Nr. 278 Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag- 20 November 1908 Erscheint tilglich mit Ausnahme beS Tonntags. Die „Gießener Famtliendlittler- werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich belgeiegl, das „Hrclsblart für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweunal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Notationsdruck und Vertag der VrüKNchea UnLoer|uät5 - Buch- und ©temöructccet, R. Lange. Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul* straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: 112. Tel.-Adr^AnzeigerGteßea, Deutscher Reichstag. 168. Sitzung vom Mittwoch, den 25. November. Am Tische des Bundesrats: v. Bethmann-Hollweg, Delbrück, b. Velsen, Wermuth, Caspar, Meißner. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. Das Grubenunglück auf der Zeche Radbod. (Zweiter Tag.) Abg. Graf Kanitz (Kons.): Die Einführung eines Reichsberggesetzes erscheint nach den gestrigen Erklärungen vom ReqierungStische durchaus^ nicht notwendig. ES genügt, wenn die bestehenden Vorschriften erweitert und streng durchgeführt werden. Dem Mtnrster können wir volles Vertrauen entgegenvringen. (Beifall rechts.) Ter Redner bespricht die Borussia-Katastrophe im Jahre 1906. Damals sind tatsächlich verschiedene Mißstände zur Sprache gebracht worden, die nicht widerlegt werden konnten. Aber nicht immer ist die Unzulänglichkeit der Polizeivorschriften schuld an solchen Unglücken, sondern die Unvorsichtigkeit einzelner Arbeiter. Die Arbeiter sollten selbst ihre Kollegen bester kontrollieren. In der Frage der Arbeiter- kontrolleure sind wir _bcr Ansicht des Ministers, daß eS sich empfiehlt. Vertrauensmänner ans den einzelnen Steigerabteilun. gen zu wählen. In Mastenversammlungen werden die gewählt, die groß« Reden halten können; das sind aber nicht immer die besten Praktiker. (Sehr richtig! rechts.) Die Ursache deS Un- glucks in Radbod ist noch nicht geklärt, vielleicht wird das auch niemals geschehen. Wie kann man die Verstaatlichung des gesamten Bergbaues fordern, wenn man so großes Mißtrauen gegen die Bergbehörden begt, wie die Sozialdemokraten! Daß so diele ungeübte Kohlenarbeiter eingestellt werden, liegt an der verfehlten Preispolitik des Kohlensyndi- k a t S. daS die Kohlen im Auslande verschleudert. Herr Hue sprach gestern verhältnismäßig ruhig und sachlich, anders aber treibt es die sozialdemokratische Preste, die noch immer weiter hetzt. Das erchöht nicht die Opferwilligkeit. (Beifall rechts.) Abg. Gothein (Fr. Vg.): Der Grubenkapitalist hat selbst daS größte Interest« an der Verhütung solcher Unglücke. Wenn jemand so hartherzig wäre und an dem namenlosen Jammer vorübergehen könnte — ich bezweifle, daß es solche Leute gibt — so spricht doch sein eigenes Geldbeutelinteresse dafür, derartiges Unglück zu ver- hüten. Möglich ist ja. daß ein Verschulden der Werksverwaltung vorliegt. Immerhin sind Klagen über fehlendes Wasser auf Radbod in der „Bergarbeiter-Zeitung", die doch sonst so rührig ist, niemals erhoben worden. Aus meiner Tätigkeit als Bergrevier- beamter weiß ich. daß mancher Arbeiter zunäästl im besten Glauben Angaben macht, an denen er sich dann selbst überzeugt, daß er sich getäuscht hat. Das Gedächtn-s ist eine un- sichere Sache. Deshalb wird man jetzt noch mit großer Vorsicht an die Schuldfrage Herangehen müssen. Für den Minister wäre es sehr bequem, wenn er für Verfehlungen einen B e a m - ten als Sündenbock finden würde, zumal er nicht sachver» ständig ist. Die Untersuchung ist nur durch akademisch gebildete Bergbeamte zu führen, und wir haben unparteiische Beamte ge. nug. Es ist leicht gesagt, die Schuld liegt am System; keine große Grube kann immer vollständig in Ordnung sein, am wenigsten eine mit starkem Druck. _ Besonders kommt cs auf daß Gedinge und die Ueber schichten an. Daß, wie Herr Hue meint, in den Bureaus der großen Banken über Leben und Gesundheit gewürfelt werde, ist. abgesehen, von der großen Ueber- treibung. auch >,icht richtig; Herr Hue unterschätzt da außerordent. lich die Macht der Generaldirektoren. Richtig ist, daß den Bergbeamten infolge ihrer Vorbildung das soziale Verständnis erschwert wird; der soziale Uebcrmut wird in der Bergverwaltung geradezu gezüchtet. Man kennt ja den Witz über den Kaiser von Rußland, der größenwahnsinnig geworden sei; er bilde sich nämlich ein, er sei Regierungsreferendar. (Heiterkeit.) Aehnlich ist es bei den Bergbeamtcn. besonders den jüngeren. Da sollte der Minister einschreiten. Durchaus unzulässig ist die vorherige Anmeldung des revidierenden Bergbeamten; ich habe es nie getan. Und auch Beschwerden, die von Arbeiterorga- n i s a t i o n e n kommen, wüsten untersucht werden; was in Bayern möglich ist, muß auch in Preußen gehen. Einen Einfluß der Unternehmer auf den Minister will ich nicht bestreiten; sie sind sehr energisch und haben hochgestellte Personen in ihren Reihen, so daß eä dem Minister unter Umständen sehr unbequem sein muß, Widerstand zu leisten. Wer glaubt Herr Hue. daß es dem Landwirtschaftsminister nickt genau, so geht? Vielleicht ist der Handelsminister noch derjenige, der am meisten Rückgrat zeigt. Und nachdem der Staatssekretär des Innern gesprochen hat. ber. Sprachenparagraph solle auf Arbeiterorganisationen keine Anwendung finden, war es nickt der Handelsminister sondern der preußische Minister des Innern, der die polnische Sprache in den Versammlungen der Bergarbeiter verboten hat. Ick bedauere den Staatssekretär, daß er sich als preußischer Minister so von seinem Kollegen desavouieren läßt. Ich komme ja Gott sei Dank nicht in die Lage, _ Minister zu werden (Große Heiterkeit), aber ich würde eS mir nicht gefallen lassen. Die anderen Staaten haben die Arbciterkontrolleure; Preußen ist auch hierin nicht voran. Wir wüsten zu einer parlamentarischen Enquete kommen unter Einschluß der Sozialdemokraten. Der preußische Staat als Bergwcrksbesitzer darf nicht die Bergpolizei und Aufsicht haben, die muß beim Reiche fein. Unabhängige Arbeiterkontrolleure, starke, verhandlungsfähige Organisa. tionen für Arbeiter wie für Steiger, Ausbildung und Sckutz der Tarifverträge — Erfüllung der gerechten Wünsche nach einem gewissen Konstitutionalismus auch im Bergbau. (Beifall links.) Abg. Schiffer (Zentr.): Nur durch praktische Sozialpolitik kann die Sozial- bemofratie bekämpft werden Tie Rede des Abg. Osann verriet deutlich die Furcht der Nationalliberalen vor den rheinisch-wcst. glucken Jn^ustriernagnaten, die gedroht haben, ihnen den Brot, korb hoher zu hängen, eine eigene Arbeitgeberpartei zu gründen. Aber ich sage Ihnen: halten die Nationalliberalcn noch ein halb Dutzend solcher Reden, so finden sie keinen Arbeiterwähler mehr:m Ruhrrevier für sich. Mit der jetzigen Zustimmung zu einem Reicksberggesetz und zu Arbeiterkontrolleuren haben die Nationalliveralen ihre jahrzehntelangen Unterlassungssünden eingesianden. (Lachen bei den Natl.) Der Abg. Osann hat dem Zusammenarbeiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern das Wort geredet. Aber die Grubenbesitzer im Ruhrrevier weigern sich ja. mit den Arbeitern auch nur zu verhandeln. Gegen ihren Jndustrieherrenstandpunki muß das Gesetz einschrei. ten. Und in diesem Zusammenhang möchte ich den Staatssekretär fragen: Wo steckt der langst publizierte Gesetzentwurf über die Schaffung von Arbeitskammern? (Sehr gut! im Zentr.) Der Redner spricht über die Radboder Katastrophe. Die Bergbehörde ist parteiisch zu Gunsten der Unternehmer. Den Unternehmervereinen stellt man die Alten zur Verfügung, den Arbeitern verweigert man jede Auskunft. Das Vereinsgesetz ist zu einer Geißel der Bergarbeiter geworden. Die Freisinnigen hätten doch daS preußische Ministerium deS kennen müssen und dem Sprachenparagraphen f . niajt erst zustimmen sollen. (Sehr wahr! im Zentr. u. b. o. Soz.) Unabhängige Revisoren aus Arbeiterkreisen können manchem Unfall vv'-beugen. Vor allem aber brauchen wir das Reichsoerggesetz. Im Staate Preußen ist schon lange etwas sehr faul. Jetzt schreit das Mastengrab nach einer gründlichen Reform! Die Herren vom BundeSrat oflten nur einmal ein Jahr praktischer Bergmannsarbeit durchrnachen. dann mürben sie schon sehen, daß die Bergarbeiter Anspruchs auf den Schuh eines ReichsberggesetzeS haben. (Heiterkeit und Beifall.) Staatssekretär v. Bethmann-Hollim Gestern hat der Abg. Hue und heute die Abgg. Gothein und Schifier die Behauptung auigeslellt. dag die Ausführung des Reichsvereinsgesetzes, insbesondere deS Sprachenparagraphen durch die preußischen Behörden gegenüber den Arbeiterorganisationen in Widerspruch stände mit den Zusicherungen, die ich hier iw Reichstag abgegeben habe. (Vielfache- Sehr richtig! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Das ist nicht der Fall. (Hört, hört! recht- und bei den Waiionallibtralen.) Ich will das schon heute konstatieren, obwohl meines Dafürhaltens diese Frage weder zu der Interpellation, noch zu der Katastrophe auf Radbod irgend roie in Beziehung steht. (Sehr wahr! rechts, Lachen der Sozial, demokraten.) Die weiteren Ausführungen zu dieser Frage muf ich mir daher Vorbehalten, bis ich, wie ich annehme, bei der Lesung des Etats, wich zum Vereinsgesetz und seiner Handhabung zu äußern Gelegenheit habe. (Lärmende Zurufe der Sozialdemokraten und vom Zentrum: Sie haben auch jetzt die Gelegenheit dazu!) Sinn und Wortlaut meiner Erklärungen sind dahin gegangen daß die nationalen Interessen, die für den Sprachen- Paragraphen maßgebend gewesen sind, gerade auch gegenüber den Arbeitern polnischer Zunge im Westen deS Reiches zur Geltung kommen müßten, weil, wie ich imLaufe derVerhandlungen über das Vereinsgesetz wiederholt betont habe, ich nicht anerkennen kann daß die polnischen Gewerkschaftöorganisationen namentlich im Westen des Reiches ausschließlich gewerkschaftliche Zwecke verfolgen, sondern eS sich überall darum handelt, p o l i - tisch-nationalen Zielen nachzugehen. (Große andauernde Unruhe im Zentrum, bei den Polen und Sozialdemo, traten.) Von einer Erschwerung sonstiger gewerkschaftlicher Ver- sammlungen ist wir nichts bekannt. (Lärmender Widerspruch: Doch! Doch! Zurufe rechts: Beweisen!) Dann können wir uns ja beim Etat darüber unterhalten. Ich kann jetzt nicht näher darauf eingehen, aber Sie haben gesehen, daß der Widerspruch nicht besteht, den Sie behauptet haben. (Lärm. Abg. Ledebour ruft: Dann haben Sie den Reichstag planmäßig irregeführt! Große Unruhe rechts und bei den Nationalliberalen. Abg. Lede- bour schlägt mit einem Buch auf seine Bank und schreit: Das ist unerhört! Der Reichstag ist betrogen worden!) Vizepräsident Kaempf: Herr Abg. Ledebour, Sie haben dem Staatssekretär plan- mäßige Irreführung des Reichstags vorgeworsen. DaS ist eine unzulässige Aeußerung, ich rufe Sie deshalb zur Ordnung. (Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte.) Abg. Hue (Soz.) springt auf die Bundesratstreppe und ruft: Nur die Wahrheit bat Ledebour gesprochen. (Große anhaltende Unruhe im ganzen Hause.) Vizepräsident Kaempf: Herr Abgeordneter H u e, nachdem Sie sich mit dem Abg Ledebour bezüglich dessen Aeußerung identifiziert haben, rufe ' ch Sie auch zur Ordnung! (Anhaltender Lärm und Bewegung. Die Sozialdemokraten schreien: Rufen Sie uns alle zur Ordnung! Sie sagen die Wahrheit! Der Reichstag ist getäuscht worden!) Vizepräsident Kaempf: Das Wort hat nur der Herr Staatssekretär. (Heiterkeit.) Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Der Gesetzentwurf über die Arbeitskammern ist vom Bundesrat endgültig beschlossen und ist die Vor- läge heute dem Reichstage zugestellt worden. (Beifall rechts und im Zentrum.) Abg. Höffcl (Rp.): Angesichts der furchtbaren Katastrophe sollte jeder Partei, politische Haß, aller Parteibader beiseite bleiben. (Sehr richtig! rechts.) Umso mehr, da wir über die Ursachen deS Unglücks noch gar nichts Bestimmtes wissen. Auch wir wünschen volle Klarheit. Ohne Ansehen der Person muß die Untersuchung geführt werden. Im Reichsberggesetz feben wir kein Allheilmittel. Die Sozialdemokraten würden mit ihr"n Verdäckti- gungen ruhig fortfahren. (Sehr richtig! rechts.) Wir sind damit einverstanden, daß Arbeiterkontrolleure eingeführt werden sollen, aber sie müssen Arbeiter bleiben, sonst werden sie -um Werkzeug politischer Interessen gemacht. (Sehr richtig! reckts.) Wir wollen mit aller Kraft den Bergarbeiterschutz weiter vervollkommnen. (Beifall.) Abg. BrejSki (Pole): Auf der Zeche war nicht alles in Ordnung, ein groß-s Verschulden der Bergbehörden liegt vor. Die Berieselung reichte nicht aus. Kleinere Erplosionen haben schon vor dem großen Unglück stattgefunden. Es fehlte dabei so sehr an Wasser, daß die Bergleute mit ihrem Kaffee löschen wußt-n. Wer wagt die Behauptung, daß die Leute nicht mehr zu retten waren? Wer einem die Qual abkürzt, wird als Verbrecher bestraft; hier haben die Grubenherren Leuten, die vielleicht nock lebten, die Luft ent-ogen. Weshalb sind die Urheber d-r Mißstände auf der Grube noch nicht auf der Anklagebank? Preußischer Handelsminister Tr. Delbrück: Hue hat gegen die mir unterstellte Verwaltung eine Reihe schwerer Angriffe erhoben. (Zurufe bei den Soz.: Mit Recht! Widerspruch reckt?.) Er bat seine Angriffe begründet teils mit allgemeinen Er- Wägungen, teils mit einer Reihe von Spezialfällen, die weit zu- rückliegen. Ick habe mich fragen müssen, ob ich verpflichtet und berechtigt bin, auf diese Angriffe un einzelnen einzugehen und habe diese Frage verneinen müssen. Daß ein preußischer Minister, der Mitglied des Bundesrats ist, im Reickstage Auskunft erteilt ist selbstverständlich. Aber nicht selbstv er stäub« lich ist, daß er sich, wie cS der Abg. Hue beabsichtigte, hier i m Reichstage auf bie Anklagebank schleppen läßt (Zustimung rechts, Unruhe bei den Soz.) Was ich und die mir unterstellte Verwaltung gefehlt haben das werde ich im Abgeord- netenhause zu vertreten Haven. Ich würde der Kompetenz deS preußischen Avgeorbnetenhauses vorgreifen, wenn ich diese Frage hier erörtern würde. (Lebst Beifall rechts. Lacken bei den Soz.) Du Freunde des Abg. Hue sind jetzt im Abgeordnetenhause vertreten und werden dort unzweifelhaft auch die gestern hier erörterten Fragen anschneiden (Abg. Hue ruft: Geben Sie auch mir dort das Wort! Heiterkeit.) Antworten will ich nur auf die Vorwürfe, die sich gegen mein und meiner Kommissar« Verhalten nach dem Radboder Unglück richten weil hierfür ein Allgemeininteresse vorliegt. Der Abg. Hue hat bemängelt, da'- ■ mir und meinen Kommissaren der Presse Auskünfte er, teilt tootr'n seien, die geeignet sein konnten, eine Parteinahme zugunsten Der Zeche zu begründen. Ich kann dem Abg. Hue jju- geben, daß es für derartige Uniersuckungen oft förderlicher wäre, wenn vor ihrem Abschluß über den Gang der Ermittlung nichts in die Oeffentlich.'eit käme. Aber diese Forderung ist nicht zu erfüllen, die Presse erfährt von den Vorgängen, die Parteien unterrichten sich. Die Vertreter der Behörden und der Regierung müssen daher, wenn sie befragt werden, übet das, was sie roiffen, wahrheitsgetreu Auskunft mit den aus der Natur der Tinge sich ergebenden Einschränkungen erteilen. Ick habe diese Praxis von jeher befolgt und meine Beamten angewiesen, der Presse jede erdenkliche Erleichterung zuteil werden zu lasten. (Beifall.) Ich bin fest überzeugt, daß sich ein Sturm der Entrüstung im ganzen Lande erheben würde, wenn ich ander- handeln wollte. (Beifall rechts.) Ich sehe, daß die Herren vollständig meiner Meinung sind. (Zurufe ver den Sozialdemokraten: Vollständig!) Herr Hue hat weiter Anstand genommen an der Art, wie ich diese Angelegenheit behandelt habe au5 Anlaß des Falles Meyer. Herr Hue hat aus dem amtlichen Stenogramm entnommen, daß ich mich mit einer negativen Feststellung begnügt hätte, mährend es meine Pflicht gewesen wäre, dem Abgeordnetenhause mitguteilen, daß ein anderer, der Zuge Gard, die Aeuherungen Meyers bestätigt habe. Wenn Herr Hue die Auffassung hatte, daß ick diese Mitteilung habe unterdrücken wollen, so hätte er sich überzeugen können, daß ich unmittelbar nach dem Fall Meyer erwähnt habe, daß der Gewährsmann des »LokalanzeigerL" Gard heißt, und daß er seine Aussage in allen wesentlichen Punkten aufrecht erhalten hat. (Zuruf von den Soz.: Was war das für eine Aussage?) Daß das zur Berieselungerforderliche Wasser gefehlt hat. Ich habe den Eindruck, daß, wenn die von Herrn Hue und seinen Freunden im Ruhrrevier an mit und meinen Handlungen geübte Kritik dort in derselben, und zwar nicht ganz unbefangenen Weise erfolgt ist, wie es hier der Fall war. daß bann die unfreundliche Stimmung der Bergleute im Ruhrrevier nicht so sehr hervorgerufen ist durch das, was ich getan habe, sondern durch die Art der Kr'tik, die Hue und seine Freunde daran geübt haben. (Sehr richtig! rechts.) Dann noch eine allgemeine Bemerkung! EL ist der Vorwurf erhoben nicht nur von Hue, sondern auch von anderer Seite, daß der Bergverwaltung und ihren Mitgliedern überhaupt das nötige Verständnis für ihre Arbeiter und Deren Bedürfnisse und für sozialpolitische Aufgaben mangele, daß namentlich die Revier« Beamten an der nötigen Sorge für die Arbeiter fehlen lasten. Ich will zugeben, es mag dieser oder jener unter uns sein, dem es daran fehlt. DaS 'Mißtrauen, daS die Sozialdemokratie vom Morgen bis zum Abend zu säen bestrebt ist, kann unsere Sozialpolitik nicht fördern. (Lebhafter Beifall, Lachen der Soz.) Herr Hue har unS empfohlen, aus der Geschichte der englischen Gewerkschaften zu lernen, wie man Sozialpolitik betreiben müsse. Ich habe mir auch die Frage borgelegt: woher kommt efl denn, daß in England sich eine ganze Reihe von Einrichtungen ohne Mühe einführen lassen, daß man eS nicht nötig hat, in dem Umfange die Gesetzgebung in Bewegung zu setzen wie bei uns? Di« Sache hat einen sehr einfachen Grund. Es liegt daran, daß der englische Arbeiter niemals seine berechtigten wirtschaftlichen Interessen verquickt hat mit politischen Fragen. (Lebhafte Zustimmung, Lachen der Soz.) Es liegt daran, baß der englische Arbeiter eins geblieben ist, trotz Wirtschaftlicker Differenzen mit seinen Volksgenossen in dem Stolz auf die Kultur und die politiscke Große seines Vater- Ianbe§. (Lebhafter Beifall, Lachen der Soz.) Ich gebe Ihnen die Versicherung, das schwerste Hindernis auf dem Gebiete der Sozialpolitik im Reiche und besonders in Preußen ist, daß Sie sich nicht loslösen können davon, daß Sie glauben, Ihre wirtschaftlichen Ziele, Ihre berechtigten wirtschaftlichen Ziel« verquicken zu müssen mit Ihren unmöglichen, mit den Interessen des Staates unvereinbaren Forderungen. (Stürmischer Beifall; großer Lärm der Sozialdemokraten, Zischen und erneuter Beifall.) Abg. Cuno (Fr. Vp.): Der ungeheuerliche Vorwurf, die Anordnung zur Zumauerung des Schachtes sei erfolgt, obwohl man noch nicht sicher war, daß die Leute nicht mehr lebten, blieb Herrn BrejSki Vorbehalten. (Sehr richtig!) Wir haben die Ueberzeugung, daß es der feste Wille der Behörde ist, rücksichtslos ohne Ansehen der Person die Schuldigen zur Strafe zu ziehen. Wir dürfen aber auch nicht vorübergehen an den allgemeinen Zuständen im Ruhrrevier. Schlimmer kann es nicht mehr werden. Heute bilden bunt zusammengewürfelte Arbeitermassen aus allen möglichen Gegenden die Belegschaft der Grube Radbod nicht nur, sondern fast aller Gruben im Ruhrrevier. An den jetzigen, hockst unerfreulichen Zuständen des Ruhrreviers ist das starre Festhalten der Arbeitgeber an der Phrase vom »Herr im Hause" schuld. Die Regierung bat durch die Gesetzgebung die Herrschaft der Zechen in den Gemeinden stabilisiert. Wir Kommunalvertreter haben uns auch daran gewöhnen müssen, mit den Arbeitern zu verhandeln und zusammenzuarbei. ten. Auch die Zechenverwaltungen sollten es lernen ober bie Gesetzgebung sollte es ihnen beibringen. (Beifall links.) Abg. Werner (Dtsch. Refpt.): Der Minister hätte gleich an die rechte Schmiede gehen und sich nicht auf seine Geheimräte verlassen sollen. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Persönlich bemerkt Abg. Osann (Natl.) gegenüber den Angriffen des Abg. Schiffer, daß er den Vorwurf, als ob er ober seine Partei von den rheinisch-westfälischen Jn- buftriemagnaten abhängig sei, mit aller Entschiebenheit zuruck- toeift. Nächste Sitzung: Donnerstag, 1 Uhr: Reichsfinanzreform. Schluß 6% Uhr. Handel des Frankfurter Börse Portugiesen III 108.00 Prince-Henri-Eiseubahu . 123.00 Berliner Börse, 26. Dl 4% Öesterr Goldrente. . 4*/5 % Oesterr. Silberreute 4% 4% 3?ä November. Anfangskurae. Harpener Bergwerk. . Laurahütte .... Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Türkenloae .... Ungar Goldrente . Italien. Rente . . Portugiesen Serie I 216.50 112.20 26. November, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Mamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ..... Nordd. Lloyd Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . . . Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Canada E. B. . . . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz- matt auf 57.80 96 90 91.00 18.40 142 50 russ.Staatsanl. 1905 4^°/0 japan. Staatsanleihe 4 ?o Conv. Türken von 1903 Tiirken'-ose 1% 6riech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . . 4^°/o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W Tendenz: schwächer. nicht einmal, sondern an sechs bis sieben Tagen' die Milch 20 bis 40 Prozent gewässert und zwar mit Wasser aus einem stark mit Jauche verseuchten Brunnen. Das Hiesige Schöffengericht verurteilte Schlereth wegen wissentlicher Nahrungsmittelfälschung zu einer Geldstrafe von 50 Mark. Unsicher erhielt wegen fahrlässiger Uebertretung der Milchverkaufsordnung 20 Mark zudiktiert. . Telefonische Kursbericide Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen. 14180 4910 85.75 63.30 96.70 3% 3 K°/e 6% 3/^°/o Am Gntenbergdenkmal. Gemälde I. Banges 94.90 85.25 94.90 85.15 93.10 92.00 97.50 97.90 92.50 104.20 11675 118.90 188.75 187.25 110.10 192.90 191.50 89.25 97.00 166 50 127 90 238.50 136 80 178.20 146.80 194.00 . 193.10 . 191.90 . 18 20 . 8930 . 141.70 Reichsauleihe do. Konsols . . do. Hessen . . . Oberhessen . 175.30 . 127.70 . 239.00 . 59.75 14660 Wien. Gericht-tzaaL. fc. Frankfurt a. M., 24. Nov. Im Mai d. I. wurde der Landwirt ünb Müller Oskar U n s i cker in N i e d e r - Wö l l- Itabt, der täglich ein größeres Quantum Milch nach Frankfurt a. M. liefert, von einem seiner Abnehmer darauf hingewiesen, daß die Milch stark gewässert sei. 'Am 10. Mai ließ der Landwirt den bei ihm bediensteten Schweizer Schlercth, der fehl seiner Militärpflicht genügt, durch einen seiner Knechte observieren. An diesem Tage wurde sestgestcllt, daß Schlereth eine von den Kühen, bte schwer zu melken war, nicht melkte, sondern die fehlende Milch durch Wasser aus dem Tränkeimer ersetzte. Schlereth hatte cs an D iesem Tage eilig, es war „Kerb" und die Liebste wartete am Tore. Nach dem Gutachten des Sachverständigen hat der Schweizer Märkte. -th. Gießen, 26. Noobr. Ter Auftrieb des gestrigen Sckweinemarktes betrug zirka 700 Stück. Durch das nasse Wetter veranlaßt, mar die Kundschaft dem Markt ferngehlieben, wozu noch kommt, daß auf dem Lande zurzeit das Geld knaoo ist' weil die Landwirte zu Martini die fälligen Ackerziele bezahlt haben' Der Handel gestaltete sich daher aus dielen Gründen recht mittelmäßig und kam nur schwer in Gang, obgleich die verlangten Preise recht billig zu nennen waren. Bezahlt wurden für das Paar Ferkel, 5-6 Wochen alt, 25—35 Mk., 8—12 Wochen alt 45—50 Mk., für Springer, viertel- bis halbjährig, 70—80 Mk., bis dreimertelsährig 90 — 120 Mk., kräftigere Einlegschweine wurden das Stück zu 70 bis 80 Mk. verkauft. Der Markt blieb trotz der Wohlfeilheit der Preise ca. */4 überständig. Nächste Markttage 8. und 9. Dezember ds. Js., am zweiten Tage auch Krämermarkt. tc. Frankfurt a. SD l., 26. Nov. (Teiegr. Orig. - Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- v r e i s e. Zum Verkaufe standen: 12 Ochsen, 2 aus Oesterreich 3 Bullen, 0 aus Oesterreich, 103 Kühe, Ferien, Stiere und Ninder, 164 Kälber, 324 Schale imd Sammel, 1047 Schweine, 00 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schaflämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 80—83 Mk., 2. Qualität 74—76 Mk., 3. Qualität 60—65 Mk.: Bullen: 1. Qual. 66—68, 2. Qual. 62-64: Rühe 1. Qualität 68—70 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk., 3. Qual. 48—50 Alk., 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht- gewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 97 Pfg., Lebendgewicht 55—56 Pfg., 2. Qualität 82—90 Psg., Lebendgewicht 48 -52 Pfg., Schlachtgew 70—00 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 70 bis 72 Pfg., 2. Qual. 50—54 Psg. Schweine: 1. Qual. 72—73 Pf., Lebendgeivicht 57—57,5 Pf., 2. Qual. 70—71 Pf., Lebendgewicht 56-56,5 Psg., 3. Qual. 66—68 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Psg, Geschäft gut, Ueberstand unbedeutend. Limburg a. d. Lahn, 25. Nov. Fruchtmarkt. Durch- schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 16,30 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 15,00 Alk., Korn 12,40 Alk., Gerste: Futtergerste 10,00 Mk., Braugerste 12—00,00 Mk., Hafer 7.30—0.00 Mk., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 4,60-5,40 Mk. politische Tagesschau. Die Rede des Lord Roberts hat allenthalben begreifliches Aufsehen erregt. In offiziellen Kreisen Oesterreichs wird erklärt, man müsse erwarten, daß der Vorfall nicht zur Abschwächung der deutsch-englischen Gegensätze beitragen werde. Namhafte Persönlichkeiten, die Gelegenheit hatten, mit König Eduard zu verkehren, wollen wissen, daß dieser ein entschiedener Äüihänger der allgemeinen Wehrpflicht sei. Die Aeußerungen in England zu ihrer Einführung seien auf den Einfluß des Königs zurückzuführen. Man zitiert auch das Wort eines bekannten französischen Diplomaten, wonach eine wirkliche Landarmee in England das beste Pressionsmittel zur Verminderung der deutschen Flotte sei. Die Pariser Abendblätter sehen in der Rede von Roberts einstimmend eine höchst bedeutungsvolle Kundgebung. — Der „Temps" schreibt u. a.: Lord Roberts hat die Frage der Umgestaltung der englischen Armee mit denkbar größter Schärfe aufgeworfen. Der durch seine Rede im Oberhause hervorgerufene Eindruck zeigt, daß diese Angelegenheit die politischen Kreise Englands immer lebhafter und immer ernster beschäftigt. Um so seltsamer fei die Anschauung LansdowneS, daß von dieser Frage nicht öffentlich gesprochen werden dürfe. Warum soll mau auf der Parlamentstribüne nicht sagen dürfen, was jedermann weiß? Warum will man England einreden, daß es eine 2lrmee hat, während es doch in Wirklichkeit keine Armee besitzt? Damit England eine gesicherte Zukunft habe, damit es in der europäischen Staatengruppierung allianzfähig sei, braucht es eine Armee. Es genügt, daran zu erinnern, daß seine Armee vor hundert Jahren besser war, daß die englischen Streitkräfte gegenüber den aus der allgemeinen Wehrpflicht hervorgegangenen Heeren lächerlich gering sind. In England werden öffentliche Versammlungen zur Förderung von Lord Roberts Plan einer nationalen Militärdienst-Liga arrangiert. Eine solche soll am 8. Dezember im Rat Hause der Londoner Vorstadt Hampstead stattfinden. Feldmarschall Sir George White wird dabei eine Ansprache halten. In den maßgebenden Berliner Kreisen wird der Rede des Feldmar- fchalls Roberts natürlich die ihr gebührende Bedeutung beigelegt, umsomehr, als sie sich hauptsächlich mit Deutschland beschäftigt. Trotzdem wird man an den zuständigen Stellen keine Veranlassung nehmen, aus einer begreiflichen ^Reserve hervorzutreten, da es sich im Grunde um rein innerenglische Angelegenheiten handelt. Im englischen Oberhause erklärte Earl vf Eandor gestern, er begrüße die Erklärungen des Premierministers Asquith. Der Zweimächtestandard sei die einzig sichere Grundlage, aber wenn man diesen Standard aufrechterhalten solle, müßte England ois Ende 1911 sechs oder sieben Schlachtschiffe erster Klasse über das gegenwärtige Programm hinaus bauen und ebensoviel mehr bis 1912. Er fragt die Regierung, ob sie die Versicherung geben wolle, daß alles nötige geschehen würde, nm den Ban der Schiffe zu bejchleunigen. — Im Namen der Admiralität sprach Earl of Gronard: er bemerkte, man könne dem Programm der nächsten Jahre nicht vorgreifen, doch gebe er zu, daß England bis Schluß 1911 nur acht Schiffe vom Dreadnought-Typ und vier vom Jnvineible-Typ haben würde gegen 13 deutsche Kriegsschiffe in denselben Typen. Nicht in Berechnung dabei sei das Programm, welches die Regierung 1909 vorzulegen beabsichtige. Schließlich erwähnte Granard, die Regierung hoffe, der Flottenstützpunkt Rosyth würde in sieben Jahren vollkommen fertig- gestellt sein. * Das Reich und Zeppelin. Die Erklärung des Kriegsmlmslerä von Einem zu den Beschwerden Payers in der Angelegenheit des Gra'en Zeppelin hat den Staatssekretär des Reichsschatzamtes, v. Sydow, zu folgender Erwiderung veranlaßt. Tie Mitteilung des Kriegsnunisters könnte den Anschein erwecken, als habe die Auszahlung der dein Grafen Zeppelin für den „Zeppelin I" zustehenden Geldes an irgend einer Stelle des Reiches eine Verzögerung erfahren. Das ist nicht der Fall. Da die Gelder auf dem Etat des Rcichsamtes des Innern stehen, so ist die Erklärung der Militärverwaltung, daß sie den Ballon abgenommen habe, dem Reichsamt des Innern zugegangen und von diesem dem Reichsschatzamt behufs Zustimmung zur Auszahlung weiicrgegeben morden. Die Verfügung, die die Zustimmng ausspricht, hatte ich schon vor der Reichstagssitzung am Montag unterschrieben. Sie ist im Laufe des Montags an das Reichsaml des Innern gesandt und von diesem umgehend die Zahlung angewiesen worden. « Die Politik Frankreichs in Marokko. Die Veröffentlichung des sranzösifchen Gelbbuches über Marokko, über die Geschichte des Niederganges von Abdul AsiS und die Anerkennung Mulcy Hasids als Sultan regen die Franzosen zu mancherlei Betrachtungen über die Politik Frankreichs in Marokko an. Alan ist nicht sehr erbaut von dem, was man in Marokko erreicht hat. Alan hatte etwas ganz anderes erwartet. Tas Blatt „Liberal" veröffentlicht nämlich eine Meldung deS ägyptischen Blattes „Moayan", aus Tanger datiert, worin mitgeteilt wird, daß von Oktober bis Dezember 1907 Abdul Asis und feine Minister mit Frankreich über den Verkauf Marokkos an Frank- reich verhandelt haben. Daß so etwas ähnliches geplant gemefen fein mag, geht auch aus der Feststellung des „Temps" hervor, daß das Gelbbiich Lücken enthält. Der „Temps" schreibt in seiner Besprechung deS Marokko-GelbbucheS unter anderem: Tie Haltung des Ministers Pichon gegenüber den europäischen Mächten ioar vorsichtig wachsam und auch von Erfolg. Alle Mächte Haven den Absichten und den Maßnahmen der französischen Regierung Gerechtigkeit widerfahren lassen lind nur Deutschland hat, wie freilich zu erwarten war, genörgelt und diskutiert. Aber Minister Pichon hat auch die verschiedenen mit Deutschland verhandelten Angelegenheiten unter ehrenvollen Umständen geregelt. Leider war es nicht möglich, auch der marokkanischen Seite der französischen Politik dieselbe Anerkennung zu zollen. Das ursprüngliche Programm lautete: Herstellung der Ruhe nut Hilfe des Sultans Abdul Asis, und das Schlußergebnis lautet: „Preisgebung des Sultans Abdul Asis und Kapitulation vor Miilai) Hasid." Durch diese seltsame Politik sind die großartigen Anstrengungen der Soldaten und Diplomaten Frankreichs für lange Zeit zur Unfruchtbarkeit verurteilt worden. — Es ist bemerkenswert, daß das Gelbbuch keinerlei Depesche des Genernls d'Amade aus dem Zeitraum vom 14.—29. April d. Js. enthält. Hatte nicht gerade wahrend dieser Zeit General d'Amade der Regierung vergeblich vorgejchlagen, mit Mulay öafib, der ihm auf Gnade und Ungnade ausgeliefert war, ein Ende zu machen? Abdul Asis war unsere Karte, aber nur haben sie nicht spielen wollen und so kommt es, daß die Zukunft der marokkanischen Politik Frankreichs in Marokko s c l b st keinc sehr glänzende r st. — Tas französische Blatt hat ivohl nicht ganz Unrecht, die Kostenrechnung ist etwas sehr groß im Vergleich zu den tatsächlichen Errungenfchasten. - M uley vafid ist übrigens in Casablanca ohne Zwischenfall zum Sultan prokla - in iert worden. Die Ernährung der FllyHmkinder Wird durch Verabreichung vor» Scotts Emulsion in ungeahnter Weise unterstützt und gefordert. Mütter und Pflegerinnen Nur echt mit dieser werden von der Wirkung, über die Marte-dem Fischer wir schon begeisterte Berichte cr= ” .bc“ Garantie» hielten, geradezu überrascht fein. ’fftSÖ1' Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verlaust, und zwar nie lose noch Gewicht oder Maß, sondern nur in verneaelten Original,"laschen in Karton mit unserer Lchuh- markc «Fischer mit dem Dorsch). «coH & Bowne, (ü.inch.H., Frankfurt a. M. Bestandteile r Feinster Medizinol-Lebertran 160,0, prrma Glyzerin 60,u, untcrphosphorigwurcr Aalt 4,3, unterphospko- rigsaures Narrvn 2,0. pulv. Iiogant 2,0, feinster orab. Gummi e. 2,0, destill. Wasser 126,o, Sllfohol 11,0. Hierzu aromatische »sto?. mit Zimr-, Mandel- und Gaulthemaöl ie 2 Tropfen. Die antiöfferreichischerr Demonstrationen in Italien nehmen ihren Fortgang. In Rom, Siena, Venedig, Genua, Bologna und Girgenti veranstalteten die Studenten auch gestern Protestkundgebungen gegen die Vorgänge in der Wiener Universität. Die Zeitungen ermahnen die Studenten vergeblich zur Ruhe. Auch in Trient ist es gestern abend anläßlich oer Diener Hvchschulskandale zu großen Kundgebungen der Italiener gekommen, die unter Absingung der Garibaldi-Hymne einen- Umzug veranstalteten. Das Militär hatte Bereitschaft, trat aber nicht in Tätigkeit. Im Stadttheater mußte die Vorstellung abgebrochen werden, da das Publikum in stürmische Rufe: ,Hoch die Universität Triest" aus brach und zum Zeichen der Trauer den Schluß der Vorstellung verlangte. Wie inzwischen die Morgen- blütter aus Wien melden, soll die Errichtung einer italienischen Universität angeblich beschlossene Sache sein. Es stehe nur noch nicht fest, wo. * Tie Revolution auf Haiti. Ter ,.Newyork Herald" berichtet, daß General Fabrolles, militärischer Oberbefehlshaber des Südens, sowie Senator Morijset sich in das deutsche Konsulat in Les Cayes geflüchtet haben. Die Städte Aquin und Fercony haben sich gegen die Regierung aufgelehnt. Das Kanonenboot Croyant, das in die Hände der Rebellen gefallen ist, wechselte mit dem Kanonenboot Cartemaire auf der Höhe von Geremie Schüsse aus. General Lecomte, der die gegen die Aufrührer entsandten Regierungstruppen befehligt, ist in Gefangenschaft geraten und hingerichtet worden. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 24. Nov. Abgewieseue Berufung. Die Schlußverhandlung in der Sache gegen! den Maurer ö. L. von Ulfa, den das Schöffengericht wegen der gelegentlich des Kirchweihcantrinkens an einem jungen Burschen von Nidda verübten Körperverletzung mit 3 Monaten Gefängnis belegt hatte, führte zur Verwerfung der Berufung des Angeklagten. Auf Grund der Aussagen des Verletzten und des Gutachtens des Sachverständigen stand fest, daß der Angeklagte mit dem Messer hantiert hat und der Gepflogenheit der Strafkammer entsprechend, Messerhelden zu zeigen, daß mit dem Leben anderer kein Spiel getrieben werden darf, mußte es bei der Bestrafung sein Bewenden behalten. Der Anwaltskosten wegeu, die das Schöffengericht bei der Freisprechung des Pferdehändlers M. ,\). von Kirchhain der Staatskasse ausgebürdet hat, wurde von der Staatsanwaltschaft ein Urteil angefochten, tz». war wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesetz angeklagt und zwar sollte er wissentlich die Biaßregeln, die zur Verhütung von Viehseuchen erlassen worden sind, verletzt haben, indem er einer kreisamtlichen Bekanntmachung zuwider, zwei Pferde auf den Alsfelder Markt der vorgeschriebenen tierärztlichen Untersuchung entzog. Nach seinen Angaben in erster Instanz sind ihm die einschlägigen Bestimmungen nicht bekannt gewesen. Er hält das Kreisblatt nicht, da es sich nicht lohne, bei einem jährlichen Besuche des Marktes dafür die Zeitung zu halten. Auf Weisung der Polizei hat er auch die Tiere wie vorgeschrieüen 100 Meter vom Markt entfernt aufgestellt und hat fick nicht geweigert, die Untersuchung an ihnen vornehmen zu lassen. Daß er gewusst hat, daß die Tiere krank waren, tonnte ihm nickt nachgewiesen werden. Das Schöffengericht hielt schwierige Rechts- und Tatfragen für vorliegend, die die Zuziehung eines Rechtsbeist-andes für nötig erachten ließen. Die Strafkammer war jedoch anderer Ansicht und abgesehen davon, daß der Angeklagte keine besondere Rücksichtnahme verdiente, da er. als Viehhändler sich vor dem Besuch des Marktes über die bestehenden Vorschriften hätte verlässigen müssen und man deshalb von einer fahrlässigen Uebertretung hätte sprechen können, war die rechtliche Auslegung so einfach, daß er sich selbst hätte verteidigen können. Tas Gericht entschied, daß die Staatskasse zur Tragung der Anwaltskvsten nicht verpflichtet fei. Diebstahl und Hehlerei ist die Lauffrau E. P. bezw. bereit Ehemann ,>ur Last gelegt. Tie Frau hatte in Verhinderung her erkrankten Lauffrau einer hiesigen pensionierten Lehrerin etwa 2 Adonate ausgeholfen und hat nach und nach aus einer Kommodschublade 92 Mark entwendet, wovon sie ihrem Manne 20 Mark gab und im übrigen von deut (Selbe Anschaffungen in ihrem Haushalt machte. Während die Frau alles eingestand, wollte der Manu von dem unredlichen Erwerb bc5 Geldes nichts gewußt haben. Alle Uin- stände sprachen jedoch dafür, daß er über bte Herkunft des Gelbes unterrichtet war: auch mußte ihm bekannt sein, daß feine Frau in der kurzen Zeit keinen so h.chen Geldbetrag verdient haben konnte. Die Frau, bezügl. deren Rückfallsdiebstahl vorliegt, wurde zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt, der Mann kam mit 6 Wochen durch. Keine berechtigten Interessen. In einem Briefe, den der Lehrer. S. zu Vaitshain an die Witwe v. G. dorten richtete, machte er ironische Berner tunaen inbezug auf ihre Wahrheitsliebe, worauf diese mit einem Schreiben diente, das von großer Gehässigkeit zeugte und Bemerkungen über die Ehrlichkeit des Lehrers enthielt. die zu einer Veleidigunsklagc führten. Das auf 10 Mark Geldstrafe lautende Erkenntnis des Schöffengerichts touroe von der Angeklagten angefochten, indem sie sich auf Wahrung berechtigter Interessen berief und Freisprechung verlangte. Der § 193 war jedoch nicht anwendbar, da sie durch ihre Aeußerungen berechtigte Interessen nicht wahrnehmen konnte und auch feststand, daß sie das Bewußtsein der Beleidigung hatte. Wegen Beleidigung freigesprochen. Als die Frau dös_Landwirts Fr. F. zuLangd den Mahnboten aus dem Hause des Schweinehändlers O. R. kommen sah, äußerte sie int Laufe eines Gespräches: die Kuh des R. soll gepfändet worden sein. Ta dies nicht richtig war, klagte R. wegen Beleidigung und^ das Schöffengericht verurteilte Frau F. zu 5 Mark Geldstrafe. In der Berufungsinstanz, scheiterte der Vergleickis- vorschlaa an dein Verhalten des Klägers, der behauptete, die Angeklagte habe ihn durch diese Verleumdung fast um seine Existenz gedruckst. Seine Gläubiger hätten ihn von dieser Zett an gedrängt und er hätte den Kredit verloren. Tie Verhandlung ergab, daß zwar die Lkuh nickst, dagegen aber sonstige Sachen gepfändet worden sind und daß das Verhalten der Gläubiger des Klägers nicht auf die Aeußerungen der Angeklagten zurückzuführen war. Ta sie nichts wesentlich unwahres gesagt hat, wurde sie sreigesprockien und der Kläger mit den Kosten belastet. In allen Etektrizitatswerkm und Installationi-geschaltenerlialüifb Auergesellscnatt Berlin O. 17, Heue elektrische Glühlampe. 70% Stromersparnis. Man achte auf den gesetzlich g schützten Nameu „Osratu Lampe Kauft nur Nur echt Marke auf der Sohle, mi t Drei eck-/c nETEPBYPn) /136C\ T.P.A.P.M) Kein Angriff sondern eine Abwehr der unlauteren Machenschaften gegen den coffcYnFreien „Kaffee Hag" iit die bekannte Broschüre ^KalhretncrS Entlarvung". 5>e bete. Firma sucht jetzt durch ihre Reisenden und durch ihre Inserate diese Tatsache zu verdrehen und sich als den »unschuldig Angegriffenen" hinzullellen, während sie der Angreifer ist, der aus sicherem Hinterhalt unter möglichster Schonung des eigenen NamenS fortgesetzt gegen den „Kaffee Hag" intrigiert hat. Die erwähnte Broschüre hat u. a. den Zweck, diese versteckten Angriffe gegen den coffci'nsreicn „Kaffee Hag" an das Licht der Oeffenllichkeit zu ziehen und zu beweisen, daß alle bisher erschienenen Be dächrigungen gegen den „Kaffee Hag" —- ohne Ausnahme — nichts anderes waren, als bezahlte Rettamcarbeiten. es*/u Beka,i«i,»„»chuttg. Der Voranschlag der Gemeinde Annerod pro 1909 liegt vom 28. ds Mts. an acht Tage lang auf dem Bücger» meil'tereibureau zur Einsicht der Interessenten offen. Anvcrod, den 24. November 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. 6797 Horn. Fleisch-Bcrdtttguttg. Am 2. Dezember 1008, 10 Uhr vormittags wird im Geschäftszimmer der Verwaltung — Kaserne 1 — rop auch die Bedingunaen auvliencn, der Bedarf an Fleisch- und WurUwarcn für die hicngcn Truppen voin 1. Januar bis Ende Juni 1909 verdungen. Die nach 3irrer 17 der Bedingungen auszuuellcnden Angebote sind spätestens zu dein obennenamtten 3citvunÜe,. mit der Auischrnt „Angebote auf Licseruny von Fleisch- und Wuritwaren" vergehen im Geschäftszimmer vcriiegelt abzugeben. ________________ Garnison-Verwaltung Gießen. Die seit Jahren anerkannt besten Backzutaten für feine Konfekt- und Kuchen-Bäckerei kauft man in der tiler-Meiiel-Bragerie, Sellneg 39. 6805 Otto 1/^4 e Fst. 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562 76 959 4 8020 11000] 212 89 319 (5001 37 98 106 54 55t 859 97 935 40035 49 89 421 41 590 757 862 74 50006 164 (500) 590 [500] 716 15001 938 87 5 1 249 638 989 5 2613 786 851 71 950 [lODOl 53520 637 [500] 46 713 5 4 444 5 5 026 33 (5001 55 169 92 467 81 708 56696 799 832 5 7028 [1000] 132 535 728 33 58031 77 [10001 242 50153 611 724 6O076 194 250 335 503 6?9 706 889 61113 75 [ 3000] 308 412 [3000] 35 553 80 725 [1000] 951 62030 131 564 81 63067 85 MO 609 77 83 705 817 923 6 4101 4 4 382 542 49 766 65100 [5001 6 223 73 [1000] 552 91 6 6031 M [500] 72 645 [1000] 67069 223 54 85 431 [1000] 527 68004 9 58 53 195 743 6 0046 105 « 79 303 418 874 912 45 74 _ _ 7O093 262 301 521 633 711 15 834 71155 269 [500] 302 406 666 90 99 72329 703 829 1500] 7 3023 46 [ 300] 152 451 88 666 74 7 4 843 576 [3000] 85 662 83 714 914 75039 (50001 54 270 fonno] 370 411 94 542 98 [1000] 618 848 50 [500] 990 7 6020 60 105 49 419 709 834 88 7 7041 91 305 23 84 [5001 585 616 891 [5001 977 7 8077 [5001 248 55 402 82 622 87 783 70012 322 505 41 747 801 12 [500] 79 [3000] 089 595 605 56 68 704 825 59 81355 713 16 884 82152 [1000] 2*1 421 [500] 38 748 (5001 805 83115 216 466 03 65« [3000] 69 [1000] 884 932 84111 3.37 [3000] 66 87 811 85309 78 207 345 [500] 56« 86156 660 661 793 825 921 87066 104 [1000] 91 296 439 67 505 699 706 22 833 !UO (500] 83 88043 93 (5001 401 37 689 713 800 41 47 1'3000] 58 910 28 71 [5001 SP0«* 87 178 86 430 688 812 80033 149 211 17 95 552 66 609 906 21 [1000] 41 [1000] 91041 83 345 72 457 553 742 45 863 64 0 2085 169 79 500 615 93.312 491 515 [500] 94558 617 25 763 67 9 5096 193 554 798 870 84 910 37 9 6102 675 741 74 9 7031 624 936 (5001 9 8037 147 85 304 622 25 898 99 001 250 53 641 81 [500] 87 885 918 89 1OO035 62 128 51 280 99 418 98 518 613 53 771 77 693 [3000] 101036 952’ 91 102106 53 509 629 762 [1000] 844 47 900 103030 RR 55 96 261 558 600 780 818 104115 37 371 4.31 914 28 1 05201 547 87 767 1 06126 69 351 449 543 107041 42 [5000] 120 252 53 538 752 923 108001 462 81 511 73 831 [500] 1001158 220 352 97 648 65 818 [10000] 110075 463 93 782 111158 68 407 589 733 53 112283 95 761 832 79 912 113013 20 320 528 794 893 114209 (30001 86'333 640 42 844 60 92 1'94 1150=3 499 659 980 116245 471 [500] 766 989 117189 523 673 118073 624 [3000] 73 869 [3000] 945 [500] 110112 30 235 .314 493 97 1201.35 428 505 1 2 1 027 165 214 67 357 453 548 63 604 72 869 122052 94 551 [500] 821 911 75 79 123054 172 282 307 [5001 35 427 516 652 876 903 12 4059 110 274 81 408 59 796 951 12 50.11 58 102 498 681 126077 141 275 339 673 föOOl 83 894 1 27077 [3000] 432 59 542 [30001 732 (5001 72 [5001 84 1 2 8 057 216 350 70 583 629 72! 63 890 [500] 901 53 [1000] 120271 334 553 610 704 960 130275 (10001 425 38 [500] 592 0.3.3 43 131107 56 805 431 65 897 132276 336 59 409 567 63 669 720 71 846 54 13306R 285 839 455 592 663 74 94 [3000] 1340-19 861 (500) 536 135257 516 766 867 993 136979 137018 184 293 803 1 38103 [3000] 22 1 30363 431 65 762 73 603 14O070 201 [500] 623 45 752 850 141133 77 259 •88 142357 531 682 736 £1000] 143(22 26 [3000] 35 895 [1000] 91 226 [500] 729 820 «3 144013 [500] 188 507 25 620 638 1 4 5 237 357 413 515 626 716 29 920 1 46131 92 360 529 81 650 51 866 68 971 147"71 217 26 41 [500] 673 827 063 148030 257 835 [500] 409 62 518 616 [500j 14 0 038 173 74 |1000] 347 409 632 723 69 11000) 813 150032 136 250 344 70 438 (10001 665 633 775 151214 599 637 47 756 88 1520.30 99 147 437 46 640 76 87 812 912 153011 13 83 [1000) 196 234 704 832 60 154031 93 106 222 51 63 539 702 [1000| 880 155216 (500) 66 359 71 527 659 92 793 967 l 1000] 106'33 437 77 578 65.3 718 801 157112 356 «2 425 893 158014 159 159115 25 281 370 93 436 85 812 72 [10001 1602(3 [500] 457 678 90 1 61 61 156 2i'3 37 -.3 491 652 62 787 874 907 162031 115 201 54 322 28 524 [500] 31 [1000] 61 612 23 720 98 846 [500] 87 1 6 3 293 468 87 562 631 47 787 925 164103 412 666 93 1650.7 GO 234 303 562 89 636 [500] 771 90 825 1 66' '7 [3060] 232 785 895 [500] 167117 80 232 [1000] 3M [500] 466 [500] 936 73 1 68115 204 356 60 417 87 575 1 6 0011 174 [1000] 247 396 104 43 735 975 170056 65 242 488 832 900 1 7 1018 150 450 [3000] 554 866 08 1 7 2 074 266 ( 3000] 531 !'6 635 706' 1 73225 47 76 341 591 698 834 64 927 78 174043 68 75 [500] 250 391 732 97 1750.18 173 [8000] 279 410 82 509 610 176109 314 48 451 577 709 991 177>46 [5"0] 524 892 995 1 7 8052 20.3 76 308 26 [10001 87 873 170047 156 99 [10000] 240 [5001 54 [5001 86 492 788 18 0024 455 550 684 1 8 1 005 37 154 69 206 809 570 644 182076 08 274 98 827 74 1P3125 5«7 621 891 968 71 184155 296 405 1 8 5 371 475 572 [1000] 771 926 18 6007 12 678 826 78 941 187123 581 617 732 188404 631 96 [3000] 921 [500] 180386 574 637 [1003] 735 842 19 0570 802 [1000] 32 86 1910*1 274 322 87 420 49 500 192233 86 366 71 N4 [3000] 605 46 716 906 193000 48 192 488 555 1 94012 34 110 407 [3000] 83 516 825 [1000] 1952 3 [1000] 421 [1000] 620 196068 85 97 [500] 135 271 81 397 959 1 97053 9i 139 [500] 893 19 8 311 65 636 48 706 32 835 917 22 1 09565 671 [lOOOl 20 0034 67 310 808 32 2 0 1 017 238 [1000] 356 (500) 408 [500] 911 20 2239 533 672 94 841 87 2 00029 110 234 67 76 [3000] 330 428 67 545 789 97 204-107 48 103 [500] 377 580 677 740 805 66 (3000] 93 909 2*35153 «5 2.32 90 319 50 640 2 0 6060 195 210 52 58 [3000] 492 573 649 84 [500] 733 [1000] 79 2 0 7 219 08 368 416 659 75 708 76 941 62 208047 79 [3000] 143 491 [500] 603 2 0 9 050 103 382 447 620 762 210193 96 [500] 383 [500] 434 505 622 [1000] 753 807 211064 194 370 736 812 925 90 [500] 2 1 2079 (5001 81 320 415 734 866 917 [1000] 79 213257 83 03 319 40 [1000 ] 507 88 610 32 858 912 15 2 1 4132 525 689 815 2 1 5277 833 525 60 [5001 96 773 U34 94 216'99 204 [3000] 71 92 304 0 414 79 [500] 527 845 2 1 7083 101 210 2 1 8162 78 83 280 459 2 1 0009 215 [10001 480 22 0278 360 505 703 48 [1000] 85 817 221001 19.) 319 26 92 716 59 892 971 22 2377 [500] 467 633 716 665 [1000] 22 3036 335 526 99 772 [500] 881 [3000] 224153 217 384 673 749 93 868 994 2 2 5 042 56 [5001 59 167 279 397 416 593 634 770 2 2 6054 119 65 75 488 [500] 668 701 2 2 7097 159 267 408 670 2 2 8070 [500] 658 (500] 85 779 831 910 [500] 220097 132 441 88 688 822 75 917 39 2 3 0219 421 651 783 007 2 3 1 049 113 256 357 593 694 893 938 2 3 2008 [500] 15 425 743 939 2 3 3021 [1000] 85 103 549 623 [3000] 792 234105 465 6v9 818 970 2 3 5029 113 16 240 84 337 [1000] 70 76 459 597 96 631 792 856 908 16 2 3 6018 [1000 ] 489 579 906 2 3 7172 265 399 474 [500] 99 597 (3000] 849 238201 [1000 ] 302 428 41 [3000] 82 544 49 757 [8000] 976 2 3 0090 87 101 [500] 257 406 959 24O077 159 262 [500] 71 547 78 633 [1000] 91 772 24 1 011 149 500 617 29 854 956 2 4 2092 356 060 82 723 79 243 24 59 61 77 230 327 [5000] 560 747 2 4 4320 43 468 776 24509.3 [500] 94 [1000] 247 429 65 75 556 81 607 743 970 2 4 6 068 168 [500] 223 98 506 902 2 47014 16 425 64 503 24 [1000] 624 42 78 880 2 48100 4 14 f lOOO] 269 (500) SO 422 [8000] 523 66 662 [1000] 709 801 240138 [100001 96 [500] 478 992 2 5 0237 80 351 08 779 2 5 1 009 319 93 [5001 97 873 2 5 2091 110 34 242 304 605 780 808 8R 253041 [500] 298 302 31 656 98 [1000] 759 804 938 2 5 4074 335 423 505 21 [3000] 27 685 793 834 [3000] 003 90 2 15056 155 66 337 529 661 869 2 5 6188 604 [3000 ] 41 836 70 094 257103 27 37 [3000] 834 41 635 848 975 2 5 8'20 35 207 443 [500] 665 67 961 250217 [1000] 400 52 53 512 748 825 2 6 0005 31 39 135 334 422 2 6 1 285 375 «31 835 2 6 2226 50 300 83 587 708 817 79 987 ( 3000 ) 2 6 3193 209 41 452 97 705 60 09 829 68 264014 242 383 612 27 710 2 6 5118 289 316 47 455 629 CO [500 ] 707 804 035 [500] 62 2 6 6043 126 318 417 45 61 701 2 67153 204 363 802 5 2 6 8022 269 395 551 712 828 2 6 0391 493 850 67 [1000] 989 270187 581 644 [lOOO] 83? [500] 47 927 271077 157 347 2 7 2031 160 204 [500] 316 CS [10001 94 535 (500) 637 721 854 70 [500 ] 82 273099 154 3!'g [3'TlO] 433 683 843 034 274005 [500] 209 47 806 53 2 7 5110 70 245 360 509 18 82 655 707 40 83 883 921 [1000] 276 >33 611 63 805 72 908 2 77114 47 269 895 2 78174 437 659 895 947 2 7 0 012 58 122 309 4<3 [ 3000] 767 829 902 280309 28 1 003 132 203 401 67 706 890 2 8 2 H0 [500] 638 760 825 2 8 3053 101 419 [1000] 35 532 619 746 806 902 Gl 284149 [30001 299 471 [50001 692 783 [5001 863 935 2 8 5047 77 110001 229 64 495 538 [1000] 602 13 28 13000] 2 8 6387 491 637 2 8 7303 411 (500 | 787 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie tu 300oqo M., 1 Gewinn ü 200 000, 1 ä 150 000. 2 5 100 060. 1 75 000, 2 ü 60 000. 2 ä 50 000, 8 ä 40 000, 11 ü 30 000, 11 5 15 000, 33 ä 10 600, 54 j 5000, 907 Ü. 8000, 1403 ä 1000, 2094 4 500, ‘ ~—* K 140/08. B12/,, Donnerstag, den 17. Dezbr. 1908, nachmittags 3 Uhr, werden aus hiciigem Ortsgericht die vor dem Warnen deS Iranz Wigandt und Ebesrau geb. Kundius stehenden Parzellen der Gemarkung Gienen: 1/223 = 280 qm Hosreite auf dem neuen Weg 1/232 = 234 qm Grabgarten das. 1,224 = 182 qm Hosreite das. öffentlich meistbietend verileigert. Gießen, den 11. November 1908. Gr. OnSgericht Gießen. Gros. K 146/08. B«/„ Donnerstag, den 17. Tezbr. 190 nachmittags 3 Uhr, werden aus hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Heinr. Bellos II. und Ehcsrau geb. Balser in Gießen stehenden Parzellen der Gemar- tunn Gießen: 5/19 —- 314 qm Hosreite am UNtersten Niegelpsad aus die Wiesen 5/20 = 241 qm Grabgarten das. öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 23. November 1908. Gr. Ortsgericht Gießen. _____ Gros.________ K 148/08. IB «/„ Donnerstag, den 17. Dezbr. 1908, nachmittags 3 Nbr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Warnen des Heinr. Distel stehenden Parzellen der Gemarkung Gießen: 5/154*/!,) = 204 qm Hosreite aus der Weißerde am Weg 5/155* 'lfi = 928 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 24- November 1908. Gr. OrtSgericht Gießen. G r o S.____________ K 118/08. [B Donnerstag, den 17. Dezbr. 1908, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen Richard Fertsch stehenden Immobilien der Gemarkung Gießen, welche zu dessen Konkursmasse gehören: 3/67®/io = 710 qm Hosreite am Gänsacker 3/676/io — 646qm Grabgarten das. 3/75,2 — 216 qm Grabgarten das. öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 23. 'Jtoücin6cr 1908. Gr. Ortsgericht Gießen. Gros. K 149/08. |B“/„ Donnerstag, den 17. Dezbr. 1908, nachmittags 3 Uhr, werden in unserem Amtszimmer die dem Aug. Gottlieb Kames gehörigen Parzellen: