Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 3. September 1908 erscheun täglich, außer jf/.. t8| Jk '«■«F ä vezagspretsr Sonntagtz. - ®eilagen: monatlick» 75 Pf^ viertel- StehenerZamtlirEtte?. D W* ^rotigfcnS §^©lCnv UvI 2liIitlutLs lf«rnwr«V.An,chlüsfer 1 i V " ▼ ▼ ▼ V V * W ® ^F auSrodtt» 20 Mennig. 1üt 6t« Redaktion 112, WV Verantwortlich Gering u. Expedition 61 W A< O * ov x bleibenden würden aus freien Händlern zu abhängigen werden, ähnlich, wie es die Trafikanten in den Plonopolländern sind. Zur Arbeiterfrage möchten wir noch auf ein Moment Hinweisen, daS ganz besondere Beachtung verdient. Bei dem stetig fortschreitenden Ucbergangc DeutscAands vom Ackerbau- zum Jndnstriestaate, ist die zunehmende Enttvnrzelung der Arbeitskräfte von Der heimatlickstn Scholle eine der unerwünschtesten Begleiterscheinungen. Wahrend die grvßkap.talisttfm betriebenen Industriezweige in steigendem Blaße zentralisiert produzieren, ist bei Der Zigarrenindustrie gerade das Gegenteü der Fall; sie zieht die Arbeitskräfte nicht an sich, sondern geht ihnen nach und verschafft ihnen Arbeit in ihren Wohnsitzen, ohne sie ihrer Heimat zu entreißen; sie arbeitet dezentralisiert, verbreitet sich über das flache Land und ermöglicht es den Leuten, auch ferner ihren heimatlichen Wohnsitz beizubehalten und in Der Nebenbeschäftigung ländliche Arbeiter zu bleiben. Hier hat sich in glück- Iid)cr Wecke von selbst gestaltet, waS man in anderen Industrien mit künstlichen Mitteln mühsam l-erbei'uführen sucht, und in dieser Erwägung prägte der )iationalÖkonom Victor Bohwert, der kürzlich in fein 80. Lebensjahr cingctretai ist, einst das Wort „die Zigarrenindustrie ist eine Industrie, ivelche, trenn sie nicht sckwn bestände, erfunden werden müßte!" Durch eine Banderole- (teuer mit ihren zentralisierenden fj-olge» würde dies alles zerstört; tief einschneidende territoriale Verschiebungen der Fabrikation und ferner die bei jeder Steuererhöhung unvermeidliche Konsum- Verminderung mit ihren lohnd rück enden Folgen würden ein Uebriges tim, die wirtschaftliche Lage der Zigarrenarbeiter auf das ungünstigste zu beeinflussen. Ohnehin iit diese schon gefährdet durch Die in der ganzen Welt fortschreitende, durch Die Mode begünstigte, riesige Zunahme des Zigarettenkonsums, ivelche in unseren 9tachbarlänDern Frankreich und Oesterreich bereits eine absolute Abnahme Des Zigarettenkonsums zur Z-olge gehabt hat. Nun ist davon die Rede gewesen, diesem ttcberhandnchmeir des Zigareitenverbrauck,^ Durch eine meitere starke Erl-ohung der Zigarettensteuer zü begegnen und dadurch Der Zigarrenindustrie ein Aequivalent zu bieten für den bei einer Steuererhöhung zu ertvartenden Konsum-Rückgang. Wir sind indes der Meinung, daß ihr dies sehr wenig helfen würde. Denn die Mode des Zigarettenrauchens ist so mächtig. Der Konsum immer noch Derart in der Zunahme begriffen, day Die größeren Zigarettenfabriken Durch Die monopolistisch wirkende Banderolcstcuer sogar noch eine Verbesserung ihrer Rentabilität erzielt haben. Wenn wir nun schließlich noch Darauf hintveisen, daß 85 Prozent aller Zigarren im Einzelvcrkauf bis einschließlich ca. 6 Pfennig pro Stück kosten und nur 15 Prozent int Preise darüber hinausgehen, so ergibt sich Därnus, Daß man namhafte Erträge olme eine ganz einpfindlick)e Belastung Des Massenlonfnms nicht erzielen konnte. Ter Steuerzahler (als Gesamtheit betrachtet) würde außerdem infolge der riesigen rconirollkosten und der unvermeidlichen prozentualen Zuschläge, durch die sich das Fabrikat auf Dem Wege von der Herstellung bis zum Konsum verteuert, eine weit größere als Die ihm zugedachte Summe auf zubringen: Haden, und er würde sich jedenfalls ungleich besser stehen, wenn man Diese Summe auf direktem Wege von ihm erhöbe." Durch Diese Ausführungen glaubt Der Einsender der oben genannten Korrespondenz Dargetan zu haben. Daß die geplante stärkere Belastung des Tabaks eine wirtschaftlich und sozial durchaus schädlickte Maßregel sein würde. Tie Reichs-EinnalMen aus Dem -tabat würden im laufenden Jabre (Zölle, Tabak- und Ziga- rettensteuer zusammengenommen) WO Millionen Mark erreichen, und wenn Demgegenüber immer auf die höheren Erträge anderer Länder hingewie^en iverde, so Dürfe nidtf übersehen werden, daß diese auch kein Tabatgcwerbe besäßen. Das wie Das deutsche ein* schließlich der Neben-Zndustrien sowie der vom Vertriebe dec Fabrikate Lebenden und der Familienangehörigen sicher 1 Million Menschen ernährt, die durch ihren Verbrauch an anderen Konsuin- crrtikeln auch wieder zum Wohl und Gü>eiheii des Gan^n bei* tragen. Wie nun einmal Die Dinge in Deutschland liegen, werde man zugeben müssen, daß von allen etwa in Betracht lammen Den. indirekten Steuern Die stärkere Besteuerung des Tabaks diejenigs sei, welcher die schwersten volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Bedenken entgegenständen. Der ungenannte Einsender meint zum Schluß, daß die Reichs* finanzrefonn nur bann befriedigend gelöst werden tonne, wenn diejenigen Kreise, die sich einer gerechien Verteilung der Lasten Kleines Feuilleton. — „Sardanapa l". ckus Berlin, 2. Sept., wird und geschrieben: Auf die großen Envartungen, die der ersten Aufführung des „Sardanapai" im Berliner Opern Haufe cntgcgcngc» bracht worden waren, ist eine kleine Enttäuschung gefolgt. Dis ist eben Der Unsegcn solcher „großen" Dinge, daß man ihnen eine Wirkung zu traut, Die sie nid# erfüllen können, unb daß Der Thectterklatsth, der emsig Mythen webt und formt, dann in reckst prosaischer Wirklichkeit zerfließt. Der „Sardanapai" sollte Die assyrische Vergangenheit int Bilde neu erstehen lassen. Dies hat er ivohl redlich gehalten, aber Die AunDerwerl'e der Ausstattungstechnik, die er dem Publikum vorführte, haben ihr letztes Ziel doch nicht völlig erreicht, weil es dem Zufchauer schließlich gleüfigültig ist, ob Die Gerate, Waffen und sonstigen äußerlichen Antungselemenre den Vorbildern genau entsprechen oder nickst. Die fachmümlische Kontrolle ist nicht Sackw des auinehmenden Publikums, das ja der Altertumswissenschaft nicht so nahe steht, wie Den Veranstaltern derartiger Vorführungen, die offenbar nicht daran gedacht haben, daß in einer Ausstattangspantomime ganz andere Faktoreic das entscheidende Wort zu sprechen haben. Die assl-rische Meiningerei ist int Grunde für das große Publikum ganz belanglos und hat, wie gestern die Erfahrung lehrte, auch nicht DaS Geringste dazu beigetragen, die Bühnenbilder zu ver- 'djönen oder auch nur sehenÄverter zu machen, als wenn sie Der Phantasie eines geschickten ZLegisseitrs oder Dekorationsmalers entsprossen wären. Das alte Taglionisckw Ballett, das jetzt durch Pros. Friedrich Delitzsch zu einer großen „historischen" Pantomime untgeformt nrurbc, war etttschteden interessanter, denn es hatte eine .Handlung. Die Pantonnme ergeht sich in Aeußerlichkeiten, sie zeigt SardLtaoal nur alS das Opfer des Geschickes, daS ihn zugrunde gehen läßt, olme daß er sich gegen das Walten der unfaßbaren M»uhte auch nur im geringsten aus lehnen roürbe.^ Alles steuert auf Die letzte Szene zu, in der er sich mit feinen Frauen und unermeßlichen Schätzen verbrennt. Und die Musik, die Joseph Suhlar aus Themen der alten Hertelschen Partitur unb aus asstmischen „Originaltnotivm" atfantmengefügt hat, ist cinsach langweilig. Das Ganze fließt schwerfällig unb u n- interessant dahin, Derat gespreizt und gequält, datz nicht einmal die ivirklich wundervollen Dekorationen unD Kostüme über Die OeDe der Pantomime hinwegtäuschen können. Dem ist viel zu tocitig Raum gegeben, und wo er einsetzt, ist er p e_t n- lich un itatürlich stilisiert. Für Die Kunst i>t dieser „Lar- danapal" ohne Zweifel ein verfehltes Experiment. 2- C. L. — Eine neuentdeckte Germanengöttin. Abg. K ö h l e r - Langsdorf schreibt uns, in Anknüpfung an unsere Notizen in Nr. 205 und 206: Ich will zu meiner gestrigen Zuschrift noch hinzufügen, daß das schriftdeutsche Wort „Erme" in Wetter- auer Mundart sowohl als „Earn", wie als „Aern" gesprochen wird. Besonders ist das letzte Wort noch durchaus gebräuchlich in Dem Doppelwort „Aern-Lautern", das sind Die „Ernte-Leitern" (die Leitern auf den bekannten Leiterwagen). — Vorn Darmstädter Hoftheater. Matt schreibt uns aus Darmstadt: Mit Rücksicht auf die im letzten Jahr durch den Theaterumbau erfolgten, durch die große Preiserhöhung verursachten schleckten Besuch des Hoftheaters hat mau nun den 2. Rang, Den Sperrsitz und das Parterre in 2 Abstufungen geteilt, von welchen Die 2. Abstufung entsprechend billiger ist. Im 2. Rang ist von der 7. Reihe ab der Platz um 50 Pfg. ermäßigt, beim Sperrsitz ist bet Platz von Der 14. Reihe ab 80 Pfg billiger und im Parterre tritt von der 6. Reihe ab ebenfalls eine Ermäßigung von 50 Pfg. ein. Bei kleinen Preisen ist die Differenz entsprechend geringer. — Eine große Olbrich-Gedächtnisfeier, die als Einleitung einer Sonderausstellung von Plänen und Entwürfen gedacht ist. plant, der „Darmst. Ztg." zufolge, die Darmstädter Ausstellungsleitung im Verein mit der dortigen Künftlerschaft unb eventt. auch der totabt. Als Schauplatz ber Totenfeier ist bie Terrasfentreppe an ber Rückseite des monumentalen Oldrichschen Ausstellungsgebäudes auf der Mathildenhöhe in Aussicht genommen. In der Mille des Treppenpodestes der Terrasse soll hierbei eine Kolossalbüste des Künstlers, von Jobst modelliert, ausgestellt werden, die von mächtigen Feuerbecken flankiert werden soll. Bei ber Feier soll ein Chor der Darmstädter Gesangvereine und mehrere Musikkapellen Mitwirken. Ein Posaunenchor von dem von Lldrich erbauten Hochzeits-Turm her ah soll die Feier beschließen. — Vo m Philosophenkongreß in Heidelberg wird unterm 2. d. M. gemeldet: Prosesstir Xavier Ldon aus Paris, einer der hervorragendsten Fichtesorscher des Auslandes, ergriff in der heutigen allgemeinen Sitzung Des Philosophenkoitgresses das Wort zu einer schwungvollen Apothese von Johann Gottlieb Fichte. Unter Hinweis auf die im nächsten Jahre ftotifüibenbe Zentenarfeier der Berliner Universität, verbunden mit der Jahrhundertseier von Fichtes Sieben an die deutsche Nation und mit Der Enthüllung eines Fichte-Denkmals feierte Der franHsisthe Gelehrte den dcutichLN Geisteshelden als einen Freiheitskämpfer, Der nicht Deutschland allein, sondern Der ganzen Menschheit angeböte. Stürmischer anhaltender Beifall lohnte den RÄrner. — Ans der Werkstatt der Dramatiker veröffentlicht Das ,B. T." nach Rundfrage an eine Reihe deutscher Buhnen- schriftsteller einige fPhtteihmgen: Josef Laufs schreibt: „Ich habe ein bürgerliches Sckauspiel ^Der Teichgraf" vollendet, das seine Uraufführung zum Beginn der neuen Theatersaison am Wiesbadener Hoilheater erleben wird. Ferner erscheint mein neuer Roman -^mckt Anna/ Er spielt in Brügge und an der vlämischen Stufte. Max Halbe kündigt eine moderne Komödie „Blaue Berge' an, Oslar Blumenthal hat mit Gustav stadelburg „Die Tur ins Freie' geschrieben. — Mit welchen Mitteln kann Einfluß gewonnenwerde nauf dickünstlerischeAusgestaltung privater Bauten in Stadt und Land? lieber dieses! Thema sprach bei Dem soeben in Danzig abgehaltenen Verbandstaae deutscher Architekten- unb Jngcnieurvereiite Oberbaurat F. L. Sf. torf/ntiDt aus Dresden Von säst allen dem Derbanbe angehörendcir Vereinen seien für diese' in bie Reihe ber Verbandsarbeiten auf- genomntenc Fragen eilige ber.be Darlegungen eingegangen. Mit seltener Einmütigkeit und Wärme wurde anerkannt, daß zur Er- Haltung ber Eigenart unb Schönheit der deutschen Stadt-, Dors- und Landschaftsbilder auf baulichem Gebiete mehr geickchen müsse, als seither geschehen ist. Im einzelnen ergäben sich folgende Forderungen, die gegebenenfalls als Unterlage für Anträge dienen konnten: Einwirkung auf die Ausbildung Der Schüler unserer teck» mschen unb gewerblichen Lehranstalten: Einstellung nur tüchtiger, in schlichter Zvrmgebung burchans erfahrener Lehrer; Sammlung, Vevonentlickwng unb Berbr.itung guter, auch in wirtschaftlicher und bautechinscher Hinsickt empfehlenswerter Beispiele in Enttvürfen und Modellen. Abhaltung von Meisterkursen für die Bauge- werksmerster auf dem Lande und in kleinen Städten unter (Bo Währung staatlicher Unterstützung für die erforderlichen Reisen, Einwirkung auf Die Gestaltung Der Bauordnungen und Bebau- ungS- bezw. Fluchtlinienpläne im Sinne künAerischcr, beutsch- cigetwtitger Anschmtungm. Einladung an alle höheren Bau- mtd Verwaltungsbeamte Mr diensllichen Teilnahme an einem Zyklus von Vorle,ringen übet Städtebau. Beeinflussung Der (So nwinben bei Planung ihrer eigenen Anlagen, insbesondere bei schulen, Piarr- und GemeinDehäusem, Aussichtstürmen unb Deuk- maton. BeiorDnung geeigneter Sachverständiger, ober Sachver- fraTt^tgcnEoirtmif)_ix>nen zur Beratung Der BaupvlizeiveHörden zum Zwecke der Prüfung von Bauentwürfen auch in ästhetischer Hin- lUDt: Anhaltung Der stabt- und Gemeindepcrwaltungen zur Be- Wlgnng einer vernünftigen Bodenpolitik zur tunlichsten ,Fernhal- ttmg euta ungesunden, ber schvnheitlichen Entwickelung feinte Irdjen Bodenspekulation. Anregung zum SBetteifer in Der ttfflij gfnt Lurch direkte 5«2tt. nMberte&en, dieser txm ihren €>jnberinteteften beftinnaten 3unti>imnft :n parriottscher Cpfetrüifliqfrit ou weben. Cb dann die uitumqinfllirfje ilörTere tieunuitbung beS Kopita IS unmittelbar »am Reiche oöer mittelbar durch (ne Emzelstoaten erfolge, fei eine yrag* »weiten Ranges Durch tnbtrefie Steuern allein könne man bi« notigen Auf- nendungen für da- sÄäd> nicht beftreiten E. A. Deutsches Zlcicb. Ter Kaiser tft gestern cibenb um 10 Uhr 51 Minute» von Berlin nach Straßburg abgereist. Zur Relchsfinanzreform. Gtaal»iefretar Sijboio ift am Montag vom Urlaub nach Berlin zurückgekehrt. Inzwischen ,st die Ausarbeitung der neuen 5ieueroorlageu einer Berliner storresponbenz zufolge so weit gediehen, daß sie schon zu Anfang der nächsten Woche an den Bunbesra! geleitet werden können. Tie Entwürfe liegen dem Staatssekretär schon fertig vor und werben von ihm gemeinsam mit dem Unterstaatssekretär und den zuständigen Räten noch einmal einzeln burd)beraten. Nennenswerte Aenderungen sind kaum mehr zu erwarten. Ernennung. Vanbrat Tr. dayesieu-Dollskein ist »um Cber- regierungsrate und Stellvertreter des Präsidenten der AnftedelungS- fommiffion ernannt worden Düte t sch acher in der C st mark. Tas ,®erl. Tgbl. meldet aus Schneidemühl: Tie Herrschaft Brodowo bei Schroba. 4500 Morgen groß, wurde an den Polen Biedermann verkauft. Die üeilbtonner Sozialdemokralen haben mit großer Mehrheit eine Erklärung angenommen, daß sie in der ®ubgetberoiutgung einen Verstoß gegen die Lübecker Resolutwn nicht erblicken. Gleichzeitig sprachen sie den Wunsch ans. man solle aushören, die ParteibiSkussion in so gehässiger und un- löürbiger Form zu führen, wie es setzt geschehe. Tie» schädige die Partei innerlich und äußerlich mehr, al6 alle (itatberoiUigungcn zusammen. Ausland. Aehrenthal, der österreichische Minister deS Aeußern und Littoni haben heute eine Begegnung m Salzburg. Massenverhastungen. Im russisch-polnischen In- Lustnebezirk von Sosnovice wurden neue Massenverhastungen unter Arbeitern der dortigen Industriewerke vorgcnommen. Als Ursache wird eine neu im Entstehen begriffene reoolu- tionäre Bewegung angegeben. Unter den Verhafteten befinden sich auch viele deutsche Staatsangehörige, die diesseits der Grenze ihren Wohnst«; haben. Aus der Türkei. Hakki Bey, der Tirektor der Münze, und beide Subbireftoren wurden wegen Unterschlagungen verhaftet. Am 1. 6epL hat die Erröflnung der Mekkabahn bi« 'Medina stattgefunden. China wird ein DerfasfungSstaat. In Pekiug ist am 1. Lept. ein Edikt veröffentlicht worden, ivorm bet Entwurf der beabsichtigten chinesischen Ber'affnng bargelegt und die Zeit angegeben wird, bi« zu der ein Parlament cinberufen werden soll. Aus Statt und Land. Gießen, 3. Sept. 1908. — Die Landtagswahlen. Die LanbtagSivcchl-Bc- wegung wird nunmehr lebhafter in Fluß kommen, da der Wahttermin nunmehr feststeht. Bis zu den Wahlmänner- ivahlen am 28. Oktober sind noch 8 Wochen und l1/, Woche später, am 7. November sinden die Abgeordnetemvahlen statt. — AuS Schotten, 2. Sept., wird uns geschrieben: Bei der am vergangenen Sonntag abgehaltenen Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte für den Landtagswahlbezirk Schotten - Laubach wurde Stellung zur bevorstehenden Wahl zum Landtage genommen. Bet der Abstimmung ergaben sich 4 Stimmen für Linck - Rudingshain und 8 Stimmen für Forstmeister Tr. Weber- KonrabSdorf. Da ein Drittel der abgegebenen Stimmen für Linck waren, so muß nach den Satzitngen des Bundes die Wahl freigegeben werden. Obige Abstimmung gibt auch keineswegs die wirkliche Stimmung mancher Ortsgruppen iviedcr, da Abstimmung deL Vertrauensmannes ohne vorherige Anhörung der OrtSgruppenmitglieder nicht maßgebend ist. — Im Wahlkreis Butzbach ivurden weiter als Kandidaten aufgestellt Bürgermeister Seibel tn Ober-Mörlen vom Zentrum und Medizinalrat Dr. Vogt tn Butzbach von den N ati ona l l i b e ra l e n. •* Zulassung von Frauen zur Immatriku - f a t i o n Nachdem das Minisbetnun des Innern im Einvernehmen mit den anderen Rcssortministerien am 29. Mai dS Is. die Zulassung von Frauen zur Immatrikulation an beiden Hochschulen des Landes vom konnncndeit Wmter- scnrcster an grundsätzlich beschlossen hatte, fin» nunmehr, wie die Darmst. Ztg. mitteill, ans Grund weiterer Verhandlungen «nnfdien dem erftonumiitcii Ministerium und den an der Regelung dieser t^auge beteiligten Instanzen die nachstehenden Grundsätze aui- gcftellt und den beiden Hockfschulen zur weitere,t Veranlassung mü- ndituiig ansprechender, in daS LrlSbild gut passender Bauten, durch Etewühving von Zuschüssen zu beit Baukosten aus öffentlichen Mitteln. Oberbaurat Schmidt schloß seine mit lcvhastcm Beilall nifgciwrnwencii ÄuSmhrnngen: Mögen diese Vorschläge, getragen von einer einsichlsLi'llen ivvblwvllenden Unterstützung ber Slaats- und Gemeindeverwaltungen, ausgenommen und betrachtet werden als unerläßliche^ immer bedeutungsvoller herantretenc-e kulturelle SUtfgaben zum sck»utze hcunatlicher Schönheit, Eigenart und lieber- liciaamg, denen sich kein Land ohne Schaden für das Bolksleben unb die staat-crhattendc Liede zur Heimat dauernd ui ent iehen vermag Stadtbaurat MIciu Tresten erstattete Berick)t deS Ausschusses liber die Frage: Welche Wege unb einzuschlagen, damit bei Inoenieurar bet tc n ästhetische Rücksichten in hoheriin Grade alS bwl>er zur Üfcliung kommen 7 Zur Verbreitung ■ ne Werke der Ingenteurdaukunft im aügememeii ist, so inemtc Ml., eine Sanmilung musrergultcher Au-Nlhrungcu und Darstellung unb Vervielfältigung derselben in 'Wort und Bild als Beispiele unb Vorlagen seitens dos Verbandes anzustreben. ES sei zur Herdeinchrung u. Erreichung besserer ästhetischer Wirkung der Ingetiicurbaud-n auch die Bildung besonderer künstlerischer BerotuiigsstcUen zu fordern, denen alle auf das Stadt- und Landschastsvild Einfluß nehmenbcn Bauten zur Begutachtung und Behandlung vorzulegen surd, und in denen neben anderen geeigneten Stiften Architekten und Ingenieure genügende Vcrtretmig finden. — In der Diskussion über diese beiden Berichte n-iaDc e- besonders freudig bcgrügt, daß es in Görlitz bereits gelungen sei, ein OrtSftatut zum Schutze baulicher Schünherten zustande zu bringen. Die Anträge der Reierenten gelangten dann zur Anuahoie. — Kleine Chronik aus Kunst unb Wissenschaft. Das „Skrl. Tagdl." meldet aus Berlin: Dre Audienzen, die Hosbaurat v. Ihne und Prof, iöötz bei dem Kaiser hatten, galten der Ausgestaltung de» Momgl. Schlosses in Berliit und des ÄchrlleionS aus Korfu. — Dem Musiki chtiftsteller .Dr. phn Hermann Gchrinanii in Frankfurt a. M. ist vom preußischen Kultusminister der Titel „Prozessor" verliehen worden lir war früher Musikrefcrent der „Allgem. Zeitung" in Königsberg i. Br unb ist icü einigen Jahren Mitarbeiter der ..Franks. Ztg.". — Tie Esperantisten haben beschlossen, 'm der Bcuicit Republik M o r e i n e t ein ständiges internationale» Luicau zu eröfincn, denen Leitung Dr. 3amaibof, der Erfinder des Esperanto, ubcruuiunt. Das Städtchen More^net mit seinen 2000 Einwohnern soll zu einem Bayreuth der b'ibctüii- tuten erhoben werben e.lliahrlich im Sommer sollen l perantv Festspiele veranstaltet werden, ui Denen sowohl Dramen .;iJ auch pperu zm Aufführung touunen. geteilt werd en I. Trtauen deutscher Staa.sangehörigkett tollen unter den «rleufrm LerauSsetzunqen. rr:e 9.7 inner, jur Jnnr.a- trihtlat on •,-jgflaften werden. 2. Ausnahmsweise können^ unter den gleiche-' Vervustetzungen auch trauen n.ch: d.-vn'cher stoot-- angebengfeu zur Immatrikulation zugelasien werden, vieriu be» dar cS jebodj c in solchen Fällen, tn denen ^aS Neiie-eugnis einer denttchen Schule oder einet .i.Et-deun'chm schule deuncher Zunge pi'tqetegt wird, bei der 8anbc#uniüen ibh der 3ummmung der beteiligten Fakultät, bet dec Technnwe - Hochschule derzenigen de- kletnen Senats. b tn allen anderen Fällen der i’^nebnngung deS MiNiftenumo deS Innern. 3 Frauen werben weiter zugelasiert c bei brr LandeSuniversitöt zu km von ReirlS.ix.ien ge- oebneten Äbichlußprüf ungen für bie Stubienrädxr der Medizin, der Pharma zie, der Betermärmec-in und der . ahnHeilkunde, zu anoert n Abschlußpräsungen dagegen nicht, b bet der Technischen Docktschnle zu bet: Diplom- und Fachwrästingen nach den hierüber für männliche Studierende beste herck^u Vorschriften. - Ins Manöver. Heute vormittag gegen 10 Uhr passierten auf bet Fahrt mS Manövergelände da» Infanterie- Regiment Nr. 168 (Butzbach-Offenbach) unb bte Mainzer Felbdäckerei ben hiesigen Bahnhof. Tie Felbbäckerei hat Dillenburg als Bestimmungsort, währenb sich baS Regiment 168 zunächst in bte Gegend von Battenberg-Frankenberg begibt. " TaS Fest der silbernen Hochzeit feierte am 2. September tm frohen Familienkreise das Ehepaar Rangiermeister Karl Grün. •• Gießener 33 o 11 • b a b. Im August wurden 8820 Bäder verabreicht gegen 13 817 im Irlli 19uti uub 10 560 im August IS*)7 ober im Durch'chiult pro Tag 285 Bäder gegen 480 tm Juli 1908 unb 341 tm August 1907. Ter Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3286 Männer, barunter 964 zu 10 Pfg^ , 1222 Frauen, , 221 , 10 , ©annenbäber 1. Klaffe 216 Männer, 129 grauen, , 2. , 676 , 606 Braufebäber 1. Klaffe 874 Männer, 146 Frauen, , 2. , 1876 , 270 , Tampf- u. Heißluftbäber, sowie Moffage zus. 105 Männer, 16 Frauen. Tte l;etloneniöage wurde von 220 Personen benutzt unb bas Bab von 10 Personen besichtigt. ** Gießener Häute- unb FellverwertungSver- einigung. Unter dem 92amen Häute- und FellverwerningS. Dcteiiilqung Gießen und Umgegend wurde gestern abetrd tne schon genieloctc nnrriclxtt'tliche Bereinigung unsetrr Metzger definitiv gegründet. Beschlossen ttoirbc, mu dem 1. Januar t I. die Bereinigung in eine GesellsckMt mit beschrankter Haltung unrzu- wanoeln. In den Vorstand wurde gewählt Cbtrmeiftcr Ernst Lichw. Sack, rivntad MalkomesiuS, Willy Vogt, Rosenbaum und Sinwn. — Cbermeifter Sckptell unb heften Ävilegen Diegel und Rudol, von rtassel waren von dort gekommen, um bei dem Grün- bungsakt unserer Metzger als Palhen zu bienen, was van den (vießencr Metzgern freudig begrüßt wurde. ES ist dem neuen, auf Selbsthilfe beruhenden Unternehmen ein gutes Gedeihen zu wünschen. Preußische Klassenlotteric. Die Erneuer- ungSlose, sowie die Freilose zur 3. Klasse der 219. preuß. Klassenlotterie sind unter Vorlegung der bezüglichen Lose auS der 2. Klasse bis zum 5. September, abends 8 Uhr, bei Verlust deS Anrechts einzulösen. Die Ziehung wird am 9. September, morgens 8 Uhr ihren Anfang nehmen. ^Steinbach, 2. Sept. Heute Vormittag in aller Frühe wurde der Maurer Karl Strauch von hier durch einen Gendarmen aus Gießen verhaftet und sogleich in baS Untersuchungsgefängnis nach Gießen abgcsi'ihrt. Strauch steht im Vcrbacht, den vor einige Wochen in Sinnerob gc- melbelcn Brand angelegt zu haben. Wie seinerzeit mit- geteilt worden ist, wurde Straiich vor nicht langer Zeitz erst auS der Untersuchungshaft entlassen, in der er wegen der Garbenteicher BrandstiftungSaffäre saß. Strauch leugnet jede Brandstiftung, gibt aber einen hier begangenen Fahrrad- diebstahl zu. + Burkhardsfelden, 2. Sept. Ein schwerer Un- gl u ck s f a l l ereignete sich gestern nachmittag bei dec Dre s ch- ma sch ine. Ter Maschmenbcsitzer HaaS wollte etwas Nachsehen und slieg aus die Maschine. Er schlug mit dem Kopfe an daS Scheuergerüst, stürzte von der Maschine heruuter unb verletzte sich schwer. Die Hirnschale ist gesprungen, mehrere Rippen gebrochen unb bte Schulterknocheu schwer verletzt. Er wurde bewußtlos in seine Wohnung getragen. An seinem Aufkommen wirb gezweifelt. — Fast gleichzeitig mit btefem Unfall ereignete sich auf bemfelbcn Hofe noch einer. DaS Söhnchen beS Besitzers stürzte so unglücklich bie Treppe herunter unb verletzte sich am Kopfe, so bah ber hinzn- gezogene Arzt bte Wtmbe vernähen mußte. h. Bab Nauheim, 2. Sepk. Die Feier beS Seban- GebächtniStageS wurde heute von der Kurverivaltung durch Doppelkonzerte bet Kurkapelle unb Hanauer Ulanenkapelle am Nochniittag und Abend begangen. Am Abend fand außerdetn eine festliche Beleuchtung des KurparkeS statt, deren Mittelpunkt ein riesiges »Eisernes Kreuz' bildete. TaS verhältntSniäßtg günstige Wetter veranlaßte Kurgäste unb Einheimische zu sehr zahlreichem Besuch. Q Saubach, 2. Sept. Im Frstkleide prangte am 30. und 31. August bie neue Schü tzenhalle. Mit ihrer Einweihung versand ber Verein sem Hauvtsclsteß.ti. Tas Innere der Hakle ziert eine Ehnnsckeibe, gemalt uns getriftet von Maler Gg Eimer aus Groß-Eudeti, em Lüfter, gcltiftet Don einem 2ck>ützendrudei in Worms, cie eichenen Slühle und Tische sind ün 2tmnfbihtet Style ausgciübrl. 45U Säiuß wurden abgegeoen. Am 1. Tage schossen bie hiesigen Scküyen bte 1 Ehnnja nde (ein Eßbesteck- und bekam Win vögy den enten Breis. Buchbinder Göbel (eine Weinlannc den jivcuai Breis. Am Montag traten die Schutzen au» ÄlSitld. (Samberg, Gießen und Weilar ein. Die Ehrenscheibe eicang H. Ltnler-Grünberg em Rickelscroice); weiter cutiielen als zweiter Breis zwei Tontiguren an gner-Alsselo, als 3. Breis eine S^ymuckschale an L. Stcin- örünberg. Aus dem Frechant>- utib Auilegeslano gewannen schone ©cnprtiie_ die audrourtigeii Schutzen. Festessen mit Musik vereinte im Schützen-Hos die Schützen. t'd. Darmstadt, 2. Sept. Heute nachmittag hörte ein Hausbewohner der Schwanenstraßc von feinem Fenster, das nach dein '.'(achdarhose gebt, ein Gespräch, das auS der austoß-.-nden Scheuer des Rachd^'.rhauseS tarn. Ein in der Nähe beunolicher Schutzmann, der herbeigeholt wurde, hielt den Verdacht jur berechtigt, daß nun e* bet den Sprechern mit zivci gefährlichen Burschen zu tun habe. Er holte |id) vom Dlenier Hilfe und nun drangen vier Schutzleute in die Scheuer ein. Es gelang ihnen nach kurzem Wrd.rstand die Hofhermer Ausbrecher, den Monteur W. Hartwig von Ln'endach und den Schlosser Becker von hier, scitzunehmen. Sie hatten sich beide in her Wohnung Beckers, die ui Der Nähe liegt, umgezogen, nnb sie AnstaltsNcider versteckt. Anscheinend ist Hartroig ber Anstifter beS Ausdruck»-, er hatte sich bas nötige Werkzeug verschosst und bie anderen m der Sonntag ’^adil um 3 Uhr g.'veckt Mit Den Dietrichen Hartwigs konnten sie unbeheltigt eniiveichen. vartivig hielt sich zu Becker, von dessen Heimat aus am leichtesten nach Bochasfung der nötigen Zwllkkerder die Flucht bewerkstelligt werden konnte Da sie oim; lumnenswerte Mutet traten, sollte daS ^igebniS eines Einbruchs bictem Mangel abbeiten. 3ic mar- ■ iiohtu Becker bic Kinder aüs seiner Wohnung gebracht hatte. baS Ankleiden vonn.Nehmen. Hartwig wurde zunächst in box' PtovnZalarteübaus unrrrgebracht, wahrend Becker wieder nach Goddelau kommen soll. § Rrorbori, 2. Sept. Nächsten Sonntag, 6. Sept., nnben in ben 12 Ltlichostcii bet Bürgermeisterei Atzbach. LaunSdach dre Kirchweihfeste statt. Hofienllich lasten bie regnerischen Tage halb nach, was auch von ben LanSwitle» besonders ersehnt wirb. — Vorige Woche erlitt eine Frau von hier im Felbe einen Schlaganfall unb mußte auf einem Wagen nach Hause gefahren werben. Erft nach 1% Tagen erlangte sie bas Bewußtsein roteber. Sie wirb wahrscheinlich auf ber einen Serie ganz gelähmt bleiben. Tie rau ist um so mehr zu bebmirm. zumal sie nch m chwangerem Zuftanbe besinbet. — In bet GemeinberatS» sitzung am Montag kam auch bie elektrische Bahn nach Gießen roieber zur Beratung. Eom t ist man hier doch ernstlich den,übt, diese Verbindung baldigst zu erhallen. Aßlar, 2. Sept. Mern abend gegen ',»7 Uhr wollte bie Witwe Hch. Schmidt III. von teer mu ihre» 4>ahrigen Enkelcben auf dem Ucbetgang bei ber Station tee CMeile überschreiten. Hierbei wurde bte Frau von dem oorbev fahrenben Zug erfaßt und etwa 20 Meier weggeschlenden; sie wat ioiott tot; oas Kind erlitt mehrere Verletzungen, tvinuurr eine schwere am Kopse Wie sich ba4 Unglück ereignet hat. steht bis jetzt noch nicht genau fest. Rach den Strnlknuigui Kt Bahnbearnten sollen bw Schtanten gxschlo'ien gewesen jeou Man nimmt an, daß die beiden einem Gäter»ug au^iueübai wollten und Dabei von dem von bet anderen Seite berantommenbex Zetsoncnzug ersaßt wurden. s Dkardurg, 2. Sept. Der Jahresbericht über das dritte BetriebSiahr ber Marburger Kreisbahn, bte vom Südbahnhof aus über Kappel. Ronhauf«, Bonshaufen. Ebsdorf, Heskem, Wittelsberg fährt unb in Treihaufen im sogen. EbSborfer Grund vorläusig als Lackbahn endet, ist soeben erschienen. Die Gesamtlänge ber Bahn beträgt 16,64 Kilometer, bie Gejarntbaukosten betrugen 1622 484,19 Mk., welche burch ben Staat, ben Bezirk»- veebanb unb ben KrriS aufgebracht würben. Zur Befdrbenmg gelangten tm abgelaufenen Betriebsjahre insgesamt 124298 Personen, welches eine Einnahme von 39 111,40 Mk. ergab. Die beförberten Gütermengen betrugen 30 766 Tonnen nick einer Ginnahme von 24 209,90 Mk. Die Einnahmen betrugen zusammen 64 195,26 Mk., bie Ausgaben 55 236,46 Mk., Ueberschuß 8958,81 Mk. Wenn erst bie in Aussicht genommene Wetterführung ber Bahn nach Mücke an bet Strecke Gießen — Fulda erfolgt und gleichzeitig am Südbahnhof eine Güterverladestclle errichtet ist, dürste ber Personen- unb Güterverkehr ber Kreisbahn ganz gehörig zu- nehmen. — Wie jetzt feststeht, hanbelt eS sich bei einem in Die hiesige Klinik gebrachten Kinde auS Wal lau doch um Ä c n i ck st a r r e. ■ ■■ ■ i Gerichts,«al. Wien, 2. eept. Ter Lberste Gerichtshof erkannt« au’ Aus» bebung des Urteils deS Vcmbevger Gerichtshofes, nach iveld)cm Der ÜllörDer des etallbalier» Potocki, 61czinski, juin Tode durch den Strang veiuiteiU^ wurde, und orDneie eine neue Verhaiidliing vor dem Lemberger Schwurgericvi an. In der Begründung des Erkenntniffes wird anSgefühn, bau der Nichtig, feusgrunb gegeben fei, ivctl Der Lemberger Gerichtshof die 41 n- näge der Verteidigung auf Ueberprüfung des Geisteszustandes bev Angeklagten und Untersiichung feines Vorleben» tn pjycho» pathifcher Beziehung nut Unrecht aolehnte. .....—.....?— - ' ' fport und spiel. — Nachdeiii am 31. Jlnguit der schach wettkampf zwi- ichen LaSkcr und Tartafch in M u n ch e n eröffnet worden war, begannen am TienStag bie spiele, bie äußerst start besucht sind. Tic fünfte Partie deS Matches, bie erste m München, l um bald 1 Uhr und endete um halb 7 Uhr mit einem siege LaSkerS. Der 2td.iD ist nun: Lasker t. Dr. iuitafd) 1. Tie Partie hatte 88 Züge, war wieder em Ruy 2opez; Lasker hatte ben ersten Zug unb führte einen lebhaften Angriff gegen eine lebt inileincljmuiigt-luftige, aber gewagte VerleibigungSan von Tr. Tar rasch. > - > - — - -» Rtijen. — MeyerS Retsebücher: Deutsche Alpen, 1. Teck. Tie zehnte Auflage des beimilnten Handbuches, daß tn Touristen- kreisen als zuverlässiger Führer hinlanglid) bekannt ist, ift kürzlich erschienen unb enthält alS Beilagen außer ö Plänen und 15 l:a- noramen 26 sehr gute Karlen. la* handliche Buch, dem wir go» legciithd) unserer Serienreife vertrauensvoll folgten, enthält in [einem 1. Teil folgende Gebiete: ^ayeufches pochland, Algä^ Voralbera; Tirol: Brennerbahn, Lrytaler-, Stubaier und Crtle»- gruppe, schlern und Rosengarten, Meran, Brenta- und Adaineüo» gruppe; Bergamasker Alpen und Gardajce. vernsischteA. * Kaiserslautern, 2. SeN In einer der letzten Rächte verstanden es mehrere Insassen brr hiesigen Strafanstalt, da»unter ber Schreiner Roß, ber feit 15 Jahren im Zuchthan» sitzt und noch wettere 10 Jahre zu verbüßen bat, und em Tagnei Jakob Adam, bte nut anderen Gefangenen in eine» gröberen Schlafsaal untergebracht waren, mit Werkzeugen tee -tür des Saales zu öffnen. Sic paßten nun auf, bii der Aufseher Rttlltnger seine Runde machte. Der Mann wurde überfallen, geknebelt und ihm Die Türschlüssel und da Dtenstrcvoloer abgenommrn. Es kamen ober andere Aufseha tenzu, bte auf die Meuterer einiprangen. Diese retirierten bau in den Saal zurück, wo sich der Sträftittg Roß eine Äugel in ben Mop| tagte, die ihn tödlich verletzte. Mittlerwellc wat euch Militär herdeigekommcn, und die Meuterer wurden bald übet- wältigt Roß bat während seine- Aufenthalts ui bet Strafanstalt schon einmal einen Fluchtversuch gemacht. Et erbronette damals einen Mitgefangenen, weil dieser ihm hinberlich bet xt gluckt erschien. Für d,eie Tat erhielt et 15 Jahre Zuchthaus zu da sSträte Dort 10 Jahren, bie et wegen «ne» Äanbanfallci zu oct« büßin hatte. • D i e Stürme in ber Rorbsee bauern ununterdrochm fort und richten große Verwüstungen an. Eme größere Anzute Don Schissen erleiden große Verspätungen, einigt unb gestrunba. Der Postdampferverkehr auf dem Kanal ist eingestellt rootteB Der Dampscr ^Dooec" begegnete im Aermclkanol eixtw schlssbcüchigcn Schooner Der Dampfer setzte sofort Boote oi iuxd nahm die au» oiet Mann bestehende Besatzung an Lord Der Schooner sank. Der Vietrnastet „Amazone" ist dem starken Sturm buchstäblich entzwei gebrochen. 8 ÄuL» der Besatzung konnten gerettet werden, die übrigen gelten als Detlorcr. Mehrere Leichen wurden an ben Strand jcfpulL Ci* ende wurde von dem Crftut sehr mitgenommen. In Bri'iel und Gent wurden mehrere Perionen Durch Stur^ entwurzeltet Baume schwer verletzt. Hart inlagtn sind vout sturm v-er* wüstet, .foblreiche Fischerboote sind ousgcblieben. Auch aus Italien hegen zahlreiche Mitteilungen über das Unwetter vor. In T e i j i n hat der Crfan große Verheerungen angcrichtet. Eim l cticbaii ist vollständig zerstört, einige Brucken und uigestäizs- Die Ucbenchwemmungeii haben großen Schaden angcrichtet und tee Euendabn on verichicbenen Stellen unter Lasser gesetzt- 4,te italienische Barke „Selma stansord", d,c nach <6 nua nnteno*^ i'.ar. mußte wegen des starken Siurme» den vaien wn Vätdud ui Borttand autaunn. Mehrer^ Aasten des Schisse- waren gd* brochctz, das Fahrzeug liegt teilweise auf E^uu^ Ein neues Originat-Drahtmel-nngen. 5181 Süsser sst. Kieler Bücklinge Im 07275 September 1908. den Rodheim a. d. B., ö- /r Samstag, 5. Sept., nachm. 2 Uhr statt. Die Beerdigung findet (4974 euwstehlt ___ Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Reeh, Werklührer. ger.Lachsaufschnitt marin. Heringe rusfisch.Sardinen Sardinen in Del Kronen-Hummer in 1IV V, u. '/« Dosen >iel. ,achivettlamps zw- rnchen eröffnet roortr , die äußehl stark beiut erste in Ännchen, btM 7 Uhr mit einem eu:- 4, Dr. Tarrasch 1. u Rny Lopez; Lasker h-- m Angiiss gegen eine 16 Serleidigungsan von 1; Meyer Löber. Alten-Buscck, den 2. September 1908. Kleine Tageschronik. Aus Friedrichshafen meldet der Berl. L.-A, daß der Gemeindebeamtc Ctt unter Mitnahme der Stadtkasse und der von der Gemeinde bewilligten Zeppelinspende von 5000 Mark verschwunden.— (Wir muffen dem genannten Blatte die Verantwortung für die Meldung überlassen, denn es rst das einzigste bisher, das diese Kunde verbreitet. D. R.). Bei der Allgemeinen Nenlenanstallt in Stuttgart smd sur Zeppelin Georg Wallenfels, Marktplatz 21 Telefon 46 gegenüber d. Engel-Apotheke. stand unbedeutend. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Freitag den 4 September: Nach vorübergehender Besserung wieder Trübung, und Regenfälle. Etwas wärmer. Starke südliche Winde. Danksagung. Für die bei unserem schweren Verluste bewiesene herzliche Teilnahme sowie für die liebevolle Pflege der ev. Schwester sprechen wir unser» innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen iL hlshof edannle aus Air. iger Gerichlshoses, m- 5 Poioäi, BtcjinSli, wurde, und ordnete t.-i ichwurgencht an. In te geführt, dast der 9lidp rger Gerichtshof bie L;. ^Geisteszustand tes Vorlebens in p;$ uische Alpe», LU -buches, daß i" 2W ich bcfonnt i|t, '11 cher 5 Plänen und 15 -- ndliche Sud), bem roir » isvoll folg'en, * ertscheS podjlanb, uv. Stubaier unb C®* 1, lörenla- und Adannd fee- bingericbtct Deücre drei Dauern und eine Bäuerin, bte bet Teilnahme an dem Verbrechen verchachtrg find und nach, dem Auslani flüchten wollten, wurden verhaftet. . In Agram erschien in dem Goldwarengelchaft einer ^itroc ein Mann und ersuchte die Labeninhaberin um Vorlegung von: Ringen Dädrend fie dem Wunsche nachkam, zog der Unbekannte plö^ich ein Messer und du r chs chnrtt der evrau t»en H alS, raubte dre Ladenkasse aus und ver'ck'wand. ^ack emer Stunde erschien der Sohn der Frau und sand ite röchelnd am -oooen iicgoi^ Von dem Täter hat man keine Spur. ! Ein Arbeiter in Bilbao (Spanien) erfand eine l » 0» inairiiintf. die ohne Schrauben und ohne Schwebebahn arbeitet. । ?as Gewicht des Apparates beträgt 300 Kilogr. Zwei Personen iw' Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Dualität 78—80 2 Qualität 73—75 Alk., 3. Qualität 60—64 Mk.; Bullen: 1' Qual. 06—68, 2. Qual. 60—62; Kühe 1. Qualität 74-76 Mk., 2. Qual. 65—67 Alk., 3. Qi,al. 54—56 Alk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5 Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht- gewicht: Kälber 1. Qualität 90 bis 92 Psg., Lebendgewicht b5—56 Pfg., 2. Qualität 82-92 Psg., Lebendgewicht 50-54 Psg., Schlachlgew. 68—70Psg.: Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 82 big 00 P'g., 2. Qual. 74—76 Psg. Schweine: 1. Qual. 69—70 Pf., Lebendgewicht 56-00 Pf., 2. Qual. 68-00 Pf., Lebendgewicht 54,5-00 Psg., 3. Qual. 60-66 Pfg., Lebendgewicht 00- 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Uebcritand mittelmäßig ; bei Kalbern und Schafen gut, kein Ueberstand. Schweine mittelmäßig, Heber-' „Hasermark" ein vorzügliches Haserpräparat frei von Hülsen und Schalen, per, Pstmd: 35 Pfg. stets frisch und itt bester Qualität zu haben bei: (3952 Georg Wallenfels. Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Engel-Apotheke. bisher 3 538 451 Mk. eingegangen. Bei einer Wagenfahrl, die zwei Italiener und zwei Oester- reicher in Esse,i unternahmen, entstand ein Wortwechsel. -Me Qesterreicher erschossen die Italiener und entkamen im Wagen. Auf der Zeche Adolf von Hansemann bei Essen, sind seit gestern früh ein Reviersteiger und zivei Berghauer in einem Revier durch giftige Gase eingeschlosscn. .. Zwei aus der Irrenanstalt m Köln entflohene Mörder halten die Landbevölkerung am Rhein durch fortgesetzte Gewalttaten in Schrecken. Der eine, der berüchtigte Raubmörder Toller aus Duisburg verübte einen Straßenmord, Einbrüche, Sittlichkeitsver- brechen und versuchte einen weiteren Mord. Es gelang, ihn im *'^5 e°Nao . 4 [ W ,°°n erlitt Ü S 011 unb ^«1 n wieher. 1 ’ iuniQt sie b(r (ä , st^ i> t'ikrS * i« .-h« M Segen 1/.7 ‘«asi "‘“'S» ßt„s, ,NpeI, Ronhaiis. fährt unb" J..DocMg als Sod. Sle Gesamtlänge bs iQpfQ“Mten beiru9B Staat, den Berich, ben-, ZurBeiöibuM insgesamt 12123; bNU.40 Mk. 1 30766 Tonnen »ir $te Einnahmen Ausgaben 55236,1.) 1 krst die in AuSsch 'ahn nach Mücke e- (t und gleichzeitig va ^'chlet ist, dürste dn bahn ganz gehörig;•> lt es sich bei einem m us Wallau dochuy so bald in die Gewalt ihres gefchiä>cnen Mannes kommen würde. (Tic bei der Entführung beteiligten Detektive, die sich jedenfalls wegen Uebersalls, Bedrohung ufw. zu verantworten haben werden, geAven dem Detektivinstitut „Mrguy" iu Adannhcim an. D. Red.) • Einquartierung. Dem „Elsäffer" wird aus O b e r- ehnheim geschrieben: Dieser Tage wurde unser Städtchen mit 1600 Mann Einquartierung belegt; es waren alle Häuser und Häuschen mit Soldaten beglückt. Ein Vaterlandsverteidiger, der in einem Seitengäßchen der Vorstadt einquartierl war, lehrte kurz vor 10 Uhr nach Hause zurück. Er fand die Haustür noch offen und stand nun ortsunkuudig im finsteren Hausflur. Er suchte die erste Tür links, da war ja sein Zimmerchen. Er machte es kurz mit der Nachttoilette und lag gar bald m einem weichen guten Bette. Lange hatte er nicht geschlafen, da weckie ihn der gellende Schrei aus der süßen Ruh: ,Um Hilf! um Hilf 1" Vor dem Bette stand zitternd und bebend im Rachtgewande eine Frau. Bald darauf öffnete sich auch die Tür, und der Rachbar mit seinen beiden einquartierten Mannschaften, letztere mit dem Säbel in der Hand, treten ein. »Was esch los, Rochbere?" fragte der Nachbar. Die Frau beutete aufs Bett und sagte: „Do leist jo einer in mim Bett, un ich lenn jo denue Kerl gar nit." Inzwischen hatte sich der Soldat, der nicht wußte, wie ihm geschah, in sitzende Lage erhoben und sagte ganz gemütlich: „Entschuldigen Sie nur, Madam, ich habe mir wohl geirrt und bin in em falsches Zimmer geraten." ,'Jlit nuer im a salsche Zimmer sinn ihr", sagte die Frau, „ihr sinn jo au noch un a falsche HüS, ich hab jo gar feen Jnquatie- rung." „So", antiuortcte der gute Nordländer, „das tut mir aber ungemein leib; das Bett ist ausgezeichnet und der Schnaps and), der da auf dem Nachttischchen steht. Ich habe mir einen ordentlichen Schluck davon hinter die Binde gegossen, da ich geglaubt habe, die Bouteille sei für mich parat gestellt worden." „Nit iiiüel", meinte die Frau, als sie die Flasche besah, „nit üwel, dis nennt der a Schluck, d'halb Budell isch jo leer!" Inzwischen hatte sich ber ungebetene Gast in seinen Drilltchauzug gekleidet; er bat nochmals um Entschuldigung unb wollte sich entfernen. „Halte!" rief die Frau, „nemme noch a Schluck, ebb daß ihr gehn, will ar i so guet g'schmeckt. Awer lonn noch ebbs brinn, daß do eueri Rainerabe un d'r Slochber nit um a sunscht riroer fumnie sinn." Es war längst Mitternacht vorbei, als sich die Gesellschaft trennte, beim es blieb nicht bei der Flasche, die auf dem Nachttisch Todes-Anzeige Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, dass meine liebe Frau, unsere unvergessliche Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Frau Elisabeths Reeh geb.Peppier nach langem, schwerem Leiden im Alter von 62 Jahren heute morgen 4 Uhr in dem Herrn sanft entschlafen ist. gestanden hatte. * Versuche mit dem geräuschlosen Gewehr. In Springfield, Maffachusetts, sind soeben in Gegenwart einer Anzahl delegierter Offiziere die ersten praktischen Versuche mit dem geräuschlosen Militärgcwchr veranstaltet ivorden, das Hiram Maxim erfunden hat. Tie bekannt gewordenen Berichte lassen erfennen, daß die Proben einen sehr günstigen Erfolg gehabt haben; jedoch werden noch weitere Verfuä>e stattfinden. Bei einer Ent- icruung von 1500 Yards hört man den Schuß nur. als em leichtes Ticken und die feuernden Truppen erklärten, daß sie beim Ab- feuem des Gewehres kaum ein Geräusch gehört hatten. Bei 2000 Mrü>s konnten Lchallwahrnehmungen in der Tat nicht gemacht werden Wie groß der Einfluß der neuen Vorrichtungen aus die Flugbahn der Geschosse und auf die Gcfck^vindigleit ist, imrd bei ben nächsten Verjuck>en scstgestcllt werden : Sir Hiram Maxim schätzt die Rasanzverluste auf nickst mehr als 6 Prozent. ♦ T er Quintaner als Büffel jage r. Ein lliahrtger Quintaner des Gymnasiums in G ö t t i n g c n beschloß, angeregt durch "das Lesen von Indianergcschicksten, 2ctcftu^_ und Hinlertteppenro manen, den Sckstrlräiizel an den Nagel zu hangen und in die weite Welt zu gehen, Büffel und Giranten zu jagen und im Kampfe mit Löwen und Tigern feine Kräfte zu melfen. Um sich mit dem nötigen Reifegeld zu verjel-en. Paßte er die Gelegenheit ab, als ihm von seinen Angehörigen das Schulgeld mtt- aegeben wurde. Er hob nun sein Sparkafsengnthaben ab, kaufte sich Dolch, Revolver und Patronen und dampfte dann mit dem Rest seines „Vermögens" nach Hamburg ab. Wetter kam er allerdings auf seiner Weltreise nicht, denn hier nel, er aut dem Hauptbahnhof einem Polizeibeamten wegen seines begangenen und Für die Schneiderei! Neuheiten in Spitzen, Boderieen,Tüllen, Knöpleo. Besätzen! werden zum Ver- Spitzen J arbeitenmitgegeb. Auswahlen werden bereitwilligst jederzeit zugesandt [a“0»' A. Salomon & Cie. Telephon 249. Schulstrasse 4- • Zu dem Kamps um den So hn ,^cn wir in Nr. 2051 verdächtigen Benehm-ms auf und in die Enge getrieben legte der gemeldet haben, gibt die ,,N. B. 2/' noch folgende Vorgeschichte:' sak"» .-latmrh fmit heul:itb und schluck?end ein volles Die Bewohner des sonst so' friedliches badischen Städtchens Buchen (Amt Mosbach) wurden Sonntag Vormittagen nicht geringe Aufregung versetzt. Mit feinem achtjährigen Söhnchen weilte Professor Fertig zu Besuch bei seinem dort wohnenden Bruder. Vor dem Haus sammelte sich, wie berichtet wird, um * »LLIU^ eine große Menschenmenge an. Aus dem Fenster drangen tue Rufe: „fjläubcr, Mörder!" Die Untenstehenden Eonntcn wahrnehmen, daß sich zwifchcn dem Professor und einem Dritten ein heißer Kampf entspannen hatte. Alsbald schleppten zwei Herren, in deren Begleitung sich eine Dame befand, einen Jtnaben in ein vor dem Hause stehendes graues Automobil. Nur ein Metzgermeister war beherzt genug und versuchte, den beiden Männern das Kind zu «entreißen. Da ihm aber von dem einen Mann ein Revolver vorgehalten und er mit Erschießen bedroht wurde, ließ er von seinem Vorhaben ab. Zn rasendem Tempo sauste bann das Auto- mobil in der Richtung nach Bödigheim davon. Sie entkamen mit dem Kind nach Stuttgart, wo der Polizei deren Siftierung Sonn tag nachmittag gelang. Montag sruh hat sich bann die vorgestern geschilderte ausregende Szene auf dem hiesigen Telegraphenamt abgespielt. Die Ehescheidung des Ehepaares F-ertig schrvebt schon längere Zeit. Frau Fertig ist eine geborene Konstanzerin. Das Ehepaar wurde aus Gründen, die beide zu haben glaubten, uneins. Es {am zu einer Ehescheidungsklage. In erster Instanz erziette der Aiänn ein obsiegendes Urteil. Die Frau ergriff Rekurs und hatte ben Erfolg, baß sie als der nichtschulbige Teil hervorging. Professor Fertig legte Berufung beim Reichsgericht ein. Dieses entschieb zu Ungunsten ber Frau. Bezüglich der drei Kinder, die das Ehepaar besitzt, wurde jedoch im reick-sgerickstlichen Urteil nickls bestimmt- Es schwebt hierüber ein neuer Prozeß, der noch nicht entschieden ist. Frau Fertig nahm bas Kind an sich unb fiebeltc nach Kveuzlingen (Schweiz) über. Durch irgend eine List brachte Professor Ferttg den jetzt wieder von der Frau entführten jhiaben an sich und übergab ihn ohne Wissen der Frau seinem Stober in Buchen zur Pflege. Die Frau scheint nach längerer Nachforschung ben Aufenthaltsort bes Knaben ermittelt zu haben und setzte bie Entführung in Szene. Sie glaubte offenbar, daß, wenn einmal das Kind auf schweizerischem Gebiet, es nicht mehr 3« ein« b« ■äsSS« verbüßen hat, ren, mit Het^« >ax MN ich gemaM-b!, >. n lf”Ä«»nng Mi: °^eri.hl0l6cn' H > M Sä- kühne Büfseljäger alsbald laut heulend und schluchzend ein volles Geständnis ab. Mit der Jagd auf Elefanten und Löwen ist es NUN vorläufig allerdings nichts. Die Eltern wurden durch den Droht von dem Auicntyalts..'rt ihres hoffnungslofen Sprößlings benachrichtigt, und eine gehörige Tracht Prügel hat dem unternehmungslustigen Burschen ein Jür allemal die Lust genommen, in j'enien Erdteilen Büffel und Tiger zu jagen. *■ Das Automobil im Hochgebirge. Unterkunftshaus, das von der Sektion Arännerturnvercin München des 2. u. Oe. Alpenvercins auf der Hocbalm des starwendelgebirgcs errichtete Schutzhaus, wurde vor einigen Tagen seiner Bestim- maschine mung übergeben. Es war dies in den alpinen Kreisen ein be-I DaS Gew'.ch. . .. - deutsames Ereignis, denn noch vor wenigen Jahren jäbtte daS können in dem -uisich'ff Platz nehmm. WättcrmcIbungcÄ Startoenbclgebirgt m ben ®cbirg6toden. bic von louriften «S a r »«rb M hülrniSmäßig wenig ausgesucht wurden. Nur panwmerte Hoch- zujolg- bei der --latton Niko«lskoia an derch 1 ...hrach woi- tcuriften lenkten ihre Schritte in dieses schöne, roilbe, wenab em P e r 10 n e n z u 6 böswillig ,um E n t g l e'' c^edEwm SXM’YÄÄ” rin äXmoM'Äm Unt^beÄbu'rm’Ä slÄ. WndH» Automobilkreisen berühmt-berüä'tigte Zirler Berg beginnt, strhrtc — ■ ~~ ' m der Weg durch bas malerische^Karwendeltal. Gleich von Anwng rltUsll. an waren, außergewöhnliche Steigungen von fast 30 Proz. zul _ $a5 neueste Heit der „Musik für Alle", überwinden, so daß man nach kurzer Zeit den das Tal durch- L re;;rtc t^nnuc Schöpfunq, der „Barbier von Sevilla", ist ziehenden Karwendelbach tief unten liegen hatte. Nach Panieren - soeben erichieuenen Hest der „Mulik für Alle" zum Abdruck einer Steinlawine und kur» darauf auch einer ^chneelawme wurde , fluoß[ t,ie musikalische Welt ist sich darüber einig, bie Anger-Mm erreicht. Jetzt wurde das -tal enger; iteue «tci- " Ru’lflrocrt lua.3 ,nusikalischen Witz und Humor anbe- gungen begannen. In engen Serpentinen Tubrie der Weg fort- - , rein Qnt>cve§ Werk dieser Gattung übertroffen ist. -tu gesetzt bergan. Die Kurven waren vielwch so ,vip, dag es mehr- ' , m chronologischer Folge sind in der Nummer maligen Rückwärtsfahrens bedurfte, um sie überhaupt nehmen bcr ^Nisik für Alle" leicht spielbar roiebergegeben und bieten so- zu können. Eine Brücke aus Holzstämmen mußte, um em Durch-1 . Qn§acicid)neten Führer durch daS Meisterwerk, brechen zu verhindern, mit Holzklötzen gestützt werden. Drotzdem I - , ' —- ______» ---- von Einheimischen aus der Scharnitz den kühnen Automobilisten fccr IköaffiOlt. jede Aussicht auf das Gelingen der Tour abgeiprochen worden vv war, hatten sie, von den zahlreichen Passanten, die den Fußweg («uouyme Ausragcu blctden uuderUcksichttgr.» bevölkerten mit stürmischem „Berg Heil' begrüßt, bie schwierige Nach Nidda. Anonyme Einsendungen finden keine Ausnahme. Tour in allen Teilen burchgesührt. Es war ein eigentümliches Bitte öeobalb Namen zu nennen. Bild, in dieser imposanten Felsgegend einen Motorwagen zu sehen, --- -- ' ■■■■—h unb keiner ber Festgäste hätte je geahnt, baß vor bem neuen Märkte. Unterkunftshause auf ber 1890 Meter hohen Hochalm jemals ^Frankfurt a. ÖL, L. Sept. (Teleyr. Orig.-Bericht de» ein Automobil ankommen würbe. Durch diese Erstlings-Ersteigung \ Amtliche Notier»mgen der heutigen Viehmarkt- eines Adler-Autos wurde bie alpine Feier zu einem bovpclten * p; c oum Berkause ftanben: 29 Qchsen, 00 aus Oesterreich Fest. Der Aufttieg war leichter als ber Abstieg, und mit Bangen 2 Vehikels zu. Tie schwierige Talfahrt gestaltete sich aber zu einem 0 a;enen(ammei, 0 Scha'lämmer. Bezahlt wurden für wahren Triumphzug des Autos, denn unbeschadet kam ber Abler- I. ------....... 1 7R—äh ! ersr. Kreuzolah 11. H 4 Zimmer üü®7i Mehrere schon movst st. Anz. erbeten. den (i^ffrnc Stellni liiuif (i^clndti' ?n nevmicf' ii Strf^H^rriidit’ VviTdli ebene» 6150] 2 Zimmer nevst Küche fof. zu v. H. Zimmer Ww., Kreuz 1. 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