158 Jahrgang Drittes Blatt Nr. 154 «scheint täglich mit Ausnahme de- Sonntag». Du „Gtetzener KamtlienblStter- werden dem »Anzeiger* vtermal wöchentlich beigelegt, das „Krctsbloti fflt öcn Krets Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- trogen*' erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Sbcrheffen Freitag 3. Juli 1908 Rotationsdruck und Derlag der Vrühl'schn» Unwersitäts • Buch- und Steindruckerel. R. Lange. Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag,' Redaktion ILA ^al-Adr^AnzeigerGießen. Evangelische Landessynode. Darmstadt, 2. Juli. In der heutigen Verhandlung wird, nack)dem Syn. Dr. Vogt- Butzbach zum zweiten Präsidenten gewählt worden war, die Beratung über die Vorlage, betr. die Umgestaltung der Kirchen- und Dekanatsvifitationen fortgesetzt. An der Debatte beteiligten sich zumichst die Synodalen Loos, Gerhardt, Drossel, Schmidt und Dr. Lucius. Der letztere regt die Frage an, ob die Synode überhaupt berechtigt sei, über diese Vorlage Beschlüsse zu fassen. Nach seiner Meinung stehe die Kompetenz nur dem Oberkonsistorium zu, wel- ches allein für diese Frage zuständig sei. In der Verfassung sei im Art. 31,13 ausdrücklich bestimmt, daß die Oberaufsicht über die Tätigkeit und Führung der Beamten und Diener der Kirche usw. und die Anordnung außerordentlicher Visitattonen zum Wirkungskreis des Oberkonsistoriums gehört. Wenn das Oberkonsi- stvrium diese wichtige Vorlage der Synode zur Besprechung unterbreitete, so war das ein dankeswertes Entgegenkommen; ein Recht, darüber zu beschließen, besitze die Synode nicht. — Syn. Wahl ist ganz mit den Ausführungen des Vorredners einverstanden und beantragt, über diesen Beratungsgegenstand zur Tagesordnung übevzugehen, da die Synode nicht darüber zu befinden habe. Präsident Nebel erklärt, das Oberkonsistorium jei sich wohl bewußt gewesen, daß ihm allein die Kompetenz zusteht; es sei ihm aber bei der Wichtigkeit der Sache erwünscht, auch eine Zustimmung der Synode darüber zu erhalten. Der Antrag Wahl enthalte ja eigentlich auch eine Zustimmung, er bitte aber, daß die Synode ihre Zustimmung direkt aussprechen wolle. — An bet weiteren Debatte über die Kompetenzfrage beteiligen sich noch die Synodalen Lühl, Dr. Vogt, Dr. Lucius und Prälat D. Flöring , sowie der Referent Syn. Bernb eck, worauf die Synode mit Zustimmung des Präsidenten Nebel folgenden Antrag Wahl annimmt: „Die Synode nimmt Kenntnis von der Vorlage des Großh. Oberkonsistoriums, deren Grundfätze sie im großen und ganzen billigt und geht zur Tagesordnung über." Zur Beratung kommt darauf der Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des Kircheugesetzes vom 10. Avril 1901 bett die i Gehalte der Geistlichen. Die beLxn Paragrapl>en des Gesetzentivurss lauten: 8 1. Bei der ersten definitiven Anstellung treten die Geistlichen in den Bezug eines Gehaltes von 2300 Mk. 2) Der Gehalt steigt: nach im ganzen fünf Jahren Dienstzeit (Besoldungsdienstzeit gemäß §§ 3, 4, 5 des erwälznten Gesetzes) auf 2600 Mk., nach 8 Jahren auf 3000 Mk , nach 11 Jahren auf 3400 Mk., nach 14 Jahren auf 3900 Mk., nach 17 Jahren auf 4400 Mk., nach 20 Jahren auf 4900 Mk., nach 23 Jahren auf 5300 9)11, nach 26 Jahren auf 5700 Mk , § 2. Dieses Gesetz tritt am 1. April 1909 tn Kirnst. Es findet keine Anwendung auf die zu diesem Zeitpunkt dauernd dienstunfähigen Geistlichen. Unser Oberkonslstorium ist mit der Ausführnug' des Gesetzes beauftragt In der Begründung der Vorlage wird ausgefuhrt, daß eine Erhöhung des Staatszuschusses nicht zu erwarten sei, wes- balb die allgemeine Kirchensteuer zu erhöhen sei. 2-ie Gehalls- aufbesserung der Geistlichen erfordere im ersten Jahr 215 075 Mk., I Spielplan des Großh. Hurtheaters Bad Nauheim, welcher Betrag in ben nächsten Jahren noch steigen wird. Zur 6 . ^Die lustige Witwe.' 7. Juli, in Gießen: Unter Deckung dieses Betrags ist im ersten Jahr eine Erhöhung der Mitwirkung der Kapelle des Jnf.-RegimentS: „‘Die Geisha" oder allgemeinen Kirchensteuer um 2-/s Prozent der L-taatssteuer er- $ie (öefd)ichte eines japanischen Teehauses.- Operette m drei r r "" Akten von Sidney Jones. 8. Juli: »Panne/ 10. Juli: Unter Mitwirkung der Kurkapelle: ,6 in Walzertrau in." Operette in 3 Akten von Oskar Strauß. 11. Juli: .Sherlock Holmes/ Der Erst» und Zweite Ausschuß beantragen die unveränderte Genelmiigung des Eiitwurss. Die Ausschußberichterstatter, Dr. Lucius und Wahl, erkennen an, daß die Geistlichkeit sich in den Gel)altssorderuuge,i sehr befefciben gehalten l-aben. Es sei nunmehr Pflicht der Kirchenbehbrde, selbst dafür zu sorgen, baß ben Geistlichen ein Einkommen gesichert wird, wie es den veränderten Verhältnissen entspricht. Syn. Jost erörtert die Frage der Ausbringung der Mittel und regt an, eine Besteuerung der Aktiengesellsck-aften in die Wege zu leiten. Syn. Führ, H ey l zu Herrnsheim führt aus, es erscheine angeftchts b.r Tatsache, daß sich der nächste Landtag mit einer Reform der Kvmmiinalsteuern zu beschäftigen haben werde, ganz angemessen, sich hier auch mit der Deckungsfrage zu befdjättigen. Man sollte nicht allein die Heranziehung der Akttengesellschasten, sondern auch die der Gesellsck-aften mit bescksränkter Hastung in Erwägung ziel-en. Tie letzteren sind in neuerer Zeit zu einer allgemeinen beliebten Gejchäftsform geworden und bedingen in erster Linie, daß die Kirchensteuern in den Städten jetzt zumeist auf den schwäck-eren Schultern liegen. Es müsse doch dafür gesorgt werden, daß die Lasten nach geredeten und sozialen "Prinzipien verteilt werden und dementsprechend auch vorzugsweise von ben stärkeren Schultern getragen werden. Jetzt bleiben ober durch ben Umstand, daß die erwähnten Gesellschaften leer ausgehen, gerade die kapitalkräftigsten Elemeitte steuerfrei. Das hat be- greiftick-eriveise schon zu Unzufriedeiiheiten in der Bevölkerung geführt und es wäre sehr zu wünschen, daß das Oberkonsistorium energisch dahin wirken möge, daß die Steuern in gerechter Weise verteilt werden. Hierbei müßten in erster Linie aud) die Aktiengesellschaften und die Gesellsd-aften mit beschränkter Haftung in Betracht kommen. (Lebh. Zusttmmung.) Präsident Nebel bemerit, das Oberkonsistorium sei den beiden Vorrednern für ihre Anregungen jel)r dankbar und werde Herrn v. Heyl bitten, der Behörde mit seinen reichen Erfahrungen auf diesem Gebiete zur Seite zu stehen. Syn. Diehl hebt hervor, daß die Stellenvorlagen, wenn sie bisher berechtigt waren, aud) in Z ikunst beim Aufrücken in höhere Gehaltsstufen bestehen bleiben müßten. An der weiteren Debatte beteiligen sich noch die Synodalen Weimar, SdMiib, Köhler, Wahl, Diehl, Jost und Präs. D. Stamm. Prälat D. Flöring weist noch besonders darauf hin, daß die Steuererhöhung im ganzen nur 3 Prozent betragen werde. Die beiden Paragraphen des Gesetzes werden hierauf mit allen gegen eine Stimme angenommen. Darauf vertagt sich das Haus bis morgen früh 9 Uhr. Heer und Flotte. — Dem Chef der Marinestation der Nordsee, Admiral Fischei wurde vom Kaiser der e r b l i ch e A d e l verliehen, zischet ivar bisher bet einzige Bürgerliche unter den Admiralen. Airchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. A m 3. S o n,i t a g nach Trinitatis, den ö. I u l i: Gottesdienst. 3n der Stadttirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre st'ir die Neukonfirmierten au5 der Markus- und Militärgemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Adolph. Beichte und heil. Abendmahl kür Matthäus- und Markusge- meinde. Anmeldung vorher bei dem Plärrer jeder Gemeinde erbeten. Vorniittags 11'/« Uhr: Kinderkirche für die Matthciusgemeinde. Psarrassistent Becker. 3n der Johannerkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgeineinde. Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer A u s f e I d. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Ausield. Abends 8 Uhr im Konfirmandenfaale: Versammlung und Bibelbesprechung. Nächstkünitlgen Sonntag den 12. Juli findet Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag den 4. I u l i: Nachmittags um o Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 5. Juli, 4. Sonntag nach Pfingsten: Feier des goldenen Priesterjnbiläums Sr. Heiligkeit des Papstes PiuS X. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe. , um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. , um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt und Te Denin. Nachmittags um 2' Uhr: Fest-Andacht nut Segen. Henneberg, alt SeideniabriKL, Zürich Direkte Bezugsquelle von Seidenstoffen jeder Art. Zollfrei! — Muster an Jedermann! D8A Ausverkauf. 1 v'^A K r y Wegen baulicher Veränderung werden von heute an sämtliche Schuhwaren zu aussergewöhnlich billigen Preisen verkauft. Sclinlilag’ei1 Giessen e Giessen Mäusburg 12 Telephon 539 1 ricdr. Schfiiiehl Die Giessener Burschenschaft Arminia I. A.: Hermsdorff <• ' "J IJMU'V traurige Pflicht, ihren 1. 1. A. H. A. H., E. M. E. M. und ausw. Mitgliedern von dem Herrn Unterfertigte erfüllt hiermit die Hinscheiden ihres unvergesslichen Alten Dr. Jus*, k zu Darmstadt geziemend Mitteilung zu machen. e L- O u 4 et rs . e •Generalvertreter für Hessen und Hessen-Nassau Peter Kronenberg. Hessische Automobil-Centrale Giessen. Telephon Nr. 680. Süd-Anlage 7. 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Kastevorrat und rückständige Forderungen Während 1907 gingen zu Daher Stand der Mitglieder Ende 1907 . Hungen, den 3. Juli 1908. Ter Vorstand der Summe 1299 341.01 Eisenbauanstalt DARMSTADT*^ Dachstühle — genietete Träger — Stützen —- moderne Fassaden — Hallen — Treppen etc. „Hasermark" ein vorzügliches Haicrvräparat frei von Hülsen und Schalen, vor Pfund: 35 Pfg. ftciö frisch und in bester Qualität zu haben bei: [3952 (Siora Wallenfels. Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Engel-Apotheke. MtoZlliSlli'sW nzenlod wirkt sicher und schütt, für die Zukunft. Zlasche 50 Pfg. 13836 Adler Drogerie, Seltersweg 39. Otto Schaaf. spur- liul> Leihkasse zu Hunzen cingctr. Genossenschaft mit unbcschr. Haftpflicht. Fendt. Ehr. Jokel. Gustav Ko hl Heyer. Bichbach-^icher Eisenbahn. Am Sonntag, dem 5. Juli er. werden aus Anlaß des KriegerfesteS in Griedel folgende Sonderzüge Fritz Rinn, Rolladenfabnk WctE*telnga««sc 21. NB. 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G «3 d.G G - "^EZdZZ s-g d'A - - c G G d(*± G^ .884 vDjq a p X. X. -ZA Lw <2 -— »b- C^=:E G Z3 5> :«. 2-:ex.tG. •£*&© §«'d an uc . r/D -O c*d p- 5 g-E Ifl ■P gS SW G O " O> . KZ ".5 G ^L>'" "d ,, G S g:5 G d *■* :is G " G S«c4 A^Kd p dd iS&H AZ § G "d ~ G g5 o -— en ■— G "n~ C k — csä“? <31 - ™ .5 an G , E .3^4,^ ,. 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