Nr. 98 Erscheint tSgNch mit Ausnahme be3 Sonntag». !S offe DOS 5 M Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Untversitäts - Buch- und Sremdruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbuk- straße 7. Expedition und Verlag: e^S)6L Redaktion:S-ZA112. Tei.-AdruAnzeigerGreßen« Deutsches Neßch. — Besuch des Königs von Schweden. Wie in chwedischen Hofkreisen oerlöutet, wird König Gustav voraus- sichtlich Ende Mai zum osfiziellen Besuch des deutschen Kaisers eintreffen. — Die Freisinnigen in Breslau lehnten cs ab, Pgen sozialdemokratische Unterstützung des freisinnigen Kandidaten em Landtagsmandat an die Sozialdemokratie abzu- zntreten. Der Freisinn stellt 3 Beamte als Kandidaten auf. Dre „Giehener FamMendlStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatl für den Kreis Glehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich aroeunaL Mei ebnrtslis WA Knds 8 Bi1 Ausland. Kardinal Partanovo ist in Rom am Hirnschlag ver- ltorben. Beaniteukandidatiiren. Der französische Minister- rot befaßte sich mit der Frage der Beamtenkandida- ruren für die bevorstehenden Wahlen. Es wurde be- Ohlossen, eine Verfügung zu erlassen, daß jeder Beamte, welcher seine Kaiididatur aufstetlen will, von der Regierung hierzu die Erlaubnis einholen müsse. Aus Portiigal. Die gestrige Totennresse für ^önig Carlos, an der die Königin-Witwe und der junge ftönig teilnahmen, verlief ohne Zwischenfall. Der König und die Königin von England sowie die Prinzessin Viktoria sind gestern nachmittag in Stockholm eingetroffen. Aus Buenos Aires melden die Blätter, daß im 5taot Santiago de Este.ro eine revolutionäre Be- ivegung ausgebrochen sei. Dec Gouverneur und die Minister seien gefangen genommen und ihrer Aemter entsetzt worden, ks habe mehrere Tote und Verivundete gegeben^ itnbe sert flbenbv 5D Kationalliberaier Parteitag für preutzen. S. u. H. Magdeburg, 26. April. Der nationalliberale Parteitag für Preußen, aus dessen TageZ- orbnung die Stellung nahmezudenLandtagslvah len u b Festsetzung des Wahlaufrufs steht, und dessen ^Handlungen man aus diesem Grunde in polllifchen Kreisen ”it besonderem Interesse entgegensah, trat heute hier unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Vertretern der national- hlcraleit Parteiorganisationen aus der ganzen Monarchie zusam- «m. Die Verhandlungen wurden am gestrigen Abend durch eine Begrüßungsfeier im „Fürstenhof" eingeleitet, bei der Generalsekretär B r a u m a n n (Magdeburg) die Delegierten durch nien schwungvollen Prolog und der Vorsitzende des Magdeburger Lttionalliberalen Vereins Fabrikbesitzer Bartels durch eine Slstrede willkommen hieß, in deren Verlauf er u. a. ausführte: —-ur wenige Wochen trennen uns von dem Tage, an dem es Vierern Kaiser vergönnt ist, 20 Jahre lang das Zepter des tätigen Deutschen Reiches in Frieden und Segen zu führen. Nit einer gewissen Besorgnis sah man in Deutschland, in der mnzen Welt auf ihn, als er noch jung an Jahren, zu dieser ■ ideiantwortlichcn Stellung emporstieg. Glaubte man doch, der oirhm der Ahnen würde ihn verleiten, den Versuch zu machen, ; 1 e? ihnen gleich zu tun. Manche seiner Reden und Aussprüche ließen !Zdns auch vermuten. Aber wie hat er cs verstanden, alle diese Äliorgnisse zu zerstreuen. Wohl hielt er Deutschlands Wehr wi) Waffen stark, wohl war er in unermüdlicher Tätigkeit be- l^bt, Deutschlands Rüstung zu Lande und zu Wasser lückenlos «u. machen, aber entschlossen wies er jede Versuchung von sich, zu ^vlissszwecken davon Gebrauch zu machen. Rur wo Deutfch- -a^ds.Ehre gefährdet war, durste das Schwert gezogen werden, n durch deutsche Hiebe zu beweisen, daß der Geist der Vater ,>ii den Sühnen nicht erstorben war. So ist denn unter Stauer »"..^Dobcnskaiser gewesen, unter dessen Regierung Land und sich weiter gedeihlich entwickelt haben. Gerade wir hier !lt einem Mittelpunkt der Industrie und des vandels rotiien aca Frieden zu schätzen. Lassen Sic uns auch heute unseres tchabenen Herrschers gedenken, lassen Sie uns ihm danken für Dar Licht-Luftbad. „Die Zukunft wird schließlich dem Volke gehören, das sich körperlich am widerstandsfähigsten und damit am wehrfähigsten erhält. Wer deshalb dafür kämpft, den Massen Leben und Gesundheit zu erhalten, kämpft für die Stärke und Zukunft unseres Vaterlandes." Graf Posadoivsky. In einem Kreise von Männern, deren Absicht es ist, gemeinnützige Bestrebungen zu fördern, wurde in diesem Frühjahre u. a. die Bewegung besprochen, die sich erfreulicherweise nur dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege in unserem Vaterlande Bahn gebrochen hat. Indem man den außerordentlichen Nutzen der Bewegung in freier Luft und die Abhärtung betonte, wurde auch besonders die große Bedeutung regelmäßig genommener Luftbäder hervorgehoben und darauf hingewiefen, daß die Erkenntnis des Nutzens solcher Bäder sich auch in vielen Schichten der Bevölkerung verbreitet hat. So erklärt cs sich, daß in Deutschland bereits alle größeren und viele Mitielstädte diese Einrichtung getroffen haben: ja sogar eine nicht unbeträchtliche Zahl von Städten, die zum Teil an Einwohnerzahl weit hinter Gießen zurüüstehen, ist zur Einrichtung dieser die Gesundheit so außerordentlich fördernden Anstalten geschritten iz. B. Darmstadt, Mainz, Offenbach, Fulda, Marburg). In manchen Städten sind sogar die Führer dieser Bestrebungen von den städtischen Behörden unterstützt worden. Natürlich blieb auch die Frage nicht aus: „Warum besitzen wir in Gießen noch kein öffentliaies Licht-Luftbad? Sollte es sich nicht auch hier verwirklick-en lassen?" Zwei Mitglieder der Versammlung wurden nun beauftragt, an maßgebender Stelle ein ärztliches Gutachten über den Nutzen des Luftbades einzuholen. Ta es angesichts der Wichtigkeit der Sache jedenfalls interessieren wird, die Ansichten eines hervorragenden Fachmannes kennen zu lernen, übergeben wir hiermit das uns von dem Universitätsprofessor Herrn Dr. Jesionek, hier, in dankenswerter Weise zugesandte Schreiben der Ocffentlichkeit. Wir sind überzeugt, daß alle Leser sich dem Herrn Verfasser der nachfolgenden Ausführungen zum wärmsten Danke verpflichtet fühlen werden. Meine Herren! Sic haben an mich die Anfrage gerichtet, wie ich als Arzt über den Wert und Nutzen der Luft- und Sonnenbäder denke. Als Spezialarzt für Hautkrankheiten habe ich mich seit Jahren mit dem Studium der Lichtwirkungen auf die menschliche Haut beschäftigt, infolgedessen bin ich für alle diejenigen Bestrebungen tioreingeitommen, welche darauf ausgehen, das Licht, die direkten und indirekten Strahlen der Sonne, zum Nutzen des mensck)- lichen Körpers in Verwertung zu ziehen. Daß das Licht auf die gesamte belebte Natur einen gewaltigen Einfluß ausübt, und daß das Leben und die Gesundheit des menschlichen Organismus vom Lichte abhängig ist, ist eine altbekannte Erfahrungstatsache. Tie wissenschaftliche Forschung hat sich erst im Laufe Der letzten Zeit damit beschäftigt, die Lichtbeziehungen der physiologischen und pathologischen Zustände des menschlichen Lebens eingehend zu ergründen. Die verschiedenartigen Untersuchungen auf diesem Gebiete sind noch keineswegs abgeschlossen. Gleichwohl ergibt sich aus den bisherigen Resultaten der „Lichtforschung" die Erkenntnis, daß eine reichliche Zufuhr von Licht, von Sonnenlicht und diffusem Tageslicht, wie sie das Luft- und Sonnenbad für die. ganze Körperoberfläche ermöglicht, dem Menschen zur Erhaltung und zur Förderung der Gesundheit notwendig ist, und daß die im Kampf ums Dasein vielfach darniederliegenden Lebensvorgänge durch ausgiebige Einwirkungen des Lichtes in günstigem Sinne beeinflußt werden können. Die meisten Pflanzen und Tiere bedürfen zu ihrem Leben nicht nur einer gewissen Wärme der umgebenden Temperatur, sie benötigen, um sich zu entwickeln, um zu wachsen und zu gedeihen, in nicht geringem Umfange des Lichtes. Dagegen wirkt das Licht auf die schlimmsten Feinde der menschlichen Gesundheit, auf die Bakterien, schädigend und tötend. Die Sonne bet itzt eine desinfizierende Kraft. Das Sonnenlicht ist für den Menschen das wertvollste und dabei das bllligste Mittel, welches ihm in der Bekämpfung der parasitären Krankheitserreger zur Verfügung ficht. Wer auch abgesehen von der Vernichtung der Bakterien durch das Licht und von dem heilenden Einflüsse der Lichtstrahlen auf beiiimmte Infektionskrankheiten, kommt dem Lichte die Eigen- fu;aft zu, dort wo es häufig und reichlich auf unserer Körperober- stbacye einzuwirken Gelegenheit findet, das im Körper kreisende Blut in etner Weise zu beeinflussen, welche für die Erhaltung unierer Gefundheit und zur Kräftigung unserer Widerstandsfähig- keck zweckmäßig ist. Unter der Einwirkung des Lichtes erweitern jcch ine Blutgefäße der Haut, eine reichlichere Menge Blutes durch- die Segnungen, die seine Regierung uns vermittelt hat, lassen Sie uns ihm noch eine lange friedliche Regierung wünschen zum Nutzen und Segen unseres geliebten Vaterlandes." In das Hoch auf Kaiser WÜhelm den „Friedfertigen" stimmte die Versammlung begeistert ein. Hierauf nahm, mit großem Beifall begrüßt, Reichstagsabg. B a f s e r m a n n das Wort: Die preußischen Landtagswahlen haben für ganz Deutschland hohe Bedeutung. Die bevorstehenden Neuwahlen vollziehen sich unter glücklichen politischen Auspizien. War es doch dem Liberalismus vergönnt, in der letzten Tagung dcs Reichstages Erfolge zu erzielen innerhalb der Blockpolitik, unter der heute unser politisches Leben im Reiche steht. Das sind die ersten ©rfotge einer .neuen Aera, eine neue Phase deutscher innerer Politik. Es ist damit eine Periode abgeschlossen, in der Zentrum Trumpf war. (Zustimmung.) Diese Periode hat steigendes Mißbehagen erzeugt in den Kreisen aller national denkenden Männer, und oft haben wir zähneknirschend angekämpft gegen die Verhältnisse, wie sie wurden feit 1893, ohne daß uns bei den Wahlen ein Erfolg beschieden war. Die Tatsache, daß der Eigenwille und der Uebermut des Zentrums immer mehr anschwoll, dank der Möglichkeit, nach rechts und links Kompromisse zu schließen, auch mit der Sozialdemokratie nach der negativen Seite hin, brachte aber das Faß zum Ueberlausen. Der Kanzler wagte den Kampf, was ihm als historisches Verdienst angerechnet werden wird. (Lebh. Beifall.) Er war optimistischer alö die Führer der Parteien; das Wagnis war nicht gering. Die stärkften Organisationen haben nun einmal Zentrum und Sozialdemokratie. Wir können daher dem Fürsten Bülow nur dankbar fein und ebenso dem deutschen Volke, das, vor die Entscheidung gestellt, nicht versagt hat. (Beifall.) Es gelang, auch den radikalen Freisinn und die Konservativen zusammenzuführen zum gemeinsamen Kampf so intensiv, daß die Stoßkraft vorhanden war, um den Sieg zu erringen; das ist eine Mahnung für die Zukunft. Wir haben den Sieg errungen nicht gegenüber dem Zentrum, sondern der Sozialdemokratie. Es lvird einer Reihe von Siegen bedürfen, um den deutschen Arbeiter zurück- zusühren auf den Boden des nationalen Staats und der bürgerlichen Klassen. Aber der Uebermut der Sozialdenwkratie ist gebrochen. Der Glauben an der aussteigenden Linie der Sozialdemokratie ist erschüttert, und damit die Grundlage gegeben für künftige Siege. — Ein zweites Verdienst das Reichskanzlers ist, daß der Einfluß des Zentrums gebrochen ist, ohne dessen Stempel kein Gesetz verabschiedet werden konnte. Schließlich ist das Reichs- Politik, aber preußische und Reichspolitik kann nicht getrennt werden. (Lebh. Zustimmung.) Im Reich müssen wir noch das Finanzelend beseitigen. Hoffentlich wächst in allen Schattierungen der Konservativen und Nationalliberalen das Verständnis für die Notwendigkeit, auch hier zu einer Verständigung zu kommen. — Auch in Preußen steht man vor wichtigen Ausgaben. Es wird der vollen Pflichttreue der nationalliberalen Partei bedürfen, um bei den Neuwahlen unsere Fahne zum Siege zu führen. Man schimpft häufig auf Preußens reaktionäre Politik, besonders bei uns im Süden. Wir sehen aber in Bayern, wie in Württemberg und Baden ein ständiges Anwachsen des ultramontanen Einflusses. Der Liberalismus ist überall in der Desensive und es bedarf der energischen Tätigkeit, um uns dort eine einigermaßen in die Wagschale fallende Stellung zu erhalten. — $8 aff er mann be'cnt nochmals die Wichtigkeit der preußischen Wahlen über die Grenzen Preußens hinaus und ihre Rückwirkung auf die späteren Reichstagswahlen. Daher , ist c§' nötig, alle Kräfte einzusetzen. Die Reichstagsfraktion sei erfüllt von Anerkennung für die mühsame und konsequente Arbeit der nationalliberalen Fraktion des Abgeordnetenhauses, die unter bewährten Führern in Schul- und Kultursragen eine führende Stellung eingenommen hat. (Lebh. Beifall.) Hoffen wir,, daß bei den Neuwahlen der nationalliberalen Partei Erfolge beschieden fein mögen. Treten Sie überall mit ganzer Energie in den Wahlkampf, jeder einzelne sei auf dem Posten, dann wird der Erfolg nicht ausblciben. (Lebh. Beifall.) Mit einem begeistert auf genommenen Hoch auf die nationalliberale Partei Preußens schloß der Redner. Zu der heutigen H a u p t v e r s a m m l u n g , die in den „Na- tionalfestfälen" tagte, wurde folgender Wahlaufruf der Na - tion aHiberalen Partei für die preußischen Landtags- Wahlen zur Beschlußfassung vorgelegt: „Der Preußische Staat steht an einem Wendepunkte. Ein allmähliches Fortschreiten im freiheitlichen Sinne bahnt sich an. Die nationalliberale Partei hat maßgebenden Anteil an den Errungenschaften im Reiche. Sie ist timnen und gewillt, auch in Preußen im politischen Kampfe die Führung zu übernehmen. Ihre Grundsätze sind hier wie dort die gleichen: Dem nationalen Gesichtspunkt bedingungslos den Vorrang vor allen anderen Rücksichten einzuräumen. — In der Wirtschaftspolitik nicht einseitigen Interessen zu dienen, sondern den Ausgleich aller Interessen anzustreben. — lieber den wirt- chaftlichen und materiellen Fragen die geistigen und ideellen nicht zu vernachlässigen — nicht mit hochtönenden Schlagworten und leeren Demonstrationen einer wohlfeilen Popularität nachzujagen, sondern durch ausführbare Vorschläge und Maßnahmen greifbare Erfolge zu erzielen. — So werden wir wie bisher für alles eintreten, was der großpoluifchen Gefahr gegenüber nottut. Wir wollen Frieden mit unseren polnischen Mitbürgern. Ist der Frieden aber nicht anders als durch Kampf zu erreichen, o werden wir auch weiterhin die Mittel bewilligen, die zur kraftvollen und nachhaltigen Durchführung einer nationalen Politik in den Ostmarken erforderlich sind. — Daß Landwirtschaft, Gewerbe und Handel, Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Beamte und Bevölkerung nicht feindliche Gegensätze darstellen, sondern aufeinander angewiesen sind, um im Austausch ihrer Leistungen und im Zusammenwirken ihrer Kräfte für sich und für die Gesamtheit das Beste zu erringen — an dieser so oft von uns geäußerten und ^betätigten Ucbcricugung halten wir fest. Niemals darf im Wettbewerb der wirtschaftlichen Kräfte außer acht gelassen werden, daß eine Gemeinsamkeit der Interessen die Grundlage des nationalen Wirt- chastslebens bildet. Diese Gemeinsamkeit der Interessen verlangt indes auch, daß den schwächeren Tellen durch die Allgemeinheit zu Hllfe gekommen wird. Hieraus ergibt sich die Verpflichtung zu einer kraftvollen und tief greifenden Sozialpolitik, die sich jedoch nicht auf die Arbeiter beschränken darf, ondern auch den Mittelstand, die öffenllichen und die Privat- bcamten umfassen muß. Doch darf sie nicht die Grenzen überschreiten, die jeder Sozialpolitik durch die notwendige Erhaltung unserer Leistungssäbigleit im wirtschafllichcn Wettkampf der Völker und durch die Wahrung der berechtigten Interessen auch der Arbeitgeber gezogen sind. — Auch in diesem Wettkampf fällt der Sieg schließlich dem geistig am höchsten stehenden Volke zu. aus diesem Grunde müssen wir für alles eintreten, was die Volksbildung fördert. Das geistige Leben eines Volkes bedarf aber vor allem der Freihell. Darum verlangen wir Freihell im Denken und Glauben, im wissenschaftlichen Forschen und dem künstlerischen Schaffen, Duldsamkeit für jede Richtung, die auf sittlicher Grundlage beruht. Insbesondere fordern wir Den vollen staatlichen Schutz der Lehrtätigkeit für die Mitglieder unserer theologischen Fakultäten beiderlei Konfessionen und die unbeschränkt gleiche Anerkennung aller wissenschaftlichen Richtungen der Theologie. — Auch die Volksschule bedarf der Freiheit. Wir wollen keineswegs die Zteligion aus der Schule verdrängen, oder die geistliche Schulaufsicht beseitigen, die weder der Schute noch der Kirche selbst frommt. Wir wollen ferner die Aufsicht des Staates nicht ausschalten, aber ihr feste und t(a;c, unter dem Schutz des Rechts gestellte Grenzen ziehen gegenüber der Selbstverwaltung der Gemeinde. Wir wollen auch unsere Schule und ihre Lehrer befreien von der materiellen Not, unter der sie gegenwärtig leiden, und durch einen gerechten Ausgleich der Schullasten zumal der Bedrängnis der Landschulen und der Landschullehrer steuern und der Landflucht der Lehrer entgegenwirkcn. — Die Neuregelung unseres Mädchenschulwesens, das bisher auf unzureichender Grundlage beruht und große und besonders strebsame Teile unseres Volkes der notwendigen Förderung entbehren läßt, darf nicht länger verzögert werden. — Gleich den Lehrern müssen die Geistlichen und Staatsbeamten endlich der dringend notwendigen Gehaltsaufbesserung teilhaftig werden. Die hierzu erforderlichen Mittel müssen beschafft werden. Unnötige und unproduktive Ausgaben sind zu vermeiden; auf größere Sparsamkeit ist in allen Zweigen der Staatsverwaltung Bedacht zu nehmen. Für ein dringendes Erfordernis erachten wir die Reorganisation der gesamten staatlichen Verwaltung. Es gilt, das Verfahren unserer Behörden zu vereinfachen und entsprechend den Bedürfnissen ocr Bevölkerung zeitgemäß umzugestalten. — Nachdrücklich fordern wir die schleunige Inangriffnahme der Reform des preußischen Landtagswahlrechts. Von der Einführung des Neichstagswahl- rechts ist abgesehen. Die Reform hat den veränderten tatsächlichen Zuständen und dem Rechtsbcwußtseiu unserer Zell zu entsprechen. Deshalb verlangen wir eine Neueinteilung der Wahlkreise, die jedoch nicht einseitig die Bevölkerungszifser berücksichtigen darf, sondern der gefchichtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung der verschiedenen Landesteile und Bevülkerungsschichten Rechnung zu tragen hat. Wir verlangen bei der Bemessung des Wahlrechts des einzelnen Bürgers neben der Bewertung der Steuerleistung die Heranziehung ideeller Momente, die den Wert der Einzelpersönlichkeiten für den Staat bestimmen. Wir wollen endlich, um dem Wähler zu ermöglichen, daß ihm anvertraute Wahlrecht frei und uneingeschränkt auszuüben, die indirekte durch direkte und die öffentliche Stimmabgabe durch die geheime ersetzen. — Wähler! In bedeutungsvoller Stunde treten wir vor Euch. In Euren Händen liegt Euer Schicksal! Die Verfassung hat Euch das Recht gegeben, durch die Wahlen zur Volksvertretung mitzuwirken an der geschichtlichen Entwickelung unseres Vaterlandes. Bei einem politisch mündigen Volke wird dieses Recht auch ohne gesetzlichen Zwang zur Pflicht. — Angesichts des Ernstes der Zeit rufen wir Euch zu: Seid Euch Eurer Verantwortung bewußt! Tut Eure Pflicht!" Solrtrsche Tagesscharr. Die innerpolilische Lage m Oesterreich. Die Frage der Besetzung des St art halterpoftens }.n GallKien fall entschieden sein. Die Regierung hat sich im Einverständnis mit dem Polenklub für die Ernennung des Geheimrats Dr Bvbr zy ns ki entschieden. Von allen bisher genannten Kandidaten ist Bvbrzynski der ärgste Gegner der Ruthenen. —- Der deutsche Landsinannminister Peschka hat bei dem Ministerpräsidenten Freiherrn von Beck BeMverde erhoben wegen der neuesten tschechischen Vor- stöße in Böhmen und insbesondere wegen der geietzwidrig'm Einführung ber inneren tschechischen Amtssprache bei den Gerichts- und Postbehörden in Böhmen. Dieser ungewöhnliche Schritt, den Peschka im Namen der deritschcn Parteien unter» iwmnten hat, kennzeichnest mehr a!5 alles andere die kritische mnerpvlitiickie Lage, die das Parlament "bei seinem Zusammentritt am 30. April Dvrfinden wird. * Neber den -erfisch-rusfischen Zwischenfall. Persische 9chmadenstämme überfielen an der persisch-russ Grenze einige russische Untertanen und mißhandelten sie. Darauf rückte eine Abteilung rilssisches Militär gegen die Ausrnyccr vor, wobei ein Offizier und mehrere Soldaten getötet wurden Die Rufsen über,ck-ritten dann die persische Grenze und ver- irannten das Zollhaus. Dabei sollen angeblich 200Per- sonen getötet worden sein. Auf die Vorstellung des russ Ministers des Aenßern befahl der Sckuah die Entsendung von 400 Reitern. Die Unruhen an der indischen Grenze. Die Stamme an der iiidifch-a,ghaiii,a)en Grenze organisieren eme weitreichende Bewegung gegen die Englän- der. Sie besitzen einen guten Transportdienst, durch den ihnen Proviant, Munllion und GeL rcickstich zugeführt iverben. Es ist offenbar, daß ein den Stammeshäuptlingen geistig lveit Überlegener Fül/rer den Feldzug leitet. Die Aiohmands erhalten fortdauernd Zuzug aus dem afghanischen Gebiet. Sie stehen den Streilkräften Sir James Willcocks, die eine 25 Kilometer bmge Linie von Michni am Kabulsluß bis Aöazai am Sw'at entnehmen, unmittelbar gegenüber. Am Tage hält die englische Artillerie den Feind im Schach, doch nachts besteht fort- wähvend die Gefahr eines Durchbruchs durch die engli,chen Lmien Die Ankunft von Verstärkungen wird daher sehiilichst erwartet. Wad? spateren Meldungen sollen die 9Nohmands, deren Dertufte auf 240—400 Mann geschätzt werden, ihre bisherigen Stellungen geräumt haben. Die britischen Verluste in dem Gefecht gegen die Aiohmands am 24. April werden amtlich bekannt gegeben. Sieben Mann wurden getötet, vier Offiziere und 28 Mann wurden schwer und 19 Mann leicht verwundet I 1113 Wk- nbenben stand. re Missi^ Zweites Blatt L38. Jahrgang Montag 27. April W08 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhchen Hütet die Haut des belichteten Körpers. Dabei sangt das in den oberflächlichen Hautpartien zirkulierende Blut gierig eine Masse bestimmter Strahlen des Lichtes in sich auf. Wir wissen noch nicht bestimmt anzugeben, welche Verwertung die durch den Blutfarbstoff absorbierten chemischen Lichtstrahlen im Haushalte des menschlichen Körpers finden, darüber aber kann kein Zweifel bestehen, daß die Einverleibung einer so gewaltigen Energiemenge nicht vor sich geht, ohne daß dadurch die Stofsumsetzungen innerhalb der Körpersäfte eine Beeinflussung erfahren, und daß diese Beeinflussung nur in günstigem Sinne sich betätigt, dafür sprechen die Erfahrungen des täglichen Lebens. Das ledcnfalls ist sicher und unbestritten, daß einzig und allein schon die durch das Licht bewirkte Aenderung der Blutverteilung, die wechselnde Blutfüllung, die äußeren und inneren Organe des Körpers, in ihrem Ernährungszustände hebt und sie befähigt, ihren Aufgaben in vollem Maße zu entsprechen. Die Haut ist dasjenige Organ, welches durch die Sonne direkt beeinflußt wird und aus den Strahlen des Lichtes die meisten Vorteile zieht. Der' Blutreichtum, welcher, der Belichtung folgt, stärkt die Haut, macht sie voller, saftreicher und elastischer; er verleiht ihr ein schönes, gesundes Aussehen und erleichtert ihr die Aufgabe, eine wirksame und wider standsfähige Schutzbecke für die inneren Organe zu bilden. Die Bedeutung der Haut aber liegt nur zu einem Teile in ihrer Schutzwirkung gegen äußere Schädigungen. In ihr, eingebettet liegen in großer Menge drüsige Organe, die Schweiß- und die Tcägdrüsen. Diese dienen der Regulierung unserer Jnnenwärme, sie dienen der „Atmung", sie bewirken die Ausscheidung einer Masse von Stoffen, welche durch ihre Vermittelung aus dem Blute auf die Körperoberfläche entleert werden müssen. Eine mangelhafte Tätigkeit dieser Drüsen ist von verhängnisvollen Rückwirkungen auf das Befinden des Gesamtorganismus. Unter normalen Verhältnissen gehört das Licht zu jenen Faktoren, welche — hauptsächlich durch die Einwirkung auf das die Drüsen umspinnende feine Blut^esäßnetz — ihre Funktionen regeln und die vielfachen, von innen und außen tommenoai Schädlichkeiten von diesen zarten Trüschen fernhalten. Außerdem ist die Haut von zahlreichen nervösen Elementen durchsetzt: zahlreiche Nervenfasern vermitteln innige Beziehungen zwischen der Körperobersläche und den inneren Organen. Eine Schädigung der peripheren Nervenbahnen erfolgt nicht ohne die inneren Organe, ohne die Funktionstüchtigkeit des ganzen Körpers störend zu beeinflussen. Anderseits ist eine durch reichliche Blutzufuhr vermittelte gute Ernährung und das hierdurch gewährleistete richtige Funktionieren der Hautnervenapparate eine wichtige Bedingung für die normale Leistungsfähigkeit aller im Körper vorhandenen Nerven. Jede einzelne der verschiedenartigen, für den Gesamtorganismus wichtigen Funktionen des Hautorganes erfährt durch die Einwirkung des Lichtes wertvolle Anregung und Kräftigung. Und in ähnlicher Weise wie mit dem Lichte verhält es sich mit der fteien Luft. Die Reizwirkungen leicht bewegter Lust auf das Blutgefäß- und Nervensystem unserer Haut unterstützen die Effekte der Belichtung aus das zweckmäßigste. Auch bezüglich der physiologischen Wirkungen des Luftbades haben die modernen wissenschaftlichen Untersuchungen solide Grundlagen gc- schafsen, auf welche eine rationelle therapeutische und prophylaktische Verwertung der uns unmebenden atmosphärischen Faktoren sich aufzubauen beginnt. Vor allem ist die Tatsache sicher gestellt worden, daß wir im Lustbade, weitaus mehr als im Kaltwasserbabe, ein zweckmäßiges Abhärtungsmittel besitzen, ein Mittel, um die Haut und den ganzen Körper an die so oft verhängnisvollen Schwankungen der Außentemperatur zu gewöhnen. In solchen Fortschritten der Erkenntmis hinsichtlich der uns frei zur Verfügung stehenden Naturkräste ist die Forderung gelegen, daß alles geschehen muß, was dazu beitragen kann, die wohltätigen Wirkungen des Lichtes und der Luft in ausgedehntem Umfange im Interesse des Einzelnen und im Interesse des Volkswohles auszunützen. In diesem Sinne, des bin ich gewiß, werden alle Aerzte die von Ihnen geäußerte Absicht, hier in Gießen ein Luft- und Sonnenbad ins Leben zu rufen, mit Freuden begrüßen und werktätig unterstützen. Gießen, 18. April 1908. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung ergebener I e s i o n e k. Aus Stadt und Land. Gießen, 27. April 1908. • * Landesuniversität. Dr. phil. Max Rauther, bisher Privatdozent für Zoologie an der Universität Gießen, hat sich mit einer Probevorlesung über „Die vergleichende Methode der Morphologie" in gleicher Eigenschaft in der philosophischen Fakultät der Universität Jena eingeführt. Dr. Nauther (geb. 1879 zu Königsberg i. Pr.) war seit Oktober 1905 Assistent bei Prof. Spengel am zoologischen Institut. 1906 erhielt Rauther die venia legendi. Seine Arbeiten mthalten Beiträge zur vergleichenden Anatomie. • * Jnterpellatio n wegen Beamtenversetzungen. Abg. Bähr hat nunmehr, wie uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird, die bereits vor längerer Zeit ange» kündigte Anfrage wegen der Versetzung des Oberlehrers Dr. Werner bei der 2. Kammer eingebracht. Allerdings beschäftigt sich die Anfrage nicht mehr mit dem Einzelfall, der den Anlaß dazu gab. Es wird vielmehr im allgemeinen gefragt, ^Welches sind die Grundsätze, nach denen die Großh. Regierung sich bei derVersetzung von Staatsbeamten an eine andere Stelle leiten läßt?" In der Begründung der Anfrage führt Abg. Bähr aus, in weiten Kreisen der Bevölterung herrsche die Ansicht, daß die Regierung sich m der Frage von Versetzungen nicht von einheitllehen Grundsätzen, sondern von verschiedenen Gesichtspunkten leiten lasse und daß insbesondere das Bekennen und die Betätigung politischer Gesinnungen seitens der Beainten von ausschlaggebender Bedeutung sei. * • Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses findet am Samstag, 2. Mai d. I., vorm. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Octsarmenverbandes Gießen gegen den Landarmenoerband Gießen wegen Unterstützung der Ioh. Peter Jung Witwe. 2. (Enteignung von Gelände in der Gemarkung Utphe zur Anlage eines Hochbehälters. 3. Reklamation gegen die Ge - meinderatSwahl zu Ulrichstein. •• Sozialdemokratische Beigeordnete. Die ,Berliner 9?eucft. Nachr." melden aus Darmstadt: Tie hessische Regierung versagte durch Entschließung vom 22. April den drei in letzter Zeit im Großherzogtum Hessen zu Bürger- meistern ober Gemeindevorstehern gewählten Sozialdemokraten ihre Beslätigiing. (In der Darmstädter und der übrigen hessischen Presse ist bis jetzt hierüber nichts gemeldet.) ** Kaufmännischer,Verein. Die ordentliche Haupt- dersammlung des Kaufmännischen Vereins, die am Samstag abend 9 Uhr im Vereinshaus slattfand, war gegen die vorhergegangenen Jahre verhältnismäßig gut besucht, jedoch hätte in Anbetrack. dessen, daß der Verein jetzt 428 Mitglieder zählt, die Beteiligung noch größer jein dürfen. Nachdem Schriftführer, Rechner, und Leiter d^r Fachschule ihre eingehenden Berichte erstattet hatien, wurde d.m Geiamtvorstand von der Versammlung Entlastung erteilt. Hierauf schrill man zur Wahl des Vorstandes für die nächsten drei Jahre. Die sämtlichen Herren, die seither Len Vorstand bildeten, wurden mit großer Majorität a ieb.r gewählt, nur an Stelle des von Gießen weg- gezogenen Herrn Heppeler tritt Herr Gravelius neu in den Vorstand ein. Es folgte hierauf Wahl der Rechnungsprüfer, des Aufnahme-Ausschusses und der Schuckommission. Der Voranschlag für das neue Vereinsjahr wurde ernjUmmig genehmigt. Ta keine weiteren Anträge Vorlagen, schloß der Vorsitzende kurz vor 12 Uhr die Versammlung. Ter Jahresbericht wird in Druck gegeben und jedem Mitglied demnächst ein Exemplar zugestellt. ” Im Kolosseum findet morgen die erste Volksvorstellung statt. — Bad Nauheim, 26. April. Zur Kur stiegen ab im Parkhotel Prinz und Prinzessin Alfred zu Löwenstein aus Schloß Langenzell in Baden, Prinzessin Heinrich von Schönburg aus Schloß Droysig und Gräfin Reichenbach aus Frankfurt a. M. fc. Friedberg, 26. April. Dem Landtagsabgeordneten Hirschel ist am 24. April daS Gießener Strafkammer- Urteil zugestellt worden. Hirschel beauftragte seinen Rcchtsbeisland, den Iustizrat v. Brentano in Offenbach a. 9)L, Revision beim Reichsgericht anzumelden, da das Urteil in verschiedenen Punkten eine Revision aussichtsreich erscheinen lasse. § Vom Hoherodskopf, 26. April. In nächster Zeit beginnen die Arbeiten an dem Straßennetibau Breungeshain—Oberwaldstraße. Der Erbauer ist der Forstfiskus. In iveiten Kreisen begrüßt man den Straßenneubau mit Freuden, da der „Hoherodskopf" besser als seither zu Wagen erreicht werden kann. Bis Herbst 1909 soll die Verbrndungsstraßc dem Verkehr übergeben werden. ? Lindheim, 26. April. Am 13. und 14. Iulid. I. begeht der hiesige Gesangverein „Eintracht" das Fest seines 2 5jährigen B e st e h e n s. Darmstadt, 25. April. Ter Vrovinzialtaa der Provinz Starkenburg hielt heute unter dem Vorsitze des Promnziatdirektor v. Grancv eine Sitzung ab. Zunächst widmete der Vorsitzende dem verstorbenen Mitglied Otto Wolfskehl einen Nachruf. Zu Punkt 1 der Tagesordnung betreffs der Entscheidung über die Gültigkeit der Ergänzungs- wahl der Provinzialtagsabgeordneten wird die Gültigkeit der Wahl des Bürgermeisters Zerweck Zwingenberg beanstandet, da er bereits Mitglied des Provinzialtags ist. Der Kreis Bensheim wird ersucht, eine andere Wahl baiiir vorzunehmen. Es folgt die Vorlage des Vcrwaltungsbcrichts des Provinzialausschusses für 190J 07. Der Bericht wird ohne Beanstandung angenommen, ebenso die Neclmung der Provinzialkasse und Provinzialpflegeanstalt für 1903/0 7. Bei Feststellung des Voranschlags der Provinziallasse und der Provinzialpflegeanstalt für 1908 entwickelte sich eine längere Debatte, in der es sich hauptsächlich um die Frage der r ü ck st a n b i g e n Staatsbeiträge drehte. Die Regierung ist der Provinzialtasse gegenüber mit früheren Staatsöeiträgen im Rückstand. Man sprach deshalb den Wunsch aus, daß der Staat event. durch Aufnahme einer Anleihe Deckung schaffen möge. Tie Gesamteinnahmen und -Ausgaben der Pwvinziallasse balanzieren mit 598 469 Mk., die Einnahmen und Ausgaben der Provinzialpflegeanstalt mit 164 000 Mark. Bei der zum Schluß erfolgten Ergänzungswahl wurde an Stelle d.s ausichewenden Oberbürgermeisters B r i n k Kommerzienrat Wecker von OsscnbacG an Stelle des Geh. Justizrat Schüler Oberkonsiswrialrat B e r n b e ck - Darmstadt gewählt. Die übrigen Herren wurden wieder gewählt. u. Ustngen, 25. April. Unser ehemals von jeglichem Verkehr abgeschlossenes Kreisstädtchen entwickelt sich immer inehr zum Eisenbahnknotenpunkt. Als jüngstes Glied gilt es die TaunuSbahn Usingen — Weilmünster auszubauen, die eine direkte Verbindung nach der Lahn (Station Weilburg) bringt. Die Strecke hat nicht geringe Geländeschwicrig- leiten zu überwinden, sie verbindet das Usatal mit dem Tal der Weil. Große Brücken und tiefe Einschnitte sind erforderlich, dazu sind beträchtliche Steigungen unvermeidlich. Die Hauptschwierigkeiten liegen zwischen Wilhelmsdorf, Hundstadt und Grävenwiesbach. In großen Kurven mußten hier die Höhen des Taunus, Hoheberg und Hartkuppel umgangen werden. Bet Grävenwiesbach tritt die Bahn in das Tal des Wiesbachs, bei Langenbach in das Weiltal, bei Weilmünster mündet sie in die Strecke Weilburg—Weilmünster. Die neue Lmie bekommt die Stationen Usingen, Wilhelmsdorf, Hund- stabt, Naunstabt, Grävenwiesbach, Mönstadt, Langenbach, Audenschmiede, Weilmünster. In Bad Nauheim, dem Usa- tale und Butzbach verfolgt man den Bahn bau mit größtem Interesse, erwartet man doch nach diesem Bahnbau endliche Verwirklichung der schon seit Jahren angestrebten Bahn- Projekte Bad Nauheim—Usatal—Usingen und Butzbach —Brand- obcrndorf—Grävenwiesbach bezw. Butzbach—Brandoberndorf —Wetzlar. Mannheim, 25. April. Eine hier abgehaltene Versammlung des Deutschen Tabakvereins erklärt jede Mehrbelastung des Tabaks für unvereinbar mit den Erwcrbsinteicsscn der Zigarrenindustrie und befürchtet in Verbindung mit einer Mehrbelastung die Vorbereitung eines Tabakmonopols. Mannheim, 26. April. Ein Stra ßen kra w a ll, der gestern abend in der Neckarvorstadt entstand, nahm einen gefährlichen Charakter an. Ter Aufseher der syndikalfreien Kohlenvereinigung, Streik, der Arbeitslvilllge aus Nordbeutschlanb beschafft hatte, wurde von den Streik- posten verfolgt. Tie Menge schloß sich an. Ter Aufseher flüchtete in eme Wii lschast, vor der sich mehrere Tausende an- sammelten und stürmisch die Herausgabe des Mannes forderten. Die Schutzleute wurden stark bedrängt, beschimpft und mit Steinen beworfen. 28 Exzedenten wurden v erh a ft et Ein Schutzmann wurde in die Hand gestochen, 2 Exzedenten verletzt. (Frkf. Ztg.) Rcichsgerichtsbrief. Nachdruck verboten. I. S. Leipzig, April. Aus sch lu ßderVersicherung wegen Alkoholismus. Der Erblasser der Klägerinnen, der Witwe W. und der Frau U. zu Schkeuditz, war bei der Allgemeinen Renten-, Kapital- und Lebe nsverj icherungsban t Teutonia i n Le ipzig Deriidycrt. Während der Lerficherungszeit am 4. Januar 1903, wurde er durch einen Wurf mit einem Sekb- glase an der Stirn verletzt. Einige Tage darauf betaut er Ge- lichtsrvse, woraus er schließlich am 24. Januar 1903 verstarb. Tie Versicherungsgesellschaft, die nach § 1 der Versick-erungs- bebingungen nur |ür Sctzadeussolgen von Verletzungen in deren nachweisbar direkter und alleiniger Folge ohne Mitwirkung bestehender, ober neu hinzutretender Krankheiten usw. aufzukommen hat, befhntt die Verpsticchung zur Zahlung der Lerpcherungssumme, da nicht der Tod durch die Rose und diese nicht durch die Verletzung herbeigesührt worden jci. Jedenfalls hätten bereits fraiifbafte Zustände vcr dem Unfälle bestauden und bei dem Tode des Ver- sich-erteir mitgewirkt. Tas Landgericht erkannte auf Abweisung der Klage, rocil die Gesichtsrose, die den Tod zur Folge gehabt habe, nicht die Folge d.e Verletzung gewesen sei. ‘duf die Berufung der Klägerin entj ieb Oberlandesgericht Naumburg für Zuruck- loenung berieiben, uibem es annunmi, daß eine Entschüdtgnngs- pflicht für den Unfall nicht vorliege, da nach dem Gutachten des Tr. K. und des Geheimrats v. M. sehr wahrscheinlich di« Rose allein den Tod nicht herbeigefiihrt habe, sondern daß vielmehr die durch Alloholismus herbeigeführte Herzschwäche dabei mitgewirkt habe. Gegen dieses Urteil hatte die Klägerin Revision beim Reichsgericht eingelegt und geltend gemacht, daß das Berufungsgericht die Mitwirkung der durch Alkoholismus herbeigeführten Herzschwäche bei dem Tode nicht als festgestellt, sondern nur als „sehr wahrscheinlich" annehme. In dieser Beziehung sei aber die Beweislast der beklagten Verjicherungsbank zuzuweisen, und die Folge bet Nichtfeststellung jener Mitwirkung könne deshalb nur die Verurteilung der Beklagten sein. Der 7. Zivilsenat des Reichsgericksts erkannte auf Zurückweisung ber Revj. sion, indem er ausführt, daß positive Anzeichen, für die Mitwirkung derartiger Tatsachen festgestellt seien, uno daß bei solcher Sachlage von den Klägerinnen zur Begründung ihres Anspruchs die Widerlegung jener Anzeichen gefordert werden müsse. Tas Berufungsgericht sehe die Widerlegung aber nickst als eriolgt an, wie sich daraus ergebe, daß es die Mitwirkung der durch den Alkoholismus berbeigcfübrten HerzickMäche bei dem Tode als sehr wahrscheinlich bezeichnet. vermischtes. —" Aufg aben fürs „praktische" Leben. Ttn Schülern einer höheren Lehranstalt in Bingen wurden folgende Rechenaufgaben (aus Schellens Rechenbuch) gegeoen: 1. Fch Wirt hatte 12 Hektoliter Ncoselwein, darunter 660 Liter bessere i°jck niemal I an geschen hu Ktit nnb zwar ■jjite. Zwanzig U § kliinen Stak Ma Mm e Midi cingeprägt, Lm cs sündh Mii bitjeni Glan M die strikte Ab ■j-wii) die es sich ■rtikdjte strengst WWihast vor Ii Käthen Vision, i MAil des M Mim geriet, tu MM dieser „S jj-cü man sie Mmrin gegrün ■ti in einer ein Ititygen, sie toi ■toeikiuns selbe ■ Lun ländlichen Inten Mädchen I :i auf den geh ■rät bisweilen t Mm die Bestim 11 eines Tages IfifUiii und der; ■[-> Hiladelphia Wk ivvhnten, bes Pratt i ■h idbit, die bi ■pw ein wunde ■pr Ncliung. MPäen bemerite ■P 3ch wußte, ■r1 Sir träfe Ir rhiladrlphia |F. mir wollte Wißend sein köi ■| r- --i mich ji zu bcrc.i I and reifte n ob ich ■l^anttvoriete, l IE? .^staten II* mir |l , Tie heira UJfutige yrau lÄ^n Ir w|rdrt I i p. "'.-chneeslü „Aynoen übel Sltffl! cine s U, i xnande. fc^ronf bench-e ■; Lj von tzrugl ■ ii ttttich! dort Kajeflälte. Aus II , , kirdxno I}«»« in ?/,1 allen d Leitung , ^>Aler-Kvlo , R nicht ei?til)re£ I ^M^iencn k ?- lach U'M'huiN'ä Ä Ä IriNnenhas Lande 1 SX 1^8 Ü k'V'ii Tlt ci IS £ t. ?-Rwi j Wi., “t »i X r, 1111 Ibt tlQP. (la. lB “-'■u v------ ; - o> . /. - • ,r.• „; r.ricn in ütayer nou) ruciug uciuiun, uuu, uutiun uium- (Nr. 344/346 der „Deutschen Ruchsgeiese m Emzll- Ud)feit unb Entsprechende Dcsinseil.on des Sülles und fKttch- herausgegeg. von G.h- ^uiiyrat Dr. Q)aret§.) Greven, L.Qumc§ durch Karbolsäure sowie mehrere Tage hindurch fortge- setztes Waschen dec Euter mit verdünnter Karbolsäure in den meisten Füllen zum Ziele führen. Märkte. -. ----------■=—---- ._^=- i mmeunayig, ueuemuiiu unuuuciutuu , uuwunun. wöchentl. Uedersicht -erToderfaüe L ö. Stadt Giesen. jam, Schafe und Schmemen gut, fein Uebersland. Rom, 27. April. In Trapani, dem Wahlkreise des c'; o .«hpn, ax. Platz gesunden hat. mann. drucken". man5rances Külpe: Drei Menschen. Psych. Novelle. Berlin, S. Schottlacnders Schl. V. Preis 3 Mk. Das deutsche Reichsvereinsgesetz. Textausg. mit Einleitung und erläuternden Anmerkungen. Von Dr. jur. Pusn;- Emil Roth. Preis 60 Psg. Dr. M. Wilh. Ateyer: Der neue Stern. Eine Novelle in Gesprächen. Stuttgart, Frankh'sche Verlagshandlung. Preis Exministers Nasi, fand gestern eine Nachwahl für den aus der Kammer ausgeschlossenen Exminister statt. Nasi wurde am Schluß sechsmal gerufen. — Die Direktion des Restdenzlheaters in Stuttgart hatte wegen einer ihr mißliebigen Kritik der Redaktion des „9lenen Tageblattes" die Rezefemenlarte entzogen. Auf ^eraiiInnung des wnrttemb. Schriftsteller- und 3ournali|ien* Vereins er klären nunmehr sämtliche Zeitungen Grou-Ltuttgarls, daß sie bis zur befriedigenden Lösung des Konfliktes die Älufsuhrungen des Residenzthealers völlig ignorieren werden.—Dem Städeljchen Kunslmstltnt m Frankfurt ist von der Pariser Sammlung Kaiin durch Stiilnng ein Porträt von Peter Paul Rubens zu- gejallen, das letzt der Sammlung einverleibt worden i,t und neben dem berühmten großen Rembraudtbilde „Samsons Blenduiig" leinen sozial.stischen Gegenkandidaten erhlelten zusammen nur 681 Stimmen. ie. Frankfurt a.M., 27. Aprn. (Oriq.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Siotlerungen der heutigen Fruchlinarklpreise. Weizen Alk. 20 25-21.00, Km hessischer Alk. 20.25—21.00, La Plata Aik. 92.50—00.00, Kansas Alt. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Pik. 19.25—19.-0 Gerste (Wetterauer» Mk. 20.75—21.75, Oranten, selder Alk. 21."5—22.75, Haier 16.50—17.50, Mais Alk. 16.25—00.00. Weizenmehl Alk. 29.50—30.00, 0ü—00, 2. Qualität Alk. 28.50 bis Pik. 29.00, 3. Qualität Alk. 27.00—27.50, Roggenmehl o Pik. 29.75—30.00,1.Qualität Alk. 28.75—29.00, Weizenkleie Pik. 11.50 bis Pik. 11.75, Roggenkleie Alk. 13.25—13.50, Piaiskenne Pik. 13.00 bis Dik. 13.25, Franken, Pfälzer, Ried Pik.00.00—00.O0. Alles per Gießener Wettervienft. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag den 29. April: Stärkere Trübung, Regensälle. Wärmer. Auffrischend- südliche Winde. jn» 1 «gr Hauswirtschaft. * Das Bitterwerden der Mil ch ist ein in seinem Auftreten, sowie in seinen Ursachm höchst verschiedenartiger Milck)* fehler. Er macht sich zuweilen schon in der frischgemolkcnen: Milch bemerkbar, zumeist tritt er jedoch erst im Verlauf von cut bis zwei Tagen, namentlich in dem abgeschiedenen Rahm hervor. Die Bekämpfung dieses Milchfehlers richtet sich nach den Ursachen; in erster Linie wäre die Qualität des gereichten Futters genau zu untersuchen; Futtermittel, welche Bitterstoffe enthalten, zum Bcispienl Lupinen, ebenso verdorbenes Futter, können bewirken, daß die Milch den Bittcrgcschmack an nimmt. In vielen Fällen ist die nicht normale Beschanenheit der an die Milchkühe verfütterten Rübe die Ursache. Sind nur einzelne Kühe mit dein liebel behaftet, was besonders häujig bei alt- melkenden Kühen der Fall ist, so ist deren Milch von der übrigen getrennt zu halten, da schon die bittere Milch einer einzigen Kuh das ganze Gemelke zu verderben imstande ist. Um die betr. Tiere zu ermitteln, prust man zunächst beim Melken die Milch jeder einzelnen Kuh auf den Geschmack und Itellt ferner je eine kleine Probe gesondert in bezeichneten Gläsern aus, um nach Verlauf von 24 bis 36 Stunden die 'Julei) bezw. den abgeschiedenen Rahm abermals zu kosten. In Fällen, i.i welchen eine Verdauungsstörung der Kühe die einige Zeit gestandene Milch bitter macht, gelingt es mitunter durch mehrwöchentliche Verabreichung von 1 proz. Salzsäure, deren Menge 1.5 Proz. des als Trank gegebenen Wassers beträgt, den Fehler dauernd zu beseitigen. Als weitere Ursachen dieses Milchsehlers endlich hat die batteriologg'che Forschung das Auftreten gewisser Batterien festgestellt, welche einen intensiv bitteren Geschmack in der Milch Hervorrusen, lieber die Lebensbedingungen und erfolgreiche Bekäm.^ng dieser Bakterien ist bisher noch wenig bekannt, doch dürften peinliche Rein- Paris, 27. April. Einer Blätterrneldung zufolge wird zwischen Eiernenceau und Asquith, während der Anwesenheit des Ersteren in London eine intime Unterredung Reue Bücher. (Besprechung erfolgt nach Ausw.iht. Eine Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt etugesandter Bücber wird nicht übernommen.) M. Platen: Die neue Heilmethode. Lehrbuch der naturgemäßen Lebensweise, der Gcsundheitspilege und der naturgemäßen Heilweise. Neu bearbeitet. Lief. 1 und 2. Berlin, Bong u. Co. Vollständig in 60 Lieferungen zu 40 Psg. Dr. Paul Labaud: Direkte Reit'ssteuern. Ein Beitrag zum Staatsrecht des Deutschen Reiches. Verein, Otto Liebmann. David Friedrich Strauß: Voltawe. 6 Vortrage. Reu herausgegeb. von Dr. Hans Landsberg. Volksausg. Leipzig, Alfred Krüner. Preis 1 Mk. Heinrich Hubert fcouben: Karl Gutzkows Leben und Schaffen Leipzig, Max Hesse. Preis 1.50 Mk. L. W a h r m u n d: Ultramonlan. Eine Abwehr in vier Artikeln. München, I. F. Lehmann. Preis 1 Ml. M. Nuöl: Das Buch der jüdischen Witze. Neue Folge. 2. Au'lage. Berlin W 30, Gustav Rieckes Nachf. S. Philipp: Heber uns Menschen. Leipzig, E. A. Sec- mit 2691 IClclucs LenMeton. — Heber die Anschassung kirchlicher Geräte Wirkung Hot. Indes ist es Sache der Behörden, auf derartige l-lelflänbc mehr als bisher achtzugeben. * Eine merkwürdige neue Geburtentheorie hat tü französisckx Arzt Dr. Romme aufgestellt. Er behauptet, fe mehr Knaben geboren werden, wenn her Mann von Wacherer Kvnstitution wie die Frau, melw Mädchen wenn dic 1 cU von zarterer Gesundheit wie der Mann ist. Die Natur je die Tendenz für ein schwächeres Individuen des einen L -* des anderen Geschlechts sogleich ergänzend mit Neuen ein- i! .üingeu. Es ist eine alte Erfahrung, daß in Ehen, in rben der Mann bedeutend älter als die Frau, mehr Knaben, jitjcgen mehr Mädchen geboren werden, wenn ein umgekehrtes " rhältniS Platz greift. Dr. Romme weist an Hand der Ge- aenftatiftif seine Theorie ilach. Um ein Beispiel aus fürst- ,in Familien zu geben, weist er auf Kaiser Wilhelm, welcher i weniger starker Monftitulion sein soll wie die Kaiserin und Hw folgeriästig mehr Söhne wie Töchter haben muß. Tie iscrin von Rußland hingegen, ist von sehr zarter ^Äesund- 1, und hat die Natur durch die Geburt von vier Töchtern ^geholfen. (Obs wohl Leute gibt, die diese spaßhafte „Theorie" alt nehmen? D. Red.) • Schneestürme. Aus vielen Teilen Frankreichs laufen ielbungen übei starke Schneestürme ein In der Gegend von ic liegt eine Schneeschicht von einem halben Meier. Bei £>aore jiiibete infolge des Sturmes das Segelboot „Jeune Guy" 500 m I01T Strande. Die Mannschaft konnte gerettet weiden. Wie aus zcbrouk berichtet wird, hat der Schneenurrn et. Pol und die reiiD von Frngge stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Schnee- erreicht dort durchschnittlich 18 Zeiilirneier Höhe. Es herrscht ’tsige Kälte. Aus Clermont Ferrand wird ebenfalls heiliger Schnee- cni gemeldet. — Der engt. Kreuzer „Gladiator" und das 'batet- »t „Samt Paul" stießen im Schneesturm auf der Höhe der eebled-Äreibe'elien an der Westküste der Insel Wight zusammen, er „Gladiator" lief bet ^armouib auf den Strand. Die Alaun- uit rettete sich größtenteils in Booten, doch sind 3 Mairn ertrunken. GriginaL-DrahtincLdnngen. Berlin, 27. April. Die Reichsbank ermäßigte heute den Diskontsatz um Ve %• Ter Diskont beträgt nuumeyr 5 % Stbtl K en hJuiki? gegeotn: Ls» “»Stag -we icontü a pr Ka. im...** 'N sk. : Suil^, 9 bet j« M £ sei und daß sie nun nur noch den Wunsch habe, ihre früheren Genossinnen in der einsamen Farnr wieder zu sehen, um ihnen einige „praktische Ratschläge" für den Weg -am irdischen Gluck zu erteilen. Stimmen wiedergemählt. Seine beiden 1.. „n zd erfolgte am dem Kreuzer eine Kessel-Explosion. Das Schicksal der Verunglückten ruft umso allgemeinere Teilnahme hervor, als der „©laöiator" sich unlängst bei den Rettungsarbeiten um den- untergegangenen Torpedobootszerftörer „Tiger" besonders hervorgetan hat. Aus ganz England, namentlich aber aus dem Westen kommen Nachrichten über die Schrecken des nunmehr seit acht Tagen wütenden S ch n e e st u r m e s, der einzig um diese Zeit in den Annalen Englands dasteht. Ein Wttttrungswechscl ist noch nicht vorauszusehen. Die Kanalschiffahrt ist unterbrochen» Telegraphen- und .Lelephonverbindungen sind vielfach gestört. und der Arbeitsgelegenheit ein gut Stück des sozialen Lebens eines I Dortmund, L.. vwy«..av..v.. - Tories umsckstoß, an eine andere Gemeinde in Tausch zu geben.IrDUC>JC Hecke Scharnhorst der Gastwirt Bauer 3°ro™n?e feerer (Scnbann oon .taliEnito=n Be-g-e.tien erstochen, wie man mit dem Walde von Jugend auf seelisch zusammenhänge. Täter sind verhaftet. „ Tamm sollte der Staat keine Aenderung darin vornehmen/ 1 01 - --- 0,7 qr— lC° Ä i **«'- um 511 tur Ossizter wird noch vermißt. * Ein junges Mädchen, das nie einen M ann ^setzen hat. Aus NewyorL wird uns die seltsame Geschichte •o teinem jungen Vdädchen berichtet, das bis zu seinem zwanzigsten xnsjahr niemals mit einem Manne gesprochen, niemals einen ■ mit gesehen hat und schließlich doch ein Opfer des Schicksals ’iröe und zwar gleich den ersten Mann heiratete, der ihr betete. Zwanzig Jahre lang hat Adah Prall in Washington, miet kleinen Stadt im Westen Pennsylvaniens, in einem schönen gelebt, wo es keinen Adam gab, unb von Kindheit an ward *6 ihr cingeprägt, daß. die Männer ein sündhaft Geschlecht sind nid daß es sündhaft sei zu heiraten. Sie war nichts die einzige, ifiin diesem Glauben auferzogen wurde. Eine ganze -Leite existiert, e die strikte Abkehr vom Matme auf ihre Fahnen geschrieben i und die es sich zum Ziele setzt, ihre Töchter von dem sündhaflln esä'lechte strengstens fernzuhalten. Martha McWhirter hat dre,e eiillschast vor Jahren begründet: sie erzählte damals bon einer 'ttlickMi Vision, die sie gehabt habe und-in der be vor der Sund- tigleit des Männergeschlechts gewarnt wurde. Adah Pralls i utter geriet, wie eine ganze Reihe von Frauen, unter den i isluß dieser „Seherin", und als die kleine Adah geboren wurde, te man sie alsbald in die Mädchenkolonie, die von der hionärin gegründet worden war. Zehn junge Töchter wurden rt in einer einsamen Farm, fernab vom Treiben der Stadt Herzogen, sie würben belehrt die Männer zu scheuen, wie den ctlscibeiuns selber, und niemals durften sie den Bannkreis il)te§ ’inen ländlichen s)Nädchenparadieses verlassen. Alle Arbeit wurde t den Mädchen verrichtet und niemals durfte ein Mann feinen ife auf den geheiligten Boden der Kolonie setzen. Allem es nut bisweilen doch auch vorgekommen zu fein, daß. bie jungen men die Bestimmungen ein wenig verletzten, denn Adah Prall mg eines Tages außerhalb der Kolonie mit einer ir mir wollte cs scheinen, als ob das Schreiben nur unbe- Tiebigenb fein könne, und so entschloß ich mich, meiner Jcutter join auf mich zu nehmen, um Mr. Hoover eine kleine lieber^ ujchuug zu berellen. Ich schlich mich heimlich fort von unterer jarni und reifte nach Philadelphia. Hoover war lehr erstaunt und tagte mich, ob ich getomuten sei mit der Absicht, ihn zu heiraten. .-antwortete, daß ich daran garnicht gedacht habe. Arolien sic mich heiraten?" fragte er dann. Nun war ich erstaunt, aber iinhdem ich mir die Sache einen Tag überlegt halle, sagte ich ,j®". Die Heirat fand bann noch am selben Tage statt, und liS heutige Frau Hoover erklärt, daß sie außeror-denllich glücklich . ।nnt> vergoldet i'inb. .. P ., Das Lc-riUuimorium fügt ausdrücklich hinzu, daß |bi«fen. (u. E. sehr dankenswerten) Angaben kemesweg^^ beab- fliiotige, die Anschaffung neuer, von Pwl- Riegel herzustellender «VKilchcngcväte allenlhalben auzurcgen. Es wunicht nur, dag l^-H.rall da, wo eine solche Anschafmng von Noten il^ dieser ittviniveis Beachtung finden möge, damit cm edeler Oe>chmau . 'tuch in den hessischen Kirchen zur Geltmig koinme. Es w ll , lniiesivegs den Kirchengemeinden v-jrgreiicn unb allgemeine S^sührung Riegcischer Küchengeräte durchsetzen, hat vielmehr »nulsts gegen die Herstellung von Kirchengerawn auch durch an» j Cete wirlliche Künstler, legt aber u. c". nut Recht ^ut barauf, tob bei Neuanschauullgen ihm vorerst Vorlage gemacht Wird, damit mögtch-u arles Schablonenhasie aus unieren Kirchen all- -in ^nigsteuen schreibt in der „£cuticl)tn -lorijeitung . ,0b es Oe ; »möe- oder SlaalSwald ist — denn m öie|em eiöeugeu J ugiui gen ; | iLtiifaUs em ideales Elgenlumsge'ühl —, der Wald begunfngl |ia)t- 15. Woche. Vom 5. dis 11. April 1908. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 linkl. 1600 Ptann Militär.) Sterblichkeitszisser: 29,08°.',., nach Abzug von 8 Ortsfremden: 15,39 Voo. Kinder Es starben an: Ziisainmen: Erwachsene: im oom 1. Lebensiahr: 2.—Io. Jahr nb bmaiii Mu 05 «in M s . ' EMM vb sie ata & e anbtt* K ir noch, tejj, Ächelschm, Wig IMIB, mlschaei bjj mürbe. von dein ngfteu WleltE» löteten fei tztenanstiM siaaienhei^ o er mit ipi unb 51 Ter zweite L Alamba ®6, zemÜMent auf (einem ii Erdboden Bon Öen 31 ! ©liefe hoch in b:i3 Soden kieschlÄt : Tislnkte nütz und ganze toi . das gi te, sind im ler lurdjibüi» Dig veniichtel n geichatzt. jerooröen. jtet, in 51b |n Ullbericil ebenso vielt, leier vladt n aDama wind- erioneii getötet!r nvahngiets M ich, der eine ilegenen Citn von dein ü gen zerstör!, e en. ’M die Wege itjimgen der l die dem tt- bev Union ingen *8 ) Personell av len si^ » sind, l°eröa ' in dcr volle 24 hennnitrer^ chci bn n, b«6 ui« a ÄiSNNS« C l«, f* und der Lombardzinöfuß 6 %. Berlin, 27. April. Der sozial-liberale Verein Lu Berlin hielt am SamStag eine außerordentliche Generalversammlung ab, in dec nach leidenschaftlicher, bis in die späten Nachtstunden sich hmziehcnder Debatte, an der sich u. a. die Herren von Gerlach, Dr. Breitscheid und Dr. Barth ---- beteiligten, mit 96 gegen 22 Stimmen die Gründung .. eines neuen demokratisch-liberalen Vereins be- Anm.: Tie in Klammern geietzien Ziff-rn geven an, wie viel „ der Todesfälle in der betresscnden Krankheit auf von auswärts nach Ichiosien wucoe. OT .. . ®t=6en gebvaeftte Krank- komme». Geilenkirchen, 27. April. Am Sonntag wurde em mminmMMw।■■■ 1111TmiMHBHMMi■ MU Güterzug infolge falscher Weichcnslellung beim AnSsahren aus bar die Seßhaftigkeit, das Heinialsgefühl und den Naturfilm, be-! Bahnhofe Bismarck gegen einen Prellbock geworfen, sonders bei der 'nichtbäuerlichen Bevölkerung; ich habe e§ einmal cyn:0(c.e^cf|cn entgleisten die Maschine und 4 Wagen. Der ÄUt S«irt unter, die Lokomotioe und wurde getötet. Bäumen in großem Bogen die Gemarkung und mit seinen 9tutzungen I Der Materialschaden ist sehr bedeutend. und der Arbeitsgelegentzeit ein gut Stück des sozialen ^Lebens eines | Dortmund, 27. April. In der vergangenen Nacht ein Die killeß das Großh. Hess. O b er ko n sistorium an die evan ; tischen Kirchenvorstäiibe ein sehr bemerkenswertes ^usschrei- ).n, dem wir in der Hoffnung, baß es die gebuhrende^ Beaw- mrg bei allen denen finden wirb, die es angeht, im enterestl i Verbreitung eines guten Geschmackes auch in, der nwbeuieii Kunst fernstehenden Kreisen wie int Interesse des gesamten heu. iurtitgeirerbcd folgendes entnehmen: Für die neu hergerichlece Kirche zu Wald-Helvers ?ei m wurden vor kurzem durch ,^^,g el, MllgliÄ» i Künstler-Kolonie zu Darmstadt, Gerate,(Taus- mtb Abend- oiahlsgefüße, Altarkranz und Leuchter) geicr.tigt. Gerate ■: le&ien sich nicht an überlieferte Formen an, und aber durchaus :Kl und entsprechen bec Weihe des Ortes und der Handlungen, j bedien sie dienen sollen. Während wir in den aus älterer Zett '«mmeiiden kirchlichen Geraten ment Gegenftande beiitzen, bie » iiLi) bei schlichtem Material gute Formen und den Charakter / ihrer Entstehungsz.it zeigen, sind die in bm letzten Jahrzehnten ^mzeschafsten Gerate vielfach unsolide und aus den P^inl ve- ce^ncte Fabrikware, die den Geschmack vergangener Kunitepochen oft schablonenhaft und in ungeeigneter Wepe nack>ahmt. Lj mifc deshalb mit Freude begrüßt werben, datz wir Mt in un- inrni Lande einen Künstler besitzen, der ferne fchopserstche liiaft gern der kirchlichen Kunst zur Vcrsugulig stellt. und in Xt Sage ist, Geräte zu schassen, die bei aller Selb ständig- leit des Geschmacks dem zu fordernden Eir^Hen Cha- Ktlter völlig entsprechen. Dabei wird es von Wert sein, zu nsthren, daß die Arvetten Pros. Ziicgels b.irajaud nid) t teucr iiti), iljr Preis vielmehr den der Fabrikware nickst oder doch l«im übertrifft. Insbesondere ist zu bemerken, das; die Gerate jedem geivünscksten Material geiertigt werden ttanen, wi ijiitnn die Gefäße von WaÜ>Helverssteun aus Mesting getrieben ^^Kind,hüteDichvorFeuerundLicht! Märchen unb Erzählungen. München, PH. L. Jung. Preis 30 Jßfg. Dr. I. Weigl: Gesundheitspflege für die Jugend. München, PH. L. Jung. Preis 30 Pfg. „ B. A. Hoffmann: Grundlinien einer sozialen Bank. München, A. Heindl. Preis 1 Mk. . Gustav Pfau n müller: Jesus im Urteil der Jahrhunderte. Die bedeutendsten Auffassungen Jesu in Theologie, Philosophie, Literatur und Kunst bis zur Gegenwart. Leipzig, B. G. Teubner. Preis geb. 5 Mk. . Dr. L. von S z ö l l ö s s Y: Mann und Weib. Zwei grundlegende Naturprinzipien. Eine sexualphllosophische Untersuchung. 1100 Ql) Würzburg, Kurt Kobitzsch. - , kc. Frantsurt a. M., 27.April. (Telegr. Orig.-Bericht des .Gieß Dr. Leo Benario: Die Wucherer und ihre Opfer (®t0V*H(m."). Antti. Notierungen der heutigen Biebinarktpreife. Zum stadt-Dokumente, Bd. 38). Berlin, Herm. Seemann Nachf. -prei» I ^crfOuie ftapben: 430 Öchsen, 64 aus Oesterreich, 47 Bullen, 1 Mk. , . c , 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 843 Kühe, Fersen, Stiere und Illustriertes Gesundheit s - L e x t k o n, perausgeg. sj^inber, 0 aus Dänemark, 365 Kälber, 268 Schafe und Hänunel, von Dr. Joses Rufs. 7. Auslage. 1. Lieserung. Bollst. m do 0Q £cl)nie nud Österreich, 00 Ziegen, 1748 Schweine. Bezahlt Lieferungen zu 40 Pfg. Straßburg, Straßburger Druckerei und > sttt'100Pfund Schlachlgeivichr . Ochsen l.Oualiiär 80—82 Mk^ Verlagsanstalt. . m f. 2. Qual 71—73 Alk., 3. Qual. 58—62Aik.; Bullen I.Qual. 65 bis A. O. Weber: Mehr Licht! Gereimte Satiren. Berlin G8 syir<< 2. Qual. 58-60 'Ulf.; Kühe 1. Qual. 70—72 Ulf., 2. Qual. W 30. Gustav Rieckes Nachf. T 64-66 Alk., 3. Qual. 42-44 Ml, 4. Qual. 00-00 Alk., 5. Qual. 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M. lebende, vom verstorbenen Großherzog Friedrich von Baden nach Karlsruhe berufene Maler und T irekior der dortigen Bildergalerie, Hans Thoma, hat neuerdings neun Bilder aus dem Leben Jesu vollendet, die gleichjain als Abschluß des Lebenswerkes des bald 70jährigen Künstlers anzufehen sind. Nur em Bild, die Geburt Jesu, das schon vor zwei Jahren vollendet ivorden ist, war vorübergehend ausgestellt,- die übrigen Brider, durchweg 3 /, Nieter hoch und ebenso breit, haben bisher die Werkstatt des Künstlers nicht verlassen. Zwei weitere groge Bilder stellen die Hölle und den Lobgejang der Seligen, zwölf I stallfinden. kleinere Bilder die einzelnen Jahreszeiten dar. Großherzog Fried- London, 27. April. Anläßlich der Ankunft des nch L, der nut Thoma eng befreundet war und noci) tue 1Sntmurle ftnHiere§ in Dover am 25. Mai wird der Bilder gesehen baue, bestimmte schon vor anderthalb Jahren, Prastdenlen panier es «r " baö aus den Mitteln seiner Prioatschatulle em besonderes Gebäude I dem Präsidenten eine silberne Kassette mit einer Sammlung als Seitenbau der Bildergalerie, also m unmittelbarer Nähe bes oon Einsichten der Stadt Dover als Geschenk überreicht werden. Residenzschlosses, erstellt werde, dessen Wände aussckst'ebllch nut I ~ Dover wird der Präsident von einem Mitgtiede des «SÄ'M enslif^en «rn.gh°us-s begrüßt werden ca 60 Zugänglichmachung des neuen Thoma-Aluseums für das Publckum englische Kriegsschiffe werden zur Bcgrutzung des Präsidenten ist für das kommende Frühjahr in Aussicht genommen. I versammelt fein. Den Offizieren und Riannschaften der fran- — Kleine Chronik aus Kun st und Wissenschaft. ! züsischen Schiffe, die den Piäsidenlen begleiten, werden große Tie Berliner Philharmonie gab am 26 d. Mls. un ^pfHichfeilen aeqeben roerben. Ter Aufenthalt des Präsidenten EHLtelel-Theater in Paris ein vom Munkoerleger ^1x110 oeran-1 - m,rs 5 Dane dauern «Ä ÄÄXS "0" 27 Die amtliche Liste der bei dem Zu- rr. ii (riiieninieael'' alcich'alls großen Erfolg hatte, wurde l 7 Verwundete und 21 Vermißte, jcdvck) mit dem Zu- Lttt iruieniptegei gieicy an . . ------I {aB/ baö die Zahl der Fehlenden insge.amt 34 betragen dürste- die vermutlich alle ertrunken sind. Gleich nach der Kollisions Tuberkulose 2 (1) 2(1) — — Lungenentzündung 5(3) 4(2) 1 (1) —— ^lifluenza 1 1 — Bronchins 1 1 Herzfehler 1 1 — — Schlagfluß 1 1 — Lähmung KU 1 (1) — Ülierenentzi'nidung 2 k2) 2(2) 1— — Krebs 1 1 — Rhackitis 1 — 1 — im Wochenbett 1 (1) 1 (D — — Summe 17 (8) lü (7) _ 2 (1) '— Hi Kaffee. Kaiser-Allee 47. weg 89 und Kaiser-Allee 5. 2714 Dr. Schiiepliake ist verreist. 2616 Asterweg 29. 2713 Von der Reise zurück. 3 Zimmer 03462 2094] BZest-Anlage 62, v. Restaurant zum Aquarium für sofort gejucht. 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