^greifen. a“/» selbst 10 8eln sollte, lorf Moda. en ste Preise! sil - das irn'ttel ner Erregend. iib8° und 'zutun von idie ich!. ton 496 ibaitem Fische (Ut Bücklinge Bllmopse istnarckhäringe linierte Häring- Sardinen . !- ti. Ess'M » 3 a»WU „ 7 UgfaSUH! MSB K,> zA 100 ' jH 2.4« t .DJjSS •iSSs! ilviirscr' , Teles. 119’ s>,, emvsiehU ne° Mittwoch ^8. Oktober 1908 Zweites Blatt Nr. 254 Erscheint iBgRO mtt MSnahme des Sonntags. 158. Jahrgang Die „Siebener Zamtttendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, dar „Krctsblati für den Kreis Glehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zett- fragen" erscheinen monatlich zweimal. RotattonSdruck and Verlag der vrühNch« UnwersuätS - Buch- unb Slemdruckeret. R. Lange, Ließen. Redaktion, Expedition und Druckerei^ Schul- straße 7. Expedltton und SBerlag; e=ö&L $Rebartion:e^ll2. LeU-Ad ruAnzeigerGießen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gbecheften - Erledigt ist eine mit einen, mng.Jrtrn rönnen, unterer CMMj »te bei bet.»ür8 denn zu einem schmucken Rahmen gehört doch I geäußert. Der Ausbruch des Mont-Pelv und seine entsetzlichen 0 ... .. ........' sun 9Rnnn WM, FirA«»rti*tt nrutaipn ihn. Wort käme, übrig. — Eine neue Erklärung des vorgenannten einfachen, aber in ihrer Ausführung künstlerisch gehaltenen Eyren-Urkunden verliehen werden. Tie Verleihung erfolgt alljährlich an Weihnachten. Die Anträge zur Verleihung sind von der gewerblichen Korporation, der der Arbeitgeber angehört, bei der Handwertskammer zu Darmstadt bis spätestens 1. November j. I. einznreichen. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Vorgeschlagenen, sowie ein von dem Letriebs- inhaver ausgestelltes, orispotizeilich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbrochenen Dienstzeit in ein und demselben Betriebe enthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis beizuschließen. ** 40jähriges Dienstjubiläum. Morgen begeht der Senior unserer Gießener Felojchützen, der 7o Jahre alte Adolf Wenzel den Tag, an dem er vor 40 Jahren in den Dienst der Stadt getreten ist. Er ist noch im Besitz des ihm am 29. Oktober 1868 vom Kreisamt auf Stempelpapier zu 6 Kreuzer ausgestellten Anstellungsscheins, worauf er' einen Tag später vom Polizeiamt auf den Feldschutz verpflichtet wurde, um am 21. Oktober jein Amt anzutreten. Wenzel ist einer oon den wenigen noch lebenden Untergangs von in der jährlichen Fcst- £>cl Geologe Lacroix ,die letzten Tage von man auf Martinique und beim Vesuvausbruch von 1906 beobachten konnte. Diese Schlammströme entstehen durch ein Eindringen von Wasser in die vulkanischen Massen. — Kleine ChronikauS Kunst und Wissenschaft. Im Wiesbadener kgl. Theater fand die Uraufführung eine» Balletes von E. G r a e b, Musik von einer Berliner Komponistin, K. von Embden, einer recht freundlichen Aufnahme, die mehr der gefälligen, ansprechenden, wenn auch nicht in allen Nummern originellen 'Musik galt als der Handlung, die sich auf ein (selbst für ein Ballett —) zu augenfälliges Minimum beschränkt. — Tie B ü h n e n f e st s p i e l e Bayreuth 1909. Tie nunmehr endgültig festgesetzten nächstjährigen Festspiele werden in der Zeu vom 22. Juli bis 20. Auguit stattfinden und zwei Aufführungen des .Rings der Nibelungen" sowie sieben „Prasifal"- und fünf ,twhen- 9 rin"- Aufführungen umfassen. Gietzenev Stafcftbearer* Madame Sans Sette. Lustspiel in 4 Akten von Viktorien Sardou. Die deutschen Bühnen befinden sich augenblicklich in einer großen Verlegenheit. Alle neuen Stücke, die in dieser Spielzeit seither aufgeführt wurden, konnten dem grellen Lichte der Rampen nicht standhalten und erwiesen sich als ein schnell verpuffendes Raketenfeuer, das wohl für ein paar rasche Augenblicke leuchtet, aber nicht erwärmt. Es ist daher fein Wunder, wenn sich die Buhnen mit alten, erprobten und zugkräftigen Stücken zu behelfen versuchen, aber selbst wenn cs ein Wunder wäre, könnte man sich nicht darüber freuen. Oder sollte es doch jemanden geben, der sich darüber freut? Möglich ist es, aber es gibt eben gar seltsame Heilige, die wie Pagoden sind. In Amerika sind diese Nickmänner an der Tages- ordnuug; es soll kaum einen Menschen geben, der sich nicht einen solchen, stets zustimmenden Orakelmann als letzte Modetorheit angeschafft hätte. Warum auch nicht? Es ist für beide Teile gleich angenehm unb gleich mühelos. Und keins kann dem andern stichhaltige Vorwürfe machen, unb schweigend verehren sie sich wie Philosophen. Madame Sans Gene ist aber weder schiveigsam noch Philosoph und wenn Lore Scholz nicht gewesen wäre und ein paar andere, dann hätte man sich nicht nur bemitleiden, sondern schließlich auch noch ärgern können. Ist denn diese tolle Lammerdiener- weitzheit mit all ihren Verschrobenheiten und Plattheiten wirtlich noch aufführenSwert? Ich meine nicht. Wenn man denn alte Stücke bringen will oder muß, dann gibt es doch noch eine ganze Menge brauchbarer, gehaltvoller Werke, die einer Wiederbelebung würdig und wert mären; Werke von Anzengruber, Bauernfeld, Lildwig, Hebbel, Grillparzer u. a., _ die längst vergessen scheinen. Es müssen ja nicht ausschließlich Lustspiele sein. Im Interesse des Theaters wäre es sogar wünschenswert, wenn auch die ernsthafte Kunst ein wenig zu Politische Tagesschau. Neue Zusammenstöße in Prag. Gestern ist eS in Prag abermals zu blutigen Zusammenstößen zwischen Deutschen und Tschechen gekommen, ohne daß die Deutschen hierzu irgendwelche Veranlassung gegeben hätten. Deutsche Studenten wurden von einer nach Tausenden zählenden ischechiscljen Bollsmenge aus der Straße überfallen. Dabei wurde (in Student schwer, viele leicht verletzt. Die durch die Gendarmerie verstärkte Polizei konnte nur mit Mühe die Ordnung wieder Herstellen. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Behufs Unterdrückung der Ruhestörungen wurden 700 Gendarmen aitö der Provinz nach Prag beordert. Die Ausschreitungen fanden am Nachmittag ihre Fortsetzung. Ein deutscher Student wurde durch scharfe Hiebe nahezu skalpiert. Zwei Studenten erhielten unter den Augen der Polizei Messerstiche. Ein Student ohne Jl'appe wurde auf dem Wege nach dem Chemischen Institut der Universität erkannt. Man mißhandelte ihn und schlug ihn nieder. Ohnmächtig wurde er nach dem Krankenhause geschasst. Die Polizei drang in das deutscljc Kasino ein und verletzte einige Studenten. Nach 12 Uhr kamen Gendarmen. Als aud) diese versagten, wurde am Nachmittag Militär herbeige- rufen. Infanterie besetzte das Deutsche Haus und die Krakauer (Sasse, die sie bis abends besetzt hielt. Sarah Bernhard gastierte abends im Deutschen Theater unter dem Schutze der Bajonnette. Wegen der Verhängung des Ausnahmezustandes über Prag, zu der Freiherr von Beck bereits die kaiserlick-e Vollmacht beicht, besteht ein schwerer Konflikt im ö sterreichr, chen Ministerium. Zu einer solchen Maßnahme der Regierung ist ein einstimmiger Besckstuß des Minstteruuns nötig, doch roci* gern sich die tschechisck>en Minister Fiedler und Pracek, ihre Unterschrift hierzu zu geben. Da aber Baron Beck neuerdings entschlossen ist, wegen der fortgesetzten Exzesse in Prag den Ausnahmezustand zu verhängen, so ist es möglich, daß der Jaiatritt der beiden tschcchisck/en Minister in allernächster Zett erjolgt. Die desinttive Entscheidung hängt von den Vorgängen ui Prag ab. Von der Absicht der Regierung ist der Prager Stadtrat bereits .in Kenntnis gesetzt worden. auch ein gediegenes Bild, und nicht alles was gefällt, ist gut. Sonst müßte man auch Varietepossen als hohe Kunst anfehen. Die Aufführung selbst war lobwürdig. Lore Scholz war eine allerliebste Wäscherin und ihr gemütooll-laiiniges Spiel war eine sehr schöne Leistung. Auch Erich Wein- gärtner als ehrlicher, pflichttreuer Lefebvre, sowie Rudolf Goll als schlauer unb gewandter Fouche spielten nut bekanntem Geschick und seiner Modellierung. Eine seltsame Leistung gab Hermann Bakof als Napoleon. Sardou hat den großen Korsen schon so sehr mit Kammerdieneraugen gesehen, daß er für den Schauspieler zur gefährlichen Klippe wird. Anfangs wuchtig und groß, verflachte Bakof allmählich und gab anstelle eines Kaisers einen guten ältlichen Mann, dem jede Größe fehlte. Es war wohl seine Absicht, aber sie war nicht gut. Es gibt nur einen Napoleon I. unb der war Kaiser. Kaiser von Frankreich, nicht von Serbien. ^0'^ Die Maul- unb Klauenseuche ist erloschen auf dem Schlachtviehmarkt zu Metz am 24. Oktober. ? Langgöns, 27. Okt. Ein unabsehbarer Leichenzug bewegte sich heute nachmittag durch unfern Ort. ES galt den sehr beliebten und hochgeachteten Herrn Ad. Schmoll, Königl. Stationsverwalter, zur letzten Ruhe zu geleiten. Sämtliche Vereine, darunter der Kriegerverein, besten langjähriges Mitglied der Verstorbene war, erzeigten ihm die letzte Ehre. In ergreifender, tief zu Herzen gehender Rede ehrte Pfarrer Weber den Dahingeschiedenen als einen treuen fürsorglichen Gatten und Vater, als Freund unb guten Berater seiner Untergebenen und als einen stets hilfsbereiten Die Regie roar gut, nur die Volksszenen im ersten Akte waren zu schablouenmäßig, um zu überzeugen. Die Aus- llattung war klug und stilvoll und ließ nichts zu wünschen Karl Neurath. Folgen, die in einer Minute 28 000 Opfer forderten, mußten ihn, den eifrigen Verehrer des Altertums, den genauen Kenner des Vesuvs und seiner Umgebung, zu einem Vergleich der beiden Katastrophen pinbrangen, und seine Forschungen erhielten neues Material durch den letzten großen Ausörml» des Vesuvs und die Zerstörung von Ottajano. Im Sommer und Herbst 1907 machte er noch einmal seine Studien an Ort und Stelle. Mit den beiden Briesen des Plinius, der einzigen antiken Quelle, die den Untergang bet beiden Städte schildert, in der Hand, wanderte er vom Kap Misenum und von Stabiä nach den Ruinen von Pompeji unb untersuchte noch einmal die vulkanischen Bildungen des Vesuv. Er kam zu dem Resultat, daß der Ausbruch, der die Zerstörung von Saint-Pierre auf Martinique I; erfror rief, in nichts der Katastrophe gleicht, die unter dem Kaiser Titus die Stätte des Veiuvs vernichtete. Es gibt s’.vci Haupttypen vulkanischer Eruptionen: die sen!reckte Herausschleuderung von Asche und Steinen, wie sie bei der Zerstörung von Ottajano beobackstet wurde, und das Phäiwmen der glühenden Wolken, das auf Martinique in die Ersckstinung trat. Auf Grund geologischer Beobachtungen und nam dem Text des Plinius läßt sich mit Sicherheit erweisen, daß' die erste Art die Vernichtung von Pompeji herbeiführte. Bei Herculanum liegen die Verhältnisse anders. Die Untersuchung der Lavamassen, die die Stadt bedecken, hat ergeben, daß die Zerstörung Herculauums durch keine direkte Eruption, sondern durch ein sekundäres Phänomen des Vulkanismus erfolgte. Herculanum liegt begraben in einem Tuffstein, der durch das Festwerden voit Schlammstromen entstanden ist, ähnlich denen, die haben, bei der er als Illjähriger Bursche als Tambour unter Hauptmann Fix bei der Neustädter Kompagnie cintrat Wenn man den alten Wenzel int Felde trifft unb er oon feiner Dienstzeit unter der Bürgern-ehrfahne erzählt, die jefct un Museum hängt, bann muß man mit Jntere,fe zuhoren und kann nur bedauern, daß er nicht in der Lage ist, feine Erlebnisse aus dieser wunderlichen Zeit, die recht viel Huntor enthalten, aufzuzeichnen. Ehe der Jubilar tn ben Dienst der Stadt trat, war er bei der neu eröffneten Mam-Ae>er- Bahn beschäftigt gÄvesen. Trotz seiner 75 Jahre nimmt es Herr Wenzel nut seinem Dienst noch sehr streng,^er hofft, daß er es noch erlebt, sein goldenes Jubiläum als Feld,chutz begehen zu können. Wünschen wir ihm das Gleiche und ferner, daß ihm nachher noch ein längerer Lebensabend in Gesundheit und Geistessrische bcschieben sein möge. ** Tas Ensemble Berghaus, das gestern abend mit großem Erfolge im Kaiserhof ausgetreten ist, gibt heute c.benD seine letzte Vorstellung hier und zwar im tz o te l Ein - Geber für die Armen. n Großen-Buseck, 27. Okt. Ant Sonntag fand hvw die erste Versammlung des neu gegründeten Fraueu-Krau ken- llnterstützungS-Vereins statt. Es waren fast sämtliche 185 Mitglieder anwesend. Pfarrer Barth hielt eine kurz-e An- sp racke, dankte für die zahlreiche Beteiligung und erklärte nvch- matz' den Zweck des Vereins. Frau Baronin von Nvrdeck Mir Rabenau, die zur Zeit in Darmstadt ist, kam hierher, um der erstm Versammlung berzuwohnen. Der Redner schlug d^au Davon in von Nordeck zur Rabenau als Präsidentin, uud unsere Krankenschwester als Schriftführerin vor, lvas auch von der Ver- sammlung einstimmig angenommen wurde. Möge das gute Werk un Dorje, durch bic Hand unserer liebevollen Krankenschwester jedem Kranken und Leidenden Linderung und Genesung bringen. r. Londorf, 27. Okt. Eine schon lange erwünschte Neuerung ist vom Bezirkskommando Gießen getroffen worden. Wie aus dem heutigen Kreisblatt ersichtlich, wird am 14. November, nachmittags 3s/4 Uhr, am hiesigen Bahnhof für Londorf unb noch 9 Orte die diesjährige Herbst- k ontro il ve rs amml im g abgehalten. Die beteiligten Mannschaften ersparen durch diese Ncueinteilnng Zeit und Geld. Sehr zu erwägen wäre noch, ob man nicht auch eine Musterung hier abhalten könne, was jedenfalls für die Beteiligten ebenfalls große Zeit- und Geldersparnis bedeuten würde. chBüdingen,27. Okt. Die Arbeiten für die Renovierung des altehrwürdigen Rathauses sind jetzt vergeben. Da eö sich bei der Renovierung zum größten Teil um Jimenarbeiten handelt, soll mit den Arbeiten noch vor Eintritt deS Winters begonnen werden. Die Rcnovic- rungslosten belaufen sich auf etwa 10000 Mk. r. Rodheim a. b. Bieber, 26. Oft. Die gestrige Versammlung des Vaterlänbischeu Frauen Vereins für bei: Kr.Biebcnkcpf war stark be.ucht. LanbratTr.Daniels unb Kreisrat Dr. Tenbanm-Biebenköpf waren anwesend. Punkt 3 Uhr eröffnete Frau Sanbrat Daniels als Kreis- vorsitzende bie Versammlung. Landrat Daniels erstattete eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Kreisvereins. Er wurde vor sechs Jahren gegründet unb zählt bereits 3200 weibliche unb 150 männliche Mitglieber in 31 Ortsgruppen. Die Tätigkeit der einzelnen Ortsgruppen machr sich vor allem in der Armen- unb Krankenpflege bemerkbar, schon 18 Krankensch>vestern füib berufen und 30 Sauitätsschranke aufi Die Krifis im Orient Heber das Resultat der zwischen der deutschen Regierung und dem russischen Minister deS Acußern, Iswolsky, gepflogenen Verhandlungen erfährt der „Lokal-Anzeiger" an zuständiger Stelle, daß über eine Anzahl von Programmpunkten für die künftige Konferenz ein allgemeines Einvernehmen erzielt sei, mit Ausschluß allerdings derjenigen Einwendungen, die in Wien erhoben werden. Man hofft aber, daß eine Aussprache zwischen Wien und Petersburg erfolgt und durch deren Verlauf der österreichisch-ungarischen Regierung die Möglichkeit gegeben wird, ihre Zustimmung zur Beschickung der Konferenz in Aussicht zu stellen. Die Pariser Presse legt den Berliner Besprechungen Iswolskys große politische Bedeutung bei und fommeittier: die Haltung Deutschlands in günstigem Sinne. Von der entgegenkommenden Vermittlung Pichons in den Unterhandlungen erwarten politische Kreise eine günstige Wirkung aus das Zu- staniiekommen eines deutsch-französifchen Einvernehmens in der marokkanischen Frage. In offiziellen Kreisen Rußlands findet man jedoch, daß die von Iswolsky in Berlin erzielten Resultate recht gering seien und kaum den ursprünglich gelegten Erwartungen entsprächen. zu Birkenau. - zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneindeschule zu Rain- > rod; an der Gemeindeschule zu Jügesheim zwei mit • kath. Lehrern zu besetzende Lehrcrstellen. Zu der einen von , ihnen (der ersten Stelle) steht dem Großh. Kreisrat zu Offen- < bach, sowie dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstand zu Jügesheim das Präf'entationsrecht zu. ** Studentische llnrerrichtskurse für Ar- < beiter und Unterbeamte. Die Kurse werden in der kommenden Woche wieder ihren An.ang nehmen. Es wird Unterricht erteilt werden im Rechtschreiben und Aussatz, im Rechnen mit ganzen Zahlen, im Bruchrechnen, in den sog. bürgerlichen Rechnungsarten, in Ällgebra unb Geometrie, in Geographie von dlorbbeutschland unb in Bürgertunbe. Für bie Beteiligung an jedem Kursus wirb eine einmalige Einschreibgebühr von 50 Psg. erhoben. Tie Anmelbungen werben emgegengenommeu Donnerstag (29. Oktober) abends von 6—8 Uhr in ber Volkslesehalle am Selterswr, Freitag (30. OiL) nachmittags von 2—7 Uhr in ber Wohnung bes Leiters (Weserstraße 3 I), unb am Sonntag (1. Nov.) morgens von 11—1 Uhr in ber Volkslesehalle. — Es sei noch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß auch bie Beteiligung von Frauen unb Mädchen aus den Kreisen ber Arbeiter unb Unterbeamten gestattet ift •• Gegen die Zigarrenbanderolen ft euer sprach in einer stark besuchten Versammlung in Würzburg Franz Schnell-Gießen. Ter Vortragende stellte fest, daß die projeklierte Steuer, wie jede indirekte Steuer, von der großen Rtassc des Publikums getragen werden würde. Im besonderen würde aber die Zigarrenbanderolensteuer in sozialer und materieller Hinsicht die gesamte deutsche Tabakindustrie mit ihren jirfa 200 000 Arbeitern schwer schädigen und eine weitere Herabdrückung der Lebenshaltung der Tabakarbeiter zur Folge haben. Die Versammlung protestierte einmütig gegen jede Erhöhung der Tabaksteuer, des TabakzollcS, gegen die Einiührung der Zigarrenbanderolensteuer, sowie überhaupt gegen jede weitere Besteuerung der Tabakfabrikate: Einer entsprechenden Resolution wurde ohne Disklisfion zugestimmt. ** Ehren-Urkunden für unselbständige Handwerker. Die Hanbwerkstammer zu Darmst'bt hat beschlossen, an unselbständige Personen bes Hanbwerkcr- stanbes, Gesellen, Gehilfen nsw., bie minbestens 25 Jahre in ein unb bemselben Betriebe ununterbrochen tätig gewesen finb, als Anerkennung für bic treue Arbeit Ehren- Urkunben zu verleihen. Bei bem wirtschaftlichen Aufschwung, ben eine große Zahl Berussgruppen in ben zwei letzten Jahrzehnten genommen hat, ist ein öfterer Wechsel in bem Personal wie früher zu verzeichnen. Ein Aus- h-alten von 25 Jahren bei einem Meister gehört immerhin schon zu ben Seltenheiten unb setzt Treue, Fleiß, Ehrlichkeit unb rechtschaffenen Sinn vorarlS. Diesen Personen giir An- | ertennung unb anderen zur Aneiscrung bienend sollen bic nnrneunuiifen einsamen, aber in ihrer Ausführung küiist- Pompeji. Aiii nächsten Samstag wird litzung ber fünf jrmi^fischen. Alaoemren einen intercssamen Vortrag hallen, der ----- .... . „ _ Herculanum unb Pompeji" beiiteit i|t unb eine iumenidjartimje Erklärung über den Untergang ter beiden Städ.e Darbielct. älacroix war ber Leiter ber wissenschaftlicheri - . vion, bie nach dem Ausbruch des Ätonr - P elö der Insel i’Jiartiniquc gesandt wurde, um bie vulkanischen Phänomene zu )t.ibicren, bie zu der jähen Vernichtung der sck>önen Kolonie auf ben Antillen sührlen. Der Gelehrte hat sich nun einem Mi ater des Gaulois gegenüber über bie Resultate seiner Förch., .«gen unb über ihren 'Jcuften für bie ^eurwilung jener VeMu .afiuophe vvm Jahre 79. n. Ehr. An- Stafci und £mVo» Gießen, 28. Oktober 1908. - Reallehrer. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben bestimmt, daß die definitiv angestelllen seminaristisch gebildeten Lehrer an den Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen, höheren Mädchenschulen, Taub- stummenanstalten und der Blindenanstalt fortan den Amtstttel Reallehrer zu führen haben. Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Oskar Helf en st ein zu Burg-Gemünden eine Lehrerftelle an der Gcmeindefchule zu Rüsselsheim; dem Lehrer Jak. Mayer zu Krumbach eine Lehrerstelle u.i der Gemeindeschule zu Lorsch; dem Lehrer Ioh. W c nicker zu Nieder-Llebersbach die zweite Lehrcrstelle an der kath. Schiilc zu Birkenau; dcm Schulamts-Aspiranten Georg Sauten» schläger zu Neutsch eine Lehrcrstelle an der evang. Schule gestellt. Die Ortsgruppe Biedenkopf hat im vorigen Winter eine Suppenansta.lt für arme Schulkinder eingerichtet, mit der im bevorstehenden Winter ein Kochkursus für Mädchen verbunden werden soll. Klcinkinderbcwahranstalten sind in Bottenhorn und Rodheim gehalten, in den größeren meindcn Biedenkopf, Battenberg, Gladenbach und Rodheim wurden Sanitätskolonnen gegründet. Auf Wunsch unserer Kaiserin soll sich die Zätigicii der Frauenvereine auch auf die Säuglings- und .Krippenfürsorge ausdehnen, weshalb als zweiter Punkt ein Vortrag unseres Kreisarztes „Säuglingspflege auf dem Lande" auf der Tagesordnung stand. Er empfahl allen Müttern eine sorgfältige Ernährung, eine sorgfältige Pflege und gebührenden Schuß vor Krankheiten ihrer Lieblinge. Zum Glück stillen ja auf dem Lande fast alle Mütter selber ihre Kinder. Wo aber dennoch zur künstlichen Ernährung geschritten werden müsse, empfahl er Kuh- und Ziegenmilch (Milchzucker) und erst im zweiten Halbjahr Kindermehl. Gänzlich wurde die Saugflajche mit dem Glasrohr verworfen. Alltägliches Baden und öfteres Waschen, dazu nicht zu warmes Ginhüllen gehören vor allem zu einer gedeihlichen Kinderpflege. Kinderkrankheiten (Masern, Keuchhusten, Diphtherie, Tuberkulose) wird durch Absonderung, Sauberkeit und Ordnung vorgebeugt. Pfarrer Dömel iprach über die Bedeutung und Einrichtung von Klein l ind ers chulen auf dem Lande. Zur Freude aller hiesigen Mütter soll eine solche Bewahranstalt für die lieben Kleinen hier ins Leben treten. Aus Mitteln des Frauenvereins wurden den beiden Anstalten in Bottenhorn und Rod heim 200 Mk. bewilligt. x Marburg, 27. Okt. Geheimrat Prof. Dr. Theob. Fischer, der bekannte Marokkoforscher, wurde zum Ehrenmitglied der hiesigen Ortsgruppe des Allgemeinen deutschen Schulvereins ernannt. — Dem in letzter Zeit viel genannten Prof. Schücking wurde heute von den Studenten im Hörsaal eine Ovation bereitet. fc. Frankfurt a. M, 27. Olt. Tcr mehrfach vorbestrafte Chauffeur Wilhelm Wagen dach aus Wies eck wurde verhaftet, nachdem er in der Glauburgjtraße einen Einbruchsoer such unternommen. w. Frankfurt n. M„ 27. Okt. In zwei langen Sitzungen verhandelte die Stadtverordnetenversammlung über die Anstellungs- und Besoldungsveryllinijse der städtischen Arbeiter und nahm, dabei zwei sozialdemokratische Anträge an. Danach soll Kun 1. 4. 1909 in den städtischen Betrieben Der neun» st ünbigJ Arbeitstag cingefuhrt werden und jeder Arbeiter, der das 25. Lebensjahr überschritten hat, nach einjähriger Be- fchäftigung in den städtischen Betrieben das Wahlrecht zu den Arbeiterausfchüsscn erhalten. Abgelehnr wurde ein Antrag, den Mindestlohn von 3 Mark 40 Pfg. auf 4 Mark zu erhöhen und leben Arbeiter nach halbjähriger Tätigkeit „ständig" zu machen. vom ArbeiKmarit in Hessen Md hessenMgssau im llionat September. Vergleicht man die von den angeschlossenen Arbeitsnachweisen nritgetcilten StimmungSberichtc der letzten Z?ic über die Lage des Arbeitsnmrktes, so findet man in ihnen eine verschiedene Beurteilung der gegenwärtigen Lage. Zum geringen Teil wird von einer Besserung des Geschäftsganges gesprochen, in der Mehrzahl aber über die Fortdauer der bisherigen flauen Arbeitsmarkllage geklagt. Die jedes Jahr mehr oder minderkräftig einsetzende Äerbslbelebung ist auch in diesem Berichtemonat nicht ohne Cinsluß auf die Gestattung des gewerblichen Beschäftigungsgrades gewesen. Das bereits in der zweiten Hälfte des Septembers einsetzende Angebot von neuen Arbeitskräften, hervorgerufen durch die Rc- servistenenllassungen, konnte in verhältnismäßig kurzer Zeit untergebracht werden, zumal sich die kleinen Städte und besonders auch das flache Land als recht aufnahmefähig erwiesen. Besonders in der Landwirtschaft wurde'.! zufolge der Kartoffelernte viele Arbeitskräfte verlangt, die auch hinreichend zur Stelle waren. In welcher Weise gerade im Monat September der landivirt- schaftliche Arbeitsmarkt entlastend für den großstädtischen wirkt, zeigt bspw. die Frequenz des Frankfurter Asyls für Obdach- loso. Os wurden hier nntergebracht: August September Oktober 1905 2148 1974 2138 1906 2102 1809 —■) 1907 2144 1796 2042 Diese Zahlen ergeben, daß der Besuch im September regelmäßig nicht unbedeutend abnimmt und der Grund hierfür dürfte einzig und allein darin zu finden sein, daß die zur Zeit statt- findenden landwirtschaftlichen Arbeiten, insonderheit die Kartoffelernte leicht Arbeitsgelegenheit bietet. Da nun aber leider in den Eonuneitben Wintermonaten die Landwirtschaft nicht in der Lage ist, eine, ähnliche Arbeitsgelegenheit zu bieten, so steht zu befürchten, daß bereits int November ein starter Rückstrom Arbeit- snck)ender vom Lande in die Stadt erfolgen wird. Ein Zeichen wenig günstiger Arbeitsmarktlage ist es auch auf jeden Fall, daß die sog. „Umschau", d. h. die unmittelbare persönliche An- srage beim Arbeitgeber, im Grunde genommen zum Schoden der arbeitenden Bevölkerung selbst, iveitere Formen anzunehmen jcheint. Wad) den Situationsberichten blieb die Bautätigkeft im großen und ganzen matt, wenngleich in einzelnen Städten, wie z. B. in Herborn, durch Vornahme größerer Bauten, eine gewisse Belebung des Gewerbes euttrai. — Im Bekleidungsgewerbe war der Geschäftsgang mit Rücksicht auf die vorgerückte Jahreszeit etwas lebhafter. An verschiedenen Orten trat ein erheblicher Mangel an Schneidern hervor, doch ließ im ganzen der Geschäftsgang im Hinblick aus die Verringerung der Einkommen manches zu wünschen übrig. — Der Arbeitsmarkt für Holzarbeiter und verwandte Gewerbe zeigte wenig Belebung. Tie von einzelnen kleineren Ortschaften gemeldete Steigerung der Beschäftigungstätigkeit dürften aus die zahlreichen kleinen Reparaturen zurückzuführen sein, die bekanntlich immer vor Eintrftt det. kälteren Jahreszeit an Haus, Geräten, ^Nobckiar usw. vorgenommen werden. — Im Buchdruckergewerbe machte sich tut allgemeinen der matte Geschäftsgang, über den fast alle anderen Gewerbe zu Hagen haben, weniger fühlbar, da gerade infolge der allgemeinen stauen Geschäftslage mehr Reklame gemacht wird, die indirekt in erster Linie dem Buckdruckergcwerbe zu gute lammt. Nach den monatlichen Ausweifen der uns berichtenden öffentlichen Arbcits- nachweisen, war im Berichtsmonat eine durchgehende Steigerung der besetzten Stellen zu verzeichnen und haben. wir die Gründe dafür schon weiter oben angeführt. Es wurden z. B. Stellen besetzt in Kassel 1087 (gegen 906 int Vormonat», Darmstadt 325 <318), Frankfurt a. M. 3641 (3268), Gießen 120 (56), Hanau 70 (52), Mainz 608 (584), Wiesbaden 828 (576), Witzenhausen 130 (93) und Groß-Karben 56 (13), nur Worms zeigt eine geringe Abnahme 240 (256). Wie ungünstig im einzelnen der Beschäftigungsgrad in den größeren Städten war, mögen nachfolgende Zahlen illustrieren. Es kamen aus je 100 offene Stellen in Kassel 142,7, Darmstadt 164,9, Frankfurt a. M. 160,1, Gießen 142,7, Hanau 152,6. Kreuznach 179,1, Mainz 220,4, Offenbach a. M. 211,3, Wiesbaden 120 und Worms 190,6 Arbeitsuchende. Die Ergebnisse der Krankenkassenstatistik, deren Schwankungen mit den besten Vergleich zu der Lage des Arbeitsmarktes biet eit, stellen sich m den nachfolgend aufgesührten Städten, von denen uns Material hierüber zuging, wie folgt: Der Bestand der versicherungspflichtigen Mitglieder betrug am 1. Oktober in Kassel 34 894 (gegen 34 713 tm Vormonat), Bensheim 1146, Darmstadt 13 555 (13472), Frankfurt a. M. 96 657 (96 481 , Friedberg i. H. 1508, Fulda 3554 (3581', Gießen 5907 (591b, Hanau 7165 -7105), Homberg (Bez. Kassel) 372 >400,, Kreuznach 4504 > 167'j , Limburg a. L. 2084, Mainz 18 821 (18730;, Marburg 3774, *) Während des ganzen Oktobers 1906 war das Asyl wegen einer notwendig gewordenen, Reparatur der beiden Kessel geschlossen. Offenbach a. M. 19 971 (19 793), WcMurg 1561, We^ar 1165 (1193), Wiesbaden 14 263 (14 088) und Worms 7376 (7410). Es erscheinen in dieser Aufstellung mehrere Städte zum ersten Male, bei denen ein Vergleich gegen den Vormonat affo erst tut nächsten Bericht gezogen werden kann. Die übrigen. Städte, bet denen der Vornwnat angegeben ist, zeigen alle eine ziemliche Stabilität in der Mitglie'cerzähl, die meisten eine uetne Zunahme nnd nur Mainz, Ossenbach a. M. und Wtesoaden eine geringe Abnahme. Irgendwelche weitgehende Schlüsse lauen lich angesichts des Umstandes, daß zurzeit die ösfenlliche Arbeitsvermittlungi un geringeren Maße als in Zeiten guter Konjunktur in Anspruch genommen wird, aus diesen rein zahlenmäßigen Angaben Nicht herleiten, wie überhaupt unsere Beurteilung der Lage des , Arbeitsmarktes lediglich an der, Vermfttlungstatigkett der, omnt- lichen Arbeitsnachweise gemessen, recht unvollkommen i)t Als Ergänzung sind mindestens neben her Krankenkaiienstattsttk mit die Wanderbewegungen, deren Umfang freilich jcywer zu erinnert ist, die Ausgabe von Jnvalidenmarken nnd eine genaue Stattstck der Baugefuche, insonderheit der ausgeführten Bauten, in Betracht zu ziehen, ohne daß indefsen auch hierdurch allen s3Kö^ lichkeiten zur Beurteilung der Marktlage Rechnung, getragen Ware. Ossenbach, 28. Okt. Nach dein „Offenb. Abendbl.* stand am Sarnslag Rechtsanwalt M a.r x-Offenbach vordem Disziplinär* Hof der Amvaltstavimer in Darmstadt, um sich wegen verschiedener Anklagen zii vei'anlworten. Tas Urteil lautete aus 800 Mk. n> c t b 11 rar e iiiiö cricn Ä c r in e i s. LZttiverHitäts-Naehrrchten. Von der A t a b c m i c zu Frankfurt a. M. Im gegenwärtigen Seniesler werden Boriräge über die Rohstofse der Textilindustrie nnd ihre Verarbeiliing von dem Direktor der höheren Texiilmchschule in Aachen, Pros. Tr. o. Ka pfi, an der Akademie gehalten werden. Die durch Lichtbilder und Tenionstrationen unterstützte Vorlesung findet an den SaniSlagvormittagen von 10 bis 12 Uhr statt und dauert vom 31. Oktober bis Weihnachten. Zeppelin ut-.ö Prinz hrimich. Aus Friedrichshafen wird uns unterm 27. Oktober geschrieben: Kurz nach 10 Uhr fuhr Prinz Heinrich von Preußen sunt Aufstieg mit dem Grafen Zeppelin nach Manzell. Der König geleitete feinen Gast zur Reichshalle; die Königin Charlotte hatte den Prinzen bis znm Hafen begleitet. Um 10 Uhr 36 Minuten stieg das Luftschiff auf und nahm die Richtung nach Konstanz. Zeppelin fuhr zunächst nach Meersburg nnd bann landeinwärts. Um 11 Uhr 35 Minuten überflog das Luftschiff den Ort Markdorf in einer Höhe von etwa 200 Metern mit der Richtttng nach Heiligenberg. — Die Fahrt geht rheinabwärts Basel zu. Die Reichskommti'sare sind anwesend. In der Gondel befinden sich Graf Zeppelin, Prinz Heinrich, Kapi tän S. Mischte und der persönliche Adjutant des Prinzen v. dem Kncyebeck. Das Luftschiff wurde gesichtet: tun 12 Uhr 30 Minuten am Hohentwiel, run 1 Uhr 18 über Schaffhausen, um 1 Uhr 45 über Ermatingen am Untersee, um 2 Uhr 45 Min. über Konstanz. Das Luftschiff ging dann in ruhiger sicherer Fahrt das Schweizer Ufer entlang auf Lindau. Nack) sechsstündiger, glänzender Fahrt, die sich um den ganzen Bodensee nnd über die angrenzenden Laudesteile erstreckte, wurde um 4 Uhr 30 Minuten in Manzell glatt gelandet. Die von schönstem Wetter begünstigte und ohne jede Störung verlaufene Fahrt war nach der gestrigen Konferenz der Reichs- kommission mit deni Grafen Zeppelin von großer Bedeutung. Der Kaiser erwartet unntttlelbar nach der Landung Mitteilung des Prinzen Heinrich. Aus Konstanz wird gemeldet: Die Fahrt ging von Heiligenberg nach Ucberlingen, von hier über Ludwigshafen am See, Singen, Gotmarlingen nach Schaffhausen, wo der Rhein fall berührt lvurde, über dem Zeppelin einen Bogen beschrieb. Den Weg von Schaffhausen bis Konstanz, der in' der Luftlinie 50 Kilometer beträgt, hat das Luftschiff bei Seitenwind in etwa einer Stunde zurückgelegt. VerinrsiHtes. * Die Zukunft der Flug maschine. Aus Puris wird berichtet: - Nachdem Wilbur Wrigt am Samstag eine Reihe von kurzen, aber meisterhaften Flügen mit Passa gieren, unter denen sich auch der deutsche Gesandtschafis Attache Baron v. Lancken-Wakenitz aus Paris befand, ausgesührt hat, will er jetzt beginnen, seine Schüler zu unterrichten, von deren sicherer Beherrschung der Flug maschine die Auszahlung der zweiten Hälfte seines Preises von einer halben Million abhängig ist. Zunächst soll bic Flugmarfchinc mit einem zweiten Paar Steuerhebeln und Lenkvorrichtungen versehen werden, an-denen der Schüler das Steuern erlernen wird. Ter erste Schüler wird wahrscheinlich der Gras von Lambert sein. Lazare Weiller, bei Die Rechte für ben Vertrieb ber Maschinen in Frankreich erworben hat, hat jetzt eine Gesellschaft zur Ausführung dieses Planes gegründet; Flugmaschiucn nach dem Modell oer Brüder Wright werden an Privatleute für 25 030 Frauken verkauft werden. Für das nächste Jahr plant ber französische Aero-Klub auch bereits bic Veranstaltung eines großen WettfliegenS für Flugmaschincn. Wright ,elbst ist für bic Jvee sehr begeistert, wenngleich er auch noch nicht sicher weiß, ob er sich baran beteiligen wirb. Wenn gut organisiert, so würbe bas Unt.rnehmen schon jetzl einen glänzenden Erfolg haben können. * Königliche Raucher. Wenn mau sich ben beut- scheu Kaiser als Raucher vorftellt, so denkt mau ihn sich sicher mit ber Zigarre ober Zigarette int Munbe, bemt ben Wenigsten bürste es bekannt sein, baß er auch bic kurze Pfeife nicht verschmäht unb im engen Kreise sehr oft nach ihr gegriffen Hal. In ber letzten Zeit haben jeboch die Aerzte gegen bas Psei,enrancheii Einwenbungen gehabt, unb so ist ber Monarch wieder zur Zigarette zurückgekehrt. Der Kaiser liebt es, eine Zigarette, die stets ein Mundstück haben muß, nur bis zur Häl,te auszurauchen, aus diesem Grunde ist die Form sehr groß gewühlt. Ter Kaiser bleibt einer bestimmten Mischung lauge treu, aus welchem Grunde auf den ausgedehnten Reisen des Kaisers stets ein größerer Vorrat mitgenommen werden muß, zumal da die Umgebung des Herrschers dieielbe Sorte aui bic Tafel gesetzt erhalt. Der Zigarre, bie der Kaiser früher sehr liebte, wird von ihm kaum mehr zugesprochen. Dagegen ist Kaiser Franz Joses nach wie vor ein Freund derselben. Mer nur die Virginia ist es, welche der greise Monarch konsumiert. In früheren Jahren verbrauchte er ein ganz ansehnliches Quantum dieser otrohhalmzigarre, doch in ben letzten Jahren ist er so genügsam geworben, baß er es auf kaum mehr als zwei bringt, bie natürlich das Auserlesenste barftellen, was bie Monopolsabrik Herstellen kann. Ter König ber Belgier ist ein sehr starker Raucher. Für ihn barf bie Zigarre nur ganz schwarz sein, keine Flecke haben und muß eine Mexiko decke haben. Trotz des bereits hohen Alters ist König Leopold im Rauchen sicherlich manchem jungen Manne überlegen Die Liebhaberei des Sultans für kostbare Zigaretten ist bekannt, dennoch inuß erwähnt werben, baß er hinsichtlich bes „Krautes" sicherlich bic feinste unb teuerste Marke verbraucht. Dip.onuAm, welcl)e nach bem Sllamik Gustc bes Sultans bei Sian ec unb Zigaretten waren, wissen zu erzählen, baß sie etwas ähnliches kaum je getroffen haben. Ein starker Zigcrrettenraucher ist auch ber Zar. ^ bevorzugt leineswÄs eine besondere Morie, lonbent laßt >ich m Zwlfchenrimmen die letzten Genien vorlegen, um faft ledes. mal eine andere Sorte zu wählen. Man erzählt sich von ihm, baß er nur zu oft in seinem Rock nicht nur die Ziga- rettenbofe, sonbern auch bic Vorrats) chachtel bei sich tragt, damit ihm seine Lieblingsbeschäftigung feinen Augenblick fehlt. Aucb ber König Alfons von Spanien ist in der Sorte nicht bcsoiidcrs wählerisch. Obwohl er bie Zigarette der Zigarre vor-ieht, hat er, wie er sich selbst autzert, kanm einen Geschmacksunterschied in den feineren Marken. ~a der König ost allein durch bie Straßen geht, ist es benn auch nicht zu verwunbern, baß er zuweilen m ein offene^ Geschäft tritt, um seine Einkäufe zu besorgen, xer König von Spanien ist ein sogenannter Kettenraucher, benn, kaum neigt sich eine Zigarette ihrem Ende zu, Holk er bic zweite hervor, um sie sogleich an ber abgebrannten anzuziinben. Auf biese Weise verbraucht ber Monarch ein ziemliches Quantum, das bisweilen bis auf 40 Stück pro Tag anwachseu soll, zumal wenn er auf der Jagd ist. . * Menscheujagb in Amerika. Eine echte Hinter* Wäldler-Szene wirb aus Newyork berichtet: Ein entlassener Sträfling hatte in Monroe ein zwölfjähriges Stäbchen überfallen und war bann geflohen. Ein Vollblut-Sioux-Ju- Dinner, Dickay, war ber erste, ber bie Untat bemerkte. Er nahm sogleich bic Spur bes Verbrechers auf unb eine ganze Schar von Farmern schloß sich ihm an. 48 Stunben lang ging bic wilde Jagd über Felber und burch Wälder, bis schließlich 200 Manu, darunter Geistliche und Aerzte, einen niederen, mit dichtem Gebüsch umwachsenen Hügel umstellten, in ben sich ber Unmensch geflüchtet hatte. Sogleich wurde sein Versteck dicht umstellt, |o daß er nicht entfliehen konnte. Ein Bursche, bem ber Sträfling eine Botschaft aufgetragen hatte, erzählte, daß der Umzingelte lieber sterben wolle, als yerauskommen unb baß er gejagt habe, wenn er entkäme, mürbe er bie Stabt Monroe in Branb stecken. „Wir wollen ihn lieber verbrennen!" rief ba eine Stimme, unb ber Vorschlag ward angenommen, ohne baß iemanb für ihn um Gnabe gebeten hätte. Das bichte Gevüsch warb an allen Seiten um ben Hügel in Branb gesteckt; bic Farmer stellten stch in weitem Umkreis um bie lobernben Flammen mit ,chußbereiten Gewehren, wenn er in ber Dunkelheit auszu- oi:ecr)cn vcr,uchc. Immer weiter griffen bic Fmmmen um ,ich, immer busterer stieg bie Glut zum Himmel, bis sie ein einziges Feuermeer bilbete, ein brohenbes Zeichen be£ Gerichts, bas hier vollzogen worben war. — Schicksale chinesisch er Frauenrechtlcrinncie. Die gewaltige Reformbewegung, die die uralten sozialen Ordnungen des Himmlischen Reiches in ihren Grnndsesten erschüttert hat, findet ihren stärksten Ausdruck in der Emanzipation der Frau. Die Formen, unter denen diese Befreiung des weiblichen Geschlechts aus den Ketten der Unmündigkeit und Sklaverei erlügt, müssen umso gewaltsamer sein, als gerade in China die Stellung Der Frau bisher kaum menschenwürdig war und sie Ansehen und Rechte nur als die Äintter der Söhne, als Trägerin des Ahncnkuttus genoß. Der Anstoß zu der immer weiter um sich greifenden Frauenbewegung in China ist von dem „modernen Konfucius", dem Begründer der ersten Rcsorm-Fraucnfchnlc Kang Heu-Wei ansgegangen. iseit er 1891 die Forderung ausstellte, „daß. die beiden Geschlechter gleiche Rechte genießen müssen", iinb 17 Jahre vergangen, 17 Jahre heldenmütiger Kämpfe nnd Opfer von feiten der Frauen. Das Schicksal der chinesisd)en Frauenrechtlerinnen ftihrte in diesen Sturmjahren, die LUbert Maybon in der Revue erzählt, nicht selten in grausamen Tods und Zur Hinrichtung. Eine solche Märtyrerin ihrer Ucber- zeugung ist Fran Tsieu-King gewesen, die Gattin eines Unter* präfetten, die in Peking Englisd) und Japanisch gelernt hatte. Sie war selbst die Mutter eines Knaben unb eines Mäbchens und Scziehungsprobleme lagen ihr hauptsächlich am Herzen. Sie träumte von der Erziehung und Fortbildung aller armen und unglücklichen Menschen, und da ihr Gatte sich ihren Bestrebungeir widersetzte mit) sie grausam mißhandelte, verließ sie ihr Heim und ihre Kinder, ging nach Tokio und studierte hier mehrere Jahre. Bei ihrer Rückkehr nach China gründete sie eine halb- monallich erscheinende Franenzeitschrist, in der sie die Grundprinzipien der chinesischen Frauenemanzipation aufstellte. Im Fahre 1907 begründete sie eine höhere Töchterschule in Tschao- Hing in ihrer Heimatprovinz und inachte durch Vorträge auch .'rwachsenc Frauen mit ben modernen Ideen bekannt. Mit mißgünstigen Blicken sah die Regierung ihrem encrgijd>cn Tun zu, aber bie r. utije junge Frau ließ sid) nicht einschücytern. Da ermordete am 6. Juli vorigen Jahres der Polizcichef von Tschao- Hing Siu Si-Lin den Gouverneur der Provinz Ngan-Huei, nm |id) der Herrschaft zu beinädftigen. Sein Plan fchlng fehl, er wurde gefangen genommen und enthauptet. Nun begann ein .lrcnges Gericht über alle forischrittlid) Gesinnten unb auch Frau Asien-King wurde verhastet, vor eine Art KriegSgeridft gestellt unb zum Tobe durch Enthauptung verurteilt. Rulfig und würdevoll nahm sie ben Beschluß des Gerichtes auf, bekannte sich frei unb öffentlich zu den Rcformbestrcbungen, für die sie gewirkt und bat nur, die 400 Dollar, die sie besessen und die ihr von dew Haschern geraubt worden waren, zurückzufordern unb an arme Leute zu verteilen. Ihr letzter Wunsch war, sich auf dem Sd>affott nid)t entkleiden zu müssen, wie cs die Strafordnung verlangte, und diese Gnade wurde ihr gewährt. Eine andere Frauenrechtlerin, Fräulein Siu Peng-Sie, die einzige Tochter eines hohen Beamten, die durch den Tod ihres Vaters in den Belitz eines großen Vermögens gekommen war, setzte eine Summe von 200 000 Taels (1 T. — 3*/- Mk.) zur Begründung eines i>RädchengymnasiumS in ihrer Vaterstadt aus, gab 100 000 Taels zur Unterhaltung einer vädagogifchen Zeitschrift und 50 000 Taels ziir Unterstützung von Heineren Mädchenschulen. Dann ging sie selbst nach Japan, um dort die Organisation des Müddzenschul- unterrichts zu studieren. Eine andere Frau, deren Namen Wu Fang-Lan von chinesischen Frauen heute mit einer gewissen Ver- chpung ausgesprochen wird, widersetzte sich jedem Versuch, ihre Füße durch fe)tes Einschnüren der in China traditionellen Verkrüppelung zn überantworten. Die hocharistokratische Schwiegermutter, die darin ein Verbrechen gegen bic Weltorbnung sah, nnß- banbclt: barauj bic junge Frau so grausam, baß sie schließlich sta b. Lieber biese unmenschliclie Behandlung entstand eine allgemeine Entrüstung nnd der durchaus nicht reformfreunblich gesinnte Vizekönig Tuap-Fang ließ ber Märtyrerin ein Ehrengrab errichten unb verfaßte selbst eine feierliche Inschrift, bic bie Sanftmut unb Seelengröße der Hingesdüebcnen pries. Die böse Schwiegermutter mußte bie Kosten für diese Gründung einer neuen Mädchen- scl)nle berg eben, die den Namen Fang-Lan-hio-tana, d. h. Mädchen- Ichule, errichtet zur Erinnerung an Fran Fang-Lan, führt. Die Frau unb die beiden Töchter des Vizekönigs aber gründeten die „Bereinigung der natürlichen Füße", die viele Anhängerinnen gefunden hat und die die Erinnerung an die heroische Unglückliche treu ausrecht erhält. Auf das Drängen dieser Frauenliga hin Hut die Regierung die Verkrüppelung der Füße überhaupt verboten, kleine Tageochronik. E^in neuer deutscher Riesendampfer wird am, 31. Kkwber uuf der Werft des „Vulkan" in Stettin vorn Lwpel gela,sen igerben. Das Schiss hat eine Länge von 220 Meter und eine rMhrtgeschwindigkeit von 18,5 Knoten. Der Rechtsanwalt K. M. Große ist in Leipzig unter dem Verdackst emcs Verbrechens gegen das keimende Leben verhaftet worden. Im yunljaufe zn Elbing erfolgte bei dem Mlenchien unoiaitcn Gasleitmig eine Explosion. Drei Gasarbeiter wurden sdiwer, ein ^iraßenpas)ant leicht verletzt. Kamm er Herr von Arnim und Hennersdorf in Dresden, der mn Jamstag auf der fömgiidien Hofjagb an- g e) jc|ten erjdjüttert wc Emanzipation der B-irciung des weiblichen »gleit und Sllaverei er- >ls gerade in China die 'würdig war und sie An- Löhne, als Trägerin des t immer weiter um sich ist von dem „modernen esorm-Fcauenschute Lang die Forderung ausstellte, iechte genießen Mjsen", ldenmütiger Lämpje und Schicksal der chinesischen rtunnjahren, die Alben Üen in grausamen Tod 'tyrerin ihrer llebrr- >ie Gattin eines Unter» japanisch gelernt hatte, ud eines ')JtäWw uni llich am Kerzen &t Jmng aller armer, end sich ihren BestrckiM :, verließ sic ihr 3tun > smdierte hier mehrw gründete sie eine HA» in der sie die Gründ' azipation ausltellte. & Töchterschule in * chte durch Aorttage auch ipeen bekannt. M W item energischen zun zu, icht einschüchtern. >t Polizeiches von * Sein Plan schlug fM ? Set M begann em Gesinnten und auch E Art LriegSgerB geM rteili. Ruhig und mr^ m, ^\biej ihr Don ixn i&ent u| stötets )i gewKrt. ^ Achter ftÄÄ Le- >d Merv , n war, WK.clw eine* t.) -ul ^ÄqOO Tack )t aus'.gah.-golX) >eu>chulelu ^^hcheirschul Existenz, Selbständigkeit! Tatkräftiger Persönlichkeit mit freiverfügbarem Kapital von Mk 1200.— wird per sofort ein modernes Versandgeschan emge- richtet und dasselbe durch Personal des Stammhauses orgamstert. Risiko ausgeschlossen. Lrancheienntinffe iowie Laden nicht ersorder- lich Offert, unter 6335 an die Geschäftspclle d. Gtetz. An.;, erbeten. Beleuchtungskörper für Elekrisch, Gas, Spiritus und Petroleum. Klingel- u. Telephon-Anlagen, Technische Artikel aller Art, Treibriemen, Riemenscheiben, Gasheizöien, Gas- und Wasserleitungs-Artikel etc. Belgrad, 28. Oktober. Der ehemalige Ministerpräsident N.kolajtwitsch begib sich als Abg pnutcr der serbi scheu Freimaurer nach Paris, um die französischen Freimaurer-Logen für eine Unterstützung des serbischen Volkes zu gewinnen. Nikolajewitsch wird auch die Schweiz und England zu dein gleichen Zweck besuchen. Zar. , ;ubetn teMSv legen, uSL^ ut Achtel bei 0* N- lg tein»4, ^nistinMLk °r die ’Ä» «unten anÄ-ik?" N -in AL ist ein Nährstoff von grösster Reinheit, der sich als zuverlässiges Kräftigungsmittel seit einem Jahrzehnt bewährt hat erfüllt ihren Zweck, anregend u. belebend auf Körperu.Geist einzuwirken. ist reiner.gehaltvoner. gebrannter - Qualitäts-Kaffee^___ jroiiit* wird iutkan Lange wn von w’fft in W Große [eintCIÜK * oll- .uti. rSbitf's ScliokolatahaBS Carl F. Müller Nacht L Weihl Krcnzplatz 15. -- “ D-X. G./A.K rund, mit drehbarem ^-Icischgcstell, vrakttsche und brlligste Räucherei fiir jeden haushalt von Mark 29.— an empstehlt j, Saiessen v^,ln,u Kfi Rodheimerstrasse 42 I Neustadt ätzten Saison 68 Stück verlaust.________«216^ Hübens chneider Brockelmühlen, Buttermaschinen Futterdämpfer Kartoffelquetschen, Futter schneid- maschinen, Jauchepumpen etc. empfiehlt J. 2. Häuser, Eisen-Handlony Neustadt 56. 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