Erstes Blatt Mittwoch 25. November 1908 General-Anzeiger für Oberhessen 158. Jahrgang vezugSpret Z: monatlich 7bPf^ viertel- jährlich Dik. 2.20; durch Abhole- il Zwetgstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.— viertel» lährl. ausscht. Beitellg. ZeilenpreiS: lokal ISPf^ auswärts 20 Pfennig, Verantwortlich für den politischen Teil, für .(^eutllcton* und .VeniiischteSE: Ernst Anderson, für .Stadt il Land" und,(Sevid)t5- Nr. 278 Ter Siebener Anzeiger erichcinl täglich, anher Sonntags. - Beilagen: vier,na l wöchentlich S'.ehenerZamilirndlätter; iivkunat iuÖrtienil.Krel$i lattsürdenAreirSiehen (Dienstag und Freitags; zweimal inonatl land« wirtschaftlich« Seilsragea Fernsprech • Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Tepeschent Auzetger «leben. Annahme ooe Anzeige» MS oo?mü°ngTio uic RotaNonr^niS und Verlag der vrühl'fchen Un!v.-Vuch- und Zleindruuerel R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. A^ei'aen'test^ H"'veL Znnr Gebnvtstag S. TL. Ts. dss Grsszhsezogs. ^eute vollendet Groß Herzog Ernst Ludwig von Hessen fein 40. Lebensjahr. Nicht durch rauschende jcpfeiem, sondern durch inniges Gedenken wird in den Palästen und Hütten des L)essenlandes der Tag gefeiert werden, und aus Tausenden von Herzen werden treue Segenswünsche emporsteigen, des Inhalts, daß den» Hessenvolke der an ragender Stelle stehende Fürst noch lange erhalten bleibe, der ihm seit seinem Regierungsantritt im besten Sinne * ein treuer Führer auf der Bahn des Fortschritts und des Gute»» gewesen ist. Die hervorragenden Geistes- und herzenscigenschaften des Fürsten haben es bewirkt, daß er in Mahrheil keinen Feind besitzt, und von ihm gilt das Mort Ludwig Uhlands, daß er jedem seiner Untertanen das Haupt in den Schooß legen kann, höchstens mit der Einschränkung, nicht dem Untertanen, aber dem Staatsbürger. Denn mehr als in vielen anderen deutschen Staaten hat sich unter dem Einfluß des liberalen Fürsten die Umwandlung des vormürzlichen Unlertanenbegriffes in den Begriff des gleichberechtigten Staatsbürgerlums vollzogen, und roenn es noch nicht auf allen Gebieten geschehen »ft, so liegt dies wahrlich nicht an Großherzog Ernst Ludwig. Mährend anderwärts z. 23. Verfassungsänderungen im Sinne einer Erweiterung der Volksrechte den herrschenden (ßeuKÜien nur im zähen Kampfe abzuringen sind, wollte der Fürst der Hessen schon vor Jahren seinem Volke aus freien Stücke»» ein freies und gleiches, geheimes und direktes Mahlrecht zur Volksvertretung einräumen und zwar nicht in» einseitige»» Ausfluß seiner Herrschergewalt, sondern auf der Gru»»d!age des Vertrages zwischen Fürst und Volk. Zum viertcumale wird demnächst die Mahlrechtsvorlage de»»» Landtage zugehen und wir fönnen nur wünschen, daß der große Uloment kein kleines Geschlecht sindel und die Volksvertretung dein Fürsten es gleichtut an politischen» Sinn und staatsmännischer Einsicht. Menn es dennoch im letzten Jahre wiederum im öffentlichen Leben Hessens zu keinem Stillstand gekommen ist, so ist es nicht am wenigsten der stillen, jedem überflüssige»» Gerede abholden Arbeit des Großherzogs für des Landes Mohlfahrl zu verdanken. Mir segensreich diese Arbeit für die wirtschaftliche Entwickelung des Landes ist, konnte man gerade in diesem Jahre sehen, wo Fürst, Regierung und Volk, Handwerk, Kunst und Kunst» gewerbe in gemeinsamer Arbeit in der hessischen Landesausstellung ein Bild gaben von dem hohe»» Stand der Hessenkunst und des hessischen Kunstgewerbes. ' Die Ausstellung bedeutete einen vollen Erfolg und gleichzeitig die allgemeine Anerkennung für des Großherzogs Auffassung der hohen Bedeutung der Kunst für unser Volks» leben, einer Kunst, die nicht nur denen Freude bereiten soll, die auf der Menschheit Höhen wandeln, sondern die auch den Aer»»»slen des Volkes das Dafein verschönern soll. Der Schluß seines heute vollendeten ^0. Lebensjahres brachte bem geliebten Hessenfürsten noch ein besonderes Glück: den zweiten Sohn. So erscheint denn heute, dem Tage eines be» deutungsvollen Abschnitts in feinen» Leben, das Geschick unseres Fürsten in besonders glückliche»»» Lichte und nach früheren langen Jahren herbste»» Leides ist ihm das höchste, das Familienglück an der Seite einer hochsinnigen Gattin durch die im ganzen Lande mit lebhafter Fieude begrüßte Geburt eines zweiten Kindes noch erhöht worden. So können wir ihm und den» Hessenlande zu seinen» heutigen Geburtstage nur wünschen, daß ihm dieses Fa»nilienglück noch lange vergönnt sein und daß es ihm gelingen möge, auch ferne»hin dem Hessenvolke der Führer zu jein auf der Bahn der Freiheit, der Gesittung und des Allgemeinwohles l Vie Feier von Erotzherzogr Geburtstag. Die Feier des Gcourrscages S. it H. des Gro ^Herzogs vollzog sich überall in Hessen in der herkömmlichen einfachen Weise. Hier in Gieren wurde sie gestern von der Garnison durch den üblichen Zapfenstreich eingeleitet, der viel Volk auf die Beine brachte. Heute früh folgte großes Wecken, während später von dem Stadcklrchturm, der ebenso wie die sonstigen öffentlichen und zahlreiche Prwatgebäude, reichen Flaggenschmuck trügt, feierliche Festmusil ertönte. Um 93/4 Uhr vereinigte sich die eoangeliscye Ziock- und die Militärgemeinde zu einem Festgotlesdienst in der Stadtkirche, bei dem Pfarrer Schwabe die Fesipredigt hielt. Auch die katholische, sowie die beiden israelitischen Neli- gionsgemeinden begingen den Tag durch bcjonberc Festgottesdienste. Für das Militär sand nach dem Kirchgang große Bejehlsausgabe ans dem Hof der Zeughanskajernc statt. Am Nachmittag vereinigten sich Beamten- und Bürgerschaft zum Festessen im Saal des Gesellschaflsoerems. Im Verlause des Mahles hielt der Provinzialdirektor Gc- heimerat Dr. B r e i d e r t folgende Ansprache: Als vor einem Jahre Seine Magnifizenz .Herr Rektor Leist an dieser Stelle zu uns sprach, konnte er in feiner so schönen und rormuoUenLXten Rede aus festliche Tage Hinweisen, die uns alle freudig bewegt hatten, aus den Besuch Ihrer Königlichen Hoheiten des Grossherzogs und der Grvssherzvgin in dem neuerstandenen Alten Sdstvjse unserer Stadt. Sie damals Giessen im Vordergründe stand, so waren es in diesem Jahre Darmstadt und die Landesai.sst.'llung, welche unser Interesse in Anspruch genommen haben. Freie uno angewandte Kunst, Hessische Munft und Hessisches Kunstgeweroe Haden grosse und scl/one Erfolge errungen, Erfolge, am welchen die Provinz Overhessen rühmlichen Anteil hat. lind dass »oir diese Erfvlge in erster Linie -Seiner König! id-en Hoheit dem Grossherzog verdanken, darauf dürfen wir Hessen mit Recht stolz sein. Aber nicht nur als Führer und Leiter aus dem Gebiete der Kunst, Er geht uns auch voran auf dem »daueren und mühsamen Wege, dem grossen Leidenswege der Menschheit, dem Wege oes Fortschritts zum Vollkommenen, zu wahrer Mensch- lichkeii und Menschenfreu»chlichkeit. Wie Er es in ernster Zeit nicht verschmäht hat, die Aermsten der Armen, arme Wanderer auszusucmn nno ihnen Trost und Hilfe zu spenden, das wird stets unvergessen bleiben. Von oc.nem hohe»» und edlen Sinn hat Grossherzog Ernst Ludlvig Siu? selost ein Denk.nal gestiftet durch die Inschrift indem Ausstellungsturm in Darmstadt: , . „Habe Ch.furclst vor vein Alten — Und Mut, das Neue zu wagen; Bleibe treu der eigenen Natur — Und treu den Mensuln, die du liebst." und üver dem Hauptportal des Turnus sind als die vier Herrscli-ertugendcn dargestellt: Stark und Weisheit, Gerechtigkeit und als die grösste von ihnen die Milde. Meine Herren! Die frofcn Empfindungen, mit roctdjcn mir Grvssherzogs Gebunslag feiern, werden heule xrhvht durch die grosse Freude, welche bem Hcsscnland zuteil geworden ist, Oum> die Geburt eines Prinzen. W.e das ganze Hessische Bolt verbinden wir mit unseren Glückwünschen für den gelievten Landes Herrn die innigsten Segenswünsche für Ihre jtonigiidje Hoheit der Grvtz- Herzogin und den jungen Prinzen. Unseren treuen Gefühlen wollen »Dir Ausdruck geven, indem wir rufen: Seine Köiugltchc Hoheit der Grossherzog lebe hoch! In das Hock) nrurbe von der stattlichen Festversammlung lebhaft cingestimmt. Die Schulen hielten besondere Feiern ab und liessen den Unterricht crusfallen. Die einzelnen Kompagnien feiern den Tag am Abend durch besondere Festfeiern. Wie u»»s aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird, fand auch dort die Feier im herkömmlichen Stöhnten statt. Bei den» grossen Zapsenstreich am Vorabend hielt der Divisionskontnrandeur Generalleutnant von Stran.tz eine mit einem Hoch auf den Grossherzog endende Ailsprache. Auch die Technische Hochschule hielt am Vormittag einen besonderen Festakt ab._____________________________ Auszeichnungen zu Grotzherzogz GebnrLZIag. S. S\. H. Der Gross Herzog Haven zirn» 2j. D. ’UL ueiuei.en: In der $ r 0 b t). (2 5. Division: das Grosskrenz des Ver- bienstordens Philivps des Grossniüligen: den» Generalleulnant von Slrantz, Kommandeur der Grossh. (25.) Division; das All- ge>nen>e^ Ehrenzeichen nul der Inschrift: »Für PerdienNe" : dem Garde-Sergeanten B r ü ch m a n n m der Grossh. Garde Unrer- oisiz»ers-Konipagnie; nn Grossh Gendarmer»e-Korps: die Goldene Aiedaille des Lndeivigs-Orde«»s: den» Obertvachtmoisler Gärtner, dem Lberivachtmeisier Ploch und Drm'Lbeiwacht- meiner Weitzel; die Krone znin Silbernen Kreuz des Verdienst ordens Philipps des Grossmütigen : dem Oberwachtmetsler Zl! o () U lort und dem Oberwachtmeister Beck; das Silberne Kreuz desselben Ordens : den Wachtmeistern und Stations'ührern C e u r e t ch, Kaiser, Müller, Kleins cb ,n i d t, ‘W a n D e l imo Seipp; das Allgemeine Ehienzeichen mir der Jnschnit: „Für Verdienste": dem Wachtmeister Al a r t i n und dem Wachtmeister K r a m e r ; den Mitgliedern des Landesverbandes der Krlegervercine im Gross- Herzogtum Hessen tK r t e g e r t a m e r a d s ch a 11 H a s s i a): das Grosskreuz des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen: dem Generalleutnant z. D. Hoi ztt Darmstadt, Präsident des Verbandes; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben CiDene: Cem ,rabrt- fnnten Louis Auler, Oberleutnant der Landwehr zu Ben Henn, Mitglied des Präsidiums; das Ruteikrenz 2. n lasse desselben Ordens: dem 5laiilmaim Gg. Helfrich, Leutnant der Landwehr, Vorstand des Kriegeiveretiis zn Waldnuchelbach jmh dem Land wirt Taiuel Finger, Haitpunann der Landwehr, Vezirksvoriteher tu Alonsheim; das Silberne Kreuz desselben Ordens: denr Kau- mann Rud. r)i i 11 e r zu Lanbach, Alnglied des Präsidiums und dem Landivict Phil. Lorenz Binzel ui Udenheim. Bezirkslajster. Ferner erhielten: Kommerzienrat Int. G l rt ck e r t tn Darmstadt das Rttterlreuz. 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen; Grossh. Ober'örster i. P. Geh. Forst rat Albert Haberkort» zu A.Sicld das Ritterlreuz 1. Klasse des Verdienst- ordenS Philipps des Grossinütigeii mit der Krone; Cber-Stobe» veterinär a. D. Karl Zapcl das Ritterlreuz 1 Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen. Tas Ritterlreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen: dem Postrat Karl Dingel Dey in Darmstadt, dem Postrat Will). Siam in m Darmstadt, dem Postrai Leopold Knhlmatin m Darmiladt; das Ritierkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dcmOberrechmingsrcviior, Rechnnngsrat Ph S ei) a i i n c r, dem Postmeister Kail K i s s e b e r t h tu Psungstadt, dem Postiekreiar Friedrich Olt in Höchst t. 0.; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: .Für langjährige treue Xteufte“: Landbrie'träger Joh. 'Allvater in Ortenberg, Briefträger Friedr. p n r t in n ii n in Lauterbach, Oberpostfchassner Kaspar Spanier in Rtdda; den Charakter als ^Banrat: dem Direktor und Aiiiglted des Ver- waUungsrats der Rujsüchen Elektroiechnisck-eii Werte Siemens u. Halske, Altiengesellfchait, Herrn. Goerz ui St. Petersburg; Den Charakter als „Rechuungsrai': dem Oberrechnungsrcvtsor Kart K e u g e r in Darmstadt. Tas Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmüitgen: Dem Geh. Komnierzienrat Cleinens Lauteren zu Mainz; dad Ehreiilreuz Des VerDlenstorDens Philipps des Grossmütigen: bem Vorsitzenden der LandesversicherungsanstaH Grossherzogtum Hessen, Geh. Regierungsrat Tr. August Tietz zu Darmstadt, dem Vortragenden Rat bei Der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege des Pltnisteriums des Fnnern, G.h Over- medizinalrai Tr. Ludwig Hauser, dem Kreisrat des Kreises Worms, Geh. Regierimgsrat Tr Kart Kapfer; die Goldene Verdienstmedaille 'ür Kunst und Wissenscha't; dem Oberlehrer an dem Dienen Gymnasium zu Darmstadt Prost Tr. Karl Verger; die Krone ginn Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen: dem Kirchenrat und bisher. Dekan Christoph G r o f ch zu Aiailiz-Kastel. Das Ritterlreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigeii: dem Fabrikanten Dinboli Bücking zu Als'eld, dem Oberlehrer an dem Realgymnasium und Der Ober-Realschule zu Giessen Professor Tr rAudoli Erb, bem Oberlehrer an Dei Augustmerfchiile ^Gymnasium und Realschule) zu Friedberg Pro>. Konrad Grein, Dem ordentl. Honorarpro'essor in Der juristischen Fakultät der Landesuniversität Tr. Ludiv. Günther zu Giesse n, dem Oberlehrer an bem Realgymnasium und bet Lberrealjchuie z»t Giessen Prozessor Georg Heb der ich, bem Bürgermeister Der Stadt Bad Rauheim Tr. Gustav Kayser; bas Ritterlreuz 2. Klasse des VerdleiiftordeiiS Philipps ces Grossmütigen: dem Oekonomierat Karl Ho'tmann ztt Hoi Güll bei Ltch, Feld- bereinigungsgeometer Al>x. Ludwig zu G testen, Reallehrer an der Realschule zu Butzbach 'u ilh. Schiveitzer, Hauptlehrer Aug. Storch zu Bi ;bach; das Silberne Kleüz des Verdienstordens Philipps des Grostinüngen mit der Krone: bem Lehrer Julius Krebs zu Ober-Roden, Lehrer Gg. Vst a n n zu Lang- Göns, Lehrer dmi'nan '.hau ter zu Heuchel' eun -(Kreis Büdingen), Lehrer Augiist 'j)l c r z zu Grebenau, Lehrer Jak. S ch r o d zu Offenbach, Lehren Lorenz Spitz zu Giessen, Lehrer Jakob Steil zu Ostbo en, Let.rer Valentii, c t e d b a n zu L. illo's, Lehrer Joh. Peter 1 r a u l m a n n zu Giessen, Lehrer Otto Weide zu Butzbach ; Die Silberne Medaille des LuDewigs-OrDenS: Der Hebamme M a r z zu Seehenn, Hebamme Kaih. Elis. Bliche l zu Seehenn; das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen : dem iliechner Wilhelm A 11 h a u s zu Grossen-Buseck, licllüertretcnben Armenpflege - Bezirksvorsteher Kaufmann Louis üahn zu Giessen, Bürgermeister, Ortsgerichisvorsteher und Standesbeamten Will». Jochem zu Laubach, Rechitcr Atichaek F ö ck e l ju 'iniinbcrp, deut Oltroi-Fnfpeltor Ludwig Maler zu Giessen; das Allgememe Ehrenzeichen mit der Jmchrl't: »Für langjährige treue Tienfle" ; dem Ratsdiener Gottiried D ö r r^zu Glessen; das Allgemeine Ehrenzeichen nut der Inschrift: .Für neue Tienfie"; dem Poiizeidlener und OitsgerichtSdiener Georg Hettche zu Treis a. d. Lumda, Feldichützen Wllh. Kreiling I zn Heuchelheim (Kreis Giessen), Pollzeldiener Johannes Andreas •Dl a r ft e 11 e r zu Grüningen ; das Allgemeine Ehrenzeichen nut der Jnfchrüt ,Für treue Arbeit" am Bande des Verdlenstordens Philipps beft Grossmütigen: bem Atufeher Balthasar Happel zu Steinberg sKreis Giegen); bas Allgemeine Ehrrnzelchen mit Der Jnschrut: „Für treue Arbeit": Dem Turmwächter Adanr Schn» idt >u Lich, Kietsstrassempart Heinrich Schulz zu Göbelnrod, Kreis- iirassenwart Philipp Schmidt zu Lang-Göiis, Holzhauer Joach. W inner I I. zu Loiidori, Holzhaiier Atonraö W » nDhauer zu Vcfielbad), Packer Eberhard Eckhardt zu Wieseck, Taglöhner , ohannes H a a s zu Lich, Bielsieder Konrad Br ückel zu Lich, Bergmann 'JlDoli We »nai» dt z» Grouen - Luiden, Bergmann Philipp Spengler zu Grossen - Lmden, Rottmelster Heinrich K eine r I. z»» Steinbach vlireie Giessen), Vorarbeiter Heinrich M o b il e L zu Hattelirod. Ten Charakter als „Gehennerat^: bem Ministerialrat im Ministerium Dee Innern Witt). Best, dein Vorsigenben Der Abteilung |uc ojiciulidK ^Htiiuv-i*ypiirau axs Mutist^rrunis des Innern, Ministeria»rut Dr. Dr.-Jng. August Kari Weber; den Charakter a.y „Gch'.imer biegucungöLat": bem Voriissenden der Zentral- stelle für die Gew.coe brcgierungdrat August sJioad zu Darmstadt; den Charakter a.s „Geheuuer 5)osrat": dem oroenttichen vtofcfi'or in per philosvphst'd)en Fakultät der Latrdesunivcrsität Dr. Karl Elbs zu Giessi-n, den Charakter als „Geheimer Bau- iat": dem ordentlichen Professor der Baukunst an der Technischen Hvchsd-ule Georg Wiäop zu Darmstadt; den Charakter als „Gehchmer Sdjuirai": dem Dirckü-r des Reuen Gymnasiums zu Darmstadt Dr. Gustav Forbacy, uent Direktor des Lehrcr- lentiitar» zu BcnSh.im W.lhelm Geiger, dem Direktor der bieah'mule zu Micl>etstadt Dc. Heinrid) Gerhard, dem Direktor pes Lanogras L^dw.gs-Ghmnasiums zu Giessen Tr. Wckhelm Heniell, Oim Direktor der Etconovensd-ule zu Worms Otto Schädel; den Charakter als „Geheimer Medizina^rat": dem peaktischen Arzt SUiebigiualrat Dr. Karl Cüny zu Mainz; den Titel als „Bürgermeister": dem Vechcovdneten Vaurat Ferdinaitd it' u I) u zu Ma.nz, dem Beigeordneten Dr. Alfred We v c rs zu den Charakter a.s „Medizina.rat": dem Direktor des städtischen K.ranUnhauseS Prozessor Dr. Lothar Heidenhain zu Worms; den Charakter a:s ,,'Sanitätsrat": dem praktischen ^rzt Dr. Heinrich Zinsser zu Giessen; den Charakcer als „ObergÜrtner": dem Univerjitätsgartengehäfen August Köhn zu Giessen. Seine Königliche Hoheit der Grossherzog haben Allergitädigst geruht, zum 2ö. Novcmoer den evangelischen Pfarrern und Do- tanen Edmuttd Ellenberger zu Ortenberg, Valentin Schrimpf zu Vu^aä) u»w Karl Met 5h es zu Jugenheim a. d.^V. Den Charakter als „Kirchenrat" »u erteilen. Seine Kbn.g.icl-o Hol-ett der Grescherzog hcwen Allergnädigft verliehen ^um Lv Sccbcmaer das Llvmturl'veuz 2. Klasse des Vcr- dienstoldeiis Philipps d.s Grossmütigen: d.-m Neichsgerid-tSwt Dr. Heinrich Schmidt in Leipzig; das Ehrenkreuz des Ver- dienstotdens Phi.ipps des Grossmütigen; bent Ooerstaacsanwalt am Laiwgericl-t der Provinz Starkenvurg Franz von H c s s e r t in Darmstadt und dem Loerlanoesgerich.srat Karl Theobald m Darmstadt; den Charakter aß „Geheimer Justizrat": bem Ooercnntsricyter bei dem Amtsgericht Mainz Ludwig Neun- Mörser; den CharaUer als „Justizrat": den.Redstsanwältcn ilarl tfriebnd) Jo,es Zuckmayer in Mainz, Dr. Llarkus Löb in Mainz, Dr. Bertram Sichel in Mainz, Wilhelm Grüne- wald in Giessen und dem Rechtsanwack und Notar Eugen Eaiman m Aizey; das Komturkreuz 2. tflaiie des Verdienst? utocuv PH"U>Ps ms Grossiiiütigen: dem Ministerialrat im Ministerium der Finanzcn, und L-orsitzeuden leuur Aoteilung für oinanzivirtsd^ait uno Eifenbahlstvesen Ernst Karl Süffert; das ury<.eiureu5 ^rd^nsdurdens Philipp des Grossmütigen: dem uvitragcik/cn Rat bei der Aoteilung (ur Forst- und rtamcral- oeuvauung oes K.iuistcriums der Finanzen, Geheimen Luenforst- rat Dr. Phiichp Walther; das Siloerne Kreuz des SSerbieniti» oiyen-, Philipps d.s Grossinütigen: dem Steuerkommissariars. gehilstn Lours -stein zu Nidda; das Ällgenteine Ehrenzeichen tatt der Inschrift: „Für treue Dienste": dem Steiierauffetzer Dich. Fischer zu Gießen: den Charakter als „Geheimcrat": dem Ministerialrat im Ministerttirn der Finanzen u. Bors, seiner Abteilung für Steuerwesen Dr. Johannes Becker: den Charakter als „Geheimer Oberfinanzrat": dem Vortragenden Rat bei der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen, Oberfinanzrat Heinrich Schäfer; den Charakter als „Geheimer Forstrat": dem Oberförster der Oberförsterei Bedungen, Oberforstmeister Karl Heinemann zu Darmstadt, dem Oberförster der Oberförsterei Eberstadt, Oberforstmeister Karl Joseph; den Charatter als „Forstrat": dem Rechnungsrat i. P. Dr. Georg Roth zu Laubach: den Charakter als „Rendant": dem Bezirks kassier oer Bezirks lasse Gießen. I Adolf Hansult. Die Italienischen Gewalttätigkeiten in der wiener Universität. Die vorgestrigen Vorgänge in der Wiener Universität sind selbst für österreichische Verhältnisse ungeheuerlich. Bisher war man es eigentlich nur von den Tschechen gewohnt, daß sie in rohester Weise auf die Deutschen losschlugen, aber jetzt haben die italienischen Studenten Wiens ihre tschechischen Kommilitonen weit in den Schatten gestellt. (Sin authentischer Bericht über die Vorfälle an der Universität stellt fest, daß in der Aula 33 Personen verletzt worden sind, davon sechs durch Revolverschüsse, und zwar einer leicht; die anderen fünf Verletzungen sind dem Grade nach unbestimmbar. Im ganzen sind 27 Personen festgenommen worden, darunter fünf von der Staatsanwaltschaft wegen des dringenden Verdachts schwerer körperlicher Beschädigung. Vier von ihnen sind beschuldigt, Revolverschüsse abgegeben zu haben. Einer soll mit einem eisernen Stock zugeschlagen Laben, zwei wurden wegen Uebertretung und Beleidigung oer Wache bezw. wegen Raufhändels dem Gericht angezeigt. Die übrigen werden wegen Vergehens gegen die Polizei zur Verantwortung gezogen. In seiner gestrigen Kundmachung erklärte der Rektor der Wiener Universität: Was einzelne italienische Studenten, die tödliche Waffen führten, unter dem Titel Kulwr-Forderungen zu vertreten unternahmen, waren Verbrechen, die auf keine Entschuldigung, keine mildere Auffassung Anspruch erheben dürfen. Ich bringe den Urhebern dieser Gewalttätigkeiten meine tiefste Empörung -yum Ausdruck und werde gegen sie mit den schwersten disziplinarischen Mitteln vorgehen. Tie Untersuchung durch die Univerfitätsbehörde hat keine Anhalts- vunkte dafür ergeben, daß auch deutsche Studenten sich an der Revolverschießerei beteiligt haben. Die erste Folge der Revolverschießerei in der Universität war die Schließung der technischen .Hochschule und der Hochschule für Bodenkultur. Tie deutschen Studenten besetzten gestern schon in den frühesten Stunden die Universitätsrampe. Angemeldet war ein Bummel vor der Universität. Zum Schutze der sich ansammelnden italienischen Studenten war ein zahlreiches Wachaufgebot zu Fuß und zu Pferde versammelt. Die Ruhe imirbc in keiner Weise gestört. In einem Kommunique protestieren die i talieni- chen Abgeordneten Oesterreichs gegen die Darstellung >er vorgestrigen traurigen Vorfälle und erklären, vor Ab- chluß des strafgerichtlichen Verfahrens könne niemand ein irteil dahin abgeben, daß die italienischen Studenten allein geschossen und dies nicht in äußerster Notwehr getan hätten. Die Abgeordneten fordern, daß gegen die Angreifer and) mit gerechter Strenge vorgegangen werde. Bezeichnend für die Lage ist u. a. die Stimmung in Italien. Aus Anlaß der Vorfälle zwischen den deutschen und italienisd)en Studenten an der Universität in Wien fanden gestern früh und am Nachmittag an der Universität Rom Studentenkundgebungen statt, bei denen die österreichische Fahne verbrannt wurde. Eine Gruppe von Studenten begab fick) nadj der Piazza Colonna, wo sich in der Nähe des Qurrinals die österreichisch-ungarische Botschaft befindet, um hier Kundgebungen zu veranstalten, wurde aber von der Polizei ohne Schwierigketten zerstreut. Auch aus den Provinzen tommen Meldungen über eine Bewegung unter den Studenten infolge der Vorgänge in Wien, so aus Turin, Bologna, Florenz und Neapel. In Bologna zogen die Demonstranten vor das österreichische Konsulat, durchbrachen den Polizei-Kordon, der es umstellt hatte und zerrissen eine schwarzgelbe Fahne. 4?oütijd?c Lagesjebarr. Schuffe auf einen deutschen Ballon an der ru fischen Grenze. Ein gefährliches Abenteuer hatte ein schlesischer Ballon an der russischen Grenze zu bestehen. Der schlesische Verein für Lustschifsohtt teilt darüber mit: Ms der Ballon „Schlesien" am Samstag in nordnordöstlicher Richtung von Breslau aus über Kvotosdün, Jarotschin und Zerkow fuhr unb sich noch ungefähr 106 Meter von der russischen Grenze befaitb, fielen bei klarem Wetter, wo die bcutldje Flagge des Ballons weithin sicht- bar war, von russischem Gebiet «wahrscheinlich von Grenzkosaken) etwa 15 Schüsse, von denen der letzte den Korb traf und in den Sandsack einschlug, ohne jemand zu verletzen. Der Ballon landete glücklich, eine Meile von Zrun. Von fachmännischer Seite wird dem Bert. Tgbl. zu diesem Vorfall geschrieben: Tas Vorgehen der russischen Grenzimrche ist aufs strengste zu verurteilen. Früher war das Beschießen von Ballons an der russischen Grenze durchaus keine Seltenhett. Während der letzten Jahre wurden die Verhältnisse aber günstiger, namentlich seitdem ein internationales Abkommen dahin getroffen wurde, daß die Nationalflagge des Ballons zu respettieren sei. Besonders der deutsche Lustschifferverband hat seine Tätigkeit mit 9tachdruck daraus gerichtet, den im Auslande landenden Fahrern ernste Schwierigkiten möglichst aus dem Wege zu räumen. Die längste Zeit brachte wieder das Aufflackern der alten Spionazesurcht. In Frankreich wurde das wiederholte und durch die Windverhältnisse verursachte Landen harmloser deutscher Luftschiffer jenseits der Grenze mißliebig tommenliert, daraus beschränkten sich aoer erfreulicherweise die Kundgebungen. In Rußland ist es mit der Spionagenfurcht noch schlimmer, und den russischen Grenzwachen ist es fast ins Blut übergegangen, die Grenze Passierende Ballons als Ziel ihrer Sdsteßübungen anzusehen. Deutschen Offizieren ist es vom hiesigen Kriegsmimsterium seit einigen Jahren untersagt, in Rußland »u landen, nachdem sich in einem Fall unliebsame Folgen gezeigt hatten. Die übrigen Luftschiffer haben sich jedoch nie gescheut, über, die russische Grenze hinauszufliegen, da sie bei fast jeder größeren Fahrt vassiert werden muß. Es ist diesen Fahrern jedoch zu raten, ihre Scationalilagge in einer Art am Ballon zu befestigen, daß sie nicht am Ballonkörper oder Korb festklebt, sondern möglichst frei schwebt, weil sie sonst sehr leicht nicht zu erkennen ist. Jedenfalls ist es aber gut, wenn die Fahrer bei der Annäherung an die russische Grenze rechtzeitig die erforderlichen s?ubcn aufsuchen, um sich gegen die Siu gern der Grenzsoldaten zu schützen. Der russisckjen Militärverwaltung wäre aber zu empfehlen, die Grenzkommandos auf ihre Pftiast den Landes- flaggen gegenüber aufmerksam su machen, bevor eS einmal zu einem Unglücksfall und zu ernsteren Differenzen kommt. Zcugniszwang der Redakteure. Bekanntlich sih.agl uer uCl neuen Strafprozeß vrdnuitg vor, ben Zeugnis uvang oer Reoatteure wesentlich zu beschränken. Dieser Dorsch lag wtto ganz erheblich durch eine Entscheidung gestützt, Pie das O.-L. Hamburg kürzlich gefällt hat. .Ein Redakteur sollte als Zeuge betmiven, wer das Referat über einen Berhandlungsbericht eines Verbandes abgedruckt habe, in dem sich eine dem Kläger anstößige Mitteilung befand. Ter Redakteur lehnte das Zeugnis av unb drang mit dieser Ablehnung burch. Das von dem Zeugen geleitete Blatt läßt sich, wie aus dem Titel hervorgeht, bie Vertretung tanbwirtschafilicher Jitteressen besonders angelegen sein und erörtert Fragen wirtschaftlicher Bedeutung. Tie Leiter des Blattes lönnen unmöglich alle Verhältnisse des Wirtschaftslebens selbst beobachten und müssen sich der Hilfe von Mitarbeitern bedienen, bie ihnen bas geeignete Material zuführen. In bem Artikel war über einen Massenaustritt aus Konsumvereinen berichtet worben. Solche Einsenber werden sich nur finden, wenn ihnen die Geheimhaltung ihres üttrmens sicher ist, zumal dann, wenn, wie hier, Vorgänge aus dem Privatleben dritter herangezogen werben müssen. Tie Tagespreise würbe ihre Ausgabe nicht erfüllen können, wenn sie ihre Gewährsmänner preisgeben müßte. Sie würbe das nicht leisten können, was inan von ihr erwartet, was ein allgemeines Bedürfnis forbert. Die Bekanntgabe bes Einsenders muß die Verantwortlichkeit der Redaktion decken. Auch der Name des Gewährsmanns ist eine der Redaktion kraft ihres Gewerbes anvertraute Tatsache, deren Geheimhaltung durch ihre Natur geboten ist. § 383 unter Nr. o; denn selbstverständlich hat der Einsender nicht mit seinem Namen bei der Veröffentlichung heroortteten, sondern nur bie Sache vertreten wollen. Auch eine berechtigte Verkehrssitte bei öffentlichem Interesse an ungebunbener Erörterung gewisser Fragen vervftichtet bie Redaktionen zur Wahrung des Geheimnisses des Namens. Mit dieser Entscheidung deckt sich ein Urtett des O.-L.-G. Dresden, bas übrigens nicht nur ben Nebakteur, sonbern auch ben Verleger vor bem Zeugniszwang schützt. Für die Beurteilung ber ganzen Frage der Wahrung bes Rebattionsgeheimnisses sinb bie,e Urteile sehr interessant, deren Veröffentlichung gerade jetzt sehr zeitgemäß. Die Proklamation des Schahs. Tie englische unb bie russische Gesanbtschast in Teheran haben am Sonntag gegen bie Proklamation des Schahs, kein Parlament einberufen zu wollen, energischen Protest eingelegt. Einige Exemplare der Proklamation würben von ben Straßenecken unb den Moscheen hcrabgerissen. Gestern sinb einige Personen verhaftet worden, wett sie gesagt hatten, ber Schah habe den Eid auf die Verfassung gebrochen. Die Bevölkerung zeigt jedoch im allgemeinen Gleichgültigkeit gegen bie Frage ber Einberufung eines Parlamentes; man glaubt, daß ihre Haltung auf Furcht vor den Kosaken zurückzuführen ist. Inzwischen ist bie Proklamation des Schahs, in ber erklärt wirb, ber Schah habe sich entschlossen, kein Parlament einzuberufen, zurückgezogen worben. Wie man glaubt, ist dies mit Rücksicht aus die Vorstellungen von England und Rußland erfolgt Ausland. Aus Wien: Von der Erweiterung des Kompetenzkreises des Erzherzog-Thronfolgers zum 2. Dezember ist an maßgebender Stelle nichts bekannt Ein italienischer Dampfer wurde gestern in Tripolis boykottiert, weil er österreichisches Gut cm Bord hatte. Für die Ausladung siiid Arbeitskräfte nur unter der Bedingung zu erlangest, daß österreichisches Gut an Bord zurückbleibt. König Peter von Serbien ist abermals an einem schmerzhaften Nierenleiden erkrankt Die Revolution auf Haiti. Wie aus Port au Prince gemeldet wird, ist die revolutionäre Bewegung im Wachsen. Die Orte Aguin unb Jerernie erklärten sich gegen bie Regierung. Der Minister bes Innern ist gefangen genommen worden und soll, wie ein Gerücht verlautet, von ben 9iel)olutionären erschossen worben sein. Straßenkämpfe in China. Nach einer Melbung aus Peking fanben in Nanking Straßeittämpfe statt. Ein Tett ber bärtigen Auslänber flüchtete auf bas britische Kanonenboot. Auch ein beutsches Kanonenboot liegt vor Nanking. Ans Stadt und Land. Gießen, 25. sJioöember 1908. Die Hatidelskammerwahl. Die gestrige Hanbelskammerwahlzeigte ein bei diesen Wahlen in Gießen außergewöhnliches Bild. Abgesehen davon, daß infolge der neuen Bestimmungen sich die seitherigen Mitglieder der Kammer sämtlich einer Neuwahl unterziehen lassen mußten, und schon dadurch eine größere Regsamkeit der Wähl:r zu e. timten war, hatte doch noch einige -tage vorher jeder der Beteiligten die Ansicht, daß die Wahl diesmal, wie schon so oft, ohne eine Agitation glatt »erlaufen würbe. Es wären bann keine 100 Personen an bie Wahlurne gegangen unb bie bavon fern gebliebenen Wähler hätten sich gefreut, baß es auch ohne sie gegangen wäre. Aber bie Sache kam anders. Am Vorabend der Wahl — so lange herrschte eigentlich Friedhofsruhe int Handelsstande — da tauchten plötzlich, wie ans der Erde gestampft, zu den Kandi- baturen ber wohlbewährten bisherigen 8 Kammermitglieber, die ja als selbstverftänblich zu Wieberwahl stauben, 7 wettere Kanbi- baten auf. Mit einem Schlage änderte sich bas Bilb, denn hinter diesen Bewerbern standen mächtige Jnteressentengruppen. Die Jnteressentengruppen der zur Wiederwahl stehenden seitherigen Vertreter des Handelsstaudes fürchteten eine Uebcrrumpelung, eine Stimmenzersplitterung zum Nachteil des seitherigen Bestandes der Handelskammer, und über Nacht hatte sich der Kaufmannsstand ben Schlaf aus ben Augen gewischt, so baß am Wahltage selbst schon am frühen Vormittag eine energische und wohldurch- dachte Agitation einsetzte, wie es bei Hanvelskammerwahlen in Gießen vordem nie der Fall gewesen war. Dank dieser Agitation haben gestern nachmittag von 2—6 Uhr von 443 wahlberechtigten Personen 304, also 68 Prozent ber Wähler ihre Pflicht getan, unb bas Ergebnis ber Wahl selbst ist überaus erfreulich. Die großen Stimmenmehrheiten, die den meisten seitherigen Kämmermitgliedern zugefallen find, bilden einen Beweis, daß unsere Kaufleute bie treue zielbewußte Vertretung ihrer Interessen durch die seitherigen Männer, die sie sämtlich wieder- gewählt haben, aufs beste aewahtt wissen. Mit welchem Mißtrauen über den AuSgang der Wahl die Wähler erfüllt waren, geht wohl am besten daraus hervor, baß unter den abgegebenen 305 Zetteln im ganzen nur 70 sich befanden, an denen fein Name gesttichen war. An dem Nest war gestrichen, und der größte Teil des Restes zeigte weniger als 9 Namen, die doch zu wählen waren. Im Wahllokal wickelte sich das Geschäft des Wählens glatt ab. Das erstemal hatte der Wahlkommissar es den Jnteressentengruppen freigegeben, innerhalb des Lokals Kon- trollisten zu führen, um zu konstatieren, wer zu ben Säumigen gebürte unb bis 4 Uhr nicht gewählt hatte. Um biefe Zeit fetzte ein umfassender Schlepperdieust ein; burch Fernspreck>cr wurden die Wähler herbeigerufen. Aber damit nicht genug. Aus ben Außenbezirken wurden die Wahlberechtigten mit Chaisen nach dem Wahllokal befördert. Jnteresfant ist gewiß, daß die neuen Wahlbesttmmungen jede Perfon, sofern sie großjährig, Firmen- Inhaber ober Prokurist ist, zur Ausübung bcs biretten Wahlrechts zuläßt. Damit ist das Wahlrecht auch Frauen gegeben. Berechtigt »um Wählen find auch Frauen als Bevollmächtigte einer Firma, bie feinen Prokuristen hat, sofern sie Angestellte der Firma sind. Von ihrem Recht haben bei ber Wahl 10 Frauen Gebrauch gemacht, unb Gießen bürste bie erste beutsche Stadt fein, wo grauen bei ber Handelskammer direkt das Stimmrecht ansgcübl haben. Zurückgewiesen von der Ausübung des Wahlrechts wurden die Inhaber der Schuhgeschäfte, roett diese in einer zu niedrigen Getverbepeuerklaße lingcredft sind. Ebenso der Inhaber eines ithr bebiuieiioen Import- und Expvrtgeschä.ts ber Borstenbranche, I Um cs mit Ieinem Artikel betreffs ber Steuerklasse merkwürbiger- iveife genau so geht. Ferner mußte man zurückweiseu einen Kommis unb eine Verkäuferin, bie für ihre Chefs in Vollmacht wählen wollten, aber noch nicht großjährig waren. Die sehr mühsame und zeitraubenbe Feststellung bes Wahlergebnisses war um 9V3 Uhr beenbet. . Es wurde barauf vorn Wahlvorsteher Fabrikant A. Klingspor sofort bekannt gegeben unb stellt sich wie folgt: Gewählt sind: Kommerzienrat Koch mit 275, Nom» merjienrat Heichelheim mit 266, Kaufmann Röhr mit 246, Kaufmann Max Friedberger mit 220, Kommerzienrat Schirmer mit 204, Fabrikant W. Zurbuch mit 202, Fabrikant Adolf Klingspor mit 179, Kaufmann Aug. Noll mtt 176 unb Direktor Münker mit 149 «Stimmen. Die Gewählten waren bis auf .Herrn Noll, ber an bie Stelle des verstorbenen Herrn Nowack tritt, seither schon Mitglied der Han- delskammer. Sie waren sämtlich vom Detaillisten-Verein aufgestellt, dessen Bemühungen auch die außergewöhnlich parke Wahl» Beteiligung zuzuschreiben ist. Ferner erhielten «Stimmen: Kommerzienrat Heyligenstaedt 82, Weinhäitdler Schwan 63, Kauf- mann Sauer 62, Kommerzienrat Schasfstaedt 61, Fabrikant Adolf Noll 45, Kaufmann Trttms, Fabrikant Herrn. Klingspor und Buchhändler Frees je eine Stimme. L. IL Landesuniversität. Der Privatdozent an «r medizinischen Fakultät, Dr. John Seemann, hat auf die venia legendi an der hiesigen Universität verzichtet unb ist nach München übergesiedelt. ** Für b ie Sitzung der Stadtverordnete n- Versammlung am Donnerstag, 26. Nov., nachm. 4Uhr ist solgenbe Tagesordnung aufgestellt: 1. Mitteilungen, 2. Straßenb ahn (Linienführung, Bewilligung bcs Kre- bits, Vergebung ber Arbeiten unb Lieferungen), 3. Grund- tücksaustausch mit Oekonom Preiß, 4. Verkauf eines Stein» wechers, 5. Gesuch bcs Konrab Weiß um Erlaubnis zum Gastwirtschaftsbetrieb für Sonncnstraße 29, 6. besgl. bes August Treppinger zum Schankwirtschaftsbetrieb für ftap» laneigasse 7, 7. besgl. bes Wilhelm Hemstege für Bleich, straße 5, 8. besgl. bes Artur Nissen für Plockstruße 5, 9. besgl. bes Emil Sieck- zum Gast- unb Schankwirtschafts, betrieb für Walltorstraße 37. es Mbum mit den nämlichen Zahlen enthält die genaue Biographie, das Vermögen und die sofort zu erzielende Mitgift der Ausgehängten genau; angegeben. Hat der Junggeselle seine Wahl getroffen, so kann er die nötigen Verhandlungen sofort in die Wege leiten, denn in den verschiedenen Salons des Hotels kann er die Lluserwählte, die immer anwesend ist, augenblicklich kennen lernen und sich mit ihr besprechen. ÄKtttc Tagcscvronrk. In Liepgarten bei Stettin wurde ein Postkarten- Händler von einem eifersüchtigen Ehemann t o t g e p r n g e l t. Später stellte es sich heraus, daß der Eifersüchtige sich in der Person geirrt hatte In Rosenau hat sich der angesehene Advokat und Präsident der 48er Parte» Eugen Ehrte, ein 93jähriger Greis, aus Lebensüberdruß erschossen. Bei Singapore wurde der deutsche Arzt Dr. Barrack, der einen befreundeten Engländer begleitete, an desien Stelle von Chinesen überfallen und ermordet. Dem Engländer, der 18 000 Dollars bei sich trug, gelang es zu entkommen. 170 Chinesen wurden verhaftet. Acht mürben für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. tjauOeL Berlin, 24. 92vn. Dem „Reichsanzeiger" zufolge war bcc Saatenstand im Deutschen Reiche um Mitte November (wenn 2 gnt, 3 mittel, 4 gering bedeutet) für Wintermeizen 3,3, für Minterspelz (amch mir Beimischung von Roggen oder Weizen, 2,7, für Winterroggen 3,2. — In den Bemerkungen zum Saatenstvndbericht heißt cs: Die Witterung des letzten Berichts- monaly von Mitte Lkw der bis Mitte November war für die Herbstbestellung, das Wachsttun der Wintersaaten und die Ernte der lebten Hackfrüchte im allgemeine»» wenig günstig. Nennens- locrtc Regenmengen sind während der ganzen Zeit nirgends gefallen die vorzeitig auftrelenden Fröste haben den Kartoffeln und Futterrüben erhebt schön Schaden äugt fügt und die Aussaat der 'Sinterfrüd)te unliebsam gestört. Die Wintersaaten finden zurzeit eine wesentlich ungünstigere Beurteilung als im Oktober. Einen einigermaßen befriedigenden Stand weisen nur die ißoggcmaa.en auf; dock» haben audMie durch die Dürre und die Fröste vielfach nicht wenig gelitten. Spät gesäter Roggen, sowie Weizen und Spelz haben meist wock^nlang in der Erde gelegen, ohne zu keimen, und »eigen einen lückenhaften, schwachen Stand. Nach einzelnen Ve- ricksten wird befürchtet, daß ein erfcblidjcr Teil dieser Saaten, besonders des Weizens, tovrber umgepflügt werden muß. Märkte. -th. (Sieben, 25. Nov. Der gestrige Rindviebmarki hatte einen Au'tiieb von eliva 1200 Stuck Großvieh und 8- 0 Fung Heren und Kälbern. In QJiilcbhcien war fchwcre Ware sehr tnnpv und reckst stark gesucht, so daß die Preise hierfür sich recht lolmeud für die Verkäufer gestalteten. Für Mittel- uuö geringe Ware wai der Vorrat schwer anzubringen und guigeu die Preise dafür gegen öen letzten Markt herunter. Jungvieh war in der Hauptsart i anderthalb- bis zweijährig, em Tianrport aus Ostpreußen (ichwan- bunte Tiere) am Markt, die gut unterkarnen und verhältnurmätzl. lwch bezahlt »vurden. Ter Handel in Fettvteh war nicht besonder lebhaft Tie Preise sür fette Rinder und stütze nonöcit fest. De stälbermarkt litt unter der Flaiie des letzten tsxantmrier Montage- Marktes. Es fehlten die Ciuläuier aus den Großstädten, fo daß di allerdings hohen stälberpreise der beiden letzten'Markte einen vnuiöei Preisabschlag, ca. 10—12 Pik. pro Zentner, erlitten. Die stiind chaft aus ben kleineren Städten, die den 'Markt allein beherrschte tonnte den Vorrat nicht auMehmeu da auch die Glegener Metzge. sich ablehnend verhielteii oder nur tan ten, wenn sie sehr Lillig an oiiunen konnten. Gangochfen, nach öenen auch feine Nach'rag. war, fehlten am Diarkt so gut wie gai z. — Es wurde gehande ^as Stück: stütze, friichinelkeird und tragend, 1. Qual. 450 -.-20 ^einzelne bis 4C0 fUit.), 2. Qual. 330 -4U0 Mk., 3. Qualität 240 b HO Pik., Jungvieh zur Zucht und 'Map, ein- dis anderthalb,ährig, 100—150 WiL dis zweijährig 180—r-20 Alk. Es wurde bezatzu dec Zentner Schlachtgewicht iette Rrnoer 1. Qual. 72-74 Alk. 2. Qual. 69-71 Pik., fette stütze 1. Qual. 63 -65 Mk., 2 Qi.m. 60-62 Mk., stälber 1. Qual. 65—70 Mk., 2. Qual. 59—63 Pik., 3. Qual. 53—i 6 'Mk. Ter Diarlt ging spät zu Ende. Em Pollen '.eringiven ger stütze und Kälber blieb überständig. Fette Deinen werden m der Gegend mit 78-79 Mk. der Zentner Schlachtgewicht bezahlt. fc. Frankfurt a. M., 25. Nov. Schweinernarkt. (Org.- lel. des Gieß. Anz.j Zum Verkaufe standeti 1429 Schivkine. Bezahlt wurden: für Sefaiucme 1. Qual. 72—73 Pfg^ Lebendgewicht 57,0 bis 57,5 Pfg.; 2. Qualität 70—71 Pig., Lebendgewicht 56—56,5 Pig., 3. Qual. 66—68 Pfg. Geschäft gut, Uebcrftanb unbebemenb. Frankfurt a. 'M, 25. Nov. Heute trafen bie ersten Chri st bäume aus Hessen hier ein. Tie Großhändler zahlen für 10—12jährige Bäume 35 - 40 Mk. für das IOj, für 8—9jährige 30 Mk. Möcherttl. Uederstcht verToöessaüe L ö. Stadt Siegen. 46. Woche. Vom 8. bis 14. 9iovember 1908. Einwohnerzahl: angenoinnien zu 80 400 tinfU 1600 'MamifMilitär.) vterblichkeltsjlsfer: 22,23*;M, nach Tldziig von 2 Ortsfremden' 18,81 "/»o. stinder ?ln m.: Tie m Sllanuucm gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ES starben an: Zusammen: Erwachsene 1. : tut vom Lebensjahr: 2.—15. Iaht Lungentuberkulose 2(2) 2(2) — — Herschler 1(1) 1(D —— —— Gehirnentzündung 1 — — 1 Lungenemzündimg 1(1) 1(1) — — Emgekl. Bruch KD 1(1) — — Magengeschwür 1 (1) 1(1) —- — Bauchsellentzünbung 1(1) 1 (1) — — Nierenentzüiidmig 3 (1) 8(1) — —— Summe 11 (8) 10 (8) — 1 ttlrchttche Nachrichte«. Evangelische Gemeinde. Donnerstag ben 26. November, abends 8 Uhr, tm Matthäus- saal: Bibel stunde. (Buch Hiob, das Lied vom MenschtzeilSleid.) Pfarrer D. Schlosser. ^aittttien-Nacbricbtett. Geboren: Herrn Hermann Ramspeck und Frau Toni, geb, Herget, in Tlls'eld, eine Tochter. Verlobt: Frl. Ciniie PetruS in Friedberg mit H^rn Pfarramts-Kandidaten Karl Weber zu Lang-l»öns. G estorben : Frau Etzrisime Sckinnk, geb.Tchunk, in Büdingen. — Frau 'Metzgermeistcr 9luguft Brauer Wwe., Viarie, geb. Keuscher, in Marburg.— Frau staibarina Vfannmüller. geb. Euler, in'Maar. — Herr ^Ilptzons Janke, Hanptlehrer der Gewcrbcfchule yrieb- berg. — Ficni Jotz. Gg. Hildebrand X. Wwe. in Rieder-Weisel.— Fran Katharine Fi'cher, geb. Schniier, in Ober-Wegfiirttz. — Herr Primaner Franz Waxweiler in Wetzlar. — Fra»l föiamicla Boecker, geb Oranias. in Wetzlar. — Herr Christian Borgner in Büdingen. - Frau Soptz e Stengel, geb. Gatzert, in C ft beim.________________ Gicßencr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 2>. sJioueinb- r: Vielst trübe. Regenfälle. Temperatur wie leute. Starke tvciilicbe Winde. Schneebericht des Schiklub Wandervogel -Gießen vermittelt vom 2anbiuuli(I)aitLxi)cn Wetterdienst in Gießen. Die höheren Lagen tragen eine leichte Schneejchlcht. GLigiriert-DrahtsncL^ungen. Harlingen, 25. 9loü. Aus der Grude Merlen- 3 a d) |i.ib heule von 3333 Bergleuten nur 527 angesahren. Jer Streik nimmt also immer grösiere Ausdehnung an. N o rn, 25. Nov. Die Blätter tadeln einstimmig die HaltungderösterreichischenBchördenbeidem j u r f a 11 In bc r ll it i u e r i i t ä t. D-e anli-osterreichtschcn Oemonstratwucn Haven ftch über ganz Italien svr.g.p^lanzt, insbesondere au| die Unioer^ttit.s,läole, wo Umzüge ueran- .mltet wurden unter feindlichen Rusen gegen Oesterreich und den Dreibund. In Turin und Mailand sowie anderen Städten iDutoen Trauerfahnen ausgehängt. Paris, 25. Nov. Der Matin meldet aus Rom: Auch gestern abend fanden lebhafte Kundgebungen gegen Oesterreich statt. Der österreichische Botschafter begab sich aus den Ballon der Bolschafl und vermied mit den Händen in der Tasche unbeweglich der drohenden Menge gegenüber, die immer größer wurde und Schmährufe auf Oesterreich ausbrachte. Tr: p-en vertrieben schließlich die Kundgeber. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorge- twmmen. Paris, 25. Nov. Echo de Paris meldet aus Konstantinopel: Ange,ick)ts des andauernden Boykotts oster- r e i ch i s ch e r Waren hat der ö st e r r e i ch i s ch e Botschafter Befehl erhalten, Konstantinopel am nächsten Freitag zu verlassen. Dieser Vorgang bedeutet jedoch nicht einen Casus belli, vielmehr wird die Botschaft während der Abwesenheit des Botschafters durch einen Geschäftsträger verwaltet werden. Paris, 25. 9tov. Nach Meldung des Eclair aus Rom sind im Bureau der Kammer zahlreiche Interpellationen angekündigt worden. Der Ministerrat beauftragte den italienischen Botschafter in Wien, energische Vorstellungen zu erheben. Caracas, 25. 9Lov. Vizepttisw-cnt Gomez übernahm die Negierung, da Castro nach Europa abgereist ist, um sich in Berlin operieren zu lassen. Kasseler Hafer-Kakao wird als Kinder-Frühstück tausendfach ärztlich empfohlen. Nur echt tn blauen Kartons für 1 Mk., niemals lose. Pfaff Knorr-Sos 8S / ist „Geschmacksharmonie". ir- 6760 aufgehoben. Herbstein. 6585 öll-Heringe: Hungen, den 24. Nov. 1908. Das Großherzogl. Amtsgericht. Aug. Mlbiugcr, Seltersweg 79. 1 Tifchflafche nur 20 Pfg. Aonkursimsahren. Las Konknrsverfahren über daS Vermögen des Sattlers Isaak Hirsch von Hungen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch 1 Paar sehr gut erhaltene, filberplatt. Smtifp. KllllmtzWllk, 2 gkbianHtc grirrnlätltl, 1 gebrauchter faubanrr 35‘0 Em gut spielendes Orchester, mit Gewichts-Aufzug, sowie zwei BZalsen dazu, je 8 »tüd spielend, billig atzzugeben. [09700 Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Es ist unmöglich, etwas Feineres und zugleich Billigeres zum Würzen von Suppen, Saucen, Braten, Gemüsen, zu finden. Nähmaschinen Küche VMcruM! größte Lnnhliftirkkit! PGc Läßisg! Zur Kunst-Stickerei vorzüglich geeignet. '6216 H. &raft Neuenweg 46. Eigene Reparatur-WerkfiStte. Zubehörteile stets auf Lager. Stück 5 Pfg. Xd. Steinhäuser Neuen Baue 1716106] Settersweg27 ©ummimtol vollständig wasserdicht fir tzm» uuh im inen in allen Größen und Preislagen bei ülufluit Stübiuflcr, 6759 «ettersweg 79 152o°oo,ä ^ri^oni^n zu verlausen. Große und kleine. Schrift!. Angebote unter 6791 an die Geschastsst. d. Gieß. Anz. Puppen - Klinik Grosse Erfolge bei tausenden Puppen Saite $. toller Marktstrasse 27 Telephon 727 [a!7/u Gänse hv»/„ Enten gar. leb. Ank., 9 Mon. alt, vollkommen ausgewachsen, oollsedrig, fleischig, schlachtreif. 10 Stück ca. 8 Pfund fchmere Gäm'e 31 Ml.; 18 schwere (Sitten 29 Mk. Äd. Streuiand.Lttcditz Schlesien 31 Wegen Ausgabe der Oekonomie , 3ngpfrrot neurr JUagcn mit sämtt. Lubetzör zu verkaufen. Peter Dörr, Grüuoera (Hessen), Bahnbofstraße. 109659 Thee, Souchon g. 1 Posckolli 91/, Vfund netto 1z Mart franko. Handtuchbeutel frei. (hvM/u Zusammenstellung nach Bestellers Wahl. Franz Doli, Cassel 23 Kakao-tiroßhandlung und Versandhaus. Geschäfts-Gründung 1877. rPianos Flügel Harmoniums Ständiges Lager von 150 bis 200 Instrumenten Vertretung von Ph. Steinweg;» «Ibach, Schiedmayer dk Söhne« I Hand, Kömhlldt o. s. w. Annahme gebrauchter Instrumente. Günstige Zahlung» \ bedingungen bei Raten. Höchster ^»-Rabatt, Garantie 10 Jahre. n die Eu-,. Vermietnngren: 2 bis 10 Mark pro Mon>e erlangen l Stimmungen, Reparaturen. FranitiPuri bewahrte, v August Förster ij “2^ w baib zuruck und heute |9- Der junge Kaiser ■ib man evzähtt, daß ün verlangt. FORMAMINT als wirksamesDesinfiziensd. Mond-u. Rachen- hQhlevorzflgilich bewährt u.ärztlich empfohlen Günstige Kaufgelegenheit! Die Stadt Herbstein (Ober- hesien) beabsichtigt den Hos- reitegrund des früheren, durch den vorjährigen großen Brand eingeäscherten Stadtwirtshauses und Rathauses zu verfaulen. Es ist der schönstgelegenste Platz am Markt, in unmittelbarer Nähe deS Großherzogl. Amtsgerichts und der Apotheke. Kaufliebhaber, welche sich verpstichlen, an dem Platze ein Gebäude mit Metzgerei und Gastwirtschaftsbetrieb zu errichten, wollen sich wenden an die Gr. Bürgermeisterei Petroleoui-Ileizölen Oienscbirme - Koblenlüller Wasch-, Wring- o. Mangelmasch. empfiehlt 16116 Edgar Borrmann Gießen Neustadt 11 Morgen Donnerstag früh trifft eine große Sendung [6681 We ZcheWe ein bei Georg Wallenfels, Marttplaß nur 21. Teieson 46. Gegenüber der Engelavocheke. Bestellungen erbitte ftühzeuig! 4 schöne li-fliiji.npr billig abjunge yuiyUijUil zugebeir. 09715;Schützenstraße 9 a. -___.... .......» Kanarienvögel VUIIHIJVI) taufen. >09718 «eine Sänger zu verkauf. [09568 Ludwig,rraße 57. | iöilb. Lcichtwcisi, Sonnemtr. 18. MtitzllchtS- NeLes- N->K- byrf»« 100 St. 1,2,3, 4'M. \hv-\'n »ai »UD.Grödel, Frankfurt M. Nur 1 Annonce. «irt Deutscher, garantiert rein, sosort löslich, gebrannt, fein im wnjJCC, Geschmack. Formamlnt macht die Krankheitskeime unschädlich, deren Tummelplatz die Mund- und Rachenhöhle k-p 1et Dazu gehören die Erreger verschiedener ? Lds- und Rachenentzündungen, der Mandek K pwellungen, der Diphtherie und alle jene % 2ime, die von der Mundhöhle aus weiter in den iörper wandern (der Influenza, der Masern, des 8 >charlachs, Keuchhustens, Ziegenpeters usw.). re Vorzüge: Angenehmer Geschmack, Leichte Anwendbarkeit, auch bei Kindern. .Jlch in den Apotheken tn Originalflaschen ä M. 1,75. chilre kostenfrei durch BAUER & Cien Berlin S.W.48. Kodigsscnirre lMiMIvä 'KoWcien «oir Im Zeitalter der Surrogate Ä Ludwig Krö!l iV'Illß' und Lccfische Ploekstrasse P lock Strasse [67.SH] Fugenlose, massiv goldene /tc 148000 E E 1 Hauptgewinn Mark EJ ® wffllsäfli'O hur ■ a 20060 “ Damen- und ^nder-Wäsche teils Reisemuster, 6549 - ■ 5. v-/„) Der Vorstand. an. Beste Matrahe d. Gegenwart! Daselbst: 108861 D»/u 3. H. FUHR am Platze in Kinder-Spielwaren bietet größte Auswahl und viele neuhelfen TageS-Ordnung. Ergänzungswahl des Vorstandes. Wahl der Prüfungskommission der JahreSrechnung. Slaluten-Aenderung (§ 13, Absatz 2 und § 57). Bericht von der Generalversammlung der Ortskranken- lassen Deutschlands in Braunschweig. Desgl. der freien Vereinigung hessischer Krankenkassen in Worms. Feine Holz* und Lackierwaren WeckK-Elnkoch-Apparat Waechmaechlnen W rinffmaitchinen WUachemangcl Nilhmaachlnen Ofenschirme, Kohlenkasten Ofenvorsetzer, Feuereerttte KlnUerschlIlten, Sportschlitten von Pfarrer D. Schlosser über Armenpflege. 1. Teil: Die gesetzlichen Grundlagen. Ruch Frauen, die nicht Mitglieder sind, find dazu willkommen. _ai.ii Rein-Bickel und vernickelte Waren der Berndorfer Metallwaren-Fabrik und der Vereinigten deutschen Nickel werke Schwerte. Beln-AJuinln Ium Kochgeschirre Emaille waren Prima Stahlwaren AJJacca und Alpacca Silber Bestecke Evang. GtMtindesraucnvlLLin Mittwoch, den 25. November, abends 8 Uhr üu Konfinnandensale der Iohanneskirche Früh morgens und abends eine Tasse Opsi-Te© versäht mit Malzextrakt' bonbon Hilst ioion bei jpuiicn, Heiserkeit u. Affet- tionen der Brustorgane. Central-Drogerie Emil Karn, Schulstr. 6578 X M. Schulhof Telephon 119. Prompter Berinnd nach anöwärtS 1. 2. 3. 4. GGGGGGGGDG MW Stadttheater Giessen. Direktion: Hermann Steingoetter. Mittwoch, den 25. Aovember 1906 Äusser Abonnement! Gewöhnt. Preise. Gewöhni. Preise. Fest-Vorsieiiung zu Grosbherzo_sG iiu. Semmler, Piül. Weiler.________[bB „ RuhkohUn. Anthraciitohle», Nino» - Britetts Cok»>, Br itüljolj, empfiehlt [4813 J. HagsgseE, Holzhandlung, Müvlgasse 30. leben wir; darum sollte jede Hausfrau trachten, nur mit echtem, unverfälschtem Material zu arbeiten. Liebig’a Fleisch- Extrakt, dips altbewährte Hilfsmittel zur Verbesserung und Kräftigung der verschiedensten Gerichte kann durch kein Surrogat ersetzt werden. d*/u D i e so beliebten echten Nürnberger Lebkuchen ou5 drr ältesten Lcbki'ichnerei von Georg Goefi, Nürnberg empfehlen zu den billigsten Preisen Qebrüder Adami MilusbuPK 14. 16753 v*/ Schlittschuhe Laubsäge und Werkzeugkasten llaushaltungskawten Kinder-Kochherde Ilaushaltungamaschincn aller Art Blumentische, Palmstiinder Garderobe-, Schirm- und Stock Stknder Vogelkäfige und Ständer Sofas, Divan, Salon-Garui- turcn. — Äufarbciten, Um arbeiten, modernisieren von L-olnermöbel wird bei billigster Berechnung in wirklich gediegener Art ausgeführt. Spezialpolstcr-Gcschäst von Louis Hawmcl West-Anlage 10. Erstes Spezialgeschäft der Haus- u. Küchen^erätebranche empfehlen ihr reichhaltiges Lager in praktischen und soliden Weihnachts-Geschenken. Zeu .bekanntlich conung vor, den zu beschränken. Tie eine Entscheidung gc gefüllt hat ein in' Gtlegeiihtits-Kauf tSi« großer Posten Seltersweg 83 Brüder Schmidt Seltersweg 83 Inh.: Heinrich Guthardt. Sie Matratzen tau en, sehen Sie - die gurtenlosc, staubfreie II Pß.stei-tetratze sowie PhrM, Gold- noi Silbemren, Beslede, eiojeloe PalfÄI elt. all VoihniohtsgesohoBke empfiehlt in gr. Auswahl Carl Schmidt, EaSinholStrasse 8. 6707 T nnn Hlz 11 Lose 10 Mk. Porto LlUüu Ä uuk. u. Litte 2ö PL extrj versendet das General-Debit (kiatsv Seifferi Lotteriebauk G. tn. b H. .... .. Eisenach i _____ «owie xu haben bei den durch Piakat< kenntlichen Verkaufsstellen. Wicderverkflufer gesucht. KSaSSSSEKZ E 3333 Gewinne zus. Mk.:q Ziehung snn Boston rieee bebrüt «tellerbelm« Jena,