Montag 27. Juli 1908 Nr. 174 Zweites Blatt Eichener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für Oberheffen 158. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchea UniversilätS - Buch- und Steindruckerei. 5L Lange. Gießen. Die „Etehener ZamlllenblStter- werden dem e91n8etflere viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblon für deo Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit, frage»" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: II Tel.-AdruAnzeigerGießen. Vie Wiedereinführung der türtischcn Verfassung Ist nun bereits in der ganzen Türkei offiziell bekanntgegeben worden und hat allenlhalten große Begeisterung hervorgerufen. Ohne schweren Kampf hat der Sultan sich allerdings nicht dazu verstanden, die Verfassung wieder- herzustellen. Eine Meldung aus Konstantinopel vom 24. d. Mts. besagt: Ter Sultan entschloß sich zur Wiederherstellung der Verfassung heute 4 Uhr morgens nach einer stürmischen Sitzung des Ministerrates. T.'r Großweiler Said- Pascha erklärte dem Sultan offen, das Adrianopeler Korps befinde sich in vollem Aufruhr, und das Saloniker Korps bereite sich zum Marsche aus Konstantinopel vor. Monastir sei in den Händen der Aufständischen, Marschall Oemann Pascha sei gefangen und die asiatischen Truppen weigerten sich, gegen die Jungtürken vorzugehen. Er erblicke die einzige Rettung in der Wiederherstellung der Verfassung. Ter Sultan, von seinen Sekretären Taxin Pascha und Jszet Pascha unterstützt, widersetzte sich, worauf der Großwesir erklärte, er könne für das Leben des Sultans nicht mehr bürgen und müsse zurücktreten. Jetzt erst gab der Sultan nach. Turch die Wiederbelebung des vertagten Parlaments von 1876, das aber noch nicht die Volleinsührung der Konstitution bedeutet, hofft man die mazedonischen Revolutionäre und Iungtürken zu beruhigen. Zugleich bedeute es einen genialen Schachzug gegen die europäischen Mächte, deren Reformprogramme in Mazedonien dadurch lahmaclegt werden, da der Sultan sich bei allen Forderungen hinter dem zu schaffenden Parlament verschanzen dürfte. ES verlautet, daß betreffs der Thronfolge gewisse vom Sultan gewünschte Konzessionen erfolgt seien. Wenigstens glaubt man, daß der Scheich ül Islam, der trotz des Wechsels im Großwesirat auf dem Posten bleibt, sich in seiner Stellung dadurch erhalten habe, daß er sich mit einer Thronfolgeänderung zugunsten des Licblingssohncs Burhaueddin einverstanden erklärte. In Wien herrscht allgemein die Ansicht in politischen Kreisen vor, der Umschwung in der Türkei werde auf die Rcformaktion der Mächte retardierend wirken, obzwar an offiziösen Stellen lebhaft der Meinung widersprochen wird, es handle sich dabei um einen Schachzug des Sultans. Man werde sich vorläufig zuwartend verhalten. Tie russische Presse begrüßt die türkische Verfassung and ersieht darin eine gefährliche Verwicklung der Balkanfrage und und die Möglichkeit eines türkisch-bulgarischen Krieges. Sie betont ganz besonders die Niederlage des deutschen Einflusses, die in der neuen Gestaltung ver Tinge zu erblicken sei. Tie „Debats" schreiben: Alle Bemühungen der Türkei, einen dauernden Zustand der Freiheit zu sichern, dürfen auf die Sympathie und Ermutigung Europas rechnen, besonders Frankreich, das seinen Einfluß im Orient immer in den Dienst des Fortschritts gestellt hat, wünscht zu allen Ereignissen Glück, die die Ordnung und Ruhe auf der Balkanhalbinsel herbeiführen können. Ter „Tenrps" sagt: Für die europäische Politik sind die Konsequenzen dieser Ereignisse unberechenbar. Bisher war der einzige Faktor, mit dem inan bei der Lösung des Orientproblems nicht gerechnet hatte, das türkische Volk. Nunmehr wird die orientalische Frage nicht in ihren Grundbedingungen, wohl aber in ihrer Wirkung nach außen hin verändert. — Auch die englische fresse kommt zu dem Schluß, daß die neue Taktik des -Abendlandes bei Behandlung des orientalischen Problems nunmehr auch die nationalen und konfessionellen Triebkräfte der Türkei sorgsam mit erwägen muß. -Eine hervorragende türkische Persönlichkeit, die in London amtlich tätig ist, erklärte: Tie Türkei wird sich Mazedonien nicht mit Gewalt nehmen lassen. Mazedonien ist das letzte Bollwerk, das die Türkei in Europa zu verteidigen hat. Wenn die Türkei diesen Kampf zu führen hat, Ivird es ein Kampf auf Tod und Leben scin.^ Wenn Europa versuchen sollte, die Türkei aus Mazedonien nach Asien zurückzudrängen, wird sie den Islam gegen Europa zu Hilfe rufen. polUifcbc Lagesfscbcirr. Die Vorgänge in Täbris Haben eine große Erregung unter der Teheraner Schahpartei Levorgerufen. Auf Befehl des Schahs wurde gestern das Philipp vuxbaum als Bühnendichter. Soeben ist ein Bändchen von Buxbaum erschienen. „Dors- Ihufc" Ijcifjt es ^Verlag Emil Roth, Gießen. Geh. 1.50 Mk.) und enthält vier kleine aus dem Odenwälder Volksleben herausge- «griffene Lustspielchen. Wir finden alle Vorzüge der Buxbaum- "ichen Erzählungskunst darin. Freilich bietet die dramatische Form -euch ilyre besonderen Schwierigkeiten. Daß der Verfasser mit ihnen mf den ersten Anhieb nicht glatt fertig geworden ist, erscheint wohl verzeihlich. Vielleicht kann ihm ein kleiner Hinweis als Oriew- lierung dienen. Das erste Stückchen „Der Jagdaufseher" bringt zu Denig fortschreitende Handlung, zu viel locker aneinandergereihte scherze und endlich eine zu unvermittelte Lösung durch das vlötz- äche Eingreifen des merkwürdig rechtzeitig erschienenen, merkwür- üg rasch vertraut gewordenen, merkwürdig reichen und sreü- gebigen neuen Jagdpächters. Er ist so recht der deus ex machina, ivie das die Alten schon nannten. Wenn der Tichter aus der Handlung selbst heraus zu keiner passenden Lösung kommt, läßt er „durch Üe Theatermaschine" einen „Gott" oder sonst einen allmächtigen Heiter erscheinen, der alle Schwierigkeiten rasch beseitigen muß. an gar häufiger Fehler bei dramatischen Anfängern! Im letzten Ltückckzen „Ausg'sturiert" wird die fröhlick>-harmlose Wirkung stark zetrübt durch fren abgelegten Trauring des Herrn Touristen und surch die peinliche iRolte, in die er sich und seine Gattin dadurch bringt. Ein Fremdkörper, ein Stückchen großstädtischer Pseuüo- lultur mitten in den sonst so gesunden urwüchsigen Bildern aus dem Volksleben! Gerade das soll ein Vvlksdichter peinlich vermeiden. Denn eben von ihm envarten wir ja eine Korrektur unseres überreizten Lustspielgeschmacis, ein Zurücklenken zu den Quellen änes zivar derben, aber natürlichen und gesunden Humors, wie Ortsgewerbevereins die Festrede und führte darin etwa folgendes aus: Er dankte zunächst den Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen und das Interesse, das sie hierdurch der Gewerbeschule bekundet hätten. Insbesondere sprach er feinen Tank aus den anwesenden Vertretern der Staatsregierung, dem Provinzialdirektor, Herrn Geheimerat Tr. Brei- dert, Herrn Oberbürgermeister Mecum, Herrn Gewerberat- Falk aus Mainz und den Vertretern des Stadlverordneten- tollegiums. Redner äußerte seine Freude darüber, daß auch Regierungsrat Noack erschienen sei und sprach seinen Tank für die Unterstützung aus, die dem Ortsgewerbeverein bei Errichtung des neuen Hauses von allen Seiten zuteil geworden war. Es ist ein Zufall — so führte er weiter aus — daß unsere Schule in demselben Jahre, wo sie auf eine 70jährige Tätigkeit zurüclblickt, ihr eigenes Heim beziehen kann, das ist ihre schönste Festgabe. Schon im Jahre- 1888 dachte man daran, neue Räume für die Schule zu schaffen. Aber erst am 15. Juli 1891 wurde zum ersten Male der Antrag gestellt, daß eine Kommission gebildet werden möge, die sich mit der Beschaffung von neuen Räumen befassen solle. Tie Kommission trat zusammen, aber über ihre Tätigkeit ist in den Akten nichts verzeichnete Erft im Jahre 1897 wurden diese Arbeiten energischer wieder ausgenommen. Große Schwierigkeiten verursachte damals die Platzfrage. Es war schwer, einen passenden Platz zu finden. Endlich haben wir einen solchen gesunden, als die Stadt uns entgegenkam und uns dieses Terrain in Erbbau- pacht gab. Es ist das der erste Full in unserer Stadt. So wurde die Platzsrage durch das Entgegenkommen der Stadt nach beinahe 10 Jahren endlich erledigt. Wenn der Baw auch architektonisch lein Muster ist, so kann er sich doch scheu lassen; das Hauptziel war, die Räume zweckmäßig einzurichten. Am Baue selbst war eine Anzahl hiesiger Meister beschäftigt und sie haben ihre Arbeiter zum Teil als Stiftungen gemacht; ihnen allen gebührt unser bester Tank! Redner hofft, daß die neue Gewerbegesetznovelle, insbesondere der Befähigungsnachweis einen günstigen Einfluß auf, die Frequenz der Schule haben werde. Wir wollen — so führte er weiter aus — nicht Künstler, Architekten unbi Ingenieure ausbilden, für diesen Zweck sind genügend Anstalten in unserem Lande vorhanden. Wir wollen der Kunst, dem Gewerbe und der Industrie bis zu einem gewissen Grade vorgebildete Kräfte entgegenführen. Tas schließt natürlich nicht aus, daß auch manches Talent fruchtbare An- mung jener Zellen und Pilze herbciführt, so steigt die Temperatur allmählich. — Eine neue In 1 el. Die Entdeckung einer bisher unbekannten Insel im nörblidjen Teil des Stillen Ozeans wird von der „France maritim:" gemeldet. Ein Japaner, der in Dienst der Regierung stehende Apotheker Nishihata, der erst kürzlich von der Insel, der man den Namen N i s h i g a m a gegeben hat, zurückgekehrt ist, gibt von ihr folgende Beschreibung: Die Insel liegt ungefähr 240 Seemeilen von der Küste von Formosa entfernt. Sie ist von flachen Rissen umgeben. Die Gewässer zwischen diesen Riffen und der Külte stellen ein unerschöpfliches Reservoir an Meeresprodukten dar. Man findet hier verschiedene Arten Muscheln und Perlen in Ueberfluß; auch die Koralle habet sich zahlreich. Riesige Mengen von phosphorsaurem Stalf auf den Riffen können als lün/tliches Düngemittel für Jahrzehnte aiisgedeutet werden. Tie Insel scheint ein sehr gesundes Klima zu haben; die Flora ist tropisch, wilde Tiere, Reptilien oder giftige Insekten finden sich auf ihr nicht. Der Japaner, der die Insel entdeckte, bemerkte an ihrer Stelle zuerst eine dichte Schar von sog. Osadori-Vögeln; er achtete in den ersten Tagen nicht darauf, bis er sand, daß sie wertvolle Federn hatten und so für den Handel in Betracht kämen. So kam er auf die Jn,el und nahm von ihr Belitz. — Die Bedeutung der Gesten. Dem Menschen wurde die Sprache gegeben, um seine Gedanken zu verheimlichen. Aber wenn auch die Worte lügen, die Gesten sind aufrichtig. So versichert ein italienischer Gelehrter, der in Rom über diesen Gegenstand einen Vortrag gehalten hat. Wir können, sagte er, unsere Reden in welchem Sinne tvir wollen anwenden, aber wir sind nicht Herr über unsere Bewegungen. Vor einem Redner, der mit seiner Uhrkette spielt, müssen wir uns in Acht nehmen. Tiese Geste ist das Anzeichen für einen Mann, der irgendwelche Gedanken im Hinterhalte hat. Ein Mami, der beim Reden mit dem Oberkörper hin und her wackelt, hat einen ivankelmütigen Eharakter. Wenn eilt Redner auf der Tribüne eine Handbewegung oder eine Arm- beweguiig des öfteren wiederholt, dann mag man ihm ruhig vertrauen, em solcher Mann ist aufrichtig. Aber den Gipfel der Aufrichtigkeit und der Interesselosigkeit belitzt der Redner, der während einer Rede beide Anne weit gen Himmel hochhebt« Regung bei uns findet. Neon r schloß mit der ernsten Mab- itung, daß aller Einfluß babin geltend gemacht werde, daß die Lehrlinge Die LonntagSschule pünktlich besuchen i'togcn diese neuen Räume ein dauernde» Bindeglied jein zwischen den Mitgliebern bes (^ewerdeoerein» unb der Kunst und der Industrie, bamit ber segensreiche Einfluß auf unser Kunst gewerbe unb bir Industrie nicht ausvleibe Wir wollen mit Vertrauen in die Zukunft sehen, unb sagen allen, die uns unterstützt haben, unfern Tank. Insbesondere der Bezirks- fparkasse unb ber i^werbekafse. Redner schloß mit einem Hoch auf den Großherzog, tn bas bie Versammlung begeistert einstimmte. Hierauf führte Herr Ministerialrat xt Usmger als Vertreter bet Regierung etwa iolgenbes aus: .^reubigen Herzens komme ich zu dem Feste eines Vereins, ber auf eine solche Vergangenheit zuruckblicken kann, wie der Gießener Gewerbeverein. Ich sage dem Vorredner meinen nervlichsten Tank für die freundlichen Worte, bic er der staats- regierung gewidmet hat. Wenden wir Den Blick jurua in den Anfang bei; vierziger Jahre, so sehen wir, wie die damaligen hervorragenden Lehrer oer Gießener UntDcrfitat. ich nenne nur ben flamen Liebig, sich dem Verein zur Derfuaung gestellt haben, unb wie Männer aus dem prak- Irschen Leben unb ber Industrie ber Lchule^aus den crefin Kinberjahren herausg.Holsen hab.n. T.r -tiaisr.'gierung ist es sehr wohi bewußt, wieoi.'l der Lö-erfinn ber Gießener Aurgcr bazu bcigctraflcn hat, ben Gcwerbeevrein hochzu- bringen, so stehen wir heute vor ber Eröffnung bes neuen Hauses unb möge sich an ihm in ibeeller unb materieller Beziehung bas alte Wort bewähren: „Ein eigener Herd ift Goldes wen!' liefe schule bedeutet einen Aufschwung (gegen früher, möge sie dazu beitragen, unfern Gewerbestand für die immer schwieriger werdenden Aufgaben des Ledens immer besser zu rüsten. Tas ist ber Wunsch, ben ich ihr im flamen der Regierung nut auf ben Weg gebe. Als nächster Redner bankte b.r Lrovinzialdirektor Herr Geheimerat Tr. Breidert dem Vorsitzenden für die freundlichen Begrüßungsworte unb sprach int flamen des Kreises dem Lrtsgewerbeverein seine herzlichsten Glückwünsche aus. Er schloß mu Dem Wunsche, baß aus dieser schule reicher Segen für bas gewerbliche Leben bes Kreises unb Landes entspringen möge. Herr Cbcruurgcrm.utcr Mecum brachte die Glückwünsche ber stabt bar unb führte dann aus: Em besonderer Tank gebühre der Stabt nicht, sie habe eine cm- fache Pflicht erfüllt. Wenn wir fragen, ob diese Schule existenzberechtigt ist, dann brauchen wir nur nach Tarmsladl zu sehen, wo bas oberhessische Hans auf alle den besten Eindruck gemacht hat. Torf hat bie oberhessische Inbustric bewiesen, waS sie leisten kann. Tas aber dankt sie dieser Schule. Redner sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß rcr Schule auch in materieller Hinsicht Die Unterstützung der Stabt nie anebleiben möge. Im Kamen der hessischen Handwerkskammer oanltc s?crr A'kmcrberat Falk ans Mainz für die Begrüßung, und sprach den Wunsch aus, daß bic Bestrebungen dieser Schule das wärmste Interesse der Gießener Handwerksmeister finden möge. Mehr denn je komme es heute auf persönliche Tüchtigkeit an und darauf, daß wir ganze Männer im Gclvcrbc und Handwerkerstände haben. Redner schloß mit dem Wunsche, daß dieser Gedanke hier stets leben möge. Im flamen der Handelskammer sprach hierauf Herr Kaufmann Röhr feine Glückwünsche aus. Nachdem Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt für bic vielen Glückwünsche gedankt hatte, teilte Herr Stadtrat Petri mit, baß man beschlossen habe, im Borstandsziinmer ein Bild Des Herrn Kommerzienrats >xyligenstaedt aufzuhängen als ein sichtbares Zeichen der Tanlbarkeit gegen den Vorsitzen- den. Herr Stadtrat Petri übergab hierauf Herrn Morn- nierzienrat Heyligenstaedt als dem tatkräftigen Förderer des Lrtsgewerbevereins eine künstlerisch ausgcführlc Gedenktafel. Er schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt, der alsdann, tiefgerührt, ■feinen Dank aussprach. Mit einem weiteren Gesangsvortrag Der Bürgcrgefellschaft fand die offizielle Feier ihren Abschluß unb es folgte sodann die Besichtigung sämtlicher Staunte des neuen Hauses. Tas Festessen, das um 2 Uhr nachmittags in Steins Garten stattfand, nahm ebenfalls einen schönen Verlauf. Es waren über 60 Personen anwesend. Herr Dr Kraus müller begrüßte bic Gaste im flamen beb Vorsitzenden. Herr Ministerialrat Tr. Usinger toastete auf Herrn Kommerzienrat Hchligetislaebt und die Stadt Gießen Ter Tirektor der OfciDcrbcbauf, Herr Loos, toastete auf das Gewerbe und auf das Handwerk. Herr Bäckermeister Frey auf die hessische Regierung Mit einem Gartenkonzert fand die Feier, die — wie Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt in seiner Schlußrede au-führtt allen in schönster Erinnerung bleiben wird, ihren endgültigen Abschluß. (.) Ein flunbgang durch bic Räume ber Gc werbcschulc. Tic Gewerbeschule und die ihr angeglie- derte Handwcrker-Sonntagszeichcnschulc, die bisher in einem ■städtischen Gebäude am Asterweg untergebracht war, hat seit kurzem die vom Ortsgewerbeverein in seinem neuen Gewerbehaufe crinictctcn neuen fdioncn Raume bezogen. Tie fraglichen Räume umfassen 8 Lehrsäle von je . 4 qm Grund fläche, einen Modelliert aal von derselben Große und weitere flau tue für bic mechanischen unb physikalischen Iu- bibliothek. Ttc Beleuchtung der Lehrsäle ift abwcick)end von dem sonst üblichen Modus nach einem Vorschläge des Leiters ber Gctvcrbefchule dergestalt eingerichtet worden, daß bic Fenster — bic Lichtquelle am Tage — bei Tuntel- heil ersetzt werden durch Beleuchtungskörper an ben Pfeilern Livischen ben Fenstern, und wodurch erreicht wird, daß den Schulern an icbcin Platze eine gleichmäßige Beleuchtung, ohne störende Schattencinwirkungen, geboten wird. Es zeigen überhaupt alle fläume eine dem 'Äuge wohltuende gleichmäßige Lichtvcrtcilung, wie auch die ganze Anlage m schulischer Hinsicht eine Nebers.chtlichtcit gewährt, die man nicht besser erwünschen kann. In ben Räumen ber Gewerbeschule im 1. Lbergcschoß smd neue recht praktische Zeichentische m allseitig zugänglicher Weise aufgestellt unb m den Räumen für Konitruktionsmodelle, für mechanische und physikalische Instrumente hat eine reiche Sammlung von Lehrmitteln m recht übersichtlicher Form Aufstellung gefunden Tie Sdnilbibliotbcl ift mit ihrer reichen Sammlung in schöner Crbmmg eiiigerichtet. Tem OrtSgcwcrbc- verein Gießen ist cS zu verdanken, baß ber Schule diese schönen freunbhdicu fläume haben zur Verfügung gestellt merben können. Interessenten ist ein Gang durch die Räume der Gewerbeschule nur zu empfehlen H- Huöer Regatta auf öcr Cahn. td Gießen. 27. Juli. Nur alle Pvci Iain, haben wir in Gieß.« Gelegenheit, auf unserem für sportliche Kämpfe icunbenwll gelagerten Wasser bai fluberiport in edlem Weitoewerd beteiligt »u sehen. Tie ^ießcnei Regatta bildet, wenn st- abgebalten wird, nir bie mbroeftbeutKben fl*5^n>eretne oen cniiicllai Schluß der ^wn und gern ent'en den bin: Vereine ihre Mann'cbanen na® .-re-.ß men Dodj c.jh. baß bv Ruderer in mercr bem ewit bulbigenben Beoolk rung des bmlufmen V-Ikomms .'icher nrw Ader eben so sicher u't. daß nid)t_ nut die Giegener ^errmwelt. fonDcrn auch unsere Temen km Ll»N nicht nur gw^-e ^nttvnu entqejfnbetnflfn, sondern auch Khane Kritik bet dem irorüi®en fcampit gegen die 3:eg:r unb Besiegte üben, xer Vorstand un* )'crGicßert als Starter. Ter Regatta- Ausschuß tvar gebildet durch A. Scheel, Vorsitzender, yr. vem, Schri'l'ichrer und R. Wallenfels. Swatzmeist-r. Tie Länge der Bahn für alle flennen betrug £900 Metar komabwärta in gestautem Wasser. Start beim Felsen, Ziel am Booksola?. Tie Resultate der einzelnen flennen waren bic crolgenbcn: 1. Jean Kirch-Ge dächtnis-flennen, Vierer: Ehrenpreis gestiftet vom flegatta-Ausschuß. Bor rennen: 1. Weilburger Rudcr-Verein gegen Gießener Ruber-Gcsellschatt 714' 5 mit 3 Bootslängen überlegen, gewonnen, Weilburg 7254/> — 2. Limburger fludcr-Bercin gegen Wetzlarer Ruder-Klub. Wetzlar sühne beinahe auf der ganzen Streck, Limburg gab fick) große Mühe aufzuholen, fuhr aber bie Bogen deS Wassers aus, o daß es schon hierdurch im flachteil war Wetzlar wurde mit 7,12 Erster, Limburg ging in 7.201/5, 4 Booislängen später durchs Ziel. Hauvtrennen: Gießener Ruder-Gesellschaft gegen Wetzlarer Ruder Mmb. Wetzlar siegte mit 5 Längen Borsprung in 7,9*/s, Gießen 7,26. 2. Lahn - P 0 kal, Einer: Gcstifiet vom Teutschcn Ruber- verband. H a u p t r e n n e n: Ltto V!ütlcr von Frankfurter Ruder- gesellschast Germania Erster in 7,44, gegen Otto Vetter, Ruderverein Hellas, üffenbad) a. M. in 7,49. Offenbach suchte zum Schluß gegen Frankfurt, welches führte, aufzuholen und zwar mit Erfolg der Vorsprung, ben Müller hatte, war aber nicht zu nehmen, so daß dieser Sieger blieb. 3. Wanderpreis, Vierer: Gestiftet von Sr. K'gl. Hoheit Prinz Eitel'Friedrich von Preußen. Hauptrennen: flackHem die Mannschaft ber Gießener Rudci Gesellschaft vom flennen iiirüdgelretcn war, ging bi: Mainzer Ruder-Gesellschaft in 8,17 allein über die Bahn. 4. Lahn-Achter. Offen für bie Lahn-Regatta Vereine. Hauptrennen: Gießener Ruder-Gesellsäiast in 6,34s/a gegen Wetzlarer Ruder-Mud in 6,37. Es war das spannendste unb interessanteste flennen des Tages. Gießen siegte mit 3/* Bootslänge. 300 Meter vom Ziele lagen beide Boote Bord an Bord am gleicher Höl>e und setzten beide Mannschaften ihre ganze Straft ein, um den Gegner zu überholen. Gießen' kam hierbei durch seinen Steuermann ziemlich weit in deii^ letzten Bogen I; in ein und hätte leicht den Gegner dadurch zum Siege verlZoljen, aber ein kräftiger und schöner Endspurt der Mannschaft machte den 'yeblcr des Steuermanns wieder wett. Brausender Jubel auf beiden Seiten der Lahn lohnte die Gießener Mannschaft, bic aus Louis Scharmann, Herrn. Leib, Fritz Kock, Karl Henkel, Fritz Schlüter, Konrad Hofseß, Karl Berbert, Äug. Wehn unb Louis Wille am Steuer den schönen Erfolg. 5. Doppel-Zweier ohne Steuermann fiel aus, weil keine Konkurrenz vorl-andcn. 6. Gast - Bierer. Das Porrennen fiel aus, weil Ruder- gcsellschafi-Heidelbcrg und Würzburger Ruder-Verein, welch' außer den .3 Vereinen, welche dos Hauptrennen machen, ihre Meldungen zuritckgezogen batten. Es starteten Mainzer Rudergesellschatt, flu-, bergejcllidjaft Rdeiania-Koblcnz und Frankfurter flubervercin. SdKirfcs flennen znischen Mainz unb Frankfurt, Rhenania-Kob- lenz bleibt hinten ganz außer Betracht. loO Meter vor dem Ziel setzt Frankufrt mit trätfigem Spurt ein und hört damit nicht eher auf als bis es durchs Ziel mit 3 Längen alS Erster nhrt. Zeit: Frankfurt 7%, Mainz 7,7>5, Koblenz 7,25. 7. Junior-Vierer. Vorrennen: 1. Ruber-Ge- ellschaft Worms, Frankfurter flubcrgcfellidtaft Sachsenbausen unb Limburger flubervercin. Limburg gab 500 Meter vor dem Ziel bas flennen auf. Worms wurde mit großer Ruhe in 7,01*/s Sack i'! .im. 11 hjti? i jen später. 2. Rudcrgesellschuft Heidelberg gegen fluderycsellschast Trier. Trier, dessen Mannschaft »um erstenmal auf eint Regatta kam, gt» wann sauber mit 1 Lange gegen Heidelberg, baS dem Gegner ebenbürtig Ivar. Es war dies Rennen überaus scharf unb recht interessant. Zeit: Trier 7,053/», Heidelberg 7,06J/5. Es starten im Hauptrennen Rudergesellichajt Worms. Frankfurter flubcrgcfcllfd)rtft Sachsenhausen unb Rudergesellschäft Trier. Sachsenhausen fuhr auf der ganzen Strecke gegen Lüorms mit Ueberlegenljeit, Trier kam nicht in Frage und bummelte hinterher. Zeit: Frankfurt 6,59 (bic kürzeste Zeit, die überhaupt gefahren wurde, Worms 7,63/s, Trier 7,29. Tie flennen 8. Junior-Einer und 9. Akademischer Vierer fielen aus, iveil zivukurrenz nicht gemeldet hatte. 10. Großer Vierer. Wanderpreis ber \stabt Gießen. Es start eten Dia in ze r Rudergesellsckratt gegen Frankfurter flubar» gesellschaft Sachsenhausen. Letztere blieb mit Ueberlcgenbeit und 3 Langen Vorsprung Sieger. Zeit: Frankfurt 7,2, Main» 7,94/1. 11. Junior-Vierer. Offen für die Vereine des Lahn- flegaltti-VerbanbeS. Ehrenpreis des Herrn Apotheker Sd)rotcbcr. t^orrennen: 1. Wetzlarer flubcr-Mtub gegen Weilburger Ruder-Verein. Wetzlar siegte mit brillanter Technik unb säwnem ruhigen Schlag, leicht über Weilburg. Zett: Wetzlar 7,19, Weilburg 7,43. 2. Gießen gegen Limburg. Limburg stoppte 700 Meter vor dem Ziel ab, nackchem Giegen bereits 5—6 Boots» tangen voran!ubr und nicht mehr Ciuzuholen war. Zett: Gießen 7,21. Hauptrennen: Wetzlarer Ruder-Klub gegen Gießener Ruder Geiellia^st. Wetzlar gewann glänzend unb war noch 250 Meter vorn Ziel schon 3 Längen voraus, so daß Gießen nicht auf» kommen konnte. Zett: Wetzlar 7,16, Gießen 7,30. 12. Junior-Achter fiel wegen Mangel von Konkurrenz auS. 13. Ermunterung6-Sieter. Cffen für Ruderer, welche bisher rwch kein offenes Rennen im Vierer (AuSlegeboot 9ernennen haben. Borrennen: 1. ES starteten: flubergefeH. 'chatt tifibclberg, Rudergesellschaft Worms und Frankfurter Ru- oervcreui. Heidelberg gibt nach halber Strecke auf. Trotz gutem cnbfpurt irat der Frankfurter Mannsck-aft nicht möglich, die überlegenen Borins er zu schlafen, welche mit Ruhe und gleich» ^ui «,0.. Gievener fludergesellschaft sjegen fludergesellschast Arier. Sieben hatte auf der strecke die Führung bis 300Meter norm Ziel, da lx>ltc Trier aus unb bebe Boote lagen butt au gleicher Lühe, ies begann ein Hart s Ringen um bie erste Stelle, ichMi es, ab ab Trier ata Erster durchs Ziel kommen wurde, aber mu tolitigem Endspurt aeroann Gießen mu einer knappen Dootslänge unter brausendem Beifall der Alschauerauf Herden Ufern ber Lahn. Zett 7.10 5. Trier < 3. Limburger Ruderverein gern W.ilburger Rudwverem Beide Mann'cha'len t-cr;ügen über nut>: genügende ^edjmr, bei_ bnben 6erod>t Urm-lK .m Bo.'!. Simbutä, ro-.rb lirfter in 12< Srn. bürg 7^8. Hauptrennen: RudergeielliLai: Sorms^ Gie- ßener Ruderge-cllicha'': unb Limburger flubenjeretn. ^ormS führt beinah auf der ganzen strecke zwi'chcn Gietzen unb Lim. bürg barten Mampf um ben zweiten Llatz. ^11*: liegen bei 500 Meter vor dem Ziel Bord an Bord am gleicher 5?cbe, dann röhrt Limburr gerade au's Ziel los. badet brillant steuernd, während Gießen wieder ben Fehler macht, den Bogen austzmühr«. so daß er als Dritter durch Ziel fährr. Zett: Worms 7,19, Limburg 7,28, Gießen 7Z0. 14. Großer Achte r. Großberzog-tweta 2.1c Gicven-r Rudergesellschatt gebt, ba X:\nt Konkurrenz sich gemeldet, in 6^59 allein über d.e Bahn Schluß der flennen. Ter Vorsitzende des Regatta-Ausschuises banne den Ruderern, die zur Regatta nach Gießen gekommen, um in friedlichen Kamp» ihre Krätte »u erproben »ur ihr Erscheinen, ebenso dankte er den übrigen Erschienenen für ihr Interesse, roelches sie für diese Kümpfe gezeigt, er gedachte der hohen Protektoren bei Ruderports Sr. Majestät des naiserS unb Sr. Kgl. Ho Heu des Groß- Herzogs und brachte auf beide Fürsten «in begeistert aufgaiotn» menes dreimaliges HiPv Hipp Hurra aus. Hierauf trurbrn an die Sieger bie Prene verteilt. Eine gesellige Vereinigung ber itonnlien der Mitglieder bet Gießener flut>ergeielli(baf: mit ihren Frösten im Saale unb Garten des Hotel Grotzherzogs bübde bat Schluß der Regatta. Aus Stadt un- Land. Gießen, 27. Juli 1908. - Dom Grobherzoglichen Hof. Der ',TarmfL Ztg.* znfolge trafen am 25. dS, nachmittags, zum Besuche bei Großherzogpaares ans Jagdschloß WolsSgarten ber Prinz unb bie Prinzessin Reinhard von EolmS-Hohen- solmS-Lich ein. •• Versetzung. Postinspektor Zimmer wurde nach Butzbach als Direktor des dortigen Postamts versetzt. Ter dortige Postdirektor Flasche,ttrager wurde in gleicher Eigenschaft an das Postamt tn Bad-flauheun versetzt. "In ben Riihestand versetzt wurden derLLeichen- leller in ber Hcssisch-Preußischcn Eiscnbahngemeinschaft Ioh. Schäfer zu Slackcnhcim mit Wirkung vom 1. August 1908 an unb ber Bahnwärter m der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- gemcinschaft Jos. Wicganb zu Bubenheim mit Wirkung vom 1. August 1908 an. ' Im hiesige nBahnhofSgebäubei st oorgestem am Eingang nach bem Bahntelegraphen ein Fernsprech. Automat ausgestellt unb in Betrieb genommen worben. *• BiSmarck-GebächtniSseler. Die national, liberalen Vereine veranstalten am fonunenben Mittwoch abend in SteinS Garten (kleiner Saal) eine einfache, öffentliche Bisinarckseier anläßlich ber 10jährigen Wieberkehr btS Todestags des Altreichskanzlers unb laben hierzu alle BiSmarck- freunde ein. Die Festrebe hält Herr Oberlehrer Prof. Alten- borf. Die Feier, bei der Jebermann willkommen ist, ift burchauS unpolitisch (f. Annonce). " Im Kolosseum würbe am Sonntag abend zum drittenmal im Juli baS Programm gewechselt. Nach bem Gastspiel berTegernseer treten nunmehr wieder ausschließlich Spezialitäten auf. Einige gute, von früher her bekannte Nummern sind wieder gewonnen worben. So ber Hunbebressurakt Mstr. Tol'S unb bie beiden Handsprmger unb Akrobaten Bruder Edison. Neu dazu gekommen sind SMZp Parker, eine Kostümsoubrette, ber Humorist Karl Stühr, em Heineverehrer mit ausgezeichneten VortragSmitteln unb bie musikalischen ExzentrikS M00 und Ree. Den Glanzpunkt des Programms bildet wohl baß Tamentcqett Philomel. Es ift mit guten Stimmitteln ausgerüstet unb bringt feine Darbietungen mit Anmut zu Gehör. Zu erwähnen ftnb noch bie Leistungen ber KolosseumSkapellc unter Kapellmeister HoppeS ziclbeivußter Leitung. Sem .^ylophonsolist Weinert wurde nut besonderem Beifall ausgezeichnet. Der Saal war dicht besetzt. " Im Schaufenster der Kun st Handlung Hirtz, SeltcrSwcg, sind für einige Tage bie Altarbekletdungen für bie wieberhergesteUtc Kirche in Groß-Linden ausgestellt, die von dem flegicruugßbaumeiiler Kuhlmann und dem Regierungsbauführer Scherer entworfen sind. **TcrfalschcLokoinotivführcr Ein Betrüger, der auch hier einige Gastrollen gab, treibt in letzter Zeit fein Unwesen, indem er in der Kleidung eines Eisenbahn- Lokomotivführers sich einmietet und angibt, versetzt worden zu sein. Hierbei nimmt er gleich Darlehen, nm seinen Koffer an der Bahn auslösen zu können und verschwindet dann, nachdem er einige Tage gewohnt hat. Zuletzt hat er in Hanau unter dem flamen Schneider Betrügereien verübt und hier hat er sich Fischer genannt. Vor dem Betrüger wird gewarnt und Geprellte werden gut tun, Anzeige bei der Kriminalpolizei zu erstatten. •• Ein bequemer Weg zu den Badeanstalten an bet Lahn ist vom Viadukt an ber Gailfuß'schen Villa, von ber West-Anlage auS geschaffen worden. Er ist zwar noch nicht ganz fertig gestellt, aber doch bereits gangbar, worauf rou unsere Leser, die die Lahnbäder benutzen, aufmerksam machen. Grünberg, 26. Juli. Von der heutigen, dahier im Gasthaus zum Hirsch abgehobenen BcrtrauenSmänner- Bersammlung der deutsch-^oz. Partei wurde Bürgermeister Benner von Treis an der Lumda, der auch Mitglied des Bundes der Landwirte ist, als Landtags kan- didat für ben Bezirk Grünberg proklamiert. Die in ber Versammlung anwesenden, ebenfalls in Frage stehenden Herren Landwirt Lutz von Elpenrod und Kaufmann M 0 l l- Grünberg traten zu Gunsten der Kandidatur Benner zurück. •• Darmstadt, 24. Juli. LandwirtschaftS- fammer. In ber heutigen 28. VorstandSsitzung standen 37 Punkte auf der Tagesordnung. Eine Reihe von Der« waltungSangelegenheiten der Kammer kam zur Erledigung; desgleichen wurde über die Umlagen entschieden. Verschiedene Preise für landwirtschaftliche Buchführung wurden verteilt. Ter Vorstand beschloß die Einrichtung landwirtschaftlicher Buchführungsstellen unb ordnete bie vorbereitenden Maßnahmen an. Tie zum Erlaß ber Bestimmungen über die Gewährung von Auszeichnungen der landwirtschaftlichen Dienstboten unb Arbeiter erforberlichen statistischen Unterlagen sollen erhoben werden. Die zur Hebung ber Schafzucht durch Anschaffung guter Zuchtböcke erforderlichen Mittel wurden zur Veisügung gettellt. Vitt dem NegicrungSenlwurf zur Regelung des Pflanzenschutzdienstes erhärte sich ber Vorstand im Prinzip einverstanden. ki }. 0- gtlVOlC fanden =;ä; selben i»'ob Bss wurde keifen • • • • ’ larmü vutden heule n». der »ch ^jigcs offen V ?.'chaff-nb Senag. anb?555555^ ,'?'Ali 1908. ■Ä* r^L Zimmer wurde 1 Postamts berkfet «e in gW uheun versetzt wurden der Aijch^. hugemeinschast Joh om 1. August 1908 eu^chen Eisenbahn. W mit Wirkung 'üu de ist vorgestern em Fernsprech, kommen worden. r* ®>e national, nden Mittwochabend einfache, öffentlich! Wiederkehr des Tode?, erzu alle Bisinarik. erlehrer Prof. Alten, willkommen ist, ist Sonntag abend zuin ewechselt. Nachdem wieder aukschliest. lute, von früher hei i worden. So der ’n Handfpringer und kommen sind!:?■ äst Karl 6tc::, m :ag§mitte(n uiUi Den Glanzpunkt de; ilt Philomel. G?vi ) bringt seine Lar« erwähnen sind noq unter Kapelluieistn ylophonsolisi Weinen hnet. Der Saal m sthandlnng Hits. Altarbekleidungen st inden ansgeslellt, die rann und dem Ri« ad. hrer. Gin Skt* treibt in fester f imq eines Eisenba u ngibt, verM worder Darlehen, um M nen und ver,chwlndn at hat. Zuletzt M , Betrügereien oemt. - Bor dem Betrugt ■gut tun, Aj-ig- w n S8abean|lolli" “ J“ An» ? Er i|t i®" ' ! gangbar,/»«•»* »>* ” * , bet le«*' * ,n »itMUtnSman* i >°"-d° ..**'.'* l Eani !»- 3 ** SM «***&#* ;t Schasz^ ,cde" r hen ^' n,r E lb izr. Schwierigkeiten zil beseitigen. ke. F r a n k f u r t a. M., 27. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht de? ',) Amtliche dloticruiigcii der heutigen Viehmarkt- „Gieß. Änz.".) Amtliche Sloticrungcn der heutigen V i e b ina rkl- preise. 311m Verkaufe standen: 346 Ochsen, 96 aus Oesterreich 54 Butten, 8 ans Oesterreich, 809 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 217 Kälber, 187 Schafe und Hammel, 1581 Schweine, 2 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schattämmer. Bezahlt wurden für 300 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 79—81 Mk., 2. Qualität 74—76 D)lt, 3. Qualität 60—64 Mk.; Bullen: 1. Qual. 66—68, 2. Qual. 62—64; Kühe 1. Qualität 74—76 Mk., 2. Qual. 66-68 Lik., 3. Qual. 52-56 Alk., 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 55—56 Pfg., 2. Qualität 80-90 Pfg., Lebendgewicht 47-52 Pfg., Schlachtgew. 65—70 Pfg.; Schase: 1. Qual. Schlachtgew. 82 bis 00 Pfg., 2. Qual. 74—76 Pfg. Schweine: 1. Qual. 67—68 Pf., Lebendgeivicht 52,5—53 Pf., 2. Qual. 66—00 Pf., Lebendgewicht 52-00 Pfg., 3. Qual. 58—60 Pfg., Lebendgeivicht 00 - 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, kein Ueberstand; bei Kleinvieh gut, kein Kunft und Wissenschaft. Berlin, 26. Juli. Der Landschaftsmaler Professor Walter Leistikow, einer der Führer der Berliner Sezession, ist nach schwerer Erkrankung in einem Sanatorium im Alter von 42 Jahren gestorben. Universitäts-Nachrichten. [] Marburg, 26. Juli. Geh. Reg. - Nat Friedrich Vogt, Professor der deutschen Sprache und Literatur und Direktor des germanistischen Seminars, wurde zum Rektor dec Universität für 1908/09 gewählt. bei dem hiesigen Amtsgericht beschäftigte Gerichtsschreiber- aspicant Issel, der in Bieber wohnt und mehrere Kinder besitzt, hat auch ein außereheliches vierjähriges Kind, da§ die Eheleute sehr vernachlässigten, während die ehelichen Kinder , in jeder Weise vorgczogen wurden. Anfangs dieser Woche verließ I. nun seinen Dienst und mit Frau und den übrigen - Kindern die Wohnung, um sich auf das Frankfurter ! Turnfest zu begeben, das vierjährige kränkliche Kind in der < Wohnung allein zurücklassend. Die Nachbarschaft wurde am zweiten Tage durch daS Jammern und Wimmern des armen Wurmes aufmerksam, man benachrichtigte die Polizei, welche , die Türe mit Gewalt öffnen ließ, und man fand das Kind in total verwahrlostem, halbverhungertem Zustande, dem Tode nahe vor. Es wurde sofort in andere Pflege gegeben, doch bezweifelt man, daß eS sich wieder ganz erholt. Die Ehefrau Issel wurde am vergangenen Freitag in der Wohnung festgenommen, als sie gerade von dem Ausflug zurückgekehrt war. Den Mann hat man noch nicht. Das Gericht beschäftigt sich jetzt eingehend mit dec Angelegenheit. fc. Mainz, 26. Juli. Die 22 Jahre alte Rosa Maria Hergen von Gonsenheim wollte heute, 26. Juli, ihr Hochzeitsfest begehen. Vorgestern wurde sie von einem Insekt gestochen, infolgedessen Blutvergiftung eintrat, die so rasch um sich griff, daß ein operativer Eingriff unmöglich war und das bedauernswerte Mädchen gestern im Rochus- hospital verstarb. K. Von der Bergstraße, 26. Juli. Am 16. August d. IS. wird in Auerbach a.d.B. das 60jährige Militärdienstjubiläum des Majors a. D. Diery festlich begangen. Im Kriege 1870/71 war der Jubilar Chef der 2. Kompanie deS Infanterie-Regiments Nr. 117 und an genanntem Tage werden die Kriegsveteranen der Kompanie ihrem hochbetagten einstigen Führer ihre Glückwünsche überbringen. — Der Lustmörder Mohrweiser, der vor etwa sechs Wochen in Weinheim den etwa 3 Jahre alten Knaben Fischer auf schreckliche Art tötete, wurde der psychiatrischen Klinik in Heidelberg überwiesen behufs Beobachtung seines Geisteszustandes. In der Untersuchung sind Zweifel über seine Zurechnungsfähigkeit entstanden. 4- Kinzenbach, 24. Juli. Der auf dem Wetzlarer Hüttenwerk beschäftigte Georg Lenket wird seit Montag, 20. Juli, vermißt. Zur gewohnten Zeit hat er hier seine Wohnung verlassen, um an seine Arbeitsstätte zu gehen, ist aber bisher noch nicht wieder zurückgekchrt. Er soll zuletzt in Dutenhofen und später an dec Lahn gesehen worden sein. Leukel ist der Vater einer starken Familie. Man befürchtet, daß ihm ein Leid begegnet ist. X Wetter, 26. Juli. Heute sind eS 40 Jahre, daß daS Dorf Laisa fast vollständig bnrch Feuer zerstört wurde. Ueber 140 Gebäude wurden damals ein Raub der Flammen. (?) Frankfurt a. M., 25. Juli. Der Männer- yesangverein „Art on^-Bro o l lyn gab heute abend nn Palmengarten ein Konzert, das sich eines Massenbesuches der Frankfurter zu erfreuen hatte. Die Zuhörer bereiteten den fremden Sängern einen begeisterten Empfang und ebenso rauschenden Beifall fanden ihre Chöre, besonders_bie in deutscher Sprache. Außer den Männerchören , Schäfers Sonntagslied' und „Magbalen' brachten die amerikanischen Sänger die amerikanischen Volkslieder „Old black Joe“ und „Diexies land“ zum Vortrag; ein aus Amerikanerinnen bestehendes Quartett, das Manhattan - Lady - Quartett, trug unter anderem „Coming through the Bye“ unb „Suance river“ vor. Der Frankfurter Sängerbund, in Stärke von etwa 200 Sängern, bot ebenfalls einige Gesangsoorträge. An das Konzert schloß sich ein Kommers im GesellschaftS. hause des Palmengartens. Morgen werden die Amerikaner noch die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen und dann am Montag nach Wiesbaden weiterreisen. fc. Frankfurt a. M., 26. Juli. Der Versicherungs- Inspektor Christian Heinrich von Stabei von hier wurde in Mainz gestern verhaftet, da er sich am Fmthener Berg unsittlich an einem 12 jährigen Knaben verging. Da er nach seiner Verhaftung den wiloen Mann spielte, wurde er zur Beobachtung dem Rochnshospital zugesührt. Wiesbaden, 26. Juli. Opfer eines Gaunertricks. Ein hier zur Kur weilender Amerikaner ist, wie die „Wiesbad. Ztg." melbet, heute nachmittag in einem hiesigen Caf6 beim Spiele einem Gaunertrick zum Opfer gefallen und Grignral-DrahtnieLdurrsen. () Fr i e d b e r g, 27. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in die Hofreite des Wagnermeisters Liebert in Ziegenhain-Langenhain. Stall und Scheune brannten nieder. Dann schlug der Blitz sechsfach in Getreidehausen auf dem Felde. An den Löscharbeiten beteiligten sich die Feuerwehren der Umgegend. Paris, 27. JuU. Nach einer sehr unwahrscheinlich klingenden Meldung des „Journal" steht ein ernster diplomatischer Konflikt zwischen Deutschland und Portugal bevor wegen der Grenzberichti§nng zwischen Kamerun und Angola. Deutschland begehrt bekanntlich das portugiesische Gebiet von Cuanhama, dessen Häuptlinge Deutschlands Schutz gegen die Cuneno- Stämme anriefen, weil Portugal ihnen diesen Schutz nicht gewähren konnte. England soll Portugal Beistand gegen die deutschen Ansprüche versprochen haben. Augenblicklich seien lebhafte Verhandlungen zwischen Berlin und Lijsabon im Gange. Paris, 27. Juli. Echo de Paris meldet aus Tanger: Die beutschenKonsular-AgentenundPo st beamten sind zurückgekehrt und haben ihren Dienst wieder angetreten. Der Gouverneur hatte ihnen eine Ehren-Eskorte entgegengesandt. London, 27. Juli. »Daily News" melden aus Konstantinopel: Das jungtürkische Komitee hat der otto- manischen Bank befohlen, die Summen, die von den Steuereinnahmen herrühren, nicht mehr an die Regierungsbehörden abzusenden. Die Jungtürken verlangen, daß den politisch Verbannten gestattet werde, auS der Verbannung zurückzukehren. einer Brieftasche mit 8000 Dollars, seiner wertvollen Uhr und eines Brillantringes beraubt worden. X. Hanau, 26. Juli. Die 16jährige Tochter deS hier wohnenden Pulverhilfsarbeiters Reuter sprang bei Klein-Steinheim in selb st mörderischer Absicht in den Main und ertrank. Das Motiv für den Selbstmord ist nicht bekannt. — Als ein Kleinbahnzug der Kahlgrundbahn die Station Mömbris passiert hatte, bemerkte der Lokomotivführer, daß eine männliche Person auf den Schienen lag. Der Zug konnte noch rechtzeitig gestellt werden. Der Selbstmordkandidat war ein fremder Handwerksgeselle. fc. Vom Taunus, 26. Juli In Mammolsheim wurden auf dem Friedhof sechs Grabsteine und die Grabeinfriedigungen demoliert. K. Schloß Friedrichshof i. T., 26. Juli. Prin- zessin Friedrich Karl von Hessen trifft am 29. Juli von London wieder auf Schloß Friedrichshof ein. Am gleichen Tage wird die Kronprinzessin von Griechenland zu längerem Besuche erwartet. (th.) Der Grubenvorstand der Gewerkschaft der Gießener Braunsteinbergwerke beschloß in der heute im Hotel Kühne abgehaltenen Vorstandsschung für das 2. Quartal pro Kuxe eine Ausbeute von 50 Mark zu zahlen. Kleine Tagcschronrk. Oberbaurat Heinrich Dolmetsch in Stuttgart, ein bekannter Kirchenbauer, ist, 62 Jahre alt, gestorben. — Ein Automobil mit einer achtköpfigen holländischen Reisegesellschaft suhr in rasendem Tempo aus der Strecke Heerlen-Maastricht im Dorfe Kunrade ans eine Maschine aus. Das Automobil ging in Trümmer. Emen 10 jährigen Mädchen von der Reisegesellschast wurde der Kops vom Rumpfe getrennt. Der Ehauffeur ist schwer verletzt. Die übrigen Personen erlitten mehr ober weniger schwere Verletzungen. Tie Gouvernements Astrachan, Saratow und die Wolga von Astrachan bis Samara, Stadt und Kreis Saniara, die Stadt Nikolajewsk und der Kreis SySran (Gouvernement Simbirsk) sind als von Cholera bedroht erklärt worden. Abermals haben schwere Regengüsse in Galizien große Verheerungen angerichtet. Eine Anzahl Personen ist umgekommen. Der Schaden ist unübersehbar. Wieder hat eine surchtbare Ueberschwemmung eine türkische Ortschaft heimgesucht. Aehnlich wie kürzlich Tokat in Armenien, wurde jetzt S u n g a r I y im Wilajet Augera von Regenluten verheert. 190 Häuser sind vom Wasser sorlgerissen worden. Zahlreiche Menschen sind tödlich verunglückt. Auch viel Herdenvieh ist zugrunde gegangen. Sport. — Der Ruderklub „H affin" Gießen siegte bei der IX. Regatta des Südd. R.-V. m Mainz im Ermunterungsrennen. E y d t k u h n e n , 25. Juli. Der amerikanische Thomaswagen passierte kurz nach 6 Uhr die deutsche Grenze. — Ter „Berl. Lokalanz." meldet aus Wien: Die deutschen Teilnehmer an der Kaiserpreis-Autofahrt Wien-Berlin wurden gestern im Gebäude des österreichischen Automobilklubs in Anwesenheit des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg und des Herzogs von Ratibor festlich empfangen und durch den Kriegsminister herzlich begrüßt. , Paris, 26. Juli. Ter deutsche ProtoSwagen ist auf der Mrt New-Pork-Paris um 7 Uhr abends vor dem Gebäude alin" angekommen und wurde von der Menge lebhaft begrüßt. „ . . Fr ankfurt a. M., 26. Juli. Der 23. Kongreß der Allgemeinen R a d i a h r - U n i o n wurde heute nachmittag 3 Uhx nut der Uebergabe des Bundesbanners seitens der Stadt Aachen an die Stadt Frankfurt eingeleitet. Tie Teilnehmer, unter denen sich auch Generalleutnant z. D. v. Chappuis und Ober- taalsamvaltTr.Hupertz befanden,versammelten sich imKaisersaal des Römer. Hier übergab der zweite Vorsitzende des Konsulats Aachen mit einer kurzen Ansprache dem ersten Vorsitzenden des Konsulats Frankfurt das Banner, der in seiner Erwiderung den Dank des Konsulats Frankfurt für diese hohe Auszeichnung zum Ausdruck brachte. Stadtrat Dr. Hengsberger begrüßte in einer längeren Ansprache den Kongreß im Namen des Magistrats der Stadt Frankfurt und überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters, der am persönlichen Erscheinen verhindert sei. Der erste Vorsitzende der Union, Kriegsgerichtsrat Becker-Straßburg, dankte namens der Union der Stadt Frankfurt für ihren freundlichen Empfang durch ein dreifaches „All Heil 1" Handel. — Deutsche Reichsban k. Jetzt in bet Zeit einer selten gesehenen Stagnation im Geschästsleben wie an bet Börse wirb die Lage der Deutschen Reichsbank von Woche zu SBodje Dem Geschäflslcben günstiger. Tas liegt einerseits an den geringeren Bedürfnissen der Industrie, andererseits an den vermehrten Zu-, fliüssen, namentlich auch an den Goldzuflüssen aus dem Ausland, Die noch nicht aufgehört, wenn auch nachgelassen haben. Aus dem neuesten Ausweis ergibt sich unter anderem die folgende an sich sehr erfreuliche Erscheinung, daß der i>!otenumlauf der Bank jetzt zu 85,9 Prozent bar, d. h. durch .Metall, Reichskassenscheine und dloten anderer Banken gedeckt ist, gegen 73,1 Prozent un Vorjahr. Tie reine Metalldeckung beträgt 78,7 Prozent gegen vorjährige 64,2 Prozent. Im allgemeinen bat sich der Status in der dritten Juniwoche 128 571000 Mk. gegen 52 066 000 Mk. im Vorjahr gebessert. Tie steuerfreie Notenrescrve hat die ungewöhnliche Höhe von 268 476 000 Mk. (1907 86 687 000 Mk., 1906 163 411000 Mk.) erreicht. Auch in den einzelnen Positionen macht der Ausweis v-om 23. Juli einen vorzüglichen Eindruck. Ter Metallbestand ist wieder um 43 614 000 Mk. (i. V- 46 215 000 Mk.) auf 1 146 420 000 Mk. (923 656 000 Mk.) gestiegen. Die Anlagen in Wechseln und Lombard haben sich in bet letzten Woche um 48,2 Millionen auf 945,2 Millionen Mk. verringert. Eine wesentliche Neduttion erfuhr auck m an Neichsfck)atzanweifnngen, und zwar um 40,1 auf 72,5 Millionen Mk. Auch die fonstigen Aktiva, unter denen die zinsfreien Vorschüfse für Goldimpoittc sich besinden, ermäßigten sich um 22,1 Mill, auf 184,3 Mill. Die Lage der Reichsbank ist also sehr günstig, von einer weiteren Zinsfußherabsetzung jedoch nicht die Rede. — Kleine F i n a n zchr o n i k. Nach neuesten Meldungen aus London hat die neue Brasilianische Anleihe nur wenig reuissiert. Die Firmen, die sich an der üblichen vorherigen Zeichnung beteiligten, mußten einen großen Teil der gezeichneten Beträge auf eigene Rechnung und Gefahr übernehmen, während doch gehofft wurde, diese Summen ntu Nutzen unteczubringen, Brasilien hat auf finanziellem Gebiete gegenwärtig einen recht schweren Stand. Tie Valorisationsmanövcr haben der Kreditfähigkeit des Landes großen Schaden zugeficht. — Der Siegen-Solinger Guß- stahlverein wird, nad> Börsennachrichten, keine ober nur eine geringe Dividende für das abgclaufene Geschäftsjahr zur Vertei- lung bringen können. Für das Vorjahr wurden noch 8^/3 Proz. gezahlt. — Die Deutschen Benzin- und Oelwerke in Regensburg werden in der im August stattsindenden Versammlung die Verlegung des Hauptfitzes der Gesellschaft von Regensburg nach Berlin und die Aufnahme des Verkaufs von Petroleum beantragen. — Die Mburitfabrik in Witten a. Rh., die durch die schwere Explofionskatastrophe bekannt geworden ist, tritt zufolge Beschlusses ihrer Gesellschafter in Liauidation. Solingen, 26. Jnli. Nachdem alle Versuche betreffend einer Verschmelzung der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Solinger Bank mit irgend einer Großbank gescheitert sind, ist heute Mittag der Konkurs der Solinger Bank beim hiesigen Amtsgericht ange- meldet worden. Der Anssichtsrat hofft so am besten alle bestehenden Vermischter. • In Lu dwigs Hafen ist das Kinernatographcntheater „Le royal Bio", Inhaber Hirdt auS Dresden, das gestern abend seine erste Vorstellung gab, gegen 11 Uhr abgebrannt. Ursache des Feuers ist wahrscheinlich Entzündung eines Films. Der Schaden beläuft sich auf zirka 25 000 Mark. Das Publikum bewahrte zum Glück vollste Ruhe und entfernte sich chnell aus dem Bau. 'Feuersbrünste. Eine große Feuersbrunst wütete, wie aus Rastenburg gemeldet wird, in dem Dorfe Podlechen. DaS Feuer ist in einem Wirtschaftsgebäude durch Selbstentzündung von frischem Klee entstanden. Das ganze Dorf i|l niedergebrannt. Nach Mitteilungen aus Mitau steht die Stadt Talsen in Flammen. Aus Libau gingen gestern Extrazüge mit Feuerwehr und einem Militärkommando ab. Ebensolche Hilfe wurde aus anderen Städten gesandt. Laut heutigen Nachrichten sind von Tolschi bloß einige Häuser übrig geblieben. * Der Stollen des Lötschberg tunnels ist auf 1100 Meter Länge, von der Bohrstelle bis 1500 Meter vom Tunneleingang, vollständig mit Schutt gefüllt. Die Räu- muugsarbeiten verlangen große Vorsicht, da zwei Tynamit- lcrger zerstreut und zerstört wurden. Mehrere Dynamtt- patronen wurden bei den Ausräumungsarbeiten bereits im Geröll gefunden. Es wurde kein weiteres Opfer zutage gefördert; man fand aber verschiedene Leichenteile. Zahlreiche Arbeiter wollen abreisen, da die Arbeiten eine ziemlich lange Unterbrechung erleiden werden. Die Unternebmung verweigert jede Auskunft und untersagt streng den Zutritt zum Tunnell * Die Leichen der beiden vom Wetterhorn ab gestürzten Touristen, des Eifenbahnsekretärs Grimmeisen aus Ludwigshafen und des Prokuristen Holder aus Annweiler (Pfalz) sind zerschmettert aus dem Grimmengletscher aufgefunden worden. Beide hatten ohne Führer in Gesellschaft von drei Berlinern und zwei Engländern den Abstieg durch ein verschneites Couloir nach Glockstein versuchll Dabei glitt der an der Spitze gehende Grimmeisen auf einem Stein aus und riß im Fallen den ihm angeseilten .Holder mit Tie Uebrigen kehrten nach dem Sattel um und stiegen über die Tossenhütte nach Rosenlaui-Bad ab. ♦ Der wiedergefundene Schmuck. Die am Abend des 13. Januar d. I. aus der Wohnung der Gräfin Wartensleben verschwundenen Schmuckgegenstände, ein Perlenhalsband im Werte von 250 000 Mk. und eine Brosche im Werte von 17 600 Mll wurden gestern in einem Versteck aufgesunden, das die schon einmal verhaftete Anna Steger, die damalige Zofe der Gräfin, einer Freundin zeigte. Diese stand mit einem Privat-Tetektiv-Bureau in Verburdung, das die Kriminalpolizei benachrichtigte. Tie Steger wurde deshalb sofort verhaftet Sie gestand den Tiebstahl unumwunden ein und bezeichnete genau die Stelle, an der das Perlenhalsband und die Brosche unversehrt vorgefunden wurden. Tie gestohlenen Schmuckgegcnstände waren an einem Ort versteckt, wo sie niemand vermutet hätte. Tie Perlen gelangten wieder in den Besitz der Gräfin. Darmstadt, 25. Juli. Mit welcher Leichtfertig, keit oft Bauten ausgeführt werden, davon gibt der z. Z. bei dem Umbau des Restaurants »Zur Oper" notwendig gewordene Abbruch einen drastischen Beweis. Die Maurer fanden beim Abreißcn der Jnnenmauern einen gemauerten alten Kanal, der anscheinend die Abwäsier aus der Jnfanteriekaserne fuhrt und der in den amtlichen SituationS- pläncn nicht aufgeführt ist. Hierbei stellt sich nun heraus, daß ein Teil der schweren Mauern, die wieder mit schwerem Gebälk belastet sind, einfach auf diesem Kanal errichtet sind. Wenn auch die Kanalmauecn eine entsprechende Stärke haben, konnte doch unter Umständen bei dem geringsten Nachgebcn derselben unabsehbares Unglück entstehen. Bet dem Umbau wird auch wieder ein von dem Besitzer erworbenes Stück der alten städtischen FestungSmauer zum Abbruch kommen. DaS neue Restaurant wird einen großen 40 Meter langen und über 10 Meter tiefen Saal für populäre WirtschastSzwecke enthalten. fc. Darmstadt, 26. Juli. Bor einigen Tagen fand fyier die Eröffnung des Testamentes einer alleinstehenden kürzlich verstorbenen wohlhabenden Dame statt. Verschiedene Bekannte, weitläufige Verwandte erhielten ansehnliche Legate, während ein ihr am nächsten stehender Neffe, auf den die Erblasserin stets große Stücke gehalten und der den Löwenanteil an der Erbschaft erhoffte, nur mit folgendem bedacht wurde: „Zum Schlüsse vermache ich meinem lieben Neffen.... das Erbbegräbnis der Familie." D a r m ft a d t, 25. Juli. 2 500 Mark geft 0 hlen wurden heute nacht angeblich einem Kaufmann aus Karls- rutye, der sich am Abend in angeheitertem Zustande in, ein hiesiges öffentliches Haus begeben hatte. Er hatte gestern in Aschaffenburg 3500 Mart eingenommen, war bann in das fragt. Haus gekommen und vermißte den erwähnten Betrag, als er im Lause des Tages in seinem Hotel von einem kräftigen Rausche erwachte. Tie alsbald festgenommene Dirne bestreitet mit Entschiedenheit von dem Geld etwas zu wissen, auch fand man bei einer Durchsuchung nichts Verdächtiges vor. Ihre Festnahme ist erfolgt. sd. Offenbach, 25. Juli. (Rabeneltern.) Dec llebersland. «oranssichtliche Witterung für Hesien am Dienstag den 28. Juli: Teilweise wolkig und Gewitter. Später etwas kühler. Briefkasten der Bedaktion. lAnonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) F. H. Ein Leser unseres Blattes, der Ihre Briefkastennotiz gelefcn hat, gibt Ihnen den Rat, sich an O t t 0 Friedel, Poliklinik in Braunschweig zn wendem Märkte. SiSWck-GMWs-Mtt. Unsere Mitglieder und «lle ViSmarcksrerrnde laden rcic für Mittwoch, den 29. L Mts., 9 Uhr, nach Steins Warten (Klemer Saal) zu einer einfachen, öffentlichen Bismarck-Gedächtnis-Feier hiermit ein. Die Festrede hat Herr Pros. Alten darf übernommen. Jedermann ist willkommen. ▼”/, Vtreii der ngt. üb. jngenfr. gatiiiiauibrrflkr Verein. Zleues Sladttyeater Gießen. Direktion: Hermann Steiugoetier. Ö*h DienStag, de» 28. Juli 1908: Sechstes Operetten-Gastspiel des Grossherzogi. Kurtheaters Bad-Nauheim Direktion: Hermann 251 e i n g o c 11 e r . •nter Mitwirkung der KapeUe des bieslgea Inf.-Reg. Kaiser Wilhelm Gasparone .....- Operette In 3 Akten von Carl Millöcker. ----- Anfang 8 Uhr. Ende gegen 10*1, Uhr. xff~ Die Herren Studierenden genieben an der Abendkasse ‘DtciSennähtgung. Bürgerverein Giessen. Dienstag, den L8. Juli er., abends 9 Uhr im Saale bei Herrn I. Dickorä Baiser-Allee Diskussions-Abend. Hierzu laden wir unsere Mitglieder, sowie Freunde und könnet deg Vereins ein. (vw/, Der Vorstand. tViir die Ferienzeit empfehlen wir unser grobes Lager in Handarbeiten. Decken-Stoffe, Läufer, Wand schöner, Milieus, Kissen, gc zeichnet, Ueberhandtücher, Klaoierdecken, Büffetbecken, Westen zum Besnckcii. Sachgemäbc Anfertigung aller gewünscht. Zeichnungen. UalomoiiCie. _________ la"'J NcuemarinirrteHännge Neues Grünkorn Neue Salz-Gurken . Neues Sauerkraut empfiehlt (4618 I. M. Schulhof. 4548) Bringe Dienstag in der Schulstrahe schoiW rheinische Aprlkowen ■owle Pfirsiche Mim Berkaus. Der rheinische Cbhbdnbler Anton Schneider. „Wie das tiulkleid sein soll“ Praktische Winke zur Her- -h'UunK der MftdchenschuL Meldung nach gesundheit- eben 1 * * IrundsStzen. Kam gratis abgeholt iwcnlcn bei A. Salomon & Cie. (a“/, Morgen trifft eine grobe Sendung Einmacligurken ulinmacbbohnen ein, verknuie zu den 'billigsten Tagespreisen. (Ö617V Klingelhöfer, Deleohon 707. Wettergassc 5. Gänse, Enten gar leb. Ank., ti Mon. all, voll lammen ausgewachsen. oollfcbrm, fleischig, schlachtreif 10 2nid ca. b Pfd. schwere (üdnie 30 Mk 1H schwere <*nifu 27 l’if. |hv r , Etreiland, Tsiebiu 2d)lciie«31 Morgen TicnStaq trifft aus dem Branbvlave eine frische Senbung Heidelbeeren und (Sinniachgurken ein. (06173 _________«Heber, Diensttnann. Vorlesungs-Verzeichnis der toersiföi dosiock iür Winter 1906/09, ist kostenfrei zu beziehen durch daS I*/,] Sekretariat. Zwiebelkuchen Xicntftagtf, Donnerstags und Samstags, von morgens 8'/,Uhr. B. Schomber 1190____________Walltorstr. 51. 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