einGiesseo flainzlar- M, 10 Pak. 23 eutel 10 M. 27 Pak io |oaen * 91 , 1968 6tM ** ngenbecflem«* Angebots wM §» ,ÄM> dS. ÄS., abeck atmitabtet vW . « Satz'S Ai^' 4 d bitten um r Ter Vorstand, wiT &m. 28,798» I , 43,81 , I r 71,05 , trennt nach »o^ubnuffien ” X, nach"tt"^ ,d bet =1* ’ riet Sri«*» rönnen °°I «* auf sbäftes ügev, Schuhe,1 , »fLr iden ie Gelegenheit, >g 77, or-Werke egeiei : liessen, Erstes Blatt Freitag 37. März 19081 158. Jahrgang Nr. 74 Der Siebener Anzeiger erschein» täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich tötcSenctSaminenl'lfltler; zweimal rvöcbentl.Ureks- blattfürdenttreiLSiehen (Dtenstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wkrischastlicheSeilftagen Ferniprech - Anschlüffe: für die Redaktion 113, Verlag u. ErveVttion 51 Sldrelie tüt Depeschen: Unzetger Gießen. Annahme von Anzeige« tut die Tagesuummer bi6 oormtttags 10 Uhr. ZS VC O Bezugspreis: ▼ r^ÜF ua monatlich 75 Pf., viertel»^ Ivllvllvt illllVlUvlSä Verantwortlich General-Anzeiger für Oberheffen W§W ' • i f u.Land" und „Gerichts» Kotafionsörud und Verlag der vrül>I'jchen Univnvuch- und S7:!ndruckerel. 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchnlftrade r. !"al": 'S- t>e6; fürj>en ‘ 1 ** Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 14 Seiten. So erfüllt die Sanitätskolonne für den Frieden, Aufgaben, die scllschasten als besonderes Ziel tätskolonne erfüllt aber diese und unverfänglicher Weise, so — Kleine K u n st ch r o n i k. Aus Petersburg wird uns gemeldet: Infolge einer Aufforderung von hoher Seite verzichtete der Dichlor-Graf Tolstoi auf die öffentliche b e t e r seines 8 0. Geburtstages. — In Worms hält z. Z. der cand. phil. Sllbert tausch aus Gießen bezw. Friedberg Vorträge über den Dichter Stefan George. Die SanrLätstolouncn. Ueber die gemcinnüljigen Bestrebungen der Sanitätskolonnen und ihre Segen spendende Wirksamkeit in Stadt und Land (auch wir in Gießen haben eine solche, die sich leider noch nicht der genügenden Unterstützung weiterer Streife er freut) ist man noch vielfach völlig int Unklaren. Es sei daher. folgendes aus einer Ansprache mitgeteilt, die gelegentlich einer Besichtigung der Kolonnen des Unterwesterwaldkreises der Kreisinspettor Dr. Gerwin hielt. KoLrtr-che Eine bedeutsame Wahlrechtserckärung gab gestern mittag der Staatsrninisicr Frhr. v. Gevekot eingangs einer leidenschaftlichen Debatte über die Reform des Wahlgesetzes ab. Ueber diese Reform bestand bisher Streit zwischen der liberalen Mehrheit des Landtages einerseits und der Negierung und den Konservativen andererseits. Tie vereinigten Liberalen drohten mit Obstruktion und Lahmlegung der Landesgeselggcbung, wenn ihren Wünschen nicht entsprochen würde. Darauf erklärte der Minister heute: Die Regierung sei bereit, den politischen Einfluß der breiten Massen des Boltes zu vergrößern unb zwar, weit die dritte Wähler- llasse eine so außerordentlich große Zahl von Angehörigen, und Erfolg rechnen kann. Mindestens aber bildet die Sanitätskolonne ein Glied in der Kette Derjenigen. Einrichtungen, die unablässig tätig sind, die Ehre unseres Volkes zu wahren, die Humanitären Bestrebungen zu fördern, unser Volksleben zu reinigen von den verderbenbringenden Ausartungen, den Ge- meinsinn zu beleben und alle nationalen Zwecke zu fördern und indem sie die Ausübung der barmherzigen Nächftenliä>e lehrt,und betätigt, das Verständnis für das Vergnügen zu erschließen, welches die Förderung des Wohles anderer in uns hervorruft. Deutsches Resch. Berlin, 26. März. Infolge einer Einladung der imt Jahre 1907 gegründeten deutsch-französischen Gesellschaft kommen nach Ostern eine größere Anzahl f ra nzösischer Die Kolonnen sind dazu bestimmt, in einem zukünftigen Kriege, die Verwundeten zu verbinden, zu transportieren und zu pflegen. Ferner wollen sie bei plützlicheri Unglücksfällen einen Notverband anlegen und Verletzte und plötzlich Erkrankte einem _ Kraukcuhause oder dem Heim zuführen. So lelbswerständlich es uns erscheint, daß für die Verwundeten gesorgt wird, so ist es doch erst kurze Zeit her, daß man überhaupt von offizieller Seite für sie sorgt. Von dem Schlachtfelde bei Leipzig 1813 wurden noch am 7. Tage, wie ein Brief des Professors Neil an den Freiherrn v. Stein erzählt, Mannschaften eingebracht, „deren unverwüstliches Leben nicht durch Verwundung, noch durch Nachtfröste Md Hunger zerstörbar war". Wenn ein Unglück sich ereignet, wenn ein Krieg ausbricht mit all seinem Elend und Jammer, bann, ja dann sind tau- lende Hände bereit, Hilfe zu leisten, Geldmittel zu spenden, bann sind Tausende bereit, selbst hinauszuziehen, um den Verwundeten Labung und Pflege zu bringen. Aber was hust alles Ungebot dort, wenn die Organisation fehlt und toenit vor allem bie Ausbildung in der Pflege Verwundeter und Kranker nicht gelernt und nicht geübt worden ist. Der Wille zu helfen, Ichasft dann oft nur das Gegenteil, er bringt den Verwundeten °)t Unheil. Was würde man dazu sagen, z. B. wenn jemand inte Blutung mit Auflegen von Spinngewebe stillen wollte, oder wenn man eine Wunde mit schmutzigem oder ungeeignetem berbandmaterial versorgen wollte, ober wenn man mit nicht icunirei gemachten Fingern eine Wunde berühren würbe, ober wenn man jemand mit einem Knochenbruch in ungeeigneter «Jetje aufheben und transportieren wollte und dabei die ge- orochenen Enden vielleicht durch die Bruchteile sich Hindin ch- dohren ließe. Diejenigen, die Hilfe leisten wollen, müssen sorg; Berlin, 26. März. Tie K o m m i} j i o n des Reichs» tages für dasReiehsarbeiter-Schutzgesetz begann die Beratung bei dem § 15. Hierzu lag je ein Antrag der Sozialdemokraten, der 9lationa(liberalen und des Zentrums vor. Die zwei ersten Anträge werden abgelebt t. Angenommen wird der Zentrumsantrag, der als § 15 b bestimmen soll: Arbeitslohn und Gehalt ist, tvenn die Kündigungsfrist 14tägig ober kürzer, spätestens wöchentlich, wenn sie langer, monatlich zu zahlen. Bei Akkordarbeit itt, soweit nicht Berechnung für Wochenzeitabschnitte besteht, mindepens ein der vertvendeten Zeit entsprechender Lahnbetrag zu zahlen. Wie verlautet, wird in Reichstagskreisen enoogen, nach dem Vorbilde Frankreichs und anderer Länder einen offiziellen V e r h a n d l u n g s b e r i ch t h e r a u s z u g e b e n und ihn der Presse zugänglich zu niachen. Der Reichskanzler, so glaubt die „Kreuzztg.", steht solchen Vorschlägen, die schon früher gemacht worden sind, wohlwollend gegenüber. Der Gesetzentwurf über den Automobil-Verkehr, der die Haftpflicht und auch die Chauffeur-Prüfung regelt, hat das Staatsmintsienum passiert. Von der preußischen Regierung sind Bedenken gegen ihn n t ch t erhoben worden, so baß der Entwurf bemnächst an den Bundesrat gelangen wirb. Unter biesen Umständen darf man damit rechnen, daß die Vorlage nach Ostern an den Reichstag geht. Sürft Bülow über bie preMche Wahlrechtsreform. (Aus der Reichetagssitzuitg vom 26. März..) Der Reichstag zeigt wieder seine alte Gestalt. Der Kontakt mit der Oefsenllichkeit, der vier Tage lang unterbrochen war, ist wiederhergestellt unb von neuem strömt das niemals zu definierende uitb doch von jedem gespürte Fluidum vom Haus zur Tribüne und von der Tribüne wieder zum Haus. Das hat derweil zwei „Große Tage" v.rloren; der Aussprache über die auswärtige Politik hat mit der Oeffentlichkeit auch der Elau unb der rechte Schwung gefehlt. Run scheint es doch, als ab noch eine Art Nachlese gehauen werden sollte. Zwar, die Erörterung über das Auswärtige ist bereits am Dienstag geschlossen worden. Aber auch über die innerpolitischen Probleme l-a^t sich zum Etat des Reichskanzlers allerlei sagen. Zumal ücriajiebene Resolutionen, die mit der Beratung dieses Etats verbunden sind, die preußische sagt, auf gesundheitlichem und moralischem Gebiete hat sich schon die Entartung unseres Volkes in einer für manchen Einsichtigen erschreckenden Weise angebahnt. Ja selbst auf dem Lande, das sonst mit Recht als der Gesundbrunnen des Volkes angesehen wurde, richten Ausschweifungen mehr und mehr unauslöschliches Unheil an. Da gilt es zu warnen und zu mahnen. Und all diesen Aufgaben vermag der Arzt in den Sanitätskolonnen gerecht zu werden. So bilden die Äanitätskolonnen gewissermaßen das Sprachrohr, vermittelst dessen sich der Arzt an die Bevölkerung wendet. Denn nicht gar selten wird am Wirtstische, bei der Arbeit und auch im Hanse über das in der Kolonne besprochene Thema verhandelt. Unb nicht bloß einzelne haben daran Nutzen, ja mancher, den Elternhaus nicht mehr in Schranken zu halten vermochte und der seinem Arbeitgeber manchen Verdruß durch seine Führung gegeben hat, ist durch die Sanitätskolonne zu einem besseren, soliden unb damit zu einem manierlichen und tüchtigen Menschen geworben. Das Kaiferpaar in Venedig. Von der Monarchenbcgegnung in Venedig ist die Presse ber Dreibundstaaten hvchbefriebigt. Die Wiener Neue Freie Presse bespricht an leitender Stelle bie M o n a r ch e n b e g e g n n n g in Venedig unb bezeichnet sie als ein wichtiges politisches Ereignis, das insbesondere bett sicheren Beweis liefere, daß der Dreibund, ber in letzter Zeit ben Eindruck großer Schwächlichkeit gemacht habe, auch weiter seine Wirkung ausüben werde. — Dem Corriere della Sera wirb aus Rom offiziös g-o- meldet: Die Zusammenkunft in Venebig stellt das Einv-er- nehmcn der deutschen unb ber italienischen Politik in allen politischen Fragen devGegenwart dar. Beide Staaten wollen heute unb für bie Zukunft zusammen stehen. Italien hält am Dreibünde fest. Isolierung Deutschlands unb Auslösung des Dreibundes wäre ber Krieg. Italien unb Deutschland aber wollten den Frieden. — „Popolo Romano" schreibt: Welches auch immer ber Charakter der Zusammenkunft feilt möge, Rom sendet der kaiserliü)ien Familie ehrerbietigsten Gruß unb die iaufrickstgsten Glückwünsche. Rvmwünschtberbeut scheu Nation zunehmende Größe. Die Sympathie und die Bewunderung für Kstiser Wilhelm beim italienischen Volk ist so festgewurzelt, daß es jedes Mal, wenn er ben italienischen Boden betrete, ein Gesühl lebhafter Genugtuung empfindet, wie eine Familie bei Anüinst eines treuen genialen Freundes. Die Zu- sammenkunft in Venedig sei ein neuer Beweis der Festigkeit der zwischen ben beiden Dynastien und den beiden Stationen bestehenden herzlichen Beziehungen, bie feine auch nur vorübergehende Wolke trüben tarnt. Die Zusammenkunft sei eine neue Bestätigung der vollkommenen Ha rmonie der M ächte des Dreibundes, der heute mehr als je in der ganzen Welt als ein Friedensbündnis angegeben wird. Ueber den Aufenthalt des Kaiserpaares in Venedig wird uns heute folgendes gemdbet: Gestern um 10 Uhr vormittags begab sich König Viktor Emanuel in Begleitung, des Ministers des Aeusstrn, Tittoni, an Bord der Hohenzollern, um) Kaiser Wilhelm abzuholen. Die beiden Monarchen besichtigten hieraus mit dem Minister, dem Gesandten von Jenisch unb dem Fürsten Fürstenberg die Eorrer-Samntlung. Die Kaiserin unternahm eine Gondelfahrt unb besichtigte die Paläste Giovanelli und Martinengv. Auch Prinz August W i l h e l m u n d P r i n z e s s i n V i k t o r i a L u i s e unternahmen am Vormittag Besichtigungen. Mittags folgte der Kaiser einer Einladung der Gräfin ÄLorvsini zur Tafel. König Vi ftor Eman»uel reiste abends noch Rom zurück. In Korfu werden inzwischen bie letzten Vorbereitungen für bc;: empfang izt d.n., '... £ , ^..ares gcniadjt. Die „jtolniji'gt Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Zur Verstärkung des Stcherheitsdienstes der Küste unb im Innern Albaniens an la tzt ich der Anwesenheit des Kaisers in Korfu wurden außer zwei Jägerbataillonen aus Saloniki zwei Jnfanterie- bataillone nach Janina gesandt. Von hier geht eine Abteilung ber Leibgardeschwadton des Palastes ab. Die Sultans-Jacht Lssedin trifft Vorbereitungen, um Freitag mit drei Torpetw- jägern nach^Murtoi gegenüber Korfu abzudampfen. Außerdem sind einige Transportschiffe mit Infanterie unb Kavallerie dorthin bestimmt. 9Ji.it Turuian Pascha gehen 5 Flügel-Adjutanten des Sultans, darunter wahrscheinlich zwei Söhne Leswik Paschas zur Begrüßung Kaiser Wilhelms ab. Sowohl die Ausbildung als auch die Organisation findet sich in den Sanitätskolonnen. Es ist deswegen Ehrenpflicht eines jeden vaterlanbSlieb.uden Bürgers, die Sanitätskolonnen zu unterstützen und nicht bloß des vaterlandssreundlichen Bürgers sondern eines jedes human denkenden Menschen. Am meisten ist es aber die Pflicht des gebildeten, einicchtsvollen und umsichtigen Mannes, weil gerade die besten geistigen Gaben für die Sanitätskolonnen gut genug sind, gut genug sind für unsere Lieben, die für das Vaterland ihre Gesundheit eingesetzt und für dieses geblutet haben. Die Ehre der Nation erfordert unsere Fürsorge für das Kriegssanitätswesen. Aber auch der Friede stellt uns unsere Aufgaben, lind diese Frrcdensaufgaben sind durchaus nicht kleinlich unb unbedeutend. An die H i l f e l e i st u n g bei p l ö tz l i ch e n Unglücksfällen, wie sie sich doch auch häufig genug ereignen, sei darum erinnert. Wenn wir hier auch nicht gerade Erdbeben und große Ueberschwemmungen zu fürchten haben, so erfordert doch auch, wie die landwirtschaftliche Unfallversicherung beweist, der l a n d w i r t s ch a f t l i ch e B e t r i e b im Laufe eines Jahres manches Opfer, besonders in der Erntezeit. Aber mit der immer mehr auch in unserer Gegend sich ausdehnenden Industrie mehren sich die Unfälle von Jahr zu Jahr. Ta ist es gewiß nützlich, sich und seinen Mitmenschen Hilfe, leisten zu können unb ohne Schaden für sich einem anderen nützlich sich erweisen und ihn retten zu können, z. B. bei Einbruch ins Eis oder wenn jemand von den elektrischen Stromleitungen ersaßt wird. Sind es auch nur vereinzelte Fälle, die da ein Eingreifen erfordern, aber diese einzelnen Fälle ereignen sich ebendoch auch in den kleinsten Ortsckwften. Unsere Friedensarbeit jedoch umfaßt ein viel weiteres Gebiet und stiftet mehr Segen, als der hundertste sich auch nur träumen läßt. Der Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit, der Kamps gegen die Tuberkulose, der Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten, der Kamps gegen die Trinkunsitten, der Kamps gegen die Infektions-Krankheiten überhaupt ist überall entbrannt und wird hier und dort mit großer Energie geführt. Und aus allen biesen Gebieten mehren sich bie Ersolge von Tag zu Tag. Die Erkenntnis bricht sich mehr und mehr Bahn. Die Vergnügungssucht in unserem Volke übersteigt alles Maß mit allen hohe unb hehre Aufgaben auch sich so viele Vereine und Ge- ausersehen haben. Die Sani- Anfgaben in unaufdringlicher daß sie am ehesten auf Gehör wie ich glaube, über 22 OOO, zählt, denen gegenüber bie Zahl der Wähler ber ersten unb zweiten Wählerllafse eine sehr viel geringere ist. Die Staatsregierung kann sich der Vorstellung nicht verschließen, daß in der großen Blasse des Volkes ein Gefühl der Zurücksetzung darüber mit Recht besteht, daß die viel kleinere Zahl in der ersten und zweiten Klasse ein so großes politisches Uebergewicht hat. Dieser Zurücksetzung und Kränkung der dritten Klasse glaubt die Staatsregierung durch Entgegenkommen Rechnung tragen zu müssen. Wenn zu Gunsten des Grundbesitzes das Prinzip durchbrochen worden sei: „wer viel Steuern zahlt, soll ' auch viel zu sagen haben", so kann es auch gegenüber der breiten Maste des Volkes geschehen." Im Namen der Liberalen drückte darauf der Abg. Neumann - Hofer der Staatsregierung für ihr Entgegenkommen seinen Tank aus. Von konservativer Seite wurde indessen nach wie vor erklärt, daß sie den liberalen Wünschen nicht entgegenkommen und eine Zweidrittelmajorität auf alle Fälle verhindern werde. Damit gilt die Wahlrefonn in Lippe vorderhand als gescheitert. * Friedliche Verständigung im Baugewerbe. — Nach 23 stündigen Verhandlungen im Sitzungssaale des Gewcrbegerichtcs Berlin wurde unter dem Vorsitze des Gewerbc- gerichtsvorsitzenden Magistratsrates v. Schulz-Berlin, des Gerichts- ratcs Dr. Prenncr-München und des Bcigeorbnctcn Dr. Niedfeld- Essen, heute nacht 12 Uhr zwischen bcm Vorstairde des deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe unb dem Zcntraworstanbe der fteien Gewerkschaften der Maurer, Zimmerer unb Bauhilfsarbeiter, sowie dem christlichen BauarbeiterverhanÜ über ein allgemeines Schema für die in den einzelnen Orten' ab- zuschließcndcn Tariioerträge eine Vereinbarung erzielt. Damit sind die allgemein strittigen Fragen (tüchtiger Arbeiter, Akkord»-' arbeit, Agitativns- unb Genehmigungsklausel), welche bisher dem Abschluß von Lokaltarisen hinberlich waren, außer Streit gesetzt. Es ist nunmehr AufgabeberLokalverbänbe,btein biesem Schema osfengelassenen speziellen Bestimmungen bes Tarifvertrages, insbesondere diejenigen über Arbeitszeit unb Höhe bes Lohnes, burch örtliche Tarifverträge zu regeln. Zu diesem Behuse finden vorwst am 1. April in München, am 6. April in Essen, am 9. April in Berlin unb am 12. Llprck in Fr ankfur t a. M. BerHand-, langen statt. Daburch ist bie Basis zu einer friedlichen Ber». stäubigung im deutschen Baugewerbe gegeben. Wahlrechtsfrage vor bas Forum bes Reiches gezogen haben unb ber Abg. Naumann am Dienstag sich sehr ausführlich übet diese Dinge verbreitet hat. Und der Herr Reichskanzler scheint nicht die Absicht zu haben, sich heute so nötigen zu lassen wie am Montag. Wie ein Tatendurstiger sitzt er an seinem Ecksitz auf der Bundesratstribüne sogenannter „preußischer Seite". Neben ihm Herr v. Bethmann-Hollweg, der wohlbestallte Dize im Reich und in Preußen, dann Herr von Schön, ber neue Verweser bes Auswärtigen unb bann secimdum orbinem Herr Kraetke unb Herr Sybow unb Herr NiebcMng und Herr Dernburg^ bescheibcntlich im Hintergründe unter dem jüngeren Völkchen der Slommifi'arc und Räte hält sich der preußische Hanbelsminister Herr Delbrück. Den Tag erössnct ein kleines Geplänkel zwischen Herrn Kraetke unb Herrn Singer: Herr Kraetke weist ben gegen seine Verwaltung erhobenen Vonvurf einer Verletzung des Briefgel-cirnnisscs mit Energie zurück unb Herr Singer — wer hätte anderes von ilpiv ermattet? — hält ihn ausrecht. Dann polemisiert ber deutsch- soziale Herr Luttmann mit Pathos und Koketterie gegen den Abg. Naumann. Und dann spricht b-er Kanzler. Zwei kurze Zeilen bes Ueberganges, dann i'st er, mepiis in rebuö: beim preußischen Wahlrecht, das eine sozialdemo-kratische Resolution als geheimes, direktes, gleick)eS, allen über 20 jährigen Preußen, Männlein so gut wie Weiblein, verliehen sehen mochte. Das gibt dem Kanzler Gelegenheit, das Wahlrcchtspwblcm in seinem ganzen Umfang noch einmal aufzurollen. Natürlich sei die sozialbemo- ktattiche Resolution unannehrnibar. Schon deshalb, weil — das Beispiel anderer Föderativstaaten, das Beispiel Nordamerikas und der Schweiz zeigt cs — ein Uebergreifen vom Einzelstaat in den übergeordneten Verband unb umgekehrt nirgends geduldet würde. Und sei denn bas Reichstagswahlrecht wirklich das höchste Gut? Ein so unabhängiger fteisinniger Deuker wie Friedrich Dernburg (hier bedeut der Herr (Staate-)etretäu des Neichskoümialamts sein Angesicht und lächelt lang unD herzlich) sei audercer Ansicht. Ist die Freiheit des Landes denn überhaupt abhängig von der Form des Wahlrechts oder der Verfassung? Glaube man denn (hier ist cs das hohe Haus, das lange lacht unb herzlich), baß Mecklenburg so viel schlechter regiert würde als Haiti mit seinem allgemeinen Wahlrecht? Tie verbündeten Negierungen dächten an keine Aen- derii'.ig des ReichstagSwahkrechtS; aber die Aufgaben im Reich und in Preußen seien ebenfalls verschieden. Eine radikale Acu- derung des preußischen Wahlrechts würde zudem über kurz oder lang auch das D r e i k l a s s e n w a h l r e ch t der Kommunen unhaltbar machen. Wolke man.wirtiich die Stobt Berlin einer auf Grund iws Reichstagswahlreasts gewählten StMvewrdneten-Ver- sammlung überantworten? Und das geheime Wahlrecht! Er, Fürst Bülow, fei im Reich gewiß ein Anhänger der geheimen Wahl. Hätte sie in seiner Amtszeit auch noch mit allerlei ^lauteten umgeben. Aber hotten nicht unterschiedlich liberale Männer anno dazumal sich gegen die geheime Wohl ausgesprochen? Freilich, (reiUch, bi: w.'>tschofrlia':er.< Abh'inHi-chchte:. Fi.cn schther größer. Item: die preußische 9iegicruug strebte eine „geeignete Wohl- re form" an. Aber sie lehnte jede Resorm ab, die ben preußischen Staat erschüttern müßte, ohne ben es kein Deutsches Reich gäbe . . . Das ist in ber Hauptsache vielleicht basselbe, was Fürst Bülow am 10. Januar in der preußi,ehen Londstube erklärt hat. Aber es ist in der Form verbindlicher, nick) so wirkt es ungleich ver- söhirlicher. — Mit der Känzlerrede ist bas Interesse des Hauses übrigens für eine geraume Weile erschöpft. Herr Wellstein vom Zentrum, d.r Sozickldemokrat Emmel unb Herr Potthofs sprechen vor Icer.n Bänken. Erst am Spätnachmittag füllt sich wieder der Saal, als Herr Storz, der demokratische Kvtonialfreunb, das Wort nimmt . . . «-v-ni. auirjungen, oxe yuTc m-imr luonui, munvii ivxu ihren materiellen und gesundheitlichen Folgen und ist nicht lam ausgwildet sein, damit sie wirtlich zum Nutzen und Frommen zuletzt schuld an der mehr md mehr sich ausbreiteno:.: Üu- öej Kranken angreijeii pnd nicht liebel onrichtem, 'Lufrichenheit, die zu umstürzlerischen Ideen fü&rt Ki'.rz ge- Studenten, nach Deutschland. Die hingen Leute bleiben als Gäste der deutsch-französischen Gesellschast zu Studienzwecken eine Woche in Berlin. Hamburg, 26. März. Ueber das Befinden des erkrankten Bürgermeisters 2r. Mv n k e b e r g besagt das heute nachmittag ausgegebene Bulletin, daß, bei anhaltender Be- wußttosigkeit die Kräfte in rascher Abnahme begriffen sind. AurLand. Luxemburg, 26. März. S t a a t s m i n i st e r Eyck en teilte in der heutigen Kammersitzung mit, daß die sinkenden Kräfte des Großherzogs die Einsetzung einer Statthalterschaft nötig machten, für die die Großherzogin vom Groß Herzog bezeichnet wurde. — Tas „Berl. Tagebl." meldet an§ dem Haag : AuS Batavia kommen Nachrichten von einer ernsten Gährung unter der Bevölkerung. In Padang wurden Proklamationen gesunden, die bte Bevölkerung zum heiligen Kriege aiihiheit. Auch aus dem Fort de Kock und aus Lubu Basung trafen Nachrichten von einer kräftigen Widerstandsbewegung unter der Bevölkerung ein. Simferopol, 26. Marz. In Livadia erschoß heute ein russischer Gemeiner des 16. Schützenregiments auf dem Exerzierplätze z »v e i Offiziere. Tas Bataillon bat dringend den General Tumbadsc, den Schuldigen sofort erschießen zu laßen. Konstantinopel, 26. März. Ter S ttl t a n sandte den, König von Italien ern Telegramm, in welchem er seinen herzlichsten Dank dafür ausdrückt, das; der König einen so ausgezeichneten General seiner Armee wie R o b i l a n l z»lm Nachfolger Teaiorgi Paschas ansersehtn habe. Ter Sultan spricht gleichzeitig den Wunsch aus, daß der neue mazedonische Gendarmerie-Inspekteur so schnell Vie möglich sein Amt übernehme. Port au Prince, 26. Marz. Die Negierung von Haiti teilt mit, daß heute alle in den Gesandtschaften geflüchteten Personen diese verlassen müßten, widrigensalts sie unverzüglich aus dem Lande gewiesen würden. Pvctschent Alexis erklärte fernen Freunden gegenüber, daß leine weiteren standrechtlichen Hmrick)- tungcn stattfinden werden, drß die Verfassung geachtet wird und daß alle Fälle und Komplottbeteiligten von den gewöhn licken Gerichtshöfen abgeurieilt werden. Ter Präsident fügte noch hinzu, wenn die betreffenden Gerichte die Angeklagten für schuldig erkennen würden, so ivürde die Todesstrafe jedenfalls ausgeführt werden. Gs fei seine Pflicht, die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Verschwörer zu verhindern 2000 und vielleicht noch mehr Personen zu tören, wie dies am 15. März bcabsrchrigt gewesen war. Aus Statt mit Cant. Gießen, 27. März 1908. Zur Eröffnung der Ausstellung. Morgen, Samstag, soll hier in Anwesenheit I. I. D. D. deS Fürsten und der Fürstin von Solms-Hohenfolms-Lich in der Turnhalle des Turnvereins an der Rorb-Anlage eine große Fachausstellung für das Ga st wirt ege werbe feierlich eröffnet werden. Das Gaslwirtegewerbe hat hcut- zutage wahrlich keinen leichten Stand. Eine schier unübersehbare Konkurrenz zwingt zu immer erneuten Anstrengungen. Die Ansprüche des lieben Publikums sind oft so weitgehend, daß auch der gewiegteste und aufmertsamste Fachmann empfindlich werden kann. Wie war das Anno dazumal fo ganz anderst Es hat schon im Mittelalter Gasthäuser gegeben, und die Fremden waren keineswegs, wie zmveilen behauptet wird, nur etwa auf die Gastfreundschaft der Burgen, Klöster und Bürgerhäuser angewiesen. Aber man mußte damals froh fein, daß man überhaupt eine Unterkunft fand. Nörgeln und tadeln gabs nicht. Der Gast, der das versucht hätte, wäre bald wieder auf der Landstraße gewesen. Allerdings, bereits im alten Deutschland mußten sich Wirte und Gäste in manche einschränkende obrigkeitliche Bestimmung fügen, und daS war auch in gewisser Weise ganz gut so. Da wandten sich weise Verordnungen gegen das Waffentragen in der Wirtsstube. Wenn die Bierglocke ertönte, mußte man, wie heute aufs Geheiß der die Wirtschaften durchivandernden Schutz, (eutc, brau nach Haufe gehen. Ueberhaupt sollte alles übermäßige Trinken unterbleiben. Zumal an Sonntagen und in der Eharwoche gabs noch, wie jetzt in England und Amerika, Extra-Einschränkungen. Im Laufe der Jahrhunderte hat auch das deutsche Gastwirtegewerbe seine Wandlungen gehabt. Besonders bedeutsam ist es, daß sich, wie in anderen Berufen, auch hier mehr und mehr daS Standesbewußtsein, das Soli- darUätsgefühl aller Beteiligten gehoben hat. Auf diese Weise wird ein wirklich solider Wetteifer angeregt und praktisch ermöglicht. Die gegenwärtige Ausstellung wird zeigen, was Technik und Intelligenz unter solchen Umständen vermögen. Die hohe Ehre, daß Ihre Kgl. Hoh. die Frau Großherzogin in den nächsten Tagen die Ausstellung besuchen wird, wird allseitig gewürdigt werden. Es muß Freude erregen und ein bleibender Ansporn sein, wenn man sieht, wie auch Hessens Fürstin für jede Betätigung ehrlichen, gediegenen Strebens warmes Interesse bekundet. Die Fachausstellung für das Gastwirtegewerbe möge unter dem Blick der hohen Herrschaften wohlbestehen! Mögen auch alle anderen Besucher von dem Gebotenen reichlich befriedigt werden! Das wird den Ausstellern sicherlich der schönste Lohn für all die Mühewaltung sein. Willkommen und Glückauf! -o. Aus der Stadtverordneten-Versammlung. Die gestrige, übrigens von unseren Sladtvätern rech; gut besiichte Sitzung der Stadtverordneten hatte in der öffentlichen Sitzung nur wenige Gegenstände zu erledigen, so daß sie recht bald zu Ende war. Zum vierten ober fünften Male wurde über den Schutzstreifen an der Irrenanstalt verhandelt, da die staatliche Baubehörde es nicht Wort haben wollte, daß sie bei der Durchforstung eigenmächtig vorgegangen ist. Mit erfreulicher Einmütigkeit blieb aber die Versammlung auf ihrem, die Rechte der Stadt wahrenden früheren Beschluß bestehen. Die in der letzten Sitzung angeregte Reviiion der Sch ul Häuser wegen ihrer Feuer- sicher heit hat inzwischen stattgefunden und ergeben, daß an einigen Gebäuden die nach innen gehenden Türen in nach außen sich öffnende umgewandelt werden sollen, wofür die nötigen Gelder selbstverständlich debattelos bewilligt wurden. Die Art und Weise der Ueberwachung unserer Vieh- märkte wegen Verhütung von Tierseuchen bietet schon lange Anlaß zu Klagen, die vom Stadtv. Plank gestern in zweifacher Richtung zur Sprache gebracht wurden. Wie der Oberbürgermeister ausführte, ist bei den in Hessen herrschenden Grundsätzen z. Zt. auf Abhilfe nicht zu hoffen, trotzdem die Klagen an sich berechtigt sind. Wie er mit bitterer Ironie meinte, unterliegen die Tiere in Hessen anscheinend mehr der Seuchengefahr wie in Preußen, denn fönst wäre es nicht gut einzusehen, warum z. B. Schweine, die in Wetzlar und Herborn anstandslos zum Markt gebracht werden können, bei uns wegen Seuchenvervacht ausgeschlossen werden. Die nichtöffentliche Sitzung brachte unferen städtischen Beamten und Bediensteten endlich die seit langem ersehnte und in Aussicht gestellte Gehaltserhöhung und zwar mit halbjähriger Rückwirkung, worüber sie nicht gerade ungehalten sein werden. Die Gehaltserhöhung erfolgt bei den Beamten und Bediensteten in solcher Höhe, daß die Gesamterhöhung ungefähr den Betrag erreicht, den bei den Staatsbeamten der ihnen ab 1. April gewahrte Wohnungsgeldzuschuß ausmacht. Die Lehrergehalte werden so aufgebessert, daß die seminaristisch gebildeten Lehrer, die Schulverwalter und Schulverwalterinnen dasselbe Gehalt bekommen wie in Darmstadt, während die Lehrerinnen denen in WormS gleichgestellt werden. Gleichzeitig wurde das Wohnungsgeld der Lehrer erhöht, so daß die verheirateten Lehrer jetzt 600 Mk., die uiwerbcirateten Lehrer, die Lehrerinnen und verheirateten Schulverwalter 350 Mk. und die unverheirateten Schulverwalter und Schul- üerroaltcrinnen 250 Mk. erhalten. Die Gehaltsskala beträgt nunmehr für die Lehrer 1500—3500 Mk., für Lehreri nnen 1400—2350 Mk., für Schulverwalter 1300—1550 Mk., für Schulverwalterinnen 1100—1400 Mk. und für Handarbeitslehrerinnen 1100—1850 9)1 f. Die erhöhten Bezüge werden vom 1. Oktober 1907 ab nachbezahlt. Wie Oberbürgermeister Mecum mitteilte, konnte die insgesamt jährlich 41 000 Mk. ausmachende Gehaltsaufbesserung vor- genommen werden, ohne daß hierdurch eine Erhöhung der städtischen Steuern eintritt, da die Steuerveranschlagung etwa 58 000 Mk. mehr wie im Vorjahre ergeben hat und damit zum erftenmale der Ertrag der siädtischen Steuern die 2)liüion übersteigt. * •* Tageskalender für Freitag, den 27. März. Stadttheater: Flotte Weibe. (Benefiz - Vorstellung füi Reimer-Schlegel.) Anfang 8 Uhr. Kolosseum: Letztes Gastspiel von Danny Gürtler. Anfang 8 Uhr. ** Vom Großherzoglichen Hofe. Die Fürsllich Lichschen Herrschaften mit der Prinzessin Dorothea zu Solms-Lich, sowie Gras und Gräfin zu Dohna-Sch lobitten reiften nach der „Darmst. Ztg." gestern abend nach Lich bezw. Potsdam ab. ** Lehrerinnen-Prüfungen. Am Montag und Dienstag fairden die mündlichen Prüiungen der Anwärterinnen für baj L. hramt an höheren Mädchenschulen u.ite$ V^r- H0 des Herrn Gcheimerats Dr. Eisenhuth statt. Von 28 Schülerinnen konnten 26 die Befähigung als Lehrerin an höheren Mädchenschulen erhalten, zwei Prüstinge bestanden die Prüfung nicht. (Darmst. Ztg.) *• Das Staatsexamen für den höhere n Zustiz- und Verwaltungsdienst hat am Montag begonnen. 29 Kandidaten nehmen daran teil. ** Der 3. landwirtschaftlich eUnterrichtskursuS für Volks schullehrer an Fortbildungsschulen |oli in diesem Sommer stattfinden. Eine Anzahl Gemeinden i)t aufgefordert worden, einen Lehrer für den Kursus zu entjenben. ** Ernannt wurde der Steueraufseheraspirant Gesangen- anfseher an der Zellenstrasanstalt Butzbach Adam Eisenhauer zum Steuerausseher. ** Heimarbeitsausstellung in Frankfurt a. M. Die seit anderthalb Jahren vorbereitete Heimarbeitsausstellung in Frankfurt a. M. wird am 1. April d. Js. feierlich eröffnet werden. Sie soll ein Bild der technischen und sozialen Zustände der Hausindustrie und Heimarbeit des ganzen Maingebietes, des Großherzogtums Hessen, der preußischen Provinz Hessen usw. entr'olleh. Dienstag, 31. März, 11 Uhr wird die Ausstellung den Spitzen der Behörden gezeigt. Die Provinz Ob-erhessen und die Landesuniversität wird u. a. dabei Oas Mitglied des Zentralausschusses der Ausstellung Prosejsor Tr. M. Biermer vertreten. Professor Dr. Biermer ist auch Mitglied des „Wissenschaftlichen Ausschusses" dieser höchst interessanten Veranstaltung, die hoffentlich diejenige Beachtung findet, die sie verdient. •• Das beginnende Frühjahr bedeutet für die Vergnügungslokale gewöhnlich den Beginn der toten Saison. In unserem Kolosseum wird dies aber nicht der Fall sein. Es ist Direktor Rappmann gelungen, für die nächste Zeit einige interessante Engagements zum Abschluß zu bringen. Das Programm der ersten Aprilhälfte wird z. B. als Clou das Auftreten der hier schon bestens bekannten Schauspielerin Minni di Cerenotti-Strauß bringen, während für später das Auftreten von Cleo de Wie rode und des bekannten Humoristen Maxstadt in Aussicht steht. In dem geräumigen Kolosseumgarten wird in den nächsten Wochen eine Sommerbühne errichtet werden, um das Auftreten von Spezialitäten zu ermöglichen. Damit widerlegt sich das in der Stadt kolportierte Gerücht, Direktor Rapp- niann wolle Gießen am 1. April verlassen. •* Dienstbotenfrage. Um vielfach aufgetauchten Zweifeln zu begegnen, insbesondere um die weit verbreitete Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen der Gesindeordnung zu beheben, erläßt das Großh. Polizeiamt in der heutigen Nummer eine Bekanntmachung, die für Dienstboten und Herrschaften in gleicher Weise von hoher Wichtigkeit ist. Es handelt sich nämlich um die Auslegung der Art. 6 und 7 der Gesindeordnung, die, wie bekannt ist, durch ein Ortsstatut für Gießen abgeändert sind. Anstelle des gesetzlichen Dienstjahres und de§ gesetzlichen Dienstmonats ist hier nämlich statutarisch das Kalendervierteljahr mit vierwöchiger Kündigungsfrist gesetzt. • Das Nähere ist aus der Bekanntmachung zu ersehen. ** Vorsicht. Ein ganz raffinierter Betrüger tritt zur Zeit in Garnisonstädten auf. Er erscheint in einem der vornehmsten Hotels, stellt sich als Offizier mit gutklingendem Namen vor und mietet für sich und seinen Vater, der auch angeblich abends eintreffen soll, ein Zimmer, erzählt bann, daß er abends in das Offizierskasino gehe, wo er von den Offizieren erwartet werde, telephoniert dann auch zum Schein an das Offizierskasino und meldet fein Erscheinen an. Alles dies geschieht in Gegenwart des Oberkellners; auf einmal geht er diesen um ein Darlehen an, das ihm gewöhnlich bereitwilligst verabfolgt wird und verschwindet dann spurlos. Dieser Trick gelang dem Gauner, soweit bis jetzt bekannt ist, in Lüneburg, wo er sich Leutnant von Minichroder, und dann in Braunschweig, wo er sich von Trotha nannte, und auch in Magdeburg ist ihm der Betrug gelungen. Hier ist von seinem Auftreten noch nichts bekannt geworden, obgleich der Halberstadter Zeitung zufolge von ihm ein Brief aus Gießen an eine dortige Firma gelangt sein soll. •* Stempel st euerlicheBehandlung der Lieferungsverträge. Wie von deiii Flnanzminisler in der Sitzung der 2. Kammer der Stände vom 20. März d. I. erklärt worden ist, sind die preußischen Behörden ermächtigt worden, zu Lieferungsverträgen über Mengen von Sachen oder Waren, die in einem zwar nicht im Geltungsbereich be£ Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895, aber boch im Deutschen Reiche belegenen Betriebe eines ber Vertrag, schließenden erzeugt ober hergestellt sinb, bie Nieberschlagung ober Erstattung ber gesetzlich erforberlichen Stempel anzu- orbnen. Durch diese Regelung ber Angelegenheit ist eine Gleichstellung preußischer und nichtprerißischer beutscher Lieferungsiinternehmer hinsichtlich ber stempelsteuerlichen Be- Handlung ber Lieferungsverträge erzielt und bamit allen Klagen von Unternehmern ber letzteren Art ber Boben ent- zogen worben. — Stempelsteuerbeträge, die infolge des Urteils des Reichsgerichts vom 1. Mai 1906 und entgegen ber neuerlichen Anordnung bezahlt worden sind, werden auf Antrag zurückerstattet. ** Eine Sanitätskolonnen Versammlung tagte am Sonntag nachmittag in Mainz: Vertreter von 20 Sanitätskolonnen berieten über die anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Mainzer freitoil'L Sanitälslolonne geplante größere Hebung. Tie Versammlung beschloß, daß am 10. Mai die Tätigkeit ber Sanilätsiolonnen in Friedensübungen gezeigt werden soll. Auf Antrag des Mannheimer Kvlonnenführcrs wurde die Uebungs- (citung Kvlonnensühixr Wallau-Mainz übertragen und die Leitung der einzcknen in fünf Etappen zergliederten Hebungen in bie Hände von fünf Kvlonnenführern und Aerzten gelegt. Bei der Hebung soll vergeführt werden das Verbinden der Verwundeten und ihre Verbringung vom Hauptverbandsplatz in das Feld- und Kriegs- la^.rett, die Errichtung von Verpslegungsstationen, das Ein- und Ausladen in und ans Eisenbahnwagen, in Schiffe usw., wozu bas Gelände vom kleinen Bruch bis zum Rhein unterhalb der Straßenbrücke in Aussicht genommen ist. Tie Kolonne Frankfurt a. M. wird ihre Feldluck-e in Betrieb setzen und oeim Vorstand des Alice- Frauenvcrcins wird die Mitwirkung der Krankenschioestern erbeten werden. Von den bei der Eisenbahnverwaltung erbeten werdenden Wagen haben die Kolonnen Ludwigshafen zwei für mobilen Begleitzug, Gck e ße n und Hochheim je einen gewünscht, die Kv- tonne Geisenheim wird das Beladen eines Schisses, die Kolonne Mannheim das Enttaben eines Schisses vorsühren. Tie Kolonne Spey.r iv.rd z.vei mobile Kolonnenivagen vorsühren. Tie Hochheim r und Mainzer Kolonnen werden auch Möbelwagen mit Vageriteilen ausrüsten. Tie Kvlonne Worm-s wird den Fahrrod- tra. spert zeigen. Tie Hebungszeit wurde auf nachmittags festige setzt, sie iviro ums 1 oder 2 Uhr beginnen. Mögen der Hebung am 10. Mai in weiteren Kreiien ber Bevölterunb Sympathien für das Sanitätstotonnenweien erwachsen, zumal die Hebung darauf gerichtet ist, die Kvlonnenmitglieber mit den Funktionen vertraut zu machen, bie int Kriegsialle in großem Umfange an sie heran treten würden, wie es der Krieg 18 <0/71 gezeigt hat. * * Für bie Beförderung von Kranken auf der Eisenbahn kommen besonders hierzu eingerichtete firan> f e it 11 a g b e 11 e it zur Verwendung, durch deren Einführung cm bedeutender Fortschritt auf dem Gebiete der Kranken - Be- iorberung geschaffen ist. Diese Kraickentragbetten, von welchen un Eiscnbahiidiretlionsbczirk Frankfurt a. M. je eins auf den Bahn- höien Gießen, Limburg und Frankfurt a. M.-Hptbhi. auigefteUt ist, sind derart eingerichtet, daß oer Kranke darin von der Wohnung ober von der Unsallstecke abgeholt, ohne Umbettung m einem Eisen- babnnbtetl, m welches das Tragbett hineingestellt wird, weiter be- Ördert und auf der Bestimmungsstation vom Bahnhof wieder bis an d.e neue Lagerstätte (Krankenhaus, Klinik, Wobnung usw.) getragen werden taun. Tie Tragbetten können von allen Stationen und Haltestellen — nötigenfalls telegraphisch — angefordert und nach sämtlichen Stationen und Haltestelle>r der Preußisch b Hessischen Staatsbahn verwendet, werden; bie Beförderung erfolgt in den Abteilwagen 3. Klasse. Für die Be- ntitzimg sind zwei Fahrkarten 3. Klasse für den Kranken und je eine Fahrkaite 3. Klasse für jeden Begleiter zu lösen. Weitere Gebühren, attch für Rücksendtmg und Tesmsek.ion des Tragbettes, kommen nicht zur Erhebung. Nähere Auskunft erteilen bereit- willigst bie Bahnhoisvorstände. 1' ** Di stelrafen tu nnel. Der Bau eines Distelrasentunnels (zwischen Flieden und Schlüchtern) ist nunmehr im Prinzip genehmigt, er wird 3,5 Kilometer lang und somit einer der größten im Deutschen Reiche werben. Die Strecke Frankfurt-Bebra wird dadurch gegen 12 Kilometer abgekürzt. Sobald das neue Projekt zur Ausführung gekommen sein wird, werden, um den Verkehr der Elm-Gemündener Bahn aufrecht 511 erhalten, von Elm nach Schlüchtern und Flieden nur noch Lokal- oder Pendelzuze verkehren. ? Allendorf a. d. Lahn, 26. März. Gestern abend hielten hier in den Lokalitäten der Wirtschaft »zur Linde^ Oberlehrer Dr. Werner und Herr Reuther aus Gießen einen Vortrag im Sinne der Antisemiten. Das Thema der Redner war: „Die politische Lage und die letzte Reichstagswahl a. (!) Friedberg, 26. März. Am Predigerseminar sand gestern die Entlassung von 14 Pfarramtskandidaten statt. Oberkonsistorialrat Dr. Petersen- Darmstadt und zahlreiche Geistliche nahmen an der Feier teil. Direktor Professor D. Eger überreichte die Entlassungsscheine an die Kandidaten. □ Aus dem Kreise Büdingen, 26. März. Der K reistag hat sich nun auch mit der Nutzbarmachung der Wasserschätze Oberhessens befaßt. Proomzial- direktor Geheimerat Dr. Breidert machte eingehende Mitteilung über den Stand der Unternehmung eines Wasserwerks zu Inheiden und eines Elektrizitätswerks in Lißberg, die Pläne werden gegenwärtig vom Ministerium geprüft und in Kürze den Provinzialtag für Oberhefsen beschäftigen. Die Ausführung beider Werke soll 1909 beginnen. Der Kreistag brachte feine Zustimmung zu den großzügigen Projekten erneut zum Ausdruck. — Die Errichtung einer Kreisfainmetwa f e n m e i st e r e i hat der Kreistag in Aussicht genommen. — Im verflossenen Jahrzehnt wurden vom Kreis löStraßen- neubauten und mehrere Umbauten ausgeführt. R.B. Darmstadt, 27. März. (Tel.) Der Rechtsanwall und Notar Rudolf Link in Dieburg wurde gestern nachmittag wegen Unterschlagung von Nachlaß- und Mündelgeldern in Höhe von 20 000 Mk. durch den Oberstaatsanwalt verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis in Darmstadt eingeliefert. L., ber geftänbig ist, war früher einige Jahre Rechtsanwalt in Nidda. Er befand sich in den letzten Jahren in zerrütteten Vermogensverhältnifsen. Wetzlar, 26. März. Die auf Anregung des Frauenoereins im vorigen Herbst auf dem Kornmarkt in§ Leben getretene Milch küche hat sich bereits aufs beste bewährt. Sie sucht der Kindersterblichkeit entgegen zu wirken, steht unter der Aufsicht des Kreisarztes Braun und liefert den Rlinderbegüterten gegen ein geringes Entgeld gute Kinder- milch. Dazu können minderbegüterte hoffende und stillende Mütter allwöchentlich einmal die vom leitenden Arzt festgesetzte Sprechstunde unentgeltlich besuchen. , I Weilburg, 26. März. Die Norstereitungen zur nächsten Landtagswahl werden im Oberlahnkreis eifrigj betrieben. Es wird überall in Stadt und Land Bürgermeister Hepp aus Seelbach als Kandidat gewünscht. Er i|t als Sohn eines Bauern aufgewachsen und daher mit den landwirtschaftlichen Verhältniffen der Gegend aufs beste ver- ttfluk % nM" fjbfi ntttn, 5000 sd- w Äfflit & 116 UH sondern i Untere aß&W liefern |c Werr ME ÄAIlH" 2. Me - 3 M veMiM i M. $nl izüii M Urteilt s. N M'tigv «csihilv 9. SeMo , Äoycn s' ' Mrd 5 bei Mer in der hi Wer uni mißhandelt imtt das • trhauptck rtgtn des Die i lieft kürzlil iem Jahi M der 1 Widjenm 22631 M lenöe von Foilfchrill ö Jahre bi loroie bie 6 tebriidlic iii Psam, hing der S Vsarrtö Narrersiöc i-r Porjia Meilen gei Ilttwanbier mjeiwerei unb bis ju dringende; mb bort Manche roa "r Wiche Men Zeiip Mtjrgetlavt Wen roiiib llfe hessisch Men zu 1 "-Heu, da f mit von ihr 'ragen unbj 0 "anbach Neinnmnit, W Michail- iZ°hen. jfitt Augu 'Eitrung i get § erne R M ein, fabelt Ti Heilung Wfe ihr, 'ftaen. Sa i60,1 ifc ^eii, der' tt-n Dom Z P» K -^z von 1 Werg j jVo’Nm I J. -u «anitoia, I J1??1 Bestehen- I Pp. mS I "-hgkeit £ 3 ?? ,01L Ari I * *Je Uebungi, I I Hebung I *« und ih I :L\unHiiegj. I J1' das Ein- unb I : wozu bei H Ab dn Straßen. > btanfjurt a. f ■ fltani des Alice, I kenchoestna er. ■ ^.erbeten wer. ■ 3^1 iüi mobilen I wünscht, die &> 1 les, die LvloM B Tie Kolonne B K,A-ichI ■Viobelrongen mit B rd den Fahnab B nochnnttags seß. B ög:n bei Hebung Lj uilg Sympathien B l die Hebung b>! ■ FunKionen ta> U Umfange an fit 11 gezeigt hat. Kranken auf B gerichtete Kran. B )cren Emiühruq B )er Kranken - At- B , von welchen im B i- auf den Äch> B :btji. auigesielll ist B Don der Soiinung B ig m einem Ehen- B l wird, weiter t> B ahiihos wieder bü B eolmung ujiD.) ge> B ui allen Siaiiona B ) - angejordea u Haltestellen i« B t werden: bit ässe. Für die Ar- n Kranken unb ü jfen Weitere tic i des zragbeliti , t erteilen bereit- Blen'Pel 2 i« $ ?et beulfötr pichen tze. °°wit an,. >etc «oben 5 n,ol9e des nt, ö ^Skgen b,t °^en ans An, ine§ bistelrask» ist nunmehr n ter lang uti che werden. gegen 12 Sb rojell zur Ab den Berkehr dü iz von Eli» w* oder Pendels . Gestern abi- Hs ,i“‘ her au§ ®ie°R Das Thema » legte W* sarramst° , rsen-TE n teil. T.M cheineandlt^ 26. «ft * ntzbarnlach^ i W’e üBbcrg.il! L M"L flr* ”■ tojttii"«' &<\ sucht gtn6,llffl SM Wk de- : SlnreS^!, irJ eil« *1 rra"" .,AF eilende" traut. Seine Volksschulbildung vervollständigte er auf der hiesigen lanbro. Winterschnle. w. Frankfurt a. M., 26. Marz. Für den ersten internationalen Kongreß für Rettungswesen, der in der Psingstwoche hier tagen soll, bewilligte die Stadtverord- ncten-Versammlung heute einstimmig einen Zuschuß von 5000 'Mk. <ßcrid?t$faaL sd. D arrnstadt, 26. März. Wegen Betrugs in 3 Fällen, Mißbrauch der Dienstgewalt, Ungehorsam, schwerer Privat-Ur- kundenfälsch-ung und Urlaubsüberschreitung stand heute der Sergeant Julius Gerhardt von der 11. Komp. Inf. Regt. Nr. 116 aus Kempfeld unter Anklage. Er hat, trotz eines entgegengesetzten Befehles, einige seiner Untergebenen veranlaßt, ihm Geldbeträge zur Weitergabe an den Feldwebel zu überlassen, die sie über die Summe von 6 M. bei sich trugen. Es wurden ihm auch 20 M. und 5 M. überlassen, welche er aber nicht ablieferte, sondern für sich behielt und verausgabte. Er hat Wetter von sechs Untergebenen je 1 M. eingenommen und verausgabt, welche er als Vorschuß für zu liefernde Bilder an einen Photographen ab- liesern sollte. Er ist geständig und wird ihm $u gute gerechnet, daß er in Notlage war, da er für die Folgen eures Verhältnisses Alimentationsgebühren zu zahlen hatte. Er erhält eine Ge- sängnisstrafe von 6 Monaten, wird degradiert und in die 2. Klasse des Soldatenstandes versetzt. — Der Musketier I. Eis löffel von der 12. Komp. Inf. Regt. Nr. 118 aus Obergleen hat gelegentlich eines Tanzvergnügens in Bürgel einem Kameraden ein Portemonnaie mit 4 M. Inhalt, das er gefunden, unterschlagen. Trotz seines Leugnens wird er fürüibersührt erachtet, da er aus dem Portemonnaie seine Zeche bezahlte und wird zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. s. Marburg, 26. März. Das Schwurgericht beschäftigte sich volle 2 Tage lang mit einer Totschlags- g e schichte, die sich in Neustadt zutrug. In der Nacht zum 9. September sand dort ein Kriegerball statt und am anderen Morgen sand man auf der Straße den 26 Jahre alten Maurer Richard Keßler mit einem tiefen Messerstich liegen. Er sagte, der Rottenführer &. Balzer sei der Täter, nachher ist Mßler in der hiesigen Klinik gestorben. Es stellte sich l^eraus, daß Keßler und ein Mann namens Kappel den Balzer überfallen und mißhandett hatten. Letzterer, der mit Kappel angeklagt war, be- stritt, das Mester benutzt zu haben, während der Mitangeklagte dies behauptet. Balzer wurde schließlich freigesprochen und Kappel wegen des llebersalles zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Kirche und Schule. Die Sterbekasse des hessischen Pfarrvereins hielt kürzlich in Frankfurt ihre Hauptversammlung ab. Dem Jahresbericht eiiMehmen mir, n. d. Tarmsn Zig., daß die Zahl der Versicherungen sich nunmehr auf 130 beläuft mit einem Versicherungskapital von 106 200 Akk., das Kapitalvermögen auf 22 631 Dik., die Jahresprämien auf 3172 Mk., die »erteilte Dividende von 19 pEt. auf 432 Mk. und daß nach jeder Hinsicht Sin Fortschritt zu verzeichnen ist. Es wurde auch für die nächsten 5 Jahre die Verieilung einer Dividende von 19 pEt. beschlossen, sowie die Erhöhung der Versicherungssumme von 1000 auf 2000 Mk. Ausdrücklich bemerkt sei, daß die Sterbekaste auch Nichtmitglieder des Pfarrverems auhiimnu. Im Anschluß an die Hauptversammlung der Sterbekasse sprach man sich noch über eine zu gründende Pfarrtöchterkasse ans, um für alle unversorgten großjährigen Pfarrerstöchter in Zukunft eine feste jährliche Rente zu ermöglichen. Ter Vorstand der Sterbekaste, der hierfür schon bedeutende Vorarbeiten geleistet hatte, wurde beauftragt, sich mit den Vertretern verwandter Vestrebungen (stöhler°Schmul-Habichl°-Stiftung, Piarr- waijenverein, Feuerversicherungsverband) ins Benehmen zu setzen und bis zur nächsten Hauptversammlung des Piarrvereins diese dringende und Hoffnungsvölle Angelegenheit weiter zu verfolgen und dort über seine bisherigen Beratungen Bericht zu erstatten. Manche waren der Ansicht, sich jetzt schon an die weitesten Kreise der hessischen Geistlichkeit zu wenden, schließlich aber hielt man diesen Zeitpunkt erst dann für getommen, wenn sich die Sache erst mehr geklärt habe und die Gedanken greifbarere Gestalt angenommen haben würden. Sobald das der Fall sein wird, gedenkt man an alle hessischen Geisilicheir cme Einladung zu einer Versammlung ergehen zu lassen, um die Sache auf ine breiteste Grundlage zu stellen, da sie eine Angelegenheit aller hessischen Pfarrer ist, die nur von ihrer Gesamtheit befriedigend gelöst werden kann. An- irageii und Wünsche in dieser Sache bittet man an P'arrer Nebel in Laubach zu richten, der auch Anmeldungen zur Sterbekasse ent- gegennlmmt. vermischtes» * AuseinerkleincnRcsidcnz. Der bekannte Schriftsteller August Niemann aus Dresden, der in Gotha unter der Regierung des Herzogs Ernst II. Redakteur des Gothaischen Almanachs geivesen ist, gestattet dem „Hannov. Cour." aus jener Zeit eine Reminiszenz aus Gotha zu veröffentlichen, bei der es sich um einen eigenartigen Etiquettestreit am Hose des Herzogs handelt. Die Geschichte spielte int Jahre 1876 und lautet in der Darstellung Niemanns wie folgt: „Die sächsischen Herzöge sind Lischöfe ilirer Landeskirche und können eine Scheidung vornehmen. Herzog Ernst II. schied einmal eine Dame, von der man anuahm, daß sie seine illegitime Tochter war. Der Herzog schied ’ic von ihrem zweiten Manu und verheiratete sie mit einem dritten, der Reisender für ein Wäschegeschäft war und bann vom Kaiser Wilhelm I. geadelt und vorn Herzog Ernst zu einer der ersten Hofstetten befördert wurde. Die „Gesellschaft" in Gotha billigte diese Sache nicht und brüskierte das Ehepaar. Ter Herzog versetzte es deshalb nach Ko bürg und reiste selbst nach Nizza. In Koburg residierte der präsumtive Thronfolger Verzog von Edinburg mit seiner Gemahlin, Schwester des Zaren Älexauders III. Der Herzog von Edinburg war ein Engländer, der zufrieden war, wenn er ruhig die „2ime5,z lesen konnte. Seine Gemahlin sorgte für alle, Geschäfte und später für die Re-f gierung. Sie billigte das Verfahren des Herzogs Ernst ebensowenig wie die Gesellschaft in Gotha und lud zu einem Balle ein, indem sie das vom Regiereirdm beschützte Ehepaar weglicß. Das war um so deutlicher, als der Herr gemäß seiner Charge die Einladung selbst hätte anfertigen müssen. Dieser telegraphierte infolgedessen eine Beschwerde nach Nizza. Der Herzog Ernst depeschierte an die Großfürstin das Verlangen, das weggelafsene Ehepaar noch einzuladen. Die Großfürstin antwortete, zu ihrem Talle lüde sic ein, Iver ihr passe, und dieses Ehepaar paffe ihr nicht. Der Herzog depeschierte an den Staatsminister, niemand von feinen Beamten dürfe den Ball besuchen! Die Herzogin von Edinburg sah ein, daß ihre Säle leer bleiben würden, packte ihre .Koffer, nahm ihren Gemahl mit sich und fuhr nach Berlin, wo sie dem alten Kaiser alles erzählte. Die Thronfolge kam in Frage. Aber der Kaiser schätzte seinen altm Freund Herzog Ernst sehr hoch. Er redete der Herzogin zu, wieder nach Kvburg zurückzukehren, und vermittelte dahin, daß der Herzog den in seinen Herzogtümern mißliebigen Hofbeamten auf eine seiner in Oesterreich liegenden Herrschaften schickte. Kleine Tageschronik. In Hannover wurde nachts in der Wohnung des verstorbenen Großindustriellen Schwarz im Zimmer, wo die Leiche stand, ein großer E i n b r u ch 2 d i e b ft a h 1 ausgeiührk. Der Silberschrank wurde feines wertvollen Inhaltes beraubt, der 10 000 Alk. beträgt Alle Anhaltspunkte für diesen gemeinen Raub fehlen. In T a r n o w i tz kOberschlefien) erhielt der Gymnasial- Proseisor Decker mit der Post eine Höllenmaschine, welche aber dank der schlechten Beschaffenheit der Zündschnur nicht cxplodirte. Da man glaubt, daß es sich um einen Racheakt von Schülern handelt, wurden einige Gymnasiasten verhaftet. In Lentschau, einer Stadt im nördlichen Ungarn, entstand während einer Gerichtsverhandlung unter dem Podium, auf welchem die Richter faßen, Feuer. Mit unheimlicher Schnelligkeit stand das Podium in Flammen, sodaß die daraus befindlichen Personen sich nur mit größter Mühe in Sicherheit bringen konnten. In Paris sand am Abend des 28. März eine zahlreich besuchte Versammlung von Aktionären der R o ch e 11 e'schen Gründlingen statt. Die Versammlung, in der es stürmisch zngtng, protestierte gegen die Verhaftung Rochelte's, der sie die erlittenen Verluste zuschrieb. Sie Krderte die vorläufige Freilassung sowie die Fortsichrung der Unternehmungen, bis Röchelte sich recht- fertigen könne. Röchelte richtete ans seiner Gefängniszelle ein Manifest an seine Beamten, worin er ihnen für ihre Anhänglichkeit und Sympathie-Kundgebungen seinen Dank ausspricht. Er bezeichnet sich als das Opfer der haute finance, die aus Neid den Rum seiner Unternehmungen unb seiner 50 010 Klienten beschlossen habe. Er fordert die Beamten auf, alle Klienten zu beruhigen. Am Lötschberg wurde beim Bahnbau in einem kleineren Tunnel bei Nanon - Wallis eine Anzahl italienischer Arbeiter durch Erdeinsturz verschüttet. Ein Toter und mehrere Schtver- oerletjte wurden geborgen. In Bukarest wurde der Arzt Adolf von Petelenz wegen Verbrechen gegen bas keimende Leben verhaftet. Die Unter- suchung führte zu dem ebenso überra,cheuden wie entsetzlichen Resultat, daß der Verhaftete seine verbrecherische Tätigkeit schon seit vielen Jahren ausübte unb ben Tob von 30 Frauen unb Mäbchen, bie sich ihm anuertraut hatten, verschu 1 bet hat. Prof. Mahrmund vor Gericht. Wien, 26. März. Vor bemi Preßsenat des Wiener Landesgerichts fand heute die Einspruchsverl7andlung üoer die Konfiskation der Broschüre des Professors Wahrmund: „Katholisch e W e l t a n s ch a u u u g u n d f re i e W i s s e n s ch a f t" statt. Staatsanwalt Dr. Pollak verwahrt sich gegen den Vorwurf, daß die Staatsanwaltschaft an dem Bollwerk der Staatsgrundgesetze rüttelte, die Meinungsfreiheit kneble und die Freiheit der Wissenschaft unterbinde. Die preßgesetz,liche Maßnahme wollte einen publizistischen Exzeß treffen, um dem Schutzgefetz für eine staatlich anerkannte Kirche Geltung zu verschaffen. Die Broschüre Wahrmunds sei zur Massenverbreitung bestimmt, der agitatorische Zweck also ersichtlich WahrnMnd kämpfte mit Waffen des Hohnes und des Spottes gegen die katholische Kirche. Der Staatsanwalt ersucht daher um Zurückweisung des Einspruches. Anwalt Tr. Postelbevg sucht zu beweisen, daß Prof. Wahrmund den Gegensatz zweier Weltanschauungen charakterisieren wollte; er wollte nichts anderes als die Wortführer des Zentrums in Deut,a)land, nämlich: Freiheit der religiösen Betätigung. Prof. Wahrmund führte u. a. aus: Der Vortrag und die Broschüre haben nicht die Bedeutung eines Angriffes, sondern die Bedeutung der Abwehr. Ter Kamps für und wider die katl)olische Weltanschauung hat mit der Religion nichts zu schaffen. Die katholische Weltanschauung sei gleickchedeutenö mit Ultramantanis- mus, und diesen wollte er als religions- und kulturfeindlich treffen. Die Ultramontanen harren des Aioments, um zum Todesstoß gegen den Rechtsstaat Oesterreich aubzuholen. Nach ernstündiger Beratung fällt der Gerichtshof die Entscheidung: Der Einspruch hinsichtlich der Stellen über Gottes- begriff, Dreieinigkeit und des Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens ist zurückgewiesen. Hingegen wird ihm hinsichtlich der Stellen über Wunder und Reliquienglauben und Hexenaberglaube Folge gegeben. In der Begründung des Urteils wird ausgeführt, daß Wahrmund den Vortrag nicht in Ausübung seines Lebramtes, sondern freiwillig vor einem Laienpublikum gehalten habe, wodurch die objektive Möglichkeit gegeben war, daß ber Inhalt d.s Vortrages auch Anhängern der katholischen Weltanschauung zur Kenntnis kommt, was diese in ihren religiösen Gefühlen verletzen müßte. Bei d-r Kftitik des Kampfes zwischen Glauben und Erlenntnis fei ber Verfasser über den Rahmen wissenschafllicher Kritik hinausgegangen. Eingesandt. Wer an sonnigen Frühlingstagen schon den Weg gegangen ist, ber am sübwestlichen Saume bes Philosopheuwalbes entlang von ben Wiesen nach bem Trieb unb ber Liebigshöhe führt (ben sogenannten „Nizzaweg"), ber wirb gefunben haben, baß es auf weit unb breit kein schöneres unb wärmeres Plätzchen gibt. In ber geschlossenen Walbecke spürt man kein Lüftchen, bie Sonne wirkt mit voller Macht, erwärmt bie Luft unb ben Boben, so baß man sich ans bem strengen März in Mai ober Juni versetzt fühlt, unb ber Anftnthalt an biejer Stelle fast einer Heilstätte gleichkommt; ein Plätzchen, wie c§ für Erholung Suchenbe, für Genesende, für Kinber unb alte Leute nicht schöner gedacht werden kann. 9lur findet sich dort so wenig, das den Ermüdeten zum Bleibeir einläb. — Die eine Bank, bie für bie Connesuchenden noch nicht einmal günstig steht, wirb an solchen Tagen nicht leer, und bie zweite Bank in ber Nähe ber Liebigshöhe ist in einem so bedenklichen Zustande, baß man einen schweren Körper berfelben nicht ohne Gefahr anvertrauen kann. Eine bankenswerte Aisigabe für unsere Stabtverwaltung dürfte es sein, dort noch einige Bänke aufstellen zn lassen, und ber Einsender glaubt bem Wunsche von gar Vielen zu entsprechen, baß er biese Frage hier angeregt hat. Märkte. (!) Friedberg, 26. März. Gestern war hier Schweinern a r f t. Der Auftrieb an Tieren war sehr stark, es wurde viel gehandett, doch waren die Preise nicht so hoch wie seither. Auf dem Krämermarkt herrschte reges Treiben. lc. Fran, tun a. M., 27.März. Heu- und Strohmarkd (Org.-Töl b. Gieß. Anz.) Angefahren waren 12 Wagen Heu, 5 Wagen clrof). Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.20—3.50, für Stroh Mk. 2.50—2.70, Alaschmen-Langslrol) Alk. 2.10—2.20. Alles für 50 kg. Tendenz fest. Gießener Wetterdienst. DoranSsichtlichc Witterung für Hessen am SamStag ben 28. März: Zunehmende Bewölkung, zunächst noch trocken. Am Tage wärmer, nachts kühl. Auffrischende südliche Winde. In ben nächsten Tagen Witterungswechsel. OriginaL-DrahtmeLdunge«. Hamm, 27. März. In der neuen Pulverfabrik wurden durch eine Pulverexplosion drei Arbeiter getötet. Rellinghausen, 27. März. Oberingenieur Meper von den vereinigten Essener Steinkohlenbergwerken fiel beim Ueber- schreiten einer Ringofenanlage in den brennenden Ofen, wurde schwer verletzt und starb bald darauf int Krankenhaufe. Hamburg, 27. März. Der präsidierende Bürgermeister Dr. Mönckeberg ist heute Nacht verschieden. Rom, 27. März. Ter König und Tittoni sind heute früh aus Venedig hier ivieber emgetroffen. Rom, 27. Marz. Der „Tribuna" zufolge betonte der K a i f e r_ in einer seiner Ansprachen seine große Freundschaft für bie Tür kei, ferner feine feste Absicht, bie Algeeirasakte aufrecht zu erhalten, und die Unabhängigkeit Marokkos möglichst zu wahren. Auch ließ er angeblich seine Berettwlllig- keit durchblicken, bei der Pforte Italiens Absicht einer friedlichen Durchdringung von Tripolis zu unterstützen. „Osservatore" bringt einen Artikel zur Begrüßung des Kaiserpaares, worin es heißt, das bedeutendste Faktum sei, daß der Kaiser sich so lange von Berlin entferne. Das beweise sein vollständiges Vertrauen in den Weltfrieden. Die „Tribuua" erfährt noch, binnen 14 Tagen werde Bülow tn Venedig sein, um mit Tittoni zusammenzutreffen. Rom, 27. März. Allgemein fällt auf, daß diesmal kein amtliches Kommunique über die Unterredung Kaiser Wilhelms mit König Viktor Emanuel veröffentlicht worden ist. Die Blätter fahren fort, zu berichten, daß die Zusammenkunft von großer politischer Bedeutung sei. Wien, 27. März. Der feit langem angekündigte Gegenbesuch des Fürsten Bülow beim Minister des Aeußem, Baron Aehrenthal, wird bereits an diesem Sonntag er» olgen. Fürst Bülow wird zwei Tage sich in Wien aushalten und am Dienstag die Rückreise nach Berlin antreten, da sich die Reise des Reichskanzlers nach Italien nicht unmittelbar anschließt. M a r i e n b a d, 27. März. Wie es hier heißt, wird König Eduard seinen hiesigen 5turauienlhalt im August auch dazu benutzen, Kaiser Franz Josef in Ischl zu besuchen und ihm zu seinem 60jährigen Regierungs-Jubiläum seine Glückwünsche darzubringen. Paris, 27. März. Der Unterstaatssekretär des Krieges teilte bei einer Besichtigung der Garnisonen der Ostgrenze fest, >aß das dort den Truppen gelieferte Fleisch von krauten Rindern lammt Mehrere Sergeanten sind verhaftet worden. Lono on, 27. Riärz. Der hiesige Gemeinderat be- chloß, den Präsidenten Falliöres zu einem Besuch für den Monat Mai einzulaben. Petersburg, 27. Marz. Die Antwortnote der österreichischen Regierung auf ben Reform Vorschlag Ruß- lanbs für Mazedonien ist bereits im Auswärtigen Amt ein- getroffen und lautet, wie cs heißt, zustimmend. Die Antwort wird hier mit größter Genugtuung ausgenommen. Teheran, 27. März. Der Prinz Silli es Sultane h, der bekanntlich als Gegner des Schahs galt und sogar verhaftet wurde, ist zum Gouverneur von Schiras ernannt worden. Allgemein herrscht große Ueberraschung über diese Ernennung, die aber als eine Bürgschaft für die Ruhe im Reiche angesehen wird. Ardeitsvergelmttg. Die zur Umänderung von Türen in ben Schulgebäuden in »er Schillerstraße unb Westanlage erforderlichen Schreiner-, Lchlosscr- und Weißbinbcr-Ärbeitcn sollen Mittwoch, oen 1. April d Js., vorm. 11 Uhr iffeiuiid) vergeben werben. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bet uns zur Linsicht offen. Angebote auf Vordruck, ber bafelbit erhältlich, sind zum genannten Termin bei uns einzureichen. — Zuschlagsirist 14 Tage. Gießen, den 25. März 1908. Städtisches Hochbauamt. _____________Gerbe 1. _____________________B”/3 Bekanntmachung. Der Feldweg südlich deo neuen Fricdbo.v zwischen Verwaltungsgebäude und Main - Wctcrbabu wird wegen vorzu- neljmenber htanaliiationöarbeiten non heute ab bis aus weiteres gesperrt. Gießen, ben 26. März 1908. B”/s Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___Mecum_______________ ..... - . - n DM MMMÜkM - FENSTER JEDES MUSTER — JEDE HOLZART — JEDES PROFIL TREPPEN 1746 KEHLLEISTEN MODERNE LADENEINRICHTUNGEN EMIL H. MÜLLER, HOLZBEARBEITUNGSFABRIK GIESSEN TELEFON 132 Prenssiscüe Planübriei-^ank. Die am 1. April 1908 fäUigen Zinsscheine unserer Hypotheken - Pfandbriefe, Kommunal - Obligationen end Kleinbahnen - Obligationen werden vom 15. März ab an unserer Kasse und bei der Mehrza.-l der deutschen Banken und Bankfirmen kostenfrei eingelöst. Daselbst: sind obige Papiere zur Kapitalsanlage und ausführliche Prospekte zur Information erhältlich. ssM/3 Preussische Pfandbrief-Bank. Darmstädter Pädagogium pZ"8t°dt 1. Aufnahme schulpflichtiger Schüler, vom 9. Jahre ab. 2. 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Eisenbauanstalt däbdm°tadt.-s Dachstühle — genietete TrägeT — Stütze« _ moderne Fassaden —- Hallen — Treppen etc. Ä vor den Augen unserer kritisierenden Mitmenschen leichter verbergen, als ein unschöner Zimmerboden. Denn man schließt nur zu gern von diesem auf den Besitzer, wenn auch ort mit Unrecht, ba an dem wenig einnehmenden Aussehen nicht der Besitzer,' sondern nur die zur Verwendung kommenden Mittel Schuld tragen. Welche, wenn auch oit Hille Bewunderung erregt ein schöner Kuschoden! Ohne Mühe vermag sich jedermann einen solchen herzusieüen, sei es nun Parkett, Vinolcum oder gestrichener Boden, durch den Gebrauch von i Parkctrrofc. vier bleiben die Böden hell und dunkeln nicht nach- kein Geruch, keine Ltaubbildung, da nut Wasser gewischt werden i kann, ohne dag sich Flecken bilden. Billigste Bodenwichse, keine schweren Bohnerbürsten mehr! Einfaches leichtes Bürsten genügt! Man arbeite jedoch nur nach der Gebrauchsanweisung! Denn nur in diesem Z-alle ist: Ein Versuch — ein Erfolg! 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