Erstes Blatt 158. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhefsen ^CELfTfla Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten. G. Klar! Vorgänge WO skünstler der Eintritt frei Lotterie Weimar. 29 eeldge*®” y jen. Unter gleiten ilie|tmwir$!all!n 'fite, fetbftipidenbe i Siotinen nach Modellen, BifillLen, ibolinea, tzitorrev, er Eglteme u|m. - fiten aller Sri f. beste LualilLt. gste Preise. V gratis u. frei, 'arte genügt. X Freund 51au U Dnttschland sachlich auszuNären. Einslußreickw 10 oeuclie Stille Sm.) tei Bestellung -kparaiee,Ii-r dessen 6*u'*»TlKeu Achtungl Ungarn ohne vorheriges Einverständnis mit Deutschland eine solche bis zur Löhe von 100, Mavk zu gesvähren, die sich in Politik treiben konnte, welche die größten Komplikationen hervor-l Lwulver^.udm von o0 000 bis 100 001 Einwohnern aus 400 ruft und die Gefahr eines allgemeinen Brandes enthält." Diesen Satz der „Tiirquie" variieren auch andere Blätter in allen Tonarten. Wie die „N. A. Z." mitteilt, ist vom deutschen Botschafter in Konstantinopel im Auswärtigen Amt zu Berlin das nachstehende Telegramm eingegangen: Therapia, den 23. Oktober 1908. Aus den heute hier eingetroffenen Blattern ersehe ich, daß die Pariser Presse mich beschuldigt, ich hätte hier Krieg gepredigt und gesagt, die Türkei soll Bulgarien den Krieg erklären. Ich erkläre pflichtmäßig, daß ich niemals und zu niemanden ein Wort in diesem Sinne gesagt habe, sondern im Gegenteil alle meine Anstrengungen entsprechend den mir erteilten Instruktionen ausschließlich darauf gerichtet waren, einen solchen Krieg zu verhindern.^ gez. Marschall. Gründung einer neuen deutschen Zeitung in Konstantinopel. Die „Frkf. Ztg."" meldet aus Berlin: Am 15. November wird in Konstantinopel eine neue deutsche Tageszeitung erscheinen in deutscher und französischer Sprache, die den Namen „Otto- manischer Lloyd" führen wird und deren Zweck u. a. natürlich auch ist, über die Absichten der deutschen Politik und über die Nr. 252 Der «tehener Anzeiger erschein« täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Dteimal wöchentlich -tehenerZomlllenblätter; KDeunal roöcbentl.Krtls» att für öen Kreis ©leben (Dienstag undJrenag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitf ragen Fernsprech • Anschlüsse: für die Redaktion 112. Verlag u. Expedition 51 Adresse Mr Depeschen» «nzetgcr Ttcßen. Annahme von Anzeige» bezw. 200 Mark steigern und in Schulverbänden mit über 100 000 Einwohnern die Löhe von 750 bezw. 300 Mark erreichen. Danach würde sich bllso der Gehalt der Lehrer in den kleinsten Städten und auf dem Lande auf 1350—3150 Mark (Lehrerinnen 1050 bis 2400) beziffern, in den kleinen Städten auf 1350—3350 (Lehrerinnen 1050—2500), in Mittelstädten auf 1350—3550 «.Lehrerinnen .1050—2600, und in den Großstädten schließlich auf 1350—3900 (Lehrerinnen 1050—2700). Vergleicht man diese neue Besoldnngsverhältnisfe mit bcu* jenigen, wie sie das Gesetz vom 3. März- 1897 und seine Air Änderungen schufen, so läßt sich ein großer Fortschritt festftellcn' Jenes Gesetz sichert den Lehrern in den 4 ersten Dienstjahren nur 720 Mark, dann 900 Mark und eine Alterszulage ebenfalls bis tzur Löhe von 900 Mapk, so daß sic erst nach 31 Dienstjahren ein Gehalt von 1800 Mark erreichten. Durch spätere Maßnahmen wurde allerdings das Grundgehalt für Lehrer in den Städten auf 1100, auf dem Lande «Ulf 1000 Mark crhöht- und sie erdichten auf diese Weise ein Löchstgehalt vonc 2000 vezw. 1900 Mark. Noch weesntlich ungünstiger lag die Sache bei 6)en Lehrerinnen, deren Grundgehalt nur 700, und bereit Höchstgehalt nur 1400 Mark betrug. Demnach würde der Entwurf eine Aufbesserung der Lehrer um 250, bezw. 350 Mark im Anfangsgehalt und um 1150 bezw. 1250 Mark im Höchstgehalt, Der Lehrerinnen um 350 Mark im Anfangsgehalt und um 1000 Mark im Höchstgehalt bebeuten. Diese Tatsache wäre nun sehr erfreulich, wenn es sich bei dem Gesetz von 1897 um Nornwlsätze gehandelt hätte, wie bei Dem jetzigen Besoldungsgesetzentwurf. Das Gesetz von 1897 aber bezeichnete seine Sätze ausdrücklich als Miniinalfätze und überließ es den Schulverbänden, für die weitere Aufbesserung ihrer Lehrer und Lehrerinnen zu sorgen, eine Befugnis, von der diese, woserw nicht die Regierung in Rücksicht auf die finanziell schwächeren Verbände dazwischentrat, auch den umfassendsten Gebrauch machten. Das neue Besoldungsgesetz aber, das zwar auch diese Ortszulage vorsieht, bindet sie nach oben, es trifft Überdies eine ganz (tufcerlid^ Gruppeneinteilung, die sich sehr oft mit den tatsächlichen Verhältnissen in Widerspruch befinoen wird, und sichert der Schulaufsichtsbehörde noch immer das Recht, diese Ortszulagen nicht zu genehmigen, so daß sich in diesem Punkte Die Verhältnisse entschieden verschlechtern würden. Wenii auch die Regierung, wie wir gesehen haben, statt der jetzigen zahllosen Verschiedenheiten in der Besoldung nur 4 bezw. mit Einschluß der Lehrerinnen — 8 verschiedene Besoldungstlassen schafft und deut Neid der Landlehver auf die Großstadtlcbrer dadurch/ einigermaßen ben Boden entzieht, daß sie jene in ihren Gehaltsätzen -erhöht, und für diese die Maximalsätze feftiegt, die fror» berungen der Lehrer nach einem Einkommen, das ihrer Kultur« Mission entspricht, berücksichtigt sie jedenfalls nicht. Schon lange macht sich in der Lehrersckiast der sehr berechtigte Wunsch geltend, den Sekretären der allgemeinen Verwaltung im Gehalt (1800—4500) ganz allgemein gleichgestellt zu werden. Dieses Verlangen wird durch die neue Gehaltsordnung nicht erfüllt. Das lag nickst an dem guten Willen der preußischen 9tc gierung, sondern an den sckstechten Verhältnissen des preußischen Staats. Und darauf ist es wohl auch zurückzuführen, daß der Gesetzentwurf nicht auch die Unterschrift des preußischen Kultusministers, soiidern nur die des Finanzministers trägt, der damit Die Verantwortung für ihn übernimmt. Leben ohne Jenseits. — So bleibt das neue Haus, das der Meister baute, ein Schrecknis für seine Frau; feine Lebensarbeit mußte er mit dem Frieden und dem Glück seines Lebens bezahlen. Er, der Erbauer der „Wohnstätten für Menschen", müßte für alle Zeiten darauf verzichten, „selber ein Heim zu haben". „Das war der Preis für dieses Glück, von dem die Leute so viel reden." Darunter leidet er und daran geht er zu Grunde. Er ist nicht hart genug, um ein Prophet zu sein. Ihm fehlt „der Wikingertrotz und das robuste Gewissen". — Dazu kommt noch die Furcht vor der Jugend, die mehr kann als er, Ragnar, und die kein „sieches Gewissen" hat und sich auch vor den „Trollen" nicht fürchtet. Und doch wünscht Solneß die Jugend „im Grunde so sehnlich herbei." Und sie kommt und sie stellt Forderungen. An diesen Forderungen geht er, wie eingangs schon gesagt wurde, kläglich zu Grunde. Aber er hat die Forderung erfüllt, und so bleibt er für die Jugend doch „ihr Baumeister"". Das ist in dürren Worten die ungefähre Uebersetzung des Symbolischen, dem der Natur der Sache nach immer etwas lehrhaft-trockenes und nüchternes anhaftet, wie denn auch eine Inhaltsangabe den Inhalt nur andeuten kann. Die geisrvolle, tiefschürfende Wiedergabe, die das Werk durch das Jbsentheater der Frau Marie Rehofs fand, hinterließ einen schweren nachhaltigen Eindruck, und es rst der Leitung des Theaters Dank zu wissen, daß sie rins diese Aufführung vermittelt hat, obwohl jedenfalls eine größere Zubuße nötig sein dürfte. Vor allem überraschte das wohlabgewogene, klug bedachte Zusammenspiel, während sich die Einzeldarstellungen kaum über den guten Durchschnitt hinaushoben. Nur das tiefe Eindringen in den geistigen Gehalr der Dichtung hob die Vorstellung zu ihrer seltenen Höhe. Marie Re h o f f als Hilde Wangel schuf uns eine äußerst ausgeglichene, warmherzige Gestalt, die von tiefem, inner- licbem Erleben getragen war, das in jeder Geste nacbdrucks voll^zur Geltung tarn. Ms Baumeister Solneß bemühte sich Fritz Wolter nicht vergeblich, den inneren Zwiespalt des nach den Höhen des Lebens strebenden Mannes heraus- Die Krips im Grient. Welchen Anteil England an den neuen Unklarheiten über die Lage auf dem Balkan hat, läßt sich zurzeit noch nicht sagen. Die ministerielle „Daily News"" stellt es sogar auf das entschiedenste in Abrede, daß England der Türkei den Rat gegeben habe, die direkten Verhandlungen mit Oesterreich und Bulgarien abzubrechen. Die Londoner Regierung, so fügt dos Blatt hinzu, werde jede Klärung der Lage durch gütliche Verständigung zwischen den Beteiligten willkommen heißen. 'Jiun wird aber der „Köln. Ztg." in Wien amtlich bestätigt, daß der Abbruch der Verhandlungen zwischen der Türkei, Oesterreich-Ungarn und Bulgarien durch das Einschreiten des englischen Botschafters erfolgt fei, der dem letzten Ministerrat ein Angebot der englisck>en Botschafter den Jungtürken 5 Millionen Pfinrd Sterling für die schwebende Schuld und 15 Millionen für die konsolidierte Anleihe geboten habe. Kiamil Pascha habe davon sofort den österreichischen Botschaster verständigt und hinzugefügt, daß eine Entscheidung über den Abbruch der Verhandlungen nur widerwillig getroffen werde. Hiernach steht es also doch fest, daß England bei dem Abbruche der Verhandlungen doch mitgewirkt hat. In Wien scheint man den Abbruch der türkischen Verhandlungen allerdings nicht als definitiv anznfehen. Man ist vielmehr der Ansicht, daß diese Verhandlungen sehr bald wieder ausgenommen werden würden. Wie verlautet, hängt die Beschickung der Konferenz in erster Linie davon ab, daß die Konferenz sich einer Diskussion der Annexion enthalten müßte. Auch tn Konstantinopeler amtlichen Kreisen wird erklärt, die Bemühungen zur Herbcifü!)rung einer direkten Verständigung noch immer sortgefetzt würden. In der Umgebung des Großwesirs wird versichert, daß England diese Lösung sowohl Oesterreich als auch Bulgarien empfohlen habe. Das Organ des jungtürkischen Komitees „Schurai Ununet" behauptet, das türkischeGegen Programm umfasse folgende Hauptpunkte: 1. Anerkennung Bulgariens als Königreich und Ostrumeliens als privilegierter Provinz gegen Regelung der finanziellen Verpflichtungen; 2. Regelung der bosnischen Frage, wofür eine Teilnahme an der türkischen Staatsschuld erhofft wird: 3. Integrität der Türkei. — Das Blatt sagt jedoch, daß die Türkei ihre Integrität selbst schützen müsse und nicht die Mächte. Wie verlautet, hat sich die Pforte an den deutschen Botschafter gewandt, damit die deutsche Regierung in Wien dahiw- wirke, daß Oesterreich eine Konferenz annehme. Der „Neuen Freien Presse"" wird aus Berlin gemeldet, daß kein kleiner Balkanstaat, also weder Serbien, noch Bulgarien, noch Montenegro eine Einladung zur Balkan-Konferenz erhalten werden. Der bulgarische Ministerrat hat übrigens beschlossen, dem Wunsche König Ferdinands nachzukommen und mit der türkischen Regierung wegen Zahlung einer pekuniären Entschädigung für Ostrumelien und für direkte Verhandlungen in Verbindung zu treten. In Wiener unterrichteten Kreisen wird jetzt auf die Richtigkeit der ablehnenden Haltung Deutschlands zu dem englischen Konserenzvorschlage hingewiesen. Schließlich handle es sich bei England nicht um eine Konferenz zur Befestigung des Friedens, fonbern um eine Konferenz, aus der Krieg hervorgehen solle. Natürlich suche England wieder seine alte Methode anzuwenden und schiebe als Kämpfer einen Dritten, die Türkei, vor. Dietz gesckiehe anscheinend nicht nur Oesterreich-Ungarn und Bulgarien gegenüber, sondern auch, wie es scheint, Rußland gegenüber in der Dardanellenfrage. Hetze gegen Deutschland. Die .Konstantinopeler italienifch-sranzöfische, in engen Beziehungen zu Rom stehende „Turguie"" enthält wieder einen serbischen Hetzartikel gegen Deutschland. Die „Turquie" nimmt bei Besprechung der jüngsten Ereignisse folgende Frage zum Ausgangspunkt: „Gibt es einen vernünftigen Men- shrxeide: Buttermaschinen Kämpfer itien, Futierschneid- auchepninpen etc. mpficMt ier, UM odlieimer Gieszener Stadttheater. Baumeister Sokneß. Schauspiel in 3 Aussigen von HenrikJbsen. „Alles, was ich gedichtet habe, ist ohne bewußte Tendenz gewesen'."" sagte Ibsen gelegentlich eines Festes, das der norwegische „Verein für die Sache der Frau"" am 26. Mai 1898 veranstaltet hatte. „Meine Aufgabe ist die Menschenschilderung gewesen. Doch die Sache mag wohl so liegen, daß der Leser, wenn die Schilderung einigermaßen zutreffend ist, seine Gefühle und Stimmungen hineinlegt. Man schreibt das dem Dichter zu. Aber nein, dem ist nicht so: man dichtet hübsch fein um, ein jeder nach seiner Persönlichkeit. Nickt nur die, _ die schreiben, sondern auch die Leute dichten, die lesen; die sind Mit- dickter — sie sind manchmal poesievoller als der Dichter selbst."" Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, mußte man eigentlich davor zurückschreclen, seine Werke zu erläutern, aber Ibsen ist in seiner ganzen Wesensart so sehr diord- lander, daß er, wie einer unserer bedeutendsten Heimai- dichter sagt, in seiner ganzen Tiefe nur von dem ersaßt werden kann, der den nordischen Nebel atmet. Für uns aber bedarf er der Erläuterung, selbst auf die Gefahr hin, mehr in ihn hineinzugeheimnissen als eigcnttich in ihm ist. Und gerade bei seinem Baumeister Solneß ist das nötig. Es ist eine der merkwürdigsten, wenn nicht die merkwürdigste Bühnendichtung des Dichters, der sich darin vielleicht gar selbst symbolisierte. Es ist durchaus symbolisch — für uns. Tenn wie Goethe das Leben von Dämonen beeinflußt glaubte, so glaubt der Norweger an die Trolle- die Unholde, die den Menschen treiben, wie unsere Vorfahren an gute und böse Geister geglaubt haben. Aber trotz dieser seltsamen Symbolik, die für uns letzten Endes unverständlich ist, ist das Werk wieder mit so viel Lebenswahrheit und Lebensecht heil durchsetzt, daß es nur schwer gelingt, den innerlichen Zusammenhang klar und unver- iälscht aus der wunderlichen Vermischung auszuscheiden. Bildliches und Wirkliches stehen nicht immer m deutlich erkennbarem Gegensatz zueinander, sondern verschlingen und VezugSpretS: nwnatllch75Pf„ vierteljährlich 2DIL 2.20; Durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; Durch die Post Tlt. 2.—otertd- fährt. aukfchl. Beslellg. ZetlenpretS: total 16'l$f„ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich jur Den politischen Teil, füt .Feuilleton* und .Vermischtes": Ernst Anderson; für .Stadt u. Land" und.Gerichts- Landtagrwahlbewegung. Wahlbezirk Grünberg-Gießen. Man «schreibt uns: Am Sonntag nachmittag hielten die Anhänger der Kandidatur Sann in Londorf eine sehr gut beuchte Versammlung ab. Herr Tr. Strecker sprach unter großem iBeifall über die Wahlrechts frage. In der Diskussion ergriffen auch zwei Deutsch-Soziale das Wort. Sehr interessant war dabei, daß die beiden Herren wiederholt versicherten, sowohl ihr Führer Köhler wie ihr Kandidat Lutz hätten bestimmt erklärt, daß sie gegen Den Antrag Glässing und gegen jedes Zugeständnis an die erste Kammer stimmen würden. Als ihnen entgegengehalten wurde, wie ba$u der Rücktritt ihres Kandidaten Götz zu «Gunsten von Osann und Glässing in Darmstadt stimme, meinten sie ernst, davon wüßten sie nichts, Götz sei wahrscheinlich gar nicht surütf getreten und schließlich gestanden sie, Osann und der M oommagTiö'ub“ Befcflonstni» Md Verlag öst vrllhl'schen Univ.-Vuch- uit» Steln-Nlckerel E. Lange. Eeöaftion, Expedition und 0 ruderet: Schulstratze 7. verbinden sich zu einem innigen, festen Ganzen. „Der Kampf zweier Generationen um eine neue Weltanschauung, Zerstörung und aufbämmernbe Hoffnung und Ai,nung eines neuen Baues von reinen starken Händen in der Zukunft, dargestellt in einem Menschen, das ist nach dem Bonner Literaturgeschichtlicker Litzmann, die Tragödie des Baumeister (solneß."" Es ist aber noch mehr. Es ist die Tra- gödie des alternden Künstlers, dem der Glaube an sich jelbst fehlt,' der an den Forderungen der jungen Welt, die durch Hilde vertreten wird, elend zugrunde geht. Ein großes Werk, der Kirchturm von Lysanger, ist dem Baumeister gelungen, vor langen Jahren, und darauf pocht nun die Welt und verlangt weiter große, gewaltige Werte, ihr „Schloß"; aber ihm fehlt die Kraft dazu, er hat sich ausgegeben; mit Anstrengung aller Kräfte sucht er die Forderung zu erfüllen und wird dabei vernichtet. Der Turm ist wiederum ein Gleichnis für das höchste, dem Menschen erreichbare, die Warte einer neuen Weltanschauung. Einst war ja Solneß gläubig in tiefster Demut, und da baute er Kirchen; aber dieser Glaube starb und auf dem Wege zu einem neuen Gott bröckelten Hoffnungen und Herzen unter der Schwere seines Fußes. Zunächst feine Frau, die als Vertreterin ber Frau vom alten Schlage im engen und engsten ihre Befriedigung findet, die sich in ihrem Elternhaus, dem „alten, häßlichen, Holzkasten", dem anerzogenen Götterglauben, „ganz gemütlich"" und wohl fühlte. Diesen Glauben mußte er vernichten, wenn er auf den festen Grund neue, herrliche Häuser, eine neue, schönere Weltanschauung bauen wollte, und so blieb „die kleine, schwarze Ritze im Sckorn- siein"". Das Haus brannte nieder, wie er es gewollt gatte, aber anders, wie er es gewollt hatte. Noch war seine Frau nicht frei gewesen, noch hatte ihr die Kraft gefehlt zur neuen Weltanschauung und so verlor sie den Pfad. Sie „bekam das Fieber. Und das ging in die Milch über." Das vertrugen ihre Zwillinge, Hofsuung und Lebensfreude, nicht und sie gingen zu Grunde. Aber mehr noch. Auch ihre Puppen, mit denen sie noch als Frau so gern gespielt hatte, ihre Mädchenträume, die sie sorglich bewahrt hatte, jie verbrannten. — So war ihr der Inhalt ihres Lebens genommen, denn sie war noch nicht reif gewesen für ein deutsche Kreise und zahlreiche deutschfreundliche Türken in hoher Stellung interessieren sich für das Unternehmen und haben dessen Gründung ermöglicht. Direktor und Chefredakteur des neuen Blattes wird Dr. M. Grunwald, seit mehreren Jahren AuL- landsredakteur an der „Vossischen Zeitung" und vordem u. a. Korrespondent der „Frkf. Ztg."" in Rom, London und Wien. Serbien und Montenegro. Tie antiöfterreichische Bewegung, an die sich nurkmehr auch eine gegen Deutschland gerichtete Agitation anichließt, hat sich infolge des Abbruches der direkten Verhandlungen Oesterreich- Ungarns mit der Türkei verschärft. Die Kriegspartei, aufgemuntert durch englische Einflüsse gewinnt die Oberhand. Aus amtlicher Quelle wird mitgetellt, daß der serbische Kronprinz Georg mit einer außerordentlichen Gesandtschaft, an dec der Führer der altradikalen Partei, Paschitsch, teilnehmen wird, in einem Monat über Oesterreich nach Petersburg abreisen wird, um dem russischen Kaiser ein Handschreiben des Königs Peter zu überbringen. Der in Petersburg eingetroffene montenegrinische Gesandte Mijuschkowitsch äußerte: Ganz Montenegro verlangt den Krieg. Nur eine schleunigst cinzuberufende Konferenz könne die entflammten Massen beruhigen. Kompensationen für türkische Rechnung nehme Montenegro nicht an. Die kriegerischen Frauen. Gestern hielten die Frauen Belgrads auf dem Theaterplatz vor dem Michael-Denkmal ein Meeting ab, bei dem drei Frauen überaus kriegerische Reden hielten. Hierauf zog die Menge, Die reichlich 10 000 Köpfe zählt.', trr »die englische und türkische Gesandtschaft und von dort zur russischen, vor der sie eine Stunde unter donnernden Hochrufen aushielt. Zum Schluß marschierte der Zug 5um Palais des Kronprinzen, dem Ovationen dargebracht wurden. Deren Begeisterung alles bisher bagetoefene übertrafen. Die Neuregelung der preußischen Lchrerbrsoldung. Ter freue preußische Lehrerbcsoldungsgesetzentwurf, wie er in Anlage 2 des Mantelgesetzes enthalten ist, sieht als Grundgehalt für Lehrer 1350, für Leh.erinnen 1050 Mark vor. Dazu treten dann 9 jährliche AlterHzulagcn, und zwar für Lehrer im Bell rag« fron 200 Marl", für £telfrcreriiinen im Betrage von 150 Mark, so daß die Lehrer ein Höchstgehalt von 3150, die Lehrerinnen ein solches fron 2400 Mark erreichen. In Schulverbänden van über 25 000 Einwohnern sollen diese Kompetenzen mit Genehmigung der Schulaufsichts'behörde noch durch pensionsfähige Ortszulagen «erhöht roerben können, während Die Lehrer in kleinen Städten und auf Dem Lande, wofern es sich nicht um Vororte oder Industriezentren haudell, auf die obigen Bezüge beschränkt bleiben. Den Schulverbändellll mit 25 000 bis 50 000 Einwohnern soll es nach dem Ennvurf gestattet sein, ihren Lehrern Orts- [ zulagcn bis zur Hohe von jährlich 200 Mark, ihren Lehrerinnen Äominymi^batcr Glassing seien in ihren Augen dem Freisinnigen gegenüber das kleinere liebel Tic Logik dieser Vorkämpfer für die VolkSrechtc erregte große Heiterkeit. t Von ariderer Seite wird berichtet: Bei Gastwirt Karl Göbel sprachen gestern für die deutschsoziale Partei und die Kandidatur Lutz, Reichstagsabgeordnetcr Tr. Böhme aus Marburg und Herr Reuther von Gießen. Es waren etwa 15 Personen erschienen. Tr. Böhme empfahl die Wahl von Lutz und Redakteur Reuther erzählte ein paar antisemitische Späßchen, die aber selbst bei seinen Parteigenossen nur Mißfallen erregten. „Taß wir hier in Londorf nicht viel zu erwarten bähen," meinte er schließlich^ „wußten wir ja im voraus." Wahlbezirk Lauterbach-Schlitz. Bürgernteistcr Z i n ß e r - Schlitz hat die ihm angetragene deutschsozial? Kandidatur cntgültig abgclehitt, so daß die Wahl Staplers gesichert ist. Wahlbezirk Wald-Michelbach. Der Bauernbund null in letzter Stunde gegen' den Wahl- rechtsgegner Tr. Heidenrcich einen Kandidaten aufstellcn. Damit werden die Wahlaussichten für Heidenreich vollständig aussichtslos. Ein Zentrumskandidat ist immer noch nicht bekannt gegeben. Wahlbezirk Worms-Stadt. Das Zentrum beschloß, bei der Landtagswahl in Worms- Stadt den seitherigen nationalliberalen Abgeordneten Reinhart zu unterstützen. Tie Sozialdemokraten treten für den freisinnigen Kältdidaten Justizrat Klein ein. Wahlbezirk Oppenheim-Wörrstadt. Die Sozialdemokraten fordern ihre Anhänger auf, für den fretiinnigen Kandidaten Pfarrer Korcll zu stimmen. Wahlbezirk Ober-Ingelheim. Innerhalb der nationalliberalen Partei wächst die Strömung, entgegen dem Beschluß der Parteileitung, den Zentrumskandidaten Dr. Frenay zu unterstützen, für die freisinnige Kandidatur Dr. Wolf einzutreten. Aus Stadt und Land. Gretzen, 26. Oktober 1908. ** ObcrlandesgerichtSrat Theobald. Zum 5. November wird Oberstaatsanwalt Theobald seinen bisherigen Wirkungskreis verlassen, um die ihm übertragene Stelle eines Rates beim Oberlandesgericht in Darmstadt anzutreten. Nach Ablegung der Staatsprüfung war er bis zum Jahre 1886 als Amtsanwalt in Mainz tätig, um dann die Stelle eines Assessors an hiesiger Staatsanwaltschaft zu bekleiden, bis ihm im Juni 1888 die Stelle eines Staatsanwalts definitiv übertragen wurde, die er bis Anfangs 1893 inne hatte. 9Lach kurzer Tätigkeit als Staatsanwalt in Mainz erhielt er einen Ruf an das dortige Landgericht, wo er als Landrichter, bezw. Landgerichtsrat bis 1902 wirkte, um dann die Stelle eines Oberstaatsanwalt beim hiesigen Landgericht zu übernehmen. Was Herr Theobald auf dem Gebiete der Fürsorge für entlassene Gefangene und Verwahrloste getan hat und welche Arbeiten er sich in Mäßigkeitsvereinen insbesondere in der Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs aufcrlcgt hat, können nur die schildern, welche mit ihm tätig waren. Sein leutseliges Wesen und seine Herzensgüte haben ihm die Sympathien aller Gesellschaftskreise erworben und sein Scheiden von hier wird allseits lebhaft bedauert. •• Unser ältester Mitbürger, Geometer 1. Klasse Georg Euler, ist am Samstag gestorben. Noch vor.wenigen Wochen war es dem Greise vergönnt, in verhältmsmäßigel Frische seinen Geburtstag zu feiern, und man dachte damals nicht, daß er so bald schon zur letzten Ruhe eingehen werde. Wie bei seinem 100. Geburtstage die Stadt herzlichen Anteil genommen hat, so wird sie auch jetzt bei seinem Tode seiner in Liebe gedenken. — Georg Euler wurde am 1. Oktober 1805 in Usenborn als Sohn des dortigen Lehrert. geboren und war seit 1841 in Gießen als Geometer ansässig Er erfreute sich stets großer Achtung und Beliebtheit, was u. a. dadurch bezeugt wurde, daß Staat und Stadt ihm eine Ehrenpension gewährten. Auch für seine Tochter, die treue Pflegerin seiner Greisenjahre, ist gesorgt. ** Die Abitnricntenprüfungcn für Externe, d. h. solche, die das Examen nicht in der Schule machen, erreichten mit der am Samstag an der Oberrealschule in M ainz abgehaltenen mündlichen Prüfung rhr Ende. Diesen Prüfungen unterzogen sich am Gym - na sium in Gießen 9, am Realgymnasium in Darmstadt 1 und an der Oberrealschule in Mainz 15 Prüflinge. Es bestanden: 7 Gymnasiasten, der Realgymnasiast und 11 Oberrealschüler. Unter den Gymnasiasten waren ebne vuarßeiten und das unsichere Tasten der suchenden Seele überzeugend darzustellcn. Margarete T e st e r gab die müde, haltlose Frau, der das Leben ihr bestes genommen hat, mit geschickt ausgestal- tetem Verständnis durchaus wirkungsvoll wieder. Felix Wasilewski als Herdal brachte zwar ein von meiner Vorstellung abweichendes Bild des Hausarztes in Erschei- nung, war aber dennoch von recht ansprechender Charalte- rrstik, der man ihre Berechtigung uichc versagen Fann. In den kleineren Rollen waren Kurt Gühne als Knut, J.stes v. Ficlitz als Ragnar und Margarethe Sieger als Kaja von gcroiiuicnber Lebendigkeir und Frische, aus denen man das volle geistige Erfassen der Absichten des Dichters wohl- Utend herausfühlte. Tie an sich vorzügliche und überlegte Regie wich zwar von den Vorschriften für die Ausstattung erheblich ab, wodurch der Schluß etwas beeinträchtigt, theatralisch wurde, doch ist es möglich, daß das durch praktische Gründe erforderlich war. Als Ganzes betrachtet war die Vorstellung ein seltenes Erlebnis, das die Behauptung der Dramaturgen, wie Bulthaupt u. a_, „Bau- metfter ^olneß" sei für die Bühne unbrauchbar, glänzend wUuzrlegte. Allerdings gebe ich zu, daß es für ein stehen- de» Theater inct allzugroßen Mühen verbunden ist, ein so rn sich abgeschlossene und durchgeistigte Vorstellung zuwege zu bringen, wie die besprochene. Dazu kommt, daß Joscn dem großen Publikum leider immer noch Neuland ist und wohl auch imch geraume Zeit bleibt. Wünschenswert wäre cs gewesen, ivenn im Zuschauer- raum mitunter etwas mehr Ruhe gewesen wäre, damit man den Vorgängen auf der Bühne ungestörter hätte folgen können. • Raummangels wegen muß ich es mir heute versagen, auf d.w beiden gestrigen Vorstellungen von Nathan und dem Mann im Monde eiirvmcl,.m und beschränk mich ausnahmsweise auf die Bemerkung, daß sich Larstei hing und Regie gleichweise günstig um die Guu't der sti .schauer bemühten. Har l Neurath Dame und unter den Oberrealschülern ein Herr, der bereits 36 Jahre alt ist. " Der Winter, lieber Sonntag ist der Winter vollends eingekchrt. Am Sonntagmorgen früh waren Fluren und Felder mit dem Winterkleid bedeckt. Nachdem bereits seit einen Tagen eine w'nterliche Kälte herrschte, begann e§ verflossene Nacht zu schneien. Vogelsberg und TaunuS sind noch mit Schnee bedeckt. •’ Stadttheater. Die Neueinstudierung von Sardous beliebtem historischem Lustspiel ,Madame Sans Gene', das seit 8 Jahren hier nicht gegeben wurde, scheint starke Anziehungskraft ausziiübe«. Beschäftigt ist fast das ganze Personal. Herr Bakof, der auch bie Regie führt, spielt den Napoleon, Fcl. Lore Scholz bie Katharine Hübscher. •• „Ein lustiger Abend bei Pcppi Weiß', so lautete das Programm, bas am Samstag bie rührige ü olossenmS - Dircktion ihren Besuchern bot. Daß es ein lustiger Abcnb war, bafür sorgte schon Frau Peppi Weiß. Sie versteht es burch ihre eigenartige Vortragsweise unb ihren köstlichen Humor bie Zuhörer in hohem Grabe zu fesseln unb zu wahren Beifallsstürmen hinzureißen. Be- fonbers schön war bie Szene „Wir Wienerinnen', tn ber sie außerdem noch mit ber sicheren Beherrschung ber verschiebenen Dialekte überraschte. Es waren genußreiche Stunben, bie uns diese Künstlerin bereitet hat. Auch bie übrigen Mitglieder ihres Ensembles boten ihr bestes unb ernteten reichen Beifall. Schließlich sei nochmals barauf hingewiesen, bas heute em dreitägiges Gastsp iel von Miß Athene als Salorne- länzerin beginnt. + Lang- GünZ, 26. Dkt. Gestern sta rb der hier sehr beliebte StalionSvoisteher Schmoll. Schmoll erhielt in dem Kriege 1870/71 das Eiserne Kreuz — Auf dem Rangierbahnhof wurde ber Bahnbebienstete Rudolph von den Puffern gebrückt, so daß seine Ueberführung in bie Klinik nach Gießen stattfinben mußte. — Zimmermeister Kiefer trat in eine Axt, so baß er sich in ärztliche Be- yanblung begebe« mußte. ----- Bab Nauheim, 24. Okt. Als 30000 st er Kur- rrember seit 1. Januar bs. Js. stieg im Elconoren-Hospiz Der Großh. Revierförster Zanow aus Mecklenburg ab. Die Großherzogliche Kurverwaltung ließ ihm ein Album überreichen. w Wetzlar, 25. Okt. Der BaterlänbischcFrauen- o er ein beabsichtigt am 7. unb 8. Rov. b. I. seinen zweite« Lazar zu veranstalten. In Anbetracht bes herannahenben Weihnachttzfestes soll er ben Charakter eme3 Wcihnachts- marktcs tragen, inbcm vorzugsweise Festgaben zum Verkauf lonnnen. — Die lanbw. Winterschule eröffnet ihr 17. Winterhalbjahr am 4. Nov. 2(n ber Anstalt wirken jetzt ünf Lehrkräfte. Das Schiilgclb, bas Unbemittelten gänzlich .'rlassen werben kann, ut auf 20 Nik. festgesetzt. — Die Stadtverordneten-Wahlen, welche' schon längere Zeit lebhaft besprochen würben, finden am 5. unb 6. Rov. statt. — Die Bliberus'schen Eisenwerke habeii vor bein Hausertoi ein schmuckes Wetterhäuschen aufslellen lassen, in bem neben Thermometer, Barometer, Feuchtigkeitsmesser, Regi- ürierapparate auch eine Normaluhr untergebracht iverben soll. Abgesehen von ber Annchmtlchkeit ber anbcren 2lpparate ist ganz besonbcrS bie Normaluhr mit Freiiben zu begrüßen, zu- mal unsere alte Freunbin auf bem Dom es mit ber Zeitangabe nicht so peinlich genau mehr nimmt. [] Marburg, 25. Okt. Ans bem Hauptbahnhofe würbe heute früh um 10% Uhr, als ber Schnellzug nach Kassel abstchr, ein etwa 3 0jähnger srember Mann von bet Maschine erfaßt unb zur Seite geschleudert. Man brachte den Schwerverletzten mittelst einer Tragbahre in bie chirurgische Klinik. l)g Kirchhain, 25. Okt. Gestern abeiib gegen 11 Uhr ivurbe in bem Wehrafluß vor bem Rechen der „großen Mühle" bie Leiche eines neugeborenen Kinbes auf» gefunden. Das Kinb ist anscheinend alsbald nach ber Geburt in ben Fluß geworfen worben. Bon bem Täter fehlt jebe Spur, boch ist zu criuarten, baß bie eingeleitete Unter-» iuchung balb bie nötige Auskläriing bringt. X. Hanau, 25. Okt. Die 1597 in Hanau gastlich nufgeuommenen, auS ihrer Heimat vertriebenen Wallonen iinb Rieberlänber errichteten bald nach ihrer Rieder- lassung in Hanau ein eigenes GotteshailS, in bem am 29. Oktober 1608 ber erste Gotteßbien st abgehalten werden konnte. Zur Erinnerung an bie 300jährige Wieberkehr bieses Tages veranstaltete bie nieberlänbisch-wallonische Gemeinde heute eine einfache, aber würdige Gedenkfeier, bestehend in Festgottesbienst unb Gerneinbeveranstaltiing (Festmahl 2C.). Die Kirchbauverwaltung hatte als Festgabe bas Orgelwerk erneuern lassen. Gemeinbemitglieber spenbeten bic Summe von 15 000 2)ik., aufgebracht burch eine Kollekte unter sich, für die Erneuerung des Gestühls in ber Kirche. * „Der Kaiser salutiert". Unter biefem Titel schrewt man dem „Bert. Börs.-Cour." ans Newyork vom 9. Oktober: „Einer der bekanntesten Kaufleute des amerika- uischen Westens, Mr. Maurice Rothschild ans Chicago, der gestern nach Amerika nach mehrmonatlichem Be,uch in Europa zurückgetehrt ist, erzählte bei seiner Ankunft das .olgende Geschichtck/en, das von den meisten hiesigen Zeitungen wiedergegeben wird. Mr. Rothschild ließ sich wie folgt vernehmen: „Wir saßen in unserem Automobil aus dem Manöverseld in der Nähe von Metz in die Betrachtung der großartigen militärischen Operationen versunken. Am Sitz der Motorcar hatten wir ein kleines seidenes Sternenbanner ausgesteckt, als der Kaiser, von einem seiner Söhne und einer Kavalkade begleitet, vorbeiritt. Sein Sohn lenkte durch eine Geste seine Aufmerksamkeit auf unser Auto, das durch das Sternenbanner als ein amerikanisches gekennzeichnet war. Der Kaiser sah cs, und flugS ging die Hand au den Helm. Er salutierte das Wahrzeichen eines befreundeten großen Voltes. „The Stars aud Stripes", — das werden wir Amerikaner, die es sahen, ihm nie vergessen. Wenige Tage spater tarnen wir nach Folkestone, Eiigland, das Fähnchen immer noch cm Vorderende des Kraftwagens; erst recht nun, denn es erschien uns durch den Gruß des deutschen Kaisers nur noch majestätischer. Kaum waren wir auf englischem Boden, als drei englische Soldaten uns anhielten und, nachdem sie unfern Protest mit einer Flut Amerika beleidi- gendeu schmutzworte beantwortet hatten, uns zwangen, das ^-ähnleiu l>e runterzuziehen. So war es überall. UeberaU • in Deutschland eine ivnndervolle Achtung vor dem Sternenbanner, eine ruhige. Durchaus nicht überschwengliche, aber darum vieNeicht um so ehrlichere Freundschaftsbezeugung für die Auierikaner. In England nirgends ein wirklich aufrichtiges Freundschaftsgefühl, dafür aber umsomehr halb- versteckte und ganz offen beleidigende. Anzüglichkeiten, aus denen eine tiefe Verachtung für die Amerikaner spricht, sicher» lich feine ehrliche Freundlich leit." * Ei u König als Opfer feiner Aerzte. Man! hat Ludwig XIII. gemordet. Das ist die letzte Tatsache der Geschichtsforschung. Aber er ftarb nicht etwa auf eine fo gewaltsame Weise wie fein Vater, den der Dolch eines Fanatikers tötete, sondern feine Aerzte sind es, die ihn langsam, aber sicher haben zugrunde gehen lassen. In so traurigem Lichte erscheint bic letzte Krankheit unb bet Tod des allecchristlichstcn Königs wenigstens in ben Auszeichnungen seines Kammerdieners Du Bois, die im Maimslrivt auf bet Pariser Nationalbibliothek erhalten sind unb aus denen Emile Noeg in feinem soeben erschienciven Werke Intimes aus bem großen Jahrhundert; von yticyencii bis Mazarin" interessante Mitteilungen verwertet. Als sich im Februar 1643 die ersten Anzeichen der Krankheit zeigten, an ber der unglückliche Fürst zugrunde gehen sollte, da verordneten ihur seine Aerzte sogleich Abführmittel aller Art, und als das nicht viel half, wurde tfjm tüchtig zur Ader gelassen. Natürlich wird der hohe Kranke schwächer unb schwächer; daraufhin verbietet man ihm den Wein und fetzt ihn auf eine knappe Diät. Doch Ludwig hat eine gute Konstitution; er wohnt noch Ende Februar im Wagen den Jagden bei, doch anfangs Dtärz macht er feinen letzten AuSgang. Am 12. schleppt er sich noch in bic Galerie des Schlosses von Saint-Germain, aber er kann sich nicht mehr aufrecht erhalten, das viele Purgieren hat ihn ganz erschöpft, die unzähligen Dkedizinen haben jeden Appetck auf gehoben. Am 16. beginnt der König in Verzweiflung gegen feine „Henker" sich zu empören; er weigert sich, weitere Heilmittel zu nehmen und nun fühlt er fich auch wirklich besser. Das sehen, auch seine beiden Aerzte Bouvard und Chicot ein, aber sie Feiutcrt nur neue Schröpfungen, neue Latwergen, Pille« und Mcktel- In ihrer Angst läßt die Königin zwei andere berühmte Pariser Aerzte kommen, die einen neuen Angriff auf den Kranken unternehmen. Der folgende Tag unb bic folgende Nacht sind ganz mit ben von ihnen herbeigefchteppten Medizinen ausgefüllt. Der König kann auch nicht den lleinsten Bissen Nahrung mehr zu sich nehmen, „er schwindel unter den Augen dahin". Nun versucht man es mit Kompressen mit heißer Milch. Noch einmal bäumt sich der König auf und jagt „feine Mörder" aus dem Zimmer. Immer mehr verlassen ihn die Kräfte, zumal man ihm den Wein, nach dem er verlangt, versagt. Er blättert noch mühsam in einem heiligen Buch, summt «och ein paar fromme Melodien, fchließ- lich tritt ein völliger Zusammenbruch ein. Nun erscheinen wieder die Aerzte auf dem Schauplatz, sic konstatieren einen außerordentlichen Kräfteverfall. Das letzte Mittel, das sie versuchen, ift eine Verordnung von Kuhmolke, die der Kranke beständig trinken muß. Als er davon immer schwächer wird, sind die weisen Jünger des Aeskulap sehr erstaunt, ziehen sich zu einer langen wichtigen Beratung zurück, deren Resullat die Anwendung eines „tüchtigen Aderlasses" ist. Das ist aber auch die letzte An» itrcngiuig der Heilwissenschaft. In der folgenden Nacht geben! die Aerzte den Kranken auf. Ludwig XIII. sah dem Tode mit bewunderungswürdiger Heiterkeit ins Angesicht. Er ordnete bic feierliche Taufe bes Dauphins in bet Kapelle von Saint-Germain an und ließ sich bann bas prunkvoll gefteibete Kinb an sein Sterbebett bringen. Umarmen konnte er seinen Sprossen nicht mehr. „Wie heißt du, mein c^ohn", fragte er ihn. „Ludwig XIV., Papa", antwortete der Kleine. „Noch nicht, mein Kind, noch nicht; aber gebe Gock,^daß du bald so heißt", seufzte: der Sterbende. „Wann werden Sie mir endlich die gute Nachricht geben", sagte er zu seinem Arzt Chicot, „daß ich zu Gott gehen muß?" Und als Chicot sagte, daß die Zeit bald gekommen sei, rief er: „Gott fei gelobt!" So schlummerte er sanft unb fronrm ins Jenseits hinüber. Die Aerzte aber rühmten sich, die Tage ihres hohen Patienten durch ihre Sorgfalt und Heilmittel verlängert zu haben unb heimsten große Anerkennung für ihre Behandlung ein. . . . * „Hauptmann von Köpenick" — eine Beleidigung. Mit dem Strcickxe des Schusters Bvigk hat sich mittelbar die Strafkammer in Hamburg in einer Klagefachs zu befassen, die sich gegen den Chauffeur Laakmann richtete, der unter der Anklage der Beleidigung eines Zollaufsehers stand. Der Beamte hatte vor einigen Zeit die Automobildroschlc Laakmanns ungehalten unb bie Vorzeigung der ©tcuerfartc verlangt. Als der Chauffeur die Legitimation des Beamten zu sehen wünschte, wies dieser auf seine Uniform hin. Das genügte jedoch bem Chauffeur nicht, unb er gab feinem Zweifel durch die Worte Ausdruck: „Ta kann ja jeder Kopenicker die Karte sehen wollen!" Ferner äußerte er zu einem Straßenpaffanten, der vor Gericht als Zeuge geladen war: „Ev will die (Steuertarte sehen, die zeige ich ihm aber fo nicht; da kann ja auch der „Hauptmann von Köpenick"' kommen, um die Karte sehen zu wollen!" Wegen dieser Aeußeruugcn erstattete ber Zoll au ff eher Strafanzeige; das Schöffengericht, das fich zunächst mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen Halle, konnte jedoch hierin eine Beleidigung nicht finden und sprach den Beklagten frei. Auf die Berufung des Privatklügers hin verurteilte jetzt das Landgericht beit Chauffeur wegen öffentlicher Beleidigung zu 25 Mark Geldstrafe. * 21 uf ber Stätte des alten Saint-Pierre, das vor sechs Jahren durch den furchtbaren Ausbruch des Mont Pels zerstört wurde, herrscht, wie der „Köln. Ztg." gemeldet wird, heute ein reges Treiben; die wuchtigen Schläge der Zimmermannsaxt erschallen, schwere, steiiche- ladene Wagen ziehe« dahin: eine neue Stadt ist im Entstehen. Wo vor fünf J.-hren noch ein weites Trümmerfeld «ich dehnte, erhebt sich bereits eine stattliche Anzahl schmucker, neuer, weißer Häuser und auf der Stätte des Verderbens, der die Bevölkerung monatelang in abergläubischer Scheu ferngeblieben war, leben jetzt schon gegen 6030 Menschen, die emsig am Werke sind, dem Lavameere wieder zu entreißen, was es in den schrecklichen Maitagen des Jahres 1902 verschlungen hat. Als man zu dem Wiederaufbau der einst blühenden und dann so tragisch zerstörten reichen Hasen- stadt von Martinique schritt, sollte ‘ man bald eine Entdeckung machen, die dem Wiedererstehen des neuen Saint-Pierre zum wichtigen Verbündeten wurde. Als die ersten Schutt- und Trümmermassen weggeräumt waren, zeigte es sich, daß oic Straßen der Stadt fast vollkommen erhalten waren, unb unicr ihnen die umfang- eichen Kanalisationsaiilagen, die Röhren der elektrischen Leitungen, die unterirdischen Telcphonverbindungen; mit dieser Entdeckung gewann der Untemehniungsgcist dcr neuen Ansiedler erhöhte straft. Seitdem hat man die alten Straßen wieder freigelegt, und genau auf dem Plane der alten Stadt erhebt sich jetzt die neue. Ei« großes, modernes Hotel ist bereits erstanden, in schmucken Läden häufen die Stauf' teilte ihre Waren, und aus ber Umgebung strömen die Eingeborenen herbei, um in dem buntbewegten Markttreiben ihre Landesprodukte fcilzubietcn. Wenn die Entwicklung im gleichen Tempo fortschreitct, wird das neue Saint-Pierre in zwei Jahrzehnten das alte erreicht und überflügelt haben. Die Ernte« im Umkreis sind reicher als je vor der slata- strophe, -benn bic nicbergegongciie Asche hat den Boden zu höchster Fruchtbarkeit gestärkt, und schon heute denkt man kaum zurück an den entsetzlichen Ausbruch des VulcanS, der jetzt sriedlich auf das emsige Treiben zu seinen Füßen herabblickt. * heb er Morgans Priv a to fficc schreibt man dem „23crL Bc-rsen-Courier" aus Newyork: „An der Ecke von Wall Street und Brvad Street erhebt sich ein einfaches Gebäude, das infolge der erdrückenden Nachbarschaft „him- melstrebender' Wolkenkratzer noch kleiner und bescheidener au»|iegt Nichtsdestoweniger ist es ein allgemein bekanntes ^cUb) » wollen wir jetzt °nch wn!" >iti- > 4, Gabelsberger tarn X Sleio W-Verein Gesucht (H, Mtp LLLLAr A Wm» wird Gegründet 1861. meistereibureau bereits bcschäf teuer Gchülfe. 6293 Ueberall erhältlich ä 31 ! i Verschiedene | 5 Zimmer 089741 Schön möbl. Z. m. sep. Ging, soiort zu v. 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Nach der Mittwoch-Vorstellung hält ein OnmibuS in der Sud- Anlage,der spätestens um-'/ilOUHr nach der Bahn fährt. 3n BtrhauftniÄÄ: lock, wollene Vorhänge, 1 Fleisch- vresse und verschie.ene Bilder. 62711 Ludwigstratze 35, I. länger. „ _ .... Madrid, 26. Okt. Eine furchtbare ^ragodre hat sich im Personenzuge Santa Maria-Jerez ereignet, rn dem zwei Gendarmen drei Banditen trcm^ortteickew ^- ihnen während der Asen§pste werden von Gendarmerie-Posten aller benachbarten Orte verfolgt, und Kavallerie ist zu ihrer Verfolgung ^rez au,- qeboten worden. Bei Bvrnos fand zwischen ihnen und- den Fliehenden ein kurzes Gefecht statt, woraus bie Banditen weiter flohen. Tie Bevölkerung ist wegen des Vorfalles fdji; beunruhigt. Newvork, 26. Okt. Roosevelts asrikanische Ret]c. route ist nunmehr festgestellt. Er wird in Mombasa la^en, dann Nyanca, Uganda, die Nil-Quellen, Khartum und Kairo besuchen. Ob er auch Teutsch-Ostafrika besuchen wird, ist noch unentschieden. ________________________________ _ Haus in der „Street", denn an 1 arofcen Buchstaben die Firmaanzeige. -- Tie Offices der weltbekannten Firma wurden ieden, der die modernen Prachtpaläste der europäischen Banken und Bankhäuser kennt, als einfach lächerlich und unscheinbar erscheinen, noch mehr staunt aber der Besucher, wmn er in einem mäßig großen Zimmer 7 bis 8 Pulte in fa,i unheimlich drangvoller Nähe erblickte und an einem davon den großen amerikanischen Hochfinanzier und Arustmag- raten John Pierpont Morgan arbeiten sah Morgan hatte bisher keine Privatoffice, sondern absolvierte sein tägliches Pensum in dem erwähnten Saal, wobei er es nicht unterließ, cuf seine jüngeren Partner ein wachsames Auge zu haben. Man sollte meinen, daß etn so vtelbefchafttgter und viel- begehrter Mann wie Morgan, in ,eurem Mlerheiligsten von Officezerberussen sorgfältig bewacht, seine Ge,chafts- stunden abgehalten hätte. Ter „Trust-Kaiser" war redoch, obwohl er fast jedem Besucher sichtbar war, durchaus nicht, stark belästigt. Dafür sorgte schon seine kurzangebundene Art sich Störenfriede vom Leib zu halten. 93er nur einmal Morgan wegen irgendeines Geschäftes angesprochen und von ihm in unzweideutiger, offener und klarer Weise an eine andere Persönlichkeit verwiesen worden war, der vermied es, ein nächstes Mal gewiß ängstlich wieder einmal die Stimme des Generalgewaltigen zu hören. Nur Gescgafts- interossen allerersten Runges verhandelte Morgan ,elbft, alles andere, selbst Millionengeschäfte werden i)tqem oder ienem seiner jüngeren Mitarbeiter zugewiesen, -ras Pvivat- kabinett Morgans ist in einem an das erwähnte Zimmer anschließenden Raum untergebracht; es ist von diesem nur durch eine Glaswand getrennt, so daß Morgan auch kuwfttg- bin in der Lage sein wird, seine Marbciter zu überwachen. Ein jeder im Bankhaus zittert nämlich vor dem Auge des Gewaltigen, dem nichts entgeht und das allgegenwärtig ist, namentlich dort, wo es am wenigsten gewünscht We Einsender ö von Angeboten, Bewerbungen u. s. iu. auf Anzeigen mit Buchstaben- und Nummern-Zeichen, machen wir daraus aunnerksain, datz uns die Auftraggeber solcher Anzeigen Vauns unbekaunt find. Es empfiehlt sich deshalb, derartigen Briefen flrtö nur Mchrifbu von wichtigeren Papieren, Zeugnissen u.dgl.beizufügen Wir können zur Wiedererlangung etwaiger Ein- lagen, Bilder u. s. ro. nichts tun. Gikßcner Anzeiger Ein noch siitt-lllfon billig ab- sehr guter vy*ru zugeben 6222]Neuenweg 7. auf Braunkohle, Kohlensäure, Wasser und andere Acineralien werden unter Garantie auogesuhrt Langjährige Praxis! Bezte Referenzen! [6131 Will). Böhme, Maschinenfabrik und Tiesbohruntcrnehinen. Dortmund. nie gegen die H. (9. Wwc. in UGiesten ausgesproch. verleumderische Beleidigung nehme ich hiermit reuevoll als unwahr durud- Giesten. am 24. Ottober 190b- 089581 Eliiabetbe Strutb Ww. wird." . * Ein Idhll imbrennenden Wald. Die furchtbaren Waldbrande, die eine Anzahl der amerikanischen Staaten Herrn- gesucht und besonders in Michigan gewütet haben, führten dw Menschen und die wilden Tiere des Waldes in ihrer gemeinsamen Rot zu einem romantischen Idyll zuiammeu. üue Schullehrerin in der völlig vernichteten Stadt Strähnt führte ihre suirfztg Zöglinge hurd) die sie umzüngelnden Flamme,unassen nadf em^n geschützten Ort, und verbrachte hier mit ihnen dre Nacht, ^-a gesellten sich zu der angstvollen Kuidersusaar cm paar Bären, ewige Wildkatzen und Füchse. Äheu und zaghaft schlichen sie S, Sttcmb vor Angs^; sie hatten all ihre WiMert aogelegt und schmiegten sich an die Kinder, die mrt den Raubtieren die ganze Nacht gute Freundschaft hielten. * Der Trinkspruch des Geschichtsprofesi ors. Meine Damen und Herren! Als seinerzeit die wildcu Gallier unter Brcnuus das fast wehrlose Jlom überwältigten, da brach Kleine Tagcschrontk. Ter-Notar Wiuoscheid in Saarlouis ist nach Unterschlagung bedeutender Summen fluchtig geworden. Am meisten ßst die Kreissparkasse geschädigt. LXn War, chau wurde gestern der Ingenieur Najrwski im Beisein seiner jungen Fvau aus politischen Gründen von drei ungen’sa.tcn durch getötet D,e Lrter en . Iknueu iu einem Wägern 9tajcro§ti gehörte früher der A. E .E. tn ^VbSn^dtietofaSe in Si a t e6gio .(Stalien) -rpl°. hiertc eine Granate. Zwei Marineoff t z tere und cm Arbeiter avurden getötet, em enberer Arbeiter f chwer r*D^id,t einer Meldung aus New-Orleans hat ein Orkan vor kurzem m c h r c r c Orte am Rio Grande und Prmce Polca in Nicaragua zerstört. Man befürchtet einen grotzcn Verlust an pY‘lrage fahr in Peters^b ur g wird offiziell als beendet betrachtet. Das ärztliche nd e r per so na l ist entlassen und die Ambulatorien geschloffen war- DC1L3n der jährlichen Automobilwettt'ahrt um den Vanderbil^ hechel in Long Island (Amerika) siegte der Amerikaner Rob er t\ on; William Landerb il t s den t s ch er ^orce- des-Wagen, von dem Deutschen Lüttgen geführtwurde dEr. Der tehenmlige Staatssekretär uird Vizepräsident des Ver- waltungsgerichisl-ofes, Tr. E. Lalloezh, bet. wegen Deshchun^ seines Amtes enthoben worden nmr, hat Selbstmord verübt. Eine gröbere (ss19Ao ©rtrriöe = Vrr^fjrfen = falnih sucht noch Bäcker knnDschast. Die Hefe wird von keiner deutschen Fabrik an Qualität übertroffen, der Preis wird niedrigst gestellt, Innungen erhaltenBoräugsprelse Angebote unter K. W. 4^03 an Rudolf Moste, Cdln. Mädchen emvstehlt sich «m Weist- nähen in und außer dem Vause. Näh. Walltorstr. 16, II. 108871 Märkte. fc Frankfurt a. M., 2ö. Üti. Startoffelmartt In vergangener Woche roiube bezahlt für das 2)laltet gute epei|e- karlofseln 5,70—6 Mark. ____ Esngedandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teuierlei Verantwortung.) Fm Interesse deS knnslliebendcn Publikums und der hohen Aufgabe unseres Theaters glaube ich an die verehrliche Theater- leiiunq die Bitte richten zu müssen, m Zntunst Stucke von dem Gehalt des „Mannes im Monde" nicht mehr über die Buhne gehen zu lassen. ES soll hiermit ausdrücklich keinerlei Kritik über Sie Darstellung am letzten Sonntag ausgesprochen, sondern nur gesagt werben, daß man auch am Sonntag abend ins Theater geht, um etwas Gutes zu sehen. . . - M „ " ’' Ein Freund guten Humors. Am Freitag, den 30. Oktober- abends 8'ft Uhr, eröffnen wir m unserem Bereinstokal — Gaf6 Ebel — einen Lv”/:# Kursus im tatiM-Säreta zM" Honorar 6 Mark Wfl Anmeldungen an unseren 1. Bor sitzenden, Herrn Sekretär Wilb V o b, Gr. Steinweg 20, erbeten, and) werden solche noch zu Beginn deS Unterrichts eutgegengenomm. Ter Vorstand. Mrchliche Nachrichte«. Evangelische ü-emeinve. Montaa den 26. Oktober, abends 8 Uhr im Johannessaal: SBibelft un d c. Wtct A .. H b. -------------. ,, । Liebiestrastc 08. j.H.Fnhr.<3onnemtr.2i). lhve/2h. Stock 6 Zimmer mit Zubehör per sof. od. später zu verui. (o8/4 Adolf Fncher, Alieestr. 28 od. 30. Schöne 2-, 3- und 4-Zimmer- Wobnungen, mit allem Zubehör und Gartenanteil, der 2lcuzcit entsprechend eingerichtet, in der Nähe des Babnboss, alsbald zu vermieten. Näheres Ebelstr. 39. 62301 Baugeichäst Webrum. Griginal-Drahtmeldungen. 96. Okt. Nach einem Telegramm der „Köln. Ztg-^ Konstantinopel haben im Einverständnis mit Eng- L ru^sUche Truppen die persische Gren-e übet- schritten ii n b Täbris besetzt. Die ^.urTci wrjrdjtcta i§Qfeits iiuf die Besetzung des persischen Gebiets westlich von Täbris. 26 Okt. Kominerzieiirat Guillaume stiftete aus Anlaß seiner 3ojährigcn Zugehörigkeit zu den Beiten-Guillaumc- Lahmeyer-Werken 200 000 Mk. für ohltatigkeih. zwecke. Friedrichshafen, 26. Okt. Graf Zeppelin ist uni Hi/. Uhr mit seinem Ballon glatt aufgeftiegen. . Das Luftschiff bewegte sich landeinwärts mtb flog um 11 Vs Uhr über den Bahnhof dem £)afen zu. .. London, 26. Okt. Tic „Times" meldet aus Sof t a. Augenblicklich werden Versuche gemacht, um zu^beweisem daß der Brief des Fürsteii Ferdinand an den Aa ibentmr Falliöres leincswcgs im Wtderipruch mit der Mtung^ der Reoierung steht. Bulgarien werde der Aurfci ben Tribut bis zum Tage der Unabhängigkeitserklärung bezahlen, aber nicht er ie Zeit bald gekommen ummerte er sonst und te ober rühmten sich, e Sorgfalt unb pcil- : große tetenmmg ' — «int Boigi hat sich inet Klagesache ann richtete, der um sehers ftanb. Ter »- )bilbroid)le LaakmamS karte verlangt. W dei zu sehen wünschte, M- e jedoch bem MM die 'Sorte Ausdnift sehen wollen!" Mst r vor Gericht als Zeuge sehen, die zeige tch N Iptmann von KoM^ rollen!" Wegen bida Kt Strasanzeige; d-^ ' Beleidigung nicht M Äus die Bemstng Gericht ben n Satni^1 , . fitbaren Ausbruch mip her ,,^olu. 3l9‘ X di- ilLJk'sf ist int Ent- ;ue Xa» Trstmmerselb ÄS&Ä en der Sta > r ihnen ^ektttsche; Änatn; ®d , ° s,tti (t A ""Ä bie S«1'' ben die ft t6uii8 P^grltli* W-"" d ftjniO" das «tlie.ält l*”' und Sb« M-' r »ß >°°°d-N SS Mk,p' ytc y? Ldts^K :eib£"’ ■«#« •t”1^ SsV Bahnschwellen sollen Montag, Schöne Wohnung, 3 großeZimmer den 2. November de>. Je-., vor- Zubehör, wegen Wegzug mittags 0 Uhr, öffentlich und anderweitig per h Januar 1909 meinbletend unter den imTermine ^der früher zu vermieten. Die se4bfl bekannt zu machenden Be- Räume eignen sich auch vorzugll dingungen verkauft werden. für Bureauzroecke. . . 16W» Aniang der Berstelgeruilg ift an Näheres Hofmann,trage 14. Ne b en wenrtihi tt hiersetvst. E Uirüienplatz ~i. i ^^ßen,. den 22. r-Zimmcrwobnung im I. Stock Grogh. 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Oktober, Uhr Entschlafenen. nach schwerem vorher in trauernden Hinterbliebenen Geduld getragenem Leiden heute sanft verschieden. ung findet Friedhof zu Darmstadt statt, nicht im Sinne nung V* Stunde im 64. Lebensjahre. Lang-Gons, 25. Oktober 1908. Die Beerdigung findet Dienstag, 27. Oktober, nachmittags 3 Uhr statt. 6301 Ä K Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Helene Schmoll geb. Bürkert Fritz Scihmo.fl, Grossh. Oberlehrer Georg SchmolS, Lehramtsassessor Clara Schmoll geb. Rumpf und 1 Enkel. M ■ Here* Ad. Schmoll Kühi^l. Bahnholsverwalter Stall jeder besonderen Anzeige. Heute nacht verschied sanft nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Grossvater und Bruder I M M s. K I H W 1 I 4 K 1 »TTTj Hiwi I 1 o A "1 I ■■■WH Verhauens-Artikel Die steigende Nachfrage u. Beliebtheit meiner Spezial-Marke, Literflasche Mk. 2.—, ist der beste Beweis der seltenen Feinheit, Milde u. Preiswürdigkeit meiner Eognacs. (5741 JB. 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Alle stimmberechtigten Staatsbürger werden daher elngeladem an dem gedachten Termin sich persönlich ein;u- finden und ihre «Stimmen abzugeben. 3^0161(9 wirb darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche Mit der Entrichtung ihrer schuldigen direkten Staatssteüer, ober falls sie zu einer solchen nicht herangezogen sind, ihrer Kom ulun9ilt^uct lanflci; ,alö zwei Wionate sich im Nück>tande besinden, auri_r ^>'^L^"?^^isen werden und das; alle Diejenigen, welche bid jum 19. Oktober, bezw. bis zum 21. Oktober mit der Entrichtung der betreuenden Steuer über zwei Monate im Nüü stände waren, nur dann zur Abjlümnung zugelassen werden können, wenn sie diesen Nnckuand noch bis zur Wahl aoführen uub da., solches genbehen, der Wahlkominisiion durch Borzetgung ihrer Steueraulttung nachivelien. (u.j Giehen, am 23. Oktober 1908. Ä „ Die Wahlk0t-imisslon: 1 Der Oberburgermeiitcr: Die Urkitndsversonen: l Mecum. F. Habenicht. -L __F r. H e l m.__________1 Versteigerung. , Bruchstrasse 13a I. Stock, Mittwoch, den 28. d. Mts. von morgens 11 Uhr ab: Betten, Sofas, Kleiderschcäuke, Stähle, Kommoden, Houamuuraüjiing Wegen Vvnrah...e vuii ^a>cu.^.io>.->arveiten wird die Kaplansgasse von heute an bis auf weiteres für den Fuhr- llnd fliadsahrverkehr gesperrt. (ließen, .!• 2.>. Lftober 1908. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Z. B.: Bil 0. BetarrntmaMrmg. Die Staoiperoroneteu-Bersammmng ha: bur^ Beschluß vom 15. Okiober b. F. einen Bebauungsplan für das Gebiet zwischen ! Frantfurteritragc, Aulweg und Wartwcg auigeslellt und soll bazu die nacUiteueiibc ^rtsbausalsung erlaifeir werben. Der Entwurf des Bebauungsplans und,ö'ic Ortsbausatzung liegt . bis zum 25. 'November d. F. auf unserem Tiesbauamte ogen. 1 Einwendungen gegen Plaii und Salzung sind binnen der gleichen Frist bei Meldung des Ausschlußes bei/uns vvrzubrlngen. Gietzen, den 24. Otlooer 1908. / b*/u Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mec Ortsbausntzung. Aus Grund deS Artikels/^ und 29 Absatz 2 deS Gesetzes vom 30. April 1881, die allgemeine Bauordnung betreffend, und des § 5 der Beroidnung vom 1. Zebruar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung bst reffend, wird aus Beschluß der Stadt- verordnelen-Beriammluikg vom 15. Oktober 1908 nach Anhörung des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreisausschutz mit Genehmigung Grotzherzoglichen Ministeriums des Innern vom..... zur Ar.......’Aiyi). I. zu dem Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Frankiurlsrstrage, Aulweg und Warlweg folgende Orts- bausatzung erlassen: Gewerbliche,Anlagen, die nach § 16 der Gewerbeordnung kon- zessionspflichrig,lind, dunen in den Baublöcken VI, V1H und X bis XVI einschließlich, sowie auf den an die Minuten angrenzendeu Baublöcken nicht errichtet werden. Gießen, den......... Grotzherzogliche Bürgermeisterei.____________ Turnverein liessen gegr. 1846. Unter Hinweis an die an unsere verehrt. Mitglieder ergangene schriftliche Einladung zu der am Touuerstag den 29. d. Mts., abends 9 Uhr, im oberen Saale des Hotel-Restaurant Einhorn siatlftndenden Krsttsl-VMSMksjf mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht 2. NechnungSablage 3. Entlastung des Rechners 4. Satzungsänderungen 5. BoriiandSivahl 6. Auslosung von Anteilscheinen 7. Verschiedenes faden wir unsere verehrlichen Mitglieder hiermit uochmals ergebenst ein. ' ____________________Der Borstand. Den wertgeschätzten Vereinen, Gesellschaften etc. von Giessen steht mein „Kolosseumsaal“ am Samstag jeder Woche mit und ohne Programm unter koulautesten Bedingungen zurVerfugung. Für anerkannt vorzügliche Speisen und Getränke wird zuvor* kommend und bestens Sorge getragen. Hochachtend Albert Rappmann U6y<1 Direktor des Kolosseum Giessen. Ti Kunst? ^chrniejfe- ■: rfit äfterij Srn-u. gefall- . -anreri Kd r^adeR. Versteigerung. Freitag, den 3u. Oktober 1. G9. nachm. 3 Uhr sollen im städtischen Pfandlokale Seltcrsweg 11 dahier die wegen rückst. Gern. Steuer, und rückständigen Schulgelder V. v. gevsändelen Gegen nande, Möbel aller Art wie Schränke Kommoden, SosaS, Bertikows, u v. A. versteigert werden. (G297 Gcmmccker, Psandmeifter. taE.aUpezgr^sä in einerKreiSstabt, nut bedeutender Industrie, in bester 2age, lEcke -vauptplatz) gelegen, ist mit oder ohne Geschäft zu verkaufen oder zu verpachten. Dasselbe eignet »ich durch seine vorzügliche 2age zu jedem anderen Geschäst. Offerten unter 9tr. 6305 an die Erp- des Gießener Anzeiger erb.