Kriegsflotte den Holländern doch in keiner Weise bet» Die heutige Nummer umsaht 18 Seiten. schildert hat. Karl NtiuraÜk lehen mit ihren Sympathien zum großen Teile mehr oder , minder offen auf der Seite der Qeinbe der Monarchie. Der Führer der Tschechen hat das ja jüngst selbst offen zugegeben. Die Ungarn wiederum streiten sich über die Form rer Angliederung der annektierten Provinzen. Neuerdings hört man mehrfach sagen, daß die endgültige Verständigung zwischen Oesterreich-Ungarn iuii> der Türkei auf der Grund- age zustande kommen werde, daß Oesterreich-Ungarn die Türkei für Bosnien und die Herzegowina finanziell ent- chädigen werde. Oesterreich-Ungarn soll bereit sein, 60 Millionen Kronen zu zahlen, während die Türkei einstweilen noch 100 Millionen verlangt. Wie dem nun auch ei, die Lage deS Frhrn. v. Aehrenthal ist zurzeit nichts veniger als angenehm, und dieser Tage hieß es schon, daß er wohl schwerlich lange im Amte bleiben würde. Auch die Stellung deS russischen Ministers I S w o l S k y ist nach wie vor schwierig. Er sucht einen vermittelnden Standpunkt in der Ballansrage einzunehmen, während die russischen Panslawisten ihn anscheinend zu Taren zu drängen suchen. Die einzelnen Parteien der Reichsduma und die Zeitungen führen ihm zu Gemüte, daß giußland als Vormacht und Beschützerin des Slawentums die Annexion BoSnienS und der Herzegowina nicht zugeden dürfe. Er, Iswolsky, müsse entweder zurücktreten oder seine Beziehungen zu Aehrenthal abbrcchen. Diesen ungestümen Drängern gegenüber hatte Iswolsky die einzige, übrigens recht vernünftige Antwort: „Ja, dann wollen sie also den Krieg." Dieses Argument halt denn allerdings auch seine Wirkung nicht verfehlt, man ist im Zarenreiche ruhiger geworden, und wie es scheint, ist infolgedessen auch bei den übrigen slawischen Valkanvölkern die Besonnenheit wieder einge- kehrt. Der Fürst Nikita von Montenegro läßt sogar im montenegrinischen AmtSblatte erklären, daß er keine kriegerischen Absichten hege und ein Freund des Kaisers von Oesterreich sei. Aehnliche Gedanken, wie dem Frhrn. v. Aehrenthal und dem russischen Minister Iswolsky mögen jetzt auch dem bisher so allmächtigen Diktator Venezuelas, dem jetzt in Berlin weilenden Castro, gekommen sein, als er von der Revolution hörte, die infolge des Vorgehens der Holländer in Venezuela ausgebrochen ist. Das bemerkenswerteste ist es eben, daß die Demonstrationen sich nicht gegen die feindlichen Holländer richten, die Venezuelas Kriegsflotte gekapert hat, sondern gegen Castro. Castro selbst leugnet die Revolution in Venezuela und leugnet sogar, daß die monatlich 75 "31., oieriel« jährlich SIL JL20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pt.; durch viePost Mk.S.— otertel* fährt ausjchl. Bestell-. ßedenpreiS: lokal ldüt. ausroart» 30 Mennig, Verantwortlich für öen puhnfeben Teil, für .Feuilleton* und -Vermischtes": Ernst Anderton. Tür «Stadt n Vanb* und.Gerichtskommen. ..... - In der Türkei ist ein geschichtlich denkwürdiges Ereignis zu verzeichnen, die Eröffnung deS Parlaments. Der Sultan hat dem Volke den Willen getan und ist bei der Eröffnung zugegen gewesen, aber zu einem erneuten, feierlichen Eide auf die Verfassung, wi?e sie vom Parlament gefordert wurde, hat er sich doch nicht verlanden. Die Abgeordneten haben ihre Mißstimmung hierüber nur schlecht verhehlen können, und der Eid, den sia elbst nach Eröffnung des Parlaments geleistet haben, gibt reutlich Zeugnis hiervon. Es ist tim Eid mit Vorbehalt: „Ich schwöre, solange der Sultan, der geschworen hat, die Verfassung zu respektieren, an der Verfassungsurkunde festzuhalten, von der Treue nicht zu weichen, treu zu sein den Vorschriften der Verfassung, mein mir aufgetragenes Amt und mich vor allem Gegenteiligen fern zu halten." Man sieht, die Türken, die man so lange über die Achsel angesehen hat, wissen, was sie wollen. Neben allen diesen Fragen der auswärtigen Politik die uns nur sehr indirekt angehen, beansprucht der neuester Vorfall in der französischen Fremdenlegion doch besonderes Interesse. Ein halbes Hundert französischer Fremdenlegionäre deutscher Nationalität hat, der furchtbaren Drangsalierungen müde, denen sie von ihren französischen Vorgesetzten ausgesetzt sind, gemeutert Die Meuterer, die alles daran gesetzt hatten, frei zu kommen, die älleÄ gewagt hatten, um den in einer unüberlegten Stunde abgeschlossenen Vertrag zu brechen, sind inzwischen wieder gefangen worden und sehen ihrer strengsten Bestrafung entgegen. Wir haben begreifliche Sympathie für sie, uitbi ihr in bitterernster Stunde ausgerusenes: „ES lebe Deutschland" schneidet einem ins Herz. Aber helfen können wir ihnen nicht, denn sie selbst sind eS ja gewesen, die Uirzu^ träglichkeiten in der Heimat entlaufen sind, um noch tausendfältig schlimmere Unzuträglichkeiten in der Fremde auf sich zu laden. Gewisse französische Kreise benutzen nun diesen Vorfall, um weidlich auf das Deutsche Reich zu schimpfen, als wenn wir Desertionsbureaus in Afrika unterhielten um die unglücklichen Deutschen, die in die Fremdenlegion geraten sind, aufsässig zu machen. Ein solcher Vorwurf läßt sich natürlich nicht aufrecht erhalten, und es ist nur • Böswilligkeit, die uns nachsagt, wir hätten die in der fran- • zösischen Fremdenlegion dienenden Deutschen aufgestachelt, ; Ungesetzlichkeiten zu begehen. Der neueste Vorfall von Mew» - tciei in der Fremdenlegion ist allerdings geeignet, die Aufmerksamkeit der Reichsregierung auf diesen dunklen Punkt zu richten, und es ersteht uns die unabweisliche Pflicht, mehr zu tun, als bisher, um junge, unerfahrene Deutsche vor dem Eintritt in die Fremdenlegion zu warnen. Neuerdings mehren sich in Frankreich selbst die Stimmen, die eine Aufhebung dieser Institution oder doch wenigstens ihre Abänderung verlangen.E. A. jpolitijdje Wochenschau. Gießen, 19. Dezember. Wenige Tag«, nachdem der deutsche Reichstag und das preußische Abgeordnetenhaus in die Weihnachtsferien gegangen sind, ist jetzt der hessische Landtag eröffnet worden. ES galt die Formalitäten der neuen Session zu erfüllen und den Boden für die großen gefetzgeberischen Arbeiten vorzubereiten, die gleich nach dem Feste in Angriff genommen werden müsse». Da die Zusammensetzung der Zweiten Kammer nun im großen mrd ganzen unverändert geblieben ist, hat die Präsidentenwahl auch keine großen lUebervaschungen gebracht. Der bisherige Präsident, Ge- heimvat Haas, wurde wiedergewählt und nur der L Vizepräsident Köhler-LangSdors hat Herrn Korell weichen müssen. Daß der «bg. Köhler-LangSdorf auztz. der ©r- bssnungSsitzung serngeblieben ist, fiel auf, aber man wußte, daß Verstimmungen im eigenen Parteilager die Haupt- ßrrsache gewesen finb. Die schon lange bestehenden Unstimmigkeiten im Bauernbunde haben eine KrisiS gezeitigt, die jetzt mit einer Spaltung der Partei geendet hat. Tie Thronrede, mit der der 84. Landtag eröffnet wurde, zählt die vielen bedeutungsvollen Arbeiten auf, die den Landtag in der neuen Session beschäftigen sollen. Von besonderem Interesse ist die Erwähnung der neuen Wahlrechtsvorlago und bei Reichsfinanzreform. Bezüglich der Wahlrechtsvorlage wurden in der Zweiten Kammer denn auch sofort die erforderlichen Schritte getan, um die von der Regü> ruchng geforderten Voraussetzungen für die Einbringung der neuen Wahlvorlage zu schaffen. Die Ungewißheit über die Finanzlage im Reiche, die natürlich auch aus die einzelnen Bnridesstaaten nicht ohne Einfluß bleibt und die Ungunst der allgemeinen Wirtschaftslage machen die größte Zurückhaltung in allen Fragen der finanziellen Leistungen des Landes notwendig. Das sind gerade keine erfreulichen Aussichten für unsere hessisck)en Lehrer, Beamten und deren Hinterbliebenen, aber man braucht doch noch nicht die Hoffnung aufzugeben, daß sich die Lage wieder günstiger gestalten wird, sobald sich die oerschiedenen wichtigen Fragen der Reichs- und Landespolitik geklärt haben. Geistesblitz loszulassen, der die ganze Lage im Nu erhellt. — Menschen sind anders, und so versagt Sudermanns im eigentlichen Ungeklärt ist ncrch wie vor auch die B a l k a n f r a g e. Oesterreich-Ungarn hat es trotz weitgehendem Ent- gegentommen gegen die Türkei noch nicht erreicht, daß der Boykott deS österreichischen Handels aus dem Balkan eingestellt wird. Es heißt ja, daß zwischen Rußland und Oesterreich schon eine gewisse Verständigung über die Ballanfrage erzielt worden sei und daß die friedliche Verständigung mit der Türkei als sicher zu erwarten wäre. Die größten Schwierigkeiten scheinen aber dem Leiter der österreichischen Politik, dem Frhrn. V. Aehrenthal, im eigenen Lande zu erwachsen. Die slawischen Völker Oesterreichs Holländer 3 venezolanische Kriegsschiffe gekapert haben; er wird sich wohl auch nicht viel Sorgen um den Krie g machen, den sein Stellvertreter in den venezolanischen Re- gierungsgeschästen Holland erklärt hat. Dieser Krieg wird jedenfalls nur auf dem Papier stehen bleiben, denn die Holländer werden schwerlich daran denken, Truppen in Venezuela zu landen, und die Venezulaner wiederum können ohne tucnu ausgezeichnet hm. . Reicher wie die süddeutsche Dichtung bic)&» Jahres, aber poetisch nicht so gehaltvoll ist, wie ich ja schon erwälM habe, die norddeutsche Literatur. Da ist D a ß hoheLie d von Sudermann. der erste neue Roman des Dichters nach fall liialjrigcr Pause, der in den wenigen Woä)en seit seinem Erichcmen schon m 32 bOJ ..... en v:iiauit ist. iyut diesen urpng üinn bie itritu nichts, denn wenn man auch unumwunden anerkennen muß, daß es vielleicht der beste Unterhaltungsroman des letzten Jahrzehntes ist, ein echtes, rechtes Dichterwert ist es nicht. Wohl embült es eure Fülle prächtiger Landschaslsichicherungen und ausgezeichneter &-)o- ratteriftiien: aber sind das Menschen? Vvllbuttmenfchen? Es mag ja solche Mcnscten mit voltausgewachsenem, tierischem üebims- kern wie >ie ja Sudermanns Lieblingsgestalten sind, in der berliner Lebewelt geben, ich weiß es nicht, aber sie reden saft alle im glanzenoen F-euiUetoustit; immer stcher, immer bereu, einen nicht geringe Dicker traft, saft regeunußig Dann, wann er am 11 tiefsten wirken möchte. , .. t r „ , c Der Inhalt des umfangreichen, geistvoll und fesselnd ge- 1 sckrieoenen Werkes, oas uei iwua ersch.eu, Nickst neu. Es i|t । lm Grunde ein zweites Tageouch einer Verlorenen, wie O m p t - oas hinreißende, aber windschiefe Minne es auch ist; die Geschichte eines Mädchens, das nach und nach immer _ tiefer sinkt. Mit einem Zusammenbruch beginnt das Buch, wie fast alle Werke des Dichters, und bad einzige, was sich die junge Lilly rettet, ist der ?totensatz des hohen Liedes, eine Tondichtung ihres Vaters. Und das hol>e Lied ist zugleich das Symbol ihrer inneren Reinheit, ihr Trost und ihre Stütze. Erst als sie, die Dirne mit der keuschen Seele die Handschrift anstatt sich ins Wasser wirst, ist ihre Seele nach Sudermann — verloren. Und rote wunderbar rein war Lilly vorher geblieben. Als Gattin des viehisch geilen Obersten, als Freundin eines verabschiedeten Osjiziers, der späterhin durch einen Leutnant d. R. und bann durch ein „Genie" ersetzt wird. Sie bleibt rein. Schließlich heiratet sie der Leutnant d. R. und Lilly ist noch immer rein — und nebenbei auch 25 Jahre alt. Und dann? — Dann ist das Buch aus Seite 635 zu Ende. — Ohne Notwendigkeit, aber es ist io. Eine gute Dichtung ist daS nicht, aber doch ein guter, tüchtiger Dioman, wie nur selten einer geschrieben wird. Und auch ein Külturbild von starker und blendender Wirkung. — Schade um Sudermann, der noch immer nia>t loeiß, wo er als Dichter am sichersten und innerlichsten ist. . , Auf ähnlichen lüxgen ww Sudermann wandelt hier, tote lajon beiläufig bemerkt, von Ompteda in feiner bei Fleischet erschienenen Minne. Auch hier ein Weib, das von Stufe zu Stufe sinkt, aber nur, weil sich lein Mann findet, der diese Wedekindscte „Uulu" zu bändigen vermag. Der Gatte ein „gutmütiger diiese", uer eiste i^cviie ein iio.tir Offizier, den sie ganz zermürbt — und der, der sie bändigen könnte, bas „Genie", wirst sie trotz all ihres Winselns nach kurzem Rausch von sich weg wie eine verwelkte Blume. Da reißt sie sich bie paar grauen Haare aus und geht stolz und aufrecht auf die Straße... All die Vorzüge, die Umpteixi5 ^erzeioide ausseumiei, finden sich zum Teil auch hier, aber alles in allem genommen ist es nur ein allerdings höa st s-aiuieuo g-ewdcvcnci ruijmiger unteiljaituugsroman, der anfangs zwar seelisch vertieft ist. Dann aber verflacht und mit billigen Mittelchen, wie alte Sättel, vergebene Schirme und ähn- lici-es, iuioten uiu> ivjt, ms jj >.s nur eines Luzeumeisters verblüffende Stückchen wären. Tiefer angelangt, aber in feiner Gesamtheit nicht gelungen ist Jo>ef Lauffs bei Grothe er» icbiencner Roman S a n l t A n n e, der ebenfalls villfach rührselig ist. Auch gemacht ist er stellenweiie, nicht durchlebt, und doch ist . der Grundgedanie des Wertes ein ütensjähiger Metin, bet nur nicht den richtigen Nährboden gefunden hat. Hans Behrend hat die U-’iarie einmal geliebt, vor langen Jahren — nur ein Restcten glut- ■ voller Liebe lebt kümmerlich in ihm; wie eine versclfwetende Kerze, i Ta er nun bürt, daß bas Weib, bas er mir wackren Sinnen einmal ■ liebte, einen anderen genommen hat, da wird das winzige Fünkchen - wieder zur loternben Flamme — und da er vor fich und der ■ ganzen Welt nach Capri flüchtet, trifft er — „natur- i lich" — die Geliebte. Südliche Slerncnnacht leuchtet ihrer Liebe, auer sie ftno veide zn schwach, Menschen a. D. könnte man sagen, Menscten, bie keinen Mut unb keinen Willen mehr haben —, Menschen, die nicht mehr bie Kraft haben, sich ifrce Paradiesäpfel selbst zu pflücken. Er flüchtet wieder nach dem Norden und sie sucht Ruhe und Vergessen in den weichen Wellen, des GolfiS von 'JceapCt. l'Luü) Der verrat an ihrem Gatten hatte ie in den Tod getrieben — unb doch war sie, ohne ihr Wissen, nie sein Weib gewesen, nur seine Gattin. Das Weib, dem sein Herz leidenschaftlich entgegen)cplim, das war Anna in Sankt Anne ter Muiden, bie mit vollen Sinnen die Liebe bes lebendigen Mannes empfing. Nun sie sich schuldig fühlt an dem Tode seiner Frau, wendet sie sich von ihm ab, und — „natürlich" — dem armen Hans Behrend zu, denn sie „mußte" ihn'lieben, wie Holz- amers scpwaüie ucvcrmtnicoen sch) in «einen F^aueuromanen lieben „müssen". Aber Heiking läßt sich nicht abschütteln, er hat die straft, sich fein älteres meast ivieoer zu erobern und fo geht .Hans Behrend doch an seinem Freund zugrunde. Das ist die Jabel des Buches, das voll ist von inneren und innerlichen Wider- Sprüchen unb auch die aus den vier „Menschen" zusammenge- rechnete Gleichung stimmt nickst, denn wenn sich die (Ritten nicht lieben, können sich auch wohl kaum ihre Gegensätze lieben, aber ohne diese UnmugiiiyteLt uwre der bumian unmöglich gewesen, unb so ist dieses Derk zugleich der erschütternd«? Beweis dafür, daß der Dichter für feine eigene Erfindung nicht reif gewesen ist. Trotzdem ,’ivcifle ich nicht daran, daß das Buch einen großen Erfolg haben wird, denn es hat trotz allem echte Dichterkraft in sich! Ehrlich verdient hätte den großen Erfolg Gabriele Reuters bei S. Fijck)cr erschienener Roman Das Tränenhaus, wo uns die Verfasserin mit wohl tuender und doch maiichmal quälender Ofienhett m ein armiL-iigey .»aus fuhrt, iw teaige Welver der sckstverfknr Stunde ihres jungen Lebens entgegengehen, für zarte Nerven vielleicht etwas allzu deutlich, im innersten Grunde aber ehrlich und offen, finb die schmerzlichen Kämpfe der armen Mädchen geschildert, denen die alte, widerliche „Helferin" „unter Verschwiegenheit" eine qualvolle, wucherische Unterkunft gewährt hat. Die verschiedenen Gestalten von der großen Mnstlerin bis zur feilen Dirne der Straße find ausgezeichnet beobachtet und voll und lebendig wiedergegeben. Ohne in einen lehrhaften Ton zu verfallen, ist das Buch an seinem Teil beizutragen geeignet, diesen Fleck auf unserer heutigen Ehre wegzutoaschen. Gewandt, flott und frisch wie immer gibt sich Fedor von Zabeltitz in seinem Jloman „Eva, wo bist du?, der bei Engelhorn erschienen i|L Es ist die Geschichte eines Mädchens in dem Alter, da die Augen noch keck unb unbefangen sind, wo rote Wangen noch in köstlicher Frische strahlen. Unb über ihre fröhlichen Studentenjahre hinaus oehäl't sie ihren kecken Mut, cen sie auch als Schriftstellerin unb ipater als liebevolle, warmherzige Gattin nicht einbü&t. Im U lauterten geschrieben, entbehrt das Buch doch nicht der Vertiefung, oofchon es eben nur guter Unterhaltungsstvff ist. Aber es macht ja auch keine größeren Ansprüche. ^um Schluß wül ich diesmal noch auf Das Buch von PeterundFann von Manuel Schnitzer aufinerfiani machen, oos in dem Concordia Vermag erschienen ist und in voller Frbhiich- fceit und humorvoller Weisyeit voii ben beiden ctintern des Pürgens erzahit, Uaä ^ü)niv.r in Käte unb ich so ergötzlich ge- —BW—CM—I W ■ II— ■■■! H——I Hl 1,111 I IM Bücher für den weihnachLrlisch. UL Von beteutsamen Büchern hessischer Schriftsteller ist noch die Lebensgefchichtc Sckstllers von Karl Berger, deren zweiter Band kürzlich bei C. H. Beck in München erschienen ist, mit besonderer Betonung zu erwähnen. Ter Verfasser hat es ausgezeichnet verstanden, fich die ganze ausgedehnte Literatur dienstvar zu machen, ohne daß sich die gelehrten Hülfsinittel unliebsam hervordrängten oder die geidliige, flüssige Darstellung belasteten und für den Laien ungenießbar machten. Tas ist vielleicht das beteutsamite Verdienste dieser neuen Lebensgeschichte des erhabenen Dichters und Denkers, daß sie aus wissensck>asllichcn Grundlagen aufgebaut ist unb boch hauptsächlich für den Literaturjreund geschrieben erscheint, intern sie nahezu alles vermeidet, was den reinen Genuß her Lesung stören konnte. Der erste Band, der im Scknllerjahre 1905 erschienen ist und tem Verfasser teu Ehrendoktor terLudo- Diciaua verdiente, ia-wß mit ter Aufteilung . Schillers in Jena: der zweite enthält zuerst ein lebendig gezeichnetes Kulturbild der kleinen thüringischen Universitätsstadt, dann tue ^ahre ter Reife, da sich der feuertrunkcne Dichter in ter Gedankenwelt Kants zmn felbständigen Philosophen entwickelt, bie seltene Freunte schäft mit Goethe, unb Die feinen, schwerwiegenten Beziehungen die zwischen Schillers Denken unb Dichten testeten, find mit Karen nnb llngen Augen gesehen und bargestellt. — So tU denn dieses Buch allen Zweiflern zum Trotz vollendet worden, unb wenn die Schillerbiographien von Mmor, Brahm u. a. Bruchstücke geblieben find, so ist es um so freudiger anzuerkennen, baß Berger das gewaltige Werk in harter Arbeit vollendet hat, wirklich vvllcnoet, uno daß wir letzt iioer eine Lemnisgefa-ichtc ^Hillers verfügen, die ein ^ierkstein ist in deittscher Gelehrtenartett und eine Vollendung zugleich. Von den übrigen Hessen wäre außer dem vollblütigen Wiltelm Wa 11 o! h dessen beite neuesten Romane I ni Schatten des Todes und Der neue ö e i £ Qn b mir iwch nicht zur Besprechung zugegangeii sind, der an,pruchslose Roman „D a s T h e a t e r k i n d" von I. CH. R u ck e r , ter bei D. Singer iti ^traijuurg erschienen i|t, pivt z.i cnoupiun. viiajt t»U sich das Buch durch weltbewegende Gedanken oder durch eine besondere Fabel auszeichnete, aber was ter Verfasser zu lagen roeiß, das gibt er mit einer anbeinielitten, liebenswürdigen Schlichtheit und ^nnigkett, die schon sein Büch Mit dem Tornister wohl- Nr. 29» Erstes Blatt 188. Jahrgang Samstag 19. Dezember 1808 Ter Otetzenri Hnjelget -mujiij a A. A O rlcbctni täglich, aufeet JQgcy ö V WGießener Anzel General-Anzeiger für Oberhessen füt Die Tagesnuminer Botafloiufm« tntb Verlag der vrühllche» Vnlv.-Vuch^ and SttinOrauertl R. lange. Redattio«, ärpcöltton und Druderd: SchulUratze 1- Anzeigenteil P Beck. bis oormiltags 10 Uhr. ’ MM ötag, ben 19. b. LU adeubs 8 Ubr, n »Jelieiikelleck AircherrPlatz 9. interressanteWanderih 7^soiv»ilicd.8cti^ MM h6 g W- -M N-pr®^ ^La is stadttheate Giessen. IM, benÄ*®1119 Anfaog b Uhr. . ItNt! . u M«5 HSfK« öden mit StiflungM ISnnen nur gegen Äart cn, bei beit ionianW’W it zuhLdeuftüd, WW Tn Vofila>b Sassen Will» Pldha 20. e| ä^tt i^; 1,6 München, oiaj "UMS Tietzen. rscherung «ud!anz ’rfos), abends 8 lh, :in8, Tlrmsltagk 3. ! sich an der rauf- den Belmg von m» >frm Kaufmann Dali, L 9)116. einzuzahlrn. euee politifcbc Lagesschau. Folgen der Kaisers Interviews. Die üblen Folgen der Veröffentlichung des Kaiser- Interviews im Daily-Telegraph zeigen sich noch immer. Die Maschinenfabrik in Ettlingen mußte einer großen Anzahl Arbeiter kündigen. Als Grund gilt, daß ein bedeutender Auftrag der holländischen Regierung, man spricht von 60 Lokomotiven, zurückgezogen wurde. Die Veranlassung hierzu ist nicht bekannt. Cs gilt aber als feststehend, daß mehrere holländische Handelshäuser größere Aufträge bei anderen deutschen Fabriken unter Hinweis auf das Kaiser- Znterview im Daily Telegraph zurückgezogen haben. » Kündigungen ans der Zeche Radbod. ZnBergarbeiterkreisen wird lebhaft besprochen, daß 122 Bergleute auf der Zeche Radbod die Kündigung erhalten haben. Unter ihnen beftnden sich zwei von den Geretteten sowie mehrere Bergleute, die sich ganz hervorragend an den Rettungsarbeiten beteiligten, ferner auch der Bergmann Lewandowsky, der zur Deputation der Knappen gehörte, die dem Prinzen Eitel Friedrich ihre Wünsche wegen Arbeiterschutz vortrugen. Wir geben obige Nachricht mit aller Reserve wieder; sie erscheint uns so unglaublich. Siu seltsamer Vorsatz wird dem „Morning Seotier" aus Lissabon gemeldet. In den Hafen von Maeao fuhren zwei chinesische Kanonenboote ein, ohne die portugiesische Herrschaft anzuerkennen. Der iportugiesische Gouverneur ließ sie durch Sitznale verständigen, sie möchten den Hafen wieder verlassen, sonst würde er sie zum Sinken bringen lassen. In Erwiderung der Drohung eröffneten die beiden chinesischen Kanonen- boote das Feuer auf die portugiesische Befestigung. Weitere; Einzelheiten über den sonderbare» Vorfall fehlen noch. Ausland. König Eduard hat an den Sultan anläßlich der Eröffnung des Parlaments ein .Glückwunschtelegramm gesandt. Der russische Reichsrat nahm einstimmig die aus der Duma eingegangene Gesetzesvorlage an, die den Finanzminister ermächtigt, eine Anleihe von 450 Mill. Rubel abzuschließen. Das englische Oberhaus hat das Gesetz über den Achtstundentag in den Bergwerken angenommen. Die Anerkennung Muley Hafids. Die Vertreter Frankreichs und Spaniens haben den Signatarmächten der Akte von Algeeiras eine gleichlautende Note über die Anerkennung Ntuley Hasids überreicht. Diese Note wird in Tanger den Vertretern des Machs en durch Vermittlung des Doyen des dip lonra tisch en Korps überreicht werden. Wie aus Französisch-Kongo berichtet wird, hat ein Kampf ztoischen Eingeborenen und einer französischen Kolonne unter dem Befehl des Hauptmanns Prokas im mittleren Ubanghi- Gebiet stattgefunden. Die ftanzösischen Truppen waren siegreich, obgleich, sie, 15 Tote und 20 Verwundete zu beklagen hatten. Die Vertreter der Ansichtskartenindustrie tu den Vereinigten Staaten von Nordamerika verlangen von der Tarif ko mmission eine erhebliche Zollerhöhung, um der deutschen Konkurrenz zu begegnen. Aus Stadt und Land. Gießen, 19. Dezember 1908. **Tagcskalender. Stadtt Heater. Sonntag: Gastspiel des Theaters der „Urania"-Berlin. Nachmittags 8i/3 Uhr: 3m Lande der Miller nadMonne; abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Reviera. Kolosseum. Samstag und Sonntag: Gastspiel des timen Theaters Ätünsien^Frankfurt mit Mary Irbcr. Kinematographenthcatcr. Programmwechsel. Kaiserpanorama. ProgramnuveMel. Savoyen und Montblanc-Besteigung. Aulagcmufik (nur bei günstiger Witterung) um W/3 Uhr in der Süd-Anlage. Spiclplan: 1) Ouvertüre zur Oper „Wenn ich König wär" von Adam; 2) Lysistratra-Walzer von Linke; 3) Krönungsmarsch a. ix Oper „Tie Folkunger" von Kretschmer: 4) Armeemarsch Nr. 10. « •• Die Grunderwerbskosten für die Bahn Lollar —Londorf. Der Krcisausschuß des Kreises Friedberg verkündete heute vormittag das Urteil in Sachen des Geländecrwcrbs für die Bahn Lollar—Londorf dahin, daß dieStadtGießen 45,59 Proz. dieser Kosten zu bezahlen habe. Nach einer Berechnung bedeutet dies eine Summe von annähernd 105 0 0 0 Mark. Die Begründung dieser Entscheidung, die jedenfalls lebhafte Kommentare Hervorrufen wird, liegt uns noch nicht vor. Aber auch ohne sie zu kennen, darf ausgesprochen werden, daß unser Nebenbahngesetz jedenfalls einer Abänderung bedarf, wenn die oberen Instanzen das Friedberger Urteil bestätigen. Wir müssen es für unrecht halten, daß auf Grund eines Gesetzes Gemeinden zu den Kosten von Bahnen herangezogen werden können, bei deren Bau sie überhaupt nicht gefragt wurden. LU. Landesuniversität. Herr Dv. Kurt Laubenheimer, 1. Assistent am hiesigen hygienischen In- stitut, der sich für das Fach der Hygiene und Bakteriologie an unserer Universität zu habilitieren toünscht, häll am Montag, 2L Dez. ds. Js., um 5 Uhr in der kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: Opsonine und Bakteriolysine. * * Pfarrpersonalien. S.K.H. der Großherzog haben dem 2. evang. Pfarrer zu Lampertheim Rud. Eckel die erste Pfarrftelle dort übertragen. • • Ord e nsauszeich n uu g. Der Großherzog haben dem Rechnungsrat H. L. Kröll zu Darmstadt aus Anlaß feines 50jährigen Dienstjubilämns das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Magna cum laude. Pfarrer Heep von Hochelheim hat vor der theolog. Fakultät unserer Universität das Licentiaten-Examen abgelegt und magna cum laude bestanden. •• AuL dem Militärwochenblatt, u. Siet!ein, Gen.-Major und Kommandeur der 50. Jnf.-Brigade (2. Großh. Hess.) mit der Führung der 19. Dtv., — v. Grumbkow, Oberst und Kommandeur des Gren.-RegtS. König Friedrich (2. Schles.) Nr. 11, mit der Führung der 50. Jnf.-Brigade (2. Großh. Hess.) beauftragt. — Lt. v. Hannecken im Leibgarde-Jnf.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, zum Ober- ieutnant befördert. — Kappes, Oberlt. im Jnf.-Regt. v. Lutzow (1. Rhein.) Nr. 25, zum Großh. Hess. Train-Bat. Nr. 18 vom 1. Ian. 1909 auf ein Jahr kommandiert. — Frhr. v. Nordeck zur Rabenau, Oberlt. im Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, von dem Kommando als Insp -Offizier an der Kriegsschule in Metz enthoben und gleichzeitig mit einem Patent vom 18. Noo. 1902 in das Jnf.-Regt. v. Horn (3. Rhein.) Nr. 29 versetzt. — Habicht, Lt. im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess) Nr. 118, der Abschied bewilligt. — Im Beurlaubtenstande: Die Unterärzte der Res.: Dr. Weckerling (Friedberg), Dr. Wallenstein (Mainz) zu Assistenzärzten befördert. Landwirtschaftskammer. Auf der TageSordnug deS LandwirtschaftSkammer-AußschusieS für Starkenburg, die am 15. Dezember in Darmstadt stattfand, stand auch die Neuwahl deS Vorsitzenden. Oekonomierat Walter-Leng- ield glaubte infolge gewisser Vorgänge bei der in diesem Herbst abgehaltenen LandtagSwahl (Wahlbezirk Dieburg- Groß-Umstadt) den Vorsitz im LandwirtschaftSkammer-AuS« schuß, nachdem er bereits als Vorsitzender deS Landwirtschaftlichen BezirksoereinS im LandwirtschastSkammer-Wahl- dezirk Groß-Umstadt zurückgetreten war, niederlegen zu müssen. Bei der nun am 15. d. M. in der LandwirtschaftSkammer- Ausschußsitzung vorgenommenen Neuwahl wurde Oekononie- rat Walter einstimmig wiedergewählt. — Gießener Freie Studentenschaft. Zu dem Vortrage von Prof. Pochhammer über daS Thema .Goethes Faust und Dantes Divina Comedia* hatte sich in dem Auditorium, daS der Rektor in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte, eine große Zuhörerschaft eingefunden. Redner betonte zuerst, daß er nicht als Fachgelehrter, sondern als Leser und zwar von deutschem Standpunkte aus spreche. An der Hand einer Zeichnung veranschaulichte er bann das gegenseitige Verhältnis der Ideen im Faust und in der Divina Comedia. Er wies nach, daß Goethe den Begriff der Lethe ebenso aufgefaßt habe wie Dante und daß beide von der antiken Vorstellung des Lethebegriffes abgewichen seien. Den Zwiespalt der zwei Seelen in FaustS Brust, von denen die eine ihn zu himmlischen Gefilden tragen, die andere aber zur Erde zurück» ziehen will, hat auch Dante schon empfunden: Die Gestalt des Vergil ist daS Symbol der menschlichen Vernunft und die der Beatrice das Symbol der unendlichen Sehnsucht nach der Gottheit. Goethe führt die ringende menschliche Seele hinauf bis zum Höchsten. Dante fühlt auch des Himmels Rahe, aber er wagt es nicht, seine Empfindungen zu schildern. 'Mit Hilfe mehrerer Tafeln erklärte darauf der Redner den Gedankengang in der Göttlichen Komödie. Am Schluffe gab Prof. Pochhammer einige Proben auS seiner Uebertragung der Comedia ins Deutsche. Einen besonders tiefen Eindruck machte dabei seine wunderbare Uebersetzung des Vaterunsers. Die Versammlung spendete dem Redner, der vollständig in seinem Stoffe ausging, für seinen vortrefflichen Vortrag reichen Beifall. ** Das Liebig-Laboratorium. Man schreibt uns:: „Wie Ihre Zeitung berichtet, ist der Ankauf der alten chirurgischen Mnik durch die Stadt beschlossene Sache. Es wäre wohl jetzt auch an der Zeit, einmal einen definitiven Beschluß zu fassen, daß das alteLiebig'sche Laboratorium als bleibendes Denkmal an diesen großen Meister vielleicht in der Gestalt eines Liebigs- Museum erhalten blieb. Gießen würde dadurch eine Sehenswürdigkeit erhalten, mit dem es in der Welt wohl einzig dastehen würde. Unb ist die Stadt, die dem Meister ein Denkmal errichtet hat, nicht verpflichtet, in pietätvollem Gedenken diese Geisteswerkstätte zu erhaltend •* Kunstverein. Die seit Sonntag im Turmhaus befindliche neue Ausstellung, in der die Kollektionen Peter Bayer-München unb Ernst Eimer-Karlsruhe sind, hatte am Sonntag und in der Woche einen regen Besuch aufzuweisen, was als Beweis gelten darf, daß die diesmalige Ausstellung wieder viel des Schönen aufroeift. Heute wurden wieder neu zur Ausstellung gebracht Werke von Hans Koberstein-Berlin, E. Vetter-München, A. Grüdering, z. Zt. in Rom, und W. Barthel-Gießen. Von dieser Ausstellung wurden verkauft und gingen in hiesigen Privatbesitz über ein Oelgemälde von E. Eimer-Karlsruhe »Begegnung«, drei Aquarelle von E. Proch-WorpSwede »Abend an ber (Stimme*, »Birke im Moor* und »Bei Worpswede*. Die Ausstellung ist morgen, Sonntag, von 11 bis 3 Uhr und an den Werk- tagen von 11 bis 1 Uhr geöffnet. ** Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Am 16. Dezemper fand anläßlich des 75- jährigen Bestehens eine Jubiläumssitzung und gleichzeitig Generalversammlung der Gesellschaft statt. Profeffor Henneberg gab zunächst eine kurze Darstellung ber Ent- wicklung ber Gesellschaft. Hernach sprach Privatdozent Ul ler über die Fortschritte und den gegenwärtigen Stand ber Funkentelegraphie. Redner gab eine gedrängte Darstellung der physikalischen Grundlagen der Wellentelegraphie und ging dann über zur Erklärung der Systeme von Marconi und Braun. Sodann wurden die Fortschritte bargelegt, die seit dem Jahre 1902, wo ber letzte Vortrag über dasselbe Thema stattgefunden hatte, auf diesem Gebiete zu verzeichnen sind: Die Errichtung von Großstationen, die Ueberbrückung des atlantischen OzcanS, die erfolgreichen Versuche, die Wellen hauptsächlich in bestimmter Richtung zu senden. Tafeln, Schaltungsschemata, Projektionen und Modelle unterstützten den Vortrag. Den Schluß bildete der Geschäftsbericht des Geh. Hofrat Haupt. ** Im oberhessischen Geschichtsverein sprachen am Donnerstag Pros. Dr. Haupt sehr fesselnd von den Erlebnissen eines hiesigen katholischen Geistlichen während der Reformationszeit und Prof. Dr. Schwally über die Geschichte der türkischen Verfassung, aus der recht viel inter» essante Zuge zu vermerken mären, wenn es un§ der Raum genattete, näher darauf einzugehen. In der sich anschließenden freien Aussprache machien Dr. Hepding und Alfred Bock fesselnde Mitteilungen über verschiedene Erlebnisse auS ihrem Aufenthalt m der Türkei. - Alice-Schule. Auch in diesem Jahre veranstaltet die Alice-Schule in ihren Schulräumen eine AuSste llung der Schülerinnen-Arbeiten. Der Zutritt zu ihr steht jedermann frei. Die Räume des oberen Stockwerkes werden, m geschmackvoller Weise arrangiert, die einfachsten Näh. arbeiten bis herauf zu den neuesten Techniken auf dem Gebiete ber Kunsthandarbeit, des Schnitzens, Brennens und Malens auf Samt, Seide 2C. enthalten. Ein Gang durch die Abteilung im Schneidern wird die Geschicklichkeit der Schülerinnen auf dem Gebiete der Mode zeigen und zugleich beweisen, wie man durch einigen Geschmack auch einem unansehnlich gewordenen Kleidungsstück ein modernes Aussehen geben kann. Der untere Ausstellungsraum wird die Erzeug- niffe des Koch-, Back- und Einmachkurses enthalten. Tie Mannigfaltigkeit der Erzeugniffe bürgt dafür, daß jeder Liebhaber eine seinem Geschmack zusagende Auswahl treffen kann unb ber Fleiß ber Schülerinnen würbe badurch belohnt werben, wenn bie aufgestellten Waren raschen Absatz fänden. So manche Hausfrau, ber bie Zelt fehlte, ihre Weihnachtsbäckerei selbst herzustellen, wird dort Gelegenheit finden, ihren Vorrat zu ergänzen. Ein Besuch der Ausstellung wird sich für alle Jntereffenten lohnen. — Der Gernhardsche Zither- unb Mandolinenchor halt am Sonntag im Saale des Hotel Einhorn seine Weihnachtsfeier ab. Außer Musik- und Gesangs- □ertragen des durch feine musikalischen Unterhaltungsabende beliebt gewordenen Chors ist eine Verlosung vorgesehen. *m. Friedberg, 18. Dez. Wie oft wurde schon gewarnt davor, Petroleum ins Feuer zu schütten, jedoch immer vergebens. Ms gestern morgen das Dienst, mädchen eines hiesigen Architekten Feuer anzünden wollte, schüttete sie Petroleum nach. Sofort schlugen die Flammen zurück und verbrannten das Mädchen ganz gehörig. Im Nu war das gesamte Kopfhaar versengt und das Gesicht verbrannt. Das Mädchen kann noch von Glück sagen, so davon gekommen zu sein. — Heute wurden in einem hiesigen Warenhaus zwei Diebinnen entdeckt, bei denen große Posten gestohlener Waren gefunden wurden. Zwei den besseren Ständen Ober-Roßbachs angehörige Frauen waren gerade im Begriff, das Lokal zu verlassen, als die eine davon den Inhaber um einen Kalender bat. Er fragte sie, ob sie auch etwas gekauft habe, worauf letztere erwiderte: „Sehen Sie mal hier." Der Geschäfts in habeo fragte: „Wie ist es denn möglich, daß Ihre Sachen nicht eingepackt füü)?", tvprauf die Frau, die für 60 Mk. Waren gestohlen hatte, erwiderte, das Fräulein hatte keine Zeit dazu gehabt. Als sie nach ihrem Kaufzettel gefragt wurde, gestand sie den Diebstahl ein. Auch die andere bequem^ sich schließlich zum Geständnis. Nachdem man ihre Personalien festgestellt hatte, tvurden beide entlassen. () Naunheim, 18. Dez. Hier, wie auch im benachbarten Waldgirmes wurden vor ztvei Jahren Turnvereine gebildet, die dem Gau Hessen beitraten. Jetzt zur Winterzeit herrscht in unserm Verein reges Leben. Fast regelmäßig erscheinen 50 jugendliche Turner zu den Uebungsstunden. Dem Verein sind viele Turnfreunde als Mitglieder beigetreten, die in finanzieller Weise die Bestrebungen des Vereins zu unterstützen suche,!. () M a r b u r g, 18. Dez. Bei der heute vorgenommenen Ersatzwahl in der zweiten Wählerklasse wurde ber Apothekenbesitzer Georg Schollmeyer mit 76 gegen 47 Stimmen zum Stadtverordneten gewählt. — Morgen begeht der bekannte Marburger Lokalhistoriker, Volksschullehrer a. D. Dr. Wilhelm Bücking, der sich besonders um die Geschichte der heiligen Elisabeth verdient gemacht hat, seinen 9 0. Geburtstag. h. Frankfurt a. M., 18. Dez. Ein Kommers zu Ehren des Frankfurter Nobelpreisträgers, Geh. Ober, medizinalrat Prof. Dr. Paul Ehrlich findet am 9. Januar im großen Saale des Kaufmännischen Vereins statt. In dem veranstaltenden Komitee sind außer den wissenschaftlichen Körperschaften Frankfurts auch die Universitäten Marburg, Gießen, Heidelberg, Würzburg und Göttingen vertreten. — Stadtbauinspektor Berg hier wurde zunt Stadtbaurat in Breslau gewählt. — Anstatt Soldaten hat die Oberpostdirektion hunderte von Arbeitslose^ zur Aushilfe während der Zeit vom 18. bis 23. Dezember eingestellt. Im tzauptbahnhof sind von heute ab etwa 600 Postleute und Aushelfer beschäftigt. Provinzial-AuSschuß der Provinz Vberhesteu. L. G i e ß e n, 16. Dezember. Die Sache: Teilung ber gemeinschaftlichen Gemarkung Ober- und Nieder-Rosbach Ivar vertagt worden und kam deshalb heute nicht zur Verhandlung. Es wurde bann über die Enteignung von Grundstücken in den .Gemarkungen Allendors a. d. Lahn und Heuchelheim zur Errichtung einer Eisenbahnbrückc! über den Kleebach auf der Linie Köln-Gießen verhandelt. Die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt den Wegüber^ gang bei Km. 161,8 der Eisenbahn Gießen-Köln, der seither die Verbindung der durch diese Bahnlinie geschiedenen Teile der Gemarkung Allemdorf bildete, eingehen zu lassen. Als Ersatz dafür soll ein richtiger Zufuhrweg längs der nördlichen Seite des Bahndammes und eine neue Brücke geschaffen werden. Hierzu bedarf die König!. Eisenbahndirek- tion Frankfurt a. M. verschiedener Grundstücksteile, die auf gütliche Weise nicht erworben werden konnten. Sie hat deshalb Antrag auf Enteignung gestellt. In der Verhandlung vor der Lokalkommission wurde die Notwendigkeit und der Plan des Unternehmens nicht bestritten, dagegen bezüglich der Höhe der Entschädigung eine Einigung nicht erzielt. Da die Eisenbahndirektion Antrag auf Dringlichkeitserklärung gestellt hatte, so war in der heutigen Sitzung! nur hierüber zu verhandeln. Die Grundeigentümer, mit Ausnahme von drei nicht erschienenen willigten in die sofortige Besitzüberlassung vorbehaltlich späterer Regelung der Entschädigung ein. Es wurde deshalb der Eisenbahndirektion anheimgegeben, die noch fehlende GenehmiMUis der drei Eigentümer zu erwirken. Die Verhandlung über die Feldbereinigung in Utphe, hier Melioration der Wiesen links der Horloff, wurde durch Zurücknahme des gegen eine Entscheidung des Kreisausschusses Kreises Gießen gerichteten Rekurses gütlich erledigt. WeshnasSits-Seschenke für Herren Plastrons Neuheiten in Beste prima Regattes Pfg. an 2.75 Pfg. Pfg. an 30 pfg. Pfg. an 30 pfg. pfg. A. Holterhoff Söhne Seltersweg 20 Telephon 662 cc m Die Geburt eines Töchterchens zeigen hocherfreut an UM Ter Vorstand in Cie-en. Jein; von Emil I !ich willkommen. v“A, Weisse Oberhemden prima Stoff und Verarbeitung Stück Mark 6.00, 5.00, 3.50, (2. Feiertag), abends 8 Uhr: Weihnachts-Feier Theater, turnerischeAufführnngcn, Weihnachts-Bescherung vi8/u mit Verlosung, Theater und Tanz Sonntag den 27. l. Mts. (3. Feiertag), abends 8 Uhr, in der Turnhalle des Turnvereins, Steinslraße 3. Diejenigen Mitglieder, welche sich an der Tausch- Verlosung beteiligen wollen, Haden den Betrag von mindestens 50 Pfg. bei den, Rechner, Herrn Kaufmann Dort, Walltorftraße 45, bi£ längstens 20. L Ms. emjuzahlerr. solaedessen, die Verhandlung auszusetzcn und den Bergwcr^- direktor vorzuladen Tas Gcrickst beschloß, die Hauptverhantz- lung bis morgen. Samstag, vormittag 9 Uhr. auSzmetzkn und den Bergwcrksdireftor Ehristianscn als Zeugen zu laden. Servlteurs, Chemisettes qq von bu Kragcnschoner jj[] Herren* Handschuhe gjj 3 Dr.med.J.Meyerhoff und Frau Frieda E2 3 geb. Lehmann Ib- 3 Rotenfels (Baden), 18. Dezember 1908 K- Herren-Krlmmer-Handschuhe 1.00 M a18/n von leVW an Univer-itäts-Nachrichten. — Der Nachfolger Haeckels. Professor Ludwig Plate-Berlin nahm, wie das ,3enaifd)e DolkSblaU" erfährt, seine Berufung als Nachfolger (rrnft Haeckels an. &r wird Ciien, 1909 sc»,, Lehramt an der hiesigen Universität und die damit verbundene Tireklion des zoologischen Institut- und des ^910- qcnciiicticn PiireninS tu Zena nbcincbincn. _ Gictzcncr Wetterdienst. yoranSsichtliche Wittcrnng iür Heiieu am Sonntag den 20. Dezember: Fortdauer der trüben milden Witterung. Regem Westliche Winde. In meinen, Verlage erschien soeben: Dorfdttder aus Hessen und der Mark von Dr. Ctto Böckel. 15 Bogen, eleg. drosch. Dtk. 1.60 eteg. gebunden 2)iL 2.—. Eine der sinnigsten und eemütooüsteu literarischen Festgaben. die in jedem Hause, be iders aus dem Lande, wo man der Lektüre hold isr, zu fiitbcii jein sollte. Wert und würdig, tn jeder Volkübibliolhck ausgenommen zu werden. a18/u geschmackvolle Muster 25, 45, 75, 100, 125, 150 Pfg. 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In der wallachischen Ortschaft Martineß demolierten die Ortsbewohner das Schulgebäude, weil an demselben auf Anordnung der Behörde eine ungarische Tafel angebracht worden war. Gendarmen sind ncfch der Ortschaft abgegangen. Orleans, 19. Dez. Gestern gelangte vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen den deutschen Spion Harnisch zur Verhandlung. Er wurde zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Am 10. September war er wegen Spionage verhaftet worden, weil er versucht hatte, von einem Angestellten der Mllitärwerlstätten in Bourges einen Geschützt Verschluß der neuen Kanonen zu erhalten. Konstantinopel, 19. Dez. Wie die Blätter melden, soll der Einbruch beim Thronfolger von Leuten verübt worden fein, die mit der Bewachung des Thronfolgers betraut sind. London, 19. Dez. Vor einigen Tagen wurde bemerkt, daß der K ö n i g 0 0 n P 0 r t u g a l, von einer Reise zurückkehrend, in rasender Fahrt durch die Straßen von Lissabon jage. Wie nunmehr die Central News berichten, war an diesem Tage ein Komplott gegen den König entdeckt worden. Ein früherer Polizei-Offizier war ausgewählt worden, den König zu töten. Dieser hatte sich infolgedessen in einen Hinterhalt gelegt. Nur der Schnellig- tcit der Pferde hat es der König zu danken, daß der Anschlag nicht zur Ausführung kam. Der frühere Polizei- Offizier gehörte einer geheimen Gesellschaft an. Er hatte vor einiger Zeit versucht, fick) zu vergiften, weil er anscheinend den ihm gewordenen Auftrag, den König zu ermorden, nicht ausführen wollte. Hannover 30. Dezember 1908 Schiffgraben 15. Gesaugsvorträge des Sängerchors, Konzert, Verlosung und Ball. Nichtmitglieder haben keinen Zutritt. a1*/, Der Vorstand. Duisburg Giessen Gttangftrein Harmonie. Sonntag den 20. Dezember Weihnachts-Feier im Aelsenkeller verbunden mit Konzert, Theater, humoristische« Vorträgen usw. Anfang 8 Uhr. — Freunde des Vereins sind herz- erklärt, die Kasse schulde ihm 160 030 Mak, hofst, daß ihm alles ; ersetzt wird, da die Mitglieder zu haften haben. i Zeuge Emil Burk- Gießen, drr seinerzeit üicfcrcnbor bet Klarenaar war, ist durch letztere» nrä HLMckfild bekannt geworden; er Hal sich aber noch ziwor an einen hiesigen Agenten gewandt, der bei Rothschild seine Lehrzeit durchgnnackst hat. Nach den Angeben dieses und den weiteren Eriuickngnngen konnte er getrost mit Rothsckyild in Verbindung treten, da er ihm allseits a.s tüchtiger und vertrauenÄvüvdiger Bankier geschildert wurde. Zuerst gab er Rothschild 3ö 000 Warf auf erste Hypothek auf etn Haus und später beteiligte er sich an einem Lottericuntcrnchmcn mu 40—50 000 Mark und da er Verluste erlitt, gab er Nachschüsse, der Absästuß wird auf 350 000 lNack beziffert. Nach feinen Angaben war sein Konto bei Rothchied von dem Klarenaar getrennt. Es wurde von einer Vierteknvtllion Spekulatwnsoerlust gebrochen. Banfter Herz-Gießen kann die Anklage, daß Klarenaar Vapiere im Auftrag Rollfichilds bei ihm lombardiert habe, nicht bestätigen, doch sei der Versuch gemacht worden. Zeuge S ch a r m a n n - Ober-Ärockstadt — ^Schwiegervater des Angeklagten Harth — der auch eine Anzahl Wechsel unterfdjriebcn bat, erklärte, er habe nickst gedackst, daß dadurch etwas pulsieren fönnte. Er hatte ebensowenig wie Mickel und Harth, Ahnung von der Höhe der Dcchsilsummen, da u. a. auch Blankoformulare unterschrieben tourbeiL _ . t ___ Tie Buchhalterin Schwenk, bte bei der Ober-Mockstädter Kasse bedienstet war, Emuic nur bcstlitigen, daß Rothschild und Klarenaar einmal nachmittags und einmal spät abends getommen sind und sich mit den Papieren zu schassen machten, ob lolche, bezw. von wem sie mitgenommen worden sind, konnte sie nicht angeben, da sie wiederholt weggeschickt worden sei. D.es war ihr zwar auffallend, doch an eine unredliche Handlung habe sie mast gedackst. Auch ein Bädinger Beamter hat Rothschild Wechsel au^ßcftelli; letzterer benutzte den Umstand, daß diese nicht in Umlauf gejebt werben sollten, dazu, um sie einem Kaufmann zu geben, der dafür andere ausftellte. . c , Die BermlMung Klarenaars in der anderen Sache, in der ihm der Vorwurf der Unterschlagung von 1460 Mark gemacht roirb, ergab, daß er trotz gegenteiliger Schreiben an ^-rau Pchcr in Bottenhorn, das Geld selost zu Heuch.lhmm in Empfang genommen hat. Er behauptete, die Schreiben seien von seinem Bureau aus an Frau Pitzer gegangen und zwar wahreist) er sich zur Verehelichung außerhalb Gießens besi-.noen hat. Auch die <00 Mark, die er bei Hinterlegungsstelle des hiesigen Landgerrcksts erhoben bat, habe er nicht unterschlagen, vielmehr habe er das Geld vor seiner Aoreise in einen. Bücherschrank gelegt und es erst wieder naa) seiner Rückkehr gefunden. Bezüglich des Falles Pitzer habe er angeiwmmen, die Empfänger seien kinderlose Leute, die bas Geld doch anlegen würden, er haoe deshalb keinen Anstand genommen, das Geld bei der Firma Wertheimer u. Eo. anzulegen. Zu erörtern Ware setzt noch der V.'trngsversuch bei der Ber- ftäbter Kasse und der Fall mit Bankier Zielenziger-Berlm, auch ift die pwtoLockarische Aussage Rvihschtlds noch zu verlern. Mi Rücksicht aus die vorgeschrittene Zeit ivurde die Vertagung au morgen beschlossen. (Fortsetzung folgt.) Gevicbtssaaz. München, 18. Dez. Zu Beginn der heutigen Verhandlung im Prozeß Büttner verlas Justizrat Bernstein den Bries eines Bergwerksdirektors Christiansen aus Berlin, worin dieser mitteilt, er habe vor Jahren an der Riviera einen Kunstmaler Rot H-Ferenczy kennengelernt. Zum letzten Mal habe er diesen Ferenczy vor drei Jal-ren in London gesehen, ihn aber nicht gesprochen. Staatsanwalt Sotnier beantragte in- Normal-Hemden QC gute Verarbeitung zu 6.50, 5.00, 3.75, 2.00, Restaurant ,Metropol4 Sonntag den 20. Dezember 1908; Grosses Familien-Konzeit ausgeführt v. Mitgliedern der hie». Regimentskapelle IW- 'Anfang abends 7 Uhr. 010194 Zu recht zahlreichem Besuch ladet ganz ergebenst ein A. Riffen. vießcner Strafkammer. Gießen, 18. De-» Zusammenbruch beS Ober Mockstädter Spar- und llredilveremk. (Fortsetzung.) Tie Vernehmung des stvnkursverwalturs Rechtsanwalt S a n d- mann-Hungen ergab, daß beim Kmckursausbruch des Pank- Isauses Wertheimer u. Co.-Büdingen, von dem Vorstand der Ober- ^Nockstädter Kasse beauftragt wurde, sich nach denen von Klarenaar l.ezw. Rothschild gelegentlich ihrer Anwesenheit in Ober-Mockstadt mitgenommenen Urkunden (Hypotheken, Zessionen, Obligationen) nmzusehen. Er fuhr deshalb hierher zu Klarenaar, der ihm • ie bei ihm besindlichen Wertvbjekw guckvillia herausgab und i ich darüber entrüstet zeigte, daß er von Rothschild, der ihm gegen- 'jßer stets behauptet hatte, die Kasse schulde ihm mehr als 100000 Mk., so Hintecgangeu worden sei. Daß die Kasse von Rothschild eine .näßere Summe *u fordern hatte, will Kl. nickst gewußt haben. ' lach der vorläufigen Berechnung des ztzonkursverwalters sind . wischen 900 und 1000 Forderungen angemeldet worden. Wenn hm Irin Rechenfehler unterlaufen sei, sind insgesamt 2 779 808 Mark angemelbet, darunter befinden sich 718 261,47 Mark für Wechsel. Bon etwa 400 Kassenmitgliedern mögen eine größere An- .icihl zahlungsunpchig fein, 10 daß die übrigen zur Zahlung von je (jOO—2000 M. herangezogen werden müssen. Dies ist allerdings iür eine vorläufige oberflächliche Berechnung; es ksinn noch nicht eitles übersehen werden, trotzdem fdxon monatelang neben dem Personal 1x4 Konkursverwalters a.iswärtige Kräfte zugezogen finb; ,irst bis März 1909 wird eine Bilanz zu erwarten sein. KcsscnKontrollenr Brack-Ooer...'!oastadt erklärte, er habe sicht die leiseste Ahnung davon gehabt, daß Mickel und Horch mit lRothschild tn Geschäftsverbindung standen und diese ihm Ge- illigkesiswechsel ausgestellt hatten, desgleichen wutzte er nicht, iioß die Papiere in Depot des Oiothschild gegeben wurden. Erst .cks Brack erfuhr, daß Rothschild dagewesen war, ging er energisch Hinter Mickel, um von ihm näfh res zu erfahren, da er inzwischen 'äerdocht gefeböpft hatte. Mia et habe ihm aber erklärt, Rothschild fiei nur dagewesen, um die Hypotheken nachsufehen; da er kürzlich 'Nitglied der Kasse geworden fei, stehe ihm dieses Recht zu. Bon .einet Vollmacht, die von Mickel und Harth zu ihren RLanipulationen benutzt worden ist, behauptet Brack, daß nackrttäglich auf einen -noch freien Raum zwischen feinen beglaubigten Namen, eine Klausel ieigefügt worden sein muß, da die Vollmacht nur Bezug auf • einen Zall hatte, auch bezu-eifelte er, daß er die Vollmacht in zwei- acher Ausfertigung unterschrieben habe, trotzdem diese in duplo •rorliegt _ Ter Inhaber der finita S. Kau sm an n-schotten ist mit ' Rothschild befreundet und glaubte, er hätte es mit einem offenen tmb ehrlick-en Charakter zu tun. Trotz gegenteiligem Versprechen einer Familien-- und Verwandschaftsangehörigen gegenüber, hat t sich auf wiederholtes Drängen und sich später als unwahr x'rauLstcllende Angaben Rochschckds hin, dazu hergegeben, Wechsel u unterschreiben, über bereu Höhe er sich reine AufzeiwnungLN cmacht l)üt, die sich aber auf mehrere Hunderttaufend Mark bc- liefen, und beteuerte, niemals Geld dafür von ^Rothschild er- aLteii zu haben, selbst die ihm angeborene Provifion von > % xibe er entrüstet abgelehnt. Er ließ sich ater eine Bescheinigung .!.sstellen, daß der Spar^ und Vorsckmßverein Ober-Mochtadt iür alle mts diesem Wechselvertehr entstehenden Verbindlichkeiren cuskomme, was Äickel und Harth auf Ansinnen Rolhfchilds bestätigten. Sie leisteten selbstsck'uldncrische Burgsckstlft ur alle jou Kaufmann aus übernommenen und twch zu ubernehmettden Leckstlvei blndlichkeiten zwischen der L-inna Wertheimer m twtzdem hierzu nickt der geringste l.Dilaß, Vortag. ^rma Rausin ann-Schotteii melbete aus Grund diel et: Burgfchasi bei dm nkursmasse des Borschutzvereins Ol>er-Ntocksradt über.300 000 Mark an. .üaufinann, der ang.xb, Rothschild l>aoe ihm wiederholi Am 2. Wcibnachtstaae findet in meinem Lokale 1010160 Tanz-Vergnügen statt. Musik: Marburger Jäger. Anfang nachmittags 4 Uhr. Es ladet freundlichsl ein "Willi. Boeder, Londorf, den 19. Dez. 1908. Gasthaus zur Stadt Gießen. J* *tfn J’K 'Bens, 'N. <■; ln mobe^ atsk wurd! babur» 6 * 1,1 . °'un9 vorgrsehni. ie °mde schon. "uer zu schütten," 1 morgen das anzünden Hob schlugen die Flain^ Saaz gehörig. W Md das Geslik h von Glück sagen,: wurden in einem en entdeckt, bei de« funden wurden. Z2 Hs angehörige Frarc ll zu verlassen, als: Äender bat. Er sre: de, woraus letztere c Ter Geschästsinhch daß Ihre Sachen nie die für 60 Ml Wan ulein hätte keine Ze. ufzetbel gefragt roui?. 1 die andere bequee chdem man ihre eide enllassen. , wie auch im benco i Jahren Turnvkt> 1 beitraten. Jetzt zi tüt reges Leben, m liche Larner zu da viele Turnfreunde al- inzieller Weife die Ke> ;en suchen. : heute vorgenomtE We wurde da W 5 er mit 16 gegen < ewähst - Mrgen iv lalhistoriler, MW ng, der sich befonti: sabeth verdient Der. Ein Sotnmtii reisträgers, Eeh. ich findet am S-JaM scheu Bereins statt. ^- ' außer den wW-t- auch die UniW^ Zürzbnrg md W 8erg - Staßatt 5*®” « 18. ,„b M W 9 M —- iej£n,16.W* toi!» ' b«* erd» aW^. \M ani $tHF 'n x i« ■ ältlich WÜ 6e’eibefÄ Jacques Wallach. Anni Wallach geb. Eichwald 7175 Vermählte. Kolosseum Giessen SG—88 (früher Tafg Leib) Televbo« 644 Hesre SamSrag, bm IS. ». Sonntag ben SO. Dezember 1908: Nur zweimaliges Gastspiel deS Sntimen-DbeaterS Frankfurt a. M.-München mit Mary Irber und 9^** Toni Thoms er* Chansonier cm Flügel, eigene Stumpefütoil *W Zur Aufführung gelangen: TaS starke Stück, Die Brautnacht, No. 69, DaS Kornfeld von Bela Laskv. Ferner: Fritzi Sratrtz, Rosa Bcrtiuetti, Fritzi Werner. Sonntag 2 große VsrWngtii 4 an) 8 Uhr. Bon 11—1 Uhr: »rftdeleS Frübkchovveu - Konzcrt ün vorderen Restauram vom SV Damen'Orchester ^Edelweiß". ES ladet ergebenti eia 010229 A. Rappmartn, Direktor und Inhaber deS LtoloffeumS Giehen. Vorzugskarten baden keine Gültigkeit, volle Preise. Platzmangel ist Urnen Gelegenheit geboten [a“/w spottbillig i tapl. toei , $*■ gegen Bar zu kaufen. Aeckbrikfsttiltlltmg. Der hinter dem Dchloffergesellen Heinrich Schneider, geboren am 25. Juli 1877 zu (Sieben unter dem 19. August 1902 erlassene, in Nr. 197 dieses Blattes ausgenommene Steckbrief wird erneuert. Akte»- .Leichen: L. 43/02. [1)"/» Stade, den Ä Dezbr. 1908." Der Erste Staatsanwalt. Versteigerung. Montag, den 21. diS. 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