Nr.lZS Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. (hoffens s** Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag,' e^5L RedaktiE^^lLA 4äch-?lbr.:AnzelgerGießen- pauk Kaiser5 ßofitnl|anbloi|, . eltersweg Ji Reparatunveili'L!, Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Siembruckeret. 8t» Lange, Gleßen. Die „Siebener Kamiiienblätter- werden dem ,51nytgete viermal wöchentlich beigelegt, das „Ereisblatt fflt den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitsragen" erscheinen monatlich zweimal. tlicb jeigiscbe isrei jchin ge" n Mw cr, Pistole» ro c,|r Vrovüii! l Ga(. 7,65 u, {)\; ivltv, — mit--- cvoll.löratiszlltüa 30 Zähren nuiiif a bcivahrte Soft 1,65. 70, 75,80, Sä, 5 Pienmg pct te a in bu. 0 • Geichoncc lavier- Stimmen Reparieren Polieren 11h. Hndolph BL ßesfc HoÜidem» rlusland. Krisis in Ungarn. Die Vereinbarung, die in Wien bei dem gemeinsamen Minifterrate über die Offiziersgagen getroffen wurde, hat zu einer Krisis geführt. Die Unabhnngigkeitspartei und die Volkspartei haben durch einen Putsch die Vertagung des Abgeordnetenhauses bis zum Montag durchgesetzt, um eine Stellungnahme gegen die Wiener Vereinbarung zu veranlassen. Die Erhöhung der Offiziersgagen gilt trotzdem als gesichert. Das Internationale Institut für Ackerbau in Rom wurde Samstag nachmittag 6 Uhr im Beisein der Königlichen Herrschaften und der Spitzen der Behörden eröffnet. Ansprachen hielten der Minister Tittoni, der ital. Delegierte Graf Eugen Faina und namens der auswärtigen Delegierten der portugiesische Delegierte Earvalko. Die Lage in Apulien ist unverändert. Die ausständigen Landarbeiter drangen bei Foggia in den Weinberg eines Winzers ein und rissen auf einer Fläche von LVs ha sämtliche Reben ab. Andere ziehen mit Gewehren bewaffnet auf großen Wagen in den entlegeneren Ortschaften herum und zwingen die noch beschäftigten Arbeiter zur Einstellung der Arbeit. Kein fr a nz ösi s ch -r ussisch - e n g li s ch es B ünd- nis. „Morning Leader" tritt energisch der Behauptung eines Berliner Blattes entgegen, wonach ein französisch- russisch-englisches Bündnis bevor st ehe. Das radikale Blatt betont, die Abwesenheit des Staatssekretärs der auswärtigen Angelegenheiten Sir Edward Grey stemple den Besuch des Königs zu einem Akt staatlicher Höflichkeit und nehme ihm den Charakter eines diplomatischen Ereignisses. Eine andere Auffassung wäre unverträglich mit den: verfassungsmäßigen Gebrauch und könnte nur Enttäuschung, sogar Gefahr herbeiführcn. Im französischen Mi nist errat wurde ein Dekret unterzeichnet, wodurch der K o n t r e a d m i r a l P h i- libert zum Vizeadmiral ernannt wird. Er wird in seiner Eigenschaft als Kommandant der französischen Marokkodivision durch den Kontrcadmiral Bcrrye r ersetzt werden. Nach e i n j ä h r i g e r A b w e s e n h e i t ist der G r o ß - Herzog von Luxemburg mit seiner Gemahlin aus Santa .Margherita bei Genua nach Luxemburg zurückgc- kehrt. In der p o r t u g i e s i s ch e n A b g e o r d n c t e n k a m - hier brachte der Finanzminister einen Antrag ein, der die Jahresdotation König Manuels auf 335 Eontes Reis, also in der gleichen Höhe wie für den früheren König, festsetzt. Derselbe .Antrag enthält Bestimmungen betreffend die von dem .Staatsschätze dem königlichen Hause gewährten Vorschüsse. Monarchenbegegnung in Reval. Von einem Privatkorrespondenten. Aus guter Quelle verlautet, daß beide Kaiserinnen und der Thronfolger und der Minister des Auswärtigen Iswolski den Kaiser aus seiner Reise nach Reval zu einer Zusammenkunft mit dem König und der Königin von England begleiten. Der Kadetten führ er und Herausgeber des Rjetsch, Professor Miljuckow, wurde in seiner Wohnung wegen einer Preßfehde von zwei Mitarbeitern der radikalen R u s s y überfallen und schwer m i ß h a n d e l t. Rußland und Persien. Nach Meldungen aus St. Petersburg drohen die ausrührerischen Stämme, falls die russischen Truppen die persische Grenze überschreiten, die Proklamierung des heiligen Krieges an. Liga der freien Liebe. In Woronesch wurden 40 Schüler und Schülerinnen des dortigen Gymnasiums verhaftet, darunter sieben aus einer Familie. Sämtliche gehörten dem Verbände „Freie Liebe" an und haben empörende Orgien in verschiedenen geheimen Lokalen gefeiert. Im Eröffnung der hessischen LanderauLsteiinng. R. B. D a r m st a d t, 23. Mai. Die Eröffnung der Hessischen Ausstellung für freie und angewandte Kunst vollzog sich h.ule in feierlicher Weise. Ta der leit gestern abend unablässig niederslrömenbe Regen nicht nach- Ittfj, mußte der Festatc in dem in der Mitte dcS Hauptausstellungs- eebäi'.d.s gelegenen gewölbten Ehrensaal erfolgen. Unter den iur Feier Geladenen bemerkte man Staaisminister Dr. Ewald, kinanzminister Dr. Gnauth und Minister des Innern Dr. Äraun, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda und die höheren Ninisterialbeamten, den preußischen Gesandten, Frhrn. v. Rücke r- Dänisch, den russischen Gesandten v. D o u b e n s k Y , die Spitzen der Militär- und Zivilbehördeu, fast, sämtliche Mirglieder der Zweiten Kammer mit den beiden Präsidenten, Geh. Rat Haas und Köhler, den Präsidenten der Ersten Kammer, Graf Görtz, cen. v. Schlitz, Geheimerat Provinzialdir»>.wr Dr. Breidcrt, äele Bürgermeister, darunter von Frankfurt, Dr. Grimm u. a. Nachdem das Großherzogspaar von Minister Dr. Braun 2nd Geh. Oberregierlingsrat Wagner begrüßt und zu den blumen- Leschi?.ückten Plätzen geleitet woröen war, hielt Bürgermeister Dr. ^flässing von Darnistadt in Vertretung des erkrankten Ober- HirgermeisterS folgende Ansprache: In Vertretung des leider durch Unwohlsein verhinderten Serrn Oberbürgermeisters habe ich die Ehre, mt Namen der södtifchcn Verwaltung die Widmung auszusprechen, für den hier seitens der Stadt errichteten, die Mathildenhöhe bekrönenden Mau. Tie von Künstlerhand in Stein am Portal des Wurmes ausgeführte Inschrift sagt, daß es der Ausdruck der Freude, btt Ausdruck des herzinnigsten Anteils an den Gefcylcken unleres Fürstenhauses war, welcher die Stadtverordnetenversammlung bütete, als sie in der Sitzung vom I. Marz 1906 die Errichtung dieses Baues beschloß. Der Turm ist geweiht dem Gedächtnis dw Vermählung Eurer Königlichen Hoheiten. Er soll in Ieiner d'.e Stadt überragenden, ernsten monumentalen Erschmnung Lugen, welche aufrichtige Freude nicht nur die stabt. Bevol- kaüng, sondern das ganze Land an dieiem Tage erfüllte. Der ^usstelluugsbau bekundet die Tatsache, daß unsere Stadt, die jungst durch das prächtige neue Museum, den Stolz t-nscres Landes, beglückt wurde, dankbaren H.erzenA die Werte zu schätzen weiß, welche durch die tatkräftige Initiative Eurer Königlichen Hoheit und die große Belebung von Kunst und Gewerbe entstanden sind. Die Stadt schuldet auch Dank Allen, welche als Künstler oder Ausführende bei dem Bauwerk beteiligt waren. In erster Linie muß ich als Vertreter der Stadt diesen Dank dem Schöpfer des Bauentwurfes, Herrn Professor Olbrich, aussprcchen. Er hat im Anschluß an die seitens des Stadtbauamts vorgesehene Bebauung deS Hoch- reservoirs ein Projekt ausgearbeitet, das nicht nur künstlerisch bedeutsam ist, in ausgezeichneter Weise sich dem Gelände an- paßte, sondern auch eine Ausstellung ermöglicht, welche durch den kleinen Rahmen wirksam zur Geltung kommt. Die au Licht, Raume und Wände gerichteten Bedürfnisse der Aus- stellung sind praktisch in einer Weise befriedigt worden, daß der Ausstellungsbau klar seine Zweckbestimmung ausdrückt. In gleicher Weise danke ich dem Vorstande unseres Stadtbauamtes, Herrn Bauinspektor Buxbaum, und dem ihm zur Seite stehenden Architekt Mink, welche das Projekt int Einzelnen bearbeitet und zur Ausführung brachten. Ich danke ferner allen bei dem Bau beteiligten städtischen Beamten, Geschäften, Unternehmern und Arbeitern, welche hier in einhelliger Zusammenarbeit ein Werk geschaffen haben, das der Stadt zur Ehre gereicht. Herzlicher und inniger Dank gilt ferner .Herrn Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Esser zu Köln, Herrn Kommerzienrat Ludwig Heyn, dem Großherzoglichen Kammerjunker Majoratsherrn Ritter und Edler August von Oetinger und den Firmen Rast u. (So. und Wilhelm Klein dahier, welche in hochherziger Weise durch wertvolle Stiftungen für die innere künstlerische Ausstattung des Baues die Stadt unterstützt haben. So ist mit der Errichtung dieses die Stadt beherrschenden Bauwerks die Mathildenhöhe, einst ein stiller Garten mit moosigen Wegen und vergessenen kleinen Hänschen, ein träumerischer Fleck unserer so reich von der Natur bedachten Stadt, nunmehr zu einem Brennpunkt idealer Interessen unseres Landes geworden. Möchten die Hoss- nungen, die Eure Königliche Hoheit in unermüdlichem idealem Streben auf eine zielbewußte Förderung aller Prüfte setzen, in Erfüllung gehen, zum Segen unserer Stadt und uitseres ganzen Landes! Möge der mächtige Turm, welcher sich erhebt aus dem grünen, von dem Laubdache des Platanenhains und den weinumrankten Pergolen gebildeten Untergrund, Zeugnis ablegen von der Treue, Anhänglichkeit und Liebe, welche unsere Stadt von jeher mit den Geschicken des Großherzoglichen Hauses verbunden hat und für alle Zukunft verbinden wird! Der Großherzog dankte darauf mit folgenden Worten: Empfangen Sie, geehrter Herr Bürgermeister, meinen Dank für die Worte, die Sie als Vertreter der Stadt Darmstadt soeben mir und meinem Hause gewidmet haben. Mit freu» 'diger Genugtuung blicke ich auf den stolzen Bau, der nun die Matbildenhöhe krönt. Der Turm, der weit hinausschaut in die Lande, verkündet, welch' innigen Anteil die Bürgerschaft meiner lieben Residenzstadt an meiner Vermählung mit Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin genommen hat. Und der schöne und zweckmäßige Ausstellungsbau gibt Zeugnis davon, daß mein Streben zur Förderung von Kunst und Gewerbe warmes Verständnis hier in Darmstadt findet. Für die treue Anhänglichkeit an mein Haus, für das opferwillige Eingehen auf meine Bestrebungen, daS durch diesen Bau zum Ausdruck kommt, sage ich der Verwaltung, der Vertretung und der Bürgerschaft Darmstadts herzlichen Tank. Auch den Spendern, die zur Verschönerung und künstlerischen Ausgestaltung dieses Bauwerkes in freigebiger Weise betgetragen haben, sei Dank und Anerkennung hierfür dargebracht. Möge dieser Bau bis in ferne Zeiten aufragen als Denkmal der Zusammengehörigkeit von Fürst und Volk, ein ehrendes Zeichen des Bürgersinns der Stadt Darmstadt unb ein kräftiges Mittel zur Förderung von Kultur und Kunst in Hessischen Landen! Minister des Jpinern Dr. Brann hielt nunmehr folgende Ansprache: Dem widmenden Wort geselle sich die weihende Tat. In diesem ragenden Bau haben wir uns versammelt, um ihn 5um ersten Male seinen Zwecken dienstbar zu machen. Ten. Dank dafür, daß Ew. Königlichen Hoheit Opfersreude und zielöewnßtes Wollen die Landeshauptstadt als jüngste unter ihren deutschen Schwestern an dem Wettbewerb zur Pflege von Kunst und Kunstgewerbe beteiligt haben, kündet das Werk der Stadt. Es zierend, folgt ihr das ganze Land und bringt zum Schmucke das Beste dar, ivas es in beiden Schaffenszweigen zu bieten vermag, feine von jungem Können getragene Arbeit. Acht Jahre sind verflossen, seit Ew. Königliche Hoheit die Hammerschläge vollzogen, mit denen der Grundstein zu dem benachbarten Ernst- Ludwigs-Haus gelegt wurde. Es geschah mit dem Wunsche: „Mein Hessenlaud blühe, und in ihm die Kunst." Mit diesen Worten war den damals berufenen Künstlern die Ausgabe gestellt, für das blühende Leben die Formen des Schönen im Älltagsdasein zu finden, Leben und Kunst harmonisch zu verschmelzen. Günstig waren die Vvrzeic-ien, insofern auch unser engeres Vaterland in nicht geringem Grade an dem wirtschaftlichen Aufschwung teilgenommen hatte, der dem Ausgang des vorigen und dem Beginn des neuen Jahrhunderts sein Gepräge verliehen hat. Trotzdem stieß die Erreichbarkeit des gesteckten Zieles auf Zweifel, zumal angesichts mancher Wege, die bei der Ausstellung des Jahres 1901 gezeigt wurden. Gewiß mochte einzelnes verfehlt worden sein. Aber die Bedeutsamkeit des ausgesprochenen Gedankens an sich blieb hiervon unberührt und mußte jeden erfüllen, der die wirkenden Kräfte in der Kultur wie der Volkswirtschaft unserer Zeit richtig einzuschätzen vermag. Es kann in dieser Stunde nicht erörtert werden, warum sich seitdem Vieles nach der persvu- lichen wie sachlichen Seite hin geändert hat und ändern mußte. Sicherlich aber darf gesagt werden, wie die von hier aus- gegangene Bewegung in dem Maße an Boden gewann und von der Allgemeinheit verstanden wurde, in welchem sie sich dem in Volt und Land Vorhandenen anpaßte und berechtigten Widerspruch nicht herausforderte. Erkennbar zügelten in den sol- genden Jahren jugendlich-phantasievollen Ueberschwung strenge Sachlichkeit und gediegene Ehrlichkeit des Denkens und der Arbeit/ Paris, Turin und St. Louis zeigten im Ausland, was von dem neuen hessischen Kunstgewerbe in ruhigeren Bahnen erwartet werden konnte. Zu Hanse bewies die kleinere, aber abgeklärtere Ausstellung von 1904, welchen Wert es hatte, daß aus dem ersten Versuch die richtigen Lehren gezogen worden waren. Ueberraschend schnell begegneten sich die Künstler mit dem heimischen Handwerkerstand bis in die stillen Täler des Odenwaldes und des Vogelsbergs hinein. Nur wenige der Jndustriefirmen des Landes, die dem hessischen Namen schon seit Langem auf allen kunstgewerblichen Gebieten Ehre gemacht hatten, hielten ihre Fabriken den wachsenden Ersolgen der in Darmstadt angesiedelten, schöpferischen Kräfte länger verschlossen. Eigene Lehrwerkstätten wurden der Künstlerkvlo- nie angegliedert. Das Schloß beherbergt einen besonderen Zweig der Glastechnik, als Eigentümer der inzwischen gegründeten Keramischen Manufaktur trat der Landesherr selbst in die Reihe der Gewerbetreibenden. Wie sehr sich die Verhältnisse gewandelt haben, ergab vor drei Jahren die Aufnahme des Planes einer allgemeinen Landesausstellung, die einen Ueberblick über unser nunmehriges Können ermöglichen sollte. Gegen früher bot sich ein völlig anderes Bild. Ein immerhin nur kleiner Kreis von Fabrikanten und Handwerkern war 1901 dem. ergangenen, Ruf? flefpjflt, LM-LudnM-HaM Ultz ess efl’ [SM B ÄW Hilf i-««» die Künstlerhäuser hatten für das Gebotene ausgcreicht. Schwere finanzielle Opfer waren nötig geworden und ließen die Unmög* lichkeit wiederholter größerer Versuche in der Zukunft befürchten. Und heute? Auch unser Unternehmen ruht auf der Grundlage der Freigebigkeit Ew. Königl. Hoheit. Abermals haben sich private Förderer gefunden. Mächtige Stützen aber find ihm durch das helfende Eingreifen von Stadt und Staat erwachsen. Ein würdigeres Heim als in den stolzen, von der Stadt erbauten Hallen konnte der Ausstellung nicht werden. Weitsichtig deren Bedeutung für die Zukunft würdigend, haben beide Kammern der Landstände einmütig die Vorschläge gebilligt, mit denen die Großh. Staatsregierung die finanzielle Durchführbarkeit des Planes glaubt gewährleisten zu können. In den beiden Hauptgebäuden und den zur Ausstellung neuerdings erstandenen Häusern werden dem Besucher weit über 100 Räume geöffnet, die zu errichten und auszustatten sich bei 50 Architekten! und 300 gewerblichen Ausstellern aus allen Teilen des Groß- Herzogtums vereinigt haben. Ein so geartetes Werk kann mit vollstem Recht den Namen einer Hessischen Landesausstellung! beanspruchen. Dieser ihr besonderer Eharakter wird aber noch durch Anderes bedingt. Das eine ist der Umstand, daß wir neben der angewandten auch die freie hessische Kunst zeigen können. Deutsche Malerei, Plastik und Architektur zählen bereits längst Namen von bestem Klang, die wir mit Stolz die unseren nennen dursten. Für unsere Arbeit dürfen wir nicht vergessen, wie eng verwandt Kunst und Kunstgewerbe sind. Nicht immer und überall gleich deutlich zeigt sich ihr unlösbarer Zusammenhang, er ist aber darum nicht weniger vorhanden. So ergab es sich von selbst, auch die Meister und Jünger der hohen Kunst zu gemeinsamem Vorgehen aufzurufen. Weit über Erwarten haben sie sich hierzu entschlossen. Diese Säle sind ebenso wie zahlreiche Räume der eigentlichen Ansstellnngsbauten mit den Werken von nahezu 100 Künstlern geziert, deren Tätigkeit der Zeit Großherzog Ernst Ludwigs angehört, und die in ihrer Art Hessen geblieben oder geworden sind oder Hessens Land und Leute uns schildern. Staunt je zuvor wird in einer deutschen Kunstausstellung der heimatliche Einschlag in derselben Stärke und Reinheit zum Ausdruck gekommen sein. Wenn wir in das Freie hinaustreten und lassen das zauberhafte Bild der umgebenden Frühlingslandschast auf uns wirken, dann vergegenwärtigen wir uns, wie auf den Bergen die Himmelskräfte sich fammeln, die in der Quelle niederfpringen, um in den Talgründen Segen und Wohlfahrt zu spenden. Eine solche Quelle läßt unser Empfinden uns in der hohen Kunst sehen, wenn wir aus ihren Hallen hinabsteigend gewahr werden, wie in den gleichsam unter ihrem Schutze ausgebreiteten Bauten für angewandte Kunst Geist und Fleiß eingesetzt worden ist, unser äußeres Leben geschmackvoll und vornehm zu erfassen. In weitestem Umfange finden wir das Bemühen, die uns umgebenden Gegenstände des Gebrauchs in Zweckmäßigkeit und finniger Schönheit so mannigfaltig zu formen, wie wir sie nach ihren höheren oder niederen Zwecken für unser Dasein werten. Das gilt nickt nur von den tausend Dingen, die der Wohnkunst und dem täglichen Gebrauch int engeren Wortsinn dienen, von Möbeln und Stossen, von Hausrat unb Schmuck. Das Gesagte gilt vielmehr vor allem von der Baukunst und den Formen, die sie uns für alle Ausgaben und Tätigkeiten der heimischen StuÜnr unserer Tage bietet: für die Pflege heiterer Geselligkeit und ernster Wissenschaft ebenso, wie für die Pflege des Geistes unb bes Körpers, des Glaubens und des Rechts. Daß bas Recht auf eigene Kunst unserer Zeit mit liebevollem Bewahren bes von den Vätern Ererbten grabe hier wohl vereinbart ist, wirb bie Architektur- Abteilung besonbers beweisen. Unb ebenso bürfen wir rühmen, daß der Drang, Schönes unb Zweckmäßiges in unserem Leben zu bereinigen, nicht borübergegangen ist an den Unterschieden im wirtschaftlich unb sozial Möglichen. Er hat sich nicht bloß bersucht am reichen Prunkraum, fonbern nicht ininber am Heim bes schlichten Arbeiters. Wirb endlich herborgehoben, wie der Staat durch zahlreiche Aufträge für bestimmte Zwecke aus Anlaß der Ausstellung das Bewußtsein feiner Pflicht bargetan hat, das heimische Gewerbe zu unterstützen, so tonnen wir auch unter diesen Gesichtspunkten in Wahrheit bon einer Landesausstellung sprechen. Werden wir nun bedangen, daß das, was wir bringen, als durchweg künstlerisch bollendet gelte? Mit 11 lebten! Dem Zweck jeder ehrlich gemeinten Ausstellung, Rechenschaft abzulegen, entspricht bas Recht bet Kritik. In ber Unerbittlichkeit der Wahrheit liegt ihre sieghafte Stärke. Wem aber auch unser Werk nur weiterer Schritt auf ber Bahn zur Erkenntnis des Kunstschönen ist, ber wirb doch den überall gleich gerichteten Willen hoch anschlagen, ber fast ausnahmslos alle Beteiligten beseelt hat. Es war ber- Wille, dem Ganzen zu dienen und das Beste zu geben, zu Ehr unb Preis des hessischen Namens und zum Wohle unseres geliebten, engeren Vaterlandes. Möge das Bewußtsein, hieran mitgearbeitet zu haben, der schönste Dank sein, den wir nächst Ew. Königlichen Hoheit allen, allen Helfern am Werke schulden. Möge ihren Sorgen, Mühen und Opfern reichster Lohn werden. In duftigen Blüten scheidet der Lenz, ein Sommer ernteverheißen- ber Kraft bricht an, Hessen wir uns freuen wollen brausten unb drinnen. In diesem Sinne bitte ich Ew. Königliche Hoheit, den hohen Protektor ber hessischen Lanbesausstellung 1908, sie Allergnädigst eröffnen zu wollen! Ter Grvstherzug kam diesem Ersuchen mit folgenden Worten nach: Ich eröffne hiermit die Ausstellung und hoffe, daß sie den Nutzen unterem Vaterland bringen wird, den wir von ihr erwarten können. Die Festoertammlung brachte dann nach ^(ufforberung durch Minister Dr. Braun ein dreimaliges begeistert s Hoch aus das GrostyerzogSpaar aus, während die im Garten ausgestellte Milimr- lapelle die hessische Hymne intonierte. Dann folgte eine allgemeine Besichtigung ber Ausstellung. An.dem Festmahl, das im Aussteltungsrestaurant um 1/22 Uhr einen Anfang nahm, beteiligten sich ciroa 200 Personen. Ter Großherzog nahm in der Mitce einer der langen, mit Maiglöckchen unb anderen Frühlingsötumen reich geschmückten Tafeln Platz, ihm rechts zur Seite oer Prüsident der Ersten Kammer, Gras Görtz, gen. v. Schlitz, Obersthosmarschall a. D. Frhr. v. Westerwe Iler, Präsident Geh. Rat Haas u. a. links der preußische Gesandte. Frhr. v. Rücker -Ja n ij ch, Graf Erbach-Erbach, der russische Gesandte v. 2 0 u b e n s k y u. a_, während dem Landcsherrn gegenüber die drei Minister saßen. Nach dem zweiten Gang nahm Staalsminister Ewald das Wort zu folgender Ansprache: Euere Königliche Hoheit haben geruht, die Widmung der Stadr Darmstadc entgegenzunehmen als ein würdiges Zeichen der Dankbarkeit ber Residenz für die segensreiche Fürsorge Euerer Königlichen Hoheit für Kunst und Gewerbe. Wir alle, denen es vergönnt ist, an ber heutigen Feier teilzunehmen, bitten Euere Königlich« Hoheit auch uns zu geflohen, ben gleichen Empfindungen Ausdruck zu verleihen. Ter ungeahnte wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands in Folge der Ereignisse des Jahres 1870 hatte neues Leben dem deutschen Künstempsinden und Kunstöedürfnis einge- lößt. Tie schlichten Kunstideale der an materiellen Gütern armen ogenannten Biedermeierzeit wichen dem Bestreben, Haus unö Heim in die reicheren Formen älterer Stilperioden zu kleiden. Bald wurden der künstlerischen Schöpfungskraft die Schranken der Ueberlieferung zu enp. Hm Künstgewerbe setzte die neuzeic- lichc Belvegung ein, die in einer vernünftigen Uebereinftimmung der ästhetischen Form mit der Zweckbestimmung jedes Gegenstandes ihre vornehmlickze Ausgabe erblickt. Diese in ihren Anfängen viel bekrittelte und belächelte Refvrmbestrebung mit ganzer Kraft, be- tr.ächtlicheri Opfern und. dem klaren .Blick des. Kunstverständigen KW bärtig iauseJ SÄ 's Wei8e| Telephon Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 35. Mar 1908 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für GÄerheffen "..'SM Ä9 wu 2. Qual 68—70 Mk., 3. Qual. 58—60111 f.; Bullen I.Qual. 03 bis 66 Mk., 2. Qual. 18—60 Mk.; Kühe I.Qual. 72—74 Alk., 2. Quak 62—64 Bik., 3. Qual. 42-44 Mk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00-00Pik. Kälber: 1. Qual.98-100 Psg., Lebendgewicht 08-6O Vs., 2. Qual. 84—90 Pfg., Lebendgewicht 48—53 Pfg., Schlacht gewicht 70—75 Pfg. Schafe: 1. Qnat. 82—00, 2. Qual. 74—<0 'psg-, 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 63—64 Pfg., Lebdgew. 49,5-50,0 Pfg., 2. Qu. 62-00,0 Pfg., Lebeudgew. 49—09,0 Pfg-, 3. Qual. 52-56 Pfg. Lebeudgew. 00 P'g, Gesthäft bet Hornvieh gut, kein Ueberstand. - ie. Frankfurt a. M.', 4. Mai. (Crig.-^elcgr. des „Gießen Am.") 2lmüitl)e 9lolteiunqen der heutigen Frucht mark tpreiie 2£erteil Mk. 22.00-00.00, Kurhefsischer Mk. 22.00—00.00, La Plata Pik. 23.75—24.25, Kansas Mk. 7.00—00.00, Roggen tthiel'geü Pik. 20.50-20.75 Gerste (Wettermier) MC. 20.75—21.75, »yranteii' feldcr Mk. 21/5—22.75, Hafer 16.75-17.50, Mais Mk. 16.00-16.52. Weizenmehl Mk. 31.50-32.00, 00-00, 2. Qualität M. 30.W bis Pik. 31.00, 3. Qualität Mk. 29.00-29.50, Roygeuinehl 0 Pik. 29.75-30.00,1.Qualität Pik. 28.75—29.00, Weizeukleie Mk. 11.5» bis Mk. 11.50, Roggenlleie Pik. 13.75-13.00, Maiskenne Mk. 16.00 dis Aik. 13.25, Frauken, Pfälzer, Ried Pik.60.00-00.00. Alles pei 100 Kg. ab hier.________________________ Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche 'Witterung für Hessen am Dienstag, de, 26. Piai: Langsam ausheilenid. Wärmer. Grsginal-Deahtmeldringen. Wiesbaden, 25 Mai. Der Landtagsabg. Dr. 2o- tichius ist gestern in St. Goarshausen gestorben. Er wurdi 61 Jahre alt. S t n t g a r t, 25. Mai. F ü r st K a r l von U r 0 d) hat ui Vorsitz im Württ. Laudesverbaud des deutschen Flotlenoerm - nicqergelegt, da er wegen hänsiger Abwesenheit im Auslanoe der Führung der Geschäfte gehindert ist. . Heckfeld (Baden), 2ö. Piai. Am Samstag wollte e - Maurermeister ein Haus hebe u. Infolge des nicht exakten^ jainnienarbeiteris der Hebel geriet das Haus in eine schiele und stürzte zusammen. Vier Arbeiter würben - die fallenden Trümmer getötet und sieben schwer v letzt. Ter Maurermeister wurde verhaltet. . ,, Petersburg, 25. Mai. Das Militärgertch verhandelte gegen 11 Mitglieder der Kampforganisatiou oe: Sozialrevolutionäre, denen zahlreiche Verbrechen, u. a. ‘ Ermordung des Generalprokurators Pawlow und o» Obersten Iwanow, zur Last gelegt waren. Das Gert )• verurteilte 4 zum Tode durch den Strang, 4 zur W» länglichen Zwangsarbeit und 2 zur Insiedlung;, einer )vu 1 srejgesMKey. GerichtssaaL. R.-B. Darmstadt, 25. Mai. (Tel.) In der G r e b e'schen U u t e r s ch l a g u n g s -- A f s ä r e zu Offenbach kam heute vor der Strafkammer der zweite Fall zur Verhandlung. Angeklagt ist der Schreibgehilfe Karl Amberg in Offenbach. Er ist des Diebstahls von im ganzen 2047 Pik. beschuldigt, die er sich iu den Jahren 1906 und 1907 durch fortgesetzte Entwendungen aus der amtlichen Kasse des Steuererhebers Karl Grebe aneignete. Ter Angeklagte hat die Diebstähle eingestanden. Der Staatsanwalt beantragte 2 Jahre Gesängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Das Urteil lautete auf ein Jahr und drei Monate Gefängnis, abzüglich 3 Monate für die erlittene Untersuchungshaft, und 5 Jahre Ehrverlust. tonten um Zulassung bei den Amtsgerichten wird dorn Antrag Ausschusses gemäß für erledigt erklärt. Die drei Anträge Abgg. Dr. Adelung, Osann und Damm, bezüglich Nachträge zum Hauptvoranschlag beschließt das Haus von Tagesordnung abzusetzen. Betriebsordnung ist durch tiefe Vorschriften Genüge geleistet. Im übrigen sind nach den Bestimmungen der Eisenbalm-Bau- und Betriebs-Ordnung in Verbindung mit Art. 7 Ms. 3 des Gemein- chaftSvertrags mit Preußen die Organe der Gemeinschastsver- roaltung zuständig, zu bestimmen, inwieweit die Wegübergänge auf Nebenbahnen mit Schranken zu versehen sind. Auf Antrag Breidenbach wird die Besprechung der Anfrage bis nach Drucklegung der Regierungsantwort znrückgestellt. Bezüglich der Anfrage des Abg. Hirschel, inbetreff des Neubaus des Perso nc n-u nd Güt er b a h n h 0 fs in Fried- b er g erklärt Herr Finanzminister Gnauth, der Umbau des Per- 'onenbahnhofs in Friedberg sei bereits vorbereitet und werde demnächst erfolgen. Bezüglich der Erweiterung des Güterbahn- lwfs erinnere er daran, daß bereits im Staatsvoranschlag für 1908 eine Nachtragsforderung eingestellt worden fei. Die Regierung hoffe, daß alle Wünsche Friedbergs in dieser Richtung eine befriedigende Lösung finden werden. Die Besprechung dieser Interpellation wird wegen Nichtanwesenheit des aiifragenden Abgeordneten auf später vertagt. Auf Anregung des Abg. Dr. Osann wird daraus in Rücksicht auf die um 11 Uhr stattfindende Eröffnung der hessischen Landesausstellung die Weiterberatung abgebrochen. Nächste Sitzung Dienstag vormittag 10 Uhr.______________ Ans StaOt nnd Land. Gießen, 25. Mai 1908. •• Ein Bahn«nfall. Infolge des heftigen Negen- wetters ist heute morgen zwischen Gavbenteich und Lich an einer aufgefüllten Stelle der Bahndamm gesunken. Nachdem bereits in der Frühe zwei Güterzüge die Stelle passiert hatten, senkte sich bei der Ueberfahrt des ersten Personenzuges der Bahnkörper um etwa 1/2 Meter, so daß der Tender und zwei Wagen aus dem Geseife kamen. Verletzt wurde niemand. Der Frühvcrkehr wurde durch Umftcigeii aufrecht erhalten. Ein von Gießen abgclassenor Hilfszug brachte die entgleisten Wagen und den Bahnkörper wieder soweit in Ordnung, daß die gegen 9 Uhr fälligen Personenzüge mit Verspätung wieder passieren konnten. Die Beschaffenheit des Bahnuntcrgrundcs zwischen Garbentcich und Lich hat bei nassem Wetter schon wiederholt zu Betriebsstörungen Veranlassung gegeben. ** Verhaftet. Der vor einigen Tagen beim Transport entsprungene Arrestant Zimmermann wurde gestern wieder ergriffen. Er hat sich die Zeit im Walde aufgehalten, der anhaltende Regen trieb ihn aber gestern doch in die Stadt und er wurde verhaftet. — Festgenornrnen wurde erncr ein von der Staatsanwaltschaft Vartcnstein steck- )rieflich verfolgter Arbeiter, sowie ein Frauensperson von auswärts wegen Urkundenfälfchung und Betrugs. Postbcförderungsgclegcnhcitcn. In dem Artikel hierüber in der SonntagSnumrncr muß cs in der Einleitung heißen: () Benutzung nur an Werktagen (nicht an Sonntagen). Die Schlitz er Fehde. Die Fehde zwischen dem Grasen von Schlitz, gen. von Görtz mit der Stadtgenicindc Schlitz ist n. d. „Bcrl. N. N." infolge der Vermittelung der Großh. Negierung bei gelegt worden. 9iach Vollziehung unwichtiger Formalitäten wird der frühere Zustand zwischen dem Grafen und der Gemeinde wieder hergestellt werden. = Klein-Linden, 25. Mai. Der Wctternu- Lahngau-Sängerbund veranstaltete am gestrigen Sonntag im Saale „Zur deutschen Eiche" unter Leitung seines Bundes-Chormeisters, Musiklehrer Gernhardt- Gießen, eine Probe seiner diesjährigen B u n d c s ch ö r e. Es war eine stattliche Zahl Sänger, die sich trotz bei- ungünstigen Witterung zusammengefunden hatte, um in Massen- unb Einzelchören eine Probe bei* in beit einzelnen Vereinen cingeübtett Gesänge abzulegen. Nach einer kurzen Begrüßung burch bett Bunbesvorsitzenben, Lehrer Buß- Leihgestern erfreute ber Bunbeschor bie anwesenben Gäste burch Vortrag zweier vom vorjährigen Bunbesfest in Großen- Linden noch in guter Erinnerung stehenbcc Lieber: „Sol- batenliebe" von Groß unb „Mein Möbel hat einen Rosen- mund" (Hess. Volkslied). Neu einstubiert waren von beit einzelnen Vereinen für bieses Jahr „Brüber reicht bie Hanb zum Bunbe" von Mozart unb „Wer hat bich du schöner Wald" von Mendelssohn. Wenn man berücksichtigt, wie schwierig es ist, die von den einzelnen Vereinen eingeübten Gesänge als Massenchor zu singen, so muß mau sowohl den Sängern wie auch deu Dirigenten der einzelnen Vereine, nicht' zuletzt aber dem Bundeschormeister für bie gestrigen Leistungen volle Anerkennung zollen. Auch bie von bem Gesangverein „Liebertafel"-Lollar, sowie von einem Garben- teicher Gesangverein vorgetragenen Einzelchöre sanben reichen Beifall. Bei Erlebigung ber geschäftlichen Angelegenheiten bes Bunbes entspann sich über beit Ort ber Abhaltung bes biesjährigen Bunbesfestes, bas in Form einer Sängerfahrt stattfinben soll, eine größere Diskussion. Obwohl ber Vorsitzenbe bie Abhaltung bes Festes auf Tertors Harbt bei Gießen warm befürwortete, unb zur Begrünbung anführte, baß bie vorhanbenen Räumlichkeiten auch bei ungünstiger Witterung bie Abhaltung bes Festes ermöglichten, baß außerbem auch ben Einwohnern von Gießen unb Umgegend Gelegenheit gegeben werben sollte, sich von ben Aufgaben bes Bunbes zu überzeugen, war ein Teil ber Anwesenheit ber Ansicht, baß bas Bunbesfest an bem Ort eines der einzelnen Bunbe.vereine abgehalten werben soll. Ta eine Einigung über u ,:t Punkt nicht erzielt werden konnte, wurde die Frage über Ort und Zeit der Abhaltung des diesjährigen Bundesfestes vertagt. [J Marburg, 24. Mai. Zim m erdi eb c stiegen nachts bei Studenten ein und nahmen diesen das Geld aus den vor den Betten liegenden Kleidern. 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