Dahnen in verkehrshinbernter Weise ba4 Stabltcrrain -erschnüten unb bie Fcidbcreinigungsarbciten zu wenig Rücksicht aus bie kom- mcnbnt ^tvaßenzuge nähmen. 3in Hinblick aus biese Mibstünde verlangen bie Herren Antragsteller eine Blenderung der bisherigen shidtischen Bebauungspolitik und fordern einen großzügigen SlaDt- ücbauungeplan, ber int Wege einer Konkurrenz ausgeschrieben werden soll. Unsere Kommission hat sich also namentlich mit zwei fragen zu beschäftigen: 1. Bestehen in Gießen nach Qualität unb Quantität wirklich unzureichenDe Bebauungsplänc, seien cS bereits genehmigte, seien es ausgeardciiete, aber noch nicht bekannt gegebene unb noch nicht genehmigte, unb 2. Empfiehlt es sich, alle vorhandenen Bebauungspläne zu veröffentlichen ? Mit der ersten Frage hangt aufs Engste bie üble älage bet Lberhcssisckjcn Eisenbahnen, bie, wie allgemein anerkannt wirb, schwere Bedenken hat, zusammen. Tie Slommiffüm hat deswegen zu allererst bie Mittel uno Wege untersucht, wie man an bet Hand der bekannten Profefsot Sammcrschen Plane unb der etwas modifizierten des Lanotagsabgeoronclen Aleun bie fraglichen Bahnlinien verlegen und eine anderweitige Einmündung in den Staacs- vahnhof erreichen könne. Betanntlich bestehen nennenswerte tech> nijche Schwierigkeiten nicht, wohl aber, wie sich aus Den wiederholten Der Handlungen mit Dem Eisenbahn jiskus ergeben hat, außerordentliche große luianzielle. Tiese Schwierigkeiten find gleich große, ob man bie Getnbausener strecke von Garbcnkcich über Watzenborn-Steinberg, Leihgestern, Großen-Linten leiten will, was Herr Leun vorschlagt, ober oo man Die Bahnlinie vom Schiffen» oerg über Kieui-Liiiten nach Dem Südende von Gießen Dirigiert. Lebtet es ist bekanntlich der schon zehn Jahre alte Spmmersche Plan, für Den neuerdings auch der Burgetoerein lebhaft cmtritt. Bezüglich der Verlegung ber Geleise der Fulbacr Strecke weichen die beiDcn Projekte voneinander nicht ab. Aus Den früheren Verhandlungen oer Stadt mit Dem Eiscn- bahnfiskus hat jtch ergeoen, daß Die technische Durchführung des einen oder anderen Projekts der Stadt 2,2 Millionen Mark tosten würde, wahvend scstjtehi, oaß ein nennensioettet Gegenwert durch Den sreiweroenden Bahnkörper nicht zu erzielen ist. Er wurde wahrfck>cinlich durch Die Holten bet Abtragung der Bahndämme, an Deren Stelle Straßen treten müßten, ivettgemacht werden. Diese Kbsteuverechnuügen liegen zudem mehr ais 6 Bahre zurück. Im Hinblick auf bie allgemeine Verteuerung wurde heute eine Kapitalaufwendung von annähernd 3 Millionen Mark erforderlich fein. Tas ist ohne Amortisation gleichbedeutend mit einer Steuererhöhung von 15 Proz., mit Amortisation (2 Ptoz. als Norrnaljatz angenommen) sogar einer solchen von 23 Prozent. Die ZKommission wat einstimmig oer Ansicht, daß Der Eiscn- bahnsiskus von seiner Forderung nicht aogehm werde, unb tarn deswegen zu dem Ergebnis, man müße das Eiseiivahiiverlegungs- projeh twtz feiner zweifellosen Vorzüge wohl oder übel so lange zurückstelleii, bis bie Eisenbahnvcrwaitung selbst aus zwingenden betriebstechnischen Gründen die 'JiotiuinDißLü der Verlegung der beiden Bahnlinien als geboten erachte. Man könne den Gießener Steuerzahlern, deren Steuerkrast bereits erheblich angespannt werde, nachbem man eben erst die Kanalgebühren, bie Bcsitzwechselabgabe und bie Wertzuwachsstener eingefuhrt habe, unb man mit einem nicht unerheblichen Lkirvieinnahmeausiail vom Iahte 1910 an zu rechnen l/ibe, eine so unveri-ulinismaßige Steuererhöhnng nicht zumuten. Auch an die im Prinzip beschlojsene elektrische Straßenbahn, deren Zuschußkosten jedenfalls oie Zulvenduiigen für Den Omnibu»verkehr nm ein Mehrfaches jibetfteigen, glaubt bie Sonber- kommission erinnern zu sollen. Tre Mehrheit dL Staviverorbneten-Versammlung hat sich zwar wiederholt auf den abwartenden, vorläufig ablehnenbcn, Standpunkt unserer Kvmmi'ision gestellt, aber es wird zur endlichen Klärung Der Situation erheblich beitragen, wenn nochmals in bündigster Form fcftgcireiit wird, daß bas Eijenbahnverlegungs-- Projekt unter den obwaltenden widrigen Umstanden, namentlich Den unerschwinglichen Forderungen des Eisenbahnsiski.s, aus Dem Kreise ber dringlichsten stadtilchen Ausgaben ausschewen muß. „Atlsgefc.-oben ist nicht aufgehoben." Jvixnfalls wate es verkehrt und wurde Die Bausluchtlinienpolitik ber Gegenwart nach mancher 'Jiidxung hin lahmtegen, wenn man nicht zur Zeit die Frage einer anoer-rocitigen Linienführung aus den Bebauungsplänen ganz ausschaltete. Alle beschlossenen, in beiden ober nur in bet einen Jnstanz gcneljmigten, bie beschlußreifen und vorläufig im Entwurf vorliegenden Bebauungspläne baten unserer Kommission vorgelegen. Tiese Einsichtnahme war wertvoll und hat Die wünschenswerte Ausklärung, namentlich bei Denjenigen KommissionsmitgüeDern, Die Die Pläne gar nicht ooer nur zum Teil kannten, gebracht. Diese ^Information war gi.eichbebeute.id mit Der Ueberzeugung, bau bie Plane sachverständig unb weitblickend ausgcar^eitet jinb, baureifes Gelände in weitem Umfange und hinreichende Quartiere und Straßenzüge vorsehen. Tie yeutzutage nicht mehr zu ent- i-ehrenoen hygienischen uno ästhelischen Gesichtspunkte, freie Plätze, Vorgärten, Vermehrung ber Anlagen, Führung der Straßenlinien ohne beit alten starren monotonen Charakter sind, wie wir uns weiterhin überzeugt haben, gebührend berücksichtigt. Vielleicht gibt die zu erwartende neue Bauordnung in Verbindung mit modern gedachten Baustatuten die Möglichkeit, noch mehr als bisher ästhetischen Forderungen gerecht zu werden, und, was wohl ebenso wichtig ist, für besondere Villen--, Aroeiterwohnviertcl mit besonderen Wohnstraßen und für spersische Fabrikviertel Sorge zu tragen. Ein beschleunigtes Tempo in der Fertigstellung neuer Straßen ist, wie aus den Plänen ohne weiteres hervorgeht, schon jetzt in sichere Aussicht genommen. In allernächster Zeit gelangen neue Bebauungspläne von Bedeutung zur V.rabschicdung. Tie Kommission ist deswegen der Ansickü, daß es unberechtigt ist, über eine „Siucfftönbigieit" Der Projekte, „Energielosigkeit" und „Kurzsichtigkeit" ihrer Fortführung Beschwerde zu führen. Wit haben zuoerlafsig leststellen können, daß baureifes Geläute bereits genug Vorhand eit i|t oder wenigstens in allernächster Zeit vorhanden sein mirj. Es reicht aus für Die natürliche Entwicklung ber Stabt bis jum Jahre 1925, alle vorhandenen Pläne Deren Vorarbeiten in ter Hauptsache fertiggestellt find, entsprechen io gar Dem Bedarf bis 19 4 0, also für eine ganze Generation. Gerade dieses Ergebnis ter Beratung.n im schoße ter Kommission hat Dasjenige Mitglied des Ausschußes, das Den Antrag Wiiin und Geiiosseu unterstützt unD mitgezeichnet Hot, überzeugt. Daß Der Antrag, was den Mangel an Gelände uno Bebauungsplänen anbemnt, von einer nicht haubarcn Voraussetzung ausgehl. Infolgedessen sind unsere Beschlüsse, was besonders hervor- gehobeit zu werden verdient, einmütige gewesen. In dieser Stimmung oct"mögen die Mitglieder nicht cinzusehen, was die Heran- zichung cuöroarttgcr Sachoerständiger oocr gar Der durch ein PreiSauSsä/reiben belebte Äetioewero unter staotftemDen Spezialisten für einen Nutzen baten soll. Wir halten eine solche Heranziehung auswärtiger Hilfskräfte für überflüssig, ja nicht einmal für lehrreich. Beionters eingehend wurde in der Kommission die Frage, ob der gesamte Bebauungsplan, un Gegensatz zu den bisherigen Gewohnheiten, oiitnge^gt werden soUe, erörtert, liebet die Zweckmäßigkeit einer sollen Maßregez gibt cs nicht einmal eine herrschens Pleinung, jckjon aus dem naheliegenden Grunde nicht, weit die VerhutUtisie der einzelnen Komuiunen viel zu ver- fchieden sind. Tie Ansichten darüber, ob durch Die Qsfenlegung Die private Grundstuasspekulation ocr)iartt lverte oDer nicht, gingen auch in unserer Aommissivn ausemunter. Tie Auffassung, Daß ein: Vermurung Der Spekulation an und für sich noch fern Unglück fei, weck dadurch oer Markt für Booenwene eriooiteit, Der hinter Da .Spekulation fejynte Aankkvchü i#a Hinblick jnq Dpt größere Publizität ter zu beleihenden Objekte uno Damit verbunden auch auf das geringere Risiko ter Geldgeber tatkräftiger würde und schließlich die Moiwpolstenung einzelner besvntero rühriger und wagemutiger Spekulanten durchoroaen rotuäi lonnc, ist in der Kommission nicht unvcrtrcten gcbluren. In ter Tat wurde es ter Gefamtl-cit nicht allzuviel jchaten, wenn Das verwia 1. .itiö jchwietige Gefckzaft der Beibringung des BaulaiiDes, feine leuiui- iung unD Umformung in Bau st eU en von konkurrierenoen < -iiai.» gefcilfchaften mit Nu gern Blick in ine Zuiuilft über- und uns abgenommen wurde. ?Jian märte den sog. „Urbcsitzern", die mehr Mit Instinkt als mit kaufnuinnifcher .'iultnlinioii a.l ihrem Befitze festhalten und fo die Preise zu lrinven ineben, ihr geiaiji lichcs Spiel verdcroen und den Spekuiationstaumel -ur JÄiuion bringen. Auch das wäre wohl noch kein ncmieiienra.r C^aoai für die Gesamtheit, wenn die Lfsenlegung Die,er Pläne leine andere Folge harte, als daß bie zu erwartende ltmwanblung oec landwirischaftlichen diente in die Bau- uno Wohnr.nre auiizrpiert würde. Eine ahntickje Folge Hai ja, wie nnr wifsen und ivie auch vorznscheii war, bie neue Wertzuwachssteuer arsoald gebart. Trotz bi cf er von einer Minoerljeit in ber Kommiifion angeregten Gesia, ticren, deren Bebauungspläne heute als unabänderliche gelten Dürfen, notwendig mackjen. III. Einen Dritten gewichtigen Grund gegen Die Offenlegung eines Generalplans der ganzen stäotifche.i Gemarkung erblickte, endlich bie Kommission barin, Daß bie geheime uno vorsichtige Tätigkeii veS Stabterweiterungsfonos, bie ja preisregulicrenD, einer übertriebenen Privatfpekulation uorgrcifcnb unb |ie unter Ilm- stäuben dnrchqnerenb wirken soll, burch eine weitherzige Offen* legung aller Pläne einfach illusorisch gemacht wirb. Auf Grund der vorstehenten Darlegungen unterbreitet die Sonderkommisfion durch mich der heutigen Versammlung den eiw- stimmig gefaßten Antrag: „Die Stadtvccorbneten-Versammlung möge, dem Anträge der Herren Wrnn und Genossen. keine Folge geben." Aus Stabt und Land. Gießen, 26. Sept. 1908. ** Lanbtagswahlbcwegung- In Friedberq finbet am Montag eine Generalversammlung des Nationai- liberalen-Vereins statt, u. a. steht auf ber Tagesordnung die bevorstehende Landtagswahl unb Nominierung des Kanbidaten für Friebberg. Iustizrat Winbecker ist als Man» bibat vorgesehen. Er wird vorn Zentrum unterstützt. In Qpvenheim sand eine Vertrauensmcinnerveriammlung des Äundesder Landwirte statt, die sich mit der e n d - gültigen Kandidatenfrage im Wahlkreise Oppenheim bc- schüftigie. Tie Versammlung einigte sich auf die Kandidatur de- natlib. Rechtsanwalts Dr. Winkler. — Im Wahlkreis Ingelheim unterstützen die Scationalliberalen den Zentrumskandidaten Tr. Frenay. ** Ei n e R e i ch s t a g s e r s a tz w a h l. Der Reichstags-' abgeordnete Keller-Sternbockenheim (Alzey-Bing.nbeabsichtigt, wie nun bestimmt erklärt Wird, fern Munoat wegen schtverer Erkrankung niederzulegen. Als jein diachfolg:r soll von den hessischen Bauernvu.nbl^rn der Lanotagsadgeoroncle Wo l f - Stadeaen in Aussicht genommen sein. Bon oen Freisinnigen soll die Kandidatur dem Qekvnomierak Lichten- st ein auf Lichtensteiner Hof bei Elsheim, der vor Tr. Frenay Landtagsabgeordneter für Ingelheim war, angeiragen roerden. ** Freisinniger Parteitag. In der dem Parteitag vorausgehenden Landesausschußsitzung werben als Vertreter Gießens Geh. Justizrat Dr. Gut fleisch und Reallehrer Grimm anwesend sein. Am Parteitag werden hervorragende Parlamentarier der drei lintsliberalen Parteien anwesend sein. ** Pfarrpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Tr. Rich. Drescher zu Lampertheim die eräug. Pfarrstelle zu Stembacy Der. Offenvach) übertragen. — T^m kaih. P,arrer Phil. K o ch zu Ober- Ingelheim wurde die Pfarrstelle zu Heib^syRm uo.r.ragen. *’ Steueramtspersonalren. S. «. H. per Großherzog haben ocn Hauptsteueramisr n^.nren bei dem Haupisleueramt Bingen Rechnungsrar Lubw. SeiL M Bingen cm das HaupcksteuLrg-m. LiienbM verseht. ^cteni-HoUtoJO? Echte LlncrueU i ev breit z Mein 40, oO, 60 u. 7U « g’S? Jhinex überallhin hb liMlnli Mi-lita C. Kapsch. flj Frankfurt i Sie,. 15 an ben V * U| Nr. 227 Zweites Blatt Samstag 26. September 1908 Eichener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Gberhesien 158. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversuäiS - Buch» und Eremdruckcret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckiuk- straße 7. Expedition und Verlag: e<öbL Redaktion:e^A112. Tel.-AdrüLlnzeigerGießen. Die ..Siebener Zamillendlätter" werden dem .Anzeiger' viennal wöchentlich bcigelegt, das „KreUblatt für den Krds Siehen" zweiinal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal. politische Tagesschau. Nationalitätenkämpfe in der Donaumornarchie. In Prag ist die Lage feit der vorgestrigen Obstruktion >er Deutfchen aufs äußerste gcspa.nnt. Obwoyl die deutschen übgeorbneten nach der )türmi)u)en Sitzung verlangten, daß )ie nächste Sitzung vertagt werde, hatte der oberste Lano- narfchall doch für gestern eine neue Sitzung des Landtags jiit Beginn um 11 Uhr angeseht. Das deutsche Obsirul- :ions°Kvmitee hielt nun gestern früh eine Sitzung ab, in der tejchlosfen wurde, falls der Obtrstlanomarschali den deutschen Kcbiterit nicht das Wort über das Protolult erteile, bie Obstruktion fvrlzueftzen unb die weitere Tätigkeit des Lano- ;ages zu veryindern. Die tschechischen Mgeordncten be- chlosfen, den Oberstlandmarschall zu er,uchen, den deutschen Forderungen nicht nachzugeben. Tie tschechischen Ber- rauensmanner haben auch eine Einladung nach Wien zu Rjpreckjungen mit den Ministern behufs Beilegung der i)eutjd)€n Obstruktion abgelehnt und die tschechischen Landcs- irorteien haben beschlossen, nach der Lanbiagssitzung den Statthalter aufzusordem, gegenüber den Demonstrationen liec deutschen Abgeordneten als Statthalter des Kaisers und als Vertreter der Regierung Stellung zu nehmen uno ter Regierung die tiefste Erbitterung der tschechischen Ad- ^eordneicn über diese Ereignisse kunozugeben. Inzwischen l?at Ministerpräsident Frhr. v. Beck ge,ierii eine Besprechung mit den deutschen uno den tschechischen Ministern gehabt, ton deren Grgeonis die deutschen Minister nicht be,rieoigr gein sollen. In politischen Streifen wird die Lage des Min ifter iumb Beck sehr pessimistisch auf ge- ga 6 t, zumal auch rn Laibach leine Besserung der Lage zu -clenueil ift. In Laibach nimmt der Boykott der Ossiziere goflar immer größeren Umfang an. Es iverben ihnen die Wohnungen gekündigt und ihren Dienern wird der Einlauf auf dem Marktplatz verweigert. Sie selbst roeroen durch Provokationen aus Den Gasthäusern uno Eafäs vertrieben. Tie Garnison soll schleunigst durch drei Bataillone In,an- ileric aus stiagenjurt verstartt werden. In strainburg sind Ltiele Häuser der Stadt fchioarz geflaggt. Tie Firmenia,eln 2er deutschen Geschäfte wurden schwarz überfrrichen. Mich. Kaiser-Allee II »SchMtkAchH wjitifmiM 27 Bes.: Ernst« Lasche wir. UH Neue 07692 II bei Ufr- ti.kKi __________Wallmrn ^ZurN1 enipsehle Bulgariens Unabhängigkeitsgelüste. Die Bulgaren halten die Zeit für gekommen, vom Ab- Rängigkcitsverhältnis zu der Türkei freizuwerden, und es jdjeüit, daß der freundliche Empfang, den das bulgarische EÜrftenpaar vor einigen Tagen in Budapest bei einem Begliche des Kaisers Franz Josef gefunden hat, die Bulgaren in ihren Unabhänglgtettsbestrebuiigen bestärkt hat. Nicht anders läßt sich die völkerrechtswidrige Besetzung eines Teiles der Orientbahn verstehen. Die Pforte hat sich nun i Degen dieser Beschlagnahme der Orientbahnen durch Bulgarien an die Signatarmächte des Berliner Vertrages ge- Hanbt; die Note sagt: „Nachdem der Streik der Beamten ber Orientbahnen beendet ist unb durch die Besetzung der Jahne durch bulgarische Soldaten die der Türkei durch den berliner Vertrag gewährleisteten Rechte verletzt worden find, ersucht der Minister bes Aeußeren bie Botschafter der Signatarstaaten ihren Regierungen bie nötigen Mit- Ltiluitgen zu unterbreiten unb ihre autorisierten Stimmen i ii Sofia geltend zu machen, damit die okkupierte Strecke unmittelbar der Exploitationögefellschaft übergeben werde, hierzu verspüren die Bulgaren aber gar keine Neigung, und vom Gietzener StaMbebauungsplan. Hebet den Antrag Der SlaDto. Winn u. Gen., cinm tzicoßzügigen Siadtbebauungs- unb E rw e 11e- i rngSplau zu fdjaffen, ha: int Auftrag ber Dafür bestelUen Sonderkoinmission StaDiv. Tr. Bierme^ ein gröberes Resera: nistattet. Boi bem großen Interesse ter Frage geben wir bicses Lief erat im nachstehcuten wieDcr: Tie Sonberlomiinssiou zur Beratung des Antrags ber zerren Kinn unD Genossen, betr. Die Ausar^ciliing eines großzugigt-n iLebauungsplanS hat zwei Sitzungen, am 4. unD 17. September, U-gehalten. Beide tagten unter tem Vorsitze Des Herrn Ooer- bnrgermeifters, unb bcibcmal nahm an _ben Bcraiung n Herr Sawtbaurat Branbackj, Der VorstanD Dv.S Tiesbauamls, teil. Tas Rauhere ist aus Den sitzungsprowkollen zu ersehen. Zum Vie- feenten luuibe ber Unterzeickjnete testeltt. Ter vorliegenbe Antrag geht von ter Annahme au», datz cS ür. Gießen an einem rationellen SkabtcrweiterungSplane, an Den nLtigcn Straßenzugen, an baureifem Gelände uno dessen Ein- kettung m Villen-, A.beiter- und Indnsttieviertel in bedenk Leise fehle. Auch wird gerügt, daß die Oberhefsischen Driüingk eichieHuhiikch!' Patronc» W . Dürbeck. icvaratureo lasse1D • roal)rtemWr..: «ihren und werM' ^llWmechneS^ _ Im »iftohle«1' PimK \ le haben die Rückgabe der Orientbahn denn auch schon glatt «dgelehnt. Tie Stimmung, welche die Besetzung des bul- gjirischen Teiles der Orientbahn im Volke ausgelöst hat, inimmt von Tag zu Tag sowohl in Sofia wie im übrigen Bulgarien eine entschiedenere Färbung an. Tie wirtschaftlichen Interessen, die dabei mitspielen, treten mehr und mehr in den Hintergrund gegenüber den politischen Hosf- ntungen, die sich an den Vorgang knüpfen unb die eben in botm Verlangen nach Unabhängigkeit des Fürstentums gipfeln. In der Türkei scheint man trotzdem wenig Neigung I z,j verspüren, einen Krieg mit Bulgarien anzufangen, und ,4eni Gazetta", das Organ des türkischen Großwesiers, bezeichnet die in Paris verbreiteten Gerüchte über einen Wieg zwischen der Türkei und Bulgarien als eine Börsen- jftekulation. Die Vorgänge in Persien , werden von Tag zu Tag verworrener und die Mißstimmung nimmt zu. Die Konstantinopeler persische Kolonie hat sich offen vom Schah losgesagt, den sie für einen Häretiker er- |||aätt. Sie geht hierbei sehr rabtkal vor unb erklärt auch den Konstantinopeler persischen Botschafter nicht mehr als Botschafter, sondern nur als Oberhaupt der Kolonie an- f«hen zu wollen. Infolgedessen hat der Botschafter seine Entlassung genommen unb beteiligte sich sogar an einer frir bie Kämpfenben von Täbris eingeleiteten Sammlung toit 10 000 Francs. Auf Drängen von Rußland und England hat der Schah übrigens verfügt, daß das Parlament Md der Senat am 14. November zusammentreten sollen. lermann W«»11 ——Femiieroric — Forst Personalien. S. K H derGroß Herzog haben bcn Forstassessor Ludw. 2 t r ad aus Neinheim zum Oberförster der Cberföri'tcret Wald Michelbach ernannt. ** Lehrerpersonalien. Ucbertragen wurde dem Lehrer Ferd. Weyrauch zu Bielbrunn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lber-Ramftadt. — Erledi gt Zind: Tie mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lber-Ramstadt. Erledigt find: die mit einem evang Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wallb ach; dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerslelle an der Gemeindeschule zu Aesselbach. Eine mit einer kath Lehrerin zu besetzende Lehrennstelle an der Gemeindeschule zu Dieburg. ** Xie neuen Dreimarkstücke. Nun ist ein lcmg- wermißter Freund des deutschen Volkes bald wieder zurück - gekehrt, wenn auch in etwas veränderter Gestalt. Es ist der Taler, dessen Verschwinden vor mehr als Jahresfrist allenthalben Bedauern erregt hat. Er kehrt wieder; in derselben Große wie einst, heißt aber jetzt „Drei Mark'. Mancher, der das neue Geldstück in die Hand nehmen wird, wird der Meinung sein, daß es kleiner sei als der alte Taler. Dies Gefühl beruht aber auf einer Täuschung, die hervorgerufen ist durch das ständige Hantieren mit den großen, ungeschickten Funfmarkstucken, die in den letzten Jahren massenweise in Kurs gesetzt worden sind. Tie neuen Dreimarkstücke haben aber, im Gegensatz zu dem alten Taler, feinerlei währungspolitische Bedeutung. Es fehlt ihnen die Währungsqualität, die jenem so großes Ansehen verschafft hat. Mit den alten Talern konnte man unbeschränkt Zahlung leisten, mit den neuen nur bis zum Höchstbetrage von 20 Mark. Sie sind Scheidemünze wie alles deutsche Silbergeld. Unseren Lesern aber wünschen wir, daß sie alle jederzeit recht viel davon haben mögen! — Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß die alten Taler am 30. September ihre Gültigkeit verlieren und dis zu diesem Tage von der Reichsbank eingelöst werden. •* Die Einnahme der Landesversichc- ruugsanstalt Hessen aus dem Erlös aus den durch die Post verkauften Beitragsmarken betrug lt. „Reichs- Arbeitsblatt" im Juli d. I. 300 204,26 Mk. und im August 236 596,84 Mk. Tie Einnahmen blieben also im August um 43 607,42 Mk. hinter den Juli-Einnahmen zurück. Dieser Rückgang der Einnahmen, der sich auch bei verschiedenen deutschen Landesversicherungsanstalten bemerkbar machte, dürfte durch die ungünstige Lage des Arbeitsmarktes mit- veranlaßt sein. ** Das Bezirkskommando befindet sich, worauf Interessenten hingewiesen seien, nunmehr im Hause West- Anlage 31. ** Eine Unterführung zwischen Ebel- und iStephanstraße wird in nachstehender Zuschrift aus unserem Leserkreis verlangt: Mit Interesse folgte man in der gestrigen Rümmer Ihres geschätzten Blattes den 93er- handluugen in der Stadtverordnetensitzung vom 24. d. M. hinsichtlich deS „umfassenden Bebauungsplanes". Daß durch die Verlegung der oberhessischen Eisenbahn der Stadt ein Aufwand von 3 Millionen Mark erwachsen würde, davon hatte man in fernstehenden Kreisen bisher keine Ahnung. .Diesen ungeheuren Opfern gegenüber müssen die Wünsche um Verwirklichung dieser zeitgemäßen Aenderung zu gunften anderer, ebenfalls nötigen Einrichtungen zunächst in den Hintergrund treten. Wann nun aber der Moment cintritt, daß die fragliche Verlegung der Gleise bahnseitig aus betriebstechnischen Gründen erfolgt, das zu ermitteln ist er» fahrungsgeinäß undenkbar, vielmehr auf unabsehbare Zeit ausgeschlossen, da die Bahnverwaltung neuerdings an belegter Strecke weitere Gleisanschlüsse Industriellen genehmigte. Bereits vor einigen Jahren wurde an gleicher Stelle der Wunsch rege ,eine direkte Verbindung zwischen Ebel- und Stephanstraßc zu schaffen, gewiß ein bescheidenes Verlangen, nicht etwa aus irgendwelchen Sonderinteresse, ausschließlich zu gunften der Allgemeinheit. Dieses Verkehrshindernis wäre durch eine nicht sehr kostspielige Unter- oder Ueberfül)rnng an dem Eisenbahndamm technisch leicht zu beseitigen. Man hofft, daß die Stadtverordneten dieser Frage, die den Petenten s. Zt. abschlägig beschieden wurde, erneut nähertreten. Eine befriedigende Lösung wird sich zweifellos finden, so daß zahlreiche Wähler den einsichtsvollen Bemühungen ihrer Vertreter im Stadtparlament zu großem Dank verpflichtet werden. ** An 1 agemusik findet morgigen Sonntag in der Süd Anlage mit folgendem Spiel plan statt: 1. Chevalier cl Chatelaine a Bal costume von Rubinstein; 2. Balliirenen, Walzer von Lehar: 3. Fantasie a. d. Oper „Der fliegende Hollander", von Wagner 4. Hesse Xarmfläbtcr fain mir! Zubelfestmarsch von »tauge. ** Das Panorama bringt von morgen, Sonntag, ab eine sehr interessante Serie Herrenchiemsee, bekanntlich cino der schönsten Schlösser der Welt. ** Xie Obsternte in der Gemarkung Gießen beträgt: Aepfel 700 Doppelzentner, Birnen 200, Zwetschen und Pflaumen 300 und Walnüsse 1 Doppelzentner; in der Gemarkung Schiffe,iberg: Aepfel 250 Doppelzentner, Birnen 2, Zwetschen und Pflaumen 5 und Walnüsse 3 Doppelzentner Ter Durchschnittspreis des Doppelzentners beträgt für Aepscl 18, Birnen 23, Zwetschen und Pflaumen 10 und Walnüsse 20 Mk. •• Ein Siebzigjähriger. Am Montag, 28. d. M., feiert der in den weitesten Kreisen der Bevölkerung Gießens bekannte Bnreanvorstehec der Handelskammer, Heinrich Bruch hä user, seinen siebzigsten Geburtstag. Durch sein bescheidenes Auftreten nnb sein liebenswürdiges Wesen qat er eS verftandcu, sich bei allen, die mit ihm in Ver» dindung stehen, ein hohes Ansehen zu erwerben. ** L c b e ii •? Leiter. Der Backerburscbe Franz Ha r t * m a n n an.- Racken heim hat am 11. Juli 1908 einen Menschen vorn Tode des Ertrinkens gerettet. AIS Anerkennung hierfür ist ihm von S. Ä. H dem Großherzog die Siettun g s in e b a i 11 e verliehen worden " Kursus für weibliche LiebeStätigkeit. ES fei nochmals auf den in der Zeit vom 29. September bis 6. Oktober in Darmstadt, u.eSstraße 17, fiatifinbcn- den Instrnktionskursus für weibliche Liedes- tätig leit aufmerkjam gemacht. Es wird. b^s gauy gebiet der Tätigkeit der Frau in der Gemeinde umfassen und ganz besonders für die Mitglieder der Gemeinde- Frauenvereine lehrreich sein. Vorträge über Themata wie TiakonissenauSbildung, Armenpflege, «rankenpflege auf dem Lande, Wohnungsfrage, Kinderschuh, Fürsorge für die weibliche Jugend, werden von auf diesen Gebieten erfahrenen bekannten Rednern gehalten werden, und die gegebenen Anregungen sollen durch nachfolgende Aussprache und durch die Besichtigung von Anstalten und Vereinen vertieft werden. Aus unserer Stadt werden die Herren Pfarrer D. Schlosser, Schwabe, Professor v. Echian und Lie. G l a u e sprechen. Um möglichst weiten Jtrciien die Teilnahme zu ermöglichen, sind sowohl die Preise der Teilnehmerkarten als auch die der Wohnungen jm Marthahaus des ElisabethenstistS pro Tag mit voller Bervflegung 2 M.) sehr niedrig bemessen, nach Möglichkeit wird auch für Frei- auartiere gesorgt. Anmeldungen werden an den VereinS- geistlichen Pfarrer Schlosser in Tarmstadt, Roßdörfer- ftraße 85, erbeten. ** Ein Mann, ein Wort! In einem unserer Nachbarorte lebt ein schlichter Bauersmann und Schuhmacher- meister, der vier Söhne hat, die alle in Ehren des aKisers Rock getragen haben Als der älteste von ihnen feine zwei Jahre gedient hatte, brachte der Postbote den bekannten Wäsche- und Proviontkorb, der mindestens alle 14 Tage oen Weg nach der Garnison und zurück machen mußte, mit den Worten: „Hier ist der letzte!", worauf der biedere Vater, in der Voraussicht, daß seine drei weiteren Söhne auch Soldat werden müßten, antwortete: „Wenn du den letzten bringst, kriegst du ein Paar neue Schuhe gratis." „Bleibt dabei!" erwiderte der Stephane jünger. Heine, nach Jahren, brachte er den wirklich letzten .Horb und lächelnd fragte er: „Und die Schuhe?" „Tie hast du verdient," sagte der Mann mit dem Ernst, den man an ihm gewohnt ist und überreichte sie dem erstaunten Postboten. 8 Lollar, 2b. Sept. Bei den heute hier abgehaltenen beiden Ob st v e r fte igc r u n gen wurden trotz bc5 grauen ObstreichtumS durchweg schöne Preise erzielt. Morgens von 9 Uhr ab wurde das Obst an der Kreisstraße Lollar- Kirchberg versteigert und mittags von 1 Uhr ab das Ge- ineindeobst. Die Preise sind durchschnittlich zwischen 5 und 8 Mark für den Zentner am Baum. Tie größeren Stamme deS GemeindeobsteS stellten sich etwas billiger. Ter Gesamt- erlös des GemeindeobsteS beträgt 700 Mk. gegen noch nicht 200 Mk. deS Vorjahres. --Lich, 26. Sept. Nachdem die Bezirksackerbau- u n b O b sta u s ste 11u n g in Steins Garten za Xid) nunmehr eingerichtet ist und man die zur Schau gestellten Leistungen abwägcn kann, muß der Besuch der Ausstellung jedem Landwirt und Interessenten aufs wärmste empfohlcn werden. Durch die Witterungsverhättnisic d^s oerftofsenen Sommers ist es bedingt, daß die Erzeugnisse des Ackerbaues in Menge und Güte gegen die des Obstbaues zurücktreten. Um so reichhaltiger und großartiger ist dagegen die Lbst- ausstellung, in der man Früchte von außerordentlich schönem Aussehen, in verpacktem und unverpacktem Zustande und in den verschiedenartigsten Gruppierungen sehen kann. Tic Eröffnung der Ausstellung wird heute nachmittag dur'ch den Protektor der Ausstellung, den Fürsten zu Solms Hol-cn- ioerben noch Ehrenpreise, gestiftet von dem Fürsten zu Lich, Xr. Breibert und des Vorsitzenden des Landwirtschafts- kammerausschusses, LanbtagSabg. Korell vollzogen werden. Geöffnet bleibt sie alsdann bis Sonntag abend. Sonntag nachmittag um 4 Uhr findet im alten S.cinschen Saale eine öffentliche Versammlung statt, in der Professor Xr. Gise - oins sprechen wird. Nach dieser wird die Auszahlung der verliehenen Geldpreise erfolgen; abgesehen von den Prä- miiccungsmitteüi des LandwirtschastskammerauSschnsses werden noch Ehrenpreise, gestiftet von dem Fürsten won Lich, dem Kreise Gießen, dem Landw. Bezirksverein Gießen und der Stadt Lich, zur Vergebung gelangen. Xie Landwirte und Lbstzüchter des Kreises werden sicher manche Belehrung und Anregung mit nach Hause nehmen, wenn sie die Veranstaltung des LandwirlschaftskammerauSschusses recht zahlreich besuck)en. = Alsfeld, 26. Sept. Der Mitteilung über die dem- nächstige Wiederherstellung des Rathauses ist ergänzend hinzuzufügen: Tie Renovierung wird nächstes Frühjahr begonnen, wenn der Staat einen namhaften Beitrag dazu leistet. 76000 Mark werden vorläufig in den Voranschlag für 1909 Eingestellt. Die Vorarbeiten an der Walpurgiskirche werben gleichzeitig mit ben Arbeiten am Rathaus beginnen. Tie Ausführung selbst hängt von dem Regicrungszuschuß ab. x Ortenberg, 25. Sept. Heute fand die Versteigerung unseres Ge m e i n b c o b st cs statt. Es waren fast nur einheimisch Käufer, Hänbler fast nicht anwesenb. Trotzdem waren die Preise, wenn auch nicht hoch, so doch über mittel. Es kamen etwa 100 Ztr. Aepfel zur Vcrsteige- rung, von denen der Zentner durchschnittlich mit 4-6 Mark bezahlt wurde. Birnen gaben hier eine mittlere, Zwetschen eine sehr geringe Ernte. — Unsere Kanalisation, welche auf ctma 26000 Mark zu stehen kommt, geht ihrer Vollendung entgegen. Gegenwärtig werden die Hausanschlüsse gelegt. Auch in dem nahen Selters kamen heute etwa 50 Ztr. Tafel- und 50 Ztr. Dirtschastsäpsel zur Versteigerung. Es waren einige Händler von Homburg, Frankfurt und Wiesbaden anwesend, weshalb die Preise für die Gemeinde zu- friedenstellend waren. Birnen und Zwetschen sind bei uns heuer nicht so gut geraten. — Bad - Nauheim, 25. Sept. Bis zum 24. Sept. Ünb 29 315 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Sage noch 2278 anwesend waren. Bäder wurden bifl zum 24. Sept. 386 950 abgegeben. C. Groß-Felda, 25. Sept. Nachdem die Vorarbeiten zu dem Bahnprojekt Mücke- Ulrich ft cm nahezu beendet sind, haben in diesen Tagen auch die Ber- messungen zu der mit jenem Projekt verbundenen Abzweigung Ruppertenrod-Groß-Felda begonnen. Tie Aufnahmen erfolgen auf Kosten der Gemeinde Grvß-Felda, die hierzu 1500 Mk. venvilligt hat, durch Jngcnie»tre der Firma Lenz u. Go. in Berlin. Xie letztgenannte Firma, bereu Vertreter Regierungsbaumcister Reh am letzten Dienstag hier tveilte, ist bereit, mit der Strecke Dktcke<^oß.Eichen» RuppeNenrod-Odcr-Ohmen-Ulrichstein auch die Strecke Ohm» tal-Groß-Felda in einem Plane zu bauen und in Betrieb ju setzen. Gleichzeitig soll auch eine etwaige Weiterführung der Bahn von t^roß-Felda über Windhausen-Stomdorf- Vadenrod nach Renzendorf in Betracht gezogen werden, damit auch diese £rtc spater den ersehnten Bahnanschluß be- kommen Da für die Linie Ohintal- Groß-Felda der größte ±eil des verlangten Garantielapitals, wovon rwoß-Felda allein 100000 Mark übernahm, bereit» gezeichnet ijt, jo Einladung zum Bezug des Gießener Anzeigers für das letzte Vierteljahr 1908. Tie langen Winterabende stehen vor der Tür, und wv. ihnen mehrt sich naturgemäß das LesebedürfniZ. Bon besonderem Interesse wird eS da wohl für icbcrmann jeur. über die neuesten Ereignisse in der Rühe und in der tverv, Ferne rasch und zuverlässig unterrichtet zu werden. der Politik unserer engeren hessischen Heimat und ßG Reiches stehen für diesen Herbst wichtige Entscheidmtßk bevor. In Hessen sind es die Landtagswahlen, tm Srj» die Finanzreform, die unserem politischen und öffentlidtci Leben auf lange hinaus ihr Gepräge geben werden. Bo« Ausfall der hesfischen Landtagswahlen, über die der Su. ßener Anzeiger ausführlich berichten wird, hangt ei rc: allem ab, wie sich unser hessisches Wahlrecht in Zukua-: gestalten wird Auch über die auswärtige Politik wirt der Leser des Gießener Anzeigers in ausreichendem fltafr unterrichtet werden. Wie bisl-er, so wird der Leser aud> in Zukunft von allen irgendwie bemerkenswerten Vorgänge, in Stadt 'und Land, insbesondere aus Oberhessen, aue- sührliche und zuverlässige Kenntnis erhalten. Eben auch für bas UnterhaltungsbebürfniS unserer Leser beftm gesorgt. Ein großer Stab von Mitarbeitern auö alles Gesellschaftsklassen gibt dein Gießener Anzeiger bie Möglichkeit, über alles Wissenswerte schnell und erschöpfen zu berichten und — so weit cs möglich ist — allen Interessen Rechnung zu tragen. Bestellungen auf den „Gießener Anzeiger" werde« entgegengenommen : in Gießen von der Gcschäft-stellc, Schulstraße 7, von den Austrägerinnen und den Filla.- stellen; auswärts von den Postämtern, Briefträger» urt Zweigstelleninhabern. hofft man, daß in der in Aussicht 'tehenden R?inerunq<. Vorlage zu dem Dabnbau Rücke—Ulrichstein auch gicutvm- die Abzweigung Ohmtal—Grc ' ? . vorgesehen ■:> c würden bann die am weitesten von der Hauptbahn entfernten Bezirke Ulrichstein und E'roß-Felda — ro?nn amh großen Opfern der beteiligten Gemeinden — den seit nidc- Jahren erstrebten Bahnaiischluß endlich bekommen — Ermenrod, 25. Sept Gestern starb hier r.ad- kurzem Krankenlager der älteste Einwohner, der.Förster: P Adam Kratz. Er stand im 89. Lebensjahr und war eins der ältesten Forstleute Hessens. sc. Marburg, 25. Sept Ten in der hiesigen Kll» ' untergebrachten Trompeter Fr ä n kl er von b:r 4. E?k^ dron des Dragoner-Regiments 'Är. 24 der im Manöver- gelände von entern JLimcraben durch einen Messer n - ichioer verletzt wurde, hoffen die Aerztc am Leben erbaiit“ zu können. Er befindet sich trotz der schweren Berlctzun etwas besser. (ficricbtsfanL Offenbach, 25. Sept. In der B e l e i d i au n tzNtaat de- Pfarrer- Flath von Inges he im gegen yteöafiee pirsch vom .Cffenb. Adendblund Herrn. W e i n f ch »th. P<- schä'lslührer des Poiteleuiller-Perbande-', kam heute vor Der ter* slädter Strafkammer a!4 Bertitiing-inftanz cm Vergleich 'laude. Hiernach verv'tichteicu sich die bciben Angel Buüe von 120 '1UL an den Hess. Schnyoerem für emlanent €tte gefangene zn zahlen und fäntlliche Nonen zu tragen. s Marburg, 25. Sept. Tie Strafkammer oerbaiibtüt heilte gegen einen 11 i i a r p U i d) t i g e n , der im Jahre ivegen Entziehuna der Wehrpflicht DCturleill morden war, urj sprach ihn im W i e d e r a u f n a h >n e - 3 e r f a h r e n tret, ti er nachweisen konnte, da» er sich damals gestellt und wegen en d sehr sichtbaren körperlichen Gebrechend gänzlich militärfrei geworben war. Berlin, 26. Sept. Im Proze» gegen ben LHahrigen limgSgehilsen Wilhelm JakobowSky, ber vom cebwurgtr.^: bcö versuchten Morbe» an feiner lviährigen Geliebte« angeklagt ivar, wurde gestern abenb da» Urteil ge'ölb. Tie Uk- schworeneu bejahten nach längerer Beratung die Schuldlrage c t Totschlag unter Zubilligung milbeniber Umstände. Temaemäj uevinteilic der Gerichkühoi den Angeklagieu zu >'/, Jahre: Gefängnis, unter Anrechnung von sech« Tlonaten Uniet- suchung-hast. B e u t h e u (C.-5.), 26 Sept. Tie Strafkammer vemrtn.te den Metallgießer Sieradzky, ber an ber Spitze einer i-aet» nationationalen Eiubrecherdaude int oberfcblesische > Jndustrieb«,- stand und in zahlreichen europäischen Hauptstädten xa'tv'tv.t Beutezüge unternahm, zu zehn Jahren Zuchthau». tu Beute betrug mehr als 100 000 Mk. Stettin, 26. Sept. Bon der hiesigen Strafkammer tr-«r« gestern der Polizei-sergeant Krüger z u vier Renaten Gefängnis verurteilt. Klüger hatte in der Rächt r-i 26. Februar im Anschluß an eine Militäranwärter - einen Wehrlosen niebergebauen und bann auf dem l'ohicibufw einen Fleifchergesellen mit dem Säbel derart mißhandelh Ni dieser mehrere Wochen arbeitsunfähig war. Vcrmifcbtes. • Konflikt Zeppelin. Graf Zeppelin ift, de» Vernehmen nach, mit dem Ma,or Groß vom i.'uftschifser-Vat0'.2M m Berlin in emen schweren Konflikt geraten. Wie innerlich, behaupteten Wiener Blätter, da- starre L*uftf4tff lei eM von Zeppelm, sondern dem verstorbenen österreichischen Jnaern.: Schwarz erfunden worden. Gral Zeppelm wie- darauf txeÄ. daß sein System mit dem Schwarzlchen System nicht bal zu tun habe. ES heißt nun, daß Tfajor Hroß Zweifel an N Darlegungen Zeppelin- geäußert habe, durch die sichte Gral naturgemäß schwer verletzt «ühlt. Graf Zeppelm geh« ** ber Absicht um, vom Major Groß persönliche Rechenlchakt bent. Mit bet Angelegenheit soll bat wurttemdergifche unB w preußische Militärkadmett de'aßt sein. Auch soll sich schon dn Ehrenrat mit der Angelegenheii beschäftigt Haden. 'Die Beisetzung der bei ber Explosion dem ,Latouche i t e o 111 e* Getöteten erfolgte griem mot:r in Gegemvan beS Marmemimster» und der Militärbehörden. S* Lchlnsi der Feier Iprach der lozialistische Abgeordnete Forrerr und sagte,^daß die sich mehrenden llnglfidefdUe dazu entf» seien, die Soldaten zu entmutigen. Bei diesen Worten trat der Marineminister auf ihn zu, 'ah ihn sest an und ries, intern a nach den Bergen wie»: ,ES lebe Frankreich" Torrero erwiderte: .Immer!' • Die Eholera hat von Xonnetilag auf Freitag ta Cdr* bnrg 357 neue Opfer gefordert. Von den bwher Erkrankten ' • 16J gestorben. — Im übrigen ist ein Stillstand im ganzen 8®*1 zu verzeichnen. — Bei dem m Berlin unter Pockenverde^' erkrankten Jlinbe sind echte Pocken fc'igesteUt worden. XI« fleiw* de» Kmbrt ruib d.e übrigen Angehörigen der namilte sind pu Beobachtung in das Virchow-Lraiikenhau» gebracht wsrdeu. »üw sonst werden b;e SicherheuSmatzregelu streng durchgefuhrl, — “ 11 Du brffr MkoWMtl S JbL Man ncrlatw ausdrücklich MAGGI* Würze und achte aui die Schul,market — —__ ___ Neu! 5707 zu haben bei: Edgar Borrmann, Eisenhandlung, Giessei zu *iv ncr Anzeiger" totrb-? von der GeM gerinnen und ben'- [tämtem, Bttesträ^ ist und bleibt (Natur und (Natur und (Natur und Sowohl in Feinheit des Geschmacks, als auch in Ausgiebigkeit und Billigkeit steht ste unerreicht da. Vorteilhaftester Bezug in groben plombierten Flaschen WWWMI „MAGGISßute. sparsame Küche" | derselbe wird an das Herd- oder Ofenrohr angesteckt, erwart zirka die Halste Brennmaterial, heißt, kocht, braict und backt bedeutend rascher und besser als fomt; tagt Gas und nur ' « der Hitze in den Mamin ent- wclchcn. Ter Ventilator zahlt sich in einigen Wochen von selbst ab. - 1 -- Preis pro Stück Mark 4.50 lvriginal-Drahtmeldungen. R. B. Darmstadt, 26. Sept. Wegen Sittlich, keitsverbrechens nach § 176, 3 (Kinder unter 14 Jahren) ist der frühere Kaufmann und jetzige Reporter, Schuchmann verhaftet worden. — Der deutsche Re« sormverein hat beschlossen, bei der Landtagswahl den Deutschsozialen Stadtverordneten Götz als. Kandidaten aufzustellen. Prag, 25. Sept. Landtag. Bei Beginn der Abend« sitzung protestierte Pergelt im Namen der Deutschen gegen die ungesetzmäßige Abhaltung der Sitzung. Als der Oberstlandmarschall dem deutschen Abgeordneten Wüst das Wort erteilte zur Fortsetzung seiner nachmittags unter- brochenen Rede, applaudierten die Tschechen, wahrend sich auf den Bänken der Deutschen großer Lärm erhob. Gellende Pfiffe, Trompetenblasen, Pultdeckelschlagen und stürmische Schlußrufe wurden laut. Die Deutschen sangen drei Strophen der „Wacht am Rhein". Anhaltender Lärm rntbi großer Tumult erhob sich. Während desselben schloß dev Lberstlandmarschall die Sitzung und ordnete die nächste. Sitzung sür kommenden Mittwoch an. London, 26. Sept. Eine wüste Szene verursachte gestern hier auf dem deutschen Konsulat ein Rowdie. Dieser verlangte vom Konsul Geld, was ihm verweigert wurde. Ehe er von Polizisten entfernt werden konnte, schlug er einen Schreibtisch kurz und klein. Es gelang schließlich, ihn zu überwältigen und nach der Polizeistation abzuführen. Seine Personalien sind ipich nicht bekannt. Saloniki, 26. Sept. Die bulgarische revolutionäre Partei verteilt in Bodena, Ochrida und Berres zahlreiche Waffen und Munition. Man befürchtet einen neuerlichen Ausbruch der bulgarischen Bewegung. err französisch-belgischen Gren-e wird scbarse Kontrolle über alle loh Rußland nach Deutschland kommenden Reisenden auSgeübt £udj der P r i n z und die Prinzessin von Griechenland, b:e, von Dänemark kommend, nach Paris reisen wollten, mußten pj) der ärztlichen Kontrolle unterziehen. *Das Pelzarmband im Theater. Man schreibt „Berl. Tagebl": Dieser Tage hatte ich im Theater einen Todesschreck, und damit es nicht anderen ähnlich ergehe, fühle ich mich verpflichtet, mein Erlebnis der Leffent- !_chkeit zu übergeben. Also, es war in einem hiesigen Theater. Ich hatte vor Beginn der Vorstellung mich lebhaft :~iit meinem Nachbar zur Linken unterhalten, so daß ich ,-rst, als der Zuschauerraum sich verdunkelt hatte und die '.Vorstellung begann, wahrnahm, daß neben mir zur Rechten >.ine Dame Platz genommen hatte. So war unwillkürlich : leine Aufmerksamkeit während der ersten S^ene geteilt zwischen dem, was auf der Bühne vorging, und dem, was reden mir saß. Als ich bei der Musterung meiner Nachbarin .eim Arm angelangt war, sah ich dorr etwas Merkwürdiges. Im Halbdunkel konnte ich nicht genau erkennen, .ms es war, soviel aber sah ich deutlich, es war etwas, das auch der Selbstmord nicht gerade das geeignetste Mittel ist, sie ins Leben zu rufen. Kleine TagcSchronik. Tie KreiSreqierung von Nürnberg hak die Abhaltung sämtlicher Viehmärkte verboten. Ter Grund ist ftdewalls auf die bet AnSbach ausgebrochene Maul- und Klauenseuche zurück- zusühreu. Andrew Carnegie hat eine Stiftung von b Millionen Mark gemachr, aus der Leute unterstützt werden sollen, dte bei RetltmgSocrsuchen selbst Schaden leiden. N i e d e r g e b r a n n t ist in Sesto San Giovanni (Oberitalien) die Spitzemabrik der Frankfurter Firma S. Strauß. Ter Schaden beträgt 400 000 Lire. Em Leutnant des 5. türing. Infanterie-Regiments Nr. 94 in Eisenach wurde in feiner Wohnung erschossen aufgefunden. Neben ihm lag dte Leiche seiner Geliebten, einer Kontoristin, mit dem Revolver in der Hand. Tie Etrastammer verurteilte den Rechtsanwalt und Notar Burmeister in L ü b e ck wegen Betrugs zu einem Jahr Gefängnis. Tie Militäreifenbahn-Konferenz tritt anfangs Cftober in Rothenburg a. d. T. zusammen. 120 höhere Offiziere aller deutschen Kontingente, sowie höhere Eisenbahnbeamle nehmen daran teil. Ein Personenzug und ein Güterzug der Northern-Pacific-Eiseu- bahn st i c ß e n bei PoungSpoint (Montana) zusammen. 25 Personen wurden getötet. TaS von der Firma Siemens u. Halske erbaute Luftschiff beruht auf dem Halbstarren System und wird mit vier Motoren ausgerüstet. Ter Versuch der Aerzte deS Instituts sür Experimentalmedizin in Petersburg, nach zweimaliger Jmp'ung gegen Cholera reine Cholerakultur (dem Plagen znzuführen, ist gutgelungen. Reue Bücher. CHr. Gaehdc, Tas Theater, Säxmspielhaus und Schauspielkunst bis auf die Gegenwart. (Llus Natur und Geistrswelt Bd. 230.) Leipzig. B. G. Teubner. n . . Bernhard Münz, Ibsen als Erzieher. Seidig. Im Xenien-Verlag. . „ . . S. Lub linsky, Shakespeares Problem im Hamlet. Leipzig. Im -kcnien Verlag. . F. gt Lipsius, Die Religion des MvnismnS. Berlin. Concordia, Deutsche Verlags-Anstalt. Die Schaubühne. Herausgeb. S. Jakobsohn, 4. Jahrg. Nr. 39. Berlin. Lesterheld u. Co. Bcrnard Shaw, Essays. Berlin. S. Fischer. Th. Herold, Moderne Literatur und Schule. Leipzig. Max Hesse. M. Werner, Tas Christentum und die monistische Religion. Berlin. K. Curtius. A. Hellwig, Verbrechen und Aberglaube. Geisteswelt, Bd. 212.) Leipzig. B. G. Teubner. F. Staudinger, Tie Kvnsumgeiwssenschast. Geisteswelt, Bd. 222.) Leipzig. B. G. Teubner. Robert Gaupp, Psychologie des Kindes. Geisteswclt, Bd. 213.) Leipzig. B. G. Teubner. Ä H Fried, Das inteniationrde Leben der Gegenwart. (Natur und Geisttswelt, Bo. 226.) Leipzig. B. G. Teubner L. Bloch, Soziale Kümpfe im alten Rom, 2. Ausl. (Natur und Geistesivelt, Bd. 22.) Leidig. B. G. Teubner. F. v. Tincklagc-Campc, Deutsche Reiter in Sudwcst Lief. 10—12. Berlin. Bang u. Co. ZurgutcnStunde. 22. Jahrg., Heft 1. Berlin. Bang Gingeßandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) S t e i n b a ch, 24. Sept. Hier herrichte heute große Erregung. Für morgen ist Oie Versteigerung d e ö Obstes an bet Kreis st raße augesetzt und heute pflücken sechs Leute die schönsten Früchte weg. Am meisten aber empört e3, daß sämtliche Pasloienbirnen — bis auf einen Baum, dessen Besteigung lebent- gesährtich ist — sorlgesührt rourben, und doch wiirden diese Früchte hier stets viel begehrt und teuer bezahlt! Gerade in diesem Jahre hatte jo mancher daraus gerechnet, mit einem ober zwei Bekannten einen Banin Birnen sich zu teilen ,zrnn Einschälen', da doch etivaS ,znin Schmieren' da fern muß, und nun haben diese teilte bas Nachsehen. — Der Landbewohner erblickt hierin eine arge Ziirückietziing; von seinem Grundstück holt dec Baum sich die Nahrung, fein Grundstück beschattet und schädigt er; aber die Früchte wandern in die Stadt. Auf solche Weise wird das 23cv- tranen der Leute nicht gewonnen und auch der Landflucht nicht entgegengearbeitet. Gicßcner Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesfeu am Sonntag den 27. September: Morgens Diebel. Am Tage heiter. Nachts kalt, am Tage wärmer. Trocken. Westliche Wmde. Im Reich der Lüfte. Populäre Zeitschrift für Lust- chifiahrt Hcrausgeb. A. Hinricbsen. Nr. 1. Berlin. E. Pilger. T i e G r c n j b o t e n , ?tr. 39. Leipzig. Fr. W. Grunvw. SonntagSzeitung fürs Teutfche Haus, Heft L Berlin. W. Bvbach. . Tas Blaubuch, berauSgcgeb von H. Jlgenstein u. 5?. Kienzl. Nr. 39. Concordia Teutfchc Verlags Anstalt, Hermann Ebdock in Berlin W. 30.) handel. Warnung. Dor einigen Tagen lag unserer Zeitung ein Emissions-Prospekt der Toyle Consolidated Mines Com- xini) bei, der in der Eile leider nicht genügend geprüft wor- )cn ist. Wir sehen uns jetzt durch eine Warnung in der Frankfurter Zeitung veranlaßt, auch unsere Leser vor dieser Firma zu warnen. In der Franks. Ztg. heißt es: Ein Verkauf wird, wctin er überhaupt möglich ist, für die Aktie kaum fvvicl Pfennige cinbringcn, wie jetzt dafür in Mark verlangt werden. Es ist eine bekannte Tatfacitc, daß die Colorado-- Mrncngescllsck)aflcn, zu denen auch die Donlc Consolidated Mines geboren, fast in allen Fällen mit einem iwerhohcn Aktienkapital ausgestatlet sind, iveshalb sich der KurS für dte meisten Shares, die einen Nomiiialwert von einem Dollar haben, auf nur wenige Cents stellt. Dte Shares der Doyle Consolidattd MincS, bereit Aktienkapital nicht weniger als 10 Millionen Dollars betragt, ind in einem uns vorliegenden Kursblatt von Colorado-Springs, dem Börsenplatz für die Minen des Colorado-Bezirks, nicht notiert Mit der Förderung sck>eint überhaupt noch nidit begonnen zu sein, wenigstens ist von irgendwelchen Resultaten in dem „Prospekt" nia-t die Siebe. Tag es sich angesichts bicscr Vcr- hältnnse empfiehlt, sich von ben ShareS fernzuhalten unb auf die Cficrte unter keinen Umständen cinzugehen, beban wohl kaum einer weiteren Bekräftigung. K . _:choß liegen bat. Wenn es ihr fortspringt, kann ein großes inglück entstehen, eine Panik, und das muß ich verhüten. Und BuUenverkauf. Bei der Gemeinde Daubringen ist ein abgängiger Bulle verkaufen. Daubringen, am 25. September 1908. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. » Walter. fich bewegte. Ja, es muß ein Tierchen sein, das die Dame ja neben mir im Arme hat, sagte ich mir, denn ich konnte nn weißes Etwas wahrnehmen, das so aussah wie ein Leines Tierfell. Plötzlich kam ein kleines Köpschen zum Vorschein, das vordem noch nicht dagewesen. Und die kleinen fthwarzen Augen richteten sich gerade auf mich. Tonnervetter, dachte ich, ist das etwa ein kleines weißes Mäuschen, lad die Dame sich mit ins Theater gebracht hat? Das wäre rod) besser! Wenn die Mans jetzt zu mir herüberspringt! 'as Köpfchen schien näher zu kommen! Nein, das ist aber ein Infug! Ich überlege blitzschnell, ob etwa der Dame das .Räuschen aus der Hängetasche entschlüpft sei, die sie auf dem tunt einer Geistesgegenwart, die ich selbst bewundern muß, greife ich zu, auf Den Arm meiner Nachbarin! „Mein Herr, lixi$ erlauben Sie sich!" — „Gnädigste, Ihr Mäuschen!" — ,„Ud), tvas wollen Sie denn," antwortete die Gnädigste un- Wädigst, das ist ja ein Hermcliuarmband!" »-„Pst!" — „Pst!" tönte es um uns herum, und ich war still wie ein | iretßes Mäuschen und betrachtete mut stumm die neueste «iobcneuljcit der Tarnen, das Pclzaemband, das ich, weil H tac Dame wohl den Arm bewegt hatte, für etwas Lebendiges r .Zchaltem Nachher in der Pause, als es hell wurde, nahm |j | ch das Pelzarmband gar nicht übel aus. Unentgeltliche Arbeitsvermittelung LMWr ArbeitsNchmis Gikßkü. (Sartenftraße 2, Zimmer 2. -KE benen t. Jlajot ®rb°.B bufib ' * - und der eMU -SW (in s»'. ES können eingcnellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: . . 1 Spengler und Installateur, 1 Baufchlosfcr, 2 Arbeiter, SDiemtz madchew 1 Lausfrau, 1 Laufmädchen, 1 Haushälterin, 1 Kinder- ""Lehrlinge: 1 Stukkateur gegen Vergütung, 1 Schreiner, 1 Wagner gegen Vergütung. . b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Maler, 3 Baufchreiner, 1 jüngerer Spengler, 1 Baufchloffer, 1 jüngerer Wagner, 1 Glaser, 3 Schneider, 1 Hausbursche, 7 landwlnfchastl. Arbeiter, 2 landwirtfchafll. Dienstmädchen. Lehrlinge. 1 Schneider, 1 Spengler, 1 Sattler. iurticn Arbeit: B”/» 1 Schrcibgehilfe, 2 Schneider, 1 Sattler und Tapezierer, 2 Maurer, 1 Schlößer. 1 Spengler und Installateur, 1 Zn itallaicur, 3 Schreiner, 1 Heizer und Maschinist, 2 Fuhnnechie, 2 Hausburschen, 7 Arbeiter, 1 Packer, 2 Ausläufer, 9 VnuTTrauen, 2 Lauimadcbcn, 3 Wafcbirauen, 1 Haushälterin, 1 tylitfrrau. * Gin orig ine Iler Selbstmörder. Aus Paris |> luirb der Bojs Ztg. geschrieben: Ein amerikan. Millionär hatte m non den Aerzten erfahren, daß er nur noch drei Tage zu | heben hätte: er ging nach Hause, regelte alle feine Geschäfte E uni) setzte sich bann in seinen Fauteuil, um einsam den Tod I z i erwancii. Ticsc Geschichte hat einem Manne in Grenoble, I Louis Guillcrme, so gut gefallen, daß er sie uachmachte. Auf | sieben Fall brachte er sich mit einer Seelenruhe um, in der | t k wohl kaum Nachfolger finden dürfte. Was trieb ihn I uud bem Scbcn? Man weiß es nicht. Tatsache ist allerdings, P d«ß er durch seinen Militärdienst in den französischen Kolo- mieu ein F-icbertaudidat geworden war. Zu der großen : 'eise entschlossen, begann er schließlich seine Vorbereitungen. Isrft kaufte er sich einen schönen, dauerhaften künstlichen Jm- miortellenkranz. Tann suchte er sich einen kleinen Fleck (5rbc aus, wo er in Otufje und Frieben schlafen konnte, ■ur recht sonnig mußte er sein. An bem Friedhof von L-'a Trouche in der nächsteii Nähe von Grenoble fand er, was r c wünschte, und kaufte den Platz sür 15 Jahre. Im Anfang b-er vorigen Woche dachte er dann daran, sich einen Sarg zu wcrschaffen. Er ging also zum Grenobler Hospital unb (»rstellte beim Vorsteher bev Lc -ttungsgesellschaft c inen Sarg. Ter Beamte dachte sich, der andere müsse einen Spleen haben/er nahm aber gleichwohl die Bestellung an und sicckte auch das darauf angezahlte Geld ein. Guillerme {glaubte jedoch dem Herrn von ber Begräbnisgesellfchaft noch ! c np seh len zu sollen, ihn am liebsten an einem Sonntag zu l-:crbigcn. Das wüpde ihm am besten passen. Jetzt zweifelte leer Beamte feinen Augenblick mehr daran, cs mit einem (seistesverwirrten zu tun zu haben, folgte Guillcrmc, als c: das Kran len haus verließ und erzählte im ganzen Hause, ,noas ihm passiert wäre. Trotzdem wurde die Sache kaum ruchbar, die Polizei wurde jedenfalls nicht benachrichtigt. 13nb Gtiillcrme ging beinahe die ganze Woche über noch rrchig seinen Geschälten nach. Schließlich blieb ihm Nichts Kelter übrig, als sich auf die große Reise zu machen, was er , Ulin Freitag tat, nachdem er einen Grabstein bestellt hatte mit ber Aufschrift: Guillerme, gestorb^i am 12. September • ) "j8. Er brachte zu Hause alles in Ordnung, legte alle heine Papiere sorgfältig geordnet auf den Tisch, stellte einen I leinen Spiegel gegen die angezündete Lampe und jchoß sich vn die Schläfe. Er war sofort tot, da er gut getroffen hatte, «im Sonntag wurde er, wie er gewünscht hatte, beerdigt. । izz qibt, sieht mau, immer noch sonderbare Käuze in der Welt, unb bie Originale sterben noch nicht ganz aus, wenn Delunintmachung. Weaen Vornahme von Walzarbeiten wird der W e tz - larer Weg zwischen Frankfurter- und KttnMratze von Heute an bis aus weiteres für den Fuhr- und Radfahrverkehr ^Gießen, den 25. September 1908. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Reinhart. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissen- chast. Eine ganz neue Art der Literaturgeschichtsschrei- bung eröffnet ein Werk, das unter dem Titel: „Deutsche Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts" im Vcr- ag von Carl Reißner in Dresden Ende September erscheint. Ter Verfasser, Tr. Friedrich Kummer, Kritiker am Tresdner Anzeiger, hat hier den eigenartigen Versuch unternommen, das 19. Jahrhundert in fünf Generationen ein zu teilen, in der Art, daß jeder einzelne Tichter, unter Verzicht auf jegliche engherzige Einteilung in Gruppen und Schulen, rci und natürlich aps der Generation herauswächst, der er einer geistigen Struktur nach angehört. — Wie ans Mailand berichtet wird, beschäftigt fich Eleonore Düse zurzeit mit dem Plane, ein Theater zu gründen, das in erster Linie der Verkörperung von Ibsen-Werken dienen soll. Anlnüpsend an bie phantastische Gestalt des Ulrik Brendel in Rosmersholm wird es den Namen Brendel-Theater tragen. __________________________________ LE 7'Kn.L'K M £btn*^ GK bit Ä aal :t Beleidigung eim gegen Geballt. ) hnm. Äeinschil- tarn Iptt »ox W. »inftanj cm Aerglc: die beiden Shigella:® >utzverein für cnilüfitzi: osien zu tragen. 5tra flammet vfi». jtigeii, bet im^- öeruileilt tuorben we iie-Betjohten irr mals gestellt unb iwr Heus gänzlich milücn. ■ ß gegen ben 22jöjtijc {- = fn det vom einer 16jährigen E-hu das Urteil u Beratung bie edjul^ iruber Umftonbe. naeflagien zu - h 56.; 'von sechs M°"M- Tie Sltajkammer N-knH"' ig Obftverftergernngett otn den Kreisslraßen des KrciscZ Gießen mi HL Baubezirk bestehend au§ gutem Tafelobst (Goldparmänen ic.) - Mittwoch ben 30. Septbr. 1908 auf der Straße ^ango- ' tzovf—Lich bis zum Wald, Anfang am Ottsausgang Langsdorf. Hieran anschließend auf der Straße ~nng=- dorf—Huugen. . •! Donnerstag den 1. Oktober 1908 auf ber Straße vungcn-- Jnhciden. Anfang am Baurn Nr. 1. Hieran anfchltetzend aus dcc Straße Ulphe—Berstadt. (Ließen, am 26. September 1908. Der Großh. Kreisbaninfpektor des Kreßes Gießen. D«/» I. N.: Kalbfleisch. u. Co. K. H e n k c l m a n n , Tas Bauernhaus b:^ Obenwalbes und des südivcsllick-cn TeutschlandS. Darmstadt 1908. Pupp en möbel aus Carton. II. Wohnzimmer. Ravensburg. Otto Älaier. lieber Land und Meer. Nr. 51, 52. Stuttgart. Deutsche Verlags-Anstalt. Tie Lusiflolte. Herausgegeben vom Deul,chcn Lust- flotten^Vercin sJrr. 1. Berlin-München. Braubeck und Gntenberg- Truckevei^ bQn ^eutc Halbmonatsschrift, Nr. 18. Frankfurt. Mode von heute. Ter K u n st w a r t. München. G. D. W. Callwcy. Nr. 24. Religionsgeschichtliche Volksbücher. H?vausge- gcb von Fr. M. Sck>iele-Tübingen. 3. Reihe, Heft 10. Tübingen. I. C. B. Mohr. ___________________________________ ien Vor der 1 unb in tu, „ Sntite™, »litten unb “peben tverbtn l ’*n, übet bie k, Wen loitb, (längt # nubUMge M, ■,n ausreichenden:- 1° wird der $qR[ merkenswetten !re aus Oberhessr^ ^is erhalten, tzd- ifnis unserer Lesn V Mitarbeitern aui. Hener Anzeiger bit e schnell und gH. ist-allen Jiw Neu Patentamtlich geschützt Herd-u. Ofenrohn LtödtUtt Wohllirngsilllhiveiö 8iehen. Gartcustraße 2, Zimmer 'i. (GeschäfiSßunden von 8—1 und von 3—0 Uhr.) Es sind zu Vermieten: „ , 1 Wohnung von 8 Zimmern, 2 Wohnungen von 7 Zimmern, 3 Wohnungen von 6 Zimmern, 8 Wohnungen von 5 Zimmern, 15 Wohnungen von 4 Zimmern, 7 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern mit Laden, 2 Wohnungen von 2 Zimmern, 7 möbl. Zimmer, 1 unmöbl. Zimmer, 1 Wertüatt, 1 Wagenhalle. 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