Nr. SS» Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzemr ZamHlenblötter'' werden dem «Anzeiger* * viermal wöchentlich beigelegt, das „Rrekblatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:^^1!2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Zweites Blatt 158. Jahrgang Dienstag S». September 1908 Gietzener Anzeiger Eeneral-Mzeiger für Oberhessen Parteitag des freifinnigen Landesvereins. IL = 2Borm3, 27. Sept. Die öffentliche Versammlung tan Nachmittag war geradezu überfüllt. Den Vorsitz führte Justiz- rat Klein-Worms, der seiner Freude über den außerordentlich guten Besuch der Versammlung Ausdruck gab. Juftizrat Reh-Msfeld führte als erster Redner aus, daß der verflossene 33. Landtag herzlich wenig geleistet habe. Das Jagdgesetz scheiterte, die Verwaltungsreform und die Wahlrechtsreform kamen nicht zustande. Das Volk wolle das direkte Wahlrecht und wenn der Berichterstatter der 1. Kammer sage, das Volk habe keiner: Wunsch nach dem direkten Wahlrecht, so beweise dies nur, daß er nicht gewohnt, in und mit dem Volk zu Leben. Zum drittenmal habe sich die Volksvertreturig mit der Einführung des direkten Wahlrechts zu entscheiden gehabt, das letztemal sei die Vorlage riicht aus dem geheimnisvollen Dunkel des Ausschusses herausgekommen und als man endlich etwas von den Vorgänger: im Ausschuß gehört habe, sei man geradezu erstaunt gewesen über das, was man dem Volk zumute. Die Regierung sei uttt dem Einbringen der Vorlage vor den Ansprüchen der 1. Kammer zurückgewichen: während Staatsminis^r Rothe feierlich erklärt hate, niemals an den Vorrechten der 2. Kammer rütteln zu lassen, habe das jetzige Ministerium den Umfall den Wünschen der 1. Kammer entsprechend vorgeschlagen. Umgefallen seien außerdem die Nationalliberalen, das Zentrum und die Bauern- bündler, die den Initiativantrag der 21 Mitglieder der 1. Kammer iuxh vor einem Jahr bekämpften als unannehmbar und jetzt vor ihm kapituliert hätten. ^>er Redner stellte den Standpunkt des Dr. Osanns dar, den er vor 11'Monaten eingenommen hat — „keine Konzession an die 1. Kamme?. — und den, den er heute einnimmt — kbine Konzession an die 1. «wimmer ist mir groß genug, um das direkte Wahlrecht zu erhalte-^--Weiter erörterte er den Antrag Glässing, von dem eigentlich v:el zu viel Aufsehen gemacht werde, unb legte dessen verfassungsrechtliche Bedeutung dar. Was man setther bei der Budgetberatung der 1. Kammer gestattet habe, wolle der Antrag Glässing ihr als Recht cinräumen. Durch die im Antrag Glässing enthaltene Möglichkeit der Durchstimmung über das Budget ist das Budgetrecht dev 2. Kammer entschieden bedroht, denn es genügt eine kleine Minderheit der 2. Kammer, um zusammen mit der 1. Kammer den Mehrheitsbeschluß der Volksvertrettmg aufzuheben. Das Budgetrecht der 2. Kammer bedeute ein wichtiges Volksrecht, durch die sie gerqdezu Gesetze erzwingen könne. Auch die Nationalliberalen hätten in ihrem Wahlaufruf zugegeben, daß man mit der Nachgabe im Budgetrecht Volksrechte aufgebe. Sie halte es nur nicht für wichtige Volksrechte, wie es jeder andere wohl tun wird. Aehnlich ver- lz-alte^es sich mit der Abänderung der Versajsungsbestimmung über die Durchstimmung von Gesetzen, wo man die jetzt nur erforderliche einfache Mehrheit durch 2/3 oder Vs Mehrheit ersetzen wolle. Um ein gültiges Gesetz bei Durchstimmungen zu erhalten, brauche man dann außer sämtlichen Stimmen der 2. Kammer noch eine Anzahl Mitglieder der 1. Kammer. Die freisinnige Partei habe ihre Stellungnahme in der Wahlrechtsfrage nicht geändert, wie cs die Regierung und die Rechtsparteien getan hätten, sie werde auch fernerhin ihre Pflicht tun im Kämpf um die Volksrechte, getreu ihren: Grundsatz „Alles für das Volk durch das Volk". (Minutenlanger stürmischer Beifall.) Dann ergriff, von brausendem Jubel begrüßt, Pfarrer K 0 r e l l das Wort, um, wie er ausführte, über den in Hessen in Bildung begriffenen nationalliberal-klerikalen Block zu sprechen. Wie Tr. Glässing und die Wormser Zeitung, wolle er die volle und uneingeschränkte Wahrheit sagen. Ter Kampf der nächsten Zeit werde schwer werden und Opfer fordern und es gehe dabei um ul ehr als Mandate, cs gehe um die Rechte des Volkes. Ter Kamp, gegen den nationalliberal-klerikalen Block werde deshalb so schwer fein, weil der Nationalliberalismus sich auf die Agrarier stütze. Herr Dr. Osann behaupte zwar, er bekämpfe das extreme oberhessische Agrariertum, aber das genau so extreme Agrarier- :um in: Odenwald und in Rheinhessen, das als Untertitel sich nationalliberal nenne, hege und fördere er. Niemand könne sagen, ohne der Wahrheit Gewalt anzutun, daß die freisinnigen Landtagsabgeordneten nicht ebenso sehr für die Landwirtschaft ihre Pflicht getan hätten, wie die extremen Agrarier, und manchmal hätte sogar die Linke die Interessen des kleinen Landwirts gegen die Agrarier zu schützen (Fideikouimisgründungen usw.). Der klerikalnationalliberale Block, dessen Bestehen die nationalliberale Partei ableugne, bestehe bereits süv 6 Mandate offiziell und das Zentrum habe schon die Parole ausgegeben: Keine Stimmen für einen Nichtanhänger von Konzessionen an die 1. Kammer. Lediglich in Gießen und Alsfeld unterstützten bfe Nationalliberalen die Freismnrgen, aber in Alsfeld liegen Wmachungen von der Reichs- tagswahl vor und in Gießen handle es sich um Dr. Gutfleisch. Wie :rnmer gehe der Hauptkainpf um Darmstadt. Trotzdem die in Worms der Boden jetzt besser geworden ist, als zur Zett, wo er zum erstenmal hier gesprochen habe. Es seien über die Fragen, die die beiden Vorredner besprochen haben, von anderer Seite so viele Unrichtigkeiten und Unwahrheiten verbreitet worden, daß eine Richtig- stellung unbedingt erforderlich fei. Ter neue Mann, der sich in, bie hefiischen Verhältnisse habe wieder einarbeiten müssen, habe M) dazu an die allerungeeignetste Stelle gcivandt, die er hätte wählen können, nämlich an die Erste Kammer. Ein großer Tett der Mißstimmung und Unlust, die feit 1905 in Hessen herrsche, fei ich wesentlichen darauf zurückzuführen, daß durch eine planmäßige Opposition der Ersten Kammer jeder Fortschritt vereitelt worden sei. Staatsminister Tr. Ewald habe sich u. a. bei Herrn oon Heyl Rat erholt, was in der Wahlrechtsvvrlage zu geschehen habe. Die Vorlage sei dementsprechend so ausgefallen, daß alle, denen an der Erlangung deS direkten Wahlrechts wirklich etwas liege, lein Zutrauen zum Zustandekommen des Reformwerks ge- habt hätten. Der Ausschuß habe sich nur mit den Sachen beschäftigt, in denen die Zweite Stimmer der Ersten Kammer ent- gegenEommen sollte. Ein kleinliches Feilschen habe baruni begonnen, anstatt die Sache von großen Gesichtspunkten aus zu betrachten. Im letzten Augenblick habe man bann im Plenum eine Erklärung über die Llusschußverhandlungen geben wollen, die bann bei den Vorarbeiten für bie neue Wahlrechtsvorlage bie Grundlage bilden sollte. Dies zu vereiteln, sei der Zweck des Antrags der Linken gewesen, und diese Absicht sei auch gelungen. Das Volk lei aufgeklärt über das, um was es sich handle: um die Grundlage der Rechte der 2. Kammer. Bei der Unterstützung seiner Kandidatur in Gießen durch bie Nationalliberalen wollten diese wie ihm ein Parteifreund mitgeteilt habe, ihm gewisse Bedingungen auferlegen. Er erkläre, daß er sich keine Bedingungen vorschreiben lasse und sich zu nichts zwingen lassen werbe, aber er werde nichts tun, was er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Bei der jetzigen Art der Behandlung der Wahlrechtsftage habe man ganz außer acht gelassen, daß es auch noch andere Punkte in der Vorlage gebe, die bas Zustmürekommen des Gesetzes erschwerten, z. B. bei der Frage, unter welchen Bedingungen das Wahlrecht auszuüben sei und bei der durchaus gerechten Vermehrung der städtischen Mandate. Man werde der Ersten Kammer gegenüber nur dann Erfolge erzielen, wenn man zunächst einmal in der Zweiten Ktimmcr die Vorlage durchberate und feststelle, was man eigentlich wolle. Er fei überzeugt, daß gerade so, wie die Vermehrung der Städtevertretung viele Gegner in der Zweiten Stimmer habe, auch das direkte Wahlrecht, wenn die Sache ernstlich zum Klappen komme, zahlreiche Gegner finden werde, bereit Zahl er auf mindestens zehn schätze, darunter auch National- liberale. Tie Position der Wahlrechtsfreunde sei in der Zweiten Kammer schlechter geworden und wie viel man erreiche, werde von der Güte der jetzt zu wählenden Ktimmer abhängen. Auf einer Reise hierher habe ihm ein alter Demokrat eine Warnung mitgegeben, ein Wort Franz Zieglers, daß sich das Volk nichts von den Rechten nehmen lasse, bie cs einmal besitze. In diesem Sinne müsse man in den Wahlkampf gehen mit dem festen Willen, nichts von den Bolksrechten zu vergeben. Er stehe schon lange Zeit int öffentlichen Leben, und wenn er noch immer Mitarbeiten wolle, so geschehe es in der Erkenntnis, daß es auch einmal wieder bessere Zeiten gebe. Eine solche Zett scheine ihm jetzt gekommen zu sein, das Volk nehme wieder mehr Anteil an den öffentlichen Angelegenheiten uiib suche sich darüber zu belehren, das gebe die Gewähr, baß bie Sache zu einem guten Ende kommen werde. Sodann gab der Redner Antwort auf einige Fragen der Wormser Zeitung an ihn, wie die Frage der Getreidezölle, die Gemeindeteuervorlage (die letzte für den Mittelstand gute Vorlage sei am Wormser Widerstand gescheitert und die neue werde von der damaligen Vorlage nicht viel verschieden sein können), bie Wahlrechtsfrage usw. Die Frage, ob die hessischen Linksliberalen die Blockpolitik im Reiche gefährden wollten, fei im gegenwärtigen Augenblick, um es gelinbe zu sagen, geradezu eine Unver- rorenheit. Auch ein antisemitisches Wdchenblättchen in Gießen habe diese Woche allerlei Unwahrheiten über ihn verbreitet. Solche persönlichen Anfeindungen sollten dazu dienen, dem Einzelnen vom Kongreß der Internationalen Literaturgesell- s ch a s t geschrieben: Unter dem Protektorat des Großherzogs begannen heute in der „L i e d e r t a s e I" die Verhandlungen des Kongresses der Association literaire et artisique internationale. Die Reichsregierung ist vertreten durch * Ich meinerseits kam' gern befrackt, Doch nur zu den Gesellschaslsstücken, Um so den nötigen Kontakt Von Haus unb Bühne anszudrücken: Gesellschaft oben wie im Saal — Die Stimmung wächst pyramidal! Dann aber — logisch, wie ich bin — Verlang ich auch bei andern Werken, Daß ich der Dichtung tiefem Sinn Durch meine Kleidung darf verstärken. Denn, sicher, mancher Wirkung läge Der elegante Frack im Wege. Für „Julius Cäsar" würde ich Siir eine hübsche Toga pumpen; Auch fände meine Würbe ich Jrn „Nachtasyl" in echten Lumpen, Und aus der arg zerfetzten Tasche Lugt' wohlgefüllt die Fuselflasche. Das beste aber würd' es sein (Vorausgesetzt, daß man's gestatte!), Erschiene ich in Byrons „Rain" In einen: schmucken Feigenblatte. Und dadurch wär' mit einem Schlage Im Spiel gelöst die Kleidersrage. Aus Mainz wird uns unterm 26. d. M. Den Westenausschnitt gar des Hintermanns, Des Bormanns tadellose Bügelfalte, Tess' Hose frisch der Schneider erst geplättet, Wenn in dem Saintfauteuil man selbst sich räkelt In einer Jacke bloß! Wer wagt es noch, So zu verstoßen gegen jede Sitte? 9iur daß die Furcht vor etwas gar zu Neuem Sich lähmend legt auf uni’re Glieder, daß Wir's wagen nicht, großstädtisch auch zu werden. So macht die Diode Sklaven aus uns allen. — Bald zieren Rang und Logen im Theater Nur schwarzbefrackte alt' unb junge Herren, Mißmutig den „Outsider" scheel betrachtend! Hamlet redivivus. §raä oder Gesellschaftsanzug. Seit Wochen schon kämpfen die edlen Hamburger Bürger um die ihnen anscheinend ungeheuer wichtige Frage, ob man im Theater den Frackzwang einführen solle ober nicht und die Redaktion der „Hamb. Nachr." legt sich allen Ernstes tüchtig ins Zeug, um dem Frackzwang zum Siege zu verhelfen, indem sie u. a. darauf verweist, daß der Gehrock in England nicht mehr „vornehm" fei. Nun gibt es ganz zweifellos bedeutend wichtigere Theaterfragen als die Frackirage, wenn wir auch nicht behaupten wollen, daß die Kleidüng der Zuschauer gleichgültig sei und daß jeder Anzug ins Theater gehöre. Aber — ist denn das Theater in erster Linie ein Ausdruck des Gesellfchastslebens ober ist es eine Stätte des Kunstgenusses? Wenn die „H. N." behaupten, daß bie Würde eines Theaters den Frack erforderlich mache, da es doch eine gewisse Feierlichkeit bedinge, so tonnen wir uns im „weißen Röß'l", im „Husarensieber" und ähnlichem von einer „gewissen Feierlichkeit", selbst unter der Gefahr rückständig 511 erscheinen, keine rechte Vorstellung machen. Außerdem ist doch, ivoran die „d. 91." nicht zu denken scheinen, während der Aufführung der Zuschauer- raum verdunkelt, der Frack also unsichtbar — und die Zwischenakte sind an und für sich nur Zufälligkeiten, die nicht zur Hauptsache gemacht werden dürfen, wie eS bei den italienischen Theatern ja fast durchgängig der Fall ist. Auf diese unnötige, kokettenhafte Putzsucht hat ja schon Geheimerat von Goethe hingewiesen mit seinen satyrischen Versen: Sie geben sich und ihren Putz zum besten und spielen ohne Gage mit. Schließlich wird ja wohl auch das Piiblikum in dieser Frage allem einscheidend sein, das ja so wie so keine besondere Vorliebe für den yrad hat. Im folgenden seien nun zwei Antworten aus dem Leierkreis der „H. 91." mitgeteilt, die auf die vor einigen Tagen veranstaltete Umfrage entliefen: Frack ober nicht Frack, das ist hier die Frage: Ob's edler fei, die steifgestärkte Brust Dem Logennachbarn stolz zu zeigen, ober, Sich ivaffnend gegen jede Neuerung, Das feierliche Kleid zu meiden. — Umzieh':: — Oh, welche Plage ! — Doch zu wissen, daß Ter Frack uns erst zum Menschen stempelt I 's ist Ein Ziel, aufs innigste zu wünfchen. — Gehrock — Frack mit der weißen Binde! — Ja, da liegt's: Wie sieht der Alltagsanzug fchäbig aus, Wenn wir den Straßenslaub auch abgeichüttelt, — Das zwingt uns, mitzutun. Tas ist die Rücksicht, Die wir dem lieben Nächsten schuldig sind. Dem: wer ertrüg' wohl im Parkett den Anblick Des Nebenmannes schneeig weißer Binde, den Geheimen Oberregierungsrat O e g g, der die Grüße des Reichskanzlers überbrachte; für die hessische Regierung und den Großherzog sprach Staatsminister Ewald, außerdem noch Oberbürgermeister Dr. Goettelmann. Offiziell vertreten sind die Regierungen von Italien, Belgien, Frankreich und der Schweiz, sowie die Vereinigungen der Buchhändler, Musikverleger, dramatischer Autoren unb Komponisten aus Frankreich, Italien und der Schweiz. Der Verleger der Werke Richard Wagners, Geheimer Kommerzienrat Dr. Strecker, der Vorsitzende der „Liedertafel", sprach im Auftrage des Ortskomitees. Die Verhandlungen haben den Zweck, die im Oktober im Reichsjustizamt zur Vorlage kommende Neuordnung der Berner Konvention vorzubereiten, nämlich Verlängerung der Schutzfrist für Kun st werke auf 50 Jahre in Deutschland. Der Kongreß ernannte den Vertreter der französischen Regierung, B 0 quet, den Justizrat Fuld-Mainz und den Geh. Kommerzienrat Strecker zu stellvertretenden Präsidenten. — Zu dem Fest - K 0 n - zert traf der Großherzog, jubelnd begrüßt, um 7Uhr in der Liedertafel ein. Mit ihm waren erschienen die Minister Braun und Ewald, sowie die Herren des Gefolges. Der Großherzog begrüßte die Kongreßmitglieder auf das freundlichste, worauf das Publikum dem Großherzog ein dreifaches Hoch darbrachte und die Fürstenhymne stehend anhörte. Der erste Teil des Konzertes brachte Solovorträge hervorragende Künstler, der zweite Teil den „Herbst" aus den „Vier Jahreszeitei:" von Haydn mit Chor und Orchester. An das Festkonzert schloß sich ein Festmahl an, an dem auch der Großherzog und das Gefolge teilnahmen. — Die I a h r h u:: b e rst f e: e r des Museums zu Frankfurt a. M. Das größte unb vornehmste Institut bes Frankfurter M u f: 11 e b e n §, bas altberühmte ,M ufeu m", wirb so schreibt man uns aus Frankfurt a. M., mit Beginn biefes Winters fein 100 jähriges Jubiläum feiern können. Tas wirb eine glänzenbe Einleitung bes an bedeutungsvollen musikalischen Ereig- nifsen allem Anscheine nach sehr auSgiebigei: Winters werben. Die Konzerte der Mufeums-Gefellschaft sind als musikalische Veranstaltung ebenso wie als gesellschaftliches Ereignis „erstklassig". Gute Plätze für diese Konzerte sind überhaupt in: Einzelverkauf nicht zu haben. Gute Logen erben sich in ben Familien fort, unb es zählt zu, ben feltenften Ereignissen, daß einmal bas Abonnement einer „guten" Loge frei wirb. Die Konzertabenbe sind zugleich Revuen her vornehmen Gesellschaft, unb der Anblick des Logenkranzes mit der: Damen in elegantesten Abendtoiletten hat etwas unbedingt M Ruhigster Schlaf auf neuesten, absolut geräuschlosen [b10/9 patent - Matratzen von Westphal & Heinhold, Berlin. 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Rad; dem Urteil wurde der wiederholt vorbestraue Rieg: wegen Notzucht, begangen in Verbindung nut Blutfchande, > ine ivegeu unzüchtiger Handlungen, begangen an einem Rintvon 13 Zähren, loivie ivegen . 169.75 . 128.20 . 242,60 . 139.00 . 179.80 . 148.75 . 203.75 Schwurgericht. -tu. (Siegen, 28. September. . . 113.501 Börse, 29. September. Anfangskurse. Kreisstraßenverwaltung Gießen, Fürstliche Gutsverwaltung Lich, Gemeinde Liv' Kl ass c VIII. 1. Gemeinde Lich: 2. Fürstliche Obstbaumschul Lid: 3. Krcisstraßcuverwaltung Lich; 4. Wilh. Schnabel, Lirt>; Diplom: Obstbauvcrein Heuchelheim, Fürstliche Gutsverwaltung Lich, Hcinr. Zimmer, Lich. Klasse IX. 1. W. Loh, Nieder-Bessingcn: 2. Rüg. Albohn, Hattenrod und ^ak. Lenz, Allendorf o. d. Lahn; 3. Obstvauvcrcin Heuchelheim; Guls- pächtcr Mein, Hof-Albach und H. Serth, Ronnenroth; Diplom: I. G. Heuser, Steinberg, W. Metzger, Röthges, I. Fak. Heuser, Watzenborn, H. Uecker, Lich. K t a f | c X. (zeigte höchst mustergültige Sortimente. 1. Kreisstraßenvcrwaltung Gießen; 2. fürstliche Lbstöaumschule Lich: Bürgermeister Dörmer, Lrch und G. Haas, Rieder-Bessingen; 3. I. Hak. Heuser, Watzenoorn; ; Diplom: Heuchelheim, Weltstädtisches. Die Haiiplsache aber ist, daß die künstlerische Qualität der Konzerte, ihr Programm, ihr Orchester, ihre Solifleii stets den allerstrengsten 'Maßstab vertragen, und daß fid) in den letzten Jahren eine durchaus in gutem Sinne fortschrittliche Tendenz in der Zusammensetzung der Programme zeigt. Tre drei letzten Dirigenten — Gustav F. Kogel, Slgni. v. Hausegger und Willem Mengelberg — haben die Türen des Museums der Produktion unserer Zeit rncit geöffnet. Heroorgegangen ist das Ä!u° jeuni aus einer Gründung von viel breiterer Basis, aber die gleichzeitige Pflege der Wtssensd)aft, der Did)limg und der bildenden Künste neben der Musik, die wir in den ersten Jahrzehnten als Programme der Gesellschaft finden, hat num Stück 'ür Stück allmählich ailsgegeben und fid) mehr und mehr der Musik ausschließlich gewidmet. 'Mit der Uebersiedliing der Konzerte, die fid) lange Jahre nut der Wahl eines würdigen Platzes abgequält hatten, m den 1861 neuerrichleten Saalbau nahmen die Veranstaltungeii des Aluseums einen großartigen Ausschivung. Jetzt ist längst and) der große Saal des Saalbaus, der durch Namen wie Brahins iind Klara Sd)umaun seine Weihe empfangen hat, zii klein geworden, und die Frage eines eigenen Orchesters — statt des Theaterorchesters — ist brennend. Die (Sntroidlnng geht noch immer unaufhaltsam aufwärts, lieber die Feier selbst werden wir seiner Zeit berichten. Sie wird das ganze musikalische und gesellschaftliche Frankfurt aus den Beinen sehen. — Kleine Chroni l au s K n n st u n b Wissen sch a f t. In Wiesbaden wird eine den von Fastenrath begründeten Kölner Bliimenspielen ähnliche Veranstalumg geplant, die als Rh ein spiele ziir Oleubelebmig der Rheinromautik beitragen sollen. — Frank Wedekinds Sittengemälde „Musik" halte im M ü n d) euer Schauspielhause einen Erfolg, dem sid) aiii Sd)luß lebhafter Widersprud) cmgegcnsetzte. Das Stück, in vier Bilder geteilt, ist ein dramatisierter Kotporlageroman mit einer gequälten Tendenz gegen den Paragraphen 218 des Stra gefet;- bud)e§ und zeigt nur wenige Spuren des sonst so amüsanten Wedekindschen Eiprits. — Zwei neue Dramen von Frank Wedekind „Tie Zensur" und „Oaha" sind soeben erschienen. In dem einen wagt sich, wie der Waschzettel des Verlags besagt, Wedekind an die kühne Rufgabe, die Institution der Theaterzenpir leibhaftig unf die Bühne zu bringen, das andere ist ein Schlüsseldrama und behandelt interne 'Angelegenheiten des „Simpli- zissimus". den politischen Kämpf zu verekeln Er werde ihn sich dadurch : aber nicht verekeln lassen. Es gehe ein frischer Zug durch das , Dffenllid?c Leben in Worms, wie im öffentlichen Leben. Er,könne : nur wünschen, daß es so weiter gehen möge und verspreche, seine - seits nach besten Kräften zum Fortschritt beitragen zu wollen. ^^eickMagsabn Fischbeck versicherte die hessischen Fr^- iinnigen der besten Wünsche der freisinnigen Partei Linds. Es habe sich diesmal bei den Beratungen bauvtsachlich um Landesfragen gehandelt, aber die hessischen Fortschritte feien Fortschritte ganz Deutschlands unb trügeu zur sreiheitlichen Entwickelung ganz Deutschlands bei. Die Fortschritte dcr "uzelnen Bundesstaaten würden die Stellung der Freisinnigen Preußen^ im Wahlrechtskampf stärken und jede liberale Bo ksvertretung im einzelnen Bundesstaat werde auch auf dem Gebiet der Politik günstig wirken. Die Blockpolitik sei eine ehrliche probe darauf, ob man mit dieser Richtung Erfolge erzielen könne. Ser Liberalismus beruhe auf dem Recht der Persönlichkeit, er sei des- halb Gegner der Sozialdemokratie, nicht der deutschen Arbeiter. Gerade, wenn man die Endziele der Sozialdemokratie für unrichtig halte, müsse man dem Arbeiter gerecht werden. Man müsse vor allem, die vollständige Gleichberechtigung der Arbeiter verlangen, das sei eine gesunde Sozialpolitik, gesünder als die, das wolle er gerade in Worms aussprechen, die in $)anb Zuckerbrot und in der anderen Hand die Peitsche ha.be. Bon diesem Gesichtspunkt aus werde man auch an der Reichsflnanzreform Mitarbeiten und keiner Steuerreform zustimmen, die die Lasten vorwiegeiid auf die arbeitenden Bevölkerungstelle walze. -Lie linksliberale Fraktionsgemeinschaft werde sich der Aufgaoe, an der Gesundung der Reichsfinanzen mitzuarbeiten, nicht entgehen, aber dabei ihren Grundsätzen Rechnung tragen. Wenn diese Grundsätze bei der Reform nicht berücksichtigt wurden, werde man sich auf den Block der linksliberalen Parteien zuruckziehen und in ihm die Ideale der Demokratie, Gleichberechtigung aller Staatsbürger und Gewissensfreiheit, unterstützen. In diesem Sinne solle auch in Hessen der Kampf geführt werden. (Lebhafter ^Generalsekretär Wein Haus en sprach den hessischen Linksliberalen die Sympathie der freisinnigen Bereinigung zu dem bevorstehenden schweren Wahlkampf aus und versicherte sie der tätigen Mithilfe in dem Kampf gegen Ritter (die in Hessen sich ein liberales Mäntelchen umhingen) und Heilige. Es sei der innere Wunfch der Freisinnigen des Reiches, daß das geftern in der -Bvrveriainm- lung gesungene Wort zur Wahrheit werde, „Hessen in Deutsch- land voran!" (Bravorufe.) ■ ... . Professor Hummel überbrachte die Gruße der deutfchen Vollspartei, wies auf die stets drohende iierifale Gefahr hin unb wünschte die Eriepung der unlonstitutionellen Einflüsse durch den konstitutionellen Parlamentarismus. (Lebh. Beifall.) Justizrat Klein sprach bann das Schlußwort und schloß die fÄrsaminlnng mit einem Hoch auf den geeinigten Linksliberalis- mus. _________________________ SezittMSerbau- und Gbstausstellung. lp Lich, 28. Sept. Eine neue Art von landwirtschaftlicher Ausstellung sand gestern | zum erstenmale in unserem Kreise statt, der Oberhesiische Obstbau- Verein und der LandwirtschaftSkammer-Ausschuß für Oberheifen veranstalteten gemeinsam in Steins Garten eine Bezirks-Ackerbau- unb Obst-Ausstellung für die Bezirke Lich, Hungen und Oberhor- gern. Es fei gleich vorausgeschickt, daß die Ausstellung fehr gut beschickt war und daß das Komitee trotz des beschrankten Ausstellungsraumes es verstanden hatte, die zahlreichen Erzeugniste der Landwirtschaft und des Obstbaus in gedrängter und doch geschmackvoller, übersichtlicher Weise zu arrangieren. Samstag nachmittag 3 Uhr fand im Beisein des Protektors der.Ausstellung, des a • it e n .start zu So 1 ms - Lich, die Eröffnungsfeier ftatt. । umam, : -- ~ ~ Ter Vorsitzende des Landwirtschastslammerausschusses für Ober- eines Versuches zu bieier strafbar & -at zu v i e r J a ) " " " n d Hessen OLandtagsabg. Ko r eil, begrüßte die Anwesenden, bo brei Monaten Z u ch t h a u -und Verlust der bürgerlichen sprach die neue Organisation der Landwirtschaft und das. Zu- Ehrenrechte aut die Dauer von 10 fanimeniüirfcn zwischen Kammer und Obstoauverein und sprach der ©träte wurde L DenÄchivorenein eine Freude über die reichhaltige Ausstellung, aus. Ter Vertreter gemeiner sonn ch u fittl ckbetätig habe. Den ^schw^ ei des Obstbauvereins, Dr. Hoffmann-Friedberg, fprach über bie über die ^tuenneue" bie Ziele bes Obstbaus. Geheimerat Dr. Br e ider t dankte dem gehörten u. a. die drei Gießener Profeßoren, derJurstl Diuterineyer, Fürsten für die llebemahme des Protektorats und für fern Er- f der Bolancker Haufen und eei Ideologe öiomme au. scheinen zur Eröffnung. Der Fürst eröffnete daraus bie Aus- ' ' “ ftcllung, sprach seine Freude über das gute Gelingen der Aus- stellung und den Wunsch aus, daß auch die heutige Ausstellung Graudenz, 28. Sept. Tas Kriegsgericht verurteilte zur Förderung der Landwirtschaft und des Obstbaus beitragen möge. I , dreitägiger Verhandlung den Sergeanten Zühlke vom Dann erfolgte der Rundgang durch die Ausstellung^ ^er -oefua) 129, Etisiantene-Regiment in Graudenz wegen Mi'tz Handlung am Samstag war den Umständen nach gut, am Sonntag nach-1 uni) Beleidigung Untergebener zu einem Jahre mittag dagegen war ec so stark, daß m den Gängen der Aus- $ e j ä n g»i § unb Degradation. Die Mißhandlungen sind m über stellung ein großes Gedränge herrschte. Auch hierbei ertotefen 50ü H^stn an 153 Semen in den letzten drei Jahren erfolgt. Wegen ,ich die Räume wieder als zu klein. Allseitige Bewunderung er- ^„terdrückung einer ihnen gegen Zühlke zugegangenen Meldung regten die herrlichen Früchte, bas schöne Obft, die mächtigen Hack- ^bielten em Feldwebel 6 Wochen und ein Vizeseldwebel 4 Wochen srüchte, sowie die einzelnen Sortimente oerscksiebener Aussteller, -Elmden Arrest. darunter auch die der fürstlichen Gutsverwaltung zu Lich. Sehr 2—— ... ' Sport und ipieJ. — Die vierzehme Partie im S ch a ch we11ka m p f endete nach 15stündiger Gejamtdauer im 120. Zuge mit Remis, -ter Stand ist fetzt: Laster 7 Tarrasch 3, remis 4. trieben. Am Samstag den 26. d. M. besuchte der Prinz, wie die Berliner Univcrsal-Korrespondenz hört, das Hohen- zotternhaus, um dort die neuen Möbel und sonstigen Einrichtungsgegenstände, die für sein Palais Liegnitz in Potsdam bestimmt sind, in Augenschein zu nehmen. Prinz August Wilhelm wählt jedes einzelne Stück selbst und zeigt auch für jede Kleinigkeit, die zu seiner Ausstattung gehört, großes Interesse. Was die Art dcr Einrichtung betrifft, so soll das Interieur in historischem Stil gehalten sein. Der Flügel der Villa Liegnitz, der für das junge Paar ____, .......,. v. _ . reserviert ist, wurde einer eingehenden Renovierung unter-1 Gemeinde Watzenborn und Gemeinde Lich; . . , ' sic icüt beendet ist. Prinz August Wilhelm wird Fürstliche Gutsverwaltung Lich, Ehr. Schmidt, Lich, G. .Fstcher, Emkäuscn u/d Besorgungcn, die stch auf die Einrichtung seiner künftigen Wohnung beziehen, von ALuschenheim. Klasse XII. 1. Fürstliche Gutsverwai- hcr Kaiserin mit mütterlichster Sorgfalt unterstützt. tung Lich; 2. Herrn. Becker Wtw., Lich. Klasse XIII. Frau Güterrüac zur Beförderung von Geist- Oberverwalter Büchsenschütz, Lich; Elisabeth ^amm, Lich. lich-n. Wie die Berliner Universal-Korrespondenz erfährt, Ju^Lich.$0“*6C‘l hat die Eisenbahnverwaltung eine neue Verfügung ge- o^ach der Preisoerteiiung referierte Oekonomierat Weitzel- trofsen loonack) den Geistlichen ermöglicht werden soll, Lich über bie Ackerbau-Ausstellung, deren schönen Leistungen er aeaen Lösung einer Karte 3. Klasse Güterzüge zu be- hervorhob. Bezüglich des Kartoftelbaues wumchte er eine Ber- nutzen, wenn die Beförderung mit denselben bet eiligen minDbftbaut^)niterl ^i^i e fr erftatlete $60^1 über bie Dbft- Krankenbesuchen rascher zum Ziele führen. Diese Bc- au§|"teliung. Tie Früchte seien wunderschön. Tie Verpackung laßt aünftiauna gilt auch für die sie begleitenden Küster. Die zu wünschen übrig. In Zukunft sollen durch die Landwirtichasts- Eifenbahndireltioneu sind nug-wiesrn worden d^ Wnn- — MM, scheu seitens der Gegtlichen bezüglich einer derartigen Be- sid) um die wohlqelungene Slusstellung verdienl gemacht haben, förderung stets stattzugeben, wenn keine Gefahr sur die Dann ergreift Prostssor Dr. G i s e v i n s - G i e ß e n das Wort zu Petenten baniit verbunden ist. bem höchst lehrreichen Vortrag: „u»!r°>ng-!ahr und Unkraul. ---------- » 1 ---------— । uertilgung . Ter Voniag erniete lebhanen Benall. Schnabel, Lick); Tiplom : Karl Rau, Lick) unb Heinr. Zimmer VIII., Lich. St'laf Je V. 1. Gemeinde Lich; 2. Kreisstraßenverwaltung Gießen unb Heinr. Zimmer VIII., Lich; 3. Jakob Lenz, Allen- borf a. d. Lahn; Herrn. Phil. SckMiot, Lich unb Wilh. Kraus, Lich. Diplom: Obstoauverein Heuchelheim, Fürstliche Obstbaii- schule Lich, Herrn. Becker, Lich unb Fürstliche Gutsverwaltung Lich. Klasse Vl. 1. Pfarrer Köhler, Muschenheim: 2. Fürstliche Baumschule Lich und 03. Ehr. Fischer, Lich; 3. Wilh. Schnabel, Lich; Obstbauverein Heuchelheim: Wilh. Diehl, Ettmgshausen; PH. Schaum,Großen-Linben; Tiplom: Ang. Albohii, Hattenrod, Kreisstraßenverwaltung Gießen, Fürstliche Gutsverwaltung Lich, Anrgermeistee Lörm.-r, Lim. Gemeinde Lich, Heinr. Zimmer VIII., Lich. K lasse VII. I. Ang. Albohn, Hattenrod; 2. Heinr. Zimmer, reich; ■'>. Fürstliche Baumschule Lich unb Heinr. Steuernagel, Großen - Linden; Diplom: Obstbauvevein Heuchelheim, Deutsches Reich. Das spanische Königspaar ist gestern vormittag in München" zum Besuche des 5ooses eingetroffen. P r i n z B e r n h a r d z u r L i p p e erläßt in der „Lippe- schen Landeszeitung" folgende Erklärung: „Ich habe meinen Wschied aus dem militärischen Dienst lediglich aus 'rein privaten persönlichen Gründen erbeten, da ich beabsichtige, mich mit landwirtschaftlichen und kolonialen Sckudien zu befassen. Es ist mir im höchsten Grade peinlich, daß aus meinem .Entschluß derartige dienstliche, unrichtige und meine Loyalität in Frage stellende Kombinationen gezogen werden konnten, zu denen irgendwelcher Grund in keiner Weise vorlag." Diese Erklärung wird ja nun wohl die vielen Erörterungen über das Verhältnis ' des Kaisers zum Detmolder 5)ose zum Schweigen bringen, aber sie hat etwas reichlich lange aus sich warten lassen. D i e I n s e r a t e n st e u e r s o 11 d o ch k o m m e n! Wie der „Lokal-Anz." zuverlässig erfährt, hat der Reichsschatz-, sekretär v. Sydow keineswegs aus die geplante Retlame- und Jnseratensteuer verzichtet. Diese befindet sich vielmehr unter den dem Bundesrat unterbreiteten Steuervorlagen. D i e n e u e f ä ch s i s ch e W a h l r e ch t s v o r l a g e teilt Sachsen in 96 — statt bisher in 32 — Wahlkreise ein. ' Ueber die neue Wein st euer macht die „Deutsche Weinzeitung" folgende interefsante Angaben: Betroffen werden sämtliche aus Flaschen gefüllte Weine im Inland und alle Flaschenweines die nach Deutschland eingesührt werden. Zölle und einzelstaatliche Steuern werden nicht abgerechnet. Flaschenweine bis zu 1 Mk. zahlen eine Grundsteuer von 10 Pfg. lieber 1 Mk. treten folgende Zuschläge ein: bis 3 Mk. — 20 Pfg., bis 6 Mk. — 50 Pfg., bis 10 Mk. — 1 Mk., bis 20 Mk. — 2 Mk. unb über 20 Mk. 3 Mk. Die Schaumweinsteuer wird auf 1 Mk. erhöht. Halbe Flaschen' zahlen die Hälste der Steuer. Nur der Lxport bleibt steuerfrei. Die Vorbereitungen zur Hochzeit des Prinzen A u g u st Wilhelm. Die Vorbereitungen zur Hochzeit des Prinzen August Wilhelm werden emsig be- 84.00 92.35 83.95 90.60 90.10 98 20 99.00 93 40 schöne Leistungen zeigte auch eine Gruppenausstellung seitens der Landwirtschaft!. Schule zu Lich. Sonntag nachmittag 4 Uhr erfolgte durch Landtagsabg. Kore l l die Pr eis v er t e11 u n g. Es gelangten außerordentlich zahlreiche Preise zur Berreckung, darunter auch Ehrenpreise von der Landwirifchuftskammer, dem _____________ Obstoauverein, dem Bezirksverein Gießen, der Stadt Lich, dem 2£ird)lid)C Hacbricbttn* 20 Mk.; Ehrendiplom Landwirtschaftlicye Winter schule Lich (außer eeemamiS - Paftor^ i n 0 e aiu -'ve p Konkurrenz). Klasse II. Winterweizen. 1. I. G. Alles- Ober- \ ±ninon . Hörgern; 2. I. K. Rompf-Lang-Göns; 3^ Jak. Reuschling-Stcin- . bad). Klasse III. Winterroggen. 1. I. K. Roinps-Lang-Gons; feSeioniach® kursoericnu 2. I. G. Alles-Oberhörgern. Klasse IV. Gerste. Fürstliche tiiesseuer Anzeigers, mitgeteilt vou der Bank für Handel Gutsverwaltung Lich; 2. F. G. Alles-Oberhörgern. Klasse V. und Industrie. (Hessen. Hafer. 1. PH. Keßler-Lang-GönS; 2. Hch. Gilbert-Heuchelheiin; 3. Fürstliche Gutsverwaltung Lich; Diplom: Joh. G. Alles-Ober-1 Hörgern, K. G. Jung-Leihgestern. Klasse Vl. Hülsenfrüchte. " 1. Fürstliche Gutsverwaltung Lich. Klasse VII. Fruchikar-1 toffelu. 1. W. Fenchei-Oberhorgern; 2. G. L. Schäfer-Lich; 3. W. Alles-Oberhörgern: Tiplom: Fürstliche Gutsverwaltung Lich und Jak. Serth-Steinvach. Klasse VIII. Speisekartoffeln späterer . . und mittlerer Reifezeit. W. Attes-Ooerhörgern Ehrenpreis des öesterr Goldrente. Landwirtsch. Bezirksvereins Gießen 10 Mk., la Preis Jak. Jhnng- % Uesterr. Öilberrente Lich; 1b Preis W. Fenchel-Oberhörgern; 2. Preis L. Konr. Luh- 4 ar Goldrente . . Lang-Göns; 3. Pr. I, G. Alles-Oberhörgern; Diplom: Jakov 4% ltalien. Rente . . . Reufchling-Steinbach unb Jak. Serth-Steinbach. K lasse IX. 3», Portugiesen Serie I . Sammlung verschiedener Kartoffelsorten. Ehrenpreis der Stadt \.i% Portugiesen „ III Lich PH. Keßler-Lang-Göns: 1. Pr. W. Fenchel-Oberhörgern; ^gz-Ltaatsanl. 1905 2. Jak. T>ietz-Lich und I. G. Alles-Oberhörgern; 3. I. Ä'onr. 4^u; aiL Staatsanleihe Rompf-Lang-Göns; Diplom: PH. Zimmermann-Lich, Jak. Jhring- 40/ Conv Türken von 1903 Lich, Ehr. Dietz I.-Lich. Klasse X. Futterrüben. 1. 3. (^. Tarkenlose......145.70 Alles-Overhörgern; 2. Jak. Dietz-Lich: Diplom: Hch. Groß-Lich. \±0/ Griech. Monopol-Aul.. 51.40 Klasse XI. Andere Rüben. 1. Fürftl. Gutsverwaltung-Lich; äussere Argentiiüer . 86.95 Diplom: Ehr. Dietz I.-Lich. Klasse XII. Richt beschickt. Mexikaner . . . 65.00 Klasse XIII. Grünfuttergewächse. K. Zimmer-Lich. Klasse Chinesen .... 97.80 XIV. Wintergerste unb andere Erzeugnisse. Diplom: Ehr. Alles- 0 Lich. Klasse XV. Richt beschielt. Klasse XVI. Sammlung von Gemüsesorten. G. L. Schäser-Lich Ehrenpreis, gestiftet tom ^c'ium uns . . . Kreis Gießen 20 Mk.; Fürstliche Gutsverwaltung Ehrenpreis ' lv I | > V* i 1 11A B* B. Obstbau. Beste Gesamtleistungen von Ausgabe 1—12. Oekonomierat Hofmann-Hof-Gill 1. Ehrenpreis vom Canada E. B. . Fürsten Karl von Lich; Fürstliche Obstbauschule 2. Ehrenpreis, Darmstädter Bank . gestiftet vom Obstbauverein Lich; 3. Ehrenpreis,H. Zimmer-Lich, I Deutsche Bank . . gestiftet von der Stadt Lich. K lasse I. 1. Preis Obstbauverein Dortmunder-Union C. veuchelheim; 2. Furstl. Obstba.ischule Lich; 3. W. Schnabel-Lich; I Dresdner Bank . . Diplom: Joh. Jak. Heuser-Watzenborn unb H. Zimmer VIII.-1 Tendenz: uneinheitlich. Lich. Klasse 11. Will). Metzger-Röthges; 2. K. Zimmer-Lich; 3. Will). Kraus-Lich unb Hch. Zimmer-Lich; Tiplom: Obstbauverein Heuchelheim; Aug. Albohn-Hattenrod, Fürstlia,e Obstbau- ichule Lich, Joh. Jak. Heuser-Watzenborn. Klasse III. 1. Gg. Haas-Nieoer-Bessingen; 2. Ph. Schaum-Großen-Linben und Fürstliche Obstbauswule Lich; 3. Bürgermeister Törmer-Lich; Ehr. Schmidt-Lich, W. Weber, Apotheker, Lich, Hch. Zimmer VIII.-Lich unb W. Diehl-Ettingshausen; Tiplom: Psarrer Köhler-Muschen- beim, Obstbauverein 5)euchelheim, Hch. Becker Wtw.-Lich. LdL Lit. Mecum. M. N. 0. P. Lit. L. „ M. „ N. „ 0. „ P. Bekanntmachung. Bei der am 24. d. M. vorgenommenen Verlosung der am 1 Januar 1909 zurückzuzahlendcn Schuldverichrcrbungcn der Stadt AUessen sind gezogen worden: a) vom 1893er Anleben. 8, 81. 125, 173, 210, 272 über 2000 M. 11, 40, 69, 121, 130, 245, 305, 400 über 1000 M. 7, 13, 35, 112. 143, 200, 202, 245, 276, 322, 405, 500, 586, 066, 748, 767 über 500 M- mx 34, 90, 200, 227, 230, 257 über 200 M. 54, 64, 112, 196, 203, 228, 331, 375 über 100 M. b) vom 1894er Anlebcu. 307, 361 über 2000 M- 423, 444 über 1000 M. 819, 820, 887, 894, 939, 9d9 über 500 M. 333, 352, 374 über 200 M. 444, 452, 462, 572 über 100 M. c) vom 1895er Anlehen. 411 über 2000 M. M. 523 über 1000 M. N. 1159 über 500 M. 0. 464 über 200 M. _ „ P. 614, 627, 642 über 400 M. Die Berzinsung härt mit Ende Dezember 1908 auf. Die Einlösung kann bei der Sladtkasse (Stehen und bei der Mitteldeutschen skreditbant in Frankfurt a. M. und Giehen erfolgen. Bon den in vorhergehenden wahren ausgelosten Schuldverschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden Lit P. 182 und 346 über 100 M. (Bto/e Giehen, den 28. September 1908. Grohherzogliche Bürgermeisterei Gießest. BekauuLmachung. Auf Grund des Artikel 23 des Volksschulgesetzes und der Bestimmung Grobherzoglichen Ministeriums.des Innern, Abteilung für Schulangelegenhellen, vom 26. November 1901 bringen wir zur allgemeinen Kenntnis, dah die Fortbildungsschule Montag den 5. Oktober ds. 3d. im Stadtknabcuschulhauö an der Nordanlagc beginnt und von genanntem Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wii^ -2^^^ derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen worden sind, sowie die Schüler der Gymnasien, Realgymnanen, Oberrealschulen, Realschulen und höheren Bürgerschulen, welche nach Ablauf des achten Schuljahres auötreten, ohne mindeflens em Jahr- lang der Obertertia angehört zu haben. Es haben sich einzusinden: Montag deu 5. Oktober, nachmittags 2 Uhr alle schulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die kauimanmsche Fachschule besuchen,-Schreiber, Schriftsetzer, Buchbinder, Geometer, Photographen, Graveure, Litographen, Mechaniker, Maler, Lackierer, Friseure, Auslauser, Hausburschen, Gärtner. Montag den 5. Oktober, nachmittags .> Uhr alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, Vmnncr leiste, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Wechbmder, Eisendreher, Installateure, Instrumentenmacher, Schmiede, Techniker. Dienstag den G. Oktober, nachmittags o Uhr alle schulpflichtigen Bäcker, Schneider, Schuhmacher, Sattler, Tapezierer, Wagner, Kellner, Köche, Metzger. . Mittwoch den 7. Oktober, nachmittags 4 Uhr alle schulpflichtigen Tagelöhner, ferner dieienigen Schuler der Nach bargemeinden, die abends in ihren Heimaisort zurückkehren, aber rum Besuche der. hiesigen Fortbildungsschule angemeldet worden sind, sowie alle übrigen Schulpflichtigen. Unter Hinweis aus Artikel 2d des Volksschulgesetzes, wonach Lehrherren, Dienstherren und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuche der Fortbildungsschule nötige Zeit bet Meidung polizeilicher Strafen einzuräumen haben, ersuchen nur die Genannten, sowie die beteiligten Eltern, Vormünder usw., den Schulpflichtigen von vorstehender Bekanntmachung rechtzeitig Kenntnis zu geben und sic zum regelmässigen Besuche der Schule an- 5ubaKcn.^t_ Fernbleiben wird vom ersten Schultage au unnach'iclttlich bestraft. (B*% Gießen, den 26. September 1908. Der Schulvorstand. Me cism. BetMEN"rchnng. Wer für den kommenden Winter Flü)reudeckreiser aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünscht, wolle dies alsbald auf der Bürgermeisterei — Zimmer 15 — anzeigen. Der Preis beträgt 20 Pfg. für die Welle und nt bet der Anmeldung zu entrichten. Die Lieferung erfolgt frei vor das Haus. Die Meldelisten werden am 15. Oktober geschlossen. Hiernach noch eingehende Bestellungen können nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 11. September 1908. Bw/o Großherzogliche Bürgermeisteret Gießen. I. V.: Keller. Bto/e frist 4 Wochen. Gienen, den 29. September 1908. Städtisches Hochbauamt. Arbeitsvergebuug. Die zur Erneuerung zweier Kamine im Hauptgebäude des Hauses Wetzsteingasse 43 Eigen Maurer-, Zimmer, »chremer und Weiirbinderarbeiten sollen Samstag den 3. Oktober d. I., voruntt. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeichreibung und Bedingungen liegen bet uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daielbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlags- I. V.: Altvater. 1. Futterliefevung für die chirurgische Veterinärklinik in Gießen. Für die Zeit vom 1. November 1908 bis zum 31. Oktober 1909 soll die Lieferung von Heu, Stroh (Maschincn- unb Hcmddrusch), Hafer, Weizenschalen, Futtermehl und Hundekuchen für die chirurgische Veterinärklimk vergeben werden. A. Verkauf von Dünger. Der in der Zeit vom 1. November 1908 bis zum ZI. Oktober 1909 gewonnene Dünger soll nach dem Gewichte, so wie er sich in der Grube findet, an den Meistbietenden verkauft werden. Reflektanten werden ersucht, ihre Angebote an die Direktion bis zum 10. Oktober d. Fs. einzureichen. w Die Bedingungen sind in der chirurgischen Vetermar- klinik, Frankfurter Straße 94, einzusehen. Gießen, den 28. September 1908. , . v"/» Die Direktion der chirurgischen Beterinärtlinik. ZkPrivat-Lehr-Instituts für WiüzeichM nirä Kleldermacheii. Der Unterricht in den Bor- u. Nachmittagskursen beginnt wieder ab 5. Oktober. — Anmeldungen u. AuSkunst täglich. üäarse Ssck, flffiö. geb. Lehrerin. Schanzenstrasse 22, Ecke Westanlage. ....... A-- MAGGI - .. Wer sie einmal ver- Ü i1*70, sucht, wird sie immer ulU!£,V. verwenden. Bestens empfohlen von Wilhelm Haas, Bleichstr. 18. Auswärtige Damen ganze oder halbe Pension. 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I., nachmitt. 4 Uhr, sollen in der Gemeinde Trohe nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: Maurerarbeiten veranschlagt zu 217.47 Mk. Pflasterarbeiten , „ 400. „ Materiallieferung (Zementröhren und Einfallröste) veranschlagt zu 244.40 „ Gießen, den 29. September 1908. 5783 Senßfelder, Kreisstraßenmeister. 3 goldene Medaillen. In allen Installationsgeschäften erhältlich! Auergesellschaft, Berlin 0.17. vollkommenstes der Gegenwart ca. 50% Gasersparnis Southampton Cherbourg über Paris London D21/?] towle nach BALTIMORE Galveston - Cuba - La Plata 1 Brasilien - Ostasien I ----- Australien = Genua — New York 1 Mittelmeer • Algier - Ägypten Mittelmeer- Levante - Dienst nach Slcillen, Griechenland Constantlnopel, Schwarzes Meor. -* König!, Rumänische SchneHpostdampfcr - Linie von Constantza Ubor Constantlnopel und Smyrna nach Alexandrien in Verbindung m. d. Linien des MeMo IW, Bremen. Kostenfreie Auskunft erteilt; Agenturen in Giessen: Carl Loos. 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