Nr. 23 Zweites Blatt Dienstag 28. Januar W08 •Wfcetn.- tvyNch mit Aufnahme be3 Sonntags. 158. Jahrgang St« ^Sieftene» Kamtliendlätter" werden dem »Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegl, das ^Äfttsblon für den Kreis Siehrn" zweimal «Hchenllich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit« freien'" erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersitatS - Buch- und Siemdrnckereu R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: e=gä# 112. Tel.-Adr.:AnzcigerGteßen. oSnSLÄSifSÄSKÄ 8E2 überreicht, wurden. Den Dank der Beehrten DU Wäre das Verfahren nach der heute beliebten Methode vorzuziehen, bei der in der Form sogenannter Beweisanträge dem ohnehin Beleidigten Schimpf auf Schimpf zugefügt werden kann, bis der des Spiels müde ist und resigniert in einen mageren Vergleich willigt. OejfwtlcaKck auSznschlteßen belügt ist, daß über den Antrag schon vor Beginn der Hauptoerl-andlung in nichtöffcntliä-er Sitzung bo Ichlofien, der Beschluß ohne Angabe von Gründen öcrfuiiki und die Urteilsverkündung nicht öffentlich erfolgen darf. Auf die Diskretion der Presse wird in diesen Dingen leider niemals Verlaß sein können. Die Presse ist nun einmal kein einheitlicher Organismus. In ihr kämpfen die verschiedenartigsten Interessen gegeneinander an und deshalb wird ein illoyaler Prozeßgegner auch immer Mittel und Wege finden, sich der Presse zu bedienen, wenn er dem Mann, mit dem zusammen »r vor Gericht steht, vor der Oeffentlichkeit schaden will. Darum läßt der vom Generalstaatsanwalt vorgeschlagene Modus sich immerhin noch am ehesten hören. Es werden eben die Interessen der Oeffentlichkeit und die des auf Schutz seines Privatlebens Antragenden vom Gericht gegeneinander abzuwägen sein. Ob dabei dann allemal die rechte Entscheidung getroffen werden wird, ist schwer zu sagen. Sicher aber Chargierung und maßvoll filziger Komik. Dorle Maifahrr wirkte recht nett als Hoffräulein. P. W. viele ihre Freude daran, aber nach dieser Richtung sehen wir dis „gute alte Zeit" nicht sich erneuen. Das hohle Theaterpathos und die mannigfachen Unwahrscheinlichkeiten in der Charakteristik, selbst die Breite und die unmöglichen Redereien mancher historischen Figur, die eine gründliche Revision wohl vertragen können, verziehen die Hörer am gestrigen patriotischen Abend. Die Schauspieler gaben sich absichtlich oder unabsichtlich alle Mühe, die Fürstlich leiten als „gut bürgerliche" Personen darzustellen. Bakof drückte den breiten Humor seiner königlich pol- ternden und rauhtönenden Rolle, durch eine leichte Erkältung unterstützt, sehr kräftig aus, in altsoldatisch ungeschlachter Haltung, wobei natürlich die königliche Würde etwas zu kurz kommen mußte. Helene Schumann bemühte sich um die Kennzeichnung des Stolzes der Hannoveranerin mit leidlichem Gelingen. Dora Ormont, in ihrer schlanken Schönheit wie geschaffen für eine Hohenzollerngestalt, hatte als (die später so boshafte Memoirenschrelberin) Prinzessin Wilhelmine, die im Interesse der hohen Politik ihre Hand zuerst einem englischen Prinzen, dann einem Prinzen des österreichischen Kaiserhauses reichen sollte, schließlich aber doch den, Zuge ihres Herzens folgen durfte, endlich einmal Gelegenheit, ihren Schatz an Empfindung und Seelenstärke zu enthüllen; aber es fehlte ihr schon in den ersten Szenen, besonders in dem Zwiegespräch mit ihrer Hofdame, an Humor, an Witz rind Mokanz. Als der glückliche Bewerber um ihre Hand, der im Königsschlosse wie Hans in allen Gassen miiherläuft, traf Roden Nicht recht den selbst dem König Achtung übnöhgenöen Ton des energischen Soldaten, war aber auch weiter gar nicht verblüfft, als er im letzten Akte im Zimmer der Königin höchst unerwartet und unerwünscht dem König sich gegenübcr- sah. Diese Szene hätte sich doch wesentlich anders abspielen müssen, mit lebensvoller Verwirrtheit, schneller Sammlung und kurz entschlossenem Draufgehen. Besser traf er der Prinzessin gegenüber gleich in den ersten Szenen den weichen, gefälligen Ton der Courtoifie. Auch ihm floß der Humor nur dürftig. Den emflußrelchen kgl. Kammerdiener Evers- mann gab Reimer-Schlegel mit der nötigen scharfen Der Geburtstag des Kaisers wurde gestern in Berlin in der üblichen Weise begangen: Um 8 Uhr fand das große militärische Wecken statt. Um 9 Uhr nahm der Kaiser die Glückwünsche der kaiserlichen Familie entgegen, empfing die Gratulation der Damen und Herren des engeren Hofes und Hauptquartiers und sodann im Kaisersaal diejenige der zu dem Fest eingetroffenen Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses. Im Anschluß all den Festgottesdienst in der Schloßkapelle fand im weißen Saale die Gratulations-Cour statt. Vor der großen Paroleausgabe im Zeughause sand mittags 12 Uhr 15 Min. in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin die Nagelung und Weihe der Fahnen, die dem 3. Bataillon des 3. oberelsässischen Jnfanterie-Negts. 172 (Straßburg L E.) und dem 2. westpreußischen Pionierbataillon Nr. 23 und dem Delegraphenbatalllon Nr. 4 (Karlsruhe) verliehen lvorden sind, statt. Nach Beendigung der an die Fahnenweihe sich anschließenden großen Paroleausgabe verließ der Kaiser, gefolgt von den Fahnen, das Zeughaus. Vor demselben empfing die Ehrenkompagnie unter präsentiertem Gewehr die Fahnen. Diese setzten sich vor die Ehrenkompagnie und es erfolgte ein Vorbeimarsch vor dem Kaiser. Die hohen Herrschaften kehrten alsdann nach dem Schloß zurück, wo um 2 Uhr ein Gala früh stück stattfand. — Der „Zieichsanzeiger" veröffentlicht eine große Anzahl von Auszeichnungen, die der Kaiser aus Anlaß seines gestrigen Geburtstages verliehen hat. Es erhielten u. a. die preußischen Minister Breidenbach und v. Arnim, Hausmarschall Frhr. v. Lyncker, Oberhosprediger Dryander den Roten Adlerorden L Kl. mit Eichenlaub, Kultusminister Dr. Holle den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub, Oberstallmeister Frhr. v. Reischach den Kronenorden L Kl., Großkaufmann James Simon in Berlin den Kronenorden 2. Kl., Generalintendant von Hülsen Kreuz und Stern der Komture des Hohenzollern- schen Hausordens, der Petersburger Marineattachee, Kapitän zur See Hintze, der Leibarzt des Kaisers Dr. J lb erg und Flügeladjutant Oberst Lauen stein den Adelstitel. Ins Herrenhaus wurden berufen: Generalinspekteur von der Goltz und Bankier Ludwig Delbrück in Berlin. Von hohen Offizieren wurden u. a. verliehen dem Generaladjutanten v. Machensen und von Löwenfeld der stiote Adlerorden L Klasse mit Eichenlaub und der königlichen Krone. Einschränkung der Oeffentlichkeit bei Privatklagen. Der Herausgeber der Zeitschrift „Das Recht" hat sich an eine Anzahl namhafter Juristen mit der Frage gewandt: „Empfiehlt sich eine Einschränkung der Oeffentlichkeit im Privatklageverfahrerr?" Won den einstweilen eingelaufenen Antworten möchten wir die des Generalstaatsanwalts Dr. Wächter hierhersetzen. Der schreibt: 3m allgemeinen bin ich.— außer in dem Verfahren gegen Jugendlrche — gegen eine Einschränkung der Oeffentlichkeit, die im Interesse der Allgemeinheit uno des Ansehens der Rechtspfiege not- lvendrg ist. Tas geeignete Korrektiv gegen ihre Gefahren liegt m. E. in der sachgemäßen Leitung der Behandlung und in der - .der Presse. Trotzdem neige ich einer solchen Ein- icyränlung im Prrvatklageversahveit zu, da die Staatsanwaltschaft hier eiutvetcirdenfalls bereits das öffentliche Interesse verneint hat und sich aus der Oeffentlichkeit namentlich in Beleidigungssachen häufig grobe Mißstände ergeben haben. Tie Verhandlung wird ost dazu benutzt, uni1 den Gegner, der Genugtuung sucht, erst recht öffentlich bloß zu stellen, so oaß ehrliebende Personen eine gerechtfertigte Scheu empfinden, sich überhaupt in Beleidigungsprozesse eurzulasseu. Ich bin daher dafür, daß in Privatklagesacl-cn das Gietzener Stadttheater. Zopf und Schwert. Historisches Lustspiel in 5 Aufzügen von Karl Gutzkow. Zur Feier von Kaisers Geburtstag wurde am Montag in unserem festlich beleuchteten Stadttheater nach einer von der Regimentskapelle gespielten Festouvertüre und nach einem vom neuen Regimentskommandeur Oberst von Müller ausgebrachten Kaiserhoch „Zopf und Schwert" von Karl Gutzkow, an dieser Stelle zum ersten Male, gegeben. Das Stück, das schwere historische und seelische .Konflikte leichthin und anmutig zu Lustspieleffekten ausmünzt, ist heute in mancher Beziehung gründlich veraltet und entspricht nicht immer unserm heutigen Geschmack. Die naive Technik mit Einzelgesprächen, an den Türen lauschen, dem s'.eltsamen Zimmer, in dem alle Leute sich zufällig begegnen, dann der oft läppische Hunror, das alles fällt uns heute unangenehm auf und wird nicht durch tieferen Mert wettgemacht. Es wird aber doch heute noch mit Interesse ausgenommen, weil die Konflikte, die es behandelt, die preuß. Königsfamilie betreffen, und die Hauptpersonen, Kö- nia Friedrich Wilhelm I., seine Gemahlin, die Prinzessin Wil- ^lmine und der mit Erfolg sich um ihre Hand bewerbende Erbprinz von Bayreuth, wohl gelungen und annähernd geschichtlich treu charakterisiert smd. Es ist ganz lehrreich, das fröhliche Trommel- und Subordinationsstück heute wieder einmal zu sehen, weil in ihm manches gute Wort 'zesagt wird über Tüchtigkeit und Disziplin, aber auch über die höhere Menschlichkeit der Könige und den wahren Wert ihrer ergebenen Kreaturen, die des eigenen Vorteils wegen zu des Herrschers Launen und Eigenheiten mit dem Kopfe nicken. So etwas hört man ganz gern in einer 3ett, in der soeben erst wieder viel die Rede war von einer preußischen „Hofkamarilla", in einer Zeit, in der man zudem die Zeit des alten „Soldatentönigs" nach gewisser Richtung hin erneuert sieht. Llber nur eben nach mandjer Uvtdjtiuig. Denn wenn eine Prinzessin an der Wafcybütte sich abguült, und noch mehr, wentl der König in Hemdärmeln jhc den Kammerdiener gehalten wird, oder wenn der gestrenge Landesvater, der „alle glücklich machen chill, uno wenn er mit dem Kolben dreinfcylagen sollte", immer Wib immer wieder seiner „Alten" über den Dtund fährt man denke ein König einer Königin! =□ st- haben wvhl Angesichts des gestrigen hundertjährigen Geburtstages von Tavi-^Friedrich Strauß darf daran erinnert werden, daß der berühmte Verfasser des „Lebens Jesu" für die verewigte Großherzogin Alice von Hessen, die Mutter unseres Großher-ogs, _ sechs Vorträge über Voltaire ausgcarbciiet har. Auch Kaiserin Friedrich, der Großherzogin Alice L-chwester stand dem Gelehrten geistig nafc. Tas Interesse für gerstme und insbesondere kirchliche Fragen hat die Kaiserin Fr., löte bei dieser Gelegenheit erwälM sei, auch publizistisch betätigt: Als Kronprinzessin übersetzte sie aus dem Italienischen eine Schrift des berühmten liberalen Staatsmannes Marco Minghetti, dessen Wwve Domra Laura Minghelck die Schwiegermutter des Reichskanzlers Fürsten Bülow ist. Es war das 1878 vervnerttlichle Luch „©tato e Ehiesa" (Staat und Slirdje). Minghetti fieitte darin ein kirchenpolitiiches System auf unter Zugrun. euguiig der Formel von Cavour „Libcra Chiesa in liberv Stato" (Freie Kirche im freien Staat); er verlangte mit Entschiedenheit die -Trennung von Kirche und Staat. 1881 erschien eine deutsche Ausgabe der Schrift, welche nach einem amtlichen Vermerk in der Universitätsbibliothek! zu Göttingen von der Kaiserin Friedrich übersetzt ist. — Von dem verstorbenen Wirkst Geh. Rat Dr. H i n tz p e t e r wird milgelelll, daß er die Tagebücher über seine Tätigkeit als Erzieher Kaiser Wilhelms II. verbrannt hat, ebenso eine ganze Reihe vertraulicher Brte-e, die Hmtzpeter aus dem Kreise der fürstlichen Familie im Latike der Jahre erhalten hat. Kleine K u n ft ch r o n i k. Erstaufführungen. „T a n t r i s der Narr", ein fünsaktiges Drama von Ernst Hardt, halle bei seiner Uraufführung im Kölner Schauspielhause einen sehr starken Erfolg. Der Dichter ivurde oiltnals begeistert geriüen. Es ist em sehr bedeutsames Werk voll Poetischer Schönheit. - In Bremen kam Heinrich ti 11 i e n i e i n s fünfattigeS Schauspiel "D e r große Tag" zur Aufführung. Wenn das Stüa, dessen gewählte Sprache sehr shmpalhiich berührt, lerne stärkere Wirkuiia auszuuben vermochte, jo lag das wohl zur Hauptsache an der nicht ganz Überzeugenden Unvermeidlichkeit des Konfliktes sowie an den zum Teil allzu gedehnten und auch an sich zu wenig interessierenden Dialogen des dritten und vierten Aktes. Die Darstellenden verschafften dem Stücke eine recht freundliche Ausnahme. — In 'S tu 11 gar I Halle S in daus ,S o n n e" einen lebhaften Erfolg. >w Düsseldorf sand Fuldas Lustspiel »P erd un- ko ss" bei seiner Erstaufführung heiteren Beifall. Kaiers Geburtstagsfeiern. **DerE Vang. Arbeiterverein beging am Sonntag abend in den oberen Sälen der Herberge die Feier des Geburtstages S. M. des Kaisers. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden erfreute der Gemischte Chor des Vereins bezw. der Frauenchor die Anwesenden du^ch Vortrag inehrerer Lieder. Auch die von verschiedenen Freunden des Vereins zu Gehör gebrachten Mnsikvorträge trugen wesentlich zur Berschöneruiig des Abends bei. Die vom Vorsitzenden des Vereins Oberbibliothekar Dr. Heuser gehaltene Ansprache endete mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Wenn auch mit Rücksicht auf den beschränkten Raum von größeren Aufführungen Abstand genommen werden mußte, tarnen die Besucher der Feier durch die Darbietungen in jeder Weise aus ihre Rechnung. ** Treis a. d. L., 27. Jan. Eine schöne Kaisers- geburtstagsfeier hatten wir hier am Sonntag. Vormittags fand ein Festgottesdienst statt, in dem die zahlreichen Zuhörer der Kaiser als ein Vorbild wahrer Frömmigkeit vor Augen gestellt toiltbc. Am Abend feierte der Kriegerverein in Benners Saal, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Ein von einem Mädchen vor- getragener Prolog und der gemeinsame Gesang des Liedes: „Es braust ein Ruf wie Donnerhall" eröffneten die Feier. Nach der herzlichen Begrüßungsansprache des Vereinsvorsitzenden Will hielt Pfarrer Böchner die zur unentwegten Treue zu Kaiser und Reich ermunternde Festrede, die mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß, ©obamt wurden unter der trefflichen Leitung des Lehrers Walter mehrere von Mitgliedern des Vereins und ihrer Damen borzüglich einstudierte und aufs beste zur Ausführung gebrachte lebende Bilder aus dem Soldaten- und Kriegsleben gestellt, wobei vom Leiter die Erklärung in gebundener Rede vorangeschickt wurde. Darauf folgten einige schöne Gesangsvorträge von Mädchen sowie ein Couplet zweier Rekruten, welch letztere ihre Rollen meisterhaft spielten. Den Höhepunkt des Abends bildete die feierliche Ernennung der vier ältesten, dem Verein seit seiner Gründung vor 25 Jahren angehörenden Kameraden zu Ehrenmitgliedern, wobei ihnen unter einer zündenden Ansprache des Präsidenten sprach der älteste von ihnen, Schmiedemeifter Müller, aus. Der übrige Teil des Abends verlief unter dem Gesang patriotischer Lieder, deren Begleitung, wie überhaupt den ganzen musikalischen Teil der Feier,, Lehrer Eberle übernommen hatte, und unte-r mancherlei Toasten, die noch ausgebracht wurden, z. B. von Forstmeister Schneider, Lehrer Kurz, Kamerad Lemp u. a., aufs beste. Auch ein Maunerquartett erfreute die Anwesenden durch seine schönen Vorträge. Die lebenden Bilder haben so allgemeinen Beifall gefunden, daß sie auf Wunsch vieler Kanreraden, deren Angehörige an der Teilnahme bei der Feier verhindert waren, heute abend wiederholt werden. Rockenberg, 27. Jan. Am 25. Jan. hielten die Gefangen auf seh er uud Werkführer der Anstalt Marien schloß die Feier des Geburtstages oes Kaisers im Gasthaus zur Gerste ab. Aufseher Roth dankte für die große Beteiligung. Aufseher Kunz hielt eine kurze Ansprache zu Ehren des verstorbenen Kameraden Jak. Bell und durch Erheben von den Sitzen wurde ihm die letzte Ehre erwiesen. Ausseher K i ß e l hielt eine Ansprache zu Ehren des Kaisers, die -mit einem Hoch endete. Hierauf folgte die Nationalhymne, sowie weitere patriotische Lieder. Dr. Henkel, sowie Aufseher Meyer verherrlichten die Feier durch Violin- und Ktaviervorträge. Aucy wurde S. K. H. des Großherzogs durch eine Ansprache des Aufsehers Kunz gedacht, wobei er besonders die alte Hessen- trene betonte. Die hübsche Feier nahm erst nach Mitternacht ihr Ende. —in. Friedberg, 27. Jan. Anläßlich der Geburts« tagssiier S. M. des Kaisers, die unter großer Beteiligung der hiesigen Bürgerschaft gestern abeno im Hotel Trapp ftaitfand, ging cjic Feier des hiesigen Veteranen- uno Militär-Vereins am Vorabend voraus. Nach einer Tln- sprache des langjährigen bewährten Ki:iegervereinS-Präsi- benlen Rendanten Christian Dönges, wurden folgende elf Mitglieder infolge ihrer 25 jährigen Zugehörigkeit als Vereinsmitglieder, in Form von prachtvoll ausgejührteu Diplomen ausgezeichnet: Wilhelm Dreher, Vize-Präsident, §ernmnn M. I. Philippi, Fr. Joseph Glük, Rechner des Vereins, Jakob Rojensa)on, Fr. Will). Zimmermann, Heinrich Müller, Michael Höck, Johannes Hertel, Friedr. Cor- viims, Simon Rnppel und Konrad Oehler. X Nidda, 27. Jan. Auch in diesem Jähre wurde in unserer Stadt das ^Geburrs fest unseres fcaisers festlich begangen. Schon am Sonntag versammelten sich vormittags die Mitglieder des K'negervereins zur Kaiser- Parade. Abends sand in dem geräumigen Saalbau Kraft eine allgemeine Abendunter Haltung statt. Das sorgfältig ausgcwählte Programm bestand im musikalischen Teil in instrumentalen (Klavier und Violine) und gesanglichen Darbietungen (Solos für Sopran und Bariton, Vorträgen des Atannergesangvereins). Außerdem wurden eine Reche patriotifcher Sieder gemeinsam gesungen. Den Vorsitz führte der Präsident des Kriegervereins, Oberst z. D. Weimer. Einem von dem Mitglied des Kricgervereins H. Nuppel gesprochenen Prolog folgte die Festrede des Oberamtsrichters Röm Held, der den Kaiser als pflichttreuen Friedenssürsten feierte und das Karssrkoch ausbrachte. In der Atitte des Ganzen stand der .reffliche Vortrag des Präsidenten: Wilhelm II., ein Lebensund Charakterbild, welcher die Anwesenden von Ansang bis zum Ende fesselte. Eine schöne Abwechslung brachten zwei von Krieger- und Eisenbahuverein gestellte lebende Bilder. Der humoristische Teil begann mit einem Theaterstück : „Rekrutenaushebung auf dein Lande." Hunrvristifche Vorträge wie: „Ein moderner Agrarier" und „Der geplatzte Autler" trugen viel zur Heiterkeit bet. Der große Saal war bis in die letzte Ecke besetzt, ein Zeichen, was für ein patriotischer Sinn in unserer Stadt lebendig ist. Von den Schulfeiern am heutigen Tage ist hervorzuheöen die §eter der höheren Bürgerschule, woselbst nach Gesang Und Deklamation Schulverwalter Bill über die soziale Tätigkeit Kaiser Wilhelms L sprach. 0 Laubach, 27. Jan. Einen sehr starken Besuch von Damen und Herren hatte der Kaiser ko mmers zu verzeichnen, der gestern abend im Solmser Hof abgehalten wurde. Graf Wilhelm z u S o l m s -La u b a ch eröffnete ihn mit Begrüßung der Feftgüste und mit einem Hoch auf Unfern Großherzog. Die von Patriotismus durchwehte Fest- ausprache hielt der 2. Stadtpfarrer Volp. Zu Grunde legte er die Worte, die die Inschrift des eisernen Kreuzes bilden „Mit Gott für König und Vaterland!" Nach Errichtung des Deutschen Reiches lauten diese für uns: „Mit Gott für Kaiser und Reich!" Er schilderte in anschaulicher Weise das Leben des Kaisers als vn das Wohl seines Volkes treu besorgter Regent. Die übliche Mitwirkung der beiden hiesigen Gesangvereine mußte wegen Erkrankung ihres Dirigenten miss allen. Hierfür traten drei gut arrangierte lebende Bilder, 1. Germania mit der deutschen Jugend, 2. Huldigung der Kunst, Wissenschaft und Gewerbe und 3. Einzug der siegreichen Truppen in 1813, die in sorgsamer Meise von dem Kviegervereinspräsidenten R. R i t t e r gestellt waren. Den Xeil bildeten weiter die Vorträge der Musikrapelle, sowie allgemeine Gesänge. — Heute fand im Zeichensaale des Gymnasiums ein Festaktus statt. Der Saal war festlich geschmückt, das 16 Nummern enthaltende Programm wurde durch einen Musikvortrag, einer Händelschen Sonate für Klavier und zwei Violinen, eröffnet, im weiteren war die Folge drei gemischte Chöre, unter denen das Kaiserlied von Geisen- heyner hervorzuheben ist, und neun patriotische Dichtungen, die von Schülern der neun Klagen zum Vortrag kamen. Die Festrede hielt Direktor Dr. Müller. Sw verbreitete sich über den Mert der historischen Bildung. Zum Verständnis unserer seligen modernen sozialen Verhältnisse zog er ähnliche des griechischen und römischen Altertums heran. Wonach Hellas jahrhundertelang vergeblich gestrebt, das habe Deutschland erreicht, nämlich eine Monarchie, die das richtige Verständnis für soziale Bestrebungen habe. Durch sämtliche Gesänge und Deklamationen ging ein frischer Zug. Eine zahlreiche Versammlung, worunter auch die gräflichen Herrschaften von Laubach und Arnsburg, wohnten dem Festaktus bei. 'N. B. Darmstadt, 27. Jan. Die Kaiser-Geburtstagsfeier vollzog sich heut in hergebrachter Weise. Schon am Sonntag abend sand beim preußischen Gesandten und Ministerpräsidenten Frhrn. v. Jenisch ein offizielles Festmahl statt, an dem die drei Minister, die Generalität, die obersten Hosbeamtcn, die auswärtigen diplomatischen Vertreter, dec Oberbürgermeister u. a. teil» nahmen. Im Lause des Mahls hielt Staatsminister Ewald eine Festrede aus den Kaiser, während der preußische Gesandte spater mit einem Trmlspruch auf den Großherzog erwiderte. Während des Essens kam der von sämtlichen hiesigen Militärkapellen ausgeführte große Zapfenstreich dort an und spielte längere Zeit. Dem großen Wecken heute früh folgte um 10 Uhr militärischer Festgottesdienst in den Kirchen und um 12 Uhr auf dem Riarienplatz die Parade, die Generalleutnant v. Strantz abuahm. Beim Ausbringen des Kaiserhochs wurden aus dem kleinen Exerzierplatz 101 Salutschüsse gelüst. Am Nachmittag war im städtischen Saalbau eine Festtafel der Bürgerschaft, woran über 100 Personen teilnahmen, am Abend gelangte im Hoftheater als Festvorstellung Mozarts „Don Juan" zur Ausführung. Natürlich begingen auch die verschiedenen Militärvereine und die studentischen Korporationen den Tag in festlicher Weise. () Marburg, 27. Jan. Bei der heutigen akademischen Fe st fei er des Geburtstages des Kaisers sprach Geheimrat Pros. Vogt über „das Königs- und Kaiser- ideal in der deutschen Dichtung des Mittelalters". Die im Hörigen Jahre gestellten wissenschaftlichen Aufgaben wurden erfolgreich bearbeitet von folgenden Herren: stud. jur. Siegfried Stern aus Ockershausen, stud. )ur. Carl Fricke aus Fulda, stud. Phil. Richard Boese aus Albrechtsbruch und stud. geol. Fritz Hermann aus Berlin. Vermachtes. • Der neuere E l s e n b a h n u n f a l l. Die Kölner Blatter melden aus Freudenberg vom 26. Januar: Heule vornntlag stieb der Perfonenzug Nr. 1383 in der Richtung Kirchen kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhöfe Freudenberg mit einem Leichenwagen infolge Scheuwerdens des Pierdes zusammen. Ter Magen beförderte auf dem Landwege eine Leiche von Niederfischbach nach Bitfeld. Der Führer des Magens und em P'erd wurden jo'orl getötet, der Magen zertrümmert, wobei die Leiche aus dem Wagen geschleudert wurde. Ter Personenzug, von dessen Reisenden und Personal niemand verletzt wurde, konnte die Fahrt mit halbstündiger Verspätung forlsetzen. * Sturnrmel dung en liegen heute, mährend auch bei uns in Oberhesfen seit heule früh ein heftiger Tauwnid weht, von den Nordsee- und At r l t e l m e e r t ü st e n sowie ans Oefter- reich vor. In Wester-Till (Ostfriesland) ist em Drennaslschooner gestrandet. Im Kanal La Planche ist der Tarnpfer „Prinzeß Henriette" durch jchweren Seegang betriebsunfähig geworden. In Oesterreich hat der Sturm an Wäldern, Kulturen und an Gebäuden großen Schaden angerichtet. Mehrere Personen wurden verletzt. Aus den öftere. Alpen wird Wettersturz mit Regen und Hagel gemeldet. * B r ä n d 6. Am 25. d. M. ist die Kunstbaumwollsabrik Mayer u. Marx in Meckesheim (Baden) abgebrannt. — InBrügge brannten in der vorletzten Nacht die großen Oelsabriken der Copra Oil Company nieder. Bei dem Versuch, eine eingefrorene Röhre durch eine Flamme auszutauen, entzündete sich die Oel-Roholeitung und in wenigen Minuten stand der Oelpreßraum in Flammen. 30 Arbeiter der Nachtschicht vermochten mit der vorhandenen Löscheinrichtung nichts auszurichten. Das Feuer ergriff schnell die großen Reservoirs, die mehrere hunderttausend Liter Oel enthielten. Das explodierende Oel schleuderte mit gewaltiger Detonation die schweren Reservoirdeckel in die Luft und die Flammen loderten alsbald in gewaltigen , Feuersäulen zum Himmel, Milliarden von Funken nach allen Richtungen sprühend. Feuerwehr und Militär mußte sich darauf beschränken, die in der Nähe liegenden Gebäude zu schützen. Die Gasanstalt befindet sich unmittelbar neben der Oelfabrik. Wäre nicht glücklicherweise Windstille gewesen, so wäre eine ungeheure Katastrophe entstanden. Die in großer Gefahr schwebenden Schiffe am Quai und 200 beladene Güterwagen konnten mit nur leichten Beschädigungen aus dem Bereich der Glut entfernt werden. Die Fabrik brannte bis auf den Grund nieder. Der Schaden beträgt annähernd eine halbe Million Franks. * Eine der eh em. Gattinnen Strindbergs, des großen schwedischen gpete^ wird, wie wir gestern bereits kurz meldeten, von Wien ans steckbrieflich verfolgt. Fran Frida Strindberg ist die Tochter des verstorbenen Hofrats Uhl, Redakteur an der amtlichen „Wiener Zig.". Sie steht im 39. Lebensjahre und heiratete vor 17 Jahren den berühmten nord. Frauenhasser. Sie war als exzentrisch bekannt. Ihre Nerven-Jrretationen nahmen schließlich solche Formen an, daß ihre Angehörigen die Absicht äußerten, sie in eine Heilanstalt überführen zu lassen. Frau Strindberg bekam hiervon Kenntnis und verschwand. Sie soll sich jetzt in einem Londoner Hotel aufhaltem Vor kurzem ereignete sich im Wiener „Hotel Bristol" eine peinliche und aufsehenerregende ©jene: Fürst Fugger befand sich mit einer Gesellschaft im Hotel, als Frau Strindberg erschien, gegen den Fürsten Drohungen ausstieß und schließlich einen Revolver zog, aus dem sie einen Schuß gegen den Fürsten abfeuerte. Frau Strindberg behauptete dann, die Waffe sei nur blind geladen gewesen. Schon vor drei Jahren hatte Frau Strindberg ein ähnliches Revolverattentat auf den Schriftsteller von Döfteren, mit dem sie in Beziehungen stand, verüben wollen. Eine weitere Anzeige wurde von der ehemaligen Schauspielerin des Berliner Lessing-Theaters, Frau Irma Emberg, erstattet. Frau Emberg hatte der Frau Strindberg ein kostbares Gemälde für den Verkauf übergeben. Frau Strindberg verkaufte das Bild auch, ohne jedoch die Valuta abzuführen. Auch bei verschiedenen großen und kleinen Mode- und Putzgeschäften machte Frau Strindberg Schulden in verschiedener Höhe. Kleine Tageschronik. In Walldorf in Baden wurde während der Nachtzeit im Rathause ein dreister Einbruchsdiebstahl verübt. Tie Täter drangen durch das Fenster zunächst in den Bürgcrsaal und von dort in den Sparkasseuraum ein, wo sie den Geldschrank zu erbrcäjen versuchten. Als hier ihre Bemühungen scheiterten, begaben sich die Diebe in das Amtszimmer des Bürgermeisters und durchstöberten dort alle Schränke und Behälter. Unter Mitnahme der Amtskette des Stadwberhauptes nebst der dazu gehörigen Medaille sowie einiger Fundsachen — Uhren, Geld und dergleichen — suchten die Einbrecher sodann das Weite. In C h e m n i tz ist Aniandus Schubert, Verfasser einer Bro- fchiüve gegen die Chemnitzer Ortskrankenkasse, mit zwlei Gefährten wegen Erpressung verhaftet worden. In Dresden ist der Senior derdeutschen Aerzte- schaft, Dr. Matters dorff, 98 Jahre alt, am 25. d. M. gestorben. In Zeitz sind 30 Schülerinnen der höheren Töchterschule während des Unterrichts an Berg i ft un g s ersche i- itungcn erkrankt. Man vermutet, daß die Ursache Arsenikstaub sei, der sich im Musiksaal befand. In diesem Raume ist seit langer Zeit eine Sammlung ausgeftopfter Vögel uMcrgebracht. In D r e s d e n erregt die Verhaftung der in der dortigen Lebewelt viel gefeierten ungarischen Gräfin von Sturdza Aufsehen. ' Sie bewohnte eine sürftttch ausgestattete Etage, befand sich aber in großer Geldnot, so daß sie zu unsauberen Manipu- latümen griff, welche bereits im Oktober v. I. zu ihrer Verhaftung führten. Damals wurde sie indessen wieder freigelassen. Sie suchte dann in Awnke Carlo an den Spieltischen ihre Lage zu verbessern, aber sie kehrte enttäuscht zurück und verschaffte sich von einem adligen Offizier durch Betrug 3000 Mk. Schließlich hatten diese fortgesetzte^ Manipulationen einen solchen Umfang angenommen, daß der Staatsanwalt die 30 jährige Gräfin verhaften ließ. Aufsehen erregt ferner die in Plauen erfolgte Verhaftung des Bezirks-Offiziers beim Bezirks-Kvmmando, Major oonTettau. Die Gründe hierfür werden streng geheim gehalten. Getreide- Wochenbericht der Preisberichtspeue des Teut,cyen Landwirtschaftsrats vom 21. bis 27. Januar 1908. In der Berichtswoche hatte Deutschland mit Ausnahme des Südens mildes und trübes Wetter, in den letzten Tagen Niederschläge, die bei der herrschenden Temperatur in der Form von Regen erfolgte. Während der Nächte sank die Temperatur meist unter den Gefrierpunkt. Der Schnee ist in den meisten Landes- tcilcn nahezu ganz verschwunden, so daß mit der Wiederkehr strengerer Witterung eine Gesährdung der ungeschützten Saaten in Betracht zu ziehen wäre. Bisher liegen Klagen in dieser Richtung allerdings nicht vor. Umfangreiche Verschiffungen von Nord- und Süd-Amerika und die damit zusammenhängende Vergrößerung der schwimmenden Weizenfwtte bewirkten auch in der Berichts wo che Zurückhaltung und ein weiteres, wenn auch mäßiges Zurückwetchen der Weizenpveise auf dem Wettmarkt. Ungünftig beeinflußt wurde die Stimmung auszerdem durch den Umstand, daß die bis vor kurzem ais trostlos bezeichneten Ernteaussichten Indiens nach neueren Darstellungen in etwas freundlicherem Licht erscheinen. Für neue Unternehmungen bestand unter diesen Verhältnissen nur sehr geringeInteresse, vielmehr war der europäische Jmporthandel geneigt, seinen Weizenbesitz zu verringern. Ein ernstes Hindernis für derartige Bestrebungen bildet aber gegenwärtig ziemlich allgemein der schwierige Mehlverkauf, in dem die Mühlen keinen Anreiz zur Vermehrung ihrer Roh- stofsbestände erblicken. Dieser Sachlage entspricht auch der ungünstige Absatz, mit dem aus den deutschen Märkten das inländische Angebot zu kämpfen hatte, trotzdem dessen Umfang normalen Bedarisaniprüchen kaum gewachsen wäre. Auf dem Lieferungsmarkte trat infolgedessen stärkeres Angebot hervor, das bei fel>- lenber Kauflust zu einen Rückgang von 2 Mk. für Mai und 1 Mk. für Julilieferung führte. Im Roggengeschäft fehlt zwar der pre iso rücken de Wettbewerb des Auslandes, aber auch in diesem Artikel machte sich die mangelnde Aufnahmefähig kett der Vtühien wieder mehr geltend, wobei namentlich der Verkauf geringer Qualitäten aus Schwierigkeiten stieß. Zeitweise vorhandenes Interesse für Lieferung vermochte einen Rückgang von 1% Mk. Für Mai und 2 Mk. für Juli nicht zu verhindern. Sehr schlechte Aufnahme findet das reichlichere Haferangebot, das meist aus Geruchware besteht; für seine Qualitäten hietten sich die letzten Preise besser. Lieferung hat neuewing 2 Mk. eingebüßt, wobei wohl auch billigeres La Plata-Angebot mitwirtte. Mais und Gerste in greifbarer Ware preis haltend. Es stellten sich die Preis e für inländisches Getreide am letzten Dlortttage Weizen Roggen Hafer Königsberg 225 (— ) 203 (- ) 160 (- ) Danzig 235 (— ) 200 (— ) 165 (- ) Stenin 220 (— ) 201 (- 2) 164', (- ) Po)en 229 (— 2) 197 (— 4) 161 (— 2) Breslau 226 (— 4) 204 (- 7) 162 (- ) Berlin 220 (— ) 206 (- 1) 178 (— 2) Diagdeburg 212 (— 4) 207 (- 2) 167 k- ) Halle 213 (— 5) 208 (- 4) 175 (- ) Leipzig 219 (— 3) 212 (- 4) 168 (— 5) Hamburg 214 (— 1) 198 (- ) 180 (- ) Hannover 214 (— 6) 208 (- 7) 172 (— 1) Braunschweig 214 (- 1) 209 (- 1) 172 (- ) Tüsseldori 220 (— 4) 203 (- 3) 174 (— 2) Köln 2171/, (- 5) 2021/2 (- 21/,) 175 (- 1) Frankfurt a.M. 223 (— 6) 207V, (- 3'/,) 182'/, (- ) Diannheun 234 (— 3) 215 (- 2) 187 (- ) Straßburg 227’1. (- ) 210 (- ) 200 (— ) Dttinchen 24J (— ) 212 (- 1) 195 (- 1) W e l l m a r f t p r e i j e: Weizen : Berlin Mai 220.55 (— 1.25), Budapest April 212.05 (— 3,65). Paris Jan. 182.65 (— 2.80). Liverpool März 172,15 (— 2.95). Chicago Mai 154,50 (— 3.30). Roggen: Berlin Mai 210.75 (— 0.75L Hafer: Berlin Diai 172.50 (- 2.25) Mt. Märkte. — Kartoffelnrarkt-Bericht osm 27. Januar 1908. Friedberg (Hessen): Note Sorte Mk. 1.90—2.10, Magnunr bonuin 2.30-^2.50, weiße runde 1.90—2.10, Gelbfleischige, weiße, 2.25 bis 2.35. Marburg: rote Sorte Mk. 0.00, Magnurn bonuin Mk. 0.00, weiße runde Mk. 0.00. Frankfurt a. 9)1.: Note Sorte Mk. 1L0—2.10, Magnurn bomnn 2.40—2.60, weiße runde 1.90 bis 2.10, Gelbfleischige, rote, 2.25—0.00, weiße 3.00. Wiesbaden: Magnurn bonuin 3.00, weiße runde 2.85. Di annhei m: Maguurn bonum Dlf. 2.65—2.75, Gelbfleischige, blaue 3.75—3.80, lote 3.90 bis 4.00. Hagen: Magnurn bonum 3.30—0.00. Gelbfleischige rote 0.00—0.00, weiße 3.25-3.4'. Köln: 9iote Daber Mk. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00, Magnurn bonum 2.85 bis 3.00, weiße runde 2.40—0.00, Gelbfleischige, blaue Mk. 0.00-0.00, rote 2.55—2.60, weiße 3.70 bis 0.00. Frankenthal: Rote Sorten 2.10, Diagnum bonum 2.20, weiße runde 2.00, Gelbfleischige, blaue 3.00, rote 2.75, weiße 3.25. Dor t in nn d: Magnum bonum Dik. 3.00, Gelbfleischige, rote Mk. 2.80, weiße 3.30. Saarlouis: Rote Sorten 2.50, Magnum bonum 0,00, weiße runde 2.50. Di ünster: Magnum bonuin 2.60-2.75, Gelbfleischige rote 3.00 bis 3.10, weiße 3.75—4.00. Saftig-Plaidt: Note Sorten 2.40, Diagnum bonum 2.70, Gelbfleischige, weiße, 2.30. Wittich bei Kreield: Diagnum bonum 2.80—3.00, Gelbfleischige rote 2.80—3.00, weiße 2.70—2.80. Hannover: Diagnum bonum 2.50—0.00, Gelbfleischige rote 2.80—0.00, weiße 3.3Ö. (Alles per 50 Kilogr.). §p«lplaK der irrtmigleH Frankfurter tztadttyeatec. Opernhaus. Dienstag den 26. Januar*): „Schwanensang." Hieraus: „Dte Entführung aus dem Serail." Diittwoch den 29. Januar: Viertes Abonnemeiits-Konzert." Donnerstag den 30. Januar: „Tiefland." Freitag den 31. Januar geschlossen. Samstag den 1. Februar: „Madame Buttenly". Soiintag den 2. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: „Frühlingslnit." Abends 7 Uhr: „Ter fliegende Holländer." Diontag den 3. Februar, abends halb 8 Uhr: „Sie lustige Witwe." Schauspielhaus. Dienstag den 28.Januar*): „Emilia Galotli." Diittwoch den 29. Januar: „Em Blitzmädel." Toiinerstag den 30. Jaiiuar, abends halb 8 Uhr: „Ein Fallissement." Freitag den 31. Januar: „Emilia Galotti." Samstag den 1. Februar: „Diana Magdalene." Sonntag den 2. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: „D'Erbschait." Hieraui: „Der rote Schornsteinfeger." Zum Schlich: „Verspekuliert." Abends 7 Uhr: „Uriel Acosta." Diontag den 3. Februar: „Der Andere." Dienstag den 4. Februar: Zum Besten der Chor- PensionSanstatt des Franl'urter Stadttheater: Zum ersten Di a l c : „B e i uns d a drübe n." *j Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abeiids um 7 Uhr. handel. Köln, 26. Jan. Wie die „K. V." meldet, wurde der Preis für englisches H a c a n t i t e i s e n um 3 Mk., auf 79 bis 80 Dlf. per Tonne frei Ruhrorthafen je nach der Lieierzeit und idem Umfange des Auftrags ermäßigt; ferner wurde der Preis für englisches Giebereleisen 3 um 1 Mk. auf 68 bis 70 Mk. per Tonne frei Ruhrort ermäßigt. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank ftlr Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse, 28. Januar. 1.15 Uhr. 3% °/0 Reichsanleihe . . 93.30 3% do. . . 82.b5 3^°/0 Konsols .... 93.75 3% do 82.85 3%°/o Hessen .... — 3% °/0 Oberhessen . . . 92.00 4% Uesterr. Goldrente. 98 90 4l/B % Oesterr. Silberrente 99.40 4% Ungar. Goldreute . . 94 20 4% Italien. Rente . . . 104.20 3% Portugiesen Serie I 61.60 3% Portugiesen „ III 63.40 4J4°/o russ.Staatsanl. 1905 94 60 4x/au!0 japan. Staatsanleihe 88.9u 4% Conv.Türken von 1903 95.30 . Türkenlose 148.00 4% Griech. Monopol-Aul. . 49.30 4% äussere Argentinier . 85.80 ö°/0 Mexikaner .... 65.30 4>$ °/o Chinesen .... 95.50 Aktien: Bochum Guss 197.50 Buderus E. W —.— Tendenz: ziemlich fest. Elektnz. Lahmeyer . . . 123.00 Elektriz. Schuckert . . . 106.60 Escbweiler Bergwerk . . 206 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 185.70 Hamburg-Amerik. Paket!. 119.00 Harpener Bergwerk. . . 202.00 Laurahütte 219.50 .\ordd. Lloyd . ... 106.30 Obeischles. Eisen-Iudustrie 99 00 Berliner tiandelsges. . . 157.00 Darmstädter Bank . . . 126.10 Deutsche Bank .... 235.30 Deutsch-Asiat. Bank . . 141.00 Diskonto-Kominandit. . . 173.00 Dresdner Bank .... 139.10 Kreditaktien 201.50 Baltimore- und Ohio- Eiseulahn .... 87.75 Gotthardbabn —.— Lombard. Eisenbahn . . 26 60 Uesterr. £>taatsbalui . . . 144.90 Pnuce-Henri-Eiseubahu . 118.50 Berliner Börse, 28. Januar. Anfangskurse. Cauada E. B 158,20 Darmstädter Bank . . . —.— Deutscne Bank .... 234.90 Dortmunder-Union C. . . —.— Dresdner Bank . . . 139.10 Tendenz: behauptet. Harpener Bergwerk. . . 202.00 Laurahütte — L-ombardeu E. B. ... 26.50 Nordd. Lloyd 106.00 l'ürkenlose 147.90 Was gibt Energie? — gesundes Blut. Wo Nachlassen der geistigen Spannkraft, Nerven- fchwache (Neurasthenie), Erschöpsung nach schwerer Krankheit usw. bestehen, trinke man für wenige Pfennige zweimal täglich \ Tasse Bissau und man wird sehr rasch die wohltätige Wirkung dieses uniiüer- trofsenen Nähr- und Kräftigungsmittels wahrnehmcn. Das Vioson enthält in konzentriertester, leichtverdaulichster und schmackhaftester Form die für eine gesunde Biutbildung unbedingt erforderlichen Substanzen und es wird, wie Professor von Norden festgestellt Hal, selbst in großen Quantitäten (120 Gramm) vom Körper ebenso gut auSgenützl rote das Eiweiß des Fleisches. 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T) n T). 300.— 100 — M. n n 5000.— 3000.— 2000.— 1000.— Die Ausgabe von 1908 umfasst nom. M. 20 000 000 M. 10 000 000. Jede Serie ist in folgenden Stücken ausgefertigt: Stück n n n ' sind Landesherrlich zur Ausgabe von Inhaber-Papieren privilegiert am 1. Oktober 1866. Staats-Auf sicht durch die ECönigL Preuss. Staatsregierung* Kom. W. 80 000 0D0,— 4V2 % Pfandbriefe, Ausgabe vom Jahre 1908 Kündigung und Konvertierung bis zum 1. Januar 1914 ausgeschlossen, davon Serie V BI. 5 000 000.— mit Januar «!uli-Zinsen und Serie VI M. S OOO OOO.— mit Aprü/Oktober-Zinsen. dem 1. April 1914 einlösbar. Die Einlösung der gekündigten Pfandbriefe und der Zinsscheine erfolgt zu ihrem Nennwert an der Kasse der Gesellschaft den durch die Tagesblätter bekanntgegebenen Stellen. Die Pfandbriefe der Gesellschaft werden von der Reichsbank in Klasse I belieben. Aktienkapital der Gesellschaft beträgt M. 22 700 000.—. Die Reserven am 31. Dezember 1907 ca. M. 5 000 000.—. Am 31. Dezember 1907 betrugen: Die hypothekarischen Darlehnsforderungen M. 171 884 930.— Die bis zu diesem Tage ausgegebenen Hypothekenpfandbriefe M. 143 336 620.— Von obigen nom. M. 20 000 OOO.— legen wir nom. NL 10 000 000.- 4*/2 % Pfandbriefe deren Handel an der Berliner Börse bereits beantragt und deren Einführung in Frankfurt a. M. in Aussicht genommen ist, unter den nachstehenden Bedingungen zur Zeichnung auf: 1. Die Zeichnung findet statt am: Sonnabend, den 1. Februar 1908, u. a. bei den Niederlassungen der Rank für Handel und Industrie. 2. Der Zeichnungspreis beträgt 101.— % abzüglich Stückzinsen bis 1. April 1908 bezw. zuzüglich laufender Stückzinsen vom 1. Januar 1908 bis zum Zahlungstage; ausserdem hat der Zeichner den Stempel der Zuteilungsschlussnote zur Hälfte zu tragen. Wir nehmen Anmeldungen von heute bis zum 1. Februar, mittags 12 Uhr entgegen und sind voraussichtlich in der Lage, Giessen, den 28. Januar 1908. 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