Nr. 176 Zweites Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 29. Juli 1908 Erschein! täglich mll Ausnahme des Sonntag». Die ..Sietzener FamilienblSIter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblati für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..randwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesien Rotationsdruck und Verlag der Drühlfcheu Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktton. Expeditton und Druckerei: Sckuil- straße 7. Expedition und Verlag: et© 5L Redaktiomb-^H^Tel.-AdruAnzeige-Dießen. Politische Tagesschau. Die Revaler Monarchenbegegnung. Gestern um 1 Uhr mittags fand ein Frühstück an Bord des „Standard" statt und am Abend um 5 Uhr» war ein Diner an Bord der „Berits". Die Abfahrt der französischen Schiffe wurde auf 2 Uhr nachts verschoben. Tie kaiserliche Familie begab sich heute früh an Bord des „Standard" nach den finnischen Schären. Tie Pariser Blätter bringen ausführliche Berichte über die Entrevue in Reval. Es liegen jedoch bisher nur wenig Blättersttmmen über die Bedeutung der Entrevue selbst vor. Als das sensationellste und bedeutungsvollste Moment der Entrevue wird die nahezu 50 Minuten lange Unterredung zwischen dem Zaren und dem Präsidenten bezeichnet, die an Bord der „Berits" ohne jegliche Augenzeugen stattgefunden hat. 9)ian vermutet, daß die mazedonische Frage bezw. die Ereignisse in der Türkei und in Persien den Hauptgegenstand dieser langen Unterredung gebildet haben. — Tie russischen Blätter kommentieren in sehr freundlichen Worten die Zusammenkunft in Reval. Die „Börsenzeitung" weist auf den friedlichen Charakter der russisch-französischen Allianz hin. Tie Blätter „Rjetsch" und „Slowo" erinnern daran, daß die. Annäherung zwischen Frankreich und 9tußland seit der Proklamierung der Verfassung in Rußland inniger geworden sei. — „Gior- nale d'Jtalia" erfährt aus guter Berliner Quelle, daß die Begegnung König Eduards mit Kaiser Nikolaus nur mäßige Früchte getragen zu haben scheine. Auf die Begeisterung von Reval sei in Rußland zweifellos eine große Ernüchterung gefolgt. Rußland betrachte die englischen Pläne in Mazedonien nicht mehr mit allzu großer Wärme. Dasselbe sei auch mit Frankreich der Fall. — Ein Leitartikel der offiziösen „Tribuna" stimmt anläßlich der Begegnung in Reval den üblichen Friedenshymnus an. Sie weift daraus hin, daß Deutschland von seinem früheren Mißtrauen von/ einer englisch-französischen Einkreisungspolitik zurückgekommen sei und daß l)eute Dreibund uno Zweibund an der Erhaltung des Friedens wie Brüder arbeiten. Am Schluß des Artikels bespricht das offiziöse Organ die türkischen Vorgänge, die ganz besonders die Eintracht der Mächte not- ivendig machten. Die wahre Gefahr im Orient für Europa bestehe heute nicht in einer etwaigen Verletzung der Verfasiung, sondern in dem Anwachsen des nationalistischen Gedankens in der Türkei. v » Ter neue Wind in Konstantinopel. Die Meldungen auS der Türkei stimnlcn darin überein, daß der Sultan scheinbar den aufrichtigen Wunsch hat, die angekün- bißten Reformen durchzusühren. Tie politischen Gefangenen werden in der Tat aus den Gefängnissen entlassen bezw. aus der Verbannung zurückgerufen. Tie korruptesten Beamten des alten Regimes werden mit auffallender Schnelligkeit aus ihren Posten entfernt. Die Zeitungen tonnen schreiben, was ihnen beliebt, und sie machen guten Gebrauch von der neuen Freiheit. Innerhalb weniger Tage hat sich im öffentlichen Leben der Türkei tatsächlich eine Umwälzung vollzogen. Bezeichnend hierfür ist folgender Vorfall: Vorgestern gegen Mitternacht zeigte sich der Sultan der vor dem Jitdizpalais versammelten Menge. Er öffnete selbst die Fenster unb fragte die Erschienenen, warum sie gekommen seien. Aus der Menge wurde die Antwort laut: „Wir wünschen nichts anderes als Gesundheit Euerer Majestät. Seit 32 Jahren haben uns einige Verräter das Antlitz Euerer Majestät nicht gezeigt. Wir haben uns lebhaft nach Euerer Majestät gesehnt. Tausend Tank. Jetzt haben wir Euere Majestät gesehen. Lang lebe der Padischah." Darauf hielt der Sultan folgende Ansprache: „Meine Kinder. Seid ruhig. Seit meiner Thronbesteigung habe ich für das Gedeihen und das Heil meines Vaterlandes gearbeitet. Mein fchiilichster Wunsch ist das Wohlergehen meiner Untertanen, die mir so nahe stehen wie meine eigenen Kinder. Gott ist mein Zeuge. Bon jetzt an ist Eure Zukunft gesichert. Ich werde mit euch arbeiten. Lebt nun, Brüder, in eurer Freiheit. Ich bin befriedigt von der Treue und Dankbarkeit, die ihr mir bezeugt. Geht nach Hause, ruht euch aus." Unter lebhaften Akklamationen zog sich die Volksmenge zurück. — Der Wiederherstellung der Konstitution soll zunächst jetzt eine neue Thronfolgeordnung folgen, möglicherweise schon unter Anteilnahme des neuen Parlaments. Die bisherige Thronfolgeordnung, wonach nach Llb- leben, Absetzung oder Abdankung eines Sultans der älteste Prinz der Familie Osman Sultan wird, soll dahin abgeändert werden, daß die Herrschaft sich forterben soll vom Vater auf den Sohn, wie in Europa. Abdul Hamid will mit Umgehung seines Bruders seinen Lieblingsfohn Burhan Eddin, der jetzt 24 Jahre alt ist, zum Thronfolger bestimmen. Nach glücklicher Aenderung der Thronfolgeordnung beginnen durchgreifende Aendernngen der neuen sultanischen Hausordnung. Das Eunuchenwesen soll vollständig abgeschafft, dgs Haremwesen einer Reform unterzogen werden. Die Prinzen der Dynastie sollen sich mit europäischen Prinzessinnen vermählen dürfen und die Prinzessinnen ihren Glauben beibebatten bürfen. Ans Statt nnt Cant» Gießen, 29. Juli 1908. ♦* Auszeichnung. Der Großherzog hat zum 12. Juli d. I. dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Johannes Saltenberger VIII. zu Maibach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Pensionierung. Der Gro ßh erzog hat am 25. Juli d. I. den evangelischen Pfarrer Jakob Biegler zu Hähnlein, Dekanat Zwingenberg, auf sein Nach such en wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt. * * Hochschul nach richt en. Von der Akademie zu Frankfurt a. M. Als Assistent für englische Sprache und Literatur an der Akademie ist Herr M. Tenby, M- A i&ebd UniDcrfüi)) angcftcilt worden und wird im Oktober mit Vorlesungen über The Rvmantic Revival in England und verschiedenen neuenglischen Uebungen seine Tätigkeit anfangen. **Poftpaketperkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Vom 1. August ab sind Postpakete nach und aus den Vereinigren Staaten von Amerika bis zum Gewichte von 5 kg (bisher nur 2 kg) zugelassen. Das Porch für em Postpaket aus Deutschland nach allen Orten der iVereinigten Staaten von Amerika, beträgt: bis 2 kg 1,40 Mk., über 2 bis 3 kg 2,10 Mk., über 3 bis 4 kg 2,80 Mk-, über 4 bis 5 kg 3,50 Mk. * * Doppel-Jubiläum des Schützen-Vereins. Am Montag abend tagte im Schützenhause der Festausschuß |ur das Jubiläumsschützensest, welches bekanntlich in den Tagen vom 1. bis 5. August in großartiger Weise geplant ist. Es handelt ficb dabei um eine freier des 30 jährigen Bestehens unseres SMtzen- vereins und gleic^eitig um das silberne Jubiläum des Stadtverordneten Brück als Ober-Schützenmeister (irren wir nicht, so i"t Herr Brück auch in diesem Jahre 25 Jahre Stadtverordneter«. Aus den Mitteilungen der einzelnen Unterausschüsse ging hervor, daß die Vorbereitungen zum Fest erhoffen lassen, daß, wenn das Wetter günstig ist, mir in Gießen einmal wieder ein in jeder Weife glänzendes und groß angelegtes Volksfest erwarten dürfen. Tie Festrede wird Herr Stadtverordneter Fr. Helm halten- Be- onbere Anziehungskraft werden die Geiangsvorrräge des Bäuerchen Gesangvereins, der einige neue Chöre bringen wird, und die Vorführungen des Männcr-Turnvercins bilden, letzterer tvird die Uebungen des Gaues Hessen beim Deutschen Turnfeste vor sich ren. Eine Musterriege wird Gipfelübungen und Pyramiden am Barren zeigen. Ein Festzug, der aus 3 Abteilungen bestehen wird, geht pünktlich am Sonntag 1 Uhr>45 Minuten vom Walltor ab und bewegt sich durch Walltorstraße, Lindenplatz, Markt, Marki- ftraße, Bahnhofstraße, West-Anlage, Sellersweg, .üreuzplatz, Markt, Schulstraße, Weuen Baue, Ludwigsplatz, Kaiser-Allee, Festplatz. Ter Weckruf am Sonntag wird etwa denselben Weg nehmen, dem Jubilar Oberschmtzenmeister Brück aber dabei eine Morgcn- musik barbringen. Auf dem Festplatz werden große geräumige Bierzelte aufgeschlagen, um Schutz gegen die Sonnenstrahlen, aber mich gegen ctma ein tretendes Reg en weiter zu fd)affen. — mit dem letzteren rechnet man selbstverständlich nichts—. Ein großer Juxplatz und ebenso die Einrichtung zu einem Sommernachtsball wird auf dem Festplatz nickst fehlen. Für die Beleuchtung des Festplatzes mit Spiritus-Alühlickst usw. ist gesorgt- Außer dem Ausschank von Bier aus der Union-Brauerei und von Friedel u. Asprion, wird auch eine bayrische Bierl-alle eingerichtet, in denen auch bayrisck>e 'Nationalgerichte nicht kehlen werden. Es haben bereits zahlreick)« fremde Schützen ihr Erscheinen aus Anlaß der Doppel-Jubelfeier unseres Schützenvereins zugesagt und ist auch der Gabentempel dementsprechend reich dotiert worden. ** Unfall. In der v- Müuchowschen Univ.-Druckerei kam gestern der Maschinist mit einem Arm in die Maschine. Ter Arm wurde zermalmt, die Sanitätswache leistete die erste Hilfe und brachte den Verletzten nach seiner Wohnung. ** Einbruch. Im benachbarten Kinzenbach wurde gestern am Hellen Nachmittage ein Einbruchsdiebstahl verübt. Ten Dieben, es sollen zwei Handwerksburscheu in Betracht kommen, fielen 72 Mark Bargeld in die Hände. •• Stenographisches — Stolze-Schrei). Die Jahreshauptversammlung des Miltelwestdeutschen Steno» graphenbundeS Stolze-Schrcy, umfassend die Gebiete Hessen, Hessen-Nassau, Kurhessen und kleine Teile von Nheinpreußen, findet in den Tagen vom 5.—8. September d. I. in Gießen statt. Vorgesehen ist ein Wettschreiben, wozu bereits über 200 Meldungen vorliegen. Redakteur M. Bäcklos-Berlin, Vorsitzender des Deutschen Stenographcn-Bundes, eine Autorität auf stenographischem Gebiet, wird einen Vortrag über die Einigungsbestrebungen für die verschiedenen Systeme der Kurzschrift halten, zu dem die Univcrsitätsbehördc die Festaula freigeben wird. "In Amerika verstorbene Hessen. In Mt. Vernon, N.-P., starb an 5. Juni im ''Alter von 80 Jahren Heinrich Rudolph aus Hebel in Kurhefscn. In Portchester, N.--P., starb Henry Heyr, 60 Jahre alt, aus Frankenberg in Hessen-Nassau. — In Newark, N.-P., starb am 25. Juni Frau Katharine Konradi, geb. Bamberger, im Alter von 76 Jahren, aus Hesftn-Darmstadt. — Im Altenheim zu New-Haven, Conn., starb im Alter von 84 Jahren William Froehlich aus Wichmannshausen, Kr. Eschwcge. — In East Mill Creek, Erie Co„ starb am 23. Juni Jakob Seid im Alter von 85 Jahren aus Albig. — In Whceling, W. Va., starb am 22. Juni Jo Hs. Schmidt aus Strebendorf, Kreis Alsfeld, im Alter von 78 Jahren. — In Rockwell, Ja., starb Frau Magdalena Fashing, geb. Mitfch, im Alter von 75 Jahren aus Worms. — In Faribault, Minn., verstarb infolge eines Herzschlages Johann Heinrich Ubrich im Alter von 73 Jahren aus Vadenrod, Kreis Alsfeld. — Am 7. Ium starb in Pekin, Jll., im Alter von 80 Jahren Frau Katharina Heß, geb. Pfeiffer, verwitwete Schlumpf, aus Hessen-Darmstadt. — In Warsaw, Jll., starb im Alter von 83 Jahren Heinrich K u s ch e aus Buchenberg, Kr. Vöhl. — In Albany, N.--P., starb am 27. Juni Frau Anna M. Liebel, geb. Wambach, im Alter von 62 Jahren aus Braunhaufen in Kurhessen. -f- Annerod, 28. Juli. Bei günstiger Witterung und unter zahlreicher Beteiligung nahm das am letzten Sonntag hier stattgefimdene Missionsfest des Dekanats Gießen einen erfreulichen Verlauf. Der Festpredigt des Pfarrers Glück von Heuchelheim lag 1. Timotheus II, 4 zu Grunde, der Ansprache des Missionars Müller von HerSfcld Matthäus 13,47. Pfarrer Gußmanu aus Hirschberg gab einen kurzen lieber» blick über den Missionseifer der Dekanatsgemeinden, soweit er sich eben durch Zahlen und statistische Vergleiche messen läßt. Die erste Stelle nimmt Lang-Göns ein mit 736 Mk. Mifsionsgaben im Jahre 1906, oder auf den Kopf der Einwohnerzahl 46 Pfennig. Im ganzen gingen aus den evangelischen Gemeinden des Dekanates in 1906 ein — 4976 Mk. oder auf den Kopf 11 Pfg. Man braucht nur danebenzuhalten, was unser Volk jährlich verausgabt für geistige Getränke, oder man braucht nur an den kulturellen Wert zu denken, den die Missionsarbeit z. B. für unsere deutschen Kolonien hat, um zu erkennen, daß unser Volk für die Mission noch weit mehr tun müßte und bei einigem Opfersinn auch könnte. Zum Schluß dankte der Ortsgeistliche den genannten Rednern und dem Posaunenchor von Klein-Linden, sowie auch dem einheimischen Kirchenchor uyd seinem Dirigenten, dem Lehrer Euler, welche durch ihre Darbietungen dem Feste den erwünschten stimmungsvollen Rahmen gaben. Die Festkollekte ergab 60 Mk., für verkaufte Missionsschriften gingen ein etwas über 10 Mk. Möge die Feier den MissionSsinn der Festgemeinde nachhaltig befruchten! (?) Hungen, 28. Juli. Der Hund einer umherziehenden Mahncmacherfamilie siel heute nachmittag über einen hiesigen 11 jährigen Schuljungen her und richtete ihn schrecklich zu. Neun Bißwunden hatte der Hund, der später von einem hiesigen Einwohner erschossen wurde, dem bedauernswerten Jungen beigcbracht, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. X. F r i e d b e r g, 28. Juli. Auf der Strecke Friedberg- Hanau e n t g l e i st e n heute abend in der Nähe der Station Bruchköbel einige Wagen eines Materialzuges, infolgedessen die Abcndzüge nach beiden Richtungen hin erhebliche Ver- pätungen erlitten. -t-. Steinfurth, 27. Juli. Der örtliche Zweigverein der Gustav Adolf-Stiftung begeht hier Sonntag den 9. August seine diesjährige Jahresfeier. Im FestgotteSdiensl, beginnend nachmiltags • 2 Uhr, predigt Pfarrer Vogel aus Staden; in der Nachoersammlung wird Pfarrer Allwohn aus Marienfchloß sprechen. Die Bc» gleitung des Gemeindegesanges erfolgt durch den Posaunen- chor aus Friedberg, der außerdem noch die Musiktücke: Preis und Anbetung (von Rinck), Ehre sei Gott (von Silcher) und: Die Himmel rühmen (von Beethoven) vorträgt. (§) Bad Salzhausen, 27. Juli. Wir stehen jetzt in der Hochsaison. Die Hotels mit hohen Preisen waren either mäßig besucht, jetzt ist flotter Geschäftsgang, nur die Bäderabgabe läßt noch zu wünschen übrig. Die vorjährige bedeutende Preiserhöhung der Soolbäder scheint noch schädlich nachzuwirken. Leider wird die erst seit diesem Jahre eingeführte Preisermäßigung für Unbemittelte :c. nicht ent» prechend auSgenutzt. Wer ein JahreS - Einkommen (nicht Vermögen) bis 2500 Mk. hat, zahlt 60 Pf., 1000 Mk. Einkommen zahlt 30 Pf. und 600 Mk. Einkommen nur 20 Pf. für ein Nachmittagsbad. Nötig ist ein ärztliches Attest, Steuerzettel und Bescheinigung der Bürgermeisterei. Zur Reklame für Bad-Nauheim ließ die Hess. Regierung etwa 50 000 hochfein auSgcftattete Kunstblätter drucken, die in der Hess. Landesausstellung an die Besucher gratis verabfolgt werden. Von einer solchen Reklame für Bad Salzhausen verlautet nichts. (?) Aus der Wetterau, 28. Juli. Gegenwärtig ist man eifrig mit dem Schnitt des Korns und der Gerste beschäftigt und das Klappern der Mähmaschinen ist überall im Felde hörbar. Mit dem Ertrag ist man im allgemeinen zufrieden; auch die übrigen Getreidearten stehen zum Teil recht schön und versprechen eine gute Ernte, ebenso Kartoffeln, Tickwurz usw. Die Apfelbäume versprechen einen guten Ertrag. Manche Bäume sind so schwer mit Früchten behangen, daß sie gestützt werden mußten. Auch die Zwet- schenbäume zeigen zum Teil guten Behang, während die Birnbäume wenig oder gar feinen Ertrag liefern. Möge nun alles glücklich unter Dach kommen und die Gemarkungen von schweren Hagelwettern, rote sie anderwärts wüteten und ganze Ernten vernichteten, verschont bleiben wie bisher. Frankfurt a. M., 28. Juli. Heute nachmittag brach in dem Dach stock der Nosenapotheke am Salzhaus, die mit der Rückseite an das Geburtshaus Goethes grenzt, ein bedeutendes Feuer aus. Die Flammen schlugen stockwerkhoch aus dem Dachstock, der ein Raub der Flammen wurde. Zahlreiche Tclephonleitungen wurden vernichtet/ Der Schaden wird auf 50 000 Mark berechnet. Von den Flammen wurden auch die Bestände eines Papierlagers verzehrt. Frankfurta. M-, 28. fruli. Tic Stadtverordneten^ Wedel und Genosfen haben folgenden Antrag gestellt: Zur Ab- wcndung der geplanten E l e k t r i z i t ä t s fte u e r erscheint ein gemeinsames Vorgehen der Siadtgemcinden geboten und zwar am wirksamsten durch Vermittlung des deutschen Etädtctages. Tie Unterzeichneten beantragen deshalb, den Magistrat ersuchen, sich zu genanntem Zwecke alsbald mit dem deutschen Städtetage in Verbindung zu setzen und der Stadtverordnetenversammlung' von den eingeleiteten Schritten Kenntnis zu geben. X. Hanau, 28. Juli. Die leidige Unsitte, zum. Feueranmachen Petroleum zu benutzen, zeitigte im benachbarten Rückingen wiederum einen schweren Unfall, indem die 11 jährige Tochter des Bahnarbeiters Lach durch die Explosion des Petroleums schwere Brand-, wunden, am ganzen Körper erlitt. Ordentliche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Lberhesseu. Gießen, den 25. Juli 1908. Nach Eröffnung der heutigen Sitzung, zu der 21 Mitglieder erschienen waren, durch den Vorsitzenden, Provinzial- direktor Geheimerat Tr. Breidert wurden zunächst die Abgeordneten Reibling-Brauerschwend und Schmalbach-Crainfeld zu Urfundspersonen bestimmt und hieraus der Protokollführer verpflichtet. Sodann wurde die Prüfung der' Ergänzungswahlen zum Provinzialtag vorgenommen. Es waren gewählt worden: im Kreise Alsfeld: Heinrich Brauer- Ober-Ofleiden, Bürgermeister Neeb-Nieder-Ohmen und Heinrich Koch XIV.-Alsfeld; im Kreise Büdingen: Mühlenbesitzer Ertz-Nidda und Forstmeister Tr. Weber-Konradsdors; im Kreise Friedberg: Stadtverordneter Falck-Friedberg, Geh. Justizrat Jöckel-Friedberg, Hotelbesitzer Sprengel-Bad-Nau- heim und Kommerzienrat Trapp-Friedberg; im Kreise Gießen: Geh. Justizrat Tr. Gutfleisch, Kommerzienrat Hey- ligenstaedt-Gießen und Bürgermeister Zimmer-Grünberg; im Kreise Lauterbach: Leonhard Hoos-Lauterbach und Bürgermeister Schmalbach-Crainfeld; im Kreise Schotten: Bürger-! meister Kromm-Schotten und Se. Erlaucht Graf Wilheln? zu Solms-Laubach-Laubach. Tie Wahlen gaben zu Beanstandungen feinen Anlaß und fanden die Genehmigung des Provinzialtags. Ebenso war die Rechnung der Provinzial- kasse für 1906, die mit einem Kassenvorrat von 51871.90 Mk. abschließt, und der Verwaltüngsvericht nicht zu beanstanden. Was den Voranschlag der Proviuzialkasse für 1908 betrifft,, so hält sich derselbe im allgemeinen im Rahmen der feit» 1 hörigen Bedürfnisse. Für die Weiterarbeiten zu den Werken 1 Inheiden und Lißberg sind 10 000 Mk. vorgesehen, ferner 5000 Mk. für Kosten der Vorarbeiten zu Gemeinde-Wasserleitungen bei weniger bemittelte» Gemeinden, wobei nup seien im Redner nahm bezug auf verschiedene TageSsragen, deren örterungcn -fcr.tfn Ende darf u. E. in so gräßlichem Einzclfalle wie in diesem von einem Handlung macht. Ec lotet sich in den Angen dec Kultur. Menschheit selber. Im gebührt öffentlicher Schimpf. -o Ein vergebt die Abschaffung der des Volkes zur Hu- der ein solches fluch der litteracijchen Vc - > bei; ti bf rllicha'ten n über Ter l» sprach dann Reichstagsabg. Hausmann Ramtin .Handel und Verkehr in ötn Parlamenten". Vollstreckung, daö endliche Ziel erst TodeSstrasc im Interesse der Erziehung manität. Verächtlich ist der , Schriftsteller würdiges Verbrechen zum Gegenstände Gnadcnakte kein Gebrauch gemacht werden, tu: «''ordern, nai Ji’?ba des de «Nrn aurtünt fcanh haben. bewerb, über kaufmännische 3ütcn und Gebräuche in dem neuen Lpezialgesetz nicht maßgebender zur Geltung kommen, dann nt auch keine bessere, den soliden Wettbewerb schützende Rechtspreckung künftig zu erwarlcn. Ter Zenkralverband hat aber da- Vertrauen zu der Regierung, daß sic dre Gelegenheiten, endlich an» wirksameren 2d)ug des SNelnhandels un Gcwerbestande herbli- zu'ühren, mit aller Energie wahrnchmen wird." — Ter Sor* merent Tritt (Dassel legte folgende Resolution vor; ,.x\t .Hauptversammlung beauftragt den Vorstand, eine Eingabe an das Reichsamt des Innern ,u richten, in welcher dem Wunsche Ausdruck gegeben wird, weitere Vorschläge zur Abänderung bei Gesches zur Bckämpwng des unlauteren Wettbewerbes entgegen- zunehmen und eine nochmalige Konferenz zu veranstalten, zu welcher hauptiächlich Vertreter des Äktnbanbeli hinzuge zogen werden sollen." — Beide Anträge wurden ohne Tcbatle ange- nonunen. An zweiter Stelle sprach Alt Hofs Hamm 1 W über Sonntagsruhe im DandelSgcwcrbe, und zwar auf Grüns eines .'tntragcs des Verbandes selbständiger .‘tau finde für Rheinland-Westfalen und die angrenzenden 'Gebiete Ter Antrag wendet sich gegen das von der Regierung geplant« nrunb* sählichc Verbot der Sonntagsarbeit und tnu für die Beibehaltung der lehrgen Bestimmung ein, d»e eine fünfstündige Beschäftigung an 3»nn- und Feiertagen grundsätzlich gestattet, und die Festlegung In der Gondel befanden sich Pro'cffor Poeppel und jtr. Ernemann, d.e uh für e:nc zweitägige Fahrt au8cerüilrt batten. Am -Nachmittag, als der Ballon in einer Höbe von 3000 Metern über Mittlachderg m Böhmen schwebte, geriet er in ein starkes Gewitter. Ter Bliy schlug in die Gondel, dessen Insassen aber unversehrt blreben. Ta auch die Hülle nicht getroffen wurde, waren die Luftsch:ffer dem Gc'chick, mit einem brennenden Ballon abzustürzen, entgangen. ES wurde schleunigst gelandet. In Lissa sollte am 27. ein Fesselballon auf. steigen. Vorher aber wollte der Luftschiffer noch einen Probeaufstieg unternehmen mit sechs Personen in der Gondel. Plötzlich erhob sich em furchtbarer Sturm, der den Ballon, der feinen Ballast an Bord hatte, loSriß und mit den In» fassen in der Gondel in d.e Lüfte entführte, wo er bald den Blicken der entsetzten Menge entschwand. ZeppelinS große Fahrt erfolgt voraussichtlich Ende dieser Woche. Unit>cnitäti«21acbri. di» 24. Oktober in Frankfurt a. M. statt. Er wird abgetan nt vom ^rationalverein für das liberale Deutschland und siebt unter der Leitung von Tr. Wilhelm Ohr. Als £ bemalen sind in Aussicht genonmien: BerfassungSwcse,,, Schulpolitik, Morn« muualPolitik. FrauendeweAung, Arbeiterfrage, alte', und neuer Mittel stond, Agrarfrage, Sittlichkeit und Alkohol, Weltw.rtschasts polUik bet Student in der politischen Entwicklung Deutschlands. 'Xu Jim vielter hoben ihre Mitwirkung zugesagt: Frau Tr. Alt- mann Gvtbeiner Frankfurt . Pros. Arnd: ^lantfuri . Tr Blau- firm Monuhrwi, Tr. Eadn ^Frankfurt. Pfarrer Morell Nonig- Üdbttit , Dr. Cbr ^München . Prof. Stein ^Frankfurt . Pi.vat- dozem Dr. Vogt (G eßei verursachi taben, verurtvittc daS Slrugsgerid.t den Sbcrmaschin.sten- maat Beerbaum zu 2'Jahren GesangniS und Degradation. Ein 'Ji a d) f V i c [ zum Eulenburg-Prozeß befd \lfiigte gestern die 10. Strafkammer des Landgerichts L in Berlin Degen 2krgeben gegen ben 8 18-1 R- Sir. G. B. ollen nicht die Gäulen dcS Rechtes empfindlich erschüttert werden. Zu tadeln bleibt auf alle Fälle auch unter der gegenwärtigen StrafrcchtSübung die £ cffcntlidjtcit des HincichtungSaktel. Eine solche Exekution sollte und müßte unter völligem Ausschlüsse aller Teile der menschlichen Gesellschaft nur im Beisein eines einzigen berufenen Mannes des geltenden Rechtes vor sich gehen. Sie zu einem Schaustücke zu gestalten, ist nach unserem Urteil ein Verbrechen gegen die Kultur, eine Sünde gegen die Mitmenschheit, die vor allem Haß. lichen und Brutalen von den zur Wahrung der Staatsordnung berufenen Behörden weise bewahrt iverden sollte. Die wenn auch noch so beschränkte £effentlichkeit führt ziir Entmenschlichung, ziir Freude am Gemeinen, degeneriert auf die empfindlichste Weise. Berichte der Presse über solche Gescheh. Nisse tragen das Ihre bei zur Minderung des sittlichen Bewußtseins; peitschen die Nerven dieser heute schon abscheulich sensationslüsternen Menge zu effektivem Genuß an greuel- vollen Taten. Tie nächste Aufgabe der Gesetzgeber ist also eine vernünftige Aenderung der gegenwärtig geltenden Straf- Die Mörderin ihres Bräutigams, die sächs. Bürgermeisterstochter Grete Beier, spukt noch nach ihrem gewaltsamen Tode in dem Hirn manches unserer lieben Mitmenschen. TaS ,93. T.* meldet heute: Am Grabe der Greie Beier wurde von Arbeitern ein Kranz niedergelea», der folgende Infchnst trug: ,'!3on menschlich denkenden Ardenern I* Tie Behörde Netz die Injchri't entfernen. Der Dresdener SchriftfieUer Heinrich Apet Hai den Fall bei Greis Beier dramatisiert. Gegen feine Absicht, daS Stück zu veröffentlichen und an'zufnhren, hat der Rechtsanwalt der Hingerichteten Verwahrung eingelegt. Tie Lranzspender sind u. a. auf einem völlig falschen, ja gefährlichen Wege einer mißverstandenen Mcrvchlichkeits- idce. Grete Beier, dieses fürchterliche Weib, daS in ihrer brutalen Sinnenliebe zu einem nichtsnutzigen Menschen ihrem Bräutigam, einem edel denkenden, großherzigen Manne, der Herz und Hand und Vermögen ihr dargeboten hatte, Kosereien oorläuschend, durch einen Schuß da3 Leben raubte, in der Hoffnung, so ihren Geliebten und ihres Bräutigams Gelder für sich zu erwerben, nach ihrem Tode zu ehren, ihr gegenüber auch nur ein Fünkchen von Mitgefühl aufglimmen zu laffen, gegen die harte, aber dem Gesetze gemäße Strafe zu demonstrieren, daS ist eine Erscheinung, die man im In» tereffe deS Waltens einer menschlichen Gerechtigkeit nur bedauern kann. Wir sind theoretisch entschieden Gegner der Todesstrafe und haben diesen unseren Standpunkt zu wiederholten Malen klipp und klar kundgegeben. So lange sie aber «Verbreitung unzüchtiger 2dmncn> war der wraiitivvnlidK Redakteur her DiXtaiislbrist „Die große Glocke", Fritz Wolff, arv- geklagt Es handeli sich um einen nährend des Eulcnbura-Pro- zetfes verbreiteten Artikel, der gewisse, als unzüchtig aufgelegte .2teilen enthalten soll Die Verhandlung fand unter Ausschluß der OefienUuhkeit starr. Das Urteil lautete auf 100 Mark Geldstrafe. _jm bezug aut Dendncbcne Lagestragen, deren Er- | gc>: und Beachtung er der Versammlung sehr an- Her» | Hesonderc Aufmerksamkeit verdienten die Frage oer Ver- ' zu Recht besteht, so lange ihr durch die Gesetzgebung kein gemacht ist, was mir wünschen und hoffen, so lange "b:fcfta .„«•» btn S® nb 14 »• Sstlflu sS- < ■ ix j 4uiti, । erbst zu- fammentietenben autzcrordentlichen BrooinziaUag da- fcriiggcfiellte Projekt für Inhcidcn zur utspächter 'ilutgelhöffer zu .-.w'Gratz gewählt. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft und wurde die Si-ung von dem Bor'inendcn mit Sorte!) des Tankes an die Erschienenen geschloss n ____________________________ Gerichtssaal. st. Darmstadt, 28. Juli. Jcrünfttaifammtr «DaS ungehörige Betragen zweier Studenten brach:; leute den öU'SE,utzmann Ha ul W utling aus Sondershausen auf die Anklage dank x\c buben 5tubicrcnben unterhielten ,uh in der Rächt zum 20. AprU b- F auf der Straße laut über die Bedeutung txt Worte „Polyp" oder „Bloucr". Sie waren habet io lebhaft, oaß der Schuhmann die Warnen feftitcllen »rollte. Sic txTivcigcrten aber ihre Legitimation, woraus stc auf dos Revier zitiert nmrben. Auch hier war ihr Betragen derart, daß nur mit Mühe die Rumcnsfcstltellung erfolgen konnte, u. a- selten sic sich aut den Tisch usw Als der erregte Schutzmann vor der Türe die Herren nochmals traf, schlag er auf ein Ulk- wort dem Studenten Steinberger derart mit bet Faust ins Ge. ,licht, daß Mund und Rase bluteten, und er ärztliche Hilfe in Anspruch nahm. Ter Gcrichtsl-of trug dem Verhalten d.r Studenten, wie der Aufregung tkd Schutzmannes Rechnung und ver urteilte ihn zu 100 Mark Geldstrafe. — Wegen Diebstahl eines Silbergeschirrs im Werte von 70 Mk. zum Nachteil des Lasetiers Stemtl-al dahier, bat sich der Zlüchenchef Gg. .'t-üntniil aus Würzburg zu verantworten. Er gab dasselbe seiner Utrarii, angeblich „zum Ausbewal-ren". Tiefe gab es auch wieder lenu die Ansichten der beteiligten Streife i.das find in erst« Linie die kaufmännischen Kleinbetriebe übet den unlauteren Wett- Swci mitteljtanös=Kongrefie. S. u. H. Bremen, 27. Juli. L 21. Hauptversammlung des Deutschen Zentral- Verbandes für Handel und Gewerbe. In Gegenwart des rcgicrcnbcn Bürgermeisters von Bremen Tr Pauli und unter Beteiligung von nahezu 1000 Delegierten trat heute Vormittag im Festfaale der Union der Zentralverband für Handel und Gewerbe unb der Verband der Teutschen Rabattsparvereine zu seiner ersten gemeinsamen Hauptversammlung zu- lammen, an die sich in den nächsten Tagen noch die besonderen Generalversammlungen dieser beiden gewichtigen Organisationen des deutschen Tctaühaiidels anschließen werden. Ans die zahlreichen Begrüßungsansprachen folgte der Bericht des Generalsekretärs des Verbandes der Teutfdn'n :Habattfpar vereine Beythln ^Hannover^ über „Tic Entwicklung und Eigenart der Standesvertretungen des beut- schen Detailhandels". Ter Redner erinnerte an die große Vergangenheit der alten Hanfcstadt Bremen. Tic Große und Eigenart der baii’ifdKn Seefahrer fei heute noch lebendig im beutidien .üaufuiaiinsstande, man müsse die Erinnerung hieran nod) mehr pflegen und zu ivcdcn verstehen. Ter Hanfebund sei vorbüblid) gewesen für alle Interesfenverbände Als der Bund icdock) nicht mehr seine Zeit verstand, da geriet er in Verfall. Tic Erben der alten Zeit wüßten sich aber der Neuzeit airzu- passen Tic Lehre, welche der Staufmannsstand aus der iikfd)id>tc jicbc, sei die, die Einigkeit $u pflegen und modern zu denken. Lebh. Beisall.) Wie früher, ,o bestehe auch heute für den Handel eine gewisse Unsicher heil, da tue eine moderne Hanfe not, die durch Einigkeit eine Riefenmacht iverden könne. Ter Tctail- tanbcl nnir das Ergebnis der politischen und wirtschaftlichen eutn’icflung überbauv: Er ist notwendig und wertvoll, er ist ein unentbehrlidses Glied \n unterer wirtschaftlid>en Entwicklung, em getreues Spiegelbild derselben. Seine Berechtigung erkannte man Mitte dv.> oongen Jahrhunderts, als durch die oerbefsenen Lebensverhaltnissc, die Beseüigung der Zollschranken, die Ge- roerbeTtttbeil und die nanonale Einigung der ricsenhanc Äuf- schwui'.g ein getreten war Tie Erhöhung der EinkommenZver- haltnisic heuten ein riesenhastes Ann^chsen der slaurfraft und damit des ^.etaulistenstandes zur Folge, das vielfach die natür- lidjen Grenzen überjebrut. Die Folge war ein Ueberhandnebmcn bei Zwergbetriebe. Falsch ist es aber, aus der Anzahl der Be- < rttu-be die Lehr.- von der Unwirtschaftlichkeit des Detailhandels derzuleiten. Redner ichilderkc bann c»as Austauchen bet Ge- nojienidxiTieB, die Enumcklung und Ausbreitung de» Moniiuii- vereinswc'cns, die letzt einen Umsatz von 300 Millionen hatten, und schlictzlich das Eindringen des ^'Großkapitals in den Tctail- b^ndel durch die Warenhäuser. Diese drei FaktonA nvren es für den Fall, daß die Leitun-r zuftand-? kommt, ein RückersaL der Dorqe(efllcr Äonen ein treten soll. Sodann sind noch 500 Mk. eingestellt al- ’ an den . .tteldeutschen Ardeitsnachwei Verband, b;r sich bekanntlich zur Aufgabe fleitclli hat, der Landflucht zu steuern. Ter -Vorsitzende erläuterte die ein reinen u.t!brt! n des Voranschlag. Er i Küutn vw*" M in vielen legte. _ .. . _ . fidjerung der Privatbeamten, der Ausfuhrprämien aus Getreide» der Zuckcroerbraudisabgabe, der Festlegung des iDstertermlns, der Zeugengebühren für Kaufleute, bte Auf'ordcrung zum Boykott, gegen die der Redner bic fchärfsten Maßnahmen empfahl, u. a. Ter Redner beschäftigte ncb weiter mit ber GerichlSjuslandigkeit ne 6.1 Mill. Mk. ausgewiesen. um Amtlicher Teil. n (06229 Grotzen-Linden, den 29. Juli 1908. B28/, — Im Anschluß an bie beiden Hauptversammlungen sand etn Festessen in der Union statt. Müller'sche Badcanstalt. Wasser wärme der Lahn 20 °R. Den Arzt ragen und selbst prüfen! ♦ S. u. H. Bremen, 27. Juli. 6. Verbandstag der Rabattsparvereine Deutschlands. In der Hauptversammlung des Verbandes der Rabattsparvereine Deutschlands gab der Vorsitzende des Vorstandes Nikolaus (Bremen) eine Uebersicht über den Stand der Rabatt- fparvercinsbewegung. Tie Bewegung habe sich in einer Weise :ntwickelt, daß sie zu den besten Säöffnungen berechtige. — Kaufmann (Waldheim i. Sa.) sprach sodann über die Skellung- nns einsureidjen. Zuschlagsfi'ist 3 Wochen. Gießen, den 25. Juli 1908. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Griginai-VrahtmeLSunsen. R. B. Darmstadt, 29. Juli. Die Uebergabe der beiden Z i e r b r u u n e n aus dem Luise npl atz. erfolgte heute vormittag in Gegenwart des Großherzogs, der Minister Ewald und Braun, des Frhrn. v. Biegeleben, der Bürgermeister und Stadtverordneten. Tie Kosten dieser Brunnenanlagen belaufen sich auf 32 000 Mk. Petersburg, 29. Juli. Tie Situation in Täbris hat sich bis auf ein starkes Geschützfeuer wenig verändert. Tie Konstitutionellen feuern aus 5, die Revolutionäre aus 3 Geschützen. Unerfahrene Kanoniere richten allerlei Unheil au. So platzte ein Schrapnell in der Nähe der Bureaus der kaiserlichen Banken und mehrerer europäischer Firmen. Deshalb herrscht im Fremden-Quartier große Befürchtunng. Die russisch-persische Schule wurde durch die Reiterei Rakhim Chans ausgeraubt. Konstantinopel, 29. Juli. Trotzdem die Demonstrationen andauern, wurde bisher die Ruhe und Ordnung nicht gestört. Einiges Befremden erregt es, daß seit gestern mittag M i l i t ä r - P a t r o u i l l e u die Stabt durch- ziehen. Die hiesige Presse hat einen Klub gegründet. Gerichtssaat. — Da? Reichsgericht hat die Revision der Frau Privatoberförster Alwine Lewandowski, die am 29. Mai vorn Landgericht HI Berlin wegen schwerer Kuppelei, Erpressung imb Betrugs zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, verworfen. Ter Ehemann, der wegen Beihilfe und früher schon wegen Tötung des Leutnants von Schmidt verurteilt worden war, hatte keine Revision eingelegt. — TaS Kriegsgericht Kiel verurteilte den Torpedo-Ober- maschinislenmaalen B e e r b a u m wegen Rekrutenmißhandlung zu 2'/, Jahren Gefängnis und Tegradalion. Todes-Anzeige Heute morgen 8l/2 Uhr starb nach schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater 4586 Johannes Kreiling im 76. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Tiefenweg 9), den 29. Juli 1908. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Friedrich Krupp A.-G. Ueber diese größte deutsche Jndustriegesellschast enthält der Essener General-Anzeiger u. a. solgende Angaben: Nach der Ausnahme vom 1. Januar 1908 betrug die Gesamtzahl her auf den Kruppschen Werken beschäftigten Personen einschließlich 6198 Beamte 63 084 (int April 1907 64 397 einschl. 5809 Beamte). Von diesen entfallen auf die Gußstahlf'abrik Essen mit den Schießplätzen 32 952 (35 538;. Die Friedrichs-Alfred-Hütte in Rheinhausen 5372 (4713), das Gru- sonwerk in Buckau 4336 (4582), die Germaniawerft in Kiel 3580 (3552), die Kohlenzechen 9447 (9273), die Mittelrheinischen Hütten- luertc 1108 (1139), Stahlwerk Annen 1002 (870), die Eisensteingruben 5171 (4730). fragen Sie den Arzt, falls Sie gewöhn» O lichen Kaffee nicht vertragen und die als Ersatz dafür angebotencn Surrogate nicht mögen. Fragen Sie ihn,''»ob er Ihnen coffelnfreien Kaffee erlaubt und er wird antworte», daß er nichts dagegen habe. Prüfen Sie dann selbst, ob Sie in Geschmack und Aroma einen Unterschied zwischen koffeinfreiem Kaffee und anderem finden könnens Setzen Sie Kaffeekennern koffeinfreien Kaffee und anderen vor, und fragen Sie, welches der beffere ist — stets wird das Urteil für den coffeinfreien Kaffee günstig ausfallen Fragen Sie, prüfen Sie genau, bilden Sic sich ein eigenes Urteil und hören Sie auch die Urteile Unpar- teiifchevl Eine solche genaue nnd vorurteilslose Prüfung ist die denkbar«-,beste Empfehlung für unser Produkt! Verlangen Sie im nächsten besseren Kolonialwaren- geschäft den „Goffeinfreicu ftaffee HAG“ (Schutzmarke „Rettungsring") der Kaffee- Handeks'Aktien-Gesellschaft Bremen. 34 Vermischtes. * Unwetter. Man meldet aus Solingen: Daden angerichtet. Mehrere Tichunken sind gefunden, zahlreiche Chinesen umgetommen. — Wie ein Telegramm aus Kanwn meldet, ist der P a i s a g i e r d a m p s e r „Bingking" gestern gesunken, 12 Personen sind gerettet; etwa 300 werden vermißt. * Opfer der Berge. Beim Edelweißsuchen ist im Zillertale der Maler Johann Hoffmann, im Vennatale der Tourist Folger abgestürzt und tot geblieben. Kleine Tagcschronik. Graf Friedrich WoUgcmg B a 11 c |t r c nt, ein Neffe des ehemaligen ReichSmgspräsidenlen, ist den schweren Verletzungen c r - legen, die er am Samsrag durch einen Sturz vom Pferde erlitten hatte. Die Affäre des Perlenhalsbandes der Gräfin War- tensleben I/it eine neue überraschende Wendung genommen. Frau Steger, die der Gräfin das Perlen-Collier entwendete, ist aus der Haft entlassen worden. Frau Steger wurde durch die Kommsifare der Polizei einem zweiiachen Verhör unterzogen. Sie bleibt bei der Behauptung, daß sie die Perlen nicht habe stehlen, sondern mit ihrem Versteck der Gräfin, die sie schlecht behandelt hätte, nur einen Streich habe spielen wollen. Tas Automobil eines Berliner Justizrats über fuhr nachts auf der Haller Straße den Tischlermeister Josof Hofier aus Hall, Vater von acht Kindern. Der Unglückliche wurde furchtbar verstümmelt; der Tod trat auf der Stelle ein. Untersuchungen in der Angelegenheit des Obersteuer- renbanlcn Merke l in Wolfenbüttel, der sich während der Revision der Kasse und der Bücher int Dienstzimmer des Steuergcbäudes erschoß, haben ergeben, daß Merkel sich Veruntreuungen bis zu einer bis jetzt ermittelten Höhe von 48 000 Mark zu Schulden kommen ließ. Tie Ermittelungen werden noch fortgesetzt. Auf der Jacht „Carja", die von Kiel nach Gothenburg mit einer Benzinladnng unterwegs ist, trug sich eine schwere Benzin- explosion zu, die zwei Schisfsleuten das Leben kostete, während der Kapitän, wenn er auch schwer verbrannt ist, gerettet wurde. Tas Unglück ereignete sich int Kattegat und hatte den Untergang : des Schisses zur Folge. Nach dem Genuß von Tollkirschen erkrankten in Fle ch- . tors drei Kinder von hiesigen Familien. Zwei der Erkrankten , sind bereits gestorben; das dritte schwebt in Lebensgefahr. In Germersheim stürzte auf einem nächtlichen Tienst- : ritt Oberleutnant Henrich vom Pferde und war sofort tot. In Passau wurde der M ä d che n h ä n d l e r Kovatsch ver- । haftet, der ein 12jähriges Nürnberger Mädchen nach Budapest - unter dem Versprechen einer guten Stelle entführen wollte. In T r i e st verhaftete die Polizei den Privatbeamten v. Fo- : drastsperg, einen ehemaligen Offizier. Er ist dringend ver- i tüchtig, die Ehansonettensängerin Lueie Fabry in feiner Woh- i nung ermordet, den Leichnam zerstückelt und einzelne Teile, - darunter den Kopf, ins Meer geworfen zu haben. Der Kopf - wurde von Fischern gefunden. Fodransperg leugnet die Tat. • Aus der ruh', Kreisstadt Taljen, welche, wie gemeldet, von \ einer Feuersbrunst heimgesucht wurde, zurückgekehrte Personen berichten, die Stadt bilde einen Trümmerhaufen. Tie Bevölkerung - die 8000 Köpfe zählt, leide große Not, hauptsächlich infolge Mangels an Brot. Ter Schaden bclanie sich auf 2 Millionen Rubel. Ein . Hilfskomitee hat sich organisiert. _________________ Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir Allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Familie Schaum. In Kudo w a stürzte bei einer Gondelpartie der 17 iübrige Gymnasiast Jmbach in den Teich uni» ertrank vor den Augen der Eltern und Geschwister. Auf der Linie der Eanadian-Pacific-Eisenbahn entgleiste bei Trudeau ein Güterzug. Während man damit bcfchäitigt war, die Trümmer dieses Zuges wegiuschasfen, warteten auf dem Nebengleise drei Personenzüge Plötzlich kam noch ein vierter Zug ungefähren und fuhr auf den Hinteren Teil des dritten Zuges auf. Drei Personen wurden gelötet und süns verletzt Nach einer telegraphischen Meldung aus ber mejifan. Stadt Gree nville ist dort ein scheußliches Verbrechen begangen worden. Mitten aus einem ösfentlick-m Platz wurde ein Mart er pfähl errichtet, an dem ein Neger festgebunden und bei lebendigem Leibe durch Anzündcn emes Holzstoßes verbrannt wurde. Diele hundert Personen ivohnten der fürckckerlichcn Szene bei. handel. Von der Berliner Börse. Bei Beginn der heutigen Börse l-errschtc Realisationsluft vor; die gestrige ziemlich starke Steigerung der Kürse verschiedener Montanwerte hat zu Gewinn- reahfationer Anregung gegeben. Im weiteren Verlaus des Geschäftes mackftc sich jedoch wieder mehr Festigkeit geltend, da die politischen Besürchtungen sich wieder einmal zu verziehen beginnen, die Erntemeldungen neuerdings wieder günstiger lauten und der Ultimoschluß eine große Geldflüsstgkeit zeigt. Tann aber zeigte sich wiederum am s)Jtontanmarfi stärkere Realisationsluit infolge des unbefriedigenden Hiberniaausweises. Trotzdem waren schließlich Bochumer um 1.10 Proz. hoher, Laurahütte um 0.70 Proz.. Phönix hielten sich auf 170.10, bis sie ganz zum Schluß auf 171 fliegen. Ter Privatdiskont schloß 25/s Proz. Semestralausweise Deutscher Hypothekenbanken. Nach dem Status der Westdeutschen Bodenkreditanstalt in Köln a. Rh. vom 30. Juni d. Js. befanden sich im Umlauf 94 Mill. Ml. Hypothekenobligationen gegen 93.1 Mill. Mk. am 31. Dezember 1907. Zu Ende des ersten Semesters 1908 waren in das Hypothekenregister eingetragen 99.9 Mill. Mk. Hypotheken gegen 99.5 Mill. Mk. gegen Ende Dezember 1907. Bei der Hessischen Lairdes-Hypothekenbank A.-G. in Darmstadt befanden sich am 30. Juni 1908 68.6 Mill. Mk. Hypotheken- pfandbriefe gegen 63 Mill. Mk. am 31. Dezember des vergangenen Jahres in Umlaus. Der Umlauf der Kvmmunalobliga- tionen betrug 27.8 Mill. Mk. gegen 26.1 Mill. Mk. In das Hypothetenregister waren eingetragen 70.4 Mfil. Mk. gegen 64.1 Mill. Mk. Tie eingetragenen Kommunaldarlehensforderungen stellten lief, auf 28.7 Mill. Mk. gegen 27.4 Mill. Mk. Im ersten Halbjahr 1907 wurden bei dem Institut eine Steigerung des Cbligationenunilaufs um 8.1 Mfil. Mk. und eine solche des in das Hypothekenregister eingetragenen Hypothekenbestandes Morgen Donnerstag trifft auf dem Brandplatze eine Sendung irische Heidelbeeren 06240) « Gurken ein. Ferber, Dienstmann. ber Arbeitsstunden an Sonn- und Feiertagen den Ortsbehörden überläßt. Wünschenswert fei es, dahin zu wirken, daß der Schluß der Beschäftigungszeit an Sonn- und Feiertagen auf 2 Uhr nach- niiitags festgesetzt und auch die Gewerbebetriebe in das Gesetz embezogen würden. — Ein anderer Antrag fordert den Verband auf, dahin zu wirken, daß eine einheitliche Kaufzeit an Sonnigen von drei Stunden festgesetzt werde. — In der Debatte gingen die Meinungen sehr auseinander. Bei der Abstimmung wurde der erste Antrag mit großer Mehrheit angenommen, der zweite abgelehnt. — Bergmann (Berlin.,: Wenn Gras Posadowsky seinerzeit behauptete, daß die Sonntagsruhe dem Handelsgewerbe nicht geschadet habe, so beweisen die Tatsachen das Gegenteil. Der Mittelstand hat ungeheuer darunter gelitten uni) jede weitere Beschränkung der Sonntagsarbeit würde zu feinem Ruin führen. Bedauerlich fei es, daß die Handlungs- oehilsen das Interesse der Kaufleute nicht wahrnehmen. Wenn die Handlungsgehilfen hier noch weitergingen, so würden fie sich felbst ihre Existenz untergraben. Man muffe Rücksicht darauf nehmen, daß in erster Linie nicht die Interessen der Kaufleute und Handlungs- xehilfen, sondern der Konsumenten in Betracht kommen. Die Konsumenten verlangten aber ein Offenhalten der Läden an den Sonntagen bis nachmittags 2 Uhr. Um 6 Uhr früh morgens «laufe iriemand ein. Wenn man aus der Bahn des Entgegen- lommenö gegen die Sozialdemokratie so weitergleite, werde die Unverschämtheit der AUlssen ins Unendliche steigen. Damit chlossen die heutigen Verhandlungen. Märkte. fj K i r ch h a i n , 27. Juli. Aus dem heute hier abgehaltenen R i n d v i e h m a r k t slauden rund 350 Kühe, Rinder und Kälber zum Verkauf. Es herrschte ein flottes Geschäft. Dem Schweiue- mavft waren etwa 500 Ferkel und Lauser zugefahren. Erstere kosteten per Paar 24—26 Mk., Läufer 40—60 Mk., je nach Größe und Qualität. Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 30. Juli: Meist trüb, doch keine erheblichen Niederschläge. Etwas kühler. Nördliche Wmde. I nähme des Verbandes gegen die Umgehung ber Detail Händler durch bie Fabrikanten. Viele Fabrikanten haben bereits einen direkten Berkaus an das Vublilum ungerichtet. Dies nehme immer mehr zu, so daß der Detail- Handel in vielen Sparten schon ausgeschaltet sei. Verschfidene Fa- «brifanten gehen sogar soweit, dem Detailhandel größere Ver- kausspreisc vorzuschreiben, als sie selbst bei ihrem direkten Verlaus an das Publikum in Anwendung bringe. Hier Helse nur gemeinsame Abwehr, da der Einzelne es nicht ausreichend tun Könne. Es sei bafrer bas einmütige Zusammenstehen aller in Lieser Frage nötig. Es wurde sodann solgende Resolution Angenommen: Der Verbandstag beschließt: Alle Verbandsvereine haben die Pflicht, Material über die Umgehung des Detailhandels I durch die Fabrikanten der Verbandsleitung baldmöglichst zur Kennt I nis zu bringen, die ihrerseits nötigenfalls dafür Sorge tragen I löirb, daß die Firma bekannt gegeben werde. Die Mitglieder s der Vcrbandsvereine sind zu verpflichten von einer gegen die Inte- ! reffen des Detailhandels verstoßenden Firma nicht mehr zu lausen. - Kaufmann 58rernte (Gevelsberg) sprach sodann über die Abgrenzung des Tätigkeitsgebietes benachbarter Rabattsparvereine. Ls wurde ein Beschluß gefaßt, wonach vorkommenden Falles | Streitigleiten nicht durch die Vereine selbst, sondern durch Schicds- iprud) des Vorstandes beglichen werden sollen. — Ueber die I 8 er wen düng von Verwaltungsüberschüssen der Rabattsparvereine zu Igitationö- und gemeinnützigen Zwecken sprach Wetzlar (Hagen I i. 28.). Er verurteilte das System der Prämienrückvergütungen, ; [Damit man das Beispiel der Warenhäuser nachahme. — Stadt- -at Müller (Greiz) verurteilte ebensalls die Prämienrückvergü- iingen, da man damit in Schlesien schlechte Erfahrungen gemacht uabc. — Wrangel (Stettin) wandte sich ebenfalls gegen die>es SDftcni, weil man sich damit die Praktiken der Warenhäuser zu einen mache, die man sonst bekämpfe. — Rechtsanwalt öfter» Laub (Ulm) trat für eine weitere Ansammlung der Ueberschüsie unb ihre Verwendung im mittelständischen Interesse em. An )cr weiteren Debatte beteiligen sich Friedrich (Frankfurt a. M.) unb Findcisen (Bremen), worauf die Angelegenheit dem Vorhände zur weiteren Erledigung überwiesen wurde. — Der solgende Hunlt der Tagesordnung betraf die Stellungnahme des 3 cr banbc5 gegen bas von Fabrikanten bezw. r o ß l) ä il d l e r ,i e i n g e f ü h r t e Z u g a b e w e s e n (Beipacken oon Zugaben, Gutscheinen, Bibliothelsmarken usw.). Fuchs (Er- jurt) unb Friedrich (Frankfurt a. M.) sprachen sich als Refe- renten lebhaft gegen das Zugabewesen aus. Es wurde schlietzlich ■olgenber Antrag angenommen: „Der Verbanb beschließt, bas lliiweseii des Beipackens von Zugaben, Gutscheinen usw. energisch m bekämpfen. Dasselbe ist ber Fall hinsichtlich bes Eindringens neuer Erwerbs-Rabattgesellschaften sowie ber Neuen Gesellschaft ber Bücherfreunde unb der Deutschen Allgemeinen Rabattgesellschaft, .1 tiiengefcllfdjaft in Magdeburg. Die Verbandsvercine haben den mlsprechenden Anweisungen der Verbandsleitung Folge zu leisten." 3n der Debatte wurde mitgeteilt, daß die Neue Gesellschaft der Bücherfreunde Bibliotheksmarken zum Beilegen ausgebe. Von ’iner Seite wurde angeregt, dem Schriftsteller Rudolf Presber als i Leiter der Gesellschaft entsprechende Vorstellungen zu machen. — Generalsekretär Beythin wandte sich gegen diesen Vorschlag. 1,0- mrch würde man nur Reklame für ihn machen, zumal hinter ihm Geldleute ständen, die sich niemals auf eine Beseitigung ihrer Rabattmarken einlassen würden. — Zum Schluß der heu- I tigen Verhandlung beschäftigte man sich mit der Vertrustung X* deutschen Petroleumhandels. Berichterstatter war Kaufmann Fritz Bulow (Essen-Ruhr). Der Verbandstag stimmte folgendem i -Antrag zu: Der Verbandsvorstand wolle die Verbandsvereine • tzmffvrdern, nach ihren Kräften dahin zu wirken, daß die Mit- -dieber des Verbandes schon jetzt ihre Verträge nut den Amen- tonent aurtünbigen, damit sie bei Einkauf von Petroleum freie Hand haben. — Zur Begründung des Antrags wurde daraus dingewiescn, daß die Amerikaner Monopolisierungsgelüste haben, und daß es deshalb notwendig sei, die österreichische und rumänische Petroleumindustrie zu unterstützen. — Für die Österreich. Gesellschaften war ein besonderer Vertreter aus Wien erschienen. brK Wb Unp. S irbe. Leui^en, J DrK KM anUäL”r*' ^edfiagew . 2t: lmlun9 iehrb t-n Ei' » bieS,y bttj ■Mmiena । des OslerV^'d-, «äuFÄ d>° teiulluL*' 'stn litnf 9 anRlwBcn. (0e^ WeM“-'0 ftennt« :n'ltcn. JJeriammlungen 'bericht cMet Z S 20iU^anbcI anö ^ahre belieb ulrch lei^dai; ein Teil i en Ä?°Eehö^ . en |ut tue neue 3M . f'Nw uti ■ ^lolgjei aber, bas 2*1 N ^erlangen nadj • -uachlveiies erfüllt Wor abattsparvereine freulichem Wachsen bt- rbonböcrcinc manchmal t ycrbanbsDorftaub bi- Die Auslage bes 1 ’ 42000 gestiegen, ßit tunt bie Agitation jöi • Tie beutsche Tage-- ir als bisher von bei chrblatt gegen bie Am nt seit Dezember 190? ivirb in 140000 EM. Wen Einkaufs biuö bet Lcrbanb auch in f/e. Die palhmg bei innü&igcn 'Jlabatt|> sympathische ejettwüi ye früher mis tiw ngeii usw. gG tc- Zahlreiche GruMü ;en die von ber Rabattsparvereine ca? xn bezw. Erwerb-Ä- i)! eine der hauM- B. die Deutsche Lpn> zur Lebeutungsloißla: )ic Zentralstelle für fe rbänbe. Der rlampf du ist eine Lchärfe mtite, 'Angriffe bet MM- hen Ptefje mit W r innige ZufainrnenM; Konjurnveteinen ergibt ngehend begründete Er. ant war, zur Krv« . berzugeben. Dre ^ leinen eine cripruBlwr tubium ber W* .rporatives Mitgl cd v m AnsMch.m. Z rat, baß die eigene SW nztleinhandel Vorhand- ife-Ä: Ne setz es 8« ierung geplanten oite^f ÄS j ungenügend. a t i.on '^nbel.un.' rbanbes ^ntIüuri, icrn in deni Sie ertwi über Gebrauche in f , in ^‘Sbänben"1^, erenr in ° hinzug^, tleinha"^ 5ebo|IC irden oM i 23-) »ff TM# räw SZÄN lNachdruck verboleu.i________ Kopfläuse, Wanzen, Floye vertilgt radikal „K r a ir i" Flasche 50 Psg. 2323 G.Karn, Central-Drog.,Lchulsir. A. RoU. Drogerie, Bahnhosftc. Kelianntmachung. Seit. : Rotlaufseuche. Unter den Schweinebeständen des Otto Kammer zu Dellersheim, des Hch. Schmidt I. zu Hungcn und des Wilh. Schiel I. 5u Langsdorf ist Rotlaufseuche sestgestellt morden und 14tägigc Sperre verhängt. 8ctr. : Rotlauf zu Langsdorf. . _ Die unter dem Schweinebestand des Hch. Herl vi. zu Langsdorf ausgebrochene Rotlauffeuche ist erlolcheu und die Sperre aufgehoben. Betr. : Rotlauf zu Ullendorf a. d. Lda. Bei einem Schwein des Johs. K. Damm zu^AIlendor i a. d. Lda. ist Rotlaufseuche festgestellt worden, sperre ist verhängt. Gießen, den 28. Juli 1908. Großherzogliches Kreis amt Gießen. I. 58.: Dr. Merck. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Pstasterarbeiten für die Neubefestigung der Henselftraße fOaCISieudtflo, den 4. 'August d. Js., vormittags 11 Mr, öffentlich vergeben werden. s<>v Llrbeitsbeschreibuug und Bedingungen liegen wahreno oer Dienstsluudeu bei uns zur Einsicht offen. Angebote aur Jsororua, Ser daselbst erhältlich, find spätestens bis rum vorgenannten Ljett- Duntt verschlossen unb mit entsprechender Auftchrrft verleben, an 'KAFFEE' . MAG i Die schöne Cleo «90) kam» t. Konsum™ Giessen and Umgegend empfiehlt feinen Mitgliedern la. neue Kartoffeln und la. neue Poll-Heringe zum billtgiien Tagespreis „Wie das Scbulkleid sein soll“ Praktlecbe Winke zur Her- nU-llonK der Msdcbemichul kbnduug nach gceundhcit- llchen Gründet! tzen. Kann grati» abtfcholt »werden bei A. Salomon 4 Cie. Wieringe U Stuck 6 Pfg. Xa. 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