Nr. 71 Zweites MM 158» Jahrgang Dienstag, Ä4. März 1908 Erscheint tSglich mW M BanntagG, -®t« „Gießener LamtitendlStter^ werden dem ,9Inieiger* viermal wöchentlich betgelegt, baä „Kretsblatt fü» den Krell Gletzen" zweimal wöchenUtch. Der Landwirt" erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger GsMra!-Mzs;gL? für GberheMn NatatisnSdrvef imt fierte# brr Vr ühksschen Urttt>*rfuäii • ün ar.b ® tetnbaidexeL K. Bsatt, ®:rßen. Redaktion, Exveditton ant Twrukerei» Tchuk- ftratz« ?. Txvedttton and Verlag . es® 6L Redattion.-^^I IL T«k..Mr.. LinzetgerGi-ben. Deutscher Reichstag. Die aus drei Herren bestellende Abordnung der Pressevertreter unterbreitete gestern dem Präsidenten des Reichstags, der zu dieser Verhandlung den konservativen Abgeordneten R o g a l I a v. B i e b e r st e i n zugezogcn hatte, einen Vorschlag für die Erledigung der Angelegenheit, der dem Präsidenten und Herrn von Bieberstein durchaus annehmbar erschien. Danach sollte der Abg. Gröber im Plenum des Reichstags folgende Erklärung abgeben: „In der Erregung über ein Lachen, welches auch von der Journalistentribüne ausging, und das von mir als eine Kritik aufgefaßt, inzwischen vom Präsidenten gerügt worden ist, habe ich über Vertreter der Presse aus der Journalistentribüne eine beleidigende Aeuherung getan, die ohne mein Zutun an die Oeffentlichkeit gelangt ist. Ich nehme keinen Anstand, diese Aeutzerung unter dem Ausdruck des Bedauerns zurückzunehmen." Hierauf sollte der Präsident folgendes erklären: „Im Zusammenhang mit dieser Erklärung des Abg. Gröber habe ich dem Hause von folgender Zuschrift Kenntnis zu geben: „Herr PräftdentI Aus der inneren Anteilnahme der Tri- bün en an den Vorgängen in den Sitzungen des Reichstags haben sich von jeher gelegentlich Störungen ergeben, indem von den Tribünen aus in Heiterkeit oder Beifall oder Zwischenrufe des Hauses von Einzelnen eingestimmt wurde. Der Herr Präsident hat derartige Vorkommnisse von Fall zu Fall gerügt. Soweit solche Störungen von der Journalistentribüne ausgegangen sind, haben sie niemals den Charakter oder die Absicht einer Demonstration gegen den Reichstag, einzelne Parteien oder Personen gehabt, sondern es sind, wie auch in den Sitzungen vom 16. und 19. März, impulsive Aeußerungen, die sich aus der Arbeit der Berichterstatter erklären. Die auf der Tribüne tätigen Journalisten halten selbstverständlich solche Störungen für unzulässig und sind immer bemüht, sie nach Möglichkeit fernzuhalten. Die Journalistentribüne des Reichstags/ Die Abordnung erklärte dem Präsidenten, daß sie allerdings die Genehmigung zu einem solchen Austrag der Sache von der Versammlung der Pressevertreter einholen müsse, aber keinen Zweifel habe, daß diese die Genehmigung erteilen werde. Tatsächlich gab die Versammlung heute mit allen gegen eine Stimme ihr Einverständnis. Zur Nachwahl in LmLewNorden. Von nationalliberaler Seite schreibt man uns: Die Reichstagsersatzwahl in Emden-Norden, deren Ergebnis man mit Spannung entgegensah, hat mit einem riesigen Reinsall der Deutsch-Sozialen geendet. Wer die „Deutsch-sozialen Blätter" und andere Blättchen dieser Sorte in den letzten Wochen las, mußte annehmcn, daß die obige Wahlschlacht mit einem ge- 'waltigen Sieg dieser Kartei enöen würde. Welche gewaltigen Anstrengungen wurden da gemacht! lieber 300 Versammlungen, eine eigene Wahlzeitung arbeiteten nicht etwa erst seit dem Tode des bisherigen Inhabers, nein, schon eine Weile vor dessen Tode brach Herr Lattmann dort ein. Die gesamten Größen der Partei kämpften dort, und wie die Berichte in den „Deutsch-sozialen Blättern" zeigen, mit den schönsten Anzapfungen der Gegner. Und nun dies klägliche Ergebnis! Ein Verlust von nahezu 5000 Stimmen gegenüber der Stirn- tnenzahl des verstorbenen Fürsten Knyphausen, dessen Erbe man Lntrat. Freilich war die konservative Partei anfänglich nicht so ganz mit der Sache einverstanden. Die „Kreuzztg." meinte, „Wenn Herr Grönveld der Kandidat der konservativen Parteiorganisation der Provinz Hannover sei, so liege es viel näher, der konservativen Partei beizutretcn". Dann polemisierte sie Segen die Wirtschaftliche Vereinigung, die ja 8ar keine Fraktion, sondern ein Verband politisch vielfach recht verschiedener Elemente sei, der auch nichtdilrcheingemeinsamesProgrammgeeint werde". Schließlich wurde gedroht, daß die konservative Partei diesen „kleinen Gruppen" nicht mehr nachgeben werde. Die konservative Partei fügte sich dennoch. Das Ergebnis der „Wahlbetze" der „Kampspartei" der Herren Lattmann u. a. bedeutet olso auch einen Verlust für die rechte Seite. — Die Freisinnigen, die eine sehr energische Agitation betrieben haben, sind jetzt in die erste Stelle — anstatt früher der zweiten ~ des betreffenden Wahlkreises getreten. Sie haben noch um ;00 Stimmen zugenommen. Die Sozialdemokratie hat gegen '00 Stimmen eingebüßt, während die Nationalliberalen, die bisher gar keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hatten, den Herren Lattmann u. a. nahezu 5000 Stimmen von der bisherigen konservativen Stimmenzahl abnahmen. Der Ausfall der Stichwahl lanu nickt zweifelhaft sein. Er wird ein Sieg des Liberalismus sein. Der Wahlausfall bedeutet eine kräftige Dusche für die Heißblütigen Draufgänger der Deutsch-Sozialen. Lag der Durchfall Qii dem Programm oder an der eigenartigen Agitations- veisc oder an beiden? Von großem Interesse ist, was die „K r e u z z e i t u n g" nach ver Wehl schreibt. Da heißt es: „Leider haben sich die Deutsch- Eoziale.l hier wieder einmal als die Verderber konservativer Lahlaussichten bewahrt. Wir haben von Anfang an aus unserem Bedauern darüber, daß unsere Parteifreunde sich auf ein Kompromiß zugunsten der Deutsch-Sozialen eingelassen haben, kein 2ehl gemacht. Das Vertrauen zu dieser Richtung >)t überall im Volke starr geschwunden, sie hat noch 'in paar Zk^eise aus den ersten Zeiten ihres Emporkommens ge- -ettet, aber werbende Kraft besitzt sie nicht mehr. Das wissen ihre Führer selbst am besten. Darum gehen e ui ch t dahin, wo sie sich ein nationales Ver- »i e n st durch Eroberung sozialdemokratischer 70 a h l sitze erwerben könnten, sondern sie suchen >hre Expansionsgelüste dadurch zu befriedigen, ®aft f i e in konservativen Kreisen die Fackel der w ietracht unter die rechts st eh ende Wählerschaft schleudern und sich dann als die geeignet st en Präger der Ko m p r 0 m i ß k a n d i d a t u r anpreisen. S)ter roirb stets nach demselben Rezept gearbeitet. Die dentsch- soziale Kandidatur hat nicht sammelnd, sondern kr ä f t e z e r s p l i t t e r n d auf der Rechten gewirkt. Die Stirn-' nien für den rechtsstehenden Kandidaten sind von 11433 auf £>79 zurückgegangeu. Das ist der größte Tiefstandieit der Eroberung des Wahlkreises im Jahre 18 9 3." .So schreibt das führende Organ der Konservativen, die auch bei uns den Wählern gegenüber den Liberalen bv ic d c u t s ch - s 0 z i a l e r S c i t e e m p f 0 h l e n w e r d e n. Die putsch-soziale Partei dürste sich das vernichtende Urteil des ihr Pireundeten Blattes ins Stammbuch schreiben. In bezug auf die besondere Art der Befriedigung der Eroberungsgelüste der Partei Venen v. Liebermann und Lattmann möchten wir, noch ynzusügtn, daß diese Partei niemand grimmiger und rücksichtS- ^ler bekämpft als die Nationalliberalcn. Aus nationalem Sinn?. L. Inzwischen hat sich aber die Sachlage dadurch geändert, daß der Abg. Gröber diesen Vergleichsvorschlag a limine abgelehnt und dem Präsidenten den Tert einer Erklärung vor- velegt hat, die er beabsichtigt, zur Geschäftsordnung zum Wort gelassen, dem Reichstage vorzutragen. Diese Erklärung mutz von den Vertretern der Presse deshalb abgclehnt werden, weil der Abg. Gröber darin zwar hinten den „urschwäbischen Ausdruck" zurücknimmt und — und zwar lediglich den Reichstag — um Entschuldigung bittet, vorne aber auf Grund unrichtiger in den stenographischen Bericht hineinkorrigierter Behauptungen eine Darstellung gibt, die sich mit den Tatsachen nicht deckt und nachträglich noch in den bisherigen Verhandlungen nicht erhobene Beschuldigungen gegen einzelne Tribünenjournalisten ausjpricht und dadurch die Lage noch verschärft. Sympathie, und Solidaritätskundgebungen sind lveiter eingegangen von der „Breslauer Zeitung", BreL- lauer Morgenzeitung", „Dortmunder Generalanzeiger", „Augsburger Zlbendzeitung", „Anhalter Kurier", „Danziger Neueste Nachrichten", „Hannoverscher Anzeiger", „Breslauer Generalanzeiger", „Dresdener Neueste Nachrichten", „Württemberger Zeitung", „Eibinger Zeitung", „Chemnitzer Neueste Nachrichten", „Westermanns Monatshefte"; ferner von ausländischen Blattern: „Neuen Freien Presse", „Petit Parisien", „Le Journal", „Daily Chronicle", „Gazetta del Popolo" (Turin); weiter von dem Geschichtsschreiber der deutschen Presse Dr. Ludwig Salomon und folgenden Berufsorganisationen: Berliner Schriftstellerklub, Verein Berliner Journalisten, Verband der Zeitungskorrespondenten in Charlottenburg, Württemberger Journalisten, und Schriftstcller- vcrein (Stuttgart), Mannheimer Jounalisten. und Schriftstellerverein, Frankfurter Journalisten, und Schriftstellerverein, Dan. ziger Journalisten, und Schriftstellerverein, Kieler Journaln'ten- verein, Verein Mainzer Berufsjournalisten, Verband deutscher Journalisten in Böhmen, aus feiner Vollversammlung in Prag, Syndikat deutscher Korrespondenten in Rom. Der Verein Arbeiterpresse wünscht, u. a. unterzeichnet von dem Abg. Robert Schmidt-Berlin, den Pressevertretern gegen ungerechtfertigte Beleidigung vollen Erfolg. Die „Rheinisch-WestfälisHe Zeitung" hat in einem Artikel gegen dn. Einmisckuug der ausländischen Journalisten protestiert. Demgegenüber stellt ihr Berliner Vertreter unter allgemeiner Zu. stimmung fest, daß während der ganzen Beratungen kein einziger ausländischer Pressevertreter das Wort ergriffen, sondern daß sie sich nur in dankenswerter Weise mit den Beschlüssen der dnitschen Kollegen solidar'.sch erklärt haben. Im Anschluß an einen einer größeren Zahl von Zeitungsredaktionen übersandten Brief des Abg. Dr. Müller Meiningen gab der Tribünenjournalist, der kurz nach dem Gröberschen Zwischenruf mit ihm gesprochen und von ihm die Beleidigung der Presse erfahren hatte, die Erklärung ab, daß er von der Ungehörigkeit eines Einzelnen oder von der Unzulässigkeit der Verallgemeinerung einer Beleidigung nicht gesprochen habe. Er habe dem Abg. Dr. Müller-Meiningen nicht den geringsten Anlaß gegeben, anzunehmen, daß der Wortlaut des Gröberschen Zwischen, rufes ihm bereits bekannt war. Er habe nur angedeutet, daß c3 böseS Blut machen könne, wenn der Präsident wiederholt in kurzer Zeit mit der Räumung der Journalistentribüne drohe. Darauf machte Dr. Muller-Meiningen die Mitteilung, daß Gröber etwas von Saubcngcls gesagt habe. Die Gröbersche Aeutzerung wurde dann mit Hilfe eines Kollegen von der Zen- trumSpresse durch direkte Nachfrage bei dem Abg. Gröber fest- gestellt. Die Schlußfolgerung und wiederholte Behauptung deS Abg. Dr. Müller-Meiningen, daß schon vor seiner Mitteilung der Wortlaut des Gröberschen Zwischenrufes der Tribüne bekannt gewesen fei, ist also unrichtig. In der kurzen anschließenden Debatte hnrA' ' ^gestellt, daß der Abg. Dr. Müller-Meiningen in seinem Schrei die Tatsache nicht bestreitet, daß er erst daS Zentrum und den \ ?. Gröber auf daS angebliche Lachen auf der Journalistentribü aufmerksam gemacht habe. ES wurde beschlossen, die angebc e Vermittelung des Abg. Dr. Müller- Meiningen im Scnic. rifonbent höflichst abzulehnen. Hierauf vertagte sich die Versammlung auf 4 Uhr nachmittags. • In der NachmiitagLversam ' l n n g, an der weit mehr a' , evertreter teilnahmen, vurde die volle Einigkeit und Solidac. t festgestellt. Neue Talsachen lagen nicht vor, daher wurde die Versammlung bald wieder geschlossen. Der Austi 3 der Vertrauenskommission bleibt bestehen. Von Sh m pari ieerllär ungen sind weiter zu ermähnen em Telegramm vom nationalen Verband der französU scheu Berufsjournalisten und vom Verband der a u s w ä r t i g e n Presse in Wien. werden, doch Getreide am für inländisches Hafer 2) (- 2) (- 1) (- l- 2) (- (- ) (+ 2Va) (+ 2071/, (- 227'/, (- 235 (+ (- 3) 164.50 (- 0.00) Mk. schlechten Mehlgeschäftes, meist äber auch wegen der unbefriedigt «läne, die zum Teck mit der' Äiötewmö ; 203 208 208 206 205 215 214 222 220 2) ) 194 195 198 200 191 198 195 192 200 204 2) 4) 2) 4) 1) 3) ) 2) 4) 1) 1) 2) 2) 5) ) 1) den Qualitäten nur geringem Interesse. Unter dem Einfluß be§ unbefriedigenden Warengeschäftes waren auch die Noggcntermine vernachlässigt, ohne daß sich deren Preise seit der letzten Woche iveseiicklch geändert haben. Im Ha'ergeschaft ist eine Besserung des Absatzes bisher nur für feinere Qualitäten festzuslellen, indes ist das Angebot vom Jnlande auch in den geringeren Sorten zuletzt etwas zurückhallender, so daß vereinzelt kleine Mehrsordernngeir Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Jamburg Hannover Braunschweig Düsseldorf Frankfurt a.M. Mannheint Straßburg Stuttgart Roggen i (- i (- 186 183 187 189 195 (- ) (4* 2) (- ) Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 17.-23. Marz 1908. Während der abgelcufcncn Berichtsivoche Hal die allgemeine Geschäftslage keine nennenswerte Aenderung eriahren. Weizen sleht nach iDie vor unter dem Einfluß starker argenlimscher Export- leistnngen und den damit zujanimenhängenden Eutäußeruugs- beftiebungcn der zweiten Hand. Bor allen: aber findet die Zurückhaltung der Käufer ihre Grflävung in den demnächst zu erwartenden starken Zufuhren in den europäischen Hafenplätzen. Bon der Aufnahme dieser Zufuhren ivird die weitere Entwickelung auf dem Getreidemarkte in erster Reihe abhängen. Zeitweise be'eftigten höhere amerikanische Preismeldungen sowie der Umstand, daß Siücf- kaussangebote auf kleinere Teilladungen argentinischen Weizens, für welche sich im Auslande scheinbar bessere Verwendung bot, Vorlagen und auch zu mehrfachen Abschlüssen sühnen. Im Einschluß daran machte sich auf dem Lieierungsmarkle vorübergehend einiges Teckmigsbedürfnis bemerkbar, das die Weizenpreise um 2—3 Mk. anziehcn ließ, doch ging dieser Gewinn auf schwächere amertfa- niiche und englische Berichte zum Schluß wieder verloren. Dem 148 155 155 148 155 172 162 165 161 170 165 165 170 177'/, 175 195 190 190 (— (- (- Es stellten sich die Preise letzten Markttage: durchgesetzt iverden konnten. Für Mais stellte Nordamerika wieder höhere Fordermigen. Die Vorräte in diesem Artikel sind knapp und finden m den Zufuhren keine entsprechende Ergänzung. Im Bedarfssalle mußten zwar höhere Preise bewilligt besteht keine Neigung zu größeren Anschaffungen. (- 1) von 6 Proz. gestatte, lieber die Aussichten für das gegenwärtige Geschäftsjahr könne nichts Bestimmtes gesagt werden, es sei jedoch nn Vergleich mit 1907 eine bedeutende Verschlechterung in der ZwischendeckSbeförderung nach Nordamerika zu konstatieren. Die Gesellschaft bedauere außerdem, gezwungen zu sein, nur englische Kohlen zu verwenden, da die Preise der deutschen Kohle den Ver- hältiiisscn nicht angepaßt seien. Aus den Kolonien. Die Deutsche Kolonial->Eisenbahn-: bau- und Velriebsgesellschait erhielt aus der Ujambara-Bahn voni deren 34 900 Alk. Reingewinn den vorjährigen Zuschuß von 25167 Alk. zurück. Daneben fommt eine erstmalige Gewinnbeteiligung von 4716 Mk. in Betracht. Die Togobahn bvadite in 1907/08 314 883 Mk. Betriebsüberschuß, geht aber erst am 1. April 1908 in die Regie der Gesellschaft über. In betreff der Kamerunbahn erfahrt man, daß die Vollendung in der veriraglichen Baufrist 311 erwarten ist. Für alle vier Bahngebiete schweben Erweiterung^- 205 (- 1) Weizen 215 (- 216 (— 213 (— 218 (— 216 (— 206 (— 203 (— Stiiiimungsbilö aus dem preich. Adgeoröneterchaus. Berlin, 23. März. Tas „große Reinemachen", daS noch am Schlüsse jeder Legislaturperiode des Landtages der Erledigung des Etats gefolgt ist, hat im Abgeordneten Hause begonnen. „Kleine Vorlagen" standen auf der Tagesordnung der Montagssitzung, und die wenigen Volksvertreter, die sich für Erledigung dieses Arbeitspensums eingestellt batten, Prä stierten doppelte Diligenz. Tie Stadtlreiserweiterung von Herne wurde in dritter, die von Essen in erster und zweiter Lesung säst ohne Debatte genehmigt. Dann fam das Quell e n schu tzg e s e tz zur Verabschiedung. Beinahe soviel Reden, als Abgeordnete im Hause waren, wurden diesem Produkt vielfältiger Resolutionen des Hauses geividmet. Aber nttnt hätte Unrecht, wenn man darin eine Widerlegung der Anschauung des Abg. Lusensky von den Nationalliberalen erblicken wollte, daß das Gesetz bei der Allgemeinheit wenig Sympathie unh noch weniger Interesse erwecke. Fast nur Gegner der Vorlage traten ans Redner-ult. Liber der Liebe Müh war umsonst: Gegen die Stimmen der Freisinnigen und eines Teils der Zentrumsmanuen nahmdas Haus — Pars pro toto gesetzt! — den Entwurf an. Auch das Hebeammengesetz, dessen erste Lesung nun folgte, war nicht imstande, wärmere Gefühle bei der Volksvertretung zu eriüedcn; wenn der Abg. Äc-k^ler-Berlin auch das Daus dagegen in Schatz nahm, daß es nur ^platonisches Interesse für die Hebeammen hätte, so ließ doch die große Mehrheit des Hauses — wenn man von einer solchen bei anderthalb Dutzend Abgeordneten reden darf — den beiden Freisinnigen Müller und Münsterberg und Herrn Linz vom Zentrum allein das Verdienst, für die Vertreterinnen dieses in Deutschland noch längst nicht nach Gebühr gewürdigten Stamxs sich ins ^cug zu legen. Dr. Müller- Berlin tonnte die Rückständigkeit der gesellsckMstlichen Anschauungen in Deutschland gegenüber dem Geburtshelserinnenbernf nicht wirksanver glossieren, als durch den Hinweis, daß er einmal als Gast eines nordischen Ministers die Tochter eine» dänischen Falke thingspruf identen zu Tisch geführt habe, die in ihrem bürgerlichen Beruf Hebeanrme war. Freilich liegt die foziale Zurückfetzung des Hebeammenberuss bei uns nicht sotvohl am Publikum, als vielfach daran, daß bei uns im Gegensatz zu Amerika und den skan- dinavisck-en Ländern gebildete Frauen und Mädchen noch immer Scheu tragen, sich diesem verantwortlichen, aber dankbaren Frauenberuf zu widmen. Das am Montag vorn Landtage in erster und zweiter Lesung gutgeheißene Gesetz wird hoffentlich dazu beitragen, die unbegründete Abneigung unserer gebildeten Frauenwelt gegen diesen echt weiblichen Beruf zu mindern. Nicht unerwähnt mag bleiben, daß der freisinnige Avg. Münsterberg eine Fülle dankenswerter und kluger Anregungen für die Ausführung des Gesetzes gab, die die Negierung erfreulicherweise zu berücksichtigen ver- sprackf. Zwei Anträge Aronsohn und BoeHlendorff-Kdlpin auf Revision der Kroisardnung gaben noch zu einer längeren Debatte Veranlassung: Abg. Gyßling begründete den freisinnigen Antrag, der eine bessere Berücksichtigung ber Rechte der Släbte, Lmrdgemeitiden, der Jndusme uno des Gen-erbes bei den Krcistagswahlen fordert, in wirksamer Darlegung. Seinem Anträge gemäß gingen die beiden Anträge an die Gemeindekoinmission, und das Haus benagte stch für Beratung der S e k u n d ä r b a h n - Vorlage auf Dienstag. Roggengeschäft boten Meldungen über schneelosen Frost in Südrußland gleichfalls nur vorübergehend einige Anregung, zumal die Borderungen für russischen Roggen nur wenig erhöht waren. Im nlanoe begegnet das mäßige Angebot von Roggen infolge Aiünchcn Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 206.50 (— 0.50), Budapest April 197.30 (— 4,60). Pans April 180.55 (4- 0.20). Liverpool Mc»i 156,35 ( - 1.15). Chicago Mai 145.05 (— 4.05). Roggen: Berlin Älai 200.75 (— 0.25). Haser: Berlin Mai Hande!. — 3'/,% NeichSschahcrn Weisungen von 1904. Am 1. April d. I. werden 20 Mill. Alk. 31/,0/0 Rerchsschatzanweisungen von 1904 Serie 1., am 1. Juli weitere 20 Mill. Mk., Serie II fällig. Es sei auch an dieser Stelle hiermit mitgeteilt, daß den Inhabern dieser Titel statt der baren Nuckzahlimg der kostenfreie Umtausch in neue Schatzamvelsungen angeboteu wirb, die mit 4°/0 verzinslich sind. Sie sind rotebenim nach 4 Jahren fällig und bis dahin so- wohl seitens des Reichskanzlers als auch des Inhabers unkündbar. Diejenigen Besitzer der jetzt zur Rückzahluug gelangenden Schatz- auweiiungen, welcfje den Umtausch in neue Stucke wünschen, haben sie unter Abtrennung und Zurückbehaltung der am 1. April oder 1. Juli d. I. fälligen Zlnsscheme in der Zeit vom 24.-28. März d. I. der Reichsbank emzureichen. Hamburg, 21. Aiärz. In der Generalversammlung der H a m b il r g - A m e r i k a - L i n i e wurden der Jahresbericht sowie der Nechnungsabschliiß und alsbann die Ausnahme einer Pnoritätsanleihe bis zum Höchstbetrage vo»r Mk. 30 9)hUionen bewilligt. Ter Vorsitzende wies in seinem Bericht darauf hin, daß der allgemeine Rückgang der Konjimktur während der letzten Hälfte des Betriebsjahres die überaus befriedigenden Betriebsergebiusse des ersten Semesters fehr lmgünstig beeinflußte, ebenso auch die Herabietzung der Tarife auf dem nordattantijchen VerkehrSgcbiete sowie die große Steigerung der 5iohleiipreise. Trotzdem könne das Resultat ziemlich besricdigend genannt iverden, da der Jahres- geivinu nach Abzug aller Unkosteii einen ltzewinn von 20 Proz. aui das Aktienkapital darstelle und die Verleilimg einer Dividende DCTHOMPSON'S «SElFElW Iuv Aufklävung! Kathreiners Malzkaffes ist kein Surrogat, sondern ein ganz selbständiges Erzeugnis und ein voller Ersatz für solche Getränke, die viele aus Gesundheits- rücksichten meiden muffen. Kathreiners Malzkaffee verbindet mit dem beliebten Wohlgeschmack des Bohnenkaffees (ohne deffen schädlichen Koffeingehalt) die gehaltvolle Nährkraft des Malzes. 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Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd . . . . Obeischles. Eisen-Industrie Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. Reichsanleihe do. Konsols . . do. Hessen . . Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente. 4VS% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldreute . . 4% Italien. Rente . . . 396 Portugiesen Serie I 4^°,zo russ.Staatsaul. 1905 4#°/0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4-6 Griech. Monopol-Anl. . A% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . 4>6V/O Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W..... Tendenz: fest. 119.25 103.00 206.25 184.70 110.50 196.70 210.50 97.50 96.50 159.80 124.50 Berliner Börse, 24. Mälz. Antangskurse. Wl< 3% W/« 3^°/< 60.80 61.80 94 75 88.25 95.30 150.60 49.50 86.00 67.50 95.85 Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 24. März. 1.15 Uhr. . 239.40 . 137.00 . 177.00 . 138.40 . 202.50 Hira Seltersweg; 22 B. Etage. Sonderausstellung Balestrieris Originalgemälde ..Beethoven'1 nebst zahlreichen Reproduktionen. » Qnmmnrklir ffip Kranke. (Geisteskranke ausgeschloss.) OUiHineiKUl IUI Bebagl eingfiicht. kl. AnstaU. Spezial- 13hl BuS® dka Heilanstalt. Neue Gesellsch. • Räume, offene u. geschioss. Liegehalle. Kühler Sefl «A ■ W» SpF ffi schattiger Park. Sorgsame Behänd« HnAdl ® KlCSfi lung und Verpflegung. Diätkuren. H Bi ffl w «S» ö ffl (Dependance für Minderbemittelte0 _____________ Prospekte franko. _____ Dr. M. Schiiize-Kahleyss. Nervenarzt. Sanatorium Hof heim im Taunus. 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Auf heutigem Wochenmarkte kostete: Butter pr. Psd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Käscmatte 2 St. 5—6 Psg., Erbsen p. Pfd. 18—24 Pfa., Linsen v. Psd. 25-40 Psg.. Tauben »r Pr. 0,80-1,00 Alk., .Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Gänse vr. Pfd. 00-00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 SDit, Öchsensleisch pr. Pfd. 76—84 Pfg., Knh- unb Nindfleisch pr. Pfund 74—76 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 80 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00-7.00 Mk., Zwiebeln pr. Qtr. 5,00—6,00 All., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0-00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00-0.00. — Aepfel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 Mk. Nüsse 100 Stück 40—00 Ma., per Rtr. 0—00 Mk. Marktzeit von 8—2 Uhr. — Kartoffelmarkt -Bericht vom 23. Marz 1908. Friedberg (Lessen): Rote Sorte Mk. 2.00-0.00, Magnum bonum 2.40—0.00, weise runde 2.00—0.00, Gelbfleischige, roeiße, 2.40 bis 0.00. Frankfurt a. M.: Rote Sorte Mk. 2.20—0.00, Magnum bonum 2.50-2.65, weiße runde 2.25 bis 0.00, Gelbfleischige, rote, 2.50, weiße 3_25. Wiesbaden: Magnum bonum 2.80—0.00, roeiße runde 2.65. Mannheim: Magnum bonum Mk. 2.65—2.75, Gelbfleischige, blaue 3.65—3.75, rote 4.20 bis 4.40. Köln: Rote Daber Alk. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00, Magnum bonum 2.85 bis 2.90, weiße runde 2.33—2.45, Gelbsleijchiqe blaue 0.00-0.00, tote 2.80—0.00, weiße 3.50 bis 3.60. Dortmund: Alagnum bonum Mk. 3.00, weiße runde 2.65, Gelbfleischige, blaue 0.00, rote 2.90, weiße 3.70. M ü nster: Magnum bonum 2.60-2.75, Gelbfleischige rate 3.00 bis 3.10, meiße 3.75-4.00. Lagen: Rote Sorte ML 0.00, Magnum bonum 2.' 0—0.00, Gelbfleischige weiße 0.00. S a arlo n is: Role Sorte 2.60, Magnum bonum Mk. 0.00, weiße runde Mk. 2.60. F r a n k e n t h a l: Rote Sorten 2.25, Magnum bonum 2.40, weiße rimbe 2.40, Gelbfleischige blaue 3.00, rote 3.00, weiße 3.25. (Alles per 50 Kilogr.). Vernrifchtss. * Ein Stadtverordneten st akct. Einem Original verdankt auch das „Stadtverordnetenstaket" in Kassel seinen Ursprung. Zu den Sehenswürdigkeiten, die der Baedeker verzeichnet, gehört dieses Staket allerdings nicht: aber dem alt- kasselschen Bürger war es ein Gegenstand, der immer wieder gern einmal besichtigt wurde und von dem man Fremden, die ihu scchen, mit behaglichem Schmunzeln und unter Hinweis aus die. gute alte Zeit mit ihrem Sinn für Lumor erzählte. Es befindet sich in einem der schönsten Teile Kassels, vor einem Gärtchen der Weinbergftraße, in dem ein lleines, altes Lauschen steht. Als die genannte Straße angelegt wurde, mußte auch ein Stück des erwähnten Gärtchens dazu genommen werden, vor dessen übrig gebliebenen Teile die Stadt nun ein neues Staket zu errichten hatte. Dieses neue, aus Tannenholzplanken errichtete Staket fiel aber nicht nach dem Geschmack des Gartenbesitzers aus, der sich daher beschwerdesührend an die Stadtverordneten wandte und um Abänderung ersuchte. (Nach einer andern Lesart soll seine Unzufriedenheit dadurch erregt worden fein, daß ihm die Straße nicht breit genug angelegt wurde.) Als die Stadtverordneten seinem Ansuchen aber nicht Folge gaben, beschloß er, ihnen einmal „mit dem Zaunpfahl zu winken" und ihnen sein Mißfallen an ihrem Tun auf eine deutliche, nicht alltägliche Art auszudrücken. Eigenhändig machte er sich daran und schnitzte aus den oberen Tellen der Planken die Köpfe sämtlicher Stadtverordneten so deullich, daß sie jedermann erkennen konnte. Und als die Planken dann wieder fein säuberlich befestigt waren, konnte er mit Behagen beobachten, wie alt und jung anmarschiert kam, um sein „Stadtverordnetenstaket" zu besichtigen und die darauf dargestellten stadtbekannten Persönlichkeiten herauszufinden. Daß die letzteren nicht auf Entfernung des „Aergernis erregenden Gegenstandes" (wie man heute vielleicht sagen würde) gedrungen haben, ist ehrend für sie und beweist, daß sie selbst Sinn für .Humor hallen und darum auch die eigenartige Rache des alten Herrn zu würdigen wußten. Jetzt ist das Stadtvervrdnetenstaket vom Zahn der Zeit schon so sehr mitgenommen, daß es wohl in nicht allzuferner Zeit ganz verschwinden wird. ♦ Seine Ma 1 estat — das Krnd. In England macht sich in letzter Zeit eine Bewegung geltend, dahingehend, _ die englischen Kinder nach amerikanischem Muster möglichst selbständig, d. h. eigentlich möglickist gar nicht zu erziehen, und sie sich selbst und ihrem persönlichen Wollen oder Nichtwollen zu überlassen. Immer wieder wird in englischen Zellungen und Zeitschriften darauf hinaewiefen, wie selbständig der Amerllaner sei, der nach diesem Prinzip aufgewachsen. Wenn wrr — w sagt ein hervorragender englischer Parlamentarier — dreies Prmzip nicht verfolgen, bann wird uns das trifte Schauspiel erspart bleiben, zu sehen, wie Kinder von 6 Jahren, wie Zieraffen gekleidet, allein den Restaurallonssaal eines eleganten 5)otels be- treten, sich dort Gänseleberpastete und Hummern bestellen, welche Gerichte die armen verständnislosen Kleinen unter dem stillen Lächeln der anderen Gäste und Kellner in sich hinemschlingen. SU eine Tageschrorrik. — InMünchen wurde ein äußerst frecher E i n b ruck) in dem Juwelier aeschäft Silberthau u. Eo. ausgesührt. Die Diebe schlugen mit einem in ein Tuch gewickelten großen Stein das große Äuslagefensier ein und entnahmen der Auslage, in der sich Goldwaren Mr 70 000 Mk. befanden, Gegenstände xm Werte von 5000 Mk. Sie wurden von zwei Schutzleuten verfolgt, sind aber entkommen. Auf der Flucht verloren sie einige Wertsachen. — Ter Fabrikant Robert Dreßler aus Jnzersdors bei Wien ist beim Blumenpflücken von einer hohen Wand a b g e ft u 131 und war sofort tot. . — Räuber überfielen nachts das P 0 st a m t m Ke° menes Magari (Ungarn), raubten das vorhandene Geld, sämtliche Briefmarken, durchschnitten die Briefpostbeutel, nahmen die Geldanweisungen und Poftbücher mit sich, so daß die Halste des geraubten Geldes und der Wertsachen nicht festzustellen ist. — Auf den Nachtschnellzug Paris-Mailand wurde in der Nähe der Station Martigny ein Attentat verübt. Unbekannte Täter hatten auf den Viadukt über den hoch- geschwollenen Berg ström Dräns e große Felsblöcke auf das Geleise gewälzt. Zum Glück konnte die Maschine die Felsblöcke zur Sette schieben, so daß der Zug nur leichte Verletzungen erlitt und die Strecke passieren konnte. Eine strenge Untersuchung wurde em- geleitet . . — Ein Tornado (Wirbelwind) richtete m einem -rett der nordamerikanischen Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama große Verheerungen an. Verschiedene Ortschaften wurden zerstört. Auch eine Anzahl von Personen ist dabei umgekommen. — Nach einer telearaphischen Meldung aus Tokio ist in der Nähe von .Hakodate (Janan) der Dampfer Matsu Maru infolge eines Zusammenstoßes gesunken. Der Kapitän, 43 Mann der Besatzung imd der größte Teil der Passagiere, deren Zahl 2 4 4 beträgt, sind ums Leben gekommen. Aus Newyork wird telegraphiert, daß die Choristin an einem Newyorker Theater, Josephine Mofsllt, behauptet, Prinz Viktor von Thurn und Taxis habe sie in Newhork ge- heiratet und sie danach verlassen. Sie ist an Bord d< s „Battle" non Newyork nach Eurcpa abgereift, Um den Prinzen zu suchen. — Der Gothaische Loskalender verzeichnet unter den Mitgliedern des Dauses Thuru il Taris einen Pr. Victor in Baltavar tn Ungarn. AsorverMäts-Nachrrchtett. — Die Besucherzahl der zehn technischen Hochschulen Deutschlands betrug in diesem Wintersemester 15 720 gegen 15 453 im Vorjahre. Die Zunahme entfällt zum größten Teil auf die Hospitanten und Hörer. Die Abnahme im Maschinenbaufach und in der Chemie hat sich gegen das Vorjahr noch erhöht, während Architektur und Bauingenieurwesen häufiger studiert werden. Von den Hochschulen haben Aachen 861 (797), Berlin 3043 (3129), Braunschweig 677 (478), Danzig 988 (962), Darm ° stadt 1840 (1840), Dresden 1230 (1233), Hannover 1361 (1331), Karlsruhe 1501 (1640), München 2901 (2694), Stuttgart 1318 (1349) Besucher. Spkiptafi der vereinigten zranisurter Stadttheater. Gpernhaus. Mittwoch den 25. März, abends halb 8 Uhr: Volksvorstellung: „Fidelio." Donnerstag den 26. März"): „Figaros Hochzeit/' Freitag den 27. März geschlossen. Samstag den 28. März: „Oberon." Sonntag den 29. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Tie lustige Witwe." Abends 7 Uhr: „Tiesland." Montag den 30. März, abends halb 8 Uhr: Zum Besten des Orchester-Pensionsfonds: „Madame Lutterfh)." Dienstag den 31. März: „Der Wanderer." Hierauf: „Rübezahl." Ziim Schluß: „Fortunios Lied." Mittwoch den 1. April, abends halb 8 Uhr: „Ein Walzertraum." Schauspielhaus. Mlltwoch den 25. März"): „Doktor Klaus." Donnerstag den 26. März: Zum Besten der Großen Pensionsanstalt der beiden städtischen Theater: Zum e r st e n m a l (Uraufführung): „M a n öv er tag e". Ein deutsches Soldatenstück mit Gesang in 3 Akten von Hermann Hausleiter. Freitag den 27. März: „Panne." Samstag den 28. März: Erstes Gastspiel oon Josef Kainz vom K. u. K. Hof-Burgtheater in Wien: „Hamlet." Sonntag den 29. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Bei uns da drüben? Abends 7 Uhr: Zweites Gastspiel von Kainz: „Gespenster." Montag den 30. März: Drittes Gastspiel oon Kainz: „Don Carlos." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. GLngefandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Seit einem halben Jahre werde ich von dem hiesigen Antisemitenblatt fortwährend persönlich beschimpft und beleidigt. Ich habe bisher darüber mich amüsiert. Niin sprach ich am 19. März in Annerod und gewährte volle Redefreiheit. Der Redakteur jenes Blattes, Herr Reuther, nutzte dieselbe derart aus, daß er volle l3/4 Stunden lang mich persönlich in gröbster Tonart angriff, wie auch ein mir unbekannter Einsender im „Gieß. Anz." geschildert hat. Als id) ihm auf seine vielen Unrichtigkeiten entgegnen wollte, ließ er mich einfach nicht zum Worte kommen, nannte mich schließlich geisteskrank, und als ich darauf ihm scharf, aber ruhig erwiderte, überschüttete er mich mit Ausdrücken wie „Drecksack" u. dergl. und drohte mir mit Tätlichkeiten. Es gelang ihm dadurch, die Bersamm. lung zu sprengen. Er hat weiter den Mut, in der letzten Rr. seines Blättchens jene Beschimpfungen fortzusetzen. Da ich einerseits meinen Versammlungen den bisherigen streng sachlichen Ton wahren möchte, andererseits keine Lust habe, mich stundenlang öfientlich beschimpfen zu lasten, so sehe ich mich zu meinem Bedauern gezwungen, Herrn Reuther von meinen Borträgen solange auszuschließen, bis die Folgen jenes unliebsamen Zwischenfalls erledigt sind. Gießen, 21. März 1908. O. Riedel. * Wie lange hält der schreckliche und gegen die Unfallverhütungs- Vorschriften verstoßende Z u st a n d der L i ch e r-S t r a ß e nach dem Forsthaus Hochwart noch 01t ? Es wäre doch an der Zeit, daß endlich das"Bankett frei würde, damit man nicht Hals und Bein darauf brechen kann Auch hat Einsender schon jahrelang die Dreckhaufen dicht an dem Bankett bewundert, die nie einmal verschwinden, sondern stets größer werden unö so für den Spazier- gänqer unö Passant lästig sind, für Radfahrer aber direkt gefährlich werden können, da letztere gezwungen sind, bei schlechtem Wetter neben an der Straße zu fahren. Meines Erachtens sollte man eine Straße, die so mit Verkehr belastet ist wie die Licher-Straße, nicht so herunterkommeit lassen, >vie sie z. B. voriges Jahr war, bevor ihre Wiederherstellung in Angriff genommen wurde, damit die Fertigstellung keine kleine Ewigkeit datiert. F. 11. S. Möchentt. Urdersicht derCade;Me t. S.Siadt Sichen. 9. Woche. Vom 23. bis 29. Februar 1908. (Einwohnerzahl: angenommen zri 30 4°0 linkt. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitszisfer: 37,62°/™, nach Abzug von 7 Ortsfremden' 25,65 7-n. Kinder Es starben an: Zusammen: Erivachsene: im vom 1.2 ebensjahr: 2.—15. Jahr Scharlach KD — — 1 (1) Croup KD — — 1(1) Influenza 4(1) 2(1) 1 1 Lungenentzündung 6(1) 2(1) 1 3 Herzfehler 2 3 — — Krämpfen 1 — 1 — Bauchfell-Entzündung 1 1 — — Tarmverschluß 2(1) 2(1) — — Blasen-Geschmulst 1 1 — -— Lebeitsschwäche KD — 1 (1) — Altersschwäche 1 1 — —— Knochenmark-Ent-- zündung KD 1(1) — — Summa: 22(7) 12(4) 4(1) 6(2) Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Werner, mein Junge, was rvillstDu haben'? Bonbons oder Jayö echte SodenerMineral-Pastillen? Werner WH antwortet: Bonbons und Jays eckte Sodener. Aber der Duke' lacht: Nein, das geht nicht, enttveder Jays echte Sodener oder j Süßigkeiten. Nun entscheidet der Kleine: Da will ich lieber j nur Jays echte Sodener. In meiner Klasse nehmen alle £££: Jungens nur Jans echte Sodener mit in die Schule — die k-StA will ick auch haben Und der Lehrer meint, das sei sehr vernünftig und deshelb wär auch nie einer ans der mm. Klaffe krank. — Jays echte Sodener kosten 85 Psg. die Schachtel WW und sind in jeder Apotheke, Drogerie oder Mineralwasser Ws.1 Handlung zu haben. D?: Thompson’5 SeifenpulYer g spart Arbeit, Zeit, Geld, k ’/a T Paket W Pfg. 'S Or A- ® Ihr N ® c b .52., 5'2-4 W WZ v t 6 t ä er 3 ? i D 0 । g Z Ci 3 tank 8. 150.70 ÄrZ G pf£ bettel' gskurse. verk. . sges. il . cMe Ulk für Handel 196.6Ö 21050 . 2540 . 145.0«) . 118.00 . 159.80 . 124.50 . 23940 , 137.W bahn . ilui. . senbabn > 6(2) iw an, roie üid i answärlS naj 5 ausgesctioss.) istali- Spezial- .sellsch.-Käume. Salle. Kühler «nie Behänd- Diätkuren. derbemittelte) r - Ölgemälde ■oduktionen. (I1S AdHineralo^ Ltz "”*.5 ’sssiL s. Binder r-9 '• 2-i. > V x"6 DOtIdtl9 00- 44 iudit . . 177.0) . . . .138.40 . . . . 20250 Ohio- .... 81.9) 5 Uhr. 'er. . . 119.25 :rt. . . 103.00 werk . .20625 ergwerk . 184.70 k. PaketL 11050 erk. . . 196,70 . . . . 210.5) .... 975) i-Indnstrie 9650 to to <=t ^er A Z CfÄ C2H. CO CT O y» co o £ ra ff.-" “ ö 2t «» to@ “g- ... O CT S O ” o CO V o rt O <3: S'ozr:« S 3 SV ja s co — ra — S'c >O ÖS » iru *— 71 tÄ Q5G6- Sg >s CO ; S 'n" ~cn « ra S s I®2 ?K.A 2. s O- 7g ra er — o —. 5,0- s o to o !“* »>? : "S5*5 At ro Q 3 O=.**ct ~ cor- s 5'"'=' ' s”3^=.. orL = a. c^cog wsfsS1 BZL- ILAffL yj ;s2, = —- Sio H *“ c 2:» s y --Z S'Ä.’S ZZWZ.K 2 ea <2 ro S 2.2-1 er er 2 ^=2 8 ■>* — 20 — er •" S -a — •z?er7» su ctD 2’5 ° «i _ Ä- er O CT> rt. COD co?4 CO r-t ■ o .C'r» o-'r? 2 & r o g -t Cf (ZS 2^, =,o -'S- o —. — Q- cr CT 2 »Tu ^ff -s U o S er Iff.g f=- yu m '"2 2 rv-2.~ = SesT-s» ;%§§- 5 S .t.-S'0 ZK ez^, s (2 ="O~ s 03 5 er 77Z S r> r- W —. --- ^KD"'ZZ - =; 3"-' — er — ^y§S.i^ge' L3 s-^g MM- - GuS 2 §*SA3 Z-US- Ifcf W 5*2 TT H yo = H s M‘ r g M§^?E?S5s _ er " s> 2 § ra" «’S ZX K) LH to Q 3 ID C' ? uu =3 EX co - CO ‘Wö => "§ 5:5 C s; ra 1 § d.^ ■ s => 78. I 'S »--Q => rpey—. 'S’—' j-s'f'- 5» LZ» C^-n 002.2 es Off L< o yü H*® Z'S yi —-* —( — coa ° ez — ZMZ e — C w » Xt — co O y> 2? ZZ "5> •-« ff Z S. 5- o s ~-t2s CU er° Dr 72, o o 2 y, «ZL — X —; Aff CT® ra -t- «»O e-'y co 9 ro «-» LZ s. 5 e | st^( ^=22-0 • ra „ c. coBsf HS-0'? H’öog.s:' _s a co 2 ». I.Z 2. L. s A» ez ff3 CO ^5 s 2.0 s 2"s « 7 Ti y S AZ ff Söo 5?:s Cu'2' ra ZLff JC cs?° <=<=? o ffU = « °» ° o s gsö' = 2< ■g*0'™ = e _. DZ _ -s O O c- -> cycrorcz s'Ea? iS iS y<-S = -a ra O -^OyLBi = s 3 => —o •' 5,0 cz . ^?c'= ff^. - crB LiSZ-^Z- 8-ffOZ- S So ff A =5^ » DZ-WZ czöTs = 73&B s^-ff ‘ 2 crcu m- =22,73. S 'S ra Z.UZ o **2 o- jrTd »2>A','2 ZS s => fr =’er S er c s — -o 0 2 M- Cu 2 o off-— 3 ff2 = 2 ®*4c^ = I CZ— — s 1 Scp» »^- = a§3'§ * = s“'= s --5.7s0 = — " Z ^ödB =• § Z - iSs" -> =Q ff ff o ff». er S L rs e «°§ CT — s er y 0 s <3 ** s & Off «1» □ « c. = c 3. ost ro - - - ß »ff ro r— S — < 't "CT er ' >0 -CT ra ft o. ■—■ — cm ra n lür Vorrntttagsst. zllU|Mst0thkll z. L April für kl. Haush. ges. Näh. Bleichstr. 18,11. _______________102245]_____________ Köchinnen, Hausmädchen, Mäbchen für alletu kl. Haush. u.Zunm.- mädchen erh. bess. Stellen burch Fr. Hüttenberger, Seltersweg 67. 02170 SflttWW sucht Stelle als Jagdausfeber, guter Schütze, in der Jagd erfahren. 1815 Zu erfragen in der Exved. b. Bl. Suche für meinen Sohn Lehrstelle bei ein. tüchtigen Uhrmacher. Schriftliche Angebote unt. 02270 an ben Gteß. Anzeiger erbeten. r -—■ < Ta -'v 5 vr7‘Y<.” v ** MHWMW Da mein Manu an einer Vltuddarmoperation barnieder- liegt unb bie Herrschaften nicht besuchen kann, bitte ich die werten Herrschaften, welche Grabsteine u. Sternmetzarbeiten benötigen, sich in das Geschäft Marburger Straße bemühen zu wollen, wo ich ihnen aufmerksamste u. reellste Bedienung zusichere. [02128 Fran Paul Schoder. _______Marburger Straße. ^tikurliw. man in 4 Wochen gründlich, mittags. (U1WO) Lindenplatz 5, II. Aufforderung. Alle Diejenigen, welche Ansprüche an dem Nachlaß des zu Osienbach a. Main verstorbenen Lehramtsreferendars August Bergmann od. Gegenstände zum Nachlaß gehörig im Besitz haben, wollen sich bis zum 1. April l. I., bet dem unterzeichneten Nachlaß- oerwatter melden. [1895 Johannes Nieoerhos, Offenbach a.M^Eisenbahnstt.27. ErbfchastSstcncrerklärungeu in der neuen reichgesetzl. ^orm, Vermögenöverzcichmsse Tür o. Amtsg. fertigt (1680 ÄottS, Rechtskonsulent, _______Sonnenstraße 12, pari. 02188] Z. in. 13jähr. Sohn (Realsch.) suche ich einen Altersgenossen in Pension. Licherstr. 23, II. Etg. guSnbe Wirtzchaft wird von jung., tüchtigen Wirtsleuten sofort od. später zu mieten gesucht. — Schristl. Augeb. unter 02291 an der Gieß. Anz. erbeten. Garten oder Llckcr zu pachten ges. Bevorzugt: Eichgärten,Trieb, ^Lahrungsberg ob. Schlffenberger- weg. — Schristl. Angebote untiir 1910 an ben Gieß. Anz. erbeten. Hypotheken, Vermittle 1947 l.u.H.Hypetheken für Geldgeber ohne Kosten. la Bankverbindungen. I. gofrntljal, Goclhkfil. 03 Telephon 461. Immobilien. EingczäiintcS Gartenland an der Pulvermühle gelegen zu verpachten. 9täheres bei (Soft, Nod- beimer Str. 50._____________[02304 Zwei Stück Land je 600 qm am neuen Friebhofsweg, besgteichen 2000 qm am Leihgeuernerweg zu verpachten. 9iäh. bei Schaum- berger. West-Anlage 50.__[U2303 Suche f. Tochter m. Freundes v. Lde.der k. Gelegenh. gev. Heirat m. Pfarrer,Lehramlsassessor,od.ähnl. Herrn Beamten. Ist 26 I., evg., gebilb. u. bei. 60000 Alk. Verm. Ä. Midinet, Bahnbeamt.aD., LUainz. Iz^/sl te. ijer-Gesang-Verein. Samütag, den 28. März, im Lenz'schen Felsenkeller: Familien - Äßendc Freunde sind herzl. willkonnnen. v^/z]Der Vorstand. Neiles LtilNlheütel' Gießen. Dienstag, den 24. März 1908. 19. Dienstag - Abonn.-Yopstellun^. Novität! Novität! Fanrae. Schwank in 3 Akten von Richard Skowronnek. Anfang8Uhr, Ende geg. 10V, Ubr. Mittwoch, Iden 25. März 1908. Außer Abottncmcrtt! Kleine Preise! Kleine Preise! Die Wüdente. Schauspiel in 5 Auszügen von Henrik Ibsen. Anfang 8 Uhr. Ende gegen 11 Uhr. Z£T Reell! Junger Mann, 25 Jahre alt, mit eignem Geschäfte wünscht mit einer Dante aus gutem Hause beh. spät. Verehelich, öek.z. werden. Etw. Vermögen wäre erwünscht. Schristl. Anfragen unter 02322 an ben Gießener Anzeiger erbet. grüner Sp-NUtt-M vkrl-lk» Ludwigstr. Abzugeben gegen Belohnung. PH. Stier. [02308 LpaMstoa Ä M Nähe von b.Denniughoff Brauerei verloren. Gegen Belohnung ab- zugeben. [2294] sUeuemveg 50, II. Bäuerischer Gesangverein. Heute abcud Sütgstuude. vM/sJ Der Vorstand. Filiale Berlin, Passage. Erstes unb größtes Vbotoplafttfches Ncifc-Jnttitut der Welt. Host. Sr. M. bes beutsch. Kaisers Kirchenplatz Nr. tz ILadcu). Diese Woche ausgestellt: Wanderung im herrlichen Salzkammergut Traunkircheu, Edeuseu, Ischl, das Anlauftal. Jeben Tag v. 2—10 Uhr geöffnet. Eintritt 30 Pfa., Kinder 20 'pfg. 5 Neifen 1 Mk. Ioiaal