Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. Ausland. Man lese den Gießener Anzeiger die Geschäfts* igen auf btns Me Briefträger, unsere Zweigstellen und unterstützen. Provinz Oberheffen. stütz! wird. Ter seitherige Abge- Marineminister T h o m s o n, der ja nur auszubaden hatte, was seine Vorgänger im Amte gesündigt, opferte sich und rettete auf solche Weise das Kabinett. Sel/r fraglich erscheint es, ob auch in Rußland die drohende Ministerkrise so leicht überwunden werden wird. Iswolskys Stellung soll erschüttert sein, und auch einige andere Minister scheinen die längste Zeit im Amte gewesen zu sein, wie beispielsweise der erzrcaklionäre, echtrussische Minister für „VolkSaufklärung" mit dem echt russischen Namen Schwarz. Gras Witte, der sich in den letzten Jahren von der Politik fern gehalten hatte, soll wiederum für einen hohen Posten auSersehen sein. Daß die politische Laufbahn dieses ManneS noch nicht abgeschlossen sein würde, das konnte man sich allerdings schon selbst sagen. poiitijcbc Wochenschau. Gießen, den 24. Oktober. Die hessischenLandtagswahlcn stehen vor der Tür, und die einzelnen Parteien sammeln ihre Streiter. Hie Nationalliberale, und hie Freisinnige! So tönt das Feldgeschrei. Hier — die Politiker des Möglichen, die das direkte Wahlrecht unter Berücksichtigung der gegebenen Verhältnisse zu erlangen hoffen; dort — die ungestümen, temperamentvollen Förderer einer bedingungslosen Gewährung des direkten Wahlrechts, ohne jede Aenderung der §§ 67 und 75 der Verfassung. Die lauten Kampfesruse der Parteien haben alle politischen Leidenschaften wach- gerusen. Wo ehemals freundliche, nachbarliche Beziehungen l-errschten, zum Wohl der Allgemeinheit, da herrscht heute Feindschaft und Krieg. Vergessen ist es, daß beide Parteien das gleiche Ziel haben, man sieht nur noch das Trennende. Man ist erbittert darüber, daß der Nachbar nicht auch den gleichen Weg gewählt hat. Alle anderen Feindschaften sind immer mehr in den Hintergrund getreten, Feindschaften gegen die Roten und Feindschaften gegen die Schwarzen. Die diesmaligen hessischen Landtagswahlen stehen im Zeichen der Feindschaft zweier liberalen Gruppen. Hier bei uns in Gießen hat diese Feindschaft ja nur eine verhältnismäßig milde Form ange- nontmen, aber sie ist doch da, und der Gesamtliberalismus wird auch hier, ebenso wie im ganzen Lande später einmal die Kosten dieser Feindschaft zu tragen haben. Es war keine weitausschauende Politik, die solche Feindschaft großgezogen hat. So wie die Dinge sich hier zugespitzt haben, ist zu befürchten, daß es uns mit der hessischen Wahlrechtsvorlage ebenso ergehen kann, wie jetzt in Mecklenburg. Dort hat die Regierung den Landtag unter dem Ausdruck des Bedauerns darüber schließen müssen, daß eine Einigung der Stände über die Abänderung der Landesverfassung nicht erfolgt ist. Eine Politik des Alles oder Nichts ist in Mecklenburg natürlich nicht zutage getreten, dort wäre das Mrge^tum schon mit sehr wenigem zufrieden gewesen; aber selbst dieses Wenige bleibt ihm durch den Widerstand der mecklenburgischen Ritterschaft versagt. In Hessen liegen die Verhältnisse ja keineswegs so schlimm; unsere Erste Kammer läßt mit sich reden, aber mit einem auch noch so lauten Kampfgeschrei: „Alles oder Nichts" läßt sich auch Notstandsarbeiten oder ausreichende Arbeitsunlerstützung fordert. hier nur das Nichts erreichen. Eine Aenderung des Wahlrechts ist nun endlich auch in Preußen durch die T h r o n r e d e bei der Eröjfnung des Landtages in Aussicht gestellt worden. Viel verrät die Thronrede allerdings einstwellen noch nicht über die Einzelheiten der Wahlrechtsreform, aber schon die Tatsache, daß sie kommen soll, verdient in Preußen Beachtung. Wahrscheinlich soll es ein Pluralwahlrecht werden, vielleicht ähnlich, wie man es jetzt auch in Sachsen einführen will. Wichtig an der preußischen Thronrede war ferner die Ankündigung einer umfangreichen Beamtenvorlage und der damit verbundenen neuen Steuern. Die Erhöhung der Beamtenbesoldung kommt dem preußischen Staat nicht weniger als 252 Millionen Mark zu stehen. Besonderes Aufsehen hat es erregt, daß die Thronrede auch der auswärtigen Politik gedacht hat. Das ist sonst in Preußen nicht Brauch gewesen. Allerdings sind die Vorgänge in der auswärtigen Politik bedeutsam genug, um eine solche Neuerung zu rechtfertigen. Hinzu kommt dann ferner der Umstand, daß der Reichstag noch in den Ferien weilt, und die Nation doch ein Recht hat, von offizieller Stelle aus über die Weltlage unterrichtet zu werden. Welchen Verlauf die K r i s i s i m O r i e n t nehmen wird, das weiß freilich niemand, und jetzt bringt fast jeder Tag neue Ueberraschungen. Die Stimmung ist im allgemeinen ja ruhiger geworden; selbst in Serbien. Die Bemühungen der Mächte, die Balkanstaaten zu einer Vernünftigeren Auffassung der Lage zu führen, sind also nicht ohne Erfolg gewesen. Auch die Boykottbewegung gegen Oesterreich in der Türkei hat so ziemlich aufgehört. Aber darüber hinaus ist die Lage so verworren wie nur möglich. Kommt die Balkankonferenz zustande oder werden die beteiligten Staaten durch direkte Verhandlungen zum Ziele kommen, das ist jetzt die Frage, die den Diplomaten am Bosporus und den Auswärtigen Aemtern in London, Berlin und St. Petersburg genügend zu schaffen macht. Am rührigsten ist England zurzeit in seinen Bemühungen um die Gunst der Türken; man will den deutschen Einfluß am Goldenen Horn brechen und mühelos ernten, was andere gesät haben. In Oesterreich hat derweilen nicht einmal der Ernst der auswärtigen Lage die Tschechen vermocht, wenigstens im Innern Frieden zu halten, und so ist es denn wiederum zu schweren Zusammenstößen mit den Deutschen in Böhmen gekommen. Das Ministerium Beck steht diesen Vorgängen ziemlich ratlos gegenüber, und nur der Wille des greisen Monarchen ist es, der eute Ministerkrise verhindert. Auch in Frankreich hat es in den letzten Tagen bedenklich gekriselt, als in der Kammer die Mißstände in der Marine zur Sprache gebracht wurden. Es hätte leicht geschehen rönnen, daß das Kabinett zu Falle kam. Aber grötzte und reichhaltigste Tageszeitung Gberhesjenr mit 6en Beilagen „SamUienblätter", „Landwirtlch-chUch- SeMagen" und dem Kreisblatt für den Kreis Sieben. Auflage über 15000 Expl. LaMagZwahweWegung. Nachstehend bringen wir eine Liste der bis jetzt ausgestellten Kandidaten für die diesjährige Landtagswahl unter Hinzufügung der Parteien, die sie aufgestellt haben, bezw. Wahlbezirk Giepen-Stadt. Die Freisinnigen stellen den seitherigen Kandidaten Geh. Justiziar Dr. ^UlUeifch wieder auf, der von den Lozialdcinoiralen, die die Kandidatur Krumm zurückgezogen haben, unterstützt wird. Die Nationackibcralen über- lasfen ihren Mitgliedern die Entscheidung. . . < . Wahlbezirk Friedberg-Stadt, Aev seitherige Jb-. geordnete Buchdruckereibesttzer Beigeordneter Damm ureistmng) tiuibiöievt wieder. Er wird von den Sozialdemokraten uruersmtzt. Gegenkandidat ist der naUonaUlberale Beigeordnete Julttzrat Windecker, der vom Bund der Landwirte und ooM Zentrum unter- 1U Zayre nacy ,einem ^ooe, oeiuirit ijul, iuiwuii suu Bestimmung des Gründers der Walhalla. Es sollen keine Tagesberühmtheiten in Walhall Eingang finden, sondern nur die wirklich Großen, deren Bedeutung man auch noch zehn Jahre nach ihrem Tode nicht vergessen hat. Es ist vielfach aufgefallen, daß bei der Bismarckfeier in der Walhalla weder der Kaiser noch der bayrische Hof vertreten waren. Welche Ursachen die allerhöchsten Herrschaften fern- gehalten haben, darüber ist nichts Authentisches bekannt geworden. Sehr angenehm berührt aber hat eS, daß wenigstens der derzeitige deutsche Reichskanzlei bent^ Andenken seines großen Vorgängers den gebührenden Tribut gezollt hat. Die warmherzige Ansprache Bülows bei der Feier ließ es fast vergessen, daß es in Berlin auch einmal eine Zeit gegeben hat, in der eS unschicklich erschien, den Namen Bismarck zu erwähnen. E. A. Man mag über Witte denken, wie man will, nur das eine wird man zugeben müssen, daß er die übrigen russischen Diplomaten und Politiker in jeder Weise um Haupteslänge überragt, wenn er auch an sich feine derartig überwältigende Persönlichkeit ist, wie etwa Bismarck, dem man nun endlich auch ein Plätzchen in der Walhalla zu Regensburg eingeräumt hat. König Ludwig I. hatte bc kanntlich in der Walhalla ein Denkmal deutschen Ruhmes und deutscher Größe gegründet. Die besten Söhne Germaniens sollten dort in Marmor verewigt werben. .Manchem wird es nun aufgefallen fein, daß Bismarck erst so spät in die Reihe der „Walhalla-Genossen" eingerückt ist, denn wenn einer, so ist es doch Bismarck, der Anspruch auf einen Platz girier den hervorragendsten Geistern Deutsch- lands hat. Aber es ist nicht etwa kleinlicher Partikularis- _ .. . mus, der eine so späte Aufstellung der Büste Bismarcks, {teile des Lietzener Anzeigers nehmen BqteUungen 10 Jahre nach seinem Tode, bewirkt hat, sondern eüic. Gießener Anzeiger entgegen. ordnete Justiziar Reh (heil.) kandidiert wieder. . Wahlbezirk G r ü n d e r g - G5 i c & e n. Tie deulsch-sozia e Partei hat in Gemeinschaft mit dem Bund der Landwirte anpelle des seitherigen Abgeordneten Hirfchel den Gutsbesitzer Lutz von Elpenrod ausgestellt.' Außerdem ist noch Bürgermeister Benner von Treis Kandidat, der biejen beiden Parreirichlungen cbcniaUö .angehört. Kandidat der NalionaUiberaleu ist Bürgermeister Lang von Odenharrien, Kandidat der Linksliberalen BürgermeMer Saun von Wettershain. Letzterer erhält )edenialls auch bie fozialbemolraufcherr Stimmen. , .. Wahlbezirk Butzbach-Bab-Nau heim. Ter ,ert- herrge Abg. Alibürger>neister I o u tz von Butzbach (Fraktion be§ Bauernbundes) bewirbt sich ivieder um das Mandat. Di« deurfchfoziale und die christlichfozlale Parier haben den Landwirt Fenchel von Ober - Hörgern awgestellt. Ter Bund bet Landwirte Hal seinen Anhängern die Wahl zwischen Joutz und Fenchel srer- gegeben. Frühere Meldungen, bad auch noch Bürgermeister Gelber voil Ober • Mörlen (Zentrum) und Mebizinalrat Dr. Bogt von Butzbach (nationalliberal) awgestellr seien, wurden später roteber bemeutiert. ,. , . Wahlbezirk Lauterbach-Schlitz. Ter blSher.ge Vertreter SSiuflenncifter Slöpler von Lauterbach ist von den Na- tiol,alllberaleu wieder aufgestellt worden imö findet auch die Unterstützung des Bundes der Landwirte. Gegenkandidat ist Bürgermeister Zlußer von Schlitz (deutschsozial). Wahlbezirk Herbstein-Ulrichstein. Alleiniger Bewerber um das Mandat ist der seitherige Abgeordnete Bürgermeister Schmalbach von Crainfeld, der von den Deutichsozialcn und dem Bund der Landwirte anfgestelll ist. Wahlbezirk Schotten-Laubach. Alleiniger Kandidat ist, imd;i>em die deittfchfoziale Vartei die ltanbü)atur des Lehrers Link von Rudingshain zurückgezogen har, Forstmeister Dr. Weber von Konradsvors, der als Aoaevrdncter keiner Fraktion angehürtg und nunmehr vom Bund der Landwirte und den Nationalliberalen. anfgestelll ift Provinz Starkenburg. Wahlbezirk Darmstadt-Siabt. Die seitherigen Ab-1 geordneten Dr. Osann und Dr. G l ä s s i n g (natlib.) kandidieren wieder. Sie werden von den Deutschjozialen unterstützt, nachdem diese die Kandidatur Götz wieder zurückgezogen haben. Von den Freisinnigen wurde Justizrat Gallus und Architekt Rückert aufgrstellt, von den Sozialdemokraten Kaufmann Stephan und Kassenoeamter Friedrich. Wahlbezirk O fsenb ach-Stadt. Die Sozialdemokraten haben ihren seitherigen Vertreter Ulrich wieder nominiert Er findet die Untcrstusung der Lintsliöeralen, während der nationalliberale Kandidat Fabrikant Böhm außerdem vom Zentrum! und den Antisernllen unterstützt wird. Wahlbezirk Michelstadt. Der bisherige Abgeordnete Lana, der nationalliberal ist und tom Bund der Landwirte unterstützt wird, kandidiert wieder. Die Linksiweralen haben Bau- Unternehmer Rein von Michelstadt ausgestellt und die Sozialdemokraten Gemeinderat Hasenzahl von Erbach. Wahlbezirk Waldmichelbach. Wiedeoausgestellt ifl der seitherige naLionallivecale Abgeordnete Dr. Heidenreich. Voraussichtlich toub noch ein Zentrumskandidat aufgestellt Wahlbezirk Reinheim-Groß-Umstadt Der seit-f herige Aogcordnete Schönberger (.natlib. und V. d. L.) wirbt sich wieder um das Mandat, iebod) ist von denselben Parteien! noch Üefonomiattt Waller von Lengfeld ausgestellt Schrapnell - Gewehr-Granate. Am letzten Donnerstag sand in Tavcrsyam der erste Versuch mit der von Martin Hale erfundenen, aus einem Jnfanteriegewchr mittels gewöhnlicher Patrone abzuschie^enden „^chrapiicll- Gewehr-Granate" in Gegenwart der engaiajcn und fremden Sachverständigen statt. Die Granate nriegt ctm 6o0 Gramm; sie iwt eine Maximalschußweite von etwa 30 Metern und berstet beim Aufschlagen auf dem Erdboden. Die Zarin sieht einem freudigen Ereignis entgegen. Der Aufenthalt in den finnischen Scharen hat auf chre angegriffene Gesundheit wohltuend gewirkt. Wie auS Casablanca nadj einem Telegramm der Köln. Ztg." verlautet, sollen die dem deutschen Schutz entrissenen deutschen Legionäre insgeheim erschossen werden. Deutsches NeLch. Die Kronpr i nze > f iu sieht einem: freudigen Ereignis entgegen, das voraussichtlich im nächsten Frühjahr eintreten wird. Die Prinzessin Eitel Friedrich wurde nach dem Militär-Wochenblatt zum Chef des Dragoner-Regi- ment3 v. Arnim (2. Brandend. Nr. 12) ernannt. Prinz Eitel Friedrich wurde von seiner Stellung als Karn- ntanbeur der Leiblompagnie des 1. Garde-Regiments entbunden und zur Dienstleistung bei dem Garde-Husaren- Regiment kommandiert. Zu Ehren des scheidenden englischen Botschafters Sir Franc Lascelles fand gestern abend beim Reick-skanzler ein Mahl statt. Der russische Minister des Auswärtigen, Iswolsky, ist gestern früh aus Baden-Baden in Sberün emgetreffen und in der russischen Botschaft abgestiegen. Heute stattet der Minister dein Reichskanzler einen Besuch ab und wird im Anschluß hieran vom Kaiser in Audienz empfangen werden. J.i Petersburg wird er nächsten Mittwoch zurückerwartet. J-i einer der ersten Dumasitzungen dürfte der Minister dann mit einer Programmrede vor der Volksvertretung erscheinen. Professor Schmo ller ist der erbliche Adel verliehen worden. Das auS Anlaß der Eingeborenenbewegung nach Ponape beorderte Kanonenbwt „Jaguar" ist vorgestern in Jap (West-Karolinen) eingctroffen uiid wird von dort die Fahrt nad) Ponape sortsezen. Im preutz. Abgeordnetenhaufe haben die Nationalliberalen einen Aittrag eingebrackst, die prLußi.che Regierung möge im Bundesrat dahin wirken, daß bei der bevorstehenden Strafprozeßreform das Gerichtsverfassungsgesetz insofern abgeändert werde, daß den Volks- schullehrern die Znlafsung zu dem Geschworenen- und Schösfenamt gewährt wird. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurden die Vorlagen über den Entwurf des Gesetzes betreffend die Preisfeststellung beim Markthandel mit Schlachtvieh, über die Gebühren für den Postüberweisungs-Scheckoerkehr und über die Erweiterung der der Lamburg-Amerika-Paket- fahrt-Aklien-Ge,ellschaft und dem Norddeutschen Lloyd erteilten Erlaubnis zur Beförderung von Auswanderern den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Der BundeSrat hat ferner das Automobil-Haftpflicht-Gesetz mit einigen unbedeutenden Aenderungen, die von dem Ausschuß beantragt wurden, genehmigt. Die wichtigste Aenderung in dem gestern vom BundcSrate angenommenen Automobil- Hastpslicyt-Gesetz gegenüber der im Sommer veröffenllichten Fassung besteht darin, daß die Enischädigungsfummen nicht unerheblich erhöht worden sind. In einer stark besuchten Arbeitslosenversamm- lung in Mannheim wurde lebhaft Klage geführr über den Arbeitsnachweis des J.idustrielicn-Veroanoes, der nur Leuten Arbeit verschafft, die sich als unannehmbar bemerkbar gemacht haben. Eine Refolutioii fanb Annahme, welche srv.251 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Samstag 84. Oktober 1908 SSS| - >iZl7ni/r j| ||2171 MWÖFLKMÄÄ EäV/IviIvIIvI ÜIOVIUVI 2» General-Anzetger für Oberhessen MH tui bte Tagesutuuiuer Natationrdruck und Verlaa der Vrübl'schen Untv.'Vuch- und Zteindruckeret n. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: 5chnlstraße 7. H. Beck. bis oomuttafls 10 Uhr. 3 ... — ..... Wahlbezirk Groß-Umstadt-Dieburg. Dem feit- herigen Abgeordneten Hauck chenischsoz.) wird noch ein national- liberaler und ein klerikaler Kandidat enlgegentreten. Wahlbezirk Lorsch-Gernsheim - Zwingen berg. Der seitherige nationalliberale Abgeordnete Se e li ng er kandidiert, diesmal vom Zentrum ausgestellt, wieder. Die National- liberalen und der Bund der Landwirte stellten den Gutsbesitzer Göbel von Groß-Nohrheim als Kandidat aus und die Sozialdemokraten Schweiger von Bobstadt. . Wahlbezirk Groß-Gerau-Darmstadt. ©iec bewerben sich um da? Mandat der seitherige Abgeordnete Sens- selder (Bund d. Landw., unterstützt von den Dlattonalliberalen) Amtsrichter Tr. Mahr von Darmstadt (deulschsozial), Fabrikant Rink von Tornheim (freisinnig) und Maurerpolier Müller von Griesheim (sozialdenr.) ar t .. Wahlbezirk S e l i gen st a d t - Offen b a ch. Aufgestellt sind der seitherige Abgeordnete Orb (sozialdem.) und Scl)tleider- meister Nessel von Offenbach (Zentrinn, unterstützt von den Ratio- nalliberalen. Provinz Rheinheffen. Wahlbezirk Mainz-Stadt. Wieder bewerben sich Um das Mandat die bisherigen Abgeordneten Tr. David rind Adelung (Sozialdem., unterstützt von Freisinnigen imb Demokraten). Als Gegenkandidaten sind von Nalionattlberalen und Zentrum gemeinsam ausgestellt Dr. Pagenstecher (natlib.) und Iustizrat Dr. Schmidt (Zentrum). Wahlbezirk W o r m s - T t a d t. Ter bisherige Abgeordnete Reinhart (natlib.) kandidiert wieder und findet dabei die Unterstützung des Zentrums. Tie Linksliberalen stellten Justizrat SUem au>, den auch die Sozialdemokraten wählen. Wahlbezirk Bingen-Stadt. Ter ZentrumSmann Pennrich kandidiert ohne Gegenkandidat wieder. Wahlbezirk Pfeddersheim. Auch in diesem Wahlkreis ist dem bisherigen 'Abgeordneten Finger (natlib. u. Bund d. Landw.) bis jetzt kein Gegner aegennbergeslellt worden. Wahlbezirk Oppenheim-O st Hofen - Wörrstadt. Bürgermeister B r a n n, der seitherige natlib. Abgeordnete, kan- didiert wieder. Offizieller Kandidat der Nationalliberalen und des Bundes d. Laiidw. ist Rechtsaiiwalt Tr. Winkler von Oppenheim, srelsinniger Kandidat Pfarrer Korell von Königstädten. Wahlbezirk I n g e l h e i m - N i e d e r-O l m. Ter seitherige Zenlriimsabgeordnele Dr. Irena p ist mit natlib. Hilie wieder aufgestellt, während sich weiter nm das Mandat bewerben Dr. med. Woli von Gonsenheim (sreij.) und Tüncher Reichert von Mornbach (sozdem.). Aus Stadt und Land. Gießen, 24. Oktober 1908. **JneigenerSache. In einer auswärtigen Tageszeitung beschäftigt sich Herr Oswald Riedel mit der Stellungnahme des Gießener Anzeigers zur bevorstehenden Landtagswahl. Wir haben keine Veranlassung auf das aus Lügen und Verdrehungen bestehende Elaborat näher einzugehen, da wir diesen jungen Herrn, der die politischen Verhältnisse offenbar nicht überschauen kann, nach diesem phantastischen Produkt seiner Feder auch beim besten Willen politisch nicht mehr ernst nehmen können. Uebrigens bedauern wir im Interesse der nationalliberalen Partei, daß der augenblickliche Vorstand des nationalliberalen Vereins das politisch unreife Auftreten seines Parteisekretärs Riedel nicht schärfer kontrolliert. Der Gießener Anzeiger hat sich jederzeit bemüht, einen unparteiischen Standpunkt einzunehmen, ohne sich dadurch das Recht der Kritik nach irgend einer Seite hin nehmen zu lassen. * L. U. Landesuniver jität. Dem Assistenzarzt an der hiesigen Universitätsfraucnklinik Dr. Anton Sitzen - freh aus Hruschau (öfterr. Schlesien) wurde die venia legendi für die Fächer der Geburtshilfe und Gynäkologie erteilt. Seine Habilitationsschrift behandelt die Lehre von der kongenitalen Tuberkulose mit besonderer Berücksichtigung der Placentartuberkul.'se. ** Vom Großh. Hofe. Prinz Heinrich von Preußen, der jüngst schon einige Tage zum Besuch im Jagdschloß Wolssgarten weilte und sich dann zur Teilnahme an den Vermählungsfeierlichkeiten nach Vertin begab, wird heute wieder von dort zurückkehren und noch einige Zeit bei der Großherzoglichen Familie verbleiben. Auch Prinzessin .Heinrich trifft mit ihren Kindern im Laufe des Tages in Schloß Wolssgarten ein. Ta man für die nächste Zeit noch andauernd schönes Herbstwetter erwartet, wird das Hoflager vorläufig noch in Wolfsgarten verbleiben. ** Ko nzert-Verein- Tcm Ersuchen des Vorstandes entsprechend, machen wir unsere Leser auf das Inserat in unserer heutigen Nummer bcso.'ders aufmerksam. Es enthält das ausführliche Programm des ersten Konzertes am 1. November, zu dem der berühmte Lauten-Sänger Robert Kothe verpflichtet ist und benachrichtigt die Mitglieder, daß die Abonnementskarten bei Ernst CH al li er zur Abholung bereit liegen. ** Kunstverein. Heute sind wieder eine Anzahl neuer Gemälde der Ausstellung eingereiht worden, so daß sie nun 120 Bilder enthält. Nächste Woche wird wieder ein kleiner Wechsel der Gemälde vorgenommen. ** F r a ue n st i m mr e ch!. Man schreibt uns: Wie kommen Frauen und Männer zu dieser Forderung? Was erhoffen fie von ihrer Verwirklichung? Im Programm des „Bundes deutscher Frauenvereine", der außer den konfessionellen alle Fraucnvereine Deutschlands umschließt, lesen wir die Antwort: „Durch die Einschränkung ihrer Rechte und Pflichten in der heutigen Gesellschaftsordnung ist die Frau von dec Mitarbeit an großen, bedeutsamen Lebensgebieten ausgeschlossen . . . Ein stärkerer Einfluß der Frau auch im öffentlichen Leben ist für die ge,unoe Weiterentwicklung unserer Kultur unbedingt notwendig... In so hohem Grade auch die Frauenbewegung eine Bewegung der Geister ist, so viel anderseits darauf ankommt, daß jede einzelne Frau in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Wir- kungskreiie die Joeale der Bewegung zu erfüllen sucht, so unzweifelhaft Die wirtschaftlichen B-rhältNis.e ganz von selbst erwerbsmäßige Frauenarbeit steigern und dem Frauen- einfluß im öffentlichen Leben Nachdruck geben — jo werden die Frauen doch niemals ihre Anschauungen voll zur Geltung bringen, wenn sie nicht durch Ausübung des politischen Wahlrechts auch eine reale Macht im nationalen Leben darstellen." Deshalb muß der Frau eine Mitwirkung ermöglicht werden bei allen staatlichen, kommunalen und nrchlichen Körperschaften, wo doch überall Fragen entschieden, Verfügungen gegeben werden, die sie ebenso gut angeh. n wie die Männer, zu benen sie Stellung nehmen muß als Weib, als Staatsbürger, als Mensch. In allen üorigen Kulturländern ist die StimmungSbewegung >chon weiter gediehen als gerade in unserem Vaterland, der Ausblick in andere Länder kann uns Deutsche nur beschämen und muß uns anspornen, das Versäumte nachzuholen, soll Deutschland s ine Steilung unter den führenden Kulturmächien bewahren. J,i Den V - inigten Staaten das volle poiiti.che Stimmreä v .-gleich, n in samt liehen australiichen Kolonien außer V!ior.. 3.1 Nvrweg n erhielten die Frauen 1901 das kommunale, 1807 das politi-ije Wahlrecht. In Finnland, das 1906 die vollkommene politische Gleichberechtigung durchgeführt hat, sitzen 21 Frauen im Parlament. In ^weden erhielten die Frauen schon 1862 das kommunale Wahlrecht, und sie hoffen vom kommenden Reichstag auch die Gewährung des vollen politischen Stimmrechts. Wie in Schweden verhält es sich auch in England. In Holland, Dänemark, Belgien, jüngst auch m Italien, Spanien, überall setzt in den letzten Jahren die Bewegung mächtig ein und zeitigt überraschende Erfolge. Sogar in dem als rückschrittlich verschrieenen Spanien hat in diesem Jahre in Madrid der Ausschuß einen Gesetzes- Vorschlag angenommen, worin den Frauen das Gemeinderatswahlrecht zugestanden wird. Wie steht es in Deutschland? Im Jahre 1902 wurde in Hamburg der deutsche Verein für Frauenstimmrecht gegründet unter Führung von Dr. jur. Anita Augspurg, Lida Gustava Heymann, Minna Sauer, Martha Zick. Sein satzungsgemäß festgelegter Zweck ist, „für die deutschen Frauen die politische Gleichberechtigung zu erkämpfen und den Frauen die Ausübung der politischen Rechte zu sichern . . . die Frauen, die im Besitz politischer oder sonstiger Stimmrechte sind, zur Aalsübung derselben zu veranlassen." „Ter Verein steht nicht auf dem Boden einer bestimmten politischen Partei, ebensowenig einer Partei oder Richtung innerhalb der Frauenbewegung." Auch in Hessen, das von seiner seit langem existierenden Vereins- und Versammlungsfreiheit nicht viel Gebrauch gemacht hat, beginnt die Bewegung Anhänger zu gewinnen. In Mainz, Worms, Darmstadt, Nauheim bestehen schon Ortsgruppen, und man hofft, auch die hiesigen Kreise durch Veranstaltung eines öffentlichen Vortrags für diese hochaktuelle Frage zu interessieren, zumal man eine vorzügliche Rednerin und bekannte Führerin in der Bewegung für den Vortrag gewonnen hat. (Siehe 5. qerat) Die Revierschutzleute haben gestern mit der Einholung der Hauslisten begonnen. Die Herren Hausbesitzer oder deren Stellvertreter werden dringend gebeten, die ausgesüllten Listen bereit zu halten und den Schutzleuten zu übergeben. Geld an. Er versah sich dann Noch mit Zigarren, Eßwaren unti Getränken und nahm ein Paar Schube mit, die im Wirtslokal standen, um dann seine Wanderung fortzusetzen. Seine Eltern wollen wegen seines schlechten Lebenswandels nichts mehr von ihm wissen. Seine Vorstrafe berücksichtigend, wurde auf vier Monate Gefängnis erkannt. Sehn Sie, das ist ein Geschäft. Gegen den Bankier A. ö. aus Braunschweig war wegen Vergehens gegen das Gesetz betreffend den Handel mit Anteilen und Abschnitten von Losen Anklage erhoben worden. Er hatte dem Lanterb. Anz. einen Prospekt beilegen lassen, in dem er als Geschäftsführer der Serienlosgesellschafi „Brunonia" zum Beitritt auffordertc. Es war ihm auch Betrugsversuch zur Last gelegt, da er behauptete, die Gewinnchancen seien kolossal, es gebe jeden Monat einen Gewinn, Rieten gäbe es nicht nsw. Unter Anführung der Höchsttreffer aus den monatlich slattfinden- den Ziehungen preist er die soliden Grundsätze der „Brunonia" und ihre zuverlässige Geschästsführung. Ein Notar kontrolliere auch die Gewinnliste und habe die Lose in Verwahr und sorge dafür, daß alle Ueberschüsse und Gewinne den Mitgliedern zugute kämen. Dabei warnte er vor den Lübecker und Hamburger Serienlosgesellschaften, die auf Ausbeutung des Publikums berechnet seien. Der Angellagte behauptete, sein Verhalten entspräche den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Das Schöffengericht nahm an, der Angeklagte habe nur eine Umgehung des Gesetzes beabsichtigt und erkannte auf eine Geldstrafe von 500 Mk. unter Freisprechung der Anklage wegen Vetrugsversuchs. Infolge Berufung des Angeklagten hatte sich die Strafkainmer mit der Angelegenheit zu befassen. Diese hiell den vorn Schöffengericht angenommenen Beweis nicht für geführt und sprach den Angeklagten auch wegen des Vergehens gegen das Lotteriegesetz frei. Infolge Revision der Staatsanwaltfchaft hob das Oberlandesgericht das Urteil auf und verwies die Sache an die Strastammer zurück Es wurden Ermittelungen über das Geschäftsaebahren des Angeklagten angestcllt, wobei es sich heraussteÜte, daß der Angeklagte in mancher Beziehung die Unwahrheit gesagt hat. Das ganze Gefchäftsgebahrsn ist nicht einwandfrei. Während bei Zusendung des ersten Monatsbeitrags, nach dem einen Paragraphen, die Mitgliedschaft für das ganze Jahr erworben sein soll, besagt der andere, das nicht weiter zahlende Mitglied habe keinen Anspruch auf die gezogenen Gewinne und wieder andere Paragraphen widersprechen sich inbezug auf das Eigentum der Lose. Interessant waren die Bekundungen eines als Zeugen vernommenen Bankiers, der Mitglied der Brunonia wurde, um ihr Geschästsgcbahren kennen zu lernen. Die Gesellschaft ist in Gruppen von je 100 Personen eingeteilt, die zusammen je 12 000 Mk. einzahlen; von feder Gruppe hatte der Angeklagte ein Jahreseinkommen von 1200 Mk.: von den 12 000 Mk. seilte er für den Ankauf der Lose 9000 Mk, verwenden, er vcrw.ndete aber durchschnittlich nur 4—6000 Mk. Das Gericht rechnete ihm bei 19 Gruppen ein Jahreseinkommen von 100 000 bis 200 000 Mark heraus: es dürfte aber noch bedeutend höher gewesen sein, da die Rede von 48 Gruppen war. Sämtliche gegen ihn! erkannten Geldstrafen und Kosten, die Bureaukosten und die Auslagen und Tagegelder des Angeklagten wurden der Gesellschaft zur Last gelegt. Somit war die frühere Behauptung des Angeklagten, er beziehe für seine ganze Tätigkeit jährlich 1200 Mk., zurückgewicsen. Daß unter diesen Umstanden die Spieler im günstigsten Fall nur s/i ihres Einsatzes erhielten, war nicht zu verwundern. Das Gericht kam dem Antrag der Staatsanwaltschaft nach und verurteilte den Angeklagten zu der Maximalstrafe von 1500 Mark. Adretzbuch-Verlag. ■ ** Anlagcmusik findet am Sonntag morgen um H1/2 Uhr in der Süd-Anlage mit folgendem Spielplan statt: 1. Ouvertüre z. Oplle. Frau Luna von Lincke. 2. Maritana- Wcftzer von Dellinger. 3. Introduktion a. d. Op. Carmen von Bizet 4. Kösener S. C.-Marsch von Metz. z. Aus dem Scheid et al, 23. Oft. Der Hessen- Nassauische Hüttenverein, der 1905 unterhalb Oberscheld den ersten Hochofen in Betrieb setzte, hat nunmehr den zweiten Hochofen erbaut und damit eine elektrische Zentrale verbunden. Letztere wird einesteils als elektrische Energie nach den Grubenfeldem des Schelderwaldes geleitet, um bei der Erzgewinnung und -Aufbereitung Verwendung zu finden, andererseits nimmt die Gemeinde Niederscheld Anschluß. Die Bewohner erljatten elektrisches Licht zu 35 Psg. die Kilowattstunde. Die Gemeinde zahlt nur 20 Psg. Zur Beleuchtung der Ortsstraßen werden 39 Lampen aufgestellt, noch vor Winter wird die Anlage in Betrieb genommen. Voraussichtlich werden demnächst Oberscheld, Dillenburg, Eibach usw. an die Elektriz itätsanlage angeschlossen. Wer vor etwa 15 Jahren die Dörfer Ober- und Niederscheld gekannt hat und sie jetzt wieder besucht, kann sich nicht genug darüber wundern, welche großartigen Berriebserwellerungen das Berg- und Hüttenwesen hier erfahren hat. Gietzcner etraitanimer. ) ( Gießen, 23. Oktober. Die verschwundene Uhr. Im letzten Sommer wollte ein hiesiges Dienstmädchen fein in der Mansarde befindliches Zimmer aufschließen, was ihm trotz aller Bemühungen nicht gelang. Es vermutete, cs habe sich jemand in dem Zimmer eingeschlossen und benachrichtigte die Wach- und Schließgeiellschast, die ihr das Zimmer öffnete. An den durchwühlten Sachen des Mädchens war zu erkennen, daß sich jemand dort zu schaffen gemacht hatte. Nach einigen Wochen vermißte das Mädchen seine Uhr und es sprach Verdacht gegen den int nämlichen Hause beschäftigten Schreinerlehrling Fr. Oe. aus Hanau, der neben ihr sein Zimmer hatte, öffentlich aus und stellte ihn zur Rede. Dieser bestritt alles. Als infolge Ablebens des Meisters die Werkstätte ausgeräumt wurde, fand man die Uhr versteckt vor. Der Junge yab nunmehr den Diebstahl zu, er will aber nur e i n m a l das Ztmmer geöffnet haben. Nach leinen Angaben wollte er die Uhr dauernd behallen, trotzdem er angab, er habe sie nur benötigt, um Sonntags rechtzeitig zu Hause sein zu können. Unter Berücksichtigung der mangelhaften Erziehung des Jungen, der Waise ist, und seine geringe Begabung war eine Gefängnisstrafe von einer Woche angezeigt, die aber auf dem Gnadenwege bedingungsweise erlassen werden dürfte. Ein Hoffnungsvoller. Einem Wirt zu Groß-Karben wurden im letzten Herbst durch Einschlagen einer Fensterscheibe nachts zwei Kistchen Zigarren und mehrere Flaschen Spirituosen, Eßwaren und 8—10 Mark GKd, das sich in einem Automaten befand, gestohlen. Man hatte von dem Täter keine Spur, bis der aus der Erziehungsanstalt Aumühle bei Darmstadt entwichene Zögling H. F. aus Kassel wieder ergriffen und nach der Anstalt zurückgebracht wurde. '21111, dem Transport erzählte er seinem Begleiter, als sie bei Groß-Karben vorbeifuhren, er habe den Einbruch mit einem anderen Zwangszogling verübt. Bei seiner Vernehmung behauptete F., er habe den Transporteur belogen: auf Vorhalt gcstand er aber den Diebstahl ein. Er kam auf der Wanderschaft nach Frankfurt a. M. durch Groß-Karben und er versteckte sich in der Sch uer des Wirtes. Um Mitternacht zertrümmerie er die Fenftcrscheibe und stieg ein; er zwängte die zum Keller führende Ture aui, verschaffte sich einen Schraubenschlüssel, mit dem er das Geldkästchen des Automaten aufbrach und eignete sich das Brauerei Binding, Aktien-Gesellschaft, Frankfurt am Main. Wie empfindlich das Braucreigewerbc von einer ganzen Reihe Widrigkeiten, wie schlechte Ernte, hohe Preise für Rohmaterialien, teure Löhne und nicht zum mindesten auch Rückgang des Konsums betroffen worden ist, geht nun mich aus dem Abschluß dieser Brauerei hervor, die durch eine Reihe von Jahren eine Dividende von 13 Proz. verteilen Tonnte, nun eine Dividende von 10 Pro;, in Vorschlag bringt. Ter Gewinn' für 1907/08 einschl. 35 177 Mk. Vortrag stellt sich auf 846 432 Mark, im Vorjahr 1005 406 Mk. Zu Abschreibungen werden 380 671 Mk. (365 951 Mk.) verwandt. Tantiemen und Gratifikationen erfordern 105 536 Mk. gegen 149 270 Mk. Vorgetragen werden 10 223 Mk. gegen 35 177 Mk. 4 V2 vr 0 z. steuerfreie Gold- Obligationen der Darlehnskasse für Bewässerungsanlagen und allgemeine landwirtschaftliche Zwecke mit dem Sitze in der Stadt Mexiko. Tic am Mittwoch, den 28. er. zur, Zeichnung anfliegenben Pesos 50 000 000 Obligationen, in Gießen bei der Banksirma Baruch Strauß, werden hinsichtlich des Kapitals und der Zinsen auf Grund eines mexikanischen Gesetzes vom 17. Juni 1908 von der Regierung der Vereinigten Staaten von Mexiko unbedingt garantiert und tragen einen dies- bczüglichcn Ausdruck Der Zeichnungspreis beträgt 92V? Proz. Te!efonisc8ie Kursberichte des Glesseuer Anzeigers, mitgetcilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen Frankfurter Börse 3^®/6 Reichsanleihe . . 92.60 3% do. . . 83 60 3>3 Konsols .... 92.70 3% do. .... 83.60 »Klo Hessen 91.10 3>a °l0 Ober Dessen . . . 9U.10 1 ns Uesterr Goidreute. . 98.10 4*/e % Uesterr. bilberrente-- 4% Ungar Goldreute . . 92.70 4% Italien. Reute . . . — 31’6 Portugiesen Serie I 59 50 3% Portugiesen „ III 60.20 4b°/0 russ.btaatsanl. 1905 96 95 4/a u/0 ’apau. Staatsanleihe 90.60 1H-6 Couv. Türken vou 1903 90.70 l'ürkeuluse 139 40 i?6 Griech. jMonopol-Aul. . 49 90 4% äussere Argentinier . 86.0O d°/e Mexikaner . . . 63.80 i>»7o Chinesen .... 96.70 Aktien: Bochum Guss 219 00 Buderus E. W 111.50 Tendenz: schwächer. Berliner Börse. 24 Canada E. B. . . . . . 173.70 Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank .... 237.50 Dortmunder-Union C. . . —. Dresdner Bank . . . 145.00 Tendenz: schwach. , 24. Oktober, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . 118 60 Elektriz. Schlickert . . . 119.00 Eschweiler Bergwerk . . 191 00 Gelsenkirchen Bergwerk 186 50 Hamburg - Amerik Pakell 104.50 Harpener Bergwerk. . . 199.00 Laurahütte 199,00 Nordd. Lloyd . . ... 8300 Ubeischles. Eisen-Industrie 97.00 Berliner dandelsges. . . —.— Darmstädter Bank . . . 125 90 Deutsche Bank . . . . —.— Deutsch-Asiat Bank . . 137 00 Dibkontu-KommandiL . . 176.50 Dresdner Bank .... 144.90 Kredit ktien IsS.lO Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 98.70 Gotthard bahn — Lombard. Eisenbahn . . 23 40 Uesterr. Staaisouhn . . . 14 30 I Trnce-Heiin-hisenbahn . 123.00 Oktober. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . —.— Laurauütte 199.10 ..uiubarden E. B. ... 22.40 Nordd. Lloyd 83.10 i ürkenlose 138.50 8 Cli au Heu rk n rse. Werkstätten lür Handwerkskunst Georg Ehrhardt & Söhne MpJ,a;Fab.rik„ Carmstadt _. Feldbergstraße 36 (hinter dem HauptbahnboO Etablissement für gediegene vornehme Wohnungseinrichtungen ! ! . == Besichtigung der ---------- - «r mUuS.Stteer,^rt^.'rtibCrrlk”,“s,erra1ume u"d U M Ul®en rabrikatlonsanlage erbeten. I Rlici::; .olien ——— - । । , ,M„i , j E Prhn iklim Rinnen MaschNienbau,Elektrotechnik, LnÜ n^gn Automobilbau. Brückenbau. Kaufhaus 8. Elsoffer Neu auf genommen En detail En gros [6290 im nahezu 7°- Lebensjahre. 6273 [6243 geheizte separate Zur Saison £6878 Herren-1Aut Kredit ] Anfan?B,iar8i' Gegen Bar er. er , 13*8® Robert Haas Nächtig Seltersweg 18. Seltersweg 18. Grösste Auswahl in: 08914 L .«..cä» .VpWffi / vorfchiedenei . 11860 . 119.0) . 19108 D. Jsenberg Ww., Giessen Kinder-Paletots und Mäntel Kinder-Kleider in allen Preis^n für das Alter bis zu 14 Jahren. ===== Carl Jüngst Marie Ulrich, geb. Jüngst Emma Stein, geb. Jüngst Rechtsanwalt Oskar UiHCh Professor Dr. Philipp Stein und 5 Enkel. Giessen, Chemnitz, Frankfurt a. M., den 23. Oktober 1908. 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Tet @01* stellt llch aus 8ÄE iMrellungen fette Tantiemen und 0iw 149 270 Rk. Sorge M Obligationen der ingsanlagen und e Zweöe mit bem Mittwoch', den 28. cr. 10 000 Obligationen, w iu6. »«i>™ eines mexrkamschen jierung der BeremM und tragen einen dreL- -cis beträgt 92^ M Beerdigung: Sonntag, -Z. d. Mts. um i Uhr in Fronhausen, Main-Weser-Bahn. l6 Bank . - ' [.Asiat- Baus • ^.Kouiuiaudit. - ;r Bauk < - ' jie^uud Ohio* ilalin ' ' , ^bhiseubabn - ierdegeill)irr, Diamantrmg'BadcemrlchLilng, Lorbeerbäume, versch. stöbet u. 1 Äamnchen, (Belg. Rlesew ^ungller.) y2tia Die Versteigerung an l nuoet bestimmt statt, zu 2 tciftocnc. B 0 rri, GerichlsvoUaicher. Die Beerdigung findet am Montag dem 2«,OTto1>er, vomittaga 11 Uhr, von der Kapelle des ueuen Friedhofs aus statt. NckiMg von Eid- nii!> SohlncksGcisiuigsarbene». Das Planieren der neuen Feldwege, Rodung von alten «Renen und mehrere Hohlverscljeifnngen für die Fcld- berciuiLUNg Habitzheim, Station Lengfeld und zwar: o0g I bid 111 Wcgptanierungen (ca. 76 000 m) IV Verschleifnng der Reinheimer Hohle (ca. 2300 cbm) " y des oberen und unteren Landhohlchens * * (ca. 1OOO cbm) yj r der Kirchberghöhle (ca. 250 cbm) VII RodnngSarbeiten. sollen durch schriftliche Angebote vergeben werden. Heichnunaen, Bedingungen und bloslenanschlage smd bei uns, letztere auch bei Grotzh. Bürgermeisterer Habitzheim emzufehen und daselbst Angebotsvordrucke gegen Bar- einsendung von 75 Pfg. pro Los zu beziehen. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, anS der die Losnummer unb der An» bictcr zu ersehen ist, bis Mittwoch, dcu 4. November, Bormiltags OV2 Uhr bet der Grobh. /bürget- meuteret Habitzheim einzuretcheii, woselbst auch die U» öffnunq in Gegenwart der Bieler flattfinbet. . 6tete Auswahl unter den Anbietern vorbehalten. Zuschlagssrist 3 Wochen. Darmstadt, den 23. Oktober 1908. Großh. Kultilrinspektion Darmstadt Wallek. Ein Posten znrück- gesetzter 5pielwarer[ zur Hälfte des seitherigen Preises. r Bergwerk. ■ igg00 itte. 831)0 Gesangverein Heiterkeit. Sonntag den 25. Oktober: Feier des 36 jähr. Stiftungsfestes in Steins Saalbau. Nachmittags 4 Uhr: Kommers. Abends 8 Uhr: Ball. 24 Der Lorstand. WschttLsicksvemn für Fraucnstimmrechst öeffeBitiicher Vortrag von Fräulein Lida Gustava Heymann, II-Vorsitzende des Deutschen 0011 a Perbandes iur FrauenMmmrechi. Thema: „Warum brauchen die Frauen staatsbürgerliche Reckte?" Diskussion. Männer wie grauen willkommen. [D /i» Todes-Anzeige. (Statt besonderer Anzeige.) Meine innigstgeliebte Frau, unsere unvergessliche Mutter, Schwiegermutter und Gross- Frau Marie Jüngst geb. Eckstein ist heute im 60. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen. Rehjagd | beauem zu beiagen. Nähe Wetzlar sofort abzugeben, itzirsdie. Saue, Wechselwitd.» Pachtoreis zirka Mark 2000.—. Pachldauer noch 6 sichre. Off. von 9tefielt, unter „F. U. 40821" a. d. Annonc.-Erv. «onacUr & Rantr, DüsseIdon. Wer ert. einem Sertaner Nachff. u. Beauis. d. Schularb.g.ir-A-obli. u. Heiz. — Lfferren unt. U8!b2 an den Gietzener Anzeiger erbeten. tatet fS“ Annonym und Bermittelung zwcltlos. Offerten mit Angabe der Verhältnisse unter 6281 an die Erv. d. Gietzener Anz. Anzüge lieberzieher 8Mk. Anz- »chon von Waren- und Mobei- J. Ittmann Versandhaus Giessen, Blockstrasse 14/16 7^3 empfehle mich [6288 Hochachtungsvoll 1 Ml SK3SEH3ÖBI GSTGGGOGGGÄÄTGGGGGKSVGGLAADGZS ♦ GGKGSGGOGOGGGGGGKIODGKGKOÄOOGOG G -—----r, r'l„._............ , -------------- g Grösste Auswahl! —==—=—==—=—===^^ Reelle Bedienung! • Für sehr vorteilhaft emplehlen äerren ietots 5 im Preise von 24, 30, 36 bis 50 Mk. Herren- und Knahen-Capes Kinder-Anzüge O KUOEI& SOÜNEBORN Marktstrasse 25 Neuenweg 17 L z O - V. 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