Dle heutige Nummer umfaßt 12 Selten. im lüben werden. Bon weiter Ihnen zugehenden Vorlagen nenne Ich den G> jeßentrourj über den Bauarbeiterschutz, sowie den Entwurf zeichne: ilt: geteilt: Präsident Haas erössnet die aus 9Va Uhr angesetzte Sitzung um 10 Uhr 20 Min. Er telll zunächst mit, daß er namens der Kammer dem Großherzogspaar Glückwunsch« zur Geburt des zweiten Prinzen übermittelt habe, woraus die Antwort einrras, daß sich Der Großherzog und die Großherzogin über die treuen Glückwünsche sehr gefreut hätten und dajür herzlich danken lassen. Ter Präsident teilt dann mit, daß der Grotzherzog die Mitglieder der Kammer Am Regierungstische: Niemand. Ueber die Sitzung sei Anschluß an unfern telegraphischen Bericht noch solgendes mit- „Wir beantragen: Großherzogliche Regierung zu ersuchen, eine neue Wahlrechtsvorlage auf Grundlage des direkten Watü- rechts der Kammer baldigst vorzulegcn." Auf Antrag deS Abg. Tr. Osann beschließt da- £>aufl einstimmig die Dringlichkeit des Antrags und die Ernennung eines Berichterstatters dafür und setzt die Beratung des Antrags aus die Tagesordnung. ♦ Dbg. N oack ist der nativ nalliberalen Fraktion beige-, treten, die damit aus 20 Mitglieder steigt. Abg. Leun ist anscheinend der Fraktion des Bauernbundes treu geblieben,, da nur die Abag. Kühler, Bähr und Jouy als fraktionslos bezeichnet werden. für heute Mittag 12Vs Uhr zur Eröffnung des Landtags laden muß. Nach den Wahlen der Sekretäre und der ständigen Ausschüsse (beten Ergebnis wir schon mitteilten) wurde zum landständischen Mitglied der Großh. Staatsschuldenverwaltung Abg. Reinhart, zu dessen Stellvertreter Abg. M o l t h a n gewählt. Abg. Reinhart verliest darauf folgenden Antrag Dr. IG lös sing unb Genossen, der von sämtlichen Mitgliedern der nationallcheralen Partei mit. Ausnahme des Abg. Pithan unter» •.rtrhnrf • Der Staat$üoranfd)lag für 1909. L Ten Landstädten wurde der Entwurf des Finanzgesetzes und der Entwurf des tzauptvoranschlags 1909 mit einer Denkschrift zur Beratung unb Beschlußfassung zugestellt, in der u. a. gejagt ist: Einer Erläuterung der ttrid) tiger en Einzelheiten des neuen Dauptvotanschlages muß leider die allgemeine Bemerkung vor- ausgefchickt werden, daß der Abschluß des Voranschlags im ganzen! recht ungünstig ist: die rückläusige Gestaltung der Eisenbahnüber- schüsse wie die Einstellung namhafter, aus 1906 gestundeter Matt ikularbcilräge machen zunächst eine sehr starke Inanspruchnahme der Mittel des Ausgleichsfonds zur Bestreitung lauseilder Ausgaben in Höhe von 1905 800 Marsk erforderlich; dessenungeachtet lassen sich die Ausgaben für die Verwaltung nur aufbringen durch Heranziehung von Resten aus vorderen Jahren in Höhe von 1058 382 Mark 26 Pfg., womit die Reste nahezu vollständig ausgezehrt werden. Daneben soll zur Deckung von Ausgaben „Für das Vermögen" eine Kapitalaufnahme erfolgen von 9 707 690 Mark für Eisenbahnzwecke, und eine solche von 4 137 565 Mark für andere, außerordentliche (im allgemeinen nicht werbende) Ausgabe u. Tiefer ungünstige Abschluß ist — soweit es sich um 93 er an* schlagung der lausenden Einnahmen handelt — im wesentlichen eine Folge des eingetretenen ZÜtckgangs der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse, der in dem vorliegenden Hauptvoranschlag insbesondere sich äußert in einer gegen das laufende Jahr um 2 050 000 Mark geringeren Veranschlagung deS hessischen Anteils an der Eiseilbahngemeinschaft und in einer Verringerung der Einnahmeveranfchlagung aus Stentpe! um 699 400 Mark, während die immerhin noch vorgejehene Steigerung der Einnahmen aus Kameral- und Forst-Domänen, aus direkten Steuern und aus anderen Quellen zurückbleibt hinter der im allgemeinen nur sehr schwer einzuschtunkenden, zum Teil geradezu unaufhaltsam sich vollziehenden Steigerung der Ausgaben, so insbesondere derjenigen für Verzinsung der Staatsschuld, wie für Gehalte, Vergütungen und Pensionen. Um rund 380000 Mark ungünstig beeinflußt ist der Abschluß endlich dadurch, daß — abweichend von der seitherigen Hebung — ter Bedarf an Gehalten und Vergütungen nach deren Dor- aussichtlichem Stand zur Mitte des Voranschlagsjahtes und nicht — wie seither — an dem ihm vorausgegangenen 1. April veranschlagt, und damit eine nach den seitherigen Erfahrungen schon empfindliche, bei dem gespannten Abschluß des Hauptvoranschlages aber gefährliche Fehlerquelle verstopft ist. Dabei sind — dem Vorgang des Reiches bei Ausstellung des Reick)shaushalteü für 1909 wie der sonstigen Gepflogenheit folgend — die Rückwirkungen des Zustandekommens der Rrichs- sinanzreform auf das Staatsbudget noch in keiner Richtung gewahrt; immerhin muß schon fetzt gesagt werden, daß bei Annahme der Vorlagen des Bmidesrates der Hauptvoranschlag des Aroßherzogtums für 1909 eine weitere, zunächst zu Lasten deS Ausgleick-ssonds zu regelnde Verschlechterung erfahren würde. Deckung dafür zu suchen und weiterhin das Gleichgewicht zwischen den lausenden Einnahmen und Ausgaben des Staatshaushaltes wieder herzustellen, muß bis zum Abschluß der RcichS- finanzrefotm Vorbehalten bleiben, weil danach erst feststehen wird, m welchem Maße für absehbare Zeit die Bundesstaaten finanziell zur Deckung von Bedürfnissen des Reiches werden herangezogen werden, und in welcher Richtung und Ausdehnung daneben noch eine Vermehrung uni er er Einnahmen aus direkten Steuern stattfinden kann. Dtese Maßnahme wird überdies notwendig iverben, wenn man, dem Vorgehen des Reiches folgend, demnächst auch eine stärkere Verminderung der Staatsschuld ficferftellen und gleichzeitig begründeten Ansprüchen, insbesondere solchen aus den Kreisen der Beamten, Lehrer und deren Hinterbliebenen gerecht werden will. Einer foldjeu Mahnung zur äußersten Zurückhaltung in den Ausgabeposten des hiermit vorgelegten Entwurfs des Hauptvor- anjchlages für 1909 wird es unter diesen Umständen käum noch bedürfen. Nach Einstellung des zum Ausgleich der Ausgaben unb Einnahmen der Verwaltung erforderlichen Betrags von 1058382 Mark 26 Pfg. in die Einnahme der Hauptabteilung I „Reste aus früheren Jahren"" des Verwaltungsetats und in die Ausgabe der gleichlautenden Hauptabteilung I ves Vetmögensetats — balanzieren in Einnahme und Ausgabe: der Verwaltungsetat mit 62 654 436 M. 53 Pfg., der Vermögensetat mit 20 771197 Mark 78 Pfg., der Gesamtetat mit 83 425 634 M. 31 Pfg. Unter der Hauptabteilung I: Reste aus früheren Jahren, ist außer oem zur 'Leaung des Zehurelrags der Verwaltung dienenden, aus dem Vermögen überwiesenen Betrag von 1058 382 Mk. 26 Pfg., der bei Abschluß der Sraatsrechiuingen 1907 ver bliebene Rest gleich 441298 M. 01 Pfg. Einnahme unb 1934 M. 02 Pfg. Ausgabe, also ein Einnahmeübersckmß von 439 363 M. 99 Pfg., bestehend in 318 748 M. 34 Pfg. Rückständen unb 120 61j M. 65 Pfg. bar eingestellt. Die auf diesem Rest ruhenden Ausgaben sind unter der Hauptabteilung XIV: Indisponible und reservierte Fonds, verzeichnet. Es sind einmal 152 765 M. b9 Pfg., die bereits ün laufenden Jahr, in dhsen Rechnung jene Reste tatsächlich übergegangen sind, zur Deckung von Ausgaben verwendet wurden, und weiter 79 929 M. 82 Pfg., die zur Bestreitung von Ausgaben auf noch unverwendete übertragbare Kredite reserviert werden müssen, zuj'ammen 232 695 M. 71 Pfg. Ein Vergleich letzterer Zahl mit jenem Rest crgiot, daß zur Deckung von Ausgaben des neuen :oauptvoran-sckstags aus Resten int ganzen zur Vcrs.gung stehen 206 668 M. 28 Pfg., oder 53 902 M. 30 Pfg. mehr als im lausenden Hauptvoransä^ag. Die Hauptaoteilung U: Domänen des Großh. Hauses weist eine Besserung gegen das Vorjahr auf von 20 259 M. 48 Pfg., inbem ftCi- chr Ueverschuß nun auf 1036 068 M. 5 Pfg. stellt gegen 1015 808 M. 57 Pfg. in 1908. Die Einnahmen sind zu insgesamt 6 223598 M. veranschlagt, die Ausgaben zu 5187 529 M. 93 Psg. Die Besserung entfallt ausschließlich auf das Kapital „üameral^ und Forstdomänen" unb ist neben einer Erhöhuitg des FAlungsetuts von 416 000 Fm Holz in 1908 auf 420000 Fm dem Steigen der Holspreise auf 10 M. 69 Pfg. Erste Kammer. Unter Antvesenheil uon 22 -Mitgliedern trat die Erste Kammer heute abend 61/» Uhr ihrer zweiten Sitzung zusammen. Präsident Gras Görtz, gen. v. Schlitz, teilte bei Eröffnung der Sitzung mit, daß die gestern gewühlten beiden stellv. Präsidenten und Schriftführer ihre Aemter angenommen haben. Die Gewählten sprachen für die Wahl ihren Dank aus. Frhr. Moritz Riedesel zu Eisenbach verlas darauf die als Antwort der Großh Botschaft zu beschließende Adresse, in der dem Grüßherzoglichen Paar die herzlichsten Glückwünsche zur Geburt des zweiten Prinzen ausgedrücki werden. 2115bann wurde eine zweite Adresse als Antwort auf die heutige Thronrede verlesen und genehmigt. Die Erste Kammer drückt darin dem Landesherrn ihren Dank aus für die Thronrede und verspricht, an den darin angekündigten Aufgaben pflichtmäßig mitzuarbeiten. Sie stimmt der darin angekündigten weiteren weisen Sparsam- t'eit zu und sieht den in Aussicht gestellten Vorlagen mit Interesse entgegen. Tie Kammer begrüßt freudig, daß die Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht davon ab» halten wird, zum Schule weiter Gebiete der Rheinniederungen gegen Hochwassergefabren und zur Erweiterung des Hochflutprofils bei Worms die nötigen Vorkehrungen zu treffen, und wird auch die Vorlage über die Uebersuhrung landwirtschaftlich benutzten Tomanialbefitzes in das Privateigentum einer eingehenden Prüfung unterziehen. Mit be- fonberem Interesse hat die Kammer auch von der Wiedervorlage des Gesetzentwurfs über die Gemeindeumlagen und über die Verwaltungsgesetzrevision Kenntnis genommen. Zum Schluß spricht die Kammer die Hoffnung aus, daß ihr das umfangreiche Gesetzesmaterial so frühzeitig zugehen werde, daß sich eine eingehende Beratung desselben ermöglichen läßt. — Wie der Präsident mitteilt, wird der Großherzog die verstärkte Deputation der Kammer zur Ueberreichung der Adressen noch heute abend empfangen. Bei der nun oorgenommenen Wahl der Ausschüsse werden gewählt: 1. Ausschuß: Fürst Jsenburg-Birstein, Graf zu Solms-Braunfels, Graf Erbach-Fürstenau, Frhr. v. Ried- esel, Frhr. v. Heyl, Justizrat Dr. Kleinschmidt, Dr. Gastell. 2. Ausschuß: Fürst zu Leiningen, Fürfr zu Solms- Lich, Gras Kuno von Stolbery-Noßla, Geh. Justizrat Dr. Schmidt-Gießen, Oberbürgermeister Morneweg, OberlandeS- gerichtsprüsident Lippold, Justizrat Dr. Kleinschmidt. 3. Ausschuß: Graf Jsenburg-Büdingen-SReerholz, Frhr. v. Leouhardi, Graf W. zu Solms-Lauback, Geh. Kommerzienrat Dr. Merck, Domtapitular Dr. Bendix. 4. Ausschuß: Fürst zu Jsenburg-Düdingen, Gras Solms- Rödelsheim, Graf W. Solnrs-Laubach, Prälat Dr. Flöring, Banldirettor Parcus. Kommerzienrat Gail. Sämtliche Mitglieder nahmen die Wahl an mit Aus- nähme des Fürsten Solms-Lich, an dessen Stelle für den 3. Ausschuß Tr. Bendix gewühll werden mußten Die Sitzung schloß gegen 8 Uhr abends. Zweite Kammer. RB. Darmstadt, 17. Dezember. eines neuen Gesetzes über das Verfahren der Zwangsvoll- streckung im Verwaltungswege. * Ob unb mit welchen sonstigen bereits früher in Aussicht genommenen oder gewünschten Vorlagen Sie befaßt werden können, wirb sich erst nach dem Fortgang Ihrer Arbeiten, wie nach dem Abschluß noch schwebender Erwägungen ermessen lassen. Letzteres gilt insbesondere von der Frage der Reviswn der allgemeinen Bauordnung, wenn auch erwartet werben kann, daß wenigstens daS am meisten verbesserungsbedürftige Ortsstraßenrecht noch auf diesem Landtag wird neugeregelt werden können. Mit Vertrauen sehe Ich dem Verlaus und den Ergebnissen Ihrer Beratungen entgegen und begleite dieselben mit Meinen landesväterlichen Wünschen für das Wohl Meines Landes. Staatsminister Ewald vollzog daraus die versas ungs- mäßige Vereidigung der vier neucingetreteuen Mitglieder der Zweiten Kammer, Dr. Pagen st echer (Mainz), Dr. Winkler (Oppenheim), Lutz (Elpenrod) tuib Dr. Zuckmeyer (Mainz), die der Reihe nach vor den Thron traten und den vorher verlesenen Eid mit aufae- hobener Rechten und den Worten ,Lch schwöre", oe- trästiglen. Rach erfolgter Beeidigung erklärte Staats- minifter Ewald aus Befehl des Großherzogs den 34. Landtag für eröffnet. Während dann der Großyerzog den Saal verließ, brachte der Präsident der Ersten Kammer, Gras Görtz gen. v. Schlitz ein dreimaliges Hoch auf den Groß- Herzog aus. Rach Beendigung der Feier versammelten sich die Mitglieder beider Kammern und die Hofchargen im Kaisersaal, wo eine Hoftafcl zu 100 Gedecken stattfand. Rechts vom Großherzog saß Graf Görtz-Schlitz, daneben Frhr. Hehl v. Herrnsheim, der Fürst zu Leiningen, der Fürst von Erbach-Schönberg u. f. f., links vom Groß- herzvg der Fürst zu Solms-Hoyensolms-Lich, der Fürst zu Isenburg-Wächtersbach, der Fürst zu Jsenburg-Birstein u. s. s. und gegenüber die drei Minister mit dem Präsidenten Haas und den Vizepräsidenten Korell und Dr. Schmitt. 91t. 298 Erstes Blatt 188. Jahrgang Freitag 18. Dezember 1908 Tet «Usenet Anzeiger jm a vezugsprets: ^d)cmi täglich, außer V W V monatlichviertel- DMZ (m Att Alt AI* 31 ItiAM Atf PMß blatt f ür den Kreis ®lefeen W W W ELt ÄhQ H 3 TOT H / 9 H | M ■ die Post Mk.L.-viertel- (Dienstag und Freiing), Mi M M M tflT IS 18 MT B H HT H JT J9 H H 3g 3T M « Q W tdhrL ausIdjL Beiteüg. »roeunnl monotl Land» » '.V W M H WV H IL M Ze'lenpreiS. lokal Idtz^ wirllchastliche Srltsrage» V H W H W V V V ti V V mrswärw 80 Pienni-. «ernwiech-UnschluNrt Beran, wörtlich General-Anzeiger für Gberheffen LMM Annahme »ob Snjetgei VW J • I I u.2and' und.Lench.s- Jyi blc ■5S*nrl'1,SJ? Notationr^ruS und Verlag der vraypscheu Unlv.'vuch. und zieindru-erei R. tange. vedaMon, Expedition und vruckeref: rchnlstratze r. 016 oonmiiaqs iv ut)u • v- w»“. Vie Landtagseröffnung. Darmstadt, 17. Dez. Der 34. Landtag wurde heute mittag 121/, Uhr durch S. K. H. den Großherzog in feierlicher Weife eröffnet. dtachdem die Mil alte der der Ersten Kammer auf der rechten Seite, und die Mugtieder der Zweiten Kammer aus der linken Seite des Thronsaales Platz genommen, und die drei Rtinister sich rechts, die Übrigen Mitglieder des Staatsministeriums und die Hofchargen sick lints vom Thron auf- gestellt, erschien der Großher^og mit beu Zeremvnienmeistern und Kckmmerherreu am Throne, währeild sich alle An- wesenden von den Platzer» erhoben. Slaalsminister Ewald überreichte bann dem Landesherrn die Thronrede^ die dieser mit lauter Stimme Verla-. Die Thronrede lautet: Meine Herren Stände! gch heiße Sie |um 34. Landtage freundlichst willkommen. edcuttuigSvolle Aufgaben »verdeu Ihrer Beratung unb Be- schlußsasfmtg unterbreitet werden, darunter gesetzgeberische Re- formen, welche Sie bereits auj früheren Landtagen beschäftigt haben. Tie Verständisuns» welche im »origen Landtage in den Der- Handlungen der Geievgebrurgsausschüsse beider Kammern über wiü>- txgc versasfungSiechttiche Fragen der Reform deS land- ständischen Wahlrechts angebahnt wurden ist, läßt Mich mit Zuversicht erwarten, daß im neuen Landtage die von Meiner Regirrang geforderte Voraussetzung für die Einbringung einer neuen Wahttechtsvorlage geschaffen wirb. Der Ihnen alsbald zugehende Entwurf des Haupworanschlags der Staats-Einnahmen und -Ausgaben für 1909 wird Sie zunächst zu beschäftigen haben. Tie Ungunst der allgemeinen Wirtschaftslaae hat darin mehrfach die zu veranschlagenden Einnahmen erheblich beeinträchtigt, am meisten gilt dies für die lieberjdyüHe aus den Eisenbahnen, so daß der hauptsäcküiry für solche Fülle gebildete ÄuSglcichssondS mit einem hohen Betrage in Anspruch genommen werben mußte. Trotzdem konnten die an sich schwer eiuzuschränlendcn Ausgaben der laufenden Verwaltung nur gedeckt werden unter Aufzehrung Der noch verfügbaren Reste aus vorderen Jahren. Zu diesen unersreulichen Tatsachen kommt die Ungewißheit über bat) Schicksal der Vorschläge zur Gesundung der Finanz- wirtschaft des Reichs. Ich hoffe, daß es gelingen wird, diese zurzeit wiästigste Aufgabe in einer befriedigenden, auch für die Bundes floaten erträglichen Wei'e zu lösen. Immerhin werben diese auch fernerhin zur Erfüllung der Reichsaufgaveu finanziell stark herangczogeu bleiben. Unter solch«» Umstanden läßt sich — selbst bei Wiederkehr besser er Zeiten — eine Permehrung der lausenden Einnahmen des Staates aus den hierfür allein noch eine Plöglichkeit bietenden direkten Steuern für die Folge nicht vermeiden. In gleicher Weise wird aber auch gesorgt werden müssen für eine dem Vorgehen des Reiches folgende stärkere Verminderung der StaatS- Ichulb, sowie für die Befriedigung begründeter, aus den Streifen der Beamten, Lehrer unb Hinterbliebenen von solchen erhobener Ansprüche auf Besserung ihrer Lage, über deren Tragweite Ihnen bemnäd)|t bejonbere Tenkschriften zitgehen werden. Ich bedauere mit Meiner Regierung, daß die Neuordnung dieser Verhältnisse nur erfolgen kann, wenn die Rcichssinanzreform zu ber erwünschten Lösung gebracht fein wird. Bis dahin aber wird in allen Fragen, welche die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landes beanfpruchen, die größte Zurückhaltung zu üben sei. ~ Dessenungeachtet soll den Bemühungen und Opfern der nächst- beteiligtcn für die Erschließung weiterer Landesteile durch den Neubau von Eisenbahnen auch für die Folge die Beihilfe des Staates nicht versagt werden. Ebensowenig darf die Ungunst der wirtschaftlichen Lage davon abhalten, zum Schutz weiter Gebiete der Rheinniederun- en gegen Hochwassergefahren auf Grund der nunmehr abgeschlossenen Vorarbeiten durch Erhöhung und Verstärkung eüiflelner Landdämme wie durch Erweiterung deS Hochflut- profileS bei Wormö zunächst wenigstens das Nötigste in Angriff zu nehmen; auch hierüber wird Ihnen eine Tenkfchrist zugehen. Eine weitere Vorlage bezweckt die Fortsetzung der Ueber- mhrung landwirtschaftlich benutzten Tomanialbefitzes in das Privateigentum. Durch Aenderung des Gesetzes über die Einrichtung eines Sta a tSschuldbuche» soll seine Benützung erleichtert werden. _ Einer wichtigen Aufgabe aus dem Gebret komimmalpolrttscher Reformen gilt der Ihnen in Kürze zugehende Gesetzentwurf über die Gemeindeumlagen. Er behält die im allgemeinen als richtig befundenen Grundgedanken der auf dem 32. Landtag behandelten Vorlage bei, will aber den damals wegen stärkerer Berücksichtigung des Ertrags bet der Besteuerung des Grundeigentums uud der Gewerbe geäußerten Wünschen, wo und soweit sie gerechtfertigt er (deinen, entgegejübrnmen. Daneben soll den Ge- meüiden die Dtögl'chkeit gegeben werben, besondere ileuerlidx Maßnahmen zum Schutze deS Mittelstands gegenüber be- stimmten Formen des Gewerbebetriebs und des Handels mit ländlichen Grundstücken zu treuen. Gleichzeüig wird Ihnen wegen der für die, Beratung und Durchführung der geplanten Reform naturgemäß erforderlichen Zeit eine Vorlage über Verlängerung des bermaltgen GemeindeumlagengesetzeS zugchen. Von den auf dem vorigen Landtag unerledigt gebliebenen Entwürfen zur Revision der Verwaltungsgesetzgedung werden Ihnen zunächst die Stä dteor bn u n g, die Iond- gern e in b d*o r b n u n g uno ber Entwurf eines Gesetzes über die Verwalt nngsrechtspslege wieder vorgelegt werden. In Hinblick auf die in größerem Umfang verwerteten Vorarbeiten des Sonderausfd)usfes des vorigen Laichtags zu den beiden erstgenannten Gesetzen werden diese Entwürfe sich unfck)wer verabschieden lassen. Tic Wiedervorlage des Entwurss einer neuen Kreis- und Provinzialordnung ist von dem Zustandekommen ber neuen Stäbteorbnung und der Umgestaltung des Ge- meinbesteuerwescns abhängig. Der auf dem vorigen Landtag gleichfalls nicht erledigte Gesetzentwurf über die Jagb wird Sie erneut beschäftigen. Dies ist sc^m darum geboten, weil die Neugestaltung des Jagd^ strafrechts einem dringenden Bedürfnis entspricht. Ich hoffe, daß die Vorsästäge des nunmehrigen Enttourss ein-' ißeritanbigung auf dem schwierigen Gebiet des materiellen Jagdrechts ermög- selber kennen zu l ebensgefährlichen Dolchstich feuerte seinen Revolver ab, Fahrburschen, dem die Kugel Schuß traf Koch ins Bein. LandeskrankenhauS gebracht, ist ebenfalls lebensgefährlich. traf jedoch einen unbeteiligten in den Leib drang. Ein werterer Alle drei wurden nach dem Die Verletzung des Fahrburfchev Kleinkinder- nachmittag 3 Uhr lang ein ausverkauftes Harrs erzielte, von und es sich sicher mcht entgehen lassen, sie lernen. ** Die Christbescherung unserer B e w a h r a n st a l t findet nächsten Sonntag in der Johanneskrrche statt. ^Ausstellung von Handarbeiten. Wie alljährlich findet auch in diesem Jahre in der Han dar beit s- nnb Kunstschule von Irl. Landrnann eine Ausstellung der Schülerarbeiten statt. (Siehe Inserat). Die Ausstellung bietet eine Fülle schöner Handarbeiten aus allen Techniken und einige größere geschnitzte Möbelstücke sind besonders bemerkenswert. * * Zu unserer Notiz betr. tödlichen Unfall im Eulerjchen Sägewerk teilen wir mit, daß der Verunglückte nicht vom Treibriemen ersaßt und zwischen zwei Wellen gedrückt wurde, sondern daß er mit seinen Kleidern einer Transmissionswelle zu nahe kam, die ihn erfaßte und herumschleuderte. Der Brustkasten war förmlich eingedrückt und die Füße förmlich abgerissen. Ter Verunglückte war 22 Jahre in dem Betrieb tätig gewesen. Er war 55 Jahre alt und Vater von fünf Kindern. * * I i g e u n e r st ü ck ch e n. Hier haben sich diesen Herbst einige Zigeuner niedergelassen, und die Weiber brandmarken unter dem Deckmantel von Hausiererinnen die, die nun einmal nicht alle werden. So erschien vor einiger Zeit eine Zigeunerin bei einer Frau, deren Tochter sich in einer Erziehungsanstalt besindet, und die Zigeunerin wahrsagte ihr, die Tochter komme bestimmt aus der Anstalt zurück. Als Belohnung nahm sie 3 Mk. und einen gol- d en eit Siegelring. — Vor einigen Tagen erschien eine solche Person bei einer kranken Frau und versprach sie gesund zu machen. Sie nannte der Frau einen harmlosen Tee, lieg sich eine Mark dafür verabfolgen, und dann mutzte die Kranke auf die Bettdecke spucken, und die Zigeunerin machte ihren Hokus-Pokus mit dem Speichel, aber gleich erklärte sie der Kranken, den Deckbettbezug müsse sie ab- zieyen und mitnehmen, denn damit nehme sie die Krankheit mit, was dann auch zugegeben wurde. Andern Tages er- schien dann eine andere Zigeunerin, die gesund beten wollte. Sie erbat sich ein Paar Schuhe und verlangte dann 10 Mk. Die Kranke wollte nun ihren Mann erst wegen der Hingabe von 10 Mk. befragen. Als dann die Zigeunerin tags darau wiederkam, um die 10 Mk. zu holen, nahm sie ein Schutzmann in Empfang, denn der Ehemann der Kranken faßte die Sache aitders auf und teilte der Polizei die Sache mit * * Eisenbahnen des nördlichen Taunus. Die Erbauung der Solmsbachtalbahn beginnt im Frühjahr. Schon jetzt sind zwei Stationsgebäude im Rohbau vollendet, nämtich zu Brand ibcrndors und Hasselborn. Das Stationsgebäude zu Brandoberndorf soll bis Frühjahr vollendet, werden. Es soll dann zur Aufnahme der Bureauräume und der Bauverwaltit.ig dienen. Tie Bahn führt von Wetzlar über Allshausen ins Solmsbachtal und verührt hier Oberndorf, Oberiworfer Hütte (15 Minuten von Braunfels), Boubaden, Nieder-Que nbach, Kraftsolms, Kröffelbach, ferner Brandoberndorf und Hasselborn, um bei Grävenwiesbach in die int Bau befindliche Linie Usingeit-Weil- münster einzulaufen. Bei Hasselborn muß ein etwa 2.5 Kilometer langer Tunnel erbaut werdem Die ganze Strecke ist 24.5 Kilometer lang. 0 Marburg, 17. Dez. Der Verband der für- hessischen Ralfseisen» Vereine, der rund 408 Vereine vermischte». * Feuersbrünste treten tu den letzten Wochen wieder häufiger auf. In (Srünau bei Berlin zerstörte ein Großfeuer die Hol-bearbeitungsiabrik von Baumbach Di Flammen griffen so schnell um sich, daß die Feuerwehren bei ihrem Eintreffen nichts mehr retten fonnien. Ter Schaben wirb auf mehr als 40 000 Alk. geschätzt. — In Plauen i. B. ist die große Weberei Hlawatsch u. Isbary mit vielen Warenvorräten niedergebrannt. 700 Arbeiter sind brotlos. Wahrfchemtlch liegt Selbstentzündung von Wollresten vor. — In Rostow a. Ton wurde die innere Stadt, foivte em ganzer Stadtteil durch eine Fenersbrnnst zerstört. Perfonen sind unigekommen, der Schaben ist sehr groß. — In Washington ist bas geologische B e r m e s s u n g s a nr t niedergebrannt. Viele Karten, Dokumente u. s. w. wurden vernichtet, der Schaden beträgt mehrere Hmiberttansend Dollars. * Mit zweiundachtzig Jahren Trillinge. Aus Amerika lonunt die Kunde, das; eine zweiundachtzigjährigc Frau Trillingen das Leben gcjchenkt haben soll. In Columbus im Staate Georgia lebt ein biederer Zunstgenosse von Hans Sachs, der seit mehr als vierzig Jahren verheiratet ist, und dem seute Frau im Lause der Jahre zweiundzwanzig Kinder geschenkt hat. Um nun das Viertelhundert zu ergänzen, hat sic int Älter von zweiundachtzig Jahren ihrem Gemahl eine WeihnachtsüberraschMiS in GeüMt von Drillingen bereitet.. mit über 50 000 Mitglieder zählt, wird, wie gelegentlich deS heutigen Unteroerbandstages mitgeteilt wurde, im nächsten Jahre hier seinen Hauptverbandstag abhalten. h. Kassel, 17. Dez. Einen folgenschweren Zu. ammenstoß mit einem Polizeibeamten hatte in der vergangenen Nacht vor dem holländischen Tor der Gastwirt Koch, der mit Freunden eine Bierreise unternahm. Als L. U. Landesuniversität. Dr. phil. Gerhard B o e h m e r, welcher sich an der Laudesuniversität' für das Fach der Landwirtschaft zu habilitieren wünscht, wird am Samstag, 19. Dezember, um 12 Uhr, in der kleinen Aula seine Probevorlesung über „D i e K r e u z u n g i m D i e n st e Der landwirtschaftlichen P, lanzenzüchtung" halten. ** N o t a r i a t s w e s e n. S. K. H. der G r o ß h e r z o g haben die Notare Geh. Justizrat Jöckel in Friedberg, Justizrat Wolf in Mainz und Justizrat Hall wachs in Darmstadt zu Mitgliedern des Diszch.inarhofs für Notare, Die Notare Justizrat Gallus in Darmstadt, Justizrat Dr. Re en in Wörrstadt und Metz in Nidda zu stellv Mitgliedern des Disziplinarhofs für Notare; die Notare Geh. Justizrat Dr. Schüler in Darmstadt und Geh. Justizrat S ch m e e l in Darmstadt zu Mitgliedern, die Notare v. Brentano di Tremezzo in Offenbach zu stellv. Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Starkenburg; die Notare Ju.ti^rat Metz unb Justizrat Katz, beide in Gießen, zu Mitgliedern, die Notare S t a h l in Bad- Nauheim unö Römheld in Gießen zu stellv. Mitgliedern der Disziplitiarkammer für die Notare der Provinz Oberhessen; die Notare Justizrat Hubert in Oppenheim und J.i,iizrat Köhler m Osthosen zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Sommer in Mainz und Justizrat Schwarz in Worms zu stellv. Mitgliedern der Diszchlinar- Eamnter für die Notare der Provinz Rheinhessen, für dte Zeit vom 1. Junuar 1909 bis zum 31. Dezember 191* ernannt. M 3um Steuerkommissariatsgehilfen wurde bet Schrelbgehilfe Karl Horn zu Mainz bet dem ©teuer» komnussariat Mainz 1. ernannt. ** Kolosseum. Für kommenden Samstag und Sonn- lag ist es der Direktion gelungen, das bekannte „Jnttmc Theater" München-Frankfurt mit Mary Jrber, der berühmten und viel verehrten Schönheit, als Hauptanziehungskraft zu einem nur zweitägen Gastspiel zu geiüinncn. Viele Gießener werden aus den Kritiken der Frankfurter Zeitungen, der Schutzmann Konzmann wegen deS ruhestörenden Lärms der bezechten Gesellschaft einschritt, erhielt er von Koch einen in den Nacken. Der Beamte wo die gefeierte Künstlerin Abend für Abend schon Monate ihr schon wissen far ben Festmeter in 1908 zu verdanken, das.zuließ, für 1909 flott der für 1908 veranschlagten 10 M. 5 Pfg. für den Festmeter immerhin noch 10 M. 22 Pfg. einzusetzen. Bei den Weinbau do mänen verringert sich der lieber - schuß um 6458 M. 52 Pfg., also auf 1681 M. 48 Pfg. Die Einnahmen sind veranschlagt zu 151754 M., die Ausgaben zu 150072 M. 52 Pfg. Der Rückgang des budgetmäßigen Ueber- schusses findet seine Erklärung vo.nkhmlich in der geplanten Schaffung eines Erneuernngsfonds, aus dem künftig die Mittel zur Bestreitung der durch Ersatzbaulen und Ersatzanschaffuugen für größere Jnventarstücke entftebenben Kosten zu entnehmen mären. Dem 3untä soll alljährlich aus den Betriebsergebnissen ein bestimmter Prozentsatz der Werte der "Gebäude und Weinbergsmauern und der Aufwendungen für einmalige Jnventaranschaffungen als Einnahme Angeführt und einstweilen verzinslich angelegt werden; in den vorliegenden Haupworanschlag ist erstmals eine ]oldic Abführung im Betrag von 5737 M. 52 Pfg. eingestellt Die Fläche des Weinbaudomänenbesitzes hat sich nur unwesentlich geordert, sie beträgt nun 48,57 ha, wovon 36,89 ha als Weinberge in Ertrag stehen. Nach der dem Haupworanschlag beigegebenen Rentabilitätsrechnung stellt sich für die rheinhe,suchen Weingüter — die an der Bergstraße müssen, weil Neuanlagen, zunächst außer acht bleiben — die Durchschnittsrente für 1905, das letzte Jahr, aus dem der gewonnene Wein versteigert ist, auf 5,79 Prozent des Anlagekapitals, für 1900—1905 auf 3,26 Prozent. Der besonders ungünstige Abschluß der Hauptabteilung III: Staatsdomänen, die bei 14 883 984 M. 96 Pfg. Einnahme unb 2041282 M. 50 Pfg. Ausgabe einen Heberschuß aufweist von nur 12 842 702 M. 46 Pfg. gegen 14 896 487 M. 56 Pfg. in 1908, also 2 053 785 M. 10 Pfg. weniger, ist mit 2 050000 Mark auf die schon erwähnten Verhältnisse in der heffi, ^preußischen Eisenbahngemeinschaft zurückzuführen. In der Tcnksclirist zum laufenden Hauptvoranschlag war bereits durch Gegenüberstellen der hessischen Anteile an dem Betriebsüberschuß der Eisenbahn- gemeinschast in den Jahren 1904, 1905 und 1906 mit 12 911012 Mark 25 Pfg., 14005 221 M. 6 Pfg. und 14 40b 202 Mark 85 Pfg. darauf hingewiesen worden, daß eine Verlangsamung in dem Steigen der lleberschußanteile eingetreten sei, unb werter bemerkt worden, daß für die nächste Zeit vielleicht sogar mit einem Rückschlag gerechnet werden müsse, jedenfalls werde für 1907 der Etatsansatz von 15 000 000 M. nicht erreicht Letztere Vermutung hat leider volle Bestätigung gefunden; der Anteil betrug nur 12 950123 M. 84 Pfg., also 1456079 M. 1 Pfg. weniger als 1906 und 2049 876 M. 16 Pfg. weniger als veranschlagt. Für 1908 ist ein weiterer Rückgang zu erwarten, da die beim Güterverkehr bis jetzt gegen das Vorjahr eingetretenen Mindereinnahmen durch die beim Personen- und Gepäckverkehr vorliegenden Mehreinnahmen nicht gedeckt werden. Für 1909 liegt ein preußischer Etat noch nicht vor, man war also zur Veranschlagung unseres Anteils an dem Ueberschuß der Eiienbahn- gemeinschaft auf eigene Schätzung angewiesen. In der Annahme, daß der wirtschaftliche Niedergang fernen Tiefpunkt nunmehr bald erreicht haben und daß in 1909 wieder eine anssteigende Bewegung einsetzen werde, und in der Hoffnung, daß den auf eine Besserung o.s Beir^scho<,izien.eu aujieicnuen Bestreuungen der Gemeinschaftsverlvaltnng ein baldiger günstiger Erfolg beschieden sein werde, hat man geglaubt, für 1909 als Anteil an dem Gemeinschaftsüberschuß einen Betrag einstellen zu können, der dem Ergebnis des Jahres 1907 entspricht, also eine Einnahme von 12 950000 M. Es bedeutet diese Einstellung gegen 1908 ein Weniger von 2 050 000 M., immerhin war cs bei ihr noch möglich, die in dem j»genannten Ludwigsbahnnetz von 1896 ungeordnete Schuldentilgung vorzusehen. Auch schützt die Verbindung der Einnahme aus der Eilenbahngemeinschaft mit dem Ausgleichsfonds noch davor, daß dieser so erhebliche Ausfall den Abschluß des vorliegenden Hauptvoranschlags erschwert; es schmilzt damit aber allerdings der aus den Eijenbahneinnahmen in 1909 zur Deckung allgemeiner Staatsbedürfnijse verfügbare Betrag auf die verhältnismäßig geringe Summe von 1139 476 (— 12 950 000 Mark abzüglich der Aufweiidungen von 380 000 M. für öffentliche Abgaben, von 10 563 300 M. für Verzinsung der Eifeir- bahnschuld unb von 867 224 M. für Tilgung der Staatsschuld) zusammen, was im Zusammenwirken mit den verstärkten Ansprüchen des Reichs die bedenkliche Folge hat, daß andererseits' dem Ausgleichsfonds ans seinen Beständen der erhebliche Betrag von 1905 800 M. entzogen werden muß, damit die aus ihm für die Bedürfnisse der allgemeinen Staatsverwaltung zur Verfügung zu stellenden 3 500 000 M. der Verwaltung auch für 1909 zu- lommen können. Der Etat des Braunkohlenbergwerks Ludwigshoffnung zeigt wenig Abweichung von seinem Vorgänger; der lleberschuß ist zu 38050 M. 40 Pfg. ermittelt (1908 - 40 908 M. 50 Pfg.), was eine Rente von 4,09 Prozent des Anlagekapitals und bei Berücksichtigung auch des Werts des Kohlenlagers mit 390000 Mark eine Rente von 2,63 Proz. darstellt. Tie Einnahmen der Badeanstalt Bad-Nauheim konnten um 67 000 M. höher als 1908, d. i. nun mit 1368 000 Mark eingestellt werden. Von dem Mehr entfallen — infolge dauernder Zunahme des Besuchs des Bades und Zunahnre der Bäderabgabe — auf Badegelder 25 000 M. (nun 745 000 M.) unb auf Kurtaxe und Eintrittsgeld 9000 M. (nun 314 000 M.). Tie Einnahmen der Badeanstalt Bad-Salz Hausen halten sich auf der Höhe des Vorjahres. Bad-Nauheim soll wie bisher der Staatskasse zur Bestreitung allgemeiner Staatsbedürfnisse eine Einnahme von 100 000 M. sichern, was durch Ausgleich der Ablieferung an den Erneuerungsfonds Bad-Nauheim auf den Betrag von 305074 M. 50 Pfg. erreicht wurde, indem sich bann diese mit den Verwaltung^- unb Betriebs- usw. Ausgaben beider Anstalten auf die Summe von 1289 412 M. 50 Pfg. ergänzt, während die Gesamteinnahme beider Anstalten 1389 412 M. 50 Pfg. betragt. Ter in dieser Berechnung einbegriffene Zuschuß von Bad-Nauheim an Bad-Salzhausen zum Ausgleich der Rechnung letzterer Badeanstalt beträgt 30 662 M. 50 Pfg. Die Ablieferung an den Erneuerungsfonds Bad-Nauheim war für 1908 mit 240 527 M. vorgesehen, sie erhöht sich also nun um 64 547 M. 50 Pfg. Ter Fonds selbst betrug Ende 1907 — Mark 1 246 050, Ende 1908 werden vermutlich 1268 560 M. in ihm angesammelt sein; andererseits waren ihm bis Ende 1907 aus der Hauptstaatskasse vorgeschossen 5 925000 M., welcher Betrag sich Ende 1908 voraussichtlich auf 7 425 000 M. erhöht haben wird. Es bars hier zugleich bemerkt werben, daß in dem zweiten Teil des vorliegenden Hauptvoranschlags, im Vermögensetat, 1042 700 M. als 6. Rate für die Bad-Nauheimer Um- und Neubauten vorgesehen sind und zwar vorzugsweise zur Vollendung der Badehäuser IX unb X (Süd), — womit die in bet seinerzeitigen Regierungsvorlage vorgesehenen Badehausbauten abgeschlossen sind —, unb weiter zur Erbauung eines neuen Cafss in Verbindung mit Läden und eines Ausstellungsgebäubes. (Dicfeeiter Strafkammer. )( Gießen, 18. Dezember. Der Zusammenbruch der Ober-Mockstädter Kaffe, der auf das Verhalten des Direktors und des Rechners zurückgeführt wird, beschäftigt heute und wohl auch noch morgen oic Strafkammer. Angeklagt sind: Altbürgermeister Heinrich Wilhelm Mickel, früher Direktor der Kaffe, und Her, mann Harth, seitheriger Rechner, beide von Ober-NkoL- l’tabt, sowie der seitherige Rechtsanwalt Wllh. Klarenaar von hier. Dem 77 jährigen Mickel und dem 26 Jahre alten Harth legt der Eröffnungsbeschluß zur Last, daß sie als Bevollmächtigte und Vorstandsmitglieder des Vorschuß- und Kredit- Vereins Ober-OIkockstadt, e. G. m. u. H., über Forderungen und andere Vermögensobjette ihrer Auftraggeberin absicht- (ich zu deren Nachteil verfügt und durch die nämliche Handlung zum Nachteil der Genossenschaft gehandelt haben. Klarenaar wird der Vorwurf gemacht, daß er den Obengenannten bei ihren Straftaten mit Rat und Tat wissentlich ^)ilfe geleistet hat, und weiter, daß er zu Hungen unb Gießen Handlungen vorgenommen hat, die einen Anfang ves Betrugs enthalten, indem er durch Vorspiegelung solcher und llnterdrü.ckung wahrer Tatsachen die Spar- und Darlehnskasse Berstadt zu schädigen suchte. Das Gericht beschloß, die beiden Sachen zwecks gemeinsamer Verhandlung zu verbinden und ordnete schon früher an, den früheren Inhaber der Bantfirma Wertheimer u. Eo., Ludwig Rothschilo aus Büdingen, der ebenfalls die Hand dabei im Spiele hatte, aber strafrechtlich nicht verant- wortlich gemacht werden kann, im Zuchthausc Marienschloß als Zeuge tommissarisch vernehmen zu lassen. Die zweite Anklage gegen K'larenaar wirft ihm vor, er habe im vorigen Herbst 1460 Mk., die ihm aus dem Nachlaß deS Bruders einer Frau Pitzer aus Bottenhvrn, die ihn bevollmächtigt hatte, in dem 'fraglichen Nachlaß ihre Rechte zu wahren, vereinnahmt, aber nicht abgeliefert; ferner 700 Mark, welche er als Bevollmächtigter des Spar- und Vorschuß- Vereins Wieseck bei der Hmterlegungsftelle des hiesigen Landgerichts deponiert hatte, erhoben und sich rechtswidrig angeeignet zu haben, und weiter, daß er den Berliner Bankier Sielenziger durch falsche Angaben um 327 Mark geschädigt hat. s)tad) den von dem Sachverständigen, Bücher- vevifor Zubrod-Offenbach, getroffenen Feststellungen hat die Kasse, trotzdem sie von Rvihschild 67 000 Mark zu fordern hatte, ihm Gefälligkeitswechsel in Höhe vvn 685 000 Mark ausgestellt und ihm durch Vermittelung Klarenaars ein* Reihe von Obligationen und Hypotheken überlassen. Der Angeklagte Mickel veyauptel, er |ei sich bei Ausstellung der Wechsel und bei Herausgabe der Werte nicht klar vorgekommen. Durch jein Alter und das Augenleiden fvwie durch die lange Krankheit des Mitangeklagten tzarch zu überlastet, sei er nicht in der Lage gewesen, die Siua- tion zu überschauen, zumal er Klarenaar wie auch Rothschild das größte Vertrauen geschenkt habe. Die Spekulationen, an denen er sich ans Veranlassung Rothschilds beteiligte, sind nicht aus Mitteln der Kasse, sondern aus seinen, Privatvermögeu entnommen worden. Daß er Blankowechsel ausgestellt hat, will er nicht mehr wissen. Harth entschuldigt sich mit Krankheit, die ihn vier Monate vorn Bureau sernhielt. Die Unterschriften will er deshalb hergegeben haben, iveü die Schriftstücke schon die Unterschrift Mickels trugen. Klarenaar bestreitet zegliche unredliche Absicht und schiebt die ganze Schuld auf Rothschild, der ihm vorgetäuscht habe, er habe größere Forderungen an die Kasse. Er erklärte weiter, wenn er den Angaben Rothschilds keinen Glauben geschenkt kstrtte nnb von den unlauteren Manipulationen Kenntnis gehabt hätte (die Anklageschrift macht ihm den Vorwurf, er habe mit 9iothschikd unter einer Decke gesteckt), so hätte er dafür gesorgt, daß das Gericht nicht ur die Lage gekommen wäre, Rothichild aburteilen zu tönnen. Er hätte niemals geglaubt, daß Rothschlld vor dem Zusammenbruch stünde. Die Zeugenvernehmung dürfte geraume Zeit in Anspruch nehmen; es fiub etwa 30 Zeugen zu vernehmen. (Fortsetzung folgt.) (ßcricbtsfaaL d. Meiningen, 17. Dez. In bem Prozeß gegen den Schneiber Adolf Wahl aus Schinalkalden sowie 20 Schuler der Lchinallaldeuer Oberrealschule wegen Siltlichkeusoergehens wurde das Urteil gestern abend nach Vll Uhr abends gefällt. Es lautete gegen Wahl auf drei Jahre Gefängnis, ein Schauspieler Eereomski erhielt drei, ent früherer Schiller zwei Alonats Ge'ängmS. Tie übrigen Angeklagten wurden sämtlich freigesprochen, da der Ge- rlchlshoi der Ansicht war, daß fie teils nicht die nötige Einsicht in die Straibarkeit ihrer Hanbliingen hauen« und teils die üodtegeuben Beweise zu einer Verurieilung nicht ausreichten. Beig. Georgi beschlossen, in nichtöffentlicher Sitzung hierüber weiter zu beraten. In ihr würbe beschlossen, den Kaufvertrag enbgültig abzuschließen. So blieben denn als Ausbeute der öffentlichen Sitzung Beschlüsse über Baugesuche, Einsprüche gegen Bebauungspläne, Wirtschaftskonzesfionsgesuche usw. Auch der üble Zustand der Weserstraße kam wieder einmal zur Sprache und hoffentlich behält diesmal das Wort Recht, baß derartige Dinge besser tverden, roenn sich der Stadtvorstand hineinlegt. Erwähnenswert ist noch der Ankauf der Lahninj'el am Hamm und eines benachbarten Grundstücks für 51300 Mk. von Georg Simon, sowie der Beschluß, daß den Arbeitern des Gas- nitb Wasserwerks in Zukunft Kaffee und Seife auf städtische Kosten gegeben werben sollen. Ter weiter gefaßte Beschluß, daß die Reinigung des Poüzei- amts in Zukunft von der Tochter der seitherigeii Reinmache- Frau (die gestorben ist) ausgeführt werden soll, sei nur erwähnt, darauf hinzuweisen, mit welch wichtigen Gegenständen die Zeit unseres Stadtverordneten-Kollegiums tn Anspruch genommen ist. Eine Aenberung der darüber bestehenden Bestimmungen wäre im Interesse eines flotteren Geschäftsgangs recht angebracht Aus Stadt und Land. Gießen, 18. Dezember 1908. Aus der Sitzung d-r Stadtverordneten. Weihuack)tsstimmuntz herr.chie in der gestrigen Sitzung der Stadwerordnetenversammlung, die den meist untergeordneten Verhandlungsgegenständen entsprechend nicht allzu viele Stadtväter in den Sitzungssaal geführt hatte. Ter einzige Gegenstand von Wichtigkeit, der auch für die weitere Oeffentlichkeit Interesse hatte, wurde nach kurzer Bespreck)ung in die nichtöffentliche Sitzung verwiesen. Es handelte sich um den im Prinzip bereits vor li/2 Jahren beschlossenen Ankauf der alten Klinik, der 250 000 Mk. erfordert. Im Anschluß an die früher beschlossene Bedingung, daß die Liegensck)aft au die Stadt sofort nach Erlegung des Kaufpreises übergehen soll, beschäftigte man sich diesmal tioch mit bem Wunsch der StaatSregicrarig, daß die Poliklinik für Ohrenkranke bis zur Fertigstellung des neuen Kliniks- gebäubes, alfo etwa 3 Jahre, in ihren seitherigen Räumen verbleiben könne. Es fchien hierfür auch allgemeine Geneigtheit zu bestehen, aber als die Sprache auf die zukünftige Verwendung des Kliniksgebäudes kam, wurde auf Antrag des K 16903 ist ein Betanntmatyung, L"/i- Submission B«/„ Gerbet. Becker. 7165 Bast. B,s/* 7164 zur Feinbäckerei in beiter Qualität und billigsten Prvffen. Anfertigung nach Ma# Reparaturen-Annahmt extra prima 'DL 10.— prima M. 11.— Beste Fabrikate Billigste Preise Krofdorf, den 17. Dezember 1908. Der Bürgermeister: Braun. 14.77 F-stm. Die Gebote sind unter genauer Bezeichnung geivunschten Loses pro Festmeter und bis spätestens zum ds. MtS. hierher emzureichen. sehen sein. Eröffnung der Gebote erfolgt am genannten Tag abends 8*/Ä Uhr im Veremslokal bei Herrn Eduard Dtoos II., Gast- roid hier. Zuschlag vorbehalten. Krofdorf, den 12. Dezember 1908. 7162 Der Vorstand: Heyer, Direktor. mit nut mit nut des 30. Grignzal-Vrahtznelduttjzen. RV. Darmstadt, 18. Dez. Bei der heutigen Beratung der 2. Kammer über den Antrag der Nationallioeralen aus baldige Einbringung der Wahlrechtsvorlage gab ^crtaa.smmister Ewald eine Erklärung ao, dasi die Regierung dem Antrag zwar zustimine, aber in ihm noch incht die Grundlage für die Verständigung erb iüe. wie sie in der Thronrede gezeichnet sei, xtc Redner Marke „Viteilo ------ per Pfd. 85 Psg. C. Eichmann Ederstraste 1 Ecke Nord-Aul. Weisse und Rote Tisch weine, Portwein. Samos. Malaga, Blutwein. Corfu und Valencia kaufen Sie nur naturrein in ganzen und halben Flaschen bei Job. Seibel, Ludwigsplatz. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Beltershain liegt vom 21. ds. Mts. acht Tage lang zu jedermanns Einsicht auf der Bürgermeisterei offen. Beltershain, den 16. Dezember 1908. Großh. Bürgern.«..slerei Beltershain. gessenen, notwendig mitaukzunehmenden Geländes. Und dann, dort die Anlegung neuer Bauquartiere nur abhängig sein von der Fülle oder Leere des Gemeindesäckels, hat man nicht auch anderes dabei zu berücksichtigen, ift es einerlei, ob ein Ort schön eben oder krumm und bucklig angelegt ist? Für Bauenuvohnungen pasik das Gelände an der neuprojeklierten Strotze hinter der neuen Schule garnicht, and) der Arbeiter schätzt es nicht hoch, wenn er im Winter abends oder früh morgens bet Dunkelheit in Eile noch der Arbeit eine Rutschpartie inS Unqewtfie machen .nutz. Außerdem war es notwendig, dieie neugevlante DhiHen'troBC, dte nicht gebaut hätte werden sollen, von der Busecker Strotze anS, anzulegen. Wenn dtese fertig hergestellt ift, bleibt da eine höhere Rente, als wenn es zur Obstanlage nut Grabstücken verpachtet worden wäre, wie es früher nut dem nun auf der Heide vctbauten Gelände der Fall war. Dann hätte dock) auch eilt schön entsprechender freier Moy um den natürlichen Tenl- malstein zur Abhaltung für Festlichkeiten bleiben können. Will man sich aber absolut dieses Geländes entledigen, dann solle man es doch mal otdeutlich auSschretben, vielleicht finden sich Liebhaber zur Errichtung eines Sanatoriums, Erholungsheims 2C. Gewiß ist es recht lobenswert, wenn fragliches Gelände eine gute Verwertung finden soll, ober man sollte auch andere Verhältnisse dabei berück- üchligen, Die Baulust für sonst geeignetes Gelände nicht euidämnten und gut situierte Leute nicht zum Wegzug veranlasien, außerdem könne es den Schein erwecken, als biene der neu offengelegene Ortsbauplan nur zur Fördetung der Interessen mir Einzelner. Hoffentlich findet diese Angelegenhett eine Erledigung, dte allseits befriedigt. Todes-Anzeige. Gestern mittag 4 Uhr entschlief sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber Gatte, Vater, .Bruder und bchwager Caspar Heinzerling, Schreinermeister im 46. Lebensjahre. 010188 Die trauernd Hinterbliebenen: Helene Heinzerling, geb. Körner Willy Heiuxerling Fritz Heinzerling Giessen (Schiffenborgerweg 65), Erfurt, Climbach, den 18. Dez. 1908. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus, statt. Gicstencr Wetterdienst. Voraussichtliche Ibiltcrung für -pesten am SamStag den 19. Dezember: Meist trüb. Geringer Regen. Mild. Südliche Winde. Webände-Älbbruch. Die Gebäude in der früher Noll schen Hofreite, Große Mühl- Fichten-^tummholj-Berkauf. Die Gemeinde Wißmar verkauft folgende Fichten-Bau- und Schneidestämme im Wege des schriftlichen Angebots: Distrikt 16b Affelbach. Los 1 Nr. 1 biS 10: 10 Schneide- stamme mit 14,22 Fslm. Inhalt. Los 2 Nr. 11 : 1 Schnetde- Jtirstk lässiger mxmw Kaffee-Agent ****** gesucht. Offerten sub „London" 7565. Aeyrouü & Lons 14 Queen Biktoria Street London E. C.lss"/u Markte. fe. Frankfurt a. M., lö. Lez. neu- und Strohmarkt. Angefahrcn waren 8 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Bezahl, wurde für Heu Mk. 3.10-3.50, für Stroh (Ronilmiflftioh) M. 2.50 - 2.60, A.aschiuenstroh Alk. 0.00. Tie Zmuhren waren aus den Kreisen Friedberg mid Dieburg. Nachfrage gut, Tendenz normal. __________ N. 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Die zm r, er habe im voiiga Nachlaß des BrM c ihn bevollmächh e Rechte zu wahiL ; ferner 700 W Spar- und igsstelle des hiesige und sich rechlsMii daß er den tierlinti tgaben um 327 Mi ^verständigen, Büchu- Feststellungen hat da ODO Ml zu fordern jhe von 685000 Äarl lung warenaaö ein, m überlassen. t, et sei jmi bei As- nahe der Berte M und daS Augenkide Mitangeklagten Haus «e gemeien, di- S» enaar wie auch w Et habe. Die Spctul? lassung MlW iije, sondern aus |eu«; "ZicherMnkoM Seit, die ihn iie llnterschnM vu die Schristimke sch-'- unredliche lchderihmvE i an ht- hpti Rothschflds i unlauteren W w^il-nrA i°thjchiU> x* ■Jffjp gaffe 35 und 39, sollen l((1„ Mittwoch den *23. Dezember d. X, vorm. 11 Ubr, im Wege öffentlicher Berdingung auf den Abbruch verkamt werden. Die Bedingungen liegen bet und zur Einsicht onew Die Besichtigung der Gebäude nt ^nterehenten gestattet. Aw geböte sind schriftlich, verschlossen und mit entsprechender Aufichrift versehen bis zum genannten vermin bet uns einzureichen. Städtisches vochbauanu. irtigejptoÄJ MdI- »ÄS*** ii. und leie» sämtlicher I-ai en fünanten dem Antrag dann zu unter der Er- Hüning, baü sich ihre Parteien die Steflungnahnte gegenüber den Emzeloestim iiiungen der Vorlage vorbchiellen. .hierauf wurde d^r Wahlrecht sonirag einstimmig angenommen. —- Dre nächste Sitzung findet anfangs Januar statt; in ihr wird tiber bic Anfrage ter rhnrrhessischen Adgeordiieten über die RcickM>:in- teuer verhandelt werden. . , Parts, 18. Tez. Ter „Tlatin* berichtet: Ter verhaftete Führer der Deserteure behauptet, tatsächlich Graf Rhode zu heißen und deutscher Ariillerieoisizier g-weieu zu sein. Er soll gewiffe Angaben gemacht haben, die int Falle ihrer Richtigkeit einer großen Wichtigkeit nicht entbehren. London, 18. Tez. Wie der .Daily Ghrontclr auS Washington meldet, glaubt man im Ministerium deL Aeußern nicht an einen sofortigen Beginn v on Fcindsel i g- feiten zwischen Holland und Venezuela. Man glaubt vielmehr, dasi die Partei Castro in kurzer Zeit vom Ruder entfernt werden wird. London, 18. Tez. Nach Meldungen aus Washington hat die Unions-Regierung bisher noch keine a m t l i d) e B e st ä t i - gung von der Kriegserklärung Venezuelas an Holland erhalten. Man betrachtet jedoch die Nachricht als zutreffend. Solange es sich iu eine blosic Blokadc der Äiilte handelt, würden die Vereinigten Staaten in den ZLonflikt nutzt eingreifen, dies vielmehr nur un Falle einer ^.ruppenlandung tun. Petersburg, 18. Tez. Las hiesige Blatt Weiickierna, das die Anschauungen eines Teiles der ^lanvphcken wiedergtbt, erklärt die Haltung der russischen Regierung für einen Sieg Aehrenthalö und tvirst Fsivvlski vvr, un Widerspruch -ir russisck-en öffentlichen Meinung gehandelt zu haben. Tas Blatt will zugleich wissen, dasi einem Gerücht zufolge Iswolski zum Botscha ft e r t n 3t o nt crnmint werben soll, und nennt als seine ntutmaßlidjen 3cachwlger Lscharylvss oder Witte. c. _ Tokio, 18. Dez. Die Behörden dementieren btc Meldung von dem bevorstehenden Abjchlusi eines amerikanisch- lapanischen Vertrages über die Regelung der (Jinroain derung. Sie geben jedoch zu, dasi diese Frage augenblidttch den Gegenstand von Erörterungen bilde, um eine freundschastlichc Verständigung herbeizusühren. stamm mit 0,80 Fslm. Los 3 Nr. 12: 1 Schneideilamm 1,02 Fslm. Los 4 Nr. 13 bis 123: 111 Baustämme 68,39 Fslm. LoS 5 Nr. 124 bis 231: 108 Bau flämme 73,71 Fstm. Los 6 Nr. 232 bis 299: 68 Bauslämme 200 , 300 „ Täublingen. Jungst wurde hier die erste Wafferpachl erhoben, welche von den hiesigen Einwohnern enirichlel wird. Weniger günsuge Beurteilung er'ährt der neuertichteie Orts- b a u p l q n , da in diesem die zum Bauen begehrlesien Gelände- teile, von der Hauplslrasie durch die Hofstatt bis zur Lumda und von der Lumdabrücke bis zürn Bahnhof ’Stxciöfivaüe), nicht miteinbegriffen sind. Beide Strecken würden jeden>alls rasch ausgebaut »ein, wenn Baugenehmigung hierfür erteilt werden könnte. ToS neuaufgeiiommeiie Geineindegelände am Wald, abseits von Verkehr und Bahn auf steilem Hang, ist von hiesigen Etnwohneru nicht sonderlich zu Bauzwecken begehrt. Die vielgepriesene ihald- lüft hat wenig Anziehungskraft bet ihnen, und wenn hohe Leute aus Berlin lämen und sagten: .Ihr Leutchen, da oben tsts schon !" c3 wäre nicht anders. Wie kommt es, dasi man das bester be- lefleiie, weniger leicht zu erwerbende oben bezeichnete Prwatgeläude nicht iniiaufgenonunen Hot? Fürchtet man die Äonkurrettz frag- heben Geländes? Anders kann cs doch nicht fein, so i|t doch dies der sicherste, schlagendste Beweis und Gradmesser für dte bessere Gute und Qualität des wahrscheinlich ausgeschalteten oder uer- bCtt‘' Dicwingen'hlc^gen Elltwobiteto welche im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschafft, aber noch nicht abgemeldet haben, wollen- d»es fvätestenS bis zum 31. Dezember entweder mündlich oder ichnttltd) bet der unterzeichneten Bürgermeisterei (Zimmer Nr. aitzetgen. Vordruck für schriitttche Äbmeldungeu ift dort erhältlich. Dte Ber- bindlichlett zur Entrichtung der ^mndeabgabe dauert.bet ->llchtab^ Meldung auch un folgenden Fahre und zwar io lange fort, als Oie em sprechende Anzeige versäumt wird. Gtesien, den 12. Dezember 1908. . Grosiherzvgltche Bürgermetsteret Glesien. V. Keller. _ aUtn. ’ "«<» bhE L, Nol, fl on, •:i? ieverS'ßchodv' SM n voll r S:ncresnn-t. Aür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bezüglich des Eüigesandtes in Nr. 295 bä. Blattes ist zu erklären, dasi es eine irrtümliche Auffassung ist, die Schuld des ichlecl len Geschäftsganges in Gießen den Markten zuzuschretben, denn diese bestehen schon io lange und waren früher doch viel bedeutender, ohne daß Kaufleute hierüber Klage führten. Em ganz anderer, aber sehr nahe liegender llmstand durfst hieran Schuld sein. Wenn wir einmal das Eifellbahnnetz der Kleinbahnen Lberhessens betrachtett, so sehen wir, dasi alle Ltnren nach Frankfurt führen. Von Laubach braucht •_ B kaum noch jemand nach Gießen zu kommen, da er fast ebenso rasch über Äungen-Friedberg in Frankfurt sein kann. Genau so steht es mit Lauterbach, Hungen, Nidda, Schotten usw. und in Zukunft werden auch die Plätze Grünberg, Lich, Wetzlar rc. hierin keine Ausnahme bilden. Ist cö nicht der reinste Lohn: .Lessen baut Bahnen, um Frankfurt die Käufer zuzusühren, und dafür müssen wir Steuern zahlen. Gießens Wünsche bleiben unberücksichtigt. Wie wurde doch schon um den Bau der Kleebach- talbahn gebettelt! , . r, ... Einsender dieses hat nachweislich fd)ou vor Jahren an dieser Stelle auf die unausbleiblichen Folgen des seitherigen Bahnkxrues hingewiesen. Nun wäre es aber doch wohl an der Zeit, wenn vandelskammer und sonstige Korporationen sich der Sache mal ernstlich annehmen wollten. — Wie hat doch kürzlich Frankfurt getobt, als ein Expreßzug über Nauheim, Homburg, Wiesbaden nickst mehr Frankfurt passierte! Gebrüder Berdux Bahnhofstrastc 27. [au/M Bekanntmachung. Die Lieferung von etwa 100 Beninern Streu,«roh «Roggen- strvb-Maschinendrufch, für ÖQv städtische Sdiladniiauo nt zu vergeben. Mit entsprechender Aufschrift versehene Lnacbotc nud bid SS. d. Mts. bet »US etNLurcicheu. Giesien, den 1,. Dezember ll)Ob. . . b hi Grosiherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Ein sxhönes Koiler’sclier Sterilisier-Apparat Bon den verschiedenen bereits em- gesnhrlen A.pvara len kommt keiner dem Keller- iti.'en gleich. Vorzüge: Dao Ein- und 8lu4-taed)fcht der Federn bezw. der Glaser geschieht aus die denkbar einfachste Wetse. Fede Feder ist uaabbängig von der anderen und tonnen ti verschieden hohe Glaser zusauunen eingc- ipannt werden. Ludwig Kröll Plookstrasse 10. Bcfanntmachnng. In das Genoffenscyaslsregiitcr wurde vezüglich des Landwirtschaftlichen ÄonjumDcrctnS G. G. in. u. H. tn BÜcseck eingetragen: Jot). Phil. Schmidt ist aus dem Vorstand auS- geschieden. Ludwig Schäfer I. wurde in den Vorstand gewählt, Gießen, den 15. Dezember 1908. B**/lt Grosiherzogltches Amtsgericht._________________ ^ckanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ntusujenheim für 1909 Nj. liegt vom 21. ds. Ntts. ab acht Tage lang auf dem Bürgermetsterei-Büreau zur Einsicht der Beteiligten offen. Ntuschenheim, den 16. Dezember 1908. Großh. Bürgernieisterel Muschenheim. Apfelsinen | Offerte für Wiederverkäufer. ♦ VaLencia-Apselsinen ♦ 420 St. gold 70/75 Ko. 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