Nr. SÄ 7 Der Siebener Anzeiger erschein! täglich, außer EonntagS. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätter; zweimal wöchentl.llreir- blattiürdenllretsGiehen (Dienstag unüFreltag)-, zweimal monatl. Land» wirtschaftliche Seitfragea Fernfprech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112. Verlag u. Expedition 61 Adresse für Depeschen: Anzeiger Victze«. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnunimer bis vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag SO. September 1908 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'sche« Untv.-Vuch« und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion. Lxpedttiokfund Druckerei: Schnlstrahe 7. Bezngsvret': monatlich7öPs^ vierteljährlich Mk. 2L0; durch Llbhole» u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch diePost Mk.2.— viertel- jährt. auöschl. Bestellg. ZeilenpretS: lokal IbPs^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil, für „i>ciidlelon* und -Vermischtes*: Ernst Anderson; iür ,Stadt u. Land' und »Gencins» saal': E. vcv: für den Anzeigenteil: p. Deck. Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten. politische Wochenschau. Gießen, den 26. Sept. Immer näher rückt der Termin derhessischenLand- tagswahlen heran, trotzdem ist die Wahlbewegung nicht gerade besonders lebhaft. Besonders bei uns in Gießen ist es in dieser Beziehung noch recht still, itnb wenn man >3 dieser Tage nicht gelesen hätte, daß Geheimrat ®utile i f dj wieder kandidieren wird, so würde man es kaum wissen, daß auch die Stadt Gießen diesmal eine Neuwahl oorzunehmen hat. Aufregend wird diese Wahl nun allerdings auch schwerlich werden, denn die allgemein hochver- rhrte und beliebte Persönlichkeit des Landtagskandidaten üchert ihm von vornherein das Mandat, zumal auch die Nationalliberalen für diese freisinnige Kandidatur eintreten verden. In Mainz hat inzwischen das hessische Zentrum seine Heerschau abgehalten und seinen Wählern die all- zemeinen Direktiven für die Landtagswahlen gegeben. Die neulich bei den Nationalliberalen in Darmstadt, so vurde jetzt auch auf der Mainzer Zentrumsvcrsammlung die Wahlrechtsänderung recht eingehend erörtert. Justizrat d. Brentano ließ es hierbei nicht an schärfster Zurückweisung der Sozialdemokratie fehlen und setzte seinen Zuhörern auseinander, was eS mit der namentlid) von sozialdemo- Iratischer Seite behaupteten Preisgabe wichtiger Volksrechte durch die bürgerlichen Parteien der Zweiten Kammer in Wirklichkeit auf sich habe. Daß in dieser Rede auch vieles jum Preise des Zentrums gesagt wurde, ist selbstverständlich. Dasselbe taten auch die übrigen Redner, die fid) aber Sozialpolitik und Schutz der Landwirtschaft und die Wirtschaftspolitik der hessischen Zentrumspartei ausließen. Recht interessant und lehrreich für manche bürgerlichen Politiker, die alles Heil vom Zusammengehen mit der So- staldemokratie erwarten, sind die Landtagswahlcn in Oldenburg. So haben die Anhänger des Dr. Barth in Delmenhorst ihren Versuch, dort mit den Sozialdemokraten zu- iammenzugehen, sehr teuer bezahlen müssen; sie haben öen ganzen Wahlkreis verloren. In Eutin, wo die Freisinnigen sich mit den Agrariern verbanden, haben sie gesiegt. Das Bürgertum und die Bauern wollen eben in Oldenburg ebensowenig wie anderswo mit den Sozialdemokraten gehen. Das sollten auch manche hessischen Politiker wohl beachten, die nod) immer glauben, mit Hilfe der Sozialdemokratie der Rechten die Macht entreißen zu können. In der Sozialdemokratie zeigt sich zwar, wie der Nürnberger Parteitag jetzt erwiesen hat, eine recht iiefgehende innere Spaltung, aber cs ist wenig oder, richtiger -gefaßt, gar keine Aussicht vorhanden, daß diese Spaltung zwischen nord- und süddeutschen Genossen in der Budgetsrage .auch nur irgend einer bürgerlichen Partei zugute kommen tvird. Die sozialdemokratische Presse widmet diesem 'Parteitage noch immer langatmige Kommentare, aber von ।einem Entgegenkommen gegen die sie umwerbenden Libe- nalen ist dort nirgends die Rede. Die Meinungsverschicden- fteiten zwischen Nord und Süd werden lediglich als Fragen der Taktik angesehen. KantSky definiert den Gegensatz als einen solchen zwischen zwei möglichen Arten parlamentarischer Tätigkeit, einer grundsätzlich oppositionellen und einer, die zu Konzessionen an die Regierung bereit ist. Das ist alles. Kautsky meint sogar, daß die Geschlossenheit erheblich gefördert worden sei, weil sie allen Schwankungen, Unsicherheiten und Mißdeutungen ein Ende bereitet habe Es darf allerdings auch nicht verschwiegen werden, daß es sozialdemokratische Kreise gibt, wie beispielsweise die um Ulrich, die mit weit weniger frohen Empfindungen auf den Parteitag zurückblicken, aber die Einheit der Partei gilt doch schließlich aud) ihnen weit mehr, als jede Annäherung an die Politiker auS den bürgerlichen Kreisen. Wäre es anders, bann würde ihnen die bevorstehende Reichsfinanzreform jetzt einen vorzüglichen Weg dar- bieten, sich der bürgerlichen Linken anzuschließen. lieber seine Finanzreformpläne hat Sydow jetzt wieder einige näheren Andeutungen gemacht. Im Anschluß an die kargen Darlegungen des Rcichsschatzsekretärs weiß nun auch die Kölnische Zeitung mitzuteilen, daß Branntwein, Bier und Tabak mit 280 Millionen Mark neu belastet werden sollen. Das Bier allein soll 100 Millionen Mark mehr an Steuern einbringen. Die Regierung soll ferner ein Rohspiritus- monopol vorgeschlagcn haben. Weitere Steuern würden auf den Wein entfallen, und die Nachlaßsteuer solle 100 Millionen Mark einbringen. Tic Erhöhung der Matrikular- beiträge von 40 Pfg. auf 80 Pfg. soll 26 Millionen Mark ergeben, die Steuer auf Gas und Elektrizität und Inserate 80 Millionen. Da es sich nun bei allen bisherigen Angaben über die Reichsfinanzreform noch immer nur um unsichere Andeutungen handelt, so ist die Oeffentlichkeit bisher nod) nicht in der Lage gewesen, zu diesen Finanzplänen im einzelnen Stellung zu nehmen. Am wenigsten Aussicht auf Annahme scheinen bisher indessen die Steuern auf Gas, Elektrizität und Inserate zu haben. Namentlich die Jnseratensteuer wird in der Presse einmütig verurteilt. Wer für eine solche Steuer eintritt, verrät nur, daß er vorn Wesen der Presse so gut wie keine Ahnung hat. Es ist überhaupt seltsam, wie schlecht unterrichtet die weitesten Kreise mit dem Zeitungswesen sind, obgleich sie doch jeder Tag mit der Zeitung in eine gewisse Berührung bringt. Auch auf dem P r e ss e k o n g r c ß, der gegenwärtig im Reichstagsgebäude zu Berlin tagt, ift auf diesen Umstand hingewiesen worden. Vielleicht trägt dieser bedeutungsvolle Pressekongreß ein wenig dazu bei, das Verständnis für die Presse im Publikum zu fördern. Es ist der glanzvollste Pressekongreß, der jemals im deutschen Reiche abgehalten worden ist, und bei der Eröffnung waren sogar die Vertreter der Regierung fast vollzählig anwesend. Der Kaiser- Hat den Vertretern der Presse telegraphiert und der Reichs» kanzler hat sie bewirtet. Von den für die deutsche Presse besonders wichtigen Fragen, beschäftigten den Pressekongreß die Frage des Ausbaues der Standesgerichtc und die 23e- scitigung des Zeugniszwanges. Der Reichskanzler und der Staatssekretär des Aeuße- ren find bald nach Begrüßung der Männer von der Feder von Berlin wieder abgereift, um die wenigen Wochen bis zum Beginn der Parlamente nod) ihre Ferien zu genießen. Sie werden sie wohl auch um so ungestörter genießen können, als die deutsche Antwort, die vor einigen Tagen auf die Marokkonote Frankreichs und Spaniens gegeben wurde, in Paris recht freundlich beurteilt wird. Wenigstens sind in der Marokkofrage vorläufig keine weiteren Komplikationen zu erwarten. In einer weit weniger angenehmen Lage sind die österreichischen Ministerkollegen Bülows und Sd)oenS. In der Donaumonarchie stehen sich Deutsche und Slawen wieder einmal in blutiger Feindschaft gegenüber. Es ist immer wieder die alte Geschichte: Die Slawen, ob es nun Tschechen oder Slowenen sind, brechen in Ortschaften ein, die bisher überwiegend deutschen Charakter gehabt haben und versuchen, sich dort festzufetzen. Die Deutschen wehren fid) ihrer Haut, und so kommt es zu blutigen Kämpfen, wie jetzt in Laibach, wo sogar Gendarmerie und Militär einschreiten mußte. Bezeichnend für die gegenwärtige Lage in Oesterreich sind auch die neuen stürmischen Szenen im böhmischen Landtage, wo dieses Mal die deutschen Abgeordneten zum altbewährten Mittel der Obstruk- tion gegriffen haben. Daß es bei dieser Gelegenheit aud) zu Tätlichkeiten im Landtage gekommen ist, das ist in Oester- reich selbstverständlich. E. A. politifcbe Lagcs-cbarr. Die italienischen Arbeitökammeru im Jahre 1907. Das amtliche Bulletin des italienischen Arbeitsamtes veröffentlicht die Statistik über die italienischen Arbeitskammern. Diese sind nicht, wie die in Deutschland geplanten, öffentliche Korporationen. Es sind vielmehr Organisationen der sozialdemokratischen Arbeiter und zwar stellen sie int Gegensatz zu den den freien Gewerkschaften gleichenden zentralisierten Berufsorganisationen der Arbeiter, die örtlichen Organisationen da. Sie sind also entfernt unseren örtlichen Gewerkschaftskartellen vergleichbar, bod) besteht in Italien ein scharfer Gegensatz zwischen den BerusSorgani- sationen und den Arbeitskammern. Zu Beginn des Jahres 1908 gab cs in Italien 92 (84) Arbeitskammern mit 3747 (3032) Sektionen und 546 514 (387 384) Mitgliedern. Die cingeUammcrten Zahlen sind die entsprechenden Zahlen für das Vorjahr; das Wachstum war sehr stark. Die Arbeitskammern hatten eine Jahreseinnahme von 432 241 Lire, der eine Gesamtausgabe von 402 266 Lire gegenüber- steht. Einzelne Kammern erhalten Subventionen burd) die Gemeinbevcrwaltungen; im Jahre 1907 betrugen dies« Unterstützungen 61000 Sire. ■ .. — » ____!> Deutsches Reich. Aus bem Arbeitspensum des Reichstags. Sicher geht dem Reichstage der Entwurf eines Automobil- haftpslichtgesetzes zu, desgleichen der Entwurf eines Gesetzes über Arbeitskammern. Das Reichsschatzamt ist, wie es heißt, unbeteiligt an dem Plane, für die Reichsfinanzreform in öffentlichen Vorträgen zu wirken, an denen der Reichsschatzsekretär persönlich teilnimmt. Die Augen der Schulkinder. Die in Leipzig erscheinende „Gefundheitswarte der Schule" gibt ans Anlaß des Schuweginnes folgende vierzehn Merkchtze zur Verhütung von Augenfchadignngen und ^lugencrkrankungen in der Schule und zu Hause: 1. Reibe nie die Augen mit ungewaschenen Fingern. Fremdkörper im Auge entferne dadurch, daß du das^ obere Augenlid über das untere herabziehst: verläßt der Fremdkörper seine Sage nicht, bann gehe zum Arzt. 2. Unterlasse anhaltcubc, augenanstrengeude Arbeiten, sjuni Beispiel Nähereien, Stickereien, wechsle mit biefeit Ar- ßeiten ab; lies, schreibe, zeichne nie bei schlechter -vages- 1 elenchtung, in der Dämmerung, im Zwielicht sowie bei tiattfiadernbem Lampenlicht. Unterlasse auch anhaltendes lAavierspiel, besonder-.' bei ungenügender Beleuchtung: bei Künstlichem Sicht unterlasse es ganz. Sehe nicht in die ^onne und lies nicht von Tafeln und Karten ab, die grrilcs 12id)t reflektieren. Das Licht trete von der linken «eite iiuf die Schreibfläche. 3. Sitze beim Lesen und «chreiben aufrecht, den Kopf nicht aebüdt. Tas Lesebuch und die Schultasel halte mog- Ilichft weit von den Augen entfernt. Die Druckschrift kann nicht groß genug fein. 4. bleibe das Lesen im Bett, wenn die Belcuchtung leine ausreichende, zweckentsprechende ift . 5. Tas Buch und die Schreibtafel fei immer in der 'Dritte von deinem Kopf, der gerade mit deinen ’^djultcm inrallel, nicht seitlich gehalten werden darf. 6. Halte warme, trockene Füße, trage keine engen lileiber, namentlid) keine engen Halskragen. 7. Setze dich nie einem heißen Ofen zu nahe. 8. Schreibe nie mit Linienblättern und wische die Tascl :mmcr säuberlich ab. . 9. Siehst du nicht auf die Schultasel, ober schmerzen Dich deine Augen beim Lesen, tritt ein Nebel vor diese, so ‘ige es dem Lehrer- . 10. Laß die Augen nach einiger Zeit anstrengenden »Sehens ausruhcn, dadurch, daß du in dic Ferne, womöglich ms Grüne siehst. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, tagt dir der Lehrer. 11. Vermeide Verdauungsstörungen und jci enthaltsam 7M Genuß geistiger Getränte sowie anderer Genußgifte, Lee, Kaffee und meide scharf gewürzte Speisen. 12. Meide häufiges staries Büdcn und i>eben schwerer Gegenstände. 13. Augenerkrauknngcn sollen dich immer zum Arzt führen. 14. Führe stets um der Gesundheit deiner Augcii willen frische Lust ins Wohn- und Schlafzimmer ein; den Auf- enthalt in rauchiger Luft meide. — Eine interessante Urkunde über einen religiösen Prozeß im alten Aegypten ist, wie Prof. Paul M. Meyer in der „Boss. Ztg" mitteilt, unter den Stücken der Gießener Papyrusfammlung aufgefunden und soeben bekannt gemacht worden. Es ist ein abgerissenes Blatt aus der Rede eines Anwalts, etwa aus der Zeit um 200 n. Ehr. Von dem Prozesse läßt sich ungefähr folgendes sagen und vermuten. Im Jahre 80 v. Ehr. hat eine ein- gewandertc Genossenschaft im ägyptischen Hermupolis dem Gott Apollon einen eingefriebigten Tempel mit Zubehör geweiht. Es waren wohl Söldner, die aus Lykien oder der benachbarten Landschaft Kibyratis gekommen waren und sich nach ihrer Dienstzeit in Hermupolis zu einem festeren Verbände zusammengeschlossen hatten. Gewiß haben sie aud) ihre Verwandten hinübergezogen, so daß sie sich nicht mit den Aegyptern zu mischen brauchten. 2lpollon war ihr heimischer Stammesgott, um ihn und seine Stätte scharten fid) die Leute. Aber eben diese Abgeschlossenheit scheint ihnen Feinde verschafft zu haben. Man brachte sie unter irgend einem Vorwande vor Gericht und bedte dort ihr Sonderleben auf. ,Lhre Kulthandlungen", sagt der Anwalt der feindlichen Partei, „standen im Gegensatz zu denen der Einl)eimifcken, sie geschahen aber dennoch und geschehen nod) bis zum heutigen Tag. Und sie fingen Hymnen in einer für uns Aegypier fremden Sprache, und daß fie Lämmer und Ziegen opfern, ift ebenfalls dem Landesbrauch schnurstracks zuwider." Dann läßt er die Stistungsurkunde des Apotlon- ycitigtums, von dem wir eben berichteten, verlesen, und hier endet leider der Papyrus, der aud) in seinem erhaltenen Teile uns Rätsel aufgibt. Welches ist die Sprache der Hymnen gewesen? Das Lydische? Oder soll man daraus, daß der Anwalt so stark das Einheimticye, also das Aegyptische betont, schließen, daß reine andere Sprache als das Griechische gemeint ist? Tie Interpretation läßt das letztere glaublicher erscheinen, da es bcn:i auch unwahrscheinlich ift, daß das Griechische, das schon in Lykien selbst um das Jahr 100 v. Ehr. stark die Oberhand gewonnen hatte, bei aus-- gewanderten und in griechischen Heercsverbcmden lebenden Lykiern nicht vollends durchgedriingen wäre, und wir wissen auch die näheren Umstände nicht, die zu dem Prozesse führten. Jedenfalls wäre es ein großer Gewinn, wenn von der verstümmelten Urkunde ein neuer Rest gesunden würde. — Wagner in Weinlaune Eine amüsante kleine Anekdote weiß der „Gaulois" zu erzählen. Wagner war mit Victor Masse sehr befreundet, der im Jahre 1861 zu der Zeit, als der Tannhäuser aufgeführt wurde, Ehordtrcktor an der Pariser Musik-Akademie war und sich um die Aufführung bei den Proben sehr verdient gemacht hatte. Immer, wenn der Meister Masss wiedersah, pflegte er ihn außerordentlich herzlich zu begrüßen. Eines Abends sitzt MassS bei einer Premiere im Theatre Gymnase. Auf der Buhne nähert fid) die Hauptfzene ihrem Höhepunkt. Ta, plöNich tönt durch den erwartungsstillen Saal eine sonore laute Stimme: „Bonsoir, Masse!" Das Publikum wird unruhig und bestürzt dreht fid) Massö um. Am Eingang zur Parkettreihe sieht er Wagner stehen, der ihm freundschastlid) zu- winkt. Massö ist sehr verlegen, er fühlt die Blicke des Publikums auf sich gerichtet, und um weitere Störungen zu vermeiden, wendet er sich wieder nach vorn, als ob er Wagner übersehen habe. Allein seine Absicht mißlingt. „Bonsoir, Masss" klingt es wieder und diesmal verstärkt sich der Stimmklang. „Kennen Sie mich denn nicht wieder?" Um einen Entrüstungssturm des Publikums zu vermeiden, steht der Angerufene auf und eilt Wagner entgegen. Der Meister fällt ihm in die Arme: „Glmiben Sie wenigstens nicht, daß das gute Tiner daran schuld ist. Mein Ehrenwort, ich liebe Die . . ." Wagner kam direkt von einem Tiner, bei dem ein ausgezeichneter alter Burgunder serviert worden war. Der edle Trunk aber hatte Wagners tr^inb)d)aft* liehen Gefühlen für Masse einen Ansporn gcd 2 Ul bejr heilere Unbekümmertheit den Pariser J-Ruiir verblüfft hatte. Ter P°rit-ud. — KleineChronikaus Kunsrund ar dH ar haft Eine Oper ,Die versunkene Glocke", urvD den Hauplmannschen Texl, fompomert von Tr. 2n 27. September in Petersburg teineni Steffen be3 berühmten Vioto g rr[nrr, lifirht demnächst in Mainz zur ersten Aufführung. Ter Borüand. 6 des Elektnx. öohuckert 6% <10. 111 3S l'yrtugicaeu Jueii MM Kerliuer Börne, 26. September. Anlaugekum. **mtd . 14b.2O Dabei lieb et aber auch neue brudcit uno der Rommelburg und Echtene, (St (R r. saa- Hühl Technikum Binqen Schreiben i crjtcre Itcllic oUOU uuD icyici Juvv WiNve J&r ?urde£" h< al 21uW ■UM tot 14BM rnx X »er «41 eü bttftr eur!c-6«e — b«a eataait» . 17200 . 127.60 . 242.70 94.00 52.00 86.55 65.00 97.90 2UH 1*1*4 Berliner xiaDdelsgea . . burnieindtcr liaua . . . Deutsche bank . . . . Ueuiecb-AnaL Bank . . Diikouio-KouimaaulL . . Dreauner Bank . . . . ixremUkUeu..... Baltimore- und Uhl»- Eiseulabu . . . . . uoiibaidbahu..... Lombard, hiacubahn . . Uealerr. öUauoann . . . 1 nuco-li cun-Eiecubaha . 4 XAruM.MnaUaul. IPUu 4>» ,e Japan. Staatsanleihe 4 H Cunv. ’i Orken von lV0u lurkenluse...... 4-, Unech. Monopol-Aul.. 4S äussere Argentinier . u litJUKauer . . . 4>»u/e Chinesen . . . . liarpener Bergwerk. . LaorabülU . , i.oinbarden E. B. Xordd. Lloyd . : orkenlose . . Cauada E. B. . . . Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: still. Scotts Emulsion IMS . . nv.N *!2jh 8er Rente 84.20 92.20 84.10 90^0 90.10 98.60 99.20 90 40 62.30 96 7ö I) ui Büduigen mit 12 000 Mk., dir ihm gegen Die iPierc nir 12 000 Limburger SdHifcrbxtgiverte- ^othschUd stand mit der «ncma Hengstenbrrg u. Co. s htbrort in i^eidwftover Vindu ng. to l-aktc einen *5 m der Firma eingeräumt bekommen. und deponierte 3 vieren rür 12000 Mk. wertlose etodbetmer Zucker - )ic '^itivi* »loch ui Büdingen erhielt einen von — benen Briet, worin nm Ueberlanung von dc- nt im Verte von 3öOu Ml er'ucht wurde. auch Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: fest. Telefonische Kursbericnts Giesseuei Anzeigers, nntgeteilt von der Bank für liest und Industrie, Giessen. Meteorologische Beo0uchruugen der Station Wiesen. Bö ree, 26. September, 1.15 l br. 9X201 Eiektria. Luhweyer . 1 kirchliche r7achrichte». LoangeUsche ivemeinde. Am 15. Sonntag n a cv Liinitali», Den 27 ♦ottesbitift Di Der Zoharn» erlisch«. BormutagS 8 Uh»: Titoner r?eckloi»heimer. Zugleich Lhnslenlehrc ’ur Die '.'teuf o.r. muenen aus W Lukasgemernde. Eschweder Bergwerk . . Uelsenkirehen Bergwerk 1* 1 Hamburg-Amerik i'skcU. MUD liarpener Bergwerk. . . ArtJU LaurahütU ...... — .Xordd. Lloyd . . . . Ifr* Ubeiicliles. Eisen-Industrie K L- . 225.70 . 113.90 Markte. Gießen, 26. eeptbr. Marti bericht. 21 ul heutigem L.-»cLev. muitie tofieie: Buller pr. PID. 1.10— 1 JO Mk. vübnerein 1 6. 8-9 Haje pr. :-L - ----- .....-*> versah Die alten an»- DeruiiHIhSs *UcbercinDttdocsrtui|crSfürKrankretch bcrid)iet der „Bert. Lotalanz." |otgenocs: Sin Berliner JUinfilcc, der Maler Als red Scyioarz, i|t von einer sran-ost- scheti Oobelinfabrit mit dem Auftrag bedacht tvorden, das Vorbilb für einen den deutschen Kaiser darstellenden großen Gobelin zu sdwfsen Herr Schwarz, der den Kaiser schon mehrfach porträtiert hat, nahm Gelegenheit, dem Monarchen von dteicm Ausirag zu erzählen und ihn zugleich zu fragen, wie er dargestellt zu sein ivunschc. Der Hai)er empfahl dem Himstler, ihn als Großmeister des dem allgemeinen Menichentum dienenden Zohannitcr-O^bens darzuftcltcn. Herr Lchivarz folgte dieser Anregung, und am Mtllwoch hat er im Jieuen Palais bei Potsdam dem Monarchet» oie Skizze für das Gabelutbild vorgclegr. Die Ausfafsung knüpft an Oie heroische und pomphafte Manier an, in der man un Zeitalter Ludwig XIV Monarchen darzustellen pflegte, und i|t die erste Darstellung, in der oer Haijcr in dieser Art por- trauert worden ist. «ter Herrscher steht vor einem Thron- jessel Er trägt das rote ^amuva . oer Johanniter, und von den Edjuticrit wallt der nut nelin besetzte Mantel hernieder. Xm>u dejonderem Zntc...,,g qt Du luntuiiiiuuiu 3Xe/e Konsuls . . . . 3% do. . . . . öH*/e Hessen..... J >i"/, Oberhesseu . . . i >e UcBterr Uoldrcute. . 4‘/e?e uesterr. Silbenente 4 ?w Ungar Goldrente . . 4Italien. Bente . . . 3a» Portugiesen Serie 1 in c.u-uigcn Bei stillenden grauen Lir inmnhmen non Scotti - hon von flllcra Ctrflufc ans dir ZOlcha'trnbcii und Mms« bet Milch fotoobl. all auch auf bei Bennden brr Multrr. Maliigkett und TOübcocfübl DfdcfitDinbcn. unb jete Mutter wird gtiidUch fern über Bobv4 rosnk Bäckchen und km prüchiier i lÄcdeiheu. no nrau «vojt.iuuiec x (Sicfccncr Strafkammer. )( Gießen, 25. September. Tes ZalleS Rothschild elfter Teil, i Schluß.) AiiS der Zeugenveruehmung ist zu entnehmen, daß die Prinzen von Hessen Phltipvstl)al 181)2 bei der Firma Wertheimer u. Uo. eine größere Anleihe machten, die in LchuldPerjchreibimgen von je 10UU Mk. eingeteilt ivuriK' Spater wurde eine iveucte An« leihe gemacht und ein Bertrag geichlossen, daß die frühere unter den alten Bedingungen bestehen bleiben sollen. Rothschild war berechtigt, 150 Deilsdiuldverichreidungen zu^ ie 1000 Mk. auS- eUflcben, dafür aber verpflichtet, dte alten SamldPerschrelbungen eiiizuloseu und Dem Generalbevollmächtigten der Prinzen abzu« liefern. Erst protestierte er zum Schein gegen die '.'lufertigung neuer Schuldverschreibungen und wollte Die alten nut einem Frnnklurlvr 3)4'/, Keichsauleibe . Marf zur Berrügung, um welchen Betrag sie geschädigt sind. AuS- gelosre Ebhganontn Der Stadt Altenstadt lieh Rothschild durch Ad'-r irr Betrage von 3000 Mk_ bet_ Dem Bankhaus Blum tn Berlin icmbarbieren und weitere Cbltgcrwnen Derselben An an bte Jrürftm-Äntier in Büdingen über 1000 Mk verpfänden: unter Berfchweigung, daß sie ausgelo't find, gelang ihm bte abermalige Berwenung. Tie Stadt Altenstadt hat Die Papiere rcitDer eingelbst, wodurch iie um 1461 Mk. geschädigt ist ^9«* Hinterlegung guter Wertpapiere hatte die Stadt Büdingen Rotd- ichild einen Betrag von 100000 Mk über tonen Ter Bürger- meister wurde von Rothschild 'christlich ersucht und zwar unter gleichzeitiger Zusendung von 40 000 Mk Aktien der Zuderfabrik S^odseim, die er Dem Tepot emoerletbte unD Rotdichild am iiin Verlangen andere Papiere in gleicher Höbe zusandte: durch Verjchwe.gung DeS Umstandes, daß Die Papiere ausgrlost waren, ist Der Bürgermeister Rothichilde Ansinnen nachgekommen. Als das ganze Tepot zum Schneiden Der Kupons Dem Rothschild überbracht wurde, nuDte er Die günstige Gelegenheit aus, um aus Der Mafiette ^5000 Mk. gute Papiere zu nehmen unb an bereu Stelle Die berühmten PhilwvSthaler Cbhgationcn in gleicher Höhe ;u legen. Anfang Dieses Zahres schrieb Roth'child an Protesior Gla'er in Senebeim, wodurch dieser veranlaßt wurde, je 2000 Mk. gute Papiere tut iich uno seinen Bruder an Rothichtld etnzu- icnDen, Die, wie auch 9000 Mk. von syrau Forstmeister Leo in Büdingen, die er ebenfalls auf AnsorDern erhielt, im Geichäste cerroenoet wurden. Bürgermeister Lehr von EckartShauien und Landwirt Friedrich Suhl von Crtcnberg verlieren an Rothschild je 2000 Mk., Die er auf falsche Angaben hin erhielt, wie auch Heinrich Bähr von Büche» und Lehrer Uhl von Mittelgründau, sowie Lancwirt tyricor. .jut. xtoii von Attwiedermus Den Verlust von je 1000 Mk. -u beklagen haben, tone weitere, große Anzahl von Schädigungen find zu verzeichnen, die durch allzu große Bertrauensseligkeit seiner ,'tunben herbeigejührt wurden. Die aber mangels Vorliegens aller zur Bestrafung nötigen xat- bestanDSmerlmale, von Der Anklageerhebung ausgeickneden wur Den, wenn iie auch moralisch verwerflich find. Anzusühren wäre nodi Der Fall mit Der Rheinischen Hypothekenbank zu Mannheim. Diese hatte der Firma Wertheimer u. (£o. 6000 Mk. Wertpapiere als BommissionSlager überlassen, wovon 1000 Mk. verrechnet bejro. verkauft wurden. Ten Rest von 4000 Mk. verlauste Rothschlid ohne der Bank davon Mitteilung zu macken, vielmehr schidte er der Bank Die Kupons hm, um Die Abrechnung in Die Länge zu ziehen unD Den Anschein zu erwecken, als befänden sich die Papiere nod) in seinem Bestd- In einer Anzahl von j-ailen hat Prokurist Acker in ödennt- nis Der Sackslage Die Papiere im Geschäft verwendet, auch Hot er Briefe unloahren Zuhalts verfaßt und andere unterschrieben, moDnrd) er sich oer Beihilfe, bezw. der Zvegünstigung schuldig gemacht hat. Ter Vertreter Der Staatsanwaltschaft betonte. Die Straftainmcrrerhandlung sei nur ein kleiner Ausschnitt der vielen Verored-en, die Rothschild verübt hat; Alles, was nicht zur Kompetent Der Strafkammer gehört habe, sei ab» getrennt worden und haoc auch keine (rrwähnung gcjuiioen. Gr tonnte aber nicht umhin, daraus aufmerksam zu machen, daß am nächsten Mittwoch sich Rothschild wegen einer Reihe weiteren und sdhveren Verbrechen zu verantworten hat. Er wie» darauf hin, wie viele Leute durch Die unverantwortliche Manipulationen Rothschilds in Der Provinz gcid>äDigt sind und Darunter seien eine große Anzahl Mindebcmitieite, Die ihrer saueren Spargroschen beraubt sind, man denke nur an den Raubzug, Den Rothschild kurz vor Dem Zusamriienbruck auf Die Lber-ModstoDter jtajfe untcnujmnicn bat. Stocks Stellung feiner Anträge machte der Vertreter Rolhid ildS, Rechtsanwalt Raab, geltend, daß nicht alle unter Anklage gestellten Z-allc für erwiesen angenommen werden könnten, kir hob Den leidenden Zustand seines Klienten hervor. Der Durch Den Morphiuingenuß geistig herabgekommen ici unD bat, ihn milde zu behandeln. Er vezweifelte, daß Rothschild im Bewußtsein, D;c Papierr seien völlig wertlos, diese abgegeben l)abe, übrigens stehe noch nicht fest. Daß die Leute ge* sdsädigt sind, sie tonnten noch un Pro^ßioege zu ihrem Gelde konimen. Da sie einen Anspruch an Du Plussteller Der Schuld- verid rvibungeii Hutten, aud) möge berucksichtigi werden, daß, als Rothschild einmal angefangen Halle, weiter gewirtschaftet bat, in Dem GeDanten, einmal recht günstig zu spekulieren, um Den Schaden wieder gut zu machen. Rcchtsaiuvalt MenDelsohn als Vertcioiger des Ader, gao sich edenialls Mühe, Die Taten Ackerv im milöcrcn Lichte ersd-cinen zu lassen, indem er auf das AbhangigkeitSver- Ixiltniö hinwies und Dau er sich vieuach iDeigertc, bei Den Straftaten mitzuwirken, sowie feine Stellung kündigte. Tas Gerickst hielt bezüglich des Rothsd),ld alle unter Anklage gestellten Fälle für erwiesen. Es sehte Einzelstrafen von je drei Zähren bis zu 6 Monaten an. Die insgesamt 19 bis 20 Zahre Gefängnis ergaben. Jede Dieser Strafen wurde entsprechend reduziert, was, wie schon an einem Teil Der gestrigen Auflage mitgeteilt wurde, eine Gesamtstrafe von 8 Jahren Gefängnis ergab. Mit Mdsicht auf, an den Tag gelegte ehrlose Gesinnung recunerngt na, oie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Zähre. Tie Singe Der Untersuchungshaft in Erwägung ziehend und das Geständnis berücksichllgend, wurden ihm 3 Monate Unter- sudningShaft auf die Strafe angerechnet. Tic Einzelstrasen Ackers beliefen sich unter Freisprechung in einem Falle auf zusammen 27 Monate Gefängnis, woraus eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 3 Monaten gebildet wurde. Ta er sich schon länger als Rothschild in Untersuchungshaft befindet, wurde diese mit 6 Monaten in Anrechnung gebracht. Ter Hund im Park. 3m lebten Sommer lief Der v u n o des Arztes Tr. E. B. au» Letersourg un Park zu Bad - Rauhcim umher. Tr. B. erhielt einen Llrasbefeyl uoer 3 Mk., gegen Den er mit Der iöc- grunhung Lideriprud) erhob, es sei nur Das Mitnehmen von VunDcn unter Strafe gestellt. Er glaubte, er könne nicht bestraft werden. Da ihm sein vuno gegen seinen Willen nachgelausen sei. Tas Schöffengericht verwart leinen Einspruch, Da oie Polizei- Verordnung zum Ldruhe Der Anlagen erlassen ivoroen ist und and) Die Belustigung der Badegäste verhüten soll. Znsoeiondere sei Den yunocDeiitern, Die in der Rah. des Parkes wohnen, eine erhöhte UeDcrwacl.ingspslid t ihrer Hunde auicrlegt, ivoraus schon hervorgehe. Daß |ie, wenn sie nicht für genügende lleuerroad)ung Der Tiere lorgvii, Lträfe zu gewärtigen haoen. Ta zur Besllatung wegen einer 'poliyeiuoenteiung eine «Fahrlässigkeit genügt und eine solche bei Dem UngeUagtcn zum miiioestrn vorlugt, bestätigte Die Strafkammer Das von dem Ängcllagten angcfodnenc Erkenntnis. eesttl •sratRss »trt tn wie asSiaUftild PtrJiu’t. unb zwar ww (oft -a® ob*r I IB ff’rir.'tr C rwa'.i’ii: tw ÄsttBB BtU BS« start« hU'Att eu baa Lvricht. Statt * Boes«. Stuihit a. PL MoMftti: Miln Ml • »A aaiaslospfcot an« R»no- »uaai dalo SA HfttO. tB« des BorträtS Zu Häupien des rvrifers lewrhrt man ein uc- Pulken getragenes W: zu Lüsten rudi machtvoll ein Lönx. Tcn Rand recht- und links bilden als Embleme römifdx Waffen, wie Speere, .Helme und Schwerter Ter Saiser un> >ic xaiienn besichtigten am Mittwoch das Wcr^ des Sanstier' mir großem Zntereife und sprachen ihm ihre lebtpfti Lncr- kennung aus. • Herbstmanöver. ..BaS macht Denn der „blaue" Häur - ling in den Stoppelfeldern? Schwenkt nach links, wen, reLi» kommandiert ist' Bildet sich wohl rin, er tpär* Bürtermeistr: von Husum jcroorDtn ■ Unschuld vom Lande. Eine driuchswc.-e -,ur StZ^ gekommene Bauersfrau wnrde von ihrem Dort amäsjigen aufgefordert, mit ihm in etn Sarivtetbeatcr zu gehen ei: erkar Digtc sich nach dem Preiie. „Parkett kostet 2 Mk, -.-c;.:r 1 Mk und Programm 10 Pig, berichtete er „Gut. Sohn, mäntc sie, „Dann können wir ja im $rogttmt schlug ihm vor, er möge ihm seine Papiere, die nur 4 pro;, feien, gegen 4> z proz. lanDgräilid) hexische Obligationen umtauidien. Mod) überlieferte ihm jur 15000 Mk. gute Papiere, wofür er von den anSgelosten mit dem Stempel pcricbenen, ivertlofen Papieren bekam Aus gleiche Weise versudr er bei Dem Landwirt Zug von Tiebad), Der ihm für 4700 Mk. gute Papiere gegen wertlose lmitauschte: Dir gleidjen Manipulatioiieu machte er bet Der Elsaß-Lothringen als BundeSstaat. Tie Mehrheitsvarl eien des elsässischen Landesausschusses haben sich geeinigt, sofort nach Zusammentritt des Landesaus- fchusses, einen Antrag zu stellen auf Einreihung Elsaß-Loth- ringens in die Reihe der selbständigen Bundesstaaten. Gleichzeitig soll eine Teputation des Landesausschusses ein gleiches Ersuchen dem Maiser persönlich unterbreiten Bismarck in derWalhalla. Ter bayerische Kultusminister v. Wehner hat die Walhalla bei Regensburg besucht und bestimmt, daß die Büste Bismarcks dort neben der Kaiser Wilhelm I. ausgestellt werden soll, lieber den Termin der Aufstellung ist noch immer nichts bekannt gegeben. Aus der nationalliberalen Partei in Baden. Tie Oberrheinische Korrespondenz teilt über- rafchenderweise mit, daß der Vorsitzende der •national- liberalen Partei Badens, Staatsrat Tr. Binz-Karlsruhe, von feinem Amte, das er durch eine Reihe von Jahren inne hatte, zurückgetreten fei. Ebenso gibt der Vorsitzende der jungliberalen Vereine Badens, Lberamtsrichter Tr. Koch- Mannheim in einem Schreiben davon Kenntnis, daß mit Rücksicht auf das ablehnende Verhalten der jungliberalen Vereine gegenüber dem Eintritt in Den Reichsverband seinerseits gleichfalls von dem Vorsitz der jungliberalen Vereine Badens zurückgetreten fei. Ta außerdem in diesen Tagen Lberschulrat Rebmann-Karlsruhe von dem Vorsitz im nationalliberalen Verein Karlsruhe, mit dem zugleich der ge- fchäftSführende Vorsitz der Gesamtpartei verbunden ist, zu- rücktritt, so sind zur Stunde, wo die nationalliberale Partei in Baden vor Der Eröffnung Des ersten Wahlkampfes steht, Drei dieser bedeutenden Remter unbesetzt. Zulassung von Realabiturienten zum j u - t i ft i f cf) c it Studium. Tic Regierungen der beim thüringischen gemeinsamen Lberlandesgericht beteiligten Staaten haben beschlossen, von jetzt ab auch Kandidaten mit dem Reifezeugnis eines Realgymnasiums ober einer £ber- realfchule zu Den juristischen Staatsprüfungen beim Oberlandesgericht Jena zuzulassen. Boykott deutscher Waren in Ehin a. Ta das Gouvernement Kiautschou den bestehenden Vertrag betreffend Minenbearbeitung in Schantung nicht Preis geben will, drohen die Ehinefen in Schantung mit Bovkotl gegen die Teutschen und verweigern den An- und Verkauf deutscher Waren sowie die Benutzung der deutschen Schule und Der Schantung-Eisenbahn.- Ausland. Tie deutsche Vieh sperre gegen die Schweiz soll, wie aus Bern gemeldet wird, ausgehoben werden. U n t e r r ich tS m on o p o 1 in Frankreich. Aus Tours wird bcndjtct, daß Der Generalrat Des Departements JnDre et Loire mit großer Mehrheit einen Beschluß gefaßt habe, wonach Der Staat Das Unterrichtsmonopol einführen möge. Ter König von Rumänien leidet nach Zeitungs- mclbungcn an einer Reubilbung von Antipilorns, Die Den Eintritt Der Speisen in ben Gang verhinbert. Man wirb wahrscheinlich einen auswärtigen Chirurgen konsultieren. Damit Dieser ein Urteil Darüber abgeben kann, ob eine Operation ftattfinben muß. Ter höfische Boykott des Königs von Serbien betrübt Die Serben begreiflicherweise aufs höchste. Tas Belgraber Blatt Boegradski Rovine befaßt sich nun mit Dem Besuch Des bulgarischen Fürstenpaares in BuDapest unb forbert bic serbische Regierung auf, bafür zu sorgen, baß Dein König von Serbien Doch jetzt im 6 Jahre feiner Regierung'ber Besuch frember Höfe ermöglicht werbe. Tas ist, so meint bas Blatt, zur Konsolibierung bcs Staates doch unbebingt notwendig. Tie serbische Presse hüllt sich im allgemeinen in tiefstes Schweigen über bic Bubapefter Entrevne. AuSTanger melbct bas Echo de Paris, Muley Hafid habe erklärt, einige der Garantien, bic Frankreich unb Spanien fordern, erfüllen zu können. Weiter behauptet bas Blatt, ber Sultan scheine sich in seiner Haltung auf Deutschland stützen zu wollen. Er verlange u. a. die Abschaffung der Staatsbank unb bic Abberufung ber Polizei- Offiziere. Ferner erklärt er, in ber Lage zu fein, eine Armee zu schaffen, bic bic Sicherheit bes Laubes gewährleiste. Ebenso glaube Muley Hafib, bic Finanzen ohne fremde Hilfe verwalten zu können. Muley Hafib hat übrigens El Menebbi und El Mokri nach Fez berufen, um mit ihrer Hilfe bic Antwort auf bic französisch spanische Marokkonote festzusetzen. uäns Mikautfl Gi u m Sept 1908 |.xJiYiiq»i .0 l'w «piuaAoqi c ^.cmpcTuuu Der Lust J» V Relanve reutbliflfeit 3 "C § '1; inbflflrff Well« 2»» 748.4 15,1 10,8 85 SW Wegen 25. 9“ 74\9 10,0 8,6 94 5 2 Klüver bto 26. T‘ 749,8 6,9 7,3 99 SW 2 Revel Höchste Teuip [calut int 2ar. leb. Ank., 8 Mon. alt. voll- loinmcn auögcwachs., volltedrig, leischig, schlachtr., 10 St. ca. 8 t-tö. chw.Gäme 3-J IHt.; 18 fchw. (xntcit •7 Strciiand, Tziedttz, 5d)l£ficn_31.Ibv-^/a 2 Waggon fi. Tafelap;ct u. Goivparmüncn >risch eingctrosfen. ID16/» David Feigenbaum Lingen a. Rb., ü'iainzer Strane. - 16p't .= + 9,6' (Gute jUpfrl 5697j Süd-Anlage 7, Hinterh. Gesangverein Heiterkeit. Sonntag den 27. September, mittags 2 Uhr im Hofe der Turnhalle am Oswalds (Harten photogr. Aufnahme aller aktiven und passiven Mitglieder. ▼”/, Um oollzählichcS Erscheinen wird höfl. gebeten. Ter Vorstand. P«noranm Kirchcnplatz 9. Filiale Berlin, Passage. Hofl. Erstes und gröhteS pbotoplastisches Rciscinstitut der Ißclt. Diese Woche ausgestellt: DasPrachtschlosiKönigLudwigS Herrenchiemsee lDaS schönste Schloff der Welt). Jeden Tag von 2—10 Uhr geöfsn. Eintritt 30 Psg., Kinder 20 Psg, 5 Reisen 1 Mk. |3;oo ®®@©®a®eee Montag den 28. dS. MtS., nachmittags 2 Ubr, werden im iSicler icüen Saale veritetgert: 6 Stäbe Stahl (261 kl, 1 Katzen schrank, 1 Kanne scrunbobcnlaa, 1 Fatz Bleiweib (270 k) und 1 Kanne Lechners Japan. P'3- Gei ffler, Gerichtsvollzieher. 'Versteigerung. Montag den 28. d. MtS.' iackm. 2',j Ubr, tollen dahier Palltorstrave 6 «Darmst. Haus) 2 Schweine, 4 Pferde,. 2 Wagen, 1 Stobkarren, 12 Handkotzer, 5 Pferdegeschirre, 6 Sport wagen, 1 Ladcnetnrlchlung, 1 Warenschrank, 1 Kassemchrant 1 Eisschrank, 1 Piano, 1 Partie Schuhwaren, Haus- u. Küchengeräte aller Art u. v. A. iwangsweise gegen bar verfiel- ich werden. iqar" 1Ub Gteffen, ain 26. Sept. lJuo. B.: M ori, Gerichtsvollz.-Asp- September. Anlauf Harpener Bergwerk. ■ ■ Lanrahutte • • • ■ Lombarden E. & - Xordd. Uoyd • • . l ürkenlose. • • Meindr. jt“1*5-Den 2 Kirche. en grauen äs* s:®'* -w > Gedeihen. . »coits A Erstes Pa. kett Uff 1. Platz bis Weihnachten im Abonnement abzugeben. Schristl. Angebote unter ub/2 an den Greff. 2Utö- erbeten. Kabnkunternehmen in Gienen zukunftsreiche Branche, ist Ler- lragSdifferenzen wegen autzer- ordeutltch vorteilhaft zu verkauf. Schrtstl. Angcb. v. Selbstresiekt. unt. 07888 a. d. Erved. d. Bl. erb. Ter beste Gliibttrumvf Ross New-York für sichendes Licht. P714 Prima Glühstrumpf für Hängclicht. cd?, ÄmöMM« 11, (üolöfifdjt II. 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