Nr. 28 Der Siegener Anzeiger eticbemt täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Dtermal wöchentlich AtetzenrrZamilienblätter; u ätebahion 112, ag u. Expedition 61 für Depeichenr «S6 Ichäste sind geschlossen. T'.w N a ch so lger an f dem T pro n c i ji d c r Jnsant Manuel unter her Regent! a> ast - e r 51 ö n i g i n M a r i e A m a l i e. Die M i n i st e r traten heute vormittag zu einer Beratung zusaumien. Es sind zahlrem-.' militärische Ve-rsichtsmaß- rcgelii getrosfen worden. In den Forts und in den Gelängnissen wird eine große Anzahl von P e r s o n e n i n H a f t gehalten; fortgesetzt werden neue Verhaftungen üergenommen. Es sind nocp mehrere Bomben und Wauen gquubcn ivorden. Mehrere Militärpersonen sollen a n d c m Komplott beteiligt sein. Es heißt, daß der frühere Minister Alpviuv in seiner Wohnung überwacht wird und daß er sein Ehrenwort gegeben habe,' diese nicht zu verlassen. Furtade, ein ehemaliger Marinem.Eier, jetzt Deputierter, und uvehrece Führer der Zrepublltaner wurden verhaftet. Paris, 2. Febr. Privatmeldungen aus Lissabon melden, die Stimigin Amelie habe einen Streifschuß an der Schütter erhalten, als sie den Kronprinzen nut ihrem Körper zu schützen suck)te. — Tie Regierung lasse nicht bloß die Republikaner und Revolutionäre, ur.cern auch die Anhänger Tom Miguels de Dragansa sorgsält g überwachen. Minister Franco erließ heute morgen eine Prvttamation über das gegen den König und den Kronprinzen verübte Attentat, fowie noer die Thronbesteigung Tom Manuels. Tie m lttärischcn Befehlshaber und die Staats- würdenträger haben dem Würg den Ech ber Treue geleistet: ebenso sei in attcn Gurnifonen den Mannschaften der ä reu schwur abgenommen werden. Tom Manuel habe d.e V o l l m a ch t e n oes Kabinetts Franco bestätigt. Bisher sei die große Mehrheit des V-.l?es den Jievolutiom.reu auß. rordent.ich seiud- lich gesinnt und ßegen die KönigZ.nöreer höchst erb.tiert. Di? Leichen ic» Königs und des Kronprinzen werden nach dem Palast aas Neeess.dudcs gebricht werden. Auf der hiesigen portugiesischen Gesandtschaft wurde einem B.richterstatter erklärt, man sei überzeugt, daß uie Attent.iie bit Nachricht erfuhren, ins Arsenal, sanden aber den König und den Kronprinzen als Leichen vor. — Zur Aburteilung der gestrigen Vorgänge wird in Lissabon ein Kriegsgericht eingesetzt. Es verlautet, daß zahlreiche Personen, darunter mehrere sehr hochgestellte, sosort standrechtlich erschossen werden sollen. Aitt der Grenzfestung Badajoz wird gemeldet, daßjetzt ganz Portugal im Aufruhr sei. Die Lage des Tiltators franco sei verzweifelt. In Oporto kam es zu blutigen Zusammen- Ilößen zwischen Truppen und Aufrührern. Berlin, 2. tz-evr. Der Si a l । c r hat ein sehr warmes Beileidstelegramm an die Königin von Pottugal ^gerichtet. — Der Re^chsmuzler Fürst von Balow uno d.r Staatssekretär von Schön haben deur portugiesis^en Gesandten ihr Beileid ausgesprvchen. — Auch von dcr kais.rlick-en Regierung ist ein Belleibstelegramm an d.e portugiesische Regierung gerietet worben. — Anläßlich dcS Todes des Königs von Portugal tourbt eine Ho f tra uer von brei Wochen angeordnet. Ter für üitttwvch angijcgje Hosball fällt aus. Dresden, 2. ßebr. Der König von Sachsen sprach sofort nach Empfang vcr Nachricht auS Lissabon teiegraphisch bei Kömgin Maria Amalie und dem König DJlaiuiet sein heiHuchfteZ Betteid aus. Ebenso wuroe der portugiesischen iKegieruitg das Bettcio b.r säcmichcn 'Jiegürang barm den Staats Minister Gras von Hoheitthai und Ber-ren übermittelt. .....—1 1 1 1------------- .. .. 1 .".««^3 Aus S aor «Bio Gießen, 3. Febr. 1908. ** Ordensauszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Steuerboten Justus Will). Kramer zu Gießen aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Dienste das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen. ** Die Wahlrechtsreform. Der Gesetzgeb« ungsausfchuß der 2. Kam in er war am Samstag nachmittag vollzählig zu einer mehrstündigen Beratung über die zur W a h l r e ch t s v o r l a g e gemachten Abänderungen der Verfassung versammelt Bei der zum Schluß vorgenommenen Abstimmung wurden sowohl die bekannten Re- gicrungsvorschläge, wie auch die vom Ausschuß der ersten Kammer vorgeschlagenen Abänderungen einstimmig ab« gelehnt Alsdann beschloß der Ausschuß mit vier gegen drei Stimmen, eine neue Fassung dieser Bestimmungen auszuarbeiten, über deren Wortlaut sich der Ausschuß in einer in einer bi§ zwei Wochen einzuberufenden Sitzung schlüssig machen^ soll, nachdem er sich zuvor der Zustimmung der verschiedenen Frakrionsvorstünde versichert hat Sobald das geschehen ist/soll eine weitere ge meins am eBeratung der Gesetzgebungsausschüsse beider -. Ständekammern auf Grund der neuen Abänderungsvorschläge stattfinden. Zur Vermeidung neuer Indiskretionen wurde ausdrücklich vereinbart, außer den vorstehenden Tatsachen keine näheren Details zu Verbretten. ** Aus dem Bureau des StadttHeaters. Auf die morgige Aüonnementsvorstellung von Shakespeares „König Lear" sei ganz besonders hingewiesen. Fast das gesamte Personal ist in der sorgfältig vorbereiteten Vorstellung beschäftigt Die Titelrolle wird von Herrn Bakof dargestellt. — Zwei interessante Gastspiele werden im Laufe der Saison noch stattfinden, nämlich das von Gertrud E y s o l d am 10. März und dasjenige von Frau Irene Triesch am 3. April. Näheres über die fest abgeschlossenen Gastspiele wird noch bekannt gegeben werden. ** Ein zärtlicher Gatte. Ein kürzlich hier zu- gezogener Familienvater hatte gestern abend in Begleitung einer anderen Frau den Maskenball besucht, woselbst ihn seine Frau ertappte. Hierüber aufgebracht, bedrohte er sie mit Erschießen, sie versteckte sich in ihrer Angst bei einer anderen Familie im Hause, und als ihr Mann dann erschien, drang er mit dem scharf geladenen Revolver in die fremde Wohnung, trat die Tür ein und gab dam später auch in seiner Wohnung einen Schuß ab. Sta Marie* und lebten dort von den Zinsen der Summe von einer Million Mark, die der jetzt regierende Großherzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelitz seiner ältesten Tochter zum Unterhalte ausgesetzt hatte. Anfangs galt die Ehe des jungen Paares, der mehrere Kinder entsprossen sind, als glücklich, trotzdem sich seine gesellschaftliche Stellung sehr schwierig gestaltete, da die vornehmen Pariser Kreise von dem Grafen Jametel seines Ursprunges wegen nichts wissen wollten und sich ihm gegenüber stets abweisend gezeigt haben. Heber die Gründe der, wie behauptet wird, in kürzester Frist zu erwartenden Scheidung der Gräsin Jametel von ihrem Gatten — die Gräfin soll die Klägerin [ein — sind widersprechende Versionen im Umlauf. * Neue schweizerische Briefmarken. Seit einiger Tagen sind die neuen schweizerischen Briefmarken zu sehen, die naa) den Entwürfen bekannter schweizerischer Künstler hergestelll wurden. Aus der grünen Fünsrappenmarke ist der Knabe Tells abgebildet, auf der roten Zehnermarke die Helvetia, die sich aus das Schwert stützt. Die neuen Diarien geben der Oeffentlichkeit viel zu reden. Man behauptet, daß der Entwurf gut gewesen sei, daß er aber durch die schlechte Ausführung der Platten verdoroen worden wäre. Der Knabe Telts, der von dem schweizerischen biomantiker Albert Welll gezeichnet wurde, sieht allerdings etwas stillos aus, und die Großenverhällnisse des Knaben, der riesengroßen Armbrust und des Apfels sind nicht sehr glüalich. Zn einigen Zeitungen verlangt man die Einziehung der neuen starken, da die Schweiz durch diese Erzeugnisse bloßgestellt sei. * Die wirtschaftliche Entwicklung Turke- st ans. Daß die wirtschajrliche Erschließung der alten Kulturländer Asiens durch das Eindringen Europas große Fragen der Zutuns t ins Leben geru,en hat, ist bereits viet,ach bemerrr woroen. Tie Bagoadbahn beginnt die westlichen Länder zu neuem Leben anzuregen, während im Osten Asiens das uulwnale Leben der Kulturvoller sich regt und nach einer [elf) (taub igen EMialtuug seiner Kräfte strebt. Damit werden auch die inueraiiatr,chen Gebiete ihre alle Bedeutung als Bindeglied zwischen Ost und West wieder gewinnen; im 13. Jahrhundert ging der größte Landverteyr der Geschichte aus den Straßen Lurkestaus. Im Lause des letzten Jahrzehnts ijt bt-efes Gebiet mehrfach geographisch und historisch durchjorscht worden. Eine ehemacs dluyende Kultur ist aus Rumenstäoten aus Licht getreten. Doch schien das Land in seinem heutigen Zustande so völlig verödet, daß seine wirtschaftlichen Beomguugeu, seine Kulmrgevgraphie und damit seine zukünftige Bedeutung kaum jemals nayei untersucht wurde. Durch eine eingehende Gr Forschung des Gebieres hat sich Pros. M. Hartmann vom orientalischen Seminar in Berlin das Verdienst erworben, das Larrd in eine neue Veieuchtung o:fe^t zu yaben. In einer kulturgeographischen Monographie, die in der Sammlung „Alt- gewandte Geographie" bei Geoauer-Schwetschke in Halle erscheint, wird die Geschichte und Kultur des Gebietes 0ar- gestellt. Ein interessani.es Kapitel gilt dem geistigen Leben oes Volkes und der gier herrschenden völlig erstarkten islamitischen Bildung. Von allgemeinem Interesse aber sind die wirtschaftlichen Schilderungen. Sie zeigen ein Land, das an sich nicht geringe Möglichkeiten eines reichen Ertrag sichernden Anbaues bietet; zumal für Baumwolle, Obst, Gemüse und Wein ist hier em Land der Zukunft. Vor allem aber wird die Frage behandelt, wie die Straßen Turkestans ihre alte BedeUi-..:.g atS Glieder in einem Straßennetz des Welthandels wieder gewinnen können. Heute gehen zwei alte Straßen von Kaschgar aus, eine nördliche und eine südliche, die nach Pellng uno ins Innere Chinas führen. Zugleich ist Kaschgar das Ziel der Verbindungsstraßen mit dem russischen Turkestan, dem Oxusbecken und Indien. Die heute begangenen Wege fuhren über sehr hohe und schwere Pässe, oen Karawrumpaß im Süden, den Terek-dawan im Norden. Es ist von höchstem Interesse, durch Pros. Hartmanns Mitteilungen Wege kennen zu lernen, die heute aus politischen Gründen von russischer Seite gesperrt sind, die aber ungleich gibt [tiger sind. Vor allem aber handelt es sich um die Angliederung Jnnerasiens an die bereits vorhandenen Bahnen. Zwei Linien würden von größter Bedeutung für die zukünftige Entfaltung Inner-- astens sein, einmal die Angliederung an Indien durch die; Strecke Kandahar-Herat-Ku;chkii-Posr, sodann die Verbindung des Oxusbeckens mit dem reichen Badachschan (Tard- schui-Balch-Kuuduz oder Aierw-Andschui). Das einzelne möge man nach Hartmanns Bemerrungen (S. 7ö—77) prüfen. Es sind selten mtereffantere uno zukunftsreichere Gedanken über die Entwickelung Asiens geäußert worden. Das Buch, ist mit überzeugender Klarheit uno Lebhaftigkeit gefcyrie- beu, in seiner Darstellung allgemein verständlich. Ern wert- ookler Anhang bringt in mehr als 100 Anmerkungen das gelehrte Material sur den Forscher. * Ein Volkvon Diebcm Emen interessanten Aufsatz über die Maghaja Doms, den „Stamrn der indischen Diebe", veröffentlicht ein langjähriger britifcher Beamter auch noch einen Schlagring ab und verhaftete ihn. ** Hochstapler. Bor einigen Tagen mietete ein «mgeblicher „Eisenbahn-Jngenieur" Lauer bei einer hiesigen Witwe ein möbliertes Zimmer. Am anderen Morgen wollte der Herr Ingenieur einen Hundertmarkschein ge- wechsell haben, und als die Witwe dies nicht konnte, so bat er um 5 bis 10 Mk. Darlehen, er müsse doch etwas Kleingeld haben, wenn er zum Dienste gehe. Es wurden 'ihm 5 Mk. anstandslos übergeben, aber der Herr Ingenieur ging und kehrte niemals wieder. Derselbe Schwind- jler machte den gleichen Trick vor einigen Tagen auch in lMainz, wo er sich Techniker Ballmann nannte. Friedberg, 1. Febr. Wie dem Ob. Anz. mitgeteilt wird, sind Verhandlungen über den Bau einer elektrischen Bahn Bad-Nauheim — Friedberg- Homburg in die Wege geleitet. Die Bahn ist so gedacht, daß sie den kürzesten Weg von Bad-Nauheim nach Friedberg einschlägt. Friedberg wird südwestlich berührt -werden, also der Bahnhof etwa in die Nähe des Vier- seicheuplatzes zu liegen kommen. Die Bahn nimmt alsdann ihren Weg über Ockstadt, Ober-Rosbach in direkter Linie nach Homburg. — Bei Ober-Mörleu, am Eingänge des Waldes soll eine Usatalsperre errichtet werden. Die Sperre soll 380 Meter breit und 800 Meter lang werden; die mittlere Tiefe soll 21 Meter betragen. Die Sperre wird den Zweck haben, zwei Turbinen zu treiben, die genügen, den Kreis Friedberg mit Elektrizität zu versehen. Ferner !soll die Ufa das ganze Jahr hindurch zirka 40 Zen.imeter 'hoch gehalten werden, um bei Bad-Nauheim ihren üblen Geruch im Sommer zu beseitigen. Auch soll die Talsperre den Ärrfremden zu Vergnügungen dienen, denn es sollen .^einige Akotorboote darauf verkehren und größere Fisch- izucht betrieben werden. x Nidda, 2. Febr. Ein Trauerzug, wie ihn unsere Stadt noch [eiten gesehen, bewegte sich heute nach :"un)erent Friedhof. >Es galt die Beerdigung eines Bürgers unserer Stadt, der durch seinen Gemeinsinn, sein Interesse für das Wohl unserer Stadt allgemeine Anerkennung .genossen hatte. Es war der Weißgerbermeifter Philipp Bechtold, der im Alter von 76 Jahren verschieden war. !.Er war Mitgründer und früherer Kommandant der Feuerwehr, langjähriger Präsident des Mänuergesangvereins, des Kriegervereins und bis 1903 Vorsitzender des Bezirksaus- isthusses der Kriegervereine. Auch dem Gemeinderat hatte ?er lange Jahre angehört. Pfarrer Werner widmete feiner .Schaffenskraft, Schaffensfreudigkeit und seiner ^Pflichttreue Worte der Anerkennung. Kränze ließen nieder- regen der Bezirksvorstand der Kriegervereine, der Kriegerverein Nidda, der Männergesangverein, die Feuerwehr und die Stadt Nidda. Lehrer Jung zu Ober-Mockstadt und Oberst Weimer hielten besondere Ansprachen. Fünf Krieger- .vereine hatten sich in corpore au dem Leichenbegängnis beteiligt. Der Männergefangverein sang ihm das Grabried. .S. K. H. der Großherzog hatte dem Verstorbenen wor einigen Jahren das Silberne Kreuz des Berdienst- lordens Philipps des .Großmütigeu verliehen. R. B. Darmstadt, 2. Febr. Die Trauer feier für den SeniorchLs des Fürstlich Erbach-Schöüberg- fchen Hauses fand Samstag nachmittag im Alten Palais unter ganz außerordentlicher Beteiligung von Leidtragenden ans allen Kreisen der Gesellschaft statt. Die Leiche Lvar ün kleinen Saal in einem rot samtenen Sarkophag mit Silberbordüren aufgebahrt, und sechs silberne Kandelaber mit Kerzenlicht erhellten den Raum. Am Fußende waren aus schwarzen Sammetkifsen die Orden des Verblichenen, darunter das Eiserne Kreuz und der hessische -Ludwigsorden, ausgelegt uud ringsherum die Kranzjpen- sden der fürstlichen Leidtragenden aus gebreitet, darunter solche vom Großherzog und der Großherzogin, dem Prinzen uno der Prinzessin Heinrich von Preußen, sowie ein wunderbares, von der Kaiserin von Rußland aus Petersburg gesandtes Riesenkreuz aus leuchtenden weißen Lil.cm. Der GroMerzog führte beim Eintritt in den Saal die Fürstin-Witwe, der Fürst Alexander die Großherzogin und der Fürst zu Waldeck und Piemont seine Schwerer, die Fürstin Alexander. Weiter waren erschienen Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg, säst sämtliche hejji- schen Standesherren und sonstigen Mitglieder der ersten Kammer, die drei Minister, die Generalität und die übrigen hohen Würdenträger des Landes. Die stimmungsvolle Feier Begann mit dem Chorgesang „Christus, der ist mein Leben", worauf Oberhofprediger Ehrhardt Schrifrleition .und Gebet las; der Einsprache waren Psalm 130 „Aus der begleiruug der Kmegervereme uer Grafschaft Croaaj-aua) höchst perjonlicheu Sovens, der von diesen Blldrrn ausgeht. Am heißesten untflxitten ist der ungekrönte König der Gruppe, dec Genfer Ferdinand Hodler, Bei dem Banütt, das gestern abend die Frankfurter Künstler-, Ichaft, unb zwar iljee lonieroatwen und ihre lezefsionisttscljen Elemente, mit den Gasten aus der Schwei» vereuiigte, war dü schon,re Gelegenhett zu persönlicher Aussprache, und, locnn. keine andere Ueoerzeugung, so wird doch auci) der slljurfste Gegner der Modernen den Glauben mitgenommen haben, daß alle Diese Staut frier fern sind von Maiirerisums und daß sie alle aus enter unteren Notwendigkeit und ehrlichem künstlerisüjem Ernste heraus zu der Aufjassimg geiommen sind, die sich in ihren Bitderii dokumentiert, ^llsv zmn mindesten Respett vor Der Schaflensweqe von Sßünstlern wie Hodler, Buri, Wurttem- oerger, ^mrienegger, Colomvi, Bieler, Atmet wird jeder, ber nicht em uerüoijcter Gegner ist, von biefer Ausstellung mitnehmen. Sehr t^gel-endeS Znterofü bekundete übrigens S. K. H. der Grsp.Herzog. Um das Arrangement der Ausstellung hat sich uns.re Hochgeschätzte Frank,urrer Künstlerin Ottilie W. Rö- o e r i» c k n. verdient gemucljt. (_ Ar. G. Z ie-let-j : al tt nßer. mteressanteuA' nun der indW ZcherSEM UrüiJb ÖLC, » iss !un(! 5:Ulfe, ^9 der alten Europas große ist bereits *Wt die ajc|u u-}tcnb im Cjieu c: I'lch regt uni - aaste stiebt. EM allere. Esl wieder ge- kte Landverkeyr 3m ^tonjc bei Qc4 geographisch Maes bmqenbe -E Toch sM llig verooet, daß urlmrgeographie m jemals nagei KcMjchMg bei m orientakschen :öen, das Lyü In einer hiltup Sammlung „An- ckschke in Halle c» Gebietes ßai> i geistigen Leben g erstarken isla- iche aber sind die i ein Land, das > reichen totrig saumwolle, £)b|'i r Iimmst. 8Ä wie die Straßen rlieder in etnem ai tonnen, heult i, eine nördlich Innere r Lerdindn:) Lxusbeaen d n)tcn über jm lpaß im Süden, )d)|iem 3nierejit, rennen du lernen, Äscher Seite ge> lau). Lor allem j Innerasiens an ,nien mürben von nrMng Inim- gnöien durch du arm die 'Serbin* adachschuu Md« einzelne 5 75—77) prujen. reichere Wnten otdcil Das M KiiiigfeU geiMlv mblit?- ^meriungen das Mr °°b°Zk^ gezeichnet wurde A^Minisse )enan^eß ,'ni) ^exiangt man 4 durch diese ri'^toch DcriP^ van iyre Ä Mr oeSUUS^B W chc, «*£ *0* habeu, w F ft» iftfiS *®g § SujÖ " Kr. * &' •fr$ ’llen rJ* bcs L. 'Utd, Ql8 Ä"9 * „ l c von bem ;?*m2 >1*1« er. ' '!« ®«tle» L jr „ ngevro^ s ÄJ»tf oti heile s- ]ud in Indien, Mr. Kennedy, in dein neuen „Bengal Gazetteer". „Bon frühster Kindheit auf wird der Maghaja systematisch zum Diebstahl herangebildet. Kein Schutzdach ist sein Eigentum, von Siedelung zu Siedelung schleicht er, von der Polizei gehetzt, von der Bevölkerung verfolgt. Ein kühner Diebstahl, das ist sein höchster Stolz, sein größter Ehrgeiz und ein 'gelungener Raub wird als Heldentat gefeiert. Das Gefängnis birgt ihm keine Schrecken; es ist nur eine Folge von Stümper schäft und zeigt, daß der Verurteilte seine Kunst schlecht verstanden. Sir Henry war der erste, der dem Treiben dieser Gesellen Einhalt zu gebieten suchte. Die meisten „Doms" wurden verhaftet, für jeden Angehörigen des Diebesstammes, der sich im Bereich der Polizei herumtrieb, wurden die Sicherheitsbeamten zur Verantwortung gezogen und die Doms unter Bedeckung in entlegene Gegenden gebracht. Man gründete landwirtschaftliche Niederlassungen für sie; aber alle erzieherischen Versuche gleiten ab an der standhaften Zähigkeit dieses seltsamen Volksstammes, das seiner Dtoral unentwegt treu bleibt. In den Häusern der Ansiedlungen findet man noch heute nur Frauen und kleine Kinder, die Männer und Burschen besuchten nur selten diese Heimstätten, ihr Leben sind nach wie vor ihre Diebeszüge, ihre „Kunst", und die Frauen helfen ihnen, soviel sie es vermögen, als Spione und Hehler." * Ermittelung eines Ncwyorker Frauenmor- des. Vor kaum zwei Wochen wurde in der Umgebung Newyorls in einem Tümpel eine völlig entkleidete Frauenleiche gefunden. Nichts verriet die Identität der Ermordeten. Die Polizei itanb ratlos vor einem schier unlösbaren Rätsel. Die Presse machte darauf aufmerksam, wie wertvoll es sei, die Namen üon_ vermißten Stauen zu erfahren. Reporter klopften an jedes Haus, aus dem eine Zuschrift eingegangen war. Sie stellten Fragen, die vielleicht manchem überflüssig, lästig oder zudringlich schienen. Das ist guter Reporter Art. Einer von ihnen erkundigte sich bei der Mietsrau eines Straßenbahnschaffners, dessen Frau vermißt wurde, was der Mann während der letzten Tage getrieben habe, und hörte, daß ein Koffer durch ihn abgeschickt worden sei. Tas Aufsuchen des Spediteurs war die nächste Aufgabe. Dann, als der Koffer gefunden war, beanspruchte der journalistische Rechercheur die Hilfe des kriminalistischen. Von beiden gemeinsam wurde der Koffer geöffnet und durchsucht. Blutbefleckte Ftauenkleider lagen darin. Nach wenigen Stunden war der Mörder überführt und festgenommeu, weil Polizisten und Journalisten Hand in Hand gearbeitet hatten. Kleine Tageschrouik. In Düren (Rheinld.) ist am 1. Februar der Senior-Ehes der Papierfabrik Heinrich August Schoeller Söhne im Alter von nahezu 80 Jahre gestorben. Ein fdjtoerer Raubüberfall wurde in der vorletzten Nacht zwischen Oranienburg und Borgsdorf verübt. Auf den Kutscher der Firma Römer aus Berlin sprangen drei Kerle aus dem Dunkel hervor und fielen den Pferden in die Zügel. Ter Kutscher wurde vom Bock gerissen und furckstbar mißhandelt. Die Räuber schnitten dem Kutscher dann die an seiner Schulter hängende Tasche ab, stahlen die Zügel und verschwanden. Sie haben indessen insofern eine Täuschung erlebt, als sich in der Tasche nicht ein Pfennig bares Geld befand, sondern nur Rechnungen. Von ihnen wurde bisher nichts ermittelt. Eine schlimme Katastrophe wurde in Gerstewitz (Provinz Sachsen) durch die Erkrankung eines Gutsbesitzers und zweier Gäste abgewandt. Tie drei Herren hatten von Wein getrunken, der mit Arsenik vergiftet worden war. Glücklicherweise hatte sich das Arsenik nicht völlig gelöst, so daß das Gift nicht seine volle Wirkung üben konnte. Ter Wein, von dem die Herren getrunken hatten, war für eine Hochzeitsgesellschaft bestimmt, so daß unermeßliches Unglück hätte entstehen können, wenn die Gefahr nicht noch rechtzeitig entdeckt worden wäre. Ter Staatsanwalt hat sich der mysteriösen Angelegenheit angenommen. In Utrecht sind verschiedene Personen, welche einem Bankett beiwohnten, durch Auster n g en u ß an Typhus erkrankt. Die geschiedene Frau Strindberg ist freiwillig nach Wien zurückgekehrt, wodurch ihre Verhaftung unterblieb. Sie wurde zum Untersuchungsrichter geladen und verantwortete sich bezüglich der Veruntreuung der alten Bilder zum Schaden der Schauspielerin Gemberg dahin, daß sie sich seit Jahren mit Kommissionshandel von Bildern beschäftige. Eine Kopie nach Cranach und ein altitalienisches Bild, die sie zum Weiterverkauf bekommen habe, seien ihr verloren gegangen. Nach einem Abkommen werde sie 2000 Mk. zahlen, wenn die Bilder unauffindbar bleiben. Andere Schulden der Frau Strindberg betragen etwa 20000 Kronen. Als Tochter des verstorbenen Hofrats Uhl hofft sie, ihre Mutter werde ihre Schulden bezahlen. Es liegt jedoch auch eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung gegen sie vor, die Fürst Fugger erstattet hat. In Budapest erregen Enthüllungen über die P c t r o - leumgesellschaft Aldor u. Co. Sensation. Tie Firma wußte glaubhaft zu machen, daß auf einer ihrer Besitzungen in Ober-Ungarn Petroleum gefunden worden sei. Es gelang ihr, unter der früheren Regierung 50 000 Kronen und unter der gegenwärtigen Regierung 100 000 Kronen als Staatsunterstützung zu erhalten. Tie Gesellschaft wußte die Erfolglosigkeit der Petroleumgrabungen zu verheimlichen und tauschte ihr Gut gegen eine Besitzung in der Nähe von Budapest ein. Als der Eigentümer der Besitzung von der Irreführung erfuhr, erstattete er Strafanzeige und es wurde über die Gesellschaft die gerichtliche Sperre verhängt. Tie Gesellschaft hat außerdem auf das wertlose Besitztum für 100 000 Kronen Anteilscheine ausgegeben und weiterhin von dem Fabrikanten Bruger in Berlingen 80 000 Kronen in bar und 120 000 Kronen in Wechsel erhalten. Ein unerhörtes Verbrechen wird aus einem Dorfe im russ. Kreise Wilkornir gemeldet. Eine alte Bäuerin schlachtete ihren dreijährigen unehelichen Enkel, zeryactrc ote Leiche in kleine Stücke, kochte sie und bereitete daraus ein Gericht, das sie am nächsten Tage, der Mutter und dem Vater des Kindes, sowie anderen Familienmitgliedern vorsetzte. Nach beendeter Mahlzeit erklärte das Scheusal den Angehörigen des Kindes, was sie gegessen hatten. Die Bäuerin wurde verhaftet. In einer Entfernung von 130 Werft von Chabarowsk wurde in einem Waldesdickicht der Ortsälteste mit seiner Familie und seinen Verwandten, zusammen fünf Männer, sieben Frauen und fünf Kinder, ermordet. 18 000 Rubel in Gold und Wert- papieren wurden geraubt. Berlin, 1. Febr. Das Urteil tm Prozeß Hohenau- 2 t) n a r ist infolge des Verufungsverzichts der beiden Grasen ster n, am 31. Januar rechtskräftig geworden. New York, 2. Febr. Tas Sitte ndrama White- Thaw, das seit anderthalb Jahren alle Kreise in einer Weise beschäftigt hat, wie kaum eine aus Eifersucht und Rache begangene Morotat je zuvor, hat gestern endlich seinen Ab- ichluß gesunden. Nach einer Beratung, die volle 25 Stunden wahrte und 14 Abstimmungen haben die Geschworenen ihr Vcroikt geiprochm. Ter Wahrspruch lautet, daß Harry Thaw bei Begehung der Tat geisteskrank gewesen fei. Daraufhin wurde Thaw freigesprochen, allein der Gerichts- richtshof entschied, daß er so lange in dem staatlichen Jrreit- hause interniert werden soll, bis die Aerzte ihn für gesund er- tlären. Seine sofortige Freilassung würde eine Gefahr für die osfentlickie Sich.rheit bedeuten. Nach der Urteils fällung der Geschworenen wurde Thaw sofort in die Matteawan-Jrrenan- ftalt überführt. Man nimmt an, daß nach einigen Stunden schon mit Berufung auf die Habeat eorpus-Akte der Anttag auf seine Freilassung gestellt werden wird. Tas Gesetz erlaubt sie nicht eher, als bis der Verurteilte tatsächlich in der Anstatt interniert war. handel. Madrid, 1. Febr. Die B a u f von Spanien bereitet die Einrichtung einer Ziveigste 1 le in Tanger vor. ©alt Lake City, 1. Febr. Der Stellvertreter Bona- partas, des Generalanwalts der Vereinigten Staaten, beantragte beim Vundesgericht der Vereinigten Staaten in Utah, eine Entscheidung über das Vorgehen der Union Paeisie-, der Atchison Topela and Santa Fö-, der Southern Paeifie-Bahn und anderer Linien des Harrimansystems, sowie E. H. Harrimans und Jaeob S. Schiffs und anderer wegen Beschränkung des Handels laut Kongreßakte vom 2. Juli 1890. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 3. Febr. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") 'jinuhclie$Jionevuugen der heurigen Fruchtmarktpreise. Weizen All. 22 25—10.00, Kurhejsifcher Mk.22.25—00.00, La Plata Pik. 24.50—00.00, Kansas Alk. 24.50—00.00, Roggen (hiesiger) Mk 20.50—20.75, Gersle (Wetlerauer) Pik. 18.50—19.25, Franken- selber Mk. 21.75—22.75, Haier 17.50-18.75, Mais Mk. 16.00—16.25. Weizenmehl Alk. 31.75—32.00, 00—00, 2. Qualität Mk. 30.75 bis Atk.3 .00, 3. Qualität Mk. 29.25—29.50, Roggenmehl 0 Mk. 31.50—31.00, l.Qualuät All. 80.50—31.00, Weizenklew Alk. 11.25 ins Alk. 11.50, Roggeuklere Alk. 13.25—13.50, Mcuskeune Mk. 12.50 bis Alk. 13.00, Frauken, Pfälzer, Ried Alk. 21.75—22.75. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frautsurt a. M., 3. Febr. (Telegr. Orig.-Bericht des .Gieß. Anz."). Amll. Notierungen der heriugen Viehmarktprerie. Zuur Verkäme standen: 395 Ochsen, 140 aus Oesterreich, 64 Bullen, 1 aus Oeslerrelch, 0 aus Dänemark, 832 Kühe, Fersen, Stiere und Rirlder, 0 ans Dänemark, 367 Kälber, 309 Schale und Hämmel, 00 Schale alls Leslerreich, 00 Ziegen, 2038 Schweine. Bezahlt wurde si'ir 100 Pfund Schlachtgelvicht Ochsen 1. Qtialitäi 76—80 Mk., 2. Qual 73—75 Alk., 3. Qual. 62—66Alt.; Bullen 1. Qual. 67 bis 69 Alk., 2. Qual. 64—66 Alk.; Kühe 1. Qual. 70—00 Alk., 2. Qual. 64—66 Alk., 3. Qual. 48- 50 A.t, 4. Quak. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00Alk. Kälber: 1. Qual.92—95 Pig., Lebendgewicht54—57 Pi., 2. Qual. 75—82 Pig., Lebendgewicht 43—48 Pig., Schlachtgewicht 60-63 Pig. Schaie: 1. Qual. 80—00, 2. Qual. 70—00 Pig., 3. Qual. 00—00 Pig.; Schweine 1. Qual. 59—60 Pig., Lebdgew. 47,0—48.00 Pfg., 2. Qu. 4 - - 46,5 Pig., Lebendgeiv. 00,0—00 Pig., 3. Qual. 50—53 Pfg. Lebendgew. 00 Pig. Geschäft mittelmäßig, Ucbemanb unbedeutend. Mcherül. Uederjicht derCsderMe i. fr. Stabt Eschen. 1. Woche. Boni 1.—4. Januar 1908. (Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 linkt. 1600 Alaun Militär.) Sterblichkeitsztsser: 12,13 d,90, nach Abzug von 3 Lrlsiremden' 5,12 7m. Kinder A n m.: D w m Klammern gesetzten Ziffern geben an, ime viel der Todesfälle m der betreffenden Krankheit atü von answärrs nach Gkeßen gebrachte Kranke lonkmen. __ Es starbeii au: Zusaninien: Erwachsene: im vonr 1. Lebensjahr: 2.—15. Ja hi Tuberkiilose 2(1) des Gehirns 2(1) — — Aiajern 1 — 1 — Lchlagfluß 1 1 — — Krebs 1 1 — — Allersschwäche KD 1(1) — — Verunglückung KD 111) — — Summa: 7 (3) 4(2) 1 2(1) Tttrehttche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Heute Montag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, im Konfir- mandensaale der Johannestlrche: B t b e l st u n d e. Piarrer A u s s e l d. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Februar 1908 'Barometer aui 0° reduziert Temperatiir der Lust Absoliite Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit cn z> § Windstärke Wett« 2. 2" 748,9 — 0,5 3.5 79 EWE 4 Sonnenschein 2. 9n 752,5 -2,1 3,3 83 ENE 2 Bed. Himmel 3. 7“ 753,6 — 3,2 3,0 82 NNE 2 n m Höchst : Temr eralur am 1 —2. Februa — - - 1,0 • c. Niedrigste 1 -2 u — — - 2,4 • c. Gießener Wetterdienst. Boranssichtlichc Witterung für Hesjcu am Dienstag »e* A. Februar 1908: Aletst heiler uud trockeu. Frost. Nördliche Wmde. , ,, i __■,!■■■ .r , ______■!_ _ । »S GriginaL-Drahtnreldunge». Berlin, 3. Febr. Der Kaiser war üoer die Nachricht vorn Königsmorde aus das tiefste erschüttert. Schon um 8 Uhr morgens begab er sich zum Reichskanzler, mit dem er eine lange und lebhaft bewegte Unterredung Hatto. Berlin, 3. Feor. Lieber den Königsmorö in Portugal schreibt die „Voss. Ztg.": Ter König unb der Kronprinz sind gefallen, aber das angestrebte Ziel ist nicht erreicht worden. Ten Gewinn werden wohl nur die konstitutionellen Monarchisten haoeu. Es ist schwerlich daran zu denken, daß die Regllrungs-^Nethode des letzten Jahres aufreckst erhalten werden kann. — Tas Berliner Tageblatt schreibt: Es hat sich gezeigt, wohin die salsche Sicherheit und die Faustpol k t i k F r a n e o s die timtgliaje Familie geführt haben. Der v o l k s f r e m d e H o ch m u t n n d d i e o p t i m i st i s ch e Eitelkeit sind schlechte Ratgeber an Fürstenhöfen. Frankfurt a. M., 3. Febr. Bei einem hiesigen Bankier ist aus Lissabon die Nachricht zugegangen, daß in Lissabon und aus dem Lande die Ruhe wieder hergestellt worden sei. — Mit der Bildung eines neuen, Konzenttationsministeriums ist Admiral Ferreira betraut worden. Rom, 3. F-ebr. ^-.c Königin-Witwe Margherita telegraphierte der Königin von Portugal: Niemand ist besser im Stande, deinen Schmerz zy erfassen, als ich. Lissabon, 3. Febr. Folgende Einzelheiten über das Verbrechen werden noch bekannt: Große Volksmenge^ hatten sich an dem Weg angesammelt, nm die Königliche Familie zu sehen. Plötzlich trat ein Mann, der in einen Sportanzug gekleidet war, vor und schoß dem König, dessen Wagen im gewöhnlichen Tempo fuhr, in die linke Seite. Die Königin und der Kronprinz stießen Schreie aus, während der Mörder einen zweiten Schuß abgab, der dem König in den Rckicken drang. Mehrere Personen stürzten sich auf den Mörder, der noch einen 3. Schuß abgab, und überwältigten ihn. Während des Tumultes drang ein zweiter in eilten Mantel gehüllter Mann vor und gab zwei Schüsse ab, die den Monprinzen in das Gesicht und in die Brust trafen. Ein Polizeibeamter tötete ihn mit dem Säbel. Lissabon, 3. Febr. Bis jetzt wurden mehrere hundert Verhaftungen vorgeuommen. Die Iden- tität von zwei Attentätern ist jetzt festgestellt. Ter eine ist ein früherer Unteroffizier namens Bulea, der bis jetzt in Lissabon als Privatlehrer lebte und Anarchist ist, der andere ein Buch h a lter. Die Nachricht, daß ein anderer Attentäter sranzö,ischer Nationalität sei, bestätigt sich nicht. Madrid, 3. Febr. Tas Ministerium des Aeußern in Lissabon teilt mit, daß die Mörder des Königs sechs mit ^Karabinern nnd Revolvern bewaffnete Leute waren, die von politischen Agitatoren bezahlt wurden. Unter den Getöteten be.indet sich ein Franzose, der das für das Attentat- bezahlte Geld in der Tasche hatte. Madrid, 3. Febr. Die Militärbehörde erhielt die Weisung, die portugiesische Grenze scharf zu b e w a ch e m Die Polizei beobachtet die in Madrid sich aufi haltenden portugiesischen Agitatoren scharf. Das Milii tär ist in den Kasernen konsigniert. Mit eng-, lischem Einverständnis wird ein Truppenkorps gegen Por^ tugal konzentriert und nahe an der Grenze gehalten. In Madrid wurde gestern die militärische Bewachung überaus verstärkt. Madrid, 3. Febr. Aus Lissabon wird gemeldet: Die Königin Amalie zeigte bewundernswerten Mut. Augenzeugen konstatieren, daß sie versuchte, dis Mörder abzuwehren, indem sie einem von ihnen ein Vlu- menbouquet ins Gesicht warf. Dann fielfieohnmäch- t i g nieder. Madrid, 3. Febr. Die englische Atlantikflotte erhielt Ausirag, von Vigo nach Lissabon zu gehen, um die dortigen Ereigni,he zu beobachten. Paris, 3. Febr. Einflußreiche Mitglieder der hiesigen portugiesischen Kolonie versichern, daß man in Lissabon bereits s eit einigen Tagen einen Gewaltakt erwartete. Man begte ft - _.t PpttnrismuS ixr Regierung nickst und halt ihn für verdammenswert. HoLz-Verfteigerungerr der Gräflichen Oberförsterei Laubach. L Montag den 10. Februar nach Zusammenkunst IOV4 Ubr an der Kreuzung der Lkreisstraße Laubach—Sckionen mir dem Vieinalweg Freienseen—Gonterskirchen, aus 1) Eiclökopf: Buche, nn: 550 Scheiter, 101 Prügel, 79 Stöcke, 83 Reiserprugel, 25 Erle- vruael, 22 Nadelstöcke. 2) Fcldchcu: Buche, rin: 3,9 Scheiter 2. Kl., 7,8 Prügel 2. Kl., 21 Stöcke 1. Kl.. 33 Reiserprügel. 3) ftoblrciicr aus genannten Schlägen unb Holz unter Nr. 2 uuvorgezeigt im Eselslops. 2. Dienstag den 11. Februar nach Zusammenkunft 10V2 Uhr an den Hirschrötyer Wiesen aus 1) Hirckchrotb: Buche, rm: 487 Scheiter I.u. 2. Kl., 153 Prügel, 93 Stöcke, 128 Reiserprügel. 2) Lcnzcsbcrg uud Hubberg: Luche, rm: 5 Scheiter, 122 Prügel, 6 Stöcke, 25 Reiserprügel, 44 Stamm-, 48 Zopfreuer, 13/ Eichenprügel, 12 Eichenstammreiser. Stämme: 2 Birken 12/17 lg., 21/23 Mitte = 1,31 Fm., 1 Kirschbaum 10 lg., 29 em Dchm. -- 0,66 Fni. Stangen: 2 Eschen 10 lg., 11 cm Dchm. = ^19 Qm., §7 Fichten 3. Kl. - 245 Fm. 3) Sittach: Buchen, rm: 12,2 Scheiter 2. Kl.. 49 Stöcke, 77 Reiserprügel, 26 Eichenscheit, 18 Eichen- und Kirschbaumprugel, 3 Eichenstämme 5—6 m lg., 45—62 cm Dchm. «Glasertwlz). 4) Zlolst- reifer, flächenweise. Das Holz unter Nr. 2, 3, 4 wird nnvorgezeiat ausgeboten, das mit Kalk bespritzte Holz nicht versteigert. [B8/. aus Emser '/ Mtel 80 U den Emser MstieMen Lösend, den Hustenreiz mildernd, längern Katarrhen vorbeugend. Pastillen] Amibor’scte Höhere üaEdelslenranstalt Gegründet 1849 ZU Gera fit. Drei Abteilungen Behördliche Beihilfe. Reifezeugnisse berechtigen für den einjährig-freiwilligen Militärdienst. 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