J. zum Kurse von zur öfientlichen Zeichnung gelangen. Wir nehmen Anmeldungen auf diese Anleihe entgegen. Giessen, den 27. März 1908. Johannesstrasse 1. und Industrie Giessen. Bank für Handel Depositenkasse Seltersweg1 52. T' % J M •- ? I&i W - ?> ’• I <' M -1,- M äö •'<■:. 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