Zweites Blatt Nr. «4 Mittwoch S2.?lpril 1908 Erscheint tSßlkch mÜ Ausnahme beS Sonntags. General-Anzeiger für GberheMn Deutsches Reich hat die von den wurde eine Perhat sich ein langer Streit entspannen Wahrscheinlich ebenso ivie das berühmte „erbeigeufreigestellt" und dergleichen. Ein erhalten. (Stürm. Bei- sodann den Geschäfts- oon des ab= ■ hnm. Der Anführer Ubuf Mohamed Gafle, ein Vetter fibbi Abicher Gafle, von dem die rebellischen Stämme 'argen, wurde gefangen genommen. Daß deine Sprache sauber bleibt, Tahin sei stets bestrebt, Ein Dleiifd), der „diesbezüglich" schreibt, Verdient nicht, daß er lebt. Der „Umanerkennende" verdient es auch nicht. — Kleine Chronik aus Kun st und Wissenschaft. len Forma , braun n. Stoffen jW r Sitz : Preise: Die „Sietzener Lamtlienblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegl, das „Kretsblah für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. 158. Jahrgang Attentat auf den Präsidenten von Guatemala. Auf den Präsidenten von Guatemala, Cabrera, wurde '^gestern, als er vor seinem Palais in Guatemala au§ dem Wogen stieg, um eine Konferenz mit dem amerikanischen Apolitische Lagcsscdau. Hauptversammlung der Bodenreformer in Stuttgart. Gestern nachmittag iviirde in Stuttgart im 2andesge>vcrbe- I Ttufcum die 18. Hauptversa m m l u n g des Bundes i eulscher B o b e n r e f o rm e r unter starker Beleiligung aiis Iö«in ganzen Reiche eröffnet. Zahlreiche Behörden hatten'Vertreter I cutfaiibt, jo das Reichsamt des Innern den Tirektor Just, das ri i reußische Ministerium des Innern den OberregierungSrat Dr. I Heund. Vertreten sind auch die württembergische, die bayerische ■:nö die schwedische Regierung. Im Namen der ivürttembergljchen !>■ Mnisterien des Innern, der Justiz und der Fuianzen begiußie 2ireltor v. Scheurlen die Bersaninilung. Er teilte dabei mit, daß iciemuäi'tig über die Eiillühnmg der Werlzllwachssteuer Bei- cmblimgeii zwischen den Mmistenen des Innern und ber Finanzen I schweben, sowie daß das Ministerium eiugehende Erhebungen über ‘ Erbbaurecht neuerdings veranstaltet Hane. Hauptgegenstand : -er heutigen Berallingen ist die st a a l l i ch e Z u w a ch 2 st e u e r, i ter die Geheimer Regierungsrat Professor Abolf Wagner-Berlin das Referat erstattet. — Vor der Hauptversammlung hatte eine geschlossene Mitgliederversammlung stattgeiunden, in der eineNeso- . nion einstimmig angenommen wurde, wonach infolge des neuen I iiereiiisgejetzes die bisherige Frauengruppe mildem 1 i) u n b e vereinigt wird. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Universitäts - Buch- und ©teinbnnfereL R. Lange, Dreßen. für den Ostersonntag geplantes Lowe-Fe st in W orms mußte auf vierzehn Tage verschoben werden. Das Festspielhaus steht wegen notwendiger Reparaturen zur Zeit nicht zur Verfügung. Die Aufführung des Oratoriums „Hiob" findet am 3. Mai in der «N iuvel. ™ C 'ValiCQri;: en unfa. 1 c. sammlung des Bundes der Laiidwirte aus unbetannten Gründen polizeilich auigelöst. K a u t i o n s p s l i ch t. Wie das B. T. hört, beabsichtigt die Regierung, dem Reichstage m der nächsten Session einen Gesetz- cntwuci beireffend die K a ii t i o n s p f l i ch t der A u s k u n ' t s - iind Jiikasso-Bureaux vorzulegen. die Versammlung. Tr. Niehaus-Frankfurt a. M. begrüßte die Versammlung im Namen des Frankfurter nationaljozialen Vereins. Es jeher die Barth-Nau- Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: H2. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Au8 dem italienischen Somalilande. Nach einer Depesche aus Mogadrscio vom 14. April £• kitt der Gouverneur des italienischen Somalilandes dem - Minister des Aeußern mit, er habe vom Sultan von Obbia um folgenden Brief erhalten: Den italienischen Residenten, :ron dem Du mir geschrieben hast, hoffe ich ankommen zu 8 chm. Nleine Leute haben in einem zweiten Gefecht die verwische in die Flucht geschlagen, 200 von ihnen getötet mb sich 50 französischer Gewehre bemächtigt. Beim ersten ^ejecht wurden 100 Leute Mullahs getötet und 46 Gewehre ’robert. Ich bereite mich auf den dritten Angriff vor. — Das ba yrisch e K ul t u sm l n ist e r l u m (,..1 _____.... bayrischen F e u e r b e st a t t u n g s v e r e l n e n beantragte Zu- lassung der Feilerbcstatlung im Königreich Bayern erneut abgelehnt. Polizeilich a u f g e l ö st. In Beienrode wurde eine Verfall.) Redakteur Wein Hausen erstattete . . . . bericht und erwähnt, daß seit dem letzten Jahr die Bewegung um 71 Prozent in Vereinen und um 51 Proz. an Vereinsmitgliedern gewachsen sei. Zu beklagen sei, daß die Vereinsmitglieder nur ein Zehnte! aller Beitrüge aufbringen.. Abg. Bankdirektor Rio mm se n erklärt bei Berichterstattung des Kassenberichts, es sei nicht angängig, vor der Oesfentlich- und Wege finden. ■ferner berichtet der Gouverneur, daß am 3. April eine in ulienischen Diensten stehende Schaar von Eingeborenen eine I Schaar rebellischer Bimals angegriffen und sie zerstreut habe. Ur Eingeborenen zerstreuten die Feinde und töteten zwei sitzt der Teiüel auf der Nomi" ist durch die Arbeileu an dem altehrwürdigen Wetzlarer Dom lecher zu schänden gemacht worden. Heber dem Portal des südlichen Langhames des Domes beiand sich bekanntlich ein verwittertes Consol, das in Relieimanter den Teufel zeigte, roie er anscheinend auf den Schtillern einer Frau saß und diese umschlungen hielt. Sage und Volksmund halten aus dieser Frau eine Nonne gemacht nnb io entstand denn der angeführte Spruch auf Wetzlar. Es ist z>var längst feftgeftellt, daß die vermeintliche Nonnen sigur ursprünglich cm bärtiger Manu gewesen ist, der Zahn der Zett aber hatte die Figur so mitgenommen, daß ihr für die flüchtigen Augen des Vorübergehenden nichts charakte- rtstisch Männliches mehr anhaitete, sondern daß sie in der Tat weibliche Geivandung zu tragen schien. Tie Dombauleitung hat nun vorn Bildhauer den bärtigen Mann wieder Herstellen lassen. Der Tombauverein vertritt die Ansicht, daß der vom Teufel Um- schlungene ein Jude sei. Die vom Teufel umkrallte Nonne aber ist nunmehr wohl für alle Zeiten zu Grabe getragen. — Eine köstliche Blüte des Kanzleistils können wir aus einer Verfügung der Liegnitzer Regierung mitteilen. Es handelt sich darum, daß die Bezüge eines Militärpensionsenipsängers nach allem mit) neuem Recht anderweitig berechnet werden und um das ailszudrücken, brauclst man in dem betreffenden Regiemngs- burcau folgendes strafbare Mittel: „Der ehemalige Unteroffizier X., welcher auf Grund einer 25jährigen aktiven Dienstzeit eine nionatl. Jnvalidenpension von .... Alk. und .... Mk. Tienstzulage bezog, wurde in Gemäßheit des Alannjchaftsverforgimgsgesetzes vom 31. Alai 1906 zu einer Tienstzeitrente von . . . Alk. umanerkannt." „In Gemäßheit" ist schon abscheulich, aber „umanerkannt"!!? Ter Himmel soll den Alami bewahren, dachten wir uns, als wir dieses Lchreckenswort lasen, vor der „Umancrfcniumg" durch eine preuß. Behörde! Aian iveiß nie, waS dabei herauskommen kann. Wir haben aber versucht, über das Wort tiefer nachzudenken, doch gerade deshalb warnen wir den Leser, dasselbe zu versuchen, beim es wird einem dabei nur ganz ivüst im Kopfe. Wenn man nur wüßte, auf welchem Wege sich dieses grausige Wort aebildet hat l ter ejr!r... jj den 16. April verständigten die arabischen Verräter die 'u ' ■ Berber, worauf sie gemeinschaftlich über daS Lager herficlen, JSSkannen vollkommen im Schlafe überrascht wurde. Diese Ver- ÜpL-.y idterei versetzte die Truppen in heftigen Zorn. Man erwartet ul®. ■ bei der Verfolgung der Berber hartnäckigen Widerstand. Diskussion. Dr. Cv Heu-Dessau: Herr Dr. Barth hat gewiß, große Verdienste um die Partei. Aber wir müssen die Wahrheit über alles stellen. Es handelt sich nicht um Barth und Gerlach, sondern es handelt sich hier um die Frage: Wie kommt der Liberalismus vorwärts? (Lcbh. Zustimmung.) Herr Barth sagt, es sei nötig, den Schwerpunkt nach links zu legen. Tas heißt, mit der Sozialdemokratie zusammenzugehen. Das will ja aber die Sozialdemokratie gar nicht und ebenso wenig die Mehrheit unserer Wähler. (Sehr richtig. Zuruf: Rcichsverbanh!) Nach dem sehnen wir uns allerdings nicht, höchstens nach einem Reichsverband gegen die Sozialdemokratie und Reaktionäre. Auf dem Wege des Tr. Barth ioird aber ein solcher nicht erreicht werden. Um das einzusehen, braucht man nur t?in poli- tisäjcs Kind zu sein. Die sozialdemokratische Gefahr ist eine ganz eminente geworden. (Lachem) Ich habe es selbst erfahren, wie schwer es ist, freis. Wahlmänner für die Sozialdemokratie stimmen zu lassen. Stärker als politische Ideen sind eben schließlich wirtschaftlicheGegen- s ä tze. (Oho und Zustimmung.) Bleibt also nur übrig, daß wir uns den Parteien rechts von uns anschließen. (Zurufe: nein.) Ebensowenig wie mit der Sozialdemokratie können wir Kompromisse abschließen mit dem Zentrum, das im Abgeordnetenhaus sich nie für ein freiheitliches Wahlrecht erwärmt hat. Wer liberal ist, für den ist ein Zusammengehen mit dem Zentrum direkt unmöglich Was den 8 7 anlangt, so haben die Polen ganz erhebliche Vorteile durch das neue l'fldei zu nehmen, dir sich ebenso zweifelhaft gegen sie wie ' gegen die Franzosen verhielten. In der Nacht vom 15. auf mannsche Taktik. Aiöge der Parteitag Mittel beide Führer für unsere Bewegung zu Gesandten abzuhalten, von mehreren Verschwörern eine Anzahl Revolverschüsfe abgegeben. Der Präsident wurde nicht schwer verwundet. Es wurde ihm nur ein Finger abgeschossen. Ter Vorfall erregt große Aufregung. ES wurden viele Verhaftiingen vorgenommen. M. Eslrada Cabrera ist seit 1899 Präsident der Republik Guatemala; er wurde 1905 für den Zeitraum bis 1911 wiedergewählt. Aufruhr in Niederländisch-Ostiudien. Wie amtlich gemeldet wird, ist das Gebiet von Kloeng- W'oeng auf der Insel Bali in Aufruhr. Ueberall-treffen - e Truppen auf Widerstand. Der Sitz der Häuptlinge in ■ RMgel ist erobert. Von den Aufständigen wurden rudert Mann getötet. Der Leutnant Haramaker ist t " ^fallen, sechs Soldaten, drei Kulis und drei Nichtkombattanten -'neben verletzt. Es würben Verstärkungen nach Kloeugkoeng ’iitjaiibt An dem Tage nach der Eroberung des Häuptlings- iqt5 fand ein weiteres Gefecht statt, in welchem ein Soldat Miet und vier schwer verwundet wurden. — Die Eintreibung ■•C Steuern an der Westküste von Sumatra rief Widerspruch !?CDor. Es wurden Truppen nach Pajckoernboeh entsandt, 'c im der Festung Vander-Kapellen wurden die Genbarmen • den Häuptlingen mit 100 Gewehren angegriffen. Von >äi Angreifern wurden achtzehn getötet und fünfzig verwundet. Ikpit Häuptlinge wurden verhaftet. Zwei Soldaten wurden Wunbet. Die Franzosen in Marokko. Der Kamps von El Menabba am 16. b. Mts. war 1 offenbar eine ben Franzosen gelegte Falle. Die Araber von - -idi Mahman schienen für die Franzosen gegen bie Berber Dreisaltigkeitskicche bort statt. — Die (Srbarbeiten zu einem Neubau am Bingener Technikum haben zu Spuren von utero- vingischen Gräbern gestihrt. Es wurde u. a. ein Plattengrab mit einer frühchristlichen Inschrift anfgebeeft, aus der hervorgeht, baß es sich um einen her ersten Priester in ber uralten christlichen Gemembe zu Bingen, etwa aus bem 6. Jahrhunbert, hanbelt. — In Wien würbe am 21. April in ber Universität b er erste internativnaleLaryngo-unbRhinologenkoiigreß eröffnet. — In Berlm trat am 21. April bie beutfche Gefeit- fchaN für Ehirurgic zu ihrer 37. Tagung unter dem Vorsitz des Wiener Ehirurgen Professor v. Eiseisberg zusammen. — Der Berliner Bildhauer Professor Walter Schott hat im Auftrag des künstlerischen Komitees der Deutsch-nationalen Skulptur-Ausstellung zu New-Tork am 21. b. Al. die Fahrt nach New-Potk angetreten, um für die A u s st e 11 u u g ber beutfche n K u n st l e r geeignete Räumlichkeiten in New - Pork zu sichern unb bie Bildung ber amerrkamfchen Komitees in bie Wege zu leiten. — In Meran ist bei- Historiker unb frühere Direktor des historifchen Instituts in Wien, Theobor von S i ck e l, gestorben. — Tie unter bem Protektorat S. K. H. bes Großherzogs stehende G e f a n g v e r e i n M e I o nt a n e n gn Darmstadt veranstaltet am nächsteii Samstag in der Turnhalle am Woogsvlatz eine Aufführung von Nieber- galls Komödie „Ter tolle HundTie Regie fuhrt Hoi- fchaufpieler H. Knispel. Der Reinertrag stießt dem Slicbcrgall- Fonds zu. feit die Gelbverhältuisse einer Partei barzulegen. Wenn bie Geschäfte weiter mit Erfolg geführt werben sollten, bann müßte bie Unterstützung ber Parteigenossen eine nachhaltigere fein. . Reichstagsabg. Schraber erftattotc Johann ben poli< t i sche n I a hre s b er i ch t. Mit bem Abgänge bes '2tbg. Posa- dowsky ist eine Aenberang in der Politik nicht eingetreten. Bezüglich ber Forderung nach Einführung des Reichstaaswahlrechts Dir Preußen würben Verhandlungen zwischen bem Reichskanzler unb ben Politikern gepflogen, aber von ber Aufstellung etneS festen politischen Programms ist nicht bie Rebe gewesen. Im preußischen Abgeorbnetenhause wurde eine Thronrede gehalten, die von liberalen Dingen überhaupt nichts enthielt. Ter Reichstag hat ein Vcreinsgesetz gemacht, bas in verschiedenen Teilen schlechter ist als andere Vereinsgesetzc. Tas Börsengesetz bringt eine Verbesserung. Zu einer Finanzreform ist überhaupt kein Versuch gemacht worden. Ich glaube, in Norberney ist dem Reichskanzler nahe gelegt worden, einen solchen Versuch überhaupt nickst zu unternehmen. (Hört! hört!) Wegen der Erklärung vom 10. Januar wurde ein Mißtrauensvotum! gewünscht. Die Fraktion hat cs für ihre Pflicht gehalten, einen diesbezüglichen Antrag niast einzuvringeu. Auf bas Börsengesetz gehe ich nicht weiter ein. Das Vereinsgesetz ist zustande gc- tommen. Die Fraktion hat cs akzeptiert, indem die Mehrheit ber Meinung war, daß es besser sei, das Gesetz anzunehmen als abzukehncn, ba es immerhin eine große Anzahl Verbesserungen bringt. Es wirb sehr schwer, d t e Fra k t i o ns g e m e i u- schast ausrecht zu erI)alten, roenn niefjt bon allen ©eiten bas Bestreben vorhanden ist, diese Gemeinschaft zu unterstützen. Das ist aber nur möglich bei gegenseitiger Toleranz. Die Arbeit, die unser harrt, ist eine große, so daß wir aller Kräfte bedürfen werden. Wie ich mfth in der Vergangenheit verhalten k-abe, bas wissen Sie. Ich stehe auf dem Standpunkt: Was ist der Partei nützlich? Hätte ich auf Vieler Wünsckst Rücksicht genommen, ich hätte vielleicht manchmal anders gehandelt. (Lebhaftes Hört, hört!) Die twen; sm Professor L. v. Hofmann (Weimar- außer bei: 6 großen -'Ortbgemälben für eine Musikhalle eine Folge Don Pastellen nie Griechenland unb figürliche Kompositionen, sowie acht -i-nen-Entwürfe zu ben Kammerspielen bes Deutschen Theaters H Lettin; Klyrl Küstner (Guntersblum) Kollektionen hesfifcher Heinlanbschasteu"; O. Ubbelohbc (Goßfelben 6e: Marburg) Düne int Schnee", Rhönlandschaft, Kollektion, Zeichnungen ‘nD iKabierungen; O. H. Engel (Berlin) „Friestnmädäwn' . Karl -ikWoll von Eisenwcrth (Stuttgart- „iLpaziergang" (üalene -Himhcirn; Kollektion farbiger Graphik; PH- £). Schäfer (Müntz k«) Serie dekorativer Gemälde. Aus dem Nachlaß Harbur- IS unb Heinz Heims werden zum Teil auch noch unbekannte -vkc zur Ausstellung gelangen. Die Bildhauerei nnrb u a. Treten fein durch Habich (Stuttgart) und Gaul (Berlin), \ Baukunst durch- Messel (Berlin), Hofmann (Berlin) .wr W all o t (Dresden) nebst einer Reihe her tüchtigsten etnfjeun. ■nil ansässigen Architekten. Bei ber übergroßen Zahl von an- Meldeten Werken ist großer Mangel an Platz unausbleiblich unb 0 bürste ein großer Teil selbst guter Arbeiten nicht zur Jnnal):ne I Gingen können. . - Tcr Teufel auf ber Nou >: e. Man schreibt uns: allbekannte Spruch auf Wetzlar: „Zu Wetzlar auf dem Dom Ausland. AuS Lemberg wirb gemeldet, daß voraussichtlich Ge- heimerat Bobrzynski zum Statthalter von Galizien ernannt werben wird. — Wie bie Blätter melden, wird bie Lemberger Universität im Sommersemester geschlossen bleiben, da Zusammenstöße zwischen ber \rot» nischen unb ber ruthenischeu Stubenten,chast befürchtet werben. — Der Kaiser in Neapel. Dem „Messagcro" zufolge ließ ber Kaiser, falls keine politischen Vorgänge den Plan burch- kreuzeu, seinen Besuch in Neapel auf der Rückreise von Korfu für Anfang Mai anfünbigen. Es heißt, sowohl die Königin Elena als bie zurzett in Afrika wellende Herzogin von Aosta würben in stceapel mit bem .Kaiserpaar zusammentreffen. — Der König u n b die Königin von England sind mit ber Prinzessin Viktoria gcfiern abend in Koben Hagen eingetroffeu — Der neue französischeBotschafter iuSt. Pete r s b u r g. Aus glaubhafter Quelle verlautet, baß ber neue französische Botschafter Toucharb nächstens abberufen werben wird. Als Vorwand werben vermutlich Gcsunbheits- rückfichten vorgeschoben werben; hoch liegt wohl ber wirkliche G cunb barin, baß sich die hiesigen HosSreise mit einem Manne, ber sofort nach Ankunft in Petersburg erklärt hat, er werbe sich als Vertreter einer Republik und republikanischer iGruudfätze betennen, nicht befreunben können. Die Autrittsaubicnz Toucharbs beim Zaren soll sehr kühl verlaufen sein. — Universitätsunruhen in Rußlanb. In Kasan sind während ber Ex-aminas ernste Universitätsuuruhen ausge- brocken. Die Professoren waren infolge her Ruhestörungen gezwungen, bie Prüfungen in ben Stahlkammern des Museums fortzusetzcu, bereu biete Panzerwände bie Ruhestörer vergeblich zu sprengen versuchten. — Vom Kaukasus sind dem Bernehrneu nach äußerst beuuruhigenbe Nachrichten über bas Vorbringen tür kis chev Truppen eingetroffen. Statthalter Graf Wo- ronzow-Taskow ersuchte um bie Mobilisierung ber Truppen. — Die Soudergesanbtschaft bes Sultans unter Fühnmg Turkhan-Paschas ist gestern an Vorb ber Jacht „Jzze- bin" in Korfu eingetroffen unb Dom Kaiser empfangen worben, bem sie bie Grüße des Sultans überbrachte. 5. Ordentlicher Vertretertag öes Wahlverems der Liberalen. S. u. H. Frankfurt a. M., 21. April. In bem großen Saale ber Frankfurt-Loge begann heute nachmittag her 3. orbcullichc Bei trctertag bc5 Wahl Vereins her Liberalen, zu bent sich ungefähr 250 Delegierte, auch einige 20 Tanten aus allen Teilen Teutschlauds ciitgcfunben batten. Weiter bemerkte man Tr. Theobor Barth, Tr. Breitscheib, Reba kteur Mein Haufen, Oberst a. T. Gäbke, v. Gerlach, Geh. Justtz- rat Pros. D. Liszt und anbere. Gegen 3 Uhr eröffnete Reichstagsabgeorbueter Schraber 1 ' y i . /» V, .. *T . < ... • ■ .T -I .. ■ *1*1 Wtibt ! ®üler. % 1< rpar- Freisinnigen des Fürsten Noch inner» Bülow nickst Freisinnigen hätte er den nasialwesenS von 1882 als Pädagog" (1901), und Denken" (1908). Ludwig-Gymnasiums “Wh 5°* CbltgQ, . u‘^lllb, S A Aufs Vor yigiirnse vo u)nntiurter iiMr auoges cpnnit den g:(Ben, den Bülow erhob sich ein großer Sturm im Lande, halb des Sturmes kanr das Vereinsgesetz. Wenn der Ueb er&eugung gewesen wäre, daß er es bei den mit ernsten Gegnern überhaupt nicht zu tun habe, Zit angeori M Misch -j:tnnit flun sikstn, den lZro Ws« Von itroRc bi! Weilrahe i ;ti und die legenden 5 «Ben, den! Gesetz, verglichen mit dem jetzigen Zustande. Fragen Sie irgend einmal die Polen selber, wie diese im Herzen über das Gesetz denken. Tas Vereinsgesetz ist jedenfalls ein praktischer Erfolg, wie ihn der Liberalismus seit Jahren nicht erzielt hat. (Widerspruch und lebhafte Zustimmung). Was die Fraktionsgemeinschaft anlangt, so sind wir allein doch nur ein kleiner Haufen, eine kleine^Partei, die darauf 'wartet, bis sich vielleicht ein Teil der Sozialdemokratie absplittert. Ich glaube, darauf können wir lange warten. Wie lange wird es schließlich der freisinnigen Volkspartei belieben, in der Jraktionsgemeinschaft zu bleiben, wenn die Verhälttiisse so bleiben, wie sic gegenwärtig sind? (Stürmische Oho-Rufe.) Sie meinen immer, die Andern müßten sich alles gefallen lassen. Das ist durchaus nicht der Fall. Jedenfalls kommen wir aus dem von mir skizzierten Wege nicht vorwärts. (Beifall und lebh. Widerspruch.) Tr. Theodor Barth (Mit stürmischem Beifall und Händeklatschen empfangen): Meine Ausführungen werden einige bittere Wahrheiten enthalten. Es ist eine undankbare Aufgabe, Männern gegenüber, mit denen man ein ganzes Menschenalter int politischen Leben zusammen gekämpft hat, von der politischen Gerechtigkeit Gebrauch zu machen. Tie Aussührungen des Vorredners zeigen, wo^n die Reise gehen soll. (Sehr richtig.. Wir dürfen uns nicht darauf beschränken, unsere Kritik nur am Vereinsgesetz zu üben. Wenn es sich nur darum handelte, würde ich die Sache milder beurteilen. Aber die Stellungnahme der Partei ist eine Konsequenz der Blockpolitik, das ist das Unverzeihliche an der Haltung der Fraktion. Vor einem Jahre bereits sagte ich, die Blockpolitik bedeute die Gefahr einer Demoralisierung des Gesamtliberalismus. Tas Zusammenarbeiten mit den verschiedenen Parteien unter der obersten Direktion dos Fürsten Bulow muß zu einer Demoralisierung führen, wie wir sie erlebt haben. Die Führer der Liberalen bekamen in Norderney nut schöne Redensarten zu hören. Bald daraus aber versetzte Bülow von ,110t pronw .J;>n cioatsn gjiin reiches 1,16er .,21 curisque I stiem lab pietas ft , ", teilte • Ticsi hen ringe ,5 bei hies I Iraner, 1 ^Mädchen Nperin. ütbtlinge; E^lUiedjam ^ber, 1 jun Met, i A Leiter, 2 Tjk Mingc: Wer. ’Wcit ^Nede.2; M, 1 ?QD( fclSdjt Grkginal-SvabtmelSungen. London, 22. April. Sir Henry Campbell Bannerman ist heute morgen gestorben. Wien, 22. April. Der Laryngologe Universitätsprofessor Hofrat Schröttcr ist heute nacht plötzlich gestorben. L e in b e v g , 22. April. Blättermeldungen zufolge soll die Ge- sängnisverwaltung einem Fluchtplan des Mörders bestrafen Potocki aus die Spur gekommen sein. Infolgedessen ordnete der Unlersuchungsrichter die strengste Ueberwachung bei Aiörders an. Paris, 22. April. Das Mitglied der Akademie Professor der Literatur (S. Gebhardt ist gestorben. Paris, 22. April. Zu der angeblichen Grenzverletzung durch schweizerische Gendarmen bei St. Julien wird gemeldet, daß die schwelzer Gendarmen von der Grenze entfernt aber noch auf schweizerischen Boden einen schon öfters bestraften Franzosen verhaftet hatten und dabei von ihm über die Grenze gezerrt wurden. Man glaubt, daß trotz der angeknndigten Interpellation in der französischen Kammer die Angelegenheit ohne Schwierigkeit geregelt wird. Paris, 22. April. Der Spezialkommissar des Bahnhofes in Belfort verhaftete gestern an der deutsch-französischen Grenze einen Spion, den er bereits längere Zeit beobachtete und im Zuge verfolgte. Die Verhaftung geschah in dem Augenblick, als der Spion sich anschickte, die deutsche Grenze zu überschreiten. Bei dem Verhafteten fand man ein Paket mit Plänen von Belfort und Umgebung. Gymnaüaljubiläums im vorigen Herbst in unserem Blatte zum Abdruck gekommen und bildet die Sondcrbeilage des neuesten Gymnasial-Programms. L Geh. Kirchenrat D. Stock y. Am Ostersonntag starb hier nach langen Leiden der Geh. Kirchenrat D. Stock, der im 83. Lebensjahre uand. Seinem Wunsche entsprechend ivird die Leiche von 1>. Stock heute in seine Gemeinde Stockhause n (Vogelsberg) überführt und dort am morgigen Tage inmitten seiner Lieben beigesetzt werden. Was in fast 50jähr. Amtsführung als Pfarrer und Dekan, Kirchenrat Stock dort an Dekanat Lauterbach geleistet hat und wie hoch er bei feinen Gemeinden und Amtsbrüdern, besonders auch bei der PatronatSfamilie den Freiherrn von Riedesel geschätzt und angesehen war, das wird nach seiner Bestattung jedenfalls eine andere Feder aus dem Kreise seiner dortigen Freunde schildern. Heute soll hier nur kurz zum Ausdruck gelangen, ivas seine Gießener Freunde — 6 Jahre lebte er hier als Emeritus — an ihm gehabt und leider nun verloren haben; es gehört mit zur Tragik des Lebens, daß solche Männer von Güte, Charakter und Wissen uns durch den Tod so rasch entrückt werden. Was unseren Freund Thomas Stock vor Vielen auszclchnete, war — bis in seine 80er Jahre hinein und zwar in unverändert sich gleichbleibender Frische — fein lebendiges Interesse für viele Fragen der Wissenschaft, nicht etwa nur der theologischen, sondern z. B. auch der Literaturgeschichte, Geschichte, Poesie, Kunst, Musik, Astronomie u. s. s. Noch in den letzten Tagen seines Lebens ließ er sich, als er zu Bette liegen mußte, wichtigere Artikel über all diese Gebiete vorlesen und begleitete sie mit seinem sachkundigen Urteil, das uns so oft erfreut und belehrt hat. Auf seinem Arbeitstisch lagen fort und fort die wichtigeren Bücher und Zeitschriften bezüglich der genannten Wissensgebiete. Aus den Dichtern Shakespeare, Goethe, Schiller, Platen rc. zitierte Stock mit wunderbarem Gedächtnis ganze Stücke auswendig; sein Auge blieb scharf bis zum tleinsten Druck, eine Brille kannte er nicht. Uns den Freunden war er stetig der herzlich wohlwollende, für Alles aufgeschlossene, warmherzige treue Freund. Wit- Haben ihn herzlich lieb gehabt und fühlten uns so wohl in seiner Gemeinschaft. Er ruhe in Frieden! ** Vom Großh. Hof. Der Prinz und die Prinzessin Heinrich von Preußen treten heute mit dem Erbgroßherzog Georg und dem Prinzen Sigismund die Rückreise von Schloß Heiligenberg nach Kiel an. Prinz Waldemar von Preußen bleibt zunächst auf Schloß Heiligenberg und begibt sich am 28. ds. Mts. nach Straßburg. ** Lehrer Personalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Karl R au f ch zu Sickendorf eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burkhardsfelden, dem Schulamtsaspiranten Konrad Arnold ausi Pohl-Göns eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Friedberg, Stadtteil Fauerbach, dem Lehrer Rich. H a h n zu Gnnzenau die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindenstruth, dem Schulamtsaspiranten Leop. Kaufmann aus Bisses eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sprendlingen (Kreis Offenbach). ** Gerichtpepsonalien. Ernannt wurden der Ak- tuanatsasfistent bei dem Amtsgericht Offenbach Karl Michael Gabelmann zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, der Aktuariatsassistent bei dem Amtsgericht Darmstadt I Joh. Pet. Jäger zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Nidda, der Gerichtsschreibergehilfe Gg. Streuber in, Grünberg zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Offenbach, der Gerichtsschreibergehilfe Ludw. Kratz in Hungen zum Aktuariatsassistenten bei dem ^lmtsgericht Offenbach und der Gerichtsschreibergehilfe Adam' Hofferberth in Darmstadt zuml Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Darmstadt I. ** Hunde-Ausstellung. Die Ehrenpreise für die am Sonntag hier ftattfiudende Hunde-Ausstellung sind im Schaufenster^ des Herrn Stückrath ausgestellt. ** Sachbeschädigung. Am 2. Feiertage wurde an der st ä d t. Badeanstalt von roher Hand die Türe aufgebrochen, das darin befindliche Werkzeug zum Teil zerstört und zum Teil in die Lahn geworfen. Täter sollen 2 junge Burfchen gewesen sein, deren Ermittelung der Polizei wohl gelingen dürfte. "Diebstahl. Aus einer Hosreite in der Schanzenstraße wurde m den letzten Tagen em A r e n n a b o r ° F a h r r a d mit der Polizeinummer 7264 von unbekannten Tätern gestohlen. ** Darmstädter Ausstellungslotterie. Das Gr. Ministerium des Innern hat der Geschäftsleitung der Hess. Landesausstellung für freie und angewandte Kunst Darmstadt 1908 die Erlaubnis erteilt, mit der Ausstellung eine Verlosung zu verbinden, bei der 120000 Lose a 1 Mt. ausgegeben werden dürfen. Zum Vertrieb in Dessen sind zunächst 60 000 Lose zugelassen, die mit dem hessischen Zulassungsstempel versehen sein müssen. = F riedb e r g , 21. April. Die günstige Entwickelung der Gewerbe-Akademie hat die Stadt Friedberg nach Rücksprache mit dem Großh. Ministerium zu Darmstadt veranlaßt, die Anstalt in eigene Verwaltung zu übernehmen, wodurch dann auch der längst projektierte Bau eines neuen Studiengebäudes seine Lösung gefunden hat. Diese Nachricht dürfte nicht allem die jetzigen Studierenden der Anstalt, sondern auch die große Zahl der bisherigen Absolventen erfreuen. W. Worms, 21. April. In dem chemischen Laboratorium der landwirtschaftl. Winterschule ereignete sich heute nachmittag 4 Uhr eine Expl osion, die so furchtbar war, daß dem ersten Lehrer Dr. K. Schneider der Kopf gespalten wurde, so daß der Tod sofort eintrat. Die -rrchuldienerin Reck erlitt eine leichte Verletzung an der Hand, während ihre Tochter einen Beinbruch davontrug. M. Neusta dt a. d. H., 21. April. Das Automobil de8 Generaldirektors Oloff von der Frankfurter (Summ i» waren--Fabrik Karl Slückicht überfuhr am Ostermontag kurz vor Neustadt den 8 jährigen Knaben des Bäckermeisters Ludwig Wolf aus Lamprecht. Der Knabe war sofort tot. Der Chanfftur Karl AmoS aus Frankfurt stellte sich der Polizei, doch soll ihn keine Schuld treffen, weil der Knabe unvorsichtigerweise vor den Kraftwagen lief. ? Rodheim a. d. B., 21. April. Hier wurden am 2. Oster- tage 44 Kinder konfirmiert. Rodheim zählte 21, Bieber 12 und Vetzberg 11 Konfirmanden. Im Filialort Fellingshausen findet am Sonntag die Konfirmation (10 Kinder) statt. Früher wurde hier erst am 2. Pfingsttage fonfirmiert. Nunmehr ist auch der Schluß des Schuljahres endgültig auf den 31. Mürz festgelegt. Tie aus der Schule Entlassenen fömten somit frühzeitig in ein Dienstoder Lehrverhältnis emtreten. — Dein eifrigen Bemühen unseres Ortspfarrers Vömel ist es gelungen, für die geplante Klein- t i n d e r s ch u l e ein dauerndes Heim zu erwerben. Ihm haben mir es auch zu verbauten, daß feit etwa 2 Jahren m unserer Kirchengemeinde eine Krankenschwester wirkt. Hoffentlich liegt nun die Zeit nicht mehr fern, wo eine zweite Schwester in den Dienst der Allerllemsten tritt. Eine solche Kinderbewahranstalt ist für Rod- heini mit feinem großen Fabriken em Bedürfnis. Das znnr Preise .von 10 330 Alk. erivorbene Gebäude liegt auj freier Höhe am AusINeren ■V? Rurs ;A1907 i?n73,23 "St 32 MiGir s I Hclii r. flii fccr f I j Hl L r'A'jK di EäWft V-vi M 1 < WW k oerr ^'huitigk Ü ^cnennuti Berlin [Ljt bardin i Lj'1 * .Strtiiei b; den Freisinnigen jenen Affront vorn 10. Januar, den er sich gegenüber dem Junkertum niemals erlaubt hätte. (Lebh. Zustimmung.) Obgleich Bülow ein höflicher Mann ist, haben ihm die Junker nicht einmal erlaubt, gegen die höflich zu sein. (Sehr gut) Nach der Erklärung Ein neuer hardenprozetz. M ünche n, 21. April. Vor dem Amtsgericht München begann heute der Prozeß Maximilian Harden gegen ben Redakteur der „dienen freien Volkszeitung", Städc l e-Attinchen, wegen Beleidigung durch einen Artikel, worin er das Go ruckst erwähnt, daß Harden vom Fürsten Eulenburg eine Million erhalten habe, damit er schweige. Harden ist mit seinem Rechts- beiftanb, Justizrat Bernstein, persönlich erschienen. Tie Beweiserhebung, wahrend der die Oefsentlichkeit ausgeschlossen war, bre,9tc sick) zunächst um das Material, das Harden über den Fürsten Eulenburg ans dem Anfang Der 80 er Jahre habe, wo Eulenburg Legationsrat bei der preußischen Gesandtschaft in Aäünchen war, und viel in seiner Villa am Starnberger See weilte. o^9e Milchhändler Rieder- München behauptet, ün Jahre 1881 als Schifscrknecht in Starnberg den damaligen Grafen Eulenburg mehrfach auf dem Starnberger See gefahren zu haben, einmal etwas unsittliches vorgekommen sei. Später habe er Eulenburg wiederholt in feiner Münchener Wohnung ausgesucht mu> in kleineren Posten Geld erhalten, im ganzen etwa loOO j.vv Etwas unsittliches ist dabei zwischen ihm und Eulenburg iuöjj nrehr vorgekommen, wohl aber einmal zwischen ihm und einem .fremden Manne, mit dem Eulenburg ihn bekannt gemacht yatre. Fischermeister Ernst aus Starnberg, der den Fürsten Eulenburg oft auf dem Starnberger See gefahren hat, zweimal aus Kosie> Eulenburgs zum Fischen in Siebenberg war und zeitweilig Emen^ bürg als Kammerdiener auf Reisen begleitete, erklärte, Eulenburg habe niemals eine unrechte Amiähenmg versucht. Andere Zeuge» lagen aus, m Starnberg seien mehrfach Gerüchte über besonoer Beziehungen zwischen Ernst und Eulenburg in Umlauf gewesen- konnten jebod) nicht angeben, ob euvas wahres daran In der 9chchmittagssitzuiig werden zunächst Zeugen über die Glau Würdigkeit des Zeugen Riedel vernommen Ein Zeuge sagt guNsu» aus,,ein anderer hält Riedel für streitsüchtig und zum benuii^len geneigt. Sodann richtet der Vorsitzende, OberlandesgerlMsrm Paragraph 7 überhaupt nicht in daS Gesetz hineingebracht. (Sehr richtig.) Der Paragraph 7 bedeutet eine Verletzung der liberalen Grundsätze, wie man sie schlimmer sich nicht denken kann. Trotzdem haben die Liberalen den Paragraph 7 geschluckt. Es handelt sich bei dem Paragraphen um die Frage der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung. Gewiß können Situationen im politischen Leben eintreten, wo man sich auf frühere Erklärungen nicht mehr festlegen kann. Aber hier liegt eine Aenderung der Situation ja gar nicht vor. Es handelt sich um einen der wichtigsten Punkte des Liberalismus. Ich erinnere an den Fall Schellen berg, an die verschiedenartige Behandlung unserer jüdischen Mitbürger, die nicht Reserveoffiziere werden dürfen. Gegenüber solchen Rechtsverletzungen hat die bürgerliche Demokratie versagt. Nun sagt man, die Zustimmung sei nollvendig gewesen, um die Frattionsgemeinschaft aufrecht zu erhalten und wegen der Blockpolitik. Einigkeit ist gewiß gut, aber es kommt auch, darauf an, wofür man einig ist. Wir wollen einig fein um demokratische Politik zu treiben! (Lang- anhaltender Beifall.) Wie steht unsere Partei zur freisinnigen Vvlkspartei? Ich erinnere an die Rolle, die die freisinnige Volkspartei bei dem Zolltarif gespielt hat. Sie hat damals unserer Auffassung nach ihre Schuldigkeit nicht getan, deshalb haben sich ja die Nationalsozialen uns und nicht der freisinnigen Volkspartei angeschlossen. Damals fiel von Fischbeck das Wort: „Lieber zu Groscher als zu Barth." Tas ist ein politisches Glaubensbekenntnis geworden. Tie Politik der freisinnigen Volkspartei läuft immer mehr darauf hinaus, Anschluß be i der Rechten zu suchen. Ich sollte meinen, für unser Land gibt es nur eine Ausgabe: die Vertretung der demokratischen Grundsätze innerhalb der Fraktionsgemeinschaft. (Lebhafte Zustimmung.) Geschieht das nicht, so ist es besser, die Gemeinschaft geht eher heute als morgen zu Grunde. Einig keck macht stark, wenn man miteinander kämpft und für Dinge eintritt, die es wert sind. Wenn aber Einigkeit nur dazu dient, energische Elemente am Rock schoß zurückzuhalten, so ist das ein Moment der Schwäche. Die Tenwtraten ui der Fraktionsgemcinschaft müssen sich unter die Kvpsch und die Fischbeck beugen und diese Gemeinschaft wiederum muß sich noch dem Block unterorbnen. Deshalb ist eine Abschwenkung nach rechts notwendig geroorben. Tie Wahlbeweg'ung wird sicher einen kläglichen Verlauf nehmen. Es geht nicht gegen das Zentrum, es geht gegen die demokratischen Tendenzen sowohl im Zentrum, wie in der Sozialdemokratie, wie in der Demokratie. Tie Fraktionsküfer haben den demokratischen Wein auslaufen lassen und jetzt sagt man uns, wenn nur das Faß, die äußere Organisation gerettet wird. Ter große Unterschied innerhalb der Fraktionsgememschaft zwischen mir und meinen Freunden läuft eben darauf hinaus, daß es uns auf den Inhalt des politischen Kampfes ankommt. Wir wollen den Inhalt aufrecht erhalten, mag auch die Form in Stücken gehen! (Stürmischer langanhaltender Beifall und Händeklatschen, lebhaftes Zischen.) Tie weitere Tebatte zog sich bis in die späten Nachtstunden hin und wurde schließlich auf morgen früh vertagt. * Vorn Wahlverein der Liberalen (freisinnigen Vereinigung) erhält das Berliner Tageblatt die nachstehende Mitteilung: Nach dem Verlauf der heute in Frankfurt a. M. abgehaltenen Sitzung des Vorstandes des Wahlvereins der Liberalen und nach den vertraulichen Vorbesprechungen der einzelnen Telegiertengruppen erscheint eine Spaltung innerhalb der Partei unvermeidlich. Professor Lujo Brentano-München und der Berliner Stadtverordnete Tr. Paul Nathan haben schon vor Beginn der Verhandlungen des Telegiertentages ihren Austritt aus der Partei erklärt. Tr. Barth, Herr von Gerlach und ihr näherer Anhang werden diesem Vorgehen voraussichtlich morgen folgen, nachdem durch Annahme einer Resolution, welche der Reichstagsfraktion das Vertrauen der Mehrheit des Telegiertentages votiert, kein Zweifel mehr darüber gelassen sein wird, daß auch die parlamentarische Fraktion der freisinnigen Vereinigung entschlossen ist, die Blockpolitik sortzujetzen. An die Gründung einer neuen demokratischen Partei, von der einige Blätter zu berichten wußten, Üt in keinem Stadium der bisherigen Verhandlungen und vertraulichen Vorbespreckmugen gedacht worden. Aus Stadt und Land. Gießen, 22. April 1908. — Von der Universität. Dem a. o. Professor Dr. August Messer wurde, wie wirerfahren, vom Sommersemester ab Lehrauftrag für experimentelle Psychologie und experimentelle Pädagogik erteilt. Dr. Bresser (geb. 1867 zu Mainz), bestand 1890 das Oberlehrerexamen und war anfangs als Gymnasiallehrer in Bensheim tätig, bis er hierher versetzt wurde. 1893 promovierte er hier und hadilierte sich 1899 für Philosophie und Pädagogik auf Grund der Schriften: „Tie Behandlung des Freiheitsproblems bei John Locke'' und vQuintUian als Didaktiker und sein Einfluß auf die didaktisch- pädag. Theorie des Humanismus". 1904 erhielt Messer den Titel eines a. o. Professors. Er betätigte sich literarisch auf dem Gebiet der Philosophie und Pädagogik. In Buchform oeröffentlichte er „Die Reform des Schulwesens im Kurfürslen- tum Mainz unter Emmerich Joseph" (1887), .Die Wirksamkeit Apperception in den persönlichen Beziehungen des Schul- lebenS"(1899), „Denken, Sprechen und Sprachunterricht"(1900), ,Die Reformbewegung auf dem Gebiet des preußischen Gym- bi§ 1901* (1901), „Hermann Schiller „Kants Ethik" (1904), „Empfindung Seine Geschichte unseres Lanograf- ist zum Teile während des gang nach Otzberg. Demnächst findet zum Besten der neuen 1» statt eine Verlosung statt. △ Nordeck, 22. April. Heute wurde hier unter zahlreicher Beteiligung der T e l e g i e r t e n t a g des K r e i s s e u e r w eh r - Verbandes 'Hl o r b n r g abgebaiien. Damit verbunden wat' eine gemeinsame Hebung der Feuerwehren von illordeck und Wumen Dem Verbände gehören jetzt 86 Feuerwehren des Kreises an. Ai. nächstjähriger Versammlungsort wurde Lohra bestimmt. Frankfurt a. M., 21. April. Major von Klenck Adjutant beim Generalkommando des 18. Armeekorps, unter- nahm heute früh einen Spazierritt nach dem Forst- h a u s. In der Nähe der Trambahnhaltestelle am Sandhoi scheute d a s P f e r d und warf den Reiter ab. Major vor Klenck blieb bewußtlos liegen. Im städtischen Krankeuhauä wohin man -dem Schwerverletzten gebracht hatte, wurde ein Sck-ädelbruch festgestellt. Der Verunglückte st ai b nach kurzer Zeit. Er war 1863 in Hamwver geboren und lam am 22. April 1905 als Divisions-Adjutant zum 81. Infanterie- Regiment nach Frankfurt. Seit zwei Jahren war er beim Generalkommando des 18. Armeekorps. Vermischtes. * Genickstarre und Pest. In Essen tritt wieder die Genickstarre auf. In den lebten Tagen waren drei Todeswllc zu verzeichnen. — Die Bundesregierung zu Washington Hai aus La Guahra Privatnachlrichten erhalten, nach denen in bau; Venezuela die P e st herrscht. Die Hospitäler sind voll von sterbenden Patienten, die mit Wunden bedeckt sind. Man weiß nickst, ob es sich um einen Ausbruch von Veulenpest handest Tie venezoelanische Regierung hält jede Nachricht über die Epidemie zurück. * Ter Mord am Grasen Potocki. Aus Krakau wird gemeldet: In einer Gruppe mit der Eisenbahn über die deutsche Grenze heimkehrerrder Sachsengänger haben pomischc Feld, arbeitet in der Aufregung über die Ermordung des Statthaster-Z Grafen Potocki einen mitfah/renden ukrainischen Arbeiter en - setzlich mißhandelt und zuletzt zum W a g e n f e n fr e r b i n a u g, geworfen. Er wurde schwer verletzt und bewußtlos auf einer Reserve-Lokomotive nach Krakau gebracht. — In Lemberg Hai fick) in der Aufregung über den grausen Mord am Grafen Potocki ein hoher pensionierter Staatsbeamter im Alter von 72 Jahren das Sehen genommen. HanSeL und Verkehr, Volkswirtschaft^ Berlin, 21. April. Der Wert der deutschen Einfuhr im ersten Vierteljahr 1908 betrug 2162.2 gegen 2120.9 Mill Mark im Vorjahr, der Wert der Ausfuhr im gleichen Zeitraum 1658.5' gegen 1638.6 Millionen. Der Edelmetallver kehr erreichte in her Einfuhr 41.2 gegen 32.2 Mill. Mk in der Ausfuhr 18,4 gegen 16,8 Mill. M Die Wertzunahme beträgt demnach in der Einfuhr 41,3, in der Ausfuhr 20 Mill. -7-Verkehrseinnahmendeutfcher Eisenbahnen. T-re Verkehrseinnahmen betrugen int März 1908 für alle Bahnen im Personenverkehr 49 310145 Mk. (minus 3 992 434 Mk.>, im Güterverkehr 131534 020 Mk. (minus 1931765 Mk.). Für die Bahnen mit dem Rechnungsjahr April—März in der Zeit vom 1. April bis Ende März 1908: im Personenverkehr 589 609 48.) Mk. (plus 15 704 287 Mk. , im Güterverkehr 1445 456361 M (plus 66 323 550 Mk.). Für die Bahnen mit dem Rechnungsjahr Januar—Dezember in der Zeit vom 1. Januar 1908 bis Ende Mraz 1908: im Personenverkehr 16 486 536 Mk. (minus 792987 Mk.), im Güterverkehr 41339 627 Mk. (plus 1500 541 M.,. Bei ben Mindereinna hm en des Aiona ts aus dem Personenverkehr ist u. a. zu berücksichtigen, daß dem gleichen Monat des Vorjahre-) die Einnahmen aus dem Osteroerkehr zugute kamen. Der Ausfall, den der Güterverkehr im Vergleich zum Vorjahr aufroeift, ist Zwar nicht erheblich, immerhin kömmt darin die verminderte Lebhaftigkeit im Geschäftsverkehr zum Ausdruck. Voranöfichtliche Witterung für.vcffen am Donnerstag den 23. April: Vielfach trüb. Zeitweise geringe Niederschlage. Fortdauernd kühl. Westliche bis nördliche' Winde. eicya'ten und Sorgen des Staates I Reinheit der Tugend, die Schärte Arbeit darauf gerichtet, da» die Märkte. das der teueren wurde mit 60—63 Mk. bezahlt. Die starke £ 'rage bejchleunjgte derart den Verkam, daß der Markt sehr • nrrninnf mnr bald werden: B22/t Voranschlag Mk. 200 das für 03264 Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stolle. B”/t n B23/< taMMeiiipeliing der Främieii-Weite/ 2151 Großherzogtum Hessen. SS6/s 4 475 853 30 Achtnng! 419 312 52 Achtung! 4115 50 20 762 52 c« N. Dez. 1907 pbung. 2 414 09 65 91 483 689 82 Melderschränke, Stühle, Spiegel, kommode, 1 Sofa, 1 Küchen- 2600 schrank, geschlrr. 50 71 66 WeitzkLee, Ewsgkiee Der Rechner Schmidt. Voranschlag Voranschlag Voranschlag Voranschlag Voranschlag Der Kontrolleur Stephan. am Tonn-rtLk Nirderschlm f in Mobilien 73,23 ^Prozent Ab- Leibung 7,32 Konunode, 1 Wasch- 14421 25 745 20 3 361 150 280 160 275 135 Mk. Mk. Mk. Lik. Mk. Morgen Donnerstag von 10 Uhr ab verkauft mein Vertreter Christian Klein aus Cöln am Felsenkeller große Massen Waren, wie Salat, Stück tum 10 pfg. an, Gurken, Blumenkohl, vollsastige Apfelsinen 10 Ztück von 35 Pfg. an, Zitronen nni> sonstizk »erschikdenr Gemüse. Alles staunend billig. Alle Waren sind bestimmt vorrätig. Arnold Joseph Schneider aus Cöln. deutsch etwa: „In den höchsten Geschäften und Sorgen des Staates hat er immer fest im Vorsatz die R ' ~ bester, wetterbeständig. Fassadenputz in allen Farben liefert Ludwig Usinger Nachfolger, Wiesbaden Baumaterialien Großhandlung, gegr. 1873. Alleinvertreter für den Regierungs-Bezirk Wiesbaden und trockene Wiesen, feuchte Wiesen, Dämme u. Böschungen, dauernd. Vlcichrasen, „ Gartenrasen, Tiergartcuanlagen, Schattenlage, Zierrafen, extraf. Teppichrascn, sowie Lauterbach, 21. April. Der nm heutigen Tage ab- gehaltene L di w eine in arkt für Jungschiveiiie ivar durch 2"* & ~ uc^ Gefahren; außer den Landwirten der Umgegend waren 2 Händler als Verkäufer erschienen. Tie ersteren setzten hohe Preise, die durch die letzteren ein wenig herabgedrückt wurden, doch stellten sich 7-8 Wochen alte Ferkel aus 50—60 Alk., 13 Wochen alte Läufer auf 90 Mk. für das Paar. Der Verkauf war anfangs zögernd, zuletzt jedoch erheblich besser, so daß fast die ganze Ware ihren Absatz sand. Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stolte. Versteigerung. Donnerstag, den 23. d. Mrs., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich, Dammftraße 43, dahier nn Auftrag der Nachlaß- Verwaltung des verswrbenen Schneidermeister H. Belten II. gegen Barzahlung: Mehrere vollständige Betten, Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: K e l l e r. bim u.Schuld- iäeme äoigstraße von Bleichstraße bis Wilhelmstraße und Licbigstragc M Frankfurter Straße bis Aulweg am 23. ds. Alts, zwifchen 8 L Uhr auSgefchaltet und die Stromlieferung unterbrochen, ivas »ic hiermit den anliegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Gießen, den 22. Avril 1908. «nzu3s. Bilanz am 31. Dezember 1907 Spar- n. Leihkaste e. G. m. u. H Grotzen-Buseck. Kopfläuse, Wanzen, Flöhe vertilgt radikal „$i ratz V* .t-i uicbe 50 Psg. [2323 E.Karu, Leu» ral-Droa., Schulstr. 8L Roll, Drogerie, Bahuhosttr. OI Bletchenbach, 21. April. Der diesjährige Oster- mar k t war mit jungen Schweinen gut beschickt. Ebenso waren reichlich Käufer und Händler zur stelle, so daß der Markt in 3 bis 4 Stunden gänzlich geräumt war. 8 Wocheii alte Ferkel, sehr Ichone Ware, gingen zum Preise von durchschnittlich 36 Bit. das Paar ab. Einlieger leichterer Art. 70—75 Mk. das Paar. Sie ivurden in größerer Anzahl verkauit. Tie selten Schweine sind noch immer zum Preise von 52-54 Psg. zu haben. Bei Futter. Vorrat in gefüllten Ställen mit Jungvieh werden die Preise auch die Höhe in anderen Jahren so leicht iticht wieder erreichen. § G r o tz - F e l d a , 21. April. (O st e rrn a rk t). Trotz des iviiuerlicheii Osterwetters — die Fenster zeigten heule morgen Eisblumen — halte unser heutiger O ft ermärkt eine starke Au'- ’aljrt von Jmigschwemeu auijuroeijen. Die Nachfrage mar aber io rege, daß der Handel recht flott von stallen ging. Die Preise waren uuei wartet hoch; die überaus niedrigen Herbstpreise sind wieder v-.schwiiiideii. Ter Markt zeigte nur zwei Qualitäten an Jnngschwemen. Tas Paar der geringeren Art kostete 50-55'Ulf. aas der besseren wurde nut 60—63 Alk. bezahlt. Die starke Rach- GingesanHt. (Für Form und Inhalt aller umc: bü.cr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) In der Versammlung vom 14. April des Bezirksvereins „Südwest" wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in der ein Satz lautet: „6. ie. Versammlung führt hiermit berechtigte Klagen über die seitens der Staowerwaltung förmlich zur Gewohnheit gewordene Vernachlässigung des West- und Südwestteils Iber Stadt und macht hiergegen energisch Front." Alle anwesenden Stadtverordneten bestätigten dies stillschweigend, demnach muß es wahr sein. Leider i]t nicht gesagt worden, worin die Vernachlässigung besteht, vielleicht wird es noch verraten. Wir vom „Nordend" haben bisher immer geglaubt, daß mir die „Vernachlässigten" seien und die Südwestler du Bevor- zugten, erfahren aber jetzt, daß sie unsere Leidensgefährten süü>. - „ -^arum: Auf! Auf! Ihr Männer vom Vezirksverein „Nord- ost , üetoiitbert euch mit euren Brüdern von „Südwest" und protestiert vereint energisch gegen die weitere „Vernach- bailigung' der beibeit Stadtteile leitens der Stadtverwaltung. Vielleicht schließen sich auch die vom Riegelpfad und vom Seltersoerg an, die haben gewiß auch Schmerzen. __________Einer vom „vernachlässigten" Nordostend. Passiva. JL Kränchen Altb^shrt bei Katarrhen. Husten >/fAlserchleimung. Ma&cnsaurc. Ueben/I erhältlich. dlt Naturprodukt U. uiiusaüir anteboicneSurrotote (k-.nsV.iLha Sähe), zurück. A Samstag, den 25. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, sollen uachiiehende Arbeiten versteigert 1. Altes Pflaster aufzubrechen und die Nur 1 Mk. 50 Pfg. zahlt inan für die gründliche Reinigung einer Taschenuhr. Ersatzteile und Reparaturen an komplizierten Uhren staunend billig. Neue Feder 1. Qualität 1 Mk. ^NstlaS 25 Pfg., Uhrzeiger 15 Pfg., la. Brillenglas oO Psg. Für iede Reparatur! Jahr schriftliche Garantie. Reparaturen werden auf Wunsch abgeholt und zurück- gebracht. 03268 Gg. Koch, Ubrmachermeister, Walltorftraße 18. limveriitats*nacbrid>tcn« — Der ehemalige Siaaissekretär des Reichsamts des Innern, kaf v. Posadowsky' Wehner, ist a läßlich des Wichern- ssudiläums von der Berliner theologischen Fakultät zum Ehren- ottor promoviert woiden. Tas Ehtend-.plom, das dem ehemaligen Slaalsmiiiister nach Naumburg übersandt wurde, charakleri- sikU sein reiches soziales Wirken als eine Aeußerung der Liebes- utigteit; in dem Elogium heißt es: „Qui in sunimis rei publicae legotiis curisque occupatus teuax seujper propositi virtutis caudorem renii aciem laboris assidnitatem in eo collocavit ut justitiae cantas VHU.1U( tpientiae pietas conjancta totius popnli salutem promoverent.“ Zu' geräumt war. rt m r Bekanutmachuttg. Die angeordnete Sperrung des Feldwegs südlich des neuen ' iedhoss zwischen Berwaltuugsgebäude und Mam-Weser-Bahn mrb hiermit ausgehoben. Gießen, den 18. April 1908. MWr Arbeiisliachilicis Gietzen. Gartenftranc 2, Zimmer 2. können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Schreiner, 1 Wagner, 1 Ausläufer, 1 Putzfrau, 7 Lauffrauen, 1 Lausmadchen, 1 Haushälterin, 5 Dienstmädchen, 1 Tabak- entripperiii. Lehrlinge: 1 Buchbinder gegen Vergütung, 2 Drucker, 1 Färöer, 1 Mechaniker, 1 Tapezierer gegen Vergütung, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Lehrmädchen, 1 Schreiner, 1 Stukkateur. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 Sieber, 1 jüngerer Schmied, 1 Schreiner, 1 Wagner, 3 jung. Schneider, 1 Kutscher, 1 Sattler u. Polsterer, 2 landwirtschastl. Arbeiter, 2 Dienstmädchen, 1 Haushälterin. Lehrlinge: 1 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Schlosser, 2 Schmiede, 1 Sattler. «>»chen Arbeit: R22/4 schmiede, 2 Installateure, 1 Kellner, 1 Hausdiener, 1 Kutscher, l-yeizer, 1 Tapezierer u. Polsterer, 2 Ataschinenschlosser, 3 Bau- wqjier,. 1 schreiner, 2 Hausburschen, 3 Arbeiter, 2 Lausfrauen, i l ’Jialjerin, 1 Haushälterin, 1 Hausmädchen. . Lehrlinge: 1 Bcechan iter. Verlosung am 21. April 1808. Verlosungs- Liste Nr. 1 Los Nr. 19 Tagesordnung: u Abhör der Bilanz, -• Beschluß über Verwendung des Reingewinnes, Wahl dreier Aufsichtsratsmitglieder, . v Verschiedenes. Direstor hwalb. Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Kabelarbeuen ist oas Kabel in der kürlcmtras?c bis Ludwigsplatz, Ludwigoplatz und Lvberstraste v Goelhestraße.am 24. ds. Aitö. vorm. zwischen? imd 12 Uhr aus- chaltet und die ^trvmlieserung unterbrochen, was wir hiermit ’ji anliegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Gießen, den 22. April 1908. ngen. Henry den. iloge ÜniWW i t plötzlich -niötit'5-?:: ' . ■ i e UtbttW^ der storben. 1 iblichen | Ml hweizeriW ^1 erhallet rbeit ^^1- in btt ml ierigke't Fj iiiiiiliac , der ’r ,trf wi Lelh°!'l"^Z Rcucuiveg 15 Neuenweg 15 Alleinverkauf für Gießen: Otto Raihschlag, Seifersweg 71. [2340 Gatter und Justizrat Tr. Bernstein noch eine größere Zahl Fragen m bin heute vormittag vernommenen Zeugen, Fischermeister L r n ft. dieser gibt fchließlich entgegen seinen Aussagen in der rmittags.itznng jn, daß zn-ischcn ihm und ixent Fürsten Eulen- i-rg dieselben unsittlichen, aber nicht unter den 8 175 fallen* i ii Tinge vorgekommen sind, die Zeuge Riedel bekundet bat. iinter dem Eindrücke dieser Aussage wird unter der Zustimmung , -t Parteien die Beweisausnahme für geschlossen erklärt. Ter :gektagte Redakteur 12tadele gibt -u, daß Harden korrekt vor- -lircn lei und genügend Material gegen EiUenburg hatte. Justiz Dr. Bericht em betonte, daß lediglich ans Gründen, welche dit nut der heutigen Klage zusammenhangen, ein Vergleich un- rnozlich sei. Harden erklärt, daß er in Kenntnis solcher Dinge v'ie sie heute hier sestgestellt worden feien, sich für verpflichtet hielt' pcit Einfluß Eulenburgs bei der mastgebenden Stelle zu beseitigen .' .-raus folgt der Urt cils spru ch. Redatteur Skädele wurde iwgen Beleidigung zu 100 Marl Geldstrafe und Tragung b-t Kosten verurteilt. Die Begründung des Urteils hebt hervor b.-iü die heutige Beweisaufnahme ergeben habe, daß Harden ge- kiLiietes Beweismaterial gegen den Fürsten Eulenburg hatte und ’-:itct Benennung der heutigen Zeugen rechtzeitig in seinem Prozeß ij: bem Berliner Landgericht auch an geboten habe. Harden sei cs nickst darum zu tun gewesen, zu schweigen. Die von der „Volks- . lung" erhobenen Vorwürfe seien deshalb unbegründet. Donnerstag, d. 23. April d. I., nachmittags 2 Uhr. werden im Biekerfchen Saale versteigert: (03224 2 Sofas, 1 Sosatisch, ein Trumeau mit Spiegel, ein Bertikow, 6 Stühle, 1 Spiegel, 1 Schreibtisch u. a. Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung einer Aktie. Freitag, den 24. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr, wird in meiner Amtsstube, Bahnhofstraße 60 I., eine Aktie der Attiengesellschaft Barytwerke und chemische Fabrik zu Richels- dorfer-Hütte über 1000 Mk. gegen Barzahlung versteigert. [03225 Geißler, Gerichtsvollzieher. Hen trib.... M ^leitzrsi r>lht V Aus $-k.L WM L toiäüft lg Des 3^ N Ai bestich um ÖTüja u ta ton 72 ch. Wegen Vornahme der Stempclprüfung auf deren Echtheit, sollen in kurzer Frist sämtliche Anlehenslofe bei den vorgeschriebenen Stellen eingereicht werden. 2603 Die Einreichung der Lose besorgt kostenlos "MC Jacob Grünewald B ^nugeschäf t. Bahnhofstr. 50. x l|ntet ;,v.. •5 Hieiies stimmt '' ,ot üon t l>b 31 2 0 29 2152 30 1154 63 483689 82 Zur empsehle Oras-Ssmen in vorzüglichen Mischungen Aktiva. ,» «Mr Ausgeliehene Kapitalien w3«gen Obliga- maschine, 1 Schneider Tisch mit Werkzeug u. a. S. 12583 Die Versteigerung findet bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher tzambiirs.kr iischhaiidluog von A. Koch Nachfolger. Schulstraße 10. Televbon 212. Billigste Bezugsguelle für frische, lebende, marinierte u. geräucherte Fische. (1109 frische fischt hochfeinste, blutfrische Nordsee Schellfische per Pfund 35 und 45 Pfg., Fa. 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