Samstag 27. Juni 1908 Zweites Blatt Nr. 14V tö i die Fortdauer der Sitzungsperiode fingiert werde, nicht Schahs hin. 158. Jahrgang Erfchetnl tSgttch mit Ausnahme des Sonntag«. Die „«ietzener Zamiltenblätter^ werden dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krctsblöti für den Kreis Sietzen" zwermat wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen*"' erschemen monatlich zweimal. Kolrtische Tagss-chan Der „Fall Bernhard", Jaroliemek, der ist in Rom einem Ans Stadt und Land. Gießen, 27. Juni 1908. ** Vom Großherzoglichen Hof. Se. Kgl. Hoh der Großherzog besuchte am Donnerstag abend die Vorstellung im Zirkus Schumann zu Frankfurt a. Ai. — Graf und Gräfin Kuno zu Stotberg-Roßla mit Tochter trafen gestern nachmittag zürn Besuch am Großh. Hof in Jagdschloß Wolfsgarten ein. . *• Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Grog- Herzog haben dem Hofkanunerrat Friedr. Neßlrng aus Anlaß seines 60jährigen Dienstjubiläums das Ritterkreuz 1. Klosse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone Allerhöchst verliehen. •* (£in neuer Roman wird am nächsten Montag m unseren „Familienblättern" zu erscheinen beginnen, der unsere Leser in ganz ungewöhnliche Spannung ver- ! setzen wird. Es ist die Geschichte vom rätselhaften Tode eines reichen Amerikaners. Der Mann kommt in einem Gesellschaftszimmer während des Klavierspieles seiner Tochter in Gegenwart einiger guter und zuverlässiger Freunde ganz plötzlich ums Leben, wie er sterbend behauptet, erwürgt durch die Hand eines Unsichtbaren. Die Freunde setzen natürlich alle Hebel in Bewegung, um den Mörder zu ernutteln, denn ein Mord liegt tatsächlich vor. Den Nachforschungen emeL Anwaltes, der zugleich Chemiker ist, gelingt endlich die I völlig überraschende Lösung dieses kriniinalislischen Rätsels. Der Roman wird in weitesten Leserkreisen mit der größten Ausland. Die französische Kammer hat nach langen Debatten den Regierungsanttag auf Rücklauf der Westbahn angenommen und damit dem Ministerium Clemenceau einen festigenden Sieg verschafft. — Die Kammer verhandelte sodann über die Interpellation betreffend die A b s e fc, u n g des Lehrers Dre m e. Unterrichtsminister Doumergue wies darauf fjin, daß der gemaßregelte Lehrer geäußert habe, Ministerpräsident Clemenceau müßte füsiliert werden, wenn er^m einem Streitfälle mit Deutschland nicht zu einem Schiedsgericht seine Zuflucht nehme und sich auf einen Mieg cmlaste. Er übernehme die volle Verantwortung für die Absetzung dieses Lehrers, der wegen seiner Gesinnung burdxtuö ungeeignet war, die Jugend zu erziehen und halte es für notwendig, die Lehrerschast von Personen zu trennen, die in der Schule Ziele verfolgen, welche von keinem Republikaner gebilligt werden können. Die Kämmer nahm mit 472 Stimmen gegen 70 Stimmen eine Tagesordnung I an, welche diese Erklärung billigt. ' - . Im österreichischen Abg evrdnetenhaui e erfürrtc per Generalredner pro Leopold Steiner, tr habe nichts einzuwenden gegen die A u t v n o m i e der L> o ch s ch u l c n , vorausgesetzt, daß sie ein Hort der Wissenschaften seien und Nicht zum Schauplatz wüster Agitationen einzelner Professoren würden. Der Generalvedner contra Muchitsch besprach die jüngsten Gr a ze r Ereignisse und protestierte gegen die aufreizende und überflüssige Verwendung des Militärs und die Verletzung der Autonomie der Stadtgemciude. — Graf Sternberg veranlaßte wieder einmal einen großen Skandal. Gr streifte die von dem Abg. Taszynski ausgestellte Behauptung, ein Priester habe in Galizien bei der letzten Oelung eine Frau mißbraucht u. scploß mit den Worten: „Eine solche Behauptung kann nur ein e h r - loser Feigling aufstellen." Dem folgte ein furchtbarer Lärm bei den Sozialdemokraten, von denen sich viele auf den Grafen stürzen wollten. Dieser ergriff ein Wasserglas und erhob seinen Arm, um es gegen die Sv zia ldento tra t en zu schleudern. Sein Hintermann entriß ihm das Glas. Zwei Abgeordnete stürzten sich aus den Grafen. Der Präsident unterbrach die Sitzung und verließ den Saal. Rotationsdruck und Verlag der Brühlffchea Unioersitäts - Buch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei? Echuk- straße 7. Expedition und Verlag.' 5L Redaktisnt^-O'^A^-AdruAnzeigerGießen. entgegen. Professor Schnitzer in München wird an keiner bayerischen Universität mehr Vorlesungen halten. Er geht nach Beendigung seiner Japanreise auf Wunsch des Vatikans nach Rom. Dort wird über seine fernere Tätigkeit entschieden werden. Keinesfalls wird er eine Lehrtätigkeit ausüben. t Staatssekretär Der u bürg, der in Transvaal von den Behörden und der Bevölkerung ungewöhnlirh warm begrüßt worden war, bat in öffentlichen Reden die Ueber- zeugung betont, daß Die südafr. Wirtschaft s.ikri se n a h e z u b e e n d e t und bei den stetig verminderten Selbstkosten die Industrie und der Ackerbau einer glän- zendenEntWicklung entgegengehen. Privatim äußerte Dernburg auch, daß er nicht bezweifelt, daß die zur weiteren Entwicklung benötigten Kapitalien beschafft werden. Turnfest fonnnen könne. ** Das Kirsch enwäldche n bei Wetzlar. Die Zeit der Kwscheureise ist jetzt Qefonnncn. Alljährlich suchen um diese Zeit viele Ausflügler das am nördlichen Abhänge des Stoppelberges gelegene Kirschenwäldchen auf, um stchl dort an den süßen Früchten gütlich zu tun. Für Wanderlustige ist eine Tour von Gießen über Klein-Linden, Allen- dorf a.Lahn, Münchholzhausen, Bübliugshäuserhof, Stoppelberg nach dem Kirschenwäldchen und von da nach Wetzlar empfehlenswert (Markierung gelber Kreis im weißen Feld).! = Wieseck, 27. Juni. Wie in den meisten Ortschaften der Umgegend, so hat auch der hiesige Kriegerverein einen eigenen Schieß stand errichtet. Bei dem ersten Preisschießen, das der Verein vor kurzem abgehalten hat, ist die Beteiligung sehr rege gewesen. Es wird beabsichtigt, nun am morgigen Sonntag ein zweites öffentliches Preißschießen zu veranstalten, an dem sich jedermann beteiligen kann. Q Garbeiitcich, 26. Juni. Am Sonntag, 26. Jul:, hält der Radklub „Alemannia" ein 80 km Dauer- fahren ab, an das sich/me Festlichkeit mit der Preise Verteilung anschließt. , § Ruppertenrod, 25. Juni. Emen fehr ernilen Unfall erlitt heiite Abend ein fremder Radfahrer in unserem Ort. Derselbe, ein in Molkereigegenständen Reisender ans Hildesheim, kam die stark abfallende Alsfelder Straße her- abgefahren. Jni Begriff, einem Wagen voll Heu auSzu- weichen, lief ihm .ein mit einem Reif spielender siebenjähriger Knabe vor das Rad. Bei dem Anprall stürzten 'Radfahrer- und Kind auf einen Haufen. Mit gebrochenem Schlüsselbein brachte man den Radfahrer in die uächlle Behausung und und später in das KreiskrankenhailL nach Alsfeld. Dem Knaben waren die Zahne locker geschlagen und sem Körper war mit blauen Stellen bedeckt. X Wanfried, 26. Juni. Heute sand hier eine Gebe ul feier an die vor 3 0 0 Zähren erfolgte Erhebung Wanfrieds zur Stadt statt. Ter Aufführung eines von. Lehrer Pippart-Wanfried verfaßten Festspieles wohnten zahlreiche Besucher bei. Auch der hessische Städtetag hielt heute hier seine Jahresversammlung ab. Gießener Anzeiger Gemral-Anzeiger für Gberheßrn Gießener Strafkammer. )( Gießen, 26. Juni. Sittlichkeitsvergehen. Das Schöffengericht hatte den 19jährigen Weißbindergesellen H. Sch. aus Garb ent eich wegen S i t t l i chk e rt s v c r gehens durch Vornahme unzüchtiger Handlungen, die vssent- liches Aergernis erregten, zu zwei Wochen Gefängnis Verurteilt. Die Handlungen wurden in der Mrd-Anlage und in der Schitler- straße hier zuerst von einem Dienstmädchen, dann von einer 3-rau und zuletzt von einem Schutzmann wahrgenomiueu, der daun den Angeklagten festnahm. Trotzdem er anfänglich die Handlungen, wie sie ihm zur Last gelegt sind, zugestanden hat, leugnete er sie bei der Schöffengerichtsverhandlung und in dem infolge seiner Berufung angesetztcn Strastammertermiu. Vorsorglich war von der Verteidigung ein Psychiater als Sachverständiger zu diesem Termin geladen worben, der über die geistige Vcichassen- beit des Angeklagten bezw. dessen perverse Veranlagung Austumt geben sollte. Die teilweise unter Oeffentlichkeltsausschluß geführte Verhandlung endete mit Verwerfung der Bc =t\ Heber die persischen Vorgänge veröffentlicht die Petersb. Tel.-Ag. eine ausführliche Dar» stellnng. Sie schreibt die Hauptschuld an der Revolution dem Prinzen Zill es Sultan zu, der sich des Thrones bemächtigen wolle. Auf Bitten der gemäßigten I Elemente übermittelte der russische Gesandte nach einer I Rücksprache mit dem englischen Gesandten dem Schah den Wunsch der gemäßigten Parteien nach Beilegung des Konfliktes. Der Schah verlangte Garantie für die Integrität seiner Person und der Dynastie, sowie Zügelung der End- schumen, Trennung der legislativen und der exekutiven Gewalt, den Oberbefehl über die Armee und Auslieferung von fünf Führern der Revolution. Die Verhandlungen scheiterten an dem letzten Punkte, worauf die bekannten blutigen Ereignisse eintraten. Darauf wiesen der englische und der russische Gesandte auf die Notwendigkeit hin, Maß-^ regeln zum Schutze der Europäer zu treffen, und erteilten | Ujm auch im Namen der Mächte den freundschaftlichen .Kat, die Konstitution nicht aufzuheben. Der Schah versprach auch den' Medschlis zu erhalten, und sicherte den Schutz der Fremden zu. Die letzten Nachrichten, so schließt das Kommunique, lassen eine Festigung der Stellung des Schahs ernennen. Der Abg. Ibrahim Khan wurde von Soldaten erschlag e n. In die englische Gesandtschaft gefluchtet ist auch der am meisten vom Schah gesuchte Vertreter von ^abro, Tagisade, einer der besten und gebildetsten Redner dev Parlaments. Der S ch a h hat daraus die e n g l i s ch e G e s a n d t - schäft von Kosaken umzingeln lassen. Dre Gesandtschaft hat dagegen als eine unerhörte Beleidigung protestiert. Die anderen Gesandtschaften, befonderv die deutsche, haben, ohne sich in die Verhältnisse emmischen zu wollen, beim Schah gegen die Greuel taten der Soldaten Schritte getan. Sämtliche Gesandtschaften, mit Ausnahme der deutschen und amerikanischen, haben Flüchtlinge ausgenommen. Alle Anzeichen deuten auf einen ernsten Umschwung in der öffentlichen Meinung zu Gunsten des Deutsches Neich. D e r S ch lv i e g e r s o h il d e s F ü r st e n E u l e n b u r g - ' ftüher des Fürsten Privatsekretär war, ... ... ..... ....... Verhör unterzogen worden auf . onlassung der deutschen Botschaft. Es betraf die ^ziehungen bedenklich gelähmt sein will. Iaroliemeks zum Fürsten sowie Jaroliemeks Liebesroman ~ .. ä .... mit der Tochter des Fürsten. Es dauerte über a Stunden. Auch die Gattin Iaroliemeks wollte vernommen werden, da sie besser als ihr Mann über die fraglichen Dinge unter-! richtet wäre, aber der Untersuchungsrichter lehnte dies ab, da er dazu ilicht ermächtigt sei. Frau Jaroliemek sieht übrigens für die nächsten Tage ihrer Niederkunft entgegen. Die württembergische Regierung hat an die sächsische die Anfrage gerichtet, wie es in Sachsen hinsichtlich der Frage gehalten werde, ob ein Beamter als Re ich s- tagsabgeordnetervo ns ein em Am teauch wahrend einer Vertagung des Reichstages fern- bleiben könne, ohne Urlaub nehmen zu müssen. Das sächsische Gesamtministerium ist zu der Ausfassung gekommen, daß ein Beamter, der gleichzeitig Reichstagsabgeordneter ist, feinem Amte im Falle einer Vertagung nur dann sernbleiben dürfe, wenn er durch Geschäfte, die ihm der Reichstag übertragen habe, also Kommissionssitzunßen oder Berichterstattungen für Kommissionen, an der Erfüllung der die philosophische Fakultät der Berliner Universität in ihrer Sitzung vom 25. Juni beschäftigte, ist, wie die „Berl. Univ.-Korr." von ihrem Gewährsmann erführt, noch nicht erledigt. Die Verhandlungen, die bis in später Nachtstunde gedauert haben, mußten abgebrochen und vertagt werden. Morgen, Sonntag, werden bei Professor Schm oller, dem das Referat in dieser Angelegenheit übergeben worden ist, die Herren der engeren Fakultät, die Fachprofessoren, zu einer Extrasitzung zusammenkommen, um ihre Beratungen fortzusetzen. Am 2. Juli wird die philosophische Fakultät unter Vorsitz des Dekans Prof. Dr. Alois Brandl endgültig über den Fall beschließen. Wenn auch über die Verhandlungen Stillschweigen beobachtet wird, so steht doch bereits fest, daß sämtliche Mitglieder der Fakultät einen ablehnenden Standpunkt einnehmen. Rian darf daher darauf rechnen, daß die Fakultät beschließen wird, die Berufung Bernhards abzulehnen. In der Strafsache gegen Maximilian Harden wegen Beleidigung des Grafen Moltke ist das Reichsgerichtsurteil den Parteien jetzt in schriftlicher Ausfertigung zugestellt worden. Der Senat hat bekanntlich auf Antrag des Oberreichsanwalts das Urteil der vierten Strafkammer mit allen ihm zugrunde liegenden Feststellungen aufgehoben, weil bei der zweiten Vernehmung des Zeugen Geritz ein wesentlicher Grundsatz der Strafprozeßordnung verletzt worden und weil ferner die Verurteilung Hardens auf Grund des § 185 des Strafgesetzbuches nicht gerechtfertigt war. ,Diese falsche Gesetzesanwendung hätte", so sagt die Reichsgerichts-> cntfcheidung, »schon mit Rücksicht auf die dadurch beeinflußte Straffestsetzung zur Aufhebung des Urteils gezwungen, auch wenn der Verstoß bei der Zeugenvernehmung nicht vorgekommen wäre. Da diese zwei Gründe durchgriffen, hat das Reichsgericht die vielen anderen Rügen ernster Art nicht erst prüfen zu sollen geglaubt." Ausdrücklich ist in der Reichsgerichtsentscheidung festgestellt, daß die 5k o st e n des Privat- klägcverfahrcns dem Kläger Grafen Moltke auferlegt sind, und daß nur das landgerichtliche, nicht aber das schöffengerichtliche (freisprechende) Urteil ausgehoben worden ist. Aufmerksamkeit bis zur letzten Zeile verfolgt werden. ** Gießener Berke hrsoerhältnisse. Die letzte Stadtoerordnetensitzung hat gezeigt, daß man jetzt in Gießen energisch die Regelung der Verkehrsfrage betreiben will. Mit Recht hat man hierbei darauf hmgewiesen, daß neben bev elektrischen Straßenbahn die Gießener Bahnhofs- und Eisenbahnverhältnisse ein Gegenstand ernster Prüfung sind und daß über kurz oder lang auch hierin gründlich Wandel geschaffen werden muß, wenn Gießen nicht in seiner Weiterentwicklung Wie wir hören, beabsichtigt der B ü r g e r v e r e i n, im Lause der nächsten Woche in einer öffentlichen Versauimlung die schon viel erörterte Frage der Umlegung der Oberhessischen Eisenbahnlinien Ides Lahnkanals und der elektrischen Straßenbahn behandeln zu lassen. An der Hand von Skizzen und Lichtbildern wollen die Rechtsanwälte Raab und Dr. E. Reumng Vorschläge und Anregungen zur Beseitigung der jetzigen mißlichen Eisenbahn- und Bahnhofsverhältnisse rc. bringen. Es wäre zu wünschen, daß außer den beteiligten Behörden und Körperschaften, auch private Vereinigungen, wie der ckrerkehrs- oerein, Kaufmännischer Verein usw. sich ernstlich mit dielen dringenden Forderungen beschäftigen. Ort und Zeit der Versammlung wird noch bekannt gegeben. *• Von unserer Garnison. Das Hofgut Bubenrod war heute nacht in ein wahres Kriegslager verwandelt. Gegen 6 Uhr rückte das Infanterie-Regiment Rr. 116 Gießen ---------------- । f pv . - in der Richtung Kinzenbach-Grube Morgenstern heram um seiner amtlichen Dienstpflicht verhindert sei. Wenn er: rm k * Biwak zu beziehen. Nachdem kurz vorher aus beschweranderen Falle dem Dienst serublerbt, p habe aus dem r übec Bieber-Hof Haine die Fouragewagen em- W her waren, entstand bald-in lebhaftes Treiben. Wahrend das 1. und 2. Bataillon unmittelbar vor dem Hof Quartier bezog, rastete das 3. Bataillon jenseits der Grube Morgen- tern in einer Waldschneise. Ueberall lourbcn sogleich Vorposten ausgestellt, denn auf den angrenzenden Höhen machiei, ich ab und zu schon feindliche Kavallerie-Vorposten bemcil- bar, zumal für den heutigen Samstag ein großes Gefecht mit dem Regiment Nr. 168 in der Richtung Kinzenbach-Duteu- hosen bevorstand. Das Hosgiit diente zugleich als Proviantamt, denn Stroh, Wasser uff. wurde von hier für die einzelnen Kompagnien abgeholt. In kurzer Zeit waren für Aiann- schaften und Offiziere die Lagerzelte hergerichtet, dazu regten ich viele geschäftige Hände, um für solch viele Köpfe raich ein Mahl zu bereiten. Von allen Seiten strömten Schlachtenbummler hinzu, um daS militärische Treiben mit anzusehen. Leider war das gebotene Schauspiel nur allzu kurz, die Soldaten mußten sich bald zur Ruhe begeben, zumal schon 2 Uhr nachts der Aufbruch erfolgen sollte. ** Bei der Anlagemusik am Sonntag vormittags utm 12 Uhr in der Süd-Anlage werden folgende Stücke geipieU: Ouvertüre z. Op. Ilka von Doppler, Val'e blaue von Margis, Introduktion aus Traviata von Verdi, Armeemarsch y einen mißglückten ArmfaUgriff, den Frl. M. durch einen gut eingelegten Nackenhebel erwiderte, in eine derartig mißliche Lage, dai^ er auf beide Schultern außerhalb des Teppichs zu liegen kam. ^och das Schiedsgericht protestierte gegen die Gültigkeit des Sieges. Der Kampf wurde aufs neue fortgesetzt uud muyte itaü) 20 Minuten als unentschieden abgebrochen werden. Ww endgültige Entscheidung ist auf heute abend festgesetzt. Man ist darauf gespannt, wem die Prämie von 200 Mark zufaltt. »* Vom deutschen Turnfe st. Am Mittwoch empfing Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog eine ans Justizrat Dr. Friedleben und Professor Bender von Frankfurt, dem 1. und 3. Vorsitzenden des deutschen Turnfestes, sowie dem Kreisvertreter Turninspettor Schrnnck-Tarnistadt bestehende Abordnung der Feslleitung und der deutschen Turnerschaft, die ihm, als einigem deutschen Fürsten, eine Einladiing zum Feste übermittelte. — Eine an den Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft gelangte amtliche Mitteilung besagt, daß der Kronprinz wegen Tlbwesenheit im Auslände nicht zum itihrfirfi an9eMte 9tcd)nun9' baß all-l vertreten, wie dies bisher bei anderen Museumsausstel- lanriid ourcki die DGricßiphprtpn (^fiihpTTfpithprpitir' ikhaah ~ ...... ,, < ' « „ jährlich durch die verschiedenen Studentenvereine und andere Gesellschaften, die sich nach studentischem Vorbilde richten, über 2 Millionen Mark ausgegeben werden, wurde von genauen Kennern eher als zu niedrig, denn als zu hoch gegriffen bezeichnet. , Hessen ist in dieser Abteilung der Gegenbeispiele er- steullcherweise wenig vertreten. Aus Darmstadt und Großen bringt die Studentenkunstausstellung vielmehr manches Erfreuliche, gehören doch schon dem Ehrenausschuß Manner an, wie Geh. Iustizrat Prof. Tr. A. B. Schmidt- Gr e ß e n und Prof. Dr. Rudolf Kautz s ch - Darmstadt. Auch rn der Jury finden wir hessische Namen oder solche von Mannern, dre wenigstens eine Zeitlang in Hessen wirkten, so: Pros. Albin Müller-Darmstadt, Prof. Habich, jetzt Stuttgart, früher Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie. beiden Hess. Hochschulen haben auch sofort nach Be- tanntwerden des Ausstellungsplanes Ehrenpreise gestiftet, so die Universität Gießen einen Ehrenpokal aus Zrnn von O. Gahr-München ynd die Technische Hochschule m Darmstadt einen Ehrenschläger von Prof. Riegel- Darmstadt. Den Ehrenpreis der Universität Gießen erhielt dre Verbindung Wingolf in Tübingen für einen Präsidenten- ftuhl, den Ehrenstreis der Darmstädter Techn. Hochschule trug der Akademische Verein an der Techn. Hochschule zu Darmstadt für einen Stammtischständer aus Messing davon Auch sonst wurden hessische Aussteller noch mit Preisen bedacht, so erhielt das Corps Starkenburgiain Gießen für zwei Messingkandelaber den Ehrenpreis der Techn. Hoch- fchule München, Prof. E. Riegel in Darmstadt wurde ern Preis von 300 Mk. zuerkannt, der Verbindung W i n golf rn Darmstadt der Ehrenpreis der Erlanger Dozenten, eine Truhe mit Kissenbezug. Größten Interesses erfreut sich nach wie vor auch die retrospektive Abteilung. Es lag ja sehr nahe, den wenig erfreulichen „^Gegenbeispielen" noch eine Gruppe an- zuglredern, die uns die Gründerzeit unserer studentischen Korporationen widerspiegelt, ferner an authentischen Bildern und Dokumenten auch das akademische Leben früherer Jahrhunderte zu zeigen, namentlich was aus dem Studentenleben des IG. brs 18. Jahrhunderts erhalten ist. Besonders die kulturgeschichtlich überaus interessanten Stammbücher ünd Dank der Unterstützung von Atuseen, Bibliotheken, Sammlern'und Kunsthandlungen in einer so stattlichen Weise ™ * Ae-^exv die Einwohnerzahleu der preußischen Großst ad t e am 1. Januar d. I. entnehmen wir den der Berechnung der Bevölkerungsbewegung zu Grunde gelegten amtlichen Zahlen des Statistischen Landesamtes folgendes: Es sind m Preußen 29 Stöbte mit mehr als 100 000 Einwohnern vorhanden. Gegenüber der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 hat sich die ^ahl durch Hmzutritt von Erft.rt mn 1 vermehrt. Die Reihenfolge qt unter Gegenüberstellung der Ziffer der letzten Volkszählung die nachstehende: Berlin 2 111361 (1905 2 040148), Breslau 491434 9a?n-Q?' ?oln 4o8 037 (428 722), Frankfurt a. M. 354442 ^49,8, Hannover 279210 (250024), Charlottenburg 265 801 (239 oo9), Dusseldors 262 656 (250 024), Essen 247 598 (231 360) Magdeburg 246 799 (240 633), Stettin 236 884 (224119), Könias- „234: 282 ^223 770), Duisburg 204 254 (192 346), Dortmund 072 (175 557), Kiel 178 463 (163 772), Halle 177 971 (169916* .Ia^a17?/84^168320)' ^jxdori 170 597 (153 513), Danzig 167 979 (159 648), Elberfeld 167 733 (162 853), Schöneberg 160 673 (141 010) ?CArAn^1,160 200 (106 080), Gelsenkirchen 155357 (147 005), Kassel 152 339 (138 670), Aachen 152 092 (151 971), Posen 143 172 (136 808) ?nr-e -!,o )?a 216 344), Bochum 123 771 (118 464), Wiesbaden ^o^73.. l/00 953) und Erfurt 103 063 (98 849). Die Reihenfolge ber Städte hat sich mehrfach verschoben, insbesondere ist Charlotien- burg von: 8. auf den 6., Rixdorf vom 20. auf den 17. und Schöne- berfl vom --3. auf den 20. Platz gerückt. Die nächste Stadt die in die Reihe der Großstädte arisrücken wird, ist Mülheim a. d. Ruhr '^(08 642 (1905: 93 599) Simvohnern, dann folgen Bonn mit munftev mtt 84 953 (81468) und Görlitz mit 04 oJo (83 76b). vermischte». . * Der Kaiser und die Wohnun gsfürsorqe tn. Bei der letzten Englandreise hatte unser Kaiser an den englischen Eigenhäusern für Arbeiter und den Mittelstand die Vorzüge des Einzelwohnhauses schätzen gelernt und sich über diesen Gegenstand kürzlich nnt dem Münchner Oberbürgermeister unterhalten und er- klart, er würde es mit Freuden begrüßen, wenn das Einzel - Wohnhaus auch bei uns in Deutschland immer mehr und mehr zur Einführung käme. Diese dahinzielenden Bestrebungen bei uns in Deutschland zu fördern, hat der Kaiser eine wertvolle Sammlung guter Pläne englischer Einzelwohnhauser von hervorragenden Architekten erworben die letzt emer Zeitschrift zur Veröffentlichung übergeben worden sind. Wenn wir in Deutschland wohl auch wesentlich andere Anforderungen bei der Errichtung solcher Häuser Kastellen haben, so werden unsere Bauherren und Baufachleute doch manche neue Anregung aus diesen Veröffentlichungen schöpfen können, und das dürfte wohl auch der beabsichtigte Zweck der vom Kaiser angekauften Entwürfe rufung, da, wenn auch tatsächlich eine geistige Minderwertigkeit und perverse Veranlagung vorliegcn sollte, was übrigens nickt feitgcstellt wurde, die Strafe folgen nrüßte. Im Interesse dcr Zucht und Ordnung au) der Straße konnte auf die von der Verteidigung erbetene Geldstrafe nicht erkannt werden. Nt beendet. Die Fabrikanten haben die im Schiedssprilch festgesetzten Lohnerhöhungen anerkannt und die Arbeitnehmer ihren ablehnenden Standpunkt gegen den von den Arbeitgebern verlangten Endtermin aufgegeben. Die Dauer oes Tarifs ist damit auf drei ^ahre sestgelegt. Am 29. soll die Arbeit ivieder (titigenommeu werden. D e r A u s st a n d in Par m a hat bis jetzt 8 Millionen Lire gekoltet, von denen die Ausständigen 2 und die Eigentümer 6 Mil' lionen tragen. Außerdem muß noch in Rechnung gestellt iverden der V er lull an -Viehzucht, sowie die Kredite für polizeimaß- regeln. Ser ikal. Staatsminister hat soeben in der Kammer neue Kredite tm Betrage von 51/, Millionen verlangt, anstatt der gewöhnlich verlangten 2 Millionen. u , .. — Die unentgeltliche Unterstützung kleiner (südlicher B o l ks b i b l i o t h e k e n in Hessen ist durch einen Beitrag, den das Großh. Hessische Ministerium, Abteilung des Innern, der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Ham- burg-Großborstel gewährt hat, erniöglicht worden. Durch diese Spende wird die Stiftung, die unser ländliches Volksbckliorheks- wesen seit Jahren durch Verteilung guter Bücher auszubauen ver- ucht, in die Lage versetzt, eine Anzahl von Büchern an kleine, bc= anders bedürftige ländliche Volksbibliotheken in Hessen zu vei- Ichenken. Bewerbungen sind zu richten an die Abteilung für Volksbibliotheken der Deutschen Dichter - Gedächtnis ° Stiftung in Hamburg-Großborstel. Tie Stiftung hat in den letzten Jahren über 100 000 gute Bücher, sämtlich dauerhaft gebunden uno lite- rarisch auf das sorgfältigste atisgewählt, an kleine ländliche Volks- bibltotheken verteilt. ~ kleine K u n st ch roni k. Wie man und mitteilt, sind Aufführungen von Will). Henze ns Festspiele „Turnvater Iah n" im Frankfurter S ch a u s p i e l h a u j e ztinächst auf den 19., 20., 21. und 24. Juli angesetzt. — Opernsänger Hops aus ^ranksurt ist an das Hoftheater in Wiesbaden engagiert worden. — Zu Kapfenberg im Mürztal wurde ein B r u n n e n d e n k m a l Peter Roseggers enthüllt. Ter Dichter ist als Waldschulineistcr nut einem Reh dargestellt. Das Modell zii diesem Monument har >rof. Brandhiiber m Graz entworfen. — Auf der 8. Haupt-Bcr- ammlung des (Leipziger) A e rz t e - V er b a n d e s zu Danzig prach u. a. Dr. Sardeman n aus Marburg über die Stellung der Aerzte zu den st u d e n t i s ch e n -K r a n k c n k a s s e n lungen noch nicht der Fall war. Um neben dem kulturgeschichtlichen Element auch das künstlerische ans alten Glanzepochen der akademischen Vergangenheit zur Geltung kommen zu lassen, haben einige Universitäten, in erster Reihe die von Gießen, Greifswald und Tübingen, die Güte gehabt, einige der kostbarsten Stücke aus altem Universitätsbesitz der Ausstellung zur Verfügung zu stellen, so daß auch nach dieser Hinsicht die Stuttgarter Studenten- kunstausstellung manches prächtige Stück vorzuführen in der Lage ist. Gießen hat ein wunderbares silbernes Un i- versrtätsszepter aus dem 16. Jahrhundert, eine Meisterarbeit edelster Renaissancekunst, sowie mehrere silberne Barock-Pokale gesandt. So bietet die Ausstellung eine äußerst gelungene Ueber- sicht über Vergangenheit und Gegenwart der Studentenkunst und gibt wertvolle Fingerzeige dafür, in welchen Bahnen sie in Zukunft wandeln kann und wird wandeln müssen. Dr. C. E. GerichtssaaL. a- mobilistisch es. Im August v. I. fuhr der Kaufmann Ed. Eugle r aus Frankfurt a. ÖL mit seinem Auto, in dem mehrere Offiziere saßen, darunter der damalige General- ^igpekreur der 3. Armee-Inspektion v. L i n d e g u i st, aus der (Etrage von Darmstadt nach Griesheim. Auf dieser Fahrt karambolierte das Vehikel mit einem in gleicher Richtung sahrenden Lastfuhrwerk des Karl Gölz. Gölz wurde durch dieses Anfahren unter die Räder seines Wagens geschleudert und erlitt so erhebliche mnei'e Verletzungen, daß er nach einigen Tagen daran verstarb. JiNolge des Vorfalles stellte die Staatsanwaltschaft in Darmstadt (jinuttelnngen an und leitete die Voruntersuchung gegen Engler em. -.'lese ergab, daß Engler vorschriftsmäßig gefahren und k et n e r l e i F a hrlässigkeit sich hat zu Schulden kommen Iahen. Er wurde dieserhalb außer Verfolgung gesetzt. Nunmehr erhob aber die Witwe des Karl Gölz Klage beim Landgericht der Provinz Starkenburg in Darmstadt auf Schadenersatz. Sie verlangt von Engler eine lebenslängliche Rente für sich und ihre imui.cri^r'deu "ider, deren Höhe noch nicht fixiert ist. Das Landgericht hat nunmehr eine umfassende Zeugenvernehmung angeordnet, i unter den Zeugen befindet sich auch Exzellenz v. Lindequist. öiau jift gespannt auf den Ausgang dieses Prozesses. Engler ist der ‘ Vorsitzende des Automobil-Klubs in Frankfurt a. ÖL 6 Marburg, 26. Juni. 2 er in Frankfurt a. ÖL wohnende Arbeiterbewegung. Berlin, 26. Juni. Ter nahezu zivei Rlonate andauernde streik m der R e i s e e f i e k t e n - I n d u st r i e Groß-Berlins Jägerlatein. Int letzten Winter sal). sich der Kreisgeometer K. H. von G r ü n- b e r g veranlaßt gegen den Forstwart Sch. zu Büßseld, der auch eit in S t u t t g a r t zu sehen ist, haben wir schon in unjcrer 9tr. 130 berichtet. Es soll heute nur kurz von den Gegenständen und Ausstellungsobjekten berichtet werden ,dre auf Gießen und Hessen icherbaupt Bezug haben, und dann soll die Rede sein von einer neuen Abteilung in der Ausstellung, die erst jetzt zur Mufftet hing gelangt ist. llnfcr Stuttgarter Mitarbeiter schreibt uns: Sie Stuttgarter Studentenkünstausstellung halte das Geichick aller Ausitellungen, sie war bei ihrer Eröffnung noch nicht ganz fertig. Erst jetzt ist dies der Fall Die .Abteilung, der „Gegenbeispiele", die eigentlich abschreckend wirken soll, ist erst jetzt eröffnet worden; in ihr wird gezeigt, was in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefundigt wurde. Man wundert sich, wenn man diese Ge- fchmacklosigkeiten betrachtet, daß der Studio sich solche Dinge teures Geld aufhüngen ließ, man wundert sich, daß er Gefallen daran finden konnte, und freudige Genugtuung entspringt diesem Gefühl, daß es jetzt doch Gottlob anders geworden, daß ein gesundes Kunstempfinden wieder in Studentenkreisen selbst wach geworden ist. Wenigstens zum Beu, denn das ist der Humor davon: diese Gegenbeispiele fmd von den Einsendern nicht in Absicht, abschreckend zu wirken, gesandt worden, sondern in verblüffender Naivität und Unschuld schickte man auch diese Gegenstände, um mit ti)neu womöglich gar einen Preis zu erringen! Das spricht beredt dafür, in wie tiefe Geschmacklosigkeit sich unsere akademische Jugend z. T. verirrt hat. Was jetzt in dieser Abteilung alles mögliche, Wappen, Becher, 5wnnen Bowlen aus verschiedenstem Material, ans denen in möglichst knalligen Farben und möglichst wenig passendem Material, Smnsprüche, heraldisch unmögliche Wappen, Dedi- kationstexte usw., gemalt, geprägt, graviert, aufgelegt oder au,geklebt sind. Da sehen wir Postkarten, Programms Festschriften und Drucksachen aller Art, Krüge, an denen sich drei oder vier Stilarten in scheußlichstem Mischmasch zu unglaublicher Geschmacklosigkeit verquicken. Kurz: diese ganze Abteilung erzählt, wie tief die Studentenkunst gesunken war, wie notwendig diese Ausstellung gewesen ist und wie erfreulich immerhin schon die neue Kunst auch Lus diesem Gebiete gewirkt hat. Denn man glaube nur ja nicht, baß die ganze Sache etwa nichts weiter als eine R. B. Darmstadt, 26. Juni. Der Ernst Ludwig- Verein, Hessischer Zentral-Verein für Errichtung billiger Wohnungen, hielt heute im städtischen Saalbau seine Hauptver- jammlung ab, die von nah und fern, besonders von behördlichen Vertretern stark besucht war. Der Vorsitzende, Frhr. Hehl zu Herrnsheim, begrüßte die Erschienenen, darunter Staats- minister Ewald und Geheimerat Frhr. v. Biegeleben, und gab einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit des Vereins. Landes- wohnungsinspektor Gretzschel erstattete darauf den Geschäfts- b^ncht, aus dem folgendes hervoi^uheben ist. Die eigentliche praktische Tätigkeit des Zentral-Vereins begann vor fünf Jahren und der Vorstand hat darüber eine zusammenfassende Darstellung veranlaßt, nicht, um mit den in dieser Zeit erzielten Erfolgen zu Prunken, sondern um den Mitgliedern und sich selbst einmal Rechenschast abzulegen von dem bisher Geschehenen und der vom Verein vertretenen Sache weitere Freunde zuzuführen. Die Vereinsbestrebungen haben bereits einen erheblichen Umfang ange- nommen, ,o daß unser Großherzogtum in dieser Beziehung den Vergleich mtt jebem anderen Bundesstaate aushalten kann. In Hegen sind zurzeit 40 gemeinnützige Bauvereine, die mit einer Ausnahme bereits eine erfolgreiche Tätigkeit entfaltet haben, und es gibt ebensoviel ober noch mehr Gemeinden, die sich in einer oder der anderen Weise auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge betätigen. Sei es durch Unterstützung der Bauvereine, sei es durch Erbauung von kleinen Wohnungen in eigener Regie oder durch eine praktische kommunale Bodenpolitik. Trotzdem bleibt aber noch ein weites Feld zur Beackemng vor uns und es bedarf hierzu auch vornherein warmherziger und zielbewußter Männer, die bereit sind, unter Zuhilfenahme des Vereins praktische Woh- nungsmrsorgemaßregeln durchzuführen. Die Bautätigkeit ist 1907 im allgemeinen geringer gewesen wie früher und dementsprechend auch Die Wohnungsprvduktion. Der Grund hierfür lag in der allgemeinen Wirtsä)aftlichen Depresfion, in Verbindung mit der Geldteuerung Dieser Zustand dauert allem Anschein nach auch iin lausenden ^ahre au. Es wurden im Jahre 1907 von 15 Bau- Deretnen nur 67 Häuser mit 117 Wohnungen errichtet, zu einem HerstellungswA von rund 606 000 Alk., wozu iwch zirka 50 000 m sur von Gemeinden in eigene Regie errichteten Wohnungen kommen. Im Jalw vorher betrug der Wert der neu erbauten ?°jnrun9en. /00 000 Mk. Im ganzen wurden in den letzten 5 Zähren, seit Bestehen des Zentral-Wohnungsvereins von gemeinnütziger Seite in Hessen 329 Häuser mit 768 Wohnungen errichtet, deren Herstellungswert 3 900 000 Mk. betrug Von Dem Gesamtbedarf an neuen kleinen Wohnungen für den jährlichen Bevölkerungszuwachs deckt die gemeinnützige Bautätigkeit 6 Prozent. Die letztere fällt also für den Wvhnungswarkt nicht unerheblich ins Gewicht und sie hat and) auf die beim Bau miereifierte Geschäftswelt befruchtend gewirkt. Die Bestrebungen zur Besserung der Wohnungsverhältnisse loerden voraussichtlich einen neuen Ausschwung erfahren, nachdem jüngst in beiden Stände- tammern das Wohnungsfürsorgegesetz dahin abgeändert worden ist, daß die gemeinnützigen Bauvereine direkt Gelder aus der Landeskredirkasse erhalten können. An die Gemeindevertretungen aber wird die dringende Bitte gerichtet, den gemeinnützigen Or- ganiiatwnen zur Besserung des Wohnungswesens aud) in Zli- tunjt Die Befvrdening und Unterstützung zu teil loerben zu lassen. Ju£ dem von Psarrer Loos-Butzbach erstatteten Kassenbericht ist zu entnehmen, daß sich das Vereinsvermögen auf 9426 Mk. stellt. Bei der Vorstandsioahl nzurbe an Stelle des verstorbenen Ltto-Wolfskehl, Abg. Frenay gewählt, die übrigen drei aus,checkenden Mitglieder, Frhr. v. Beyl, Oberbürgermeister irr T nvc 10 c- 6 und Abg. Dr. G u t s l e i s ch, wurden wiedergewühlt. Ueber Den solgenoen Punkt, die Gewährung von Darlehen aus der Landeskreditlasse referierte Justizrat Dr. Görtz aus Mainz, ^en letzicn Punkt der Tagesordnung bildete seine Besprechung über "^y.e.n*’0 litikder Gemeinde n", worüber die Mgg. Dr. G l a f 11 n g und Dr. Frenay sprachen. Metzger Ro s e u b u s ch aus Borken stand heute.wegen W u ch e rs, begangen dadurck), daß er bei der Annahme von Wechseln einer Mannheimer Firma und zweier Frankfurter Gesd)ästSleiite unverhältnismäßig hohe Vrovisiou berechnete, vor der Strafkammer. Nack) eingehender Verhandüing wurde R. freigesprochen, weil die Sache nicht genügend geklärt werden konnte. K ar lsruhe, 26. Juni. Olga Molitor legte beim Landgericht Karlsruhe die Berufung gegen das Urteil des Schöffengerichts betreffend Karl Waßmann ein und zwar lediglid) zu dem Zwecke, die prozessuale Ötöglichkeit zu erlangen, die Pri- vatklage z u r ü ck z u z i e h e n und Waßmann die achtmonatige Gefängnisstrafe abzunehmen. B r o in b e r g, 25. Juni. Tas Schwurgericht verhandelte an den letzten beiden Tagen gegen den Tischler Johann Szyper aus Hohensalza, der am 8. März den Harmonikaspieler Kot ermordete und diesen dann der Harmonika und der Uhr nebst Kette beraubte. Die Geschworenen bejahen die Frage nach Totschlag und schweren Raub. Das Urteil lautet auf 15 Jahre Zuchthaus. Wohmingrfürsorge. Amtlicher Teil. W B27^ Infolge der großen Wein- in LllLvxnbcnr fradätGEsellschaft Mainz ^8^ J AltoMH. Hauptniederlage: 3944 Trinkgeldablösung Derl'chiedcnes Zentralheizung Garten des Getränk. Tafelgetränk Ihrer Majestät der deutschen Kaiserin. Per i/i Flasche 40 Pfg., */a Flasche 30 Pfg. excl. Glas. b27/6 Süd-Frankreichs in den letzten Jahren bin ich der Lage, einen naturreinen bestes, garantiert aus frischen Früchten hergestelltes moussieren- nenannfem Burean einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 26. Juni 1908. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. I. V.: Heyer. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 28. Juni: Fortdauer der trockenen Witterung. Wolkig, wieder etwas wärmer. Nördliche Winde. ,' Mütter'schc Badeanstalt. Wafserwärine der Lahn 17 0 R. Werlag von Kmik MW Hioth in Gießen. .....l—— » ........... Verein. »«-■ Hausbesitzer - Giessen ======== Wotongs-^achwds Seltersweg 26. Reife Bauaneu per Dtz. 100 Pf. Gebr. Berdux «l6a Bahnhofstr. 27. ____ Bad*üauheiin. Telephon 437 Eleonoren-Hospiz Benekestr. 6. X Erdbeeren empfiehlt (3775 I. Haukcl, Neuen Baue /. Teteion 612.__________ WcinstubeSchott täglich frische (3628 Erdbeer - Bowie. Bekanntmachung. Die vom 1. Juli ab geltende Neufestsetzung des ortsüblichen Dagelohns gewöhnlicher Tagearbeiter hat zur Folge, daß von diesem Feiwunkt ab in Gießen alle nicht der ötranlenverncherung unterliegenden Versicherten und 5war die männlichen zur Lohnklasse IV, „ weiblichen „ n Ul Zamiliett-NachrichLen. Verlobte: Fräulein Millr; Ramspeck in Alsfeld mit Herrn Ernst Bauerochse in Braunschweig. . . Gestorbene: Frau Marie Horn, geb. Scluer, in Bad Nauheim. — Herr Karl Aiotz in Büdingen. — Herr Heinrich Kornmann m Appenrod. — Frau Glenn Biehweg, geb. ^lcijchhack, in Marburg. — Frau Elisabeth Borwerk, geb. 9tanmnim, m Burgsolms. 6—7 Psg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. Pfg. Erbsen p. Pid. 18—24 Pfg.. Linsen p. Psd. 25-40 Pfg., Zaubeu pr. Pr. 0,80-1,00 Pik., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Vahne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Gänse pr. Psd. 00—00, Enten pr. Stuck 1,80 bis 2,20 Mk., Ochscnstciscb pr. Psd. 78—86 Pfg., Kuh- nnd Nindfleisch pr. Pfund 74—76 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Ptd. 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Psd. 7O-84Pfa. Kartosscln pr. 100 Rg. 6.00-7.00 2)ik., Z'viebcln pr. Qtr. 8,00—10,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per, Stück 0-00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00-0.00. — Aepfel per Ztr.! 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 Mk. Nüsse 100 Stuck 50—00 Pfg., per Ztr. 0-00 Mk. Kirschen per Psd. 0,35-0,40 Mk. Marktze.l von 7—1 Uhr. . . _. , ,, le. Frankfurt a. M., 26. Ium. Heu- und Strohmarkt.^ sllngesahren waren heute vormittag 6 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.30—3.50, für »Ltroh Mk. 0.00-0.00, Maschmenstroh Mk. 0.00-0.00. Alles per 50 kg — Infolge der Heuernte war die Zufuhr gering. Tendenz normal. jpnimi KMme empfiehlt billigst 1703 Georg Schüler, LlcherNr. 9. „Hasmmrk", einvorzüglichcS Hascrpräparat frei von Hülsen und Schalen, per Pfund: 35 Pfg. stets frisch und m bester Qualität zu haben bei: [39o2 (Stör« Wallcirjcts. I Marktplatz 21 Telephon 46 I gegenüber der Engel-Apotheke. Kmif-Grsnche Suche Wohnhaus mit je 6—8 Zimmer mit größerem Garten, eventl. auch Hinterhaus oder Billa zum Alleinbewohneli mit Garten. 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Juli, v»rm. 11 Uhr aus die ganze Flasche zu 6.» Zsg. bei sechs Flaschen zu 60 ohne Glas, verkaufen zu können. Georg Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber d.Engel-Avotheke. I3st»3 Märkte. Gießen, 27. Juni. Marktbericht. Aus heutigem Wochen- mailte tosteie: Buller pr. Psd. 1.05-1.20 Mk., Hübuere.er 1 Li. 1 vollständiges Bett, 1 'Jindjt- schrank, 9 Stühle polierte, 1 Gas- _ . _ Herd, 1 Holzklotz, Garteninöbel, kefert. rasch und billigst Bank, Tisch, 3Sepel zu verkaufen. . 30091 Roonstraße 32, 111. । ßruhlscbe Ualv^DreckcnL Lithographen können durch Zeichnen von (3916 Schrift-Plakaten einen ^Nebenverdienst erwerben. "Nah, in d. Geschäftsst.d.Gieß. Anz. Techn. geb. Herr w. Nebenbesch. in ALaich.-,Bau-u.Elektr.-Berechn. ^onuruluons-u. Patenlzeichnung. Schrntliche Angebote unt. 05320 an den Gießener Anzeiger erb. In meinem Berlage erscheint in einigen Tagen: Lcbeilscrinnerungen Mein Wirken als Rechtslehrer, mein Anteil an der Politik in Kirche und Staat von Dr. Zoh. Friedl. Ritter von Schutte. Mit ausführlichem Namens- und Sachregister und mit 3 Porträts des Lersassers aus verschiedenen Lebensaltern in.veltogravure. Ilmsang 3 Bände (zirka 90 Bogen» Großoktav. Preis pro Band: brosch. M. 8—, geb. in Originalband M. 10.— Band »: LcdenSerinnerungen. Band II: Aufsätze über geschichtl., soziale und polttstchc Gegenstände. (Erscheint im September.) Band üli: Kirchenpolitifche Aussätze. (Erscheint im Dezember.) Saale-Zeiluug, Freitag, den 26. Ium 1968. Dr. Joh. Jricdr v. Schultes Lebenseriunerungen. Gteyen 1908. Emil Roth, Verlagsbuchhandlung. - Die LebenSerinneruiigeu des geistvollen Nechlsgelehrten, die soeben zu erscheinen beginnen, bieten eine Fülle interessanter Weltereignisse, die, Imtzuerleben dieser sein langes Leben hindurch häufig Gelegenheit hatte. Auch sind diese Erinneruitgen nm so wertvoller, da er selbst als Kirchenrechtslehrer und Parlamentarier gefronten Persönlich- fetten, Parlamentariern und Slaatsuiännerit imbegetreten ul. Ewen maßgebenden Einfluß hat Schulte vor allem am die kirchen-politische Gesetzgebung Preußens gehabt.,. Doch auch sein Wirken als Rechtslehrer im allgemeinen tfi von außerordentlicher Fruchtbarkeit gewesen. Alles das, sowie cm einfacher leicht verständlicher Stil weisen dem Buche eine hervorragende Stelle in unserer Memoireuliteratur au. Keliaiinlmachuiig. Betr. : Rotlauf zu Alten-Buseck. Unter dem Schweinebestand des Gastwirts Koch zu Alteu- B u s e ck ist Rotlaufverdacht festgestellt worden. 14 tägige Sperre ist verhängt. Gießen, den 25. Ium 1908. Großherzvglkches d.reisamt Gießen. I. 23.: Lanfiermann. ans frischer Frucht.9 Verkäufe _________■ ■- —---!--— Häuser-Verkauf, I. Zweistöckiges Wohnhaus mit Mansardenstock, 5 Zimm, in jed. Stock nebst Zubehör, Hinterhaus zweist., besonders geeignet als Werkstatt und Lagerhaus und dergl. tu zentraler Lage Gießens. II. 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Juni. Der Schah veröfientlichte einenj Ferman, in dein er das Parlament a u f l ö st und 91 cu-1 mahlen anorbnei. Er erklärte den Vertretern der Groß'i Mächte, daß er von den von seinem Vorgänger dem Volke gc-l machten Zugeständnissen nichts zurücknehmen und eine allgemeine, 2( m nestte ei lassen werde, von der nur drei Personen ausgeschlossen^ würden. In Lübeck stellte sich der Rechtsanwalt und Notar Burrn eist er, der vor 10 Jahren wegen Beihilfe zum Konkurs und wegen Uebervorteilung seiner Klienten entflohen war, den Behörden und wurde gegen Erlegung von 20 000 Mk. Kaution vorerst auf freiem Fuße belassen. Der Anlaß zu seiner 9lürftc.jr soll eine große Erbschaft sein. In Wien wurde ein Mitglied - der Burschenschaft Bruna Sudetia, Schmiederer, nachts in der Ringstraße von drei klerikalen Studenten, die Couleur trugen, ü b e r - fallen und derart mißhandelt, daß er bewußtlos liegen blieb und in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. In der deutsch-nationalen Studentenschaft herrscht große Erregung. In Nocera bei Cattanzaro (Italien) besuchten bet Apotheker Larosa und der Advokat Ventura eine befreundete Dame, deren Sohn irrsinnig ist. Als die Mutter einen Augenblick sich entfernte, ergriff der Kranke einen Dolch und griff die beiden an. Ventura entkam mit einer tiefen Dolchwunde. Larosa hielt der Irre mit herkulischer Straft fest, stieß ihn nieder und zerschnitt den Leichnam in hundert Stücke. Erst nach schwerem Ringen gelang es den Carabinieri, den Irren zu fepeln. In Madrid wurde eine alte Engländerin, die unablässig seit mehreren Tagen den Königspalast belagerte, von der Polizei festgenommen. Sie erklärte, sie )et nach Madrid gekommen, um den König zu heiraten. 9.can brachte fie in das englische Kvnsulat, wo man ihr emredete, sie musst sofort nach England reifen, um die nötigen Papiere zur »eirat zu holen. Aus diese Weise wurde ihre Rückbeförderung nach England bewerkstelligt. Aus Bombay wird gemeldet: Auf der Bombay-Laroda- Bahn fand ein Z u f a m m e n st o ß zwischen einem E i l z u g u n d Güterzug statt. Vier Personen- und vier Guterwagen verbrannten. Viele Personen kamen um. 6. Telephon 236.___Sonnensfrasoe 6. Akt der Lynchjustiz gebilligt hatte. Die Behörden fahnden nach den Tätern, aber keiner verrät die Namen derjenigen, > die Strauß erschossen haben. J * Keine bewaffneten G e l d b r i e f t r a g e r. Inden letzten Jahren sind bekanntlich mehrmals Raubanfälle auf Geld- ! briesträger verübt worden, die zu Besprechimgen in der Presse Anlaß ' gegeben haben, wobei angeregt worden ist, die Geldbriefträger zum besseren Schutze anulid) mit einer Waffe auszurüsten. Als geeignet ‘ würben Revolver vorgeschlagen, dann auch Dolchmesser, Gummi- i knüppel und Schlagringe. Auch die Reichspostverwaltung hat sich, ‘ wie der „9t. A. Z." mitgeteilt wird, mit der Frage beschäftigt, von ! einer Bewaffnung der Geldbriefiräger aber abgesehen. Ein wirk- 1 iamer Schutz würde sich dadurch doch nicht erreichen lassen, da die Raubansälle hinterrücks verübt werden, so daß die Waffe nicht mit Er-solq benutzt werden kann. Dagegen würden durch unvorsichtige Handhabung der Waffen häufiger Unglücksfälle hervorgerufen WCl ♦ Diamanten in Deutsch-Südwestasrika. In Berlin lief die telegraphische SDlelbimg des Gouverneurs von Deutsch-Südwestasrika em, daß an der Bahn Lüderitzbucht - Keet- inanshoop von einem dort arbeitenden Geologen Heine Diamanten gesunden worden seien. Nähere Details fehlen noch. Laut Erkundungen an maßgebender Stelle soll noch nicht feststehen, ob und wieviel des Süamanten führenden Terrains noch Negierungsland resp. bereits in anderen Besitz übergegangen ist. Kleine Tageschronik. In Köln hat der 16jährige Bursche W. Klosterhalsen, der unter dem Verdachte, den Knabe y m ord im Stadtwalde aus- gcjührt zu haben, sich in Untersilchungshast befindet, eingestanden, daß er angeregt, durch S h e r l o ck-H o l in e s - R o m a n e, den Knaben Jakob Hammer mit einem Strick erwürgt habe. Er sei allein der Täter. . . . Im November 1906 mären durch Enibruchesu nm aus elneniLchrank mit Crben des Königs Ernst A u g u st von Hannover in dem sogenannten Familienmuseum m Herrenhaujen 60 kostbare Orden sowie zwei mit Edelsteinen besetzte Griffe von Ehrenjabeln gestohlen worben. Jetzt hat sich ber Verdacht, an dem Ordensdiebstahl beteiligt zu fein, auf einen wegen eines großen Briefmarken- diebstahls im Postamte Burgdorf tu Untersuchungshaft befind- lidjen Antiquitätenhändler namens Papenberg gelenkt. Papeiiberg hat sich nach dem Diebstahl einige 9)tonatc nt Frankreich ausgehatten, wo er vielleicht die Crben verkaufte. In Breslau begoß sich die 23jährige Braut eines Handlungsgehilfen nach einem Streit mit dem Bräutigam mit Spiritus und zündete den Spiritus dann an. Sie starb bald darauf. Der Bräutigam, der die Flammen löschen wollte, erlitt schwere Brandwunden._____________ kw- null Bnta stets in großer Auswahl prets- würdig zu verkaufen. i0283o LoniS l-2ngcl, Butzbach. 05214) 2 gebrauchte, noch gut erhaltene Blasbälgc zu vertäuten. K. Walther, Westanlage 06. Moitrier itzer-" aus gemischten Früchten, befriedigt verwöhnten Geschmack. /«a per Psd. 30 Pf. per 10 Psd. Eimer 2^50 Mk. „ 10 Psd. Postk. Mk. 3.— franko. Gebr. Bertlux Bahnhofstr. 27. von 16a3/88 Der Zlanincheu-Zucht-Verein zUein-Lindcn hat stets edle Belgische Riesen und Farben-zinninchen Jungtiere abzuaeben. (3516 Klein-Linden, Wetzlarer Str. ,1. I. A.: Reuschlttlg. i SU verkaufen. (05284 1 KliM Tiesemveg 17. Cm Jagdlvagen, Sjähritze (udjsiiult mit tomplctien Geschirr zu verk. 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