Nr. 200 RotcuionSdruck und Verlag der Brübl'schen UnioerfrtütS - Buch- und Cieindrurkerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion: 112. TeL-AdraAnzeigerGießen. Zweites Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 20. Augrrst 190k Erscheint ISglich mit Ausnahme des Sonntags. A j. . . * Tie „Gießener ZamilienblStter" werden dem K 8g g gg / Q gg JrW TZ* .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Q ffl 3 ■ M. H E fC £ KL S W H ..Kreisblatt für den Kreis Sieben" zweimal V fTt V V wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» — r , xZ XMr fragen" erfdjeinen monatlid) jraeimaL Eenera!-Anzeiger für Oberhesien hessischer Lanüer-Lehrerverein. R. B. Darmstadt, 25. Aug. Die Vertreterversammlung des Hessischen L an d e se h rer-Vere in s fand heute vormittag im Kaciersaal statt und war von ca. 500 Teilnehmern, auch Damen, besucht. Wie die Feststellung der Verrreterliste ergab, waren alle Bezirksvereine bis auf einen durch Dele- gterte oder deren Ersatzmänner vertreten. Ter Vorsitzende Hauptlehrer Huff, eröffnete die Versammlung mit Begrüßung der großen Zahl von Kollegen, worauf der Ob- mann des Darmstädter Lehrcrvcrcins, Hauptlchrer Lö s ch, die Erschienenen willkommen hieß, unter denen sich auch der frühere langjährige Vorsitzende, Rektor Backes, befand. Der Vorsitzende Hufs wies darauf zunächst aus die Verhandlungen des hessischen Oberlehrer- vererns zu Worms und die daselbst erfolgten Angriffe aus die Voltsschullehrer hin. Tie Lehrer seien ja schon mehr als zumal von jener Seite als sozusagen freies Wild betrachtet morden und auch in Worms hatten sich die Herren wieder Uebergrifse erlaubt, die gebührend zu kennzeichnen ihm dre notigen Worte fehlten. Tas Organ des Verbandes habe bereits Stellung zu der Sache genommen und auch viele Oberlehrer hätten ihre Mißbilligung darüber ausgesprochen, der Vorstand habe aber geglaubt, die beleidigenden Aeußerungen des Prof. Schollmayer-Mainz auch hier noch energisch zurückwcisen zu sollen und schlage deshalb die Annahme folgender Resolution vor: „Die Bertreteiversamnilung des Hessischen Laiiöcslchrervereins erblickt m den Auslassungen des Herrn Prof. Schollmaper- Mainz auf der diesjährigen Hauptversammlung des hessischen LberlehrerocreuiS zu Worms, „daß auch die tüchligiten Volksschullehrer der Ausgabe, in den unteren Klassen der höheren Lehr- anstallen mit Erfolg zu unterrichten, nicht immer gewachsen seien, und daß dec von ihnen erteilte Unterricht vielfach auS äußerlichcni Drill ohne inneres Verständnis befttfre", eine schwere Beleidigung drs ganzen Volksschullchrerslandes und weist dieselben, alS jeglicher Grundlage entbehrend und mit den vielfach bekannt gc- ivordenen Urteilen von zuständiger Seite in direktem Widerspruch stehend, aufs Entschiedenste zurück." Diese Resolution wurde einstimmig unter lauten Bravorufen angenommen. Es gelangte darauf der bekannte Kampf der bayerischen Lehrerschaft und das Vorgehen gegen den bayerischen Volksschullehrerverein zur Besprechung. Nachdem mehrere Redner in scharfen Worten das Ungerechte dieses Vorgehens gekennzeichnet, beschloß die Versammlung einstimmig folgende Sympathiekundgebung: „Die Vertrelerversammlung des hessischen Landcslehrervercins, tagend am 25. August 190b in Darmstadt, 'spricht dem baherischen Vollsschullchrerverein, besonders aber den wackeren Vorkämpfern desselben, die vollste Anerkennung und den ungeteilten Beifall Lus über das mannhasle Eintreten für die billigen und gerechten .Forderungen des bayerischen Vollsschullehverstandcs." Im Anschluß an diese Resolution wurde noch auf Antrag bon Kapp-Groß-Umstadt und Kinkel-Reichelsheim an den Redakteur der „Neuen bayerischen Schulzeitung", Lehrer )akob Be y h l-Würzburg, gegen den von der Regierung Disziplinaruntersuchung eiugcleitet worden ist, folgendes Le leg ramm abgesandt: „Tie Vertreterversammlung des Hessischen Landeslehrervereins spricht Ihnen für Ihr tapferes Eintreten für die Interessen der deutschen Lehrerschaft ihre volle Anerkennung au»." Der Vorsitzende gab hierauf den Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Vorstandes im Jahre 1907. Cr gedachte dabei vor allem des langjährigen verdienstvollen Wirkens de» im vorigen Jahr von seinem Posten zurück- getretenen Rektors Backes, der in Anerkennung seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Erfreulich sei, daß in der vorjährigen außerordentlichen Vereins- versammlmtg, die sich ausschließlich mit der Gehaltsfrage beschäftigte, alle Mitglieder sich geschlossen hinter den Vorstand gestellt hätten. Tas Vereinsvermogen sei infolge ver- fchiedener notwendiger Ausgaben auf 5278 Sitarf zurück- gegangen. — Namens des Offenbacher Lehrervereins beklagt Jost-Offenbach, daß der Vorstand in der Frage des pas- -siven Wahlrechts der Lehrer nicht entschieden genug ^orgegangen sei und beantragt folgende Resolution: „Die heutige Verlrclerverfammtung des H. L. V. verlangt tote» >lt die Wählbarkeit — das past'ive Wahlrecht — zu den Gemeinde- rcrtretungen für alle Volks «chuttehrer Hessens und beauftragt den Erstand, mit einem neuen Gesuch um Verleihung dieses Wahlrechts an den Landtag heranzutreten, sobald die Gesetzentwürfe -iber die Siädte- und Landgemeindeordnung wieder vorgelegt wer- Rcil" | i Diese Resolution wird mit der vom Vorsitzenden ge- Lvünschten Abänderung, anstatt „an den Landtag" zu setzen .„an die Regierung" einftimmig angenommen. Lehrer Io st-Offenbach kritisiert alsdann in der Be- prechung des Jahresberichts weiter, daß die Gehaltstage nicht entschieden genug betrieben worden sei, ebenso )ic Hauptlehrerfrage. Tie Erklärung des Vorsitzen- ben zu der Denkschrift der Hauptlehrer sei nicht klar und deutlich genug. Bezüglich des Art. 50, der den Kirchen- )ienst der Lehrer betrifft, sei ebenfalls nicht genug geschehen. Der Vorstand habe sich in dieser Frage nicht mf den Standpunkt de» allgemeinen Teutschen Lehrer- Vereins gestellt. ES sei in Königsberg ausdrücklich beschlossen vorden, bei den einzelnen Regierungen immer wieder auf )ie Beseitigung der klrchendienftlichen Funktionen der Volks- chullehrer zu bringen. Ter Vorsitzende verteidigte tiefen Vorwürfen gegenüber die Haltung des Vorstandes :md auch der Schriftführer wies die Angriffe als ungerecht- ffertigt'zurück. "Hauptlehrer K a ß l ick-Darmstadt betonte gleichfalls die gänzlick)e Haltlosigkeit der Angriffe auf den Vorstand und beklagt die fortgesetzte Kritik des Offenbacher Lehrervereins, die er geradezu als 'Nörgeleien bezeichnen muffe. Es fei doch nicht richtig, gleich in der ersten Ver- sstmmlung, in der der neue Vorstand auf trete, in dieser Reinlichen Weise gegen ihn vorzugehen. In der weiteren Debatte nahmen sämtliche Redner für den Vorstand Partei, nährend Lehrer Jost-Offenbach nach Annahme eines Schlußnnrtages seine Haltung zu rechtfertigen suchte, jedoch damit bei der Versammlung wenig Anklang sand. Ter Jahresbericht wurde darauf angenommen. In der weiteren Beratung gelangte einstimmig ein Antrag des Mainzer äehrervereins zur Annahme, die Großh. Regierung zu er» j iichen, in der Ferien frage baldigst eine Entscheidung fen Sinne der letzten Eingabe des Landeslehrervereins treffen au wollen. — Ter Vorsitzende gibt darauf einen kurzen Ge-I schäftsbericht des Vereins zur Unterstützung bei Erkrankungen, für den die Versammlung Entlastung erteilt. Bei Beratung des neuen Voranschlags hebt der Vorsitzende hervor, der Vorstand gehe von der Erwägung aus, daß in Zukunft recht sparsam gewirtschaftet werden müsse, da man eine Erhöhung der Jahresbeiträge unter allen Umständen vermeiden wolle. Bei der Position „Gehalt für den Schriftleiter", knüpft noch eine lebhafte Debatte über den Streit zwischen Lehrer Stellwagen und den Pfarrer von Framersheim an. Dann machte Losch- Darmstadt den Vorschlag, in der Organisation des Vorstandes insofern eine Aenderung eintreten zu lassen, daß man ihn durch die Wahl von bkvrnmissionen für bestimmte Fachfragen entlastet. Tie Erledigung dieser Frage wurde auf die nächstjährige Ver- sammlung verschoben. Ter Antrag, den Zuschuß zum Lehre r h e i m um 400 Mark zu erhöhen, wurde nach längerer Debatte abgelehnt. Weiter rechtfertigte Herr H u s s noch infolge einer Interpellation des Herrn Kinkel-Reichelsheim die in seiner Rede auf der Dortmunder Lehrerversammlung gemachten Ausführungen. Es folgte die Beratung der 23 vorliegenden Anträge. Angenommen wurde ein Antrag, der den Vorstand zur Aufnahme einer Äollsschulstatistit ermächtigt, ferner ein solcher, der die Erhöhung der Witwen- und Waisengelder anftrebL Zur Schulaufsichtsfrage gelangte eine Resolution zur Annahme, in der das Ministerium ersucht wird, bei der Neuregelung der Instruktion für die Hauptlehrer die Wünsche de» Lehrerstandes zu berücksichtigen und jedem Lehrer grundsätzlich die'Verantwortung für seine Klasse zuzusprechen. Hieraus schloß die Versammlung, der ein gemeinsames Essen und darauf ein Besuch der Landesausstellung folgte. Üniverjitäts-rrach^ichLett. _ — VondeL Akademie zuFrantfurr a. M. Tr. Cahn, Sekretär des Sozialen Museums zu Frank'url a. 9)1, ist als Prival- dozent für die Gebiete des Verwaltungs-und Staalsrcchts emschleß- tlch der Politik an der Akademie zugelassen worden.______________ <öerid?t»5aaL Wiesbaden, 25. Aug. In dem großen Soldat en- rnißhandlungsprozeß, der hier seit acht Tagen verhandelt wurde, ist das Urteil gefällt worden. Angeklagt roaren der Sergeant Blum aus Schlüchtern, der Vizewachtmeisler Schwalm, sowie acht Kanoniere von der hiesigen Abteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 27. Blum |oll morgens oic Rekruten und Eimährigen in den Pferdestall, m dem meist vorher die brennenden Lichter zum Erlöschen gebracht ivorden waren, getrieben haben, damit sie dort von alten Leuten verprügelt würden. Diese halten sich zu beiden Seiten des einzigen Durchganges aufgestellt und schlugen mit Peilsck)en und Riemen auf die Spießrutenlausenden ein. Zu den Verhandlungen ivareu 50 Beugen geladen. Blum erhielt 3 Monate 14 Tage Gefängnis, Schwalm 14 Tage gelinden Arrest, die Kanoniere Diehl und Schünemann 14 Tage Gefängnis. Die anderen wurden freigesprochen. Bautzen, 24. Aug. In dem Warendieb st ahls- Prozesse wurde vom Landgericht der L e i u e u s a b r i k a n t Körner aus Hauswalde wegen schwerer Hehlerei zu einem Jahre und acht Atonalen Zuchlhaiis verurteilt. Ter Diebstahl ivav in der Fabrik von Gabler ui Brelmch durch den Werkmeister Kannegießer begangen worden, der bei der Entdeckung Selbstmord verüble. Unter dem Verdacht bc-5 Giftmorde- an dem Restaurateur Block in Halle, der tot vor seinem Belt aufgefunben wurde, find feine Wirli'chasteiln und deren Geliebter verhaftet worden. In Atzenoori (Pron- Sachsen Farn es in dcr SarnSlag- ?lad)t zu einem heiligen Kainvf uvischen einem Wilddieb und einem Gendarmen, wobei der Wilderer getötet, der Sicherheit-- beamte verletzt/wurde- Auf der Berliner Stadtbahn stach sich der 25jährige Kaufmann Walter Röder nach kurzen Auoeiiwndersetzungen mit seiner Braut ein dolchartiges Messer in dre linke Brustseile Er ivurde nach dem Krankenhaus gebracht, wo er in sehr bedenklichem Zu stände darniederliegt. Die Messerspitze war bis unmittelbar ans Herz gegangen. Tcr Mnnonier Tonssaint in Thor n ivurde in der Mhe seiner Kaserne ermordet aufgefunben. Er ist anscheinend nach heftigem Kampfe mit seinem eigenen Seitengewehr erstochen worden. Auf dem 5ort Gentringen bei Metz wurden nachts gegen einen Wachtlwsten drei -Lchüsse aus dem Hinterhalt adgeseuerl- Der Posten reuerte auch dreimal am den Unbekannten, der entkam. In Paris erschoß sich die 20jährige Ainerikanerin Wind- Parsons in einer Fm.lilienPension- Ein hinterlassenes Schreiben ist dem Andenlen ihres Verlobten, Emil Maas, geiviomet, dem sie in den Tod folgte- Bkaas erlag kürzlich einem Herzleiden. Infolge Auftretens einer P o ck e n e p i d e in i e in E hr i- st i a ii i a wurden die Volksschulen bis zum 15. September geschlossen- Bis jetzt sind 75 ErkrankungSfätle vvrgekommen, von denen drei tödlich oertieien- In Zarizyn im rufi- Gouvernement Wolga nimmt die Cholera einen immer größeren Umfang an- Täglich sind letzt 250 Todesfälle zu verzeichnen- Das Sradtoberhanpt nebst einigen Stadtverordneten ist geflüchtet- Der Deputierte in der Reichsduma Dr- Rosanow wandte sich telegraphisch an Swlhpin nut der Bitte um Regierungshilse- Eine Feuersbrunst in Barcelona zerstörte das Gra cia-T Heater während einer Vorstellung, der etwa 200 Personen beiwohnten- Eine Frau und ein >find, die durch ein Fenster sprangen, erlitten Verletzungen, die übrigen Zuschauer konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen- Die Marktpreise siir Vieh uni) Frucht und die Gießener Fleisch- und Brolprcise am 24. August 1908. Höchste Schlachtviehpieise in F r a n t f u r t a. SJL Fleischpreise in Gießen Ochsen Üälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 82—85 Alt. Kg.Schlachtgew. 92—95 Pi. jj__v_______r______11—12 „ ’/, Kg. 78-86 Pfg. */, , 70-80 , '/, „ 68-84 „ Getreidepreise in M a n n h e i m Brotpreise in Gießen Weizen 100 Stg. 21.50—21.75 Alk. Roggen 100 Kg. 18.50—00.00 Alk. Aieißbrot 2 Kg. 62 Pw. Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pig. und VoLkswirt-chast. — Solinger Bank. Der Köln. Volkszig. zusolge teilte in der ersten gerichtlich anberaumten G l ä u d i g e r v e r s a m m - In n g der Solinger Bank der Kvnknrsoerwatter mit, die Unter bilanj sei bis heute auf 6—7s- Millionen Mark gestiegen. Tie Vermögensrechnung für 1903 hätte bereits mit einer Unter- bilanz von 21/2—3 Millionen abschließen müssen. Vergleichs- berl/anblungen mit den größeren «sdmiöncrn schweben noch. Bei ruhiger Abwickelung des Konkurses uno möglichster Schonung der Sdjultmer würden iüc die Gläubiger der Bank 50, vielleicht auch 60 Prozent herauskommen. Derini-chtcs. * Wer bezahlt die Annoncen? In einem eng- Aschen Fachblatte wird die Frage untersucht, ob die allgemein gehörte Behauptung, die Kundschaft eines inserierenden Gescyäftsmanne» müfte inbirelt die Kosten der Anzeigen bezahlen, zutreffend ist. Tas Blatt nimmt folgendes Beispiel an. In einer Stadt wohnen zwei Firmen, namens A. und B-, die je ein Ladengeschäft von gleicher Größe besitzen und die ferner dieselben Waren zu annähernd gleichen Preisen verkaufen. Beide Firmen haben die gleichen Un- losten (Ladenmiete, Adgabell, Gehälter, Beleuchtung). Bei beiden beziffert sich der Umsatz^ aus 100 000 Mark, die Unkosten auf 20 000 BLart. Um ihre Uutoftcn zu decken, müssen beide Firmen also 20 Prozent vom Umsatz verdienen. Tie Firma A. inseriert nicht, wohl aber die Firma B. Letztere erzielt infolge ihrer Inserate einen doppelten Umsatz, dagegen blieben die allgemeinen Unrosten so ziemlich die gleichen, höchstens daß die Gehälter eine Steigerung erfahren, weil das bedienende Personal des lebhafteren Geschäftes wegen vermehrt werden muß. Rechnen wir nun die Steigerung der Unkosten von B. mit 2 Prozent, die gesamten Untosten also mit 24 000 Mark, so betragen bei ihm die Unkosten 12 Prozent des Umsatzes von 200000 Mark. Tie Firma A. dagegen muß, wie oben dargetan ist, diese» Verhältnis auf 20 Prozent bemessen. Tie Firma B- hat also einen Spielraum von 8 Prozent gegenüber A., womit sie ihren Inseratenteil mehr als reichlich decken kann; außerdem kann B. infolge des gehobenen und schnellereil Umsatzes wegen günstige Einlaufsgelegenheiten besser ausnutzen und sogar noch etwas wohlfeiler als A. verkaufen. Wer bezahlt nun in Wahrheit >ie Jnsercttspesen? Tie Kundschaft nicht, denn sie kaust bei B. ebenso billig wie bei 2L, ja sogar billiger; aber auch B. nicht, denn er verdient bei dem vergrößerten Umsätze mehr als A. Um es kurz zu sagen: die Jnseratspesen decken ich aus der vermehrten Produktivität der sonstigen Unkosten oder — da dies ein Paradoxon ist — aus dem prozentualen Sinken der sonstigen Unkosten. Wenn die Ladenmiete 2000 Mark beträgt, so macht das bei A. 2 Prozent, bei B. dagegen nur 1 Prozent des Umsatzes aus. Aus die gleiche Weise ermäßigen sich prozentual die anderen Spesen. Tie Inserate toeroen also vom Hauswirt, vom Personal und von der Gasanstalt resp. dem Elektrizitätswerke bezahlt. Außerdem bezahlt sie auch der Konkurrent A., denn der vergrößerte Umsatz von B. geht auf A-s Kosten. Es ist also grundfalsch, die Jnsertionskosten als „Ausgaben" zu bezeichnen. Im Gegenteil, sie gleichen einer Sparbüchse. Kleine Tageschronik. Eine nicht unerhebliche Erkrankung des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen ist auf den Genuß verdorbenen Fleisches zurückzuführen. Auch die Priu- zcstm und die Pruizessin-Tochtec sind unter den gleichen Symptomen erkrantt, haben sich aber beretts wieder erholt. Im Kamps mir Wilderern erschoß dcr Oberförster in Neuenstein bei Rotenburg (Kurhessen- änen feiner Angreifer- Ü-Leteorologlscye 20euUuii|tiiiigen der Station Gießen. August 1908 Barometer aui 0° reduziert Temperatnr der Lust Slbfolnlc Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeil Windrichtung j0/e Reichsanleihe . . 91.85 3% do. . . 83.80 3>4°/, Konsols .... 92.00 0% do 83.60 Hessen 90.70 3>j0/e Oberhessen . . . 90.00 4"6 Oesterr Goldrente. 9865 4l/a% Oesterr. bilberreutc 99.20 4-« Ungar Goldreute . . 92.40 4-6 Italien. Beute . . . 104 40 3-z Portugiesen Serie I 60.80 3-6 Portugiesen „ 111 62.75 4>i °/e russ.Staatsaul. 1905 96.90 4>sl70 japan. Staatsanleihe 89.25 4-6 Conv. Tttrkeu von 1903 93.80 Türkenlose 145.40 4-6 Griech. Honopol-Anl. . 51.10 4-6 äussere Argentinier . 85.80 b°/e Hexikauer . . . 64.90 4>tu/o Chinesen .... 97.70 Aktien: Bochum Guss 225 30 Buderus E. W 112.30 Tendenz: fest. Berliner Börne, 2 Canada E. B 168.80 Darmstädter Bank . . . 126.50 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 56.80 Dresdner Bank Tendenz •. fest. IKursbericnte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. r, 26. August, 1.15 Uhr. I Elektriz. Lahineyer . . . 118.90 hlektriz. bchuckert . . . 108.00 Eschweiler Bergwerk . . 200.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 194.00 Hamburg-Amerik. Pakett 111.00 liarpeuer Bergwerk. . . 200.40 Laurahütte 212.00 >ordd. Llojd 94.20 Obeischles. Eisen-Industrie 101.00 Berliner llaudelsges. . . 164.50 Darmstädter Bank . . . 126.80 Deutsche Bank .... 236.30 Deutsch-Asiat Bank . , 135.50 Diskouto-Kommandit . . 176.70 Dresdner Bank .... 142.00 Kreditaktieu 198.30 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 94.10 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 22.25 Oesterr. btaaUbahu . . . 147.50 Pnnce-Heun-Eiseubahu . 122.50 :. August. Anfangskurse. ilarpener Bergwerk. . . 200.10 Laurahütte — Lombarden E. B. ... 22.20 Nordd. Lloyd —.— lürkenlose 145.40 ■Kindermehl Krankenkosl Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc. Sängerkranz Giessen. Unter diesjähriger Familien-Ausstug mit Musik findet am kommenden Sonntag, 30. Auqust, ins Biebertal starr. Abiabrr 1.45 mittags Nülkiabrkartcn .1 3.» Pfennig sind am Zuge von den Bor- fianb6mitflliebem zu entnehmen. B« Gewitterregen m für gemül lieben Aufenthalt in Bieber gesorgt. !▼ . ••••••••eeeeeeeeee®® jFrisclw Fische! X Pa. Nordsee-Schellfische • Z 8. Brat-Fische per Pfund 18 Psg. W 2 Nordsee-Cabiian ohne Kopf 8 per Pfund 28 Psg., ün Ausschnitt 31 Psg. la*,'. 2 • Frische Rotzungen ■ per Pfund 40 Psg. ? Die Sendung trifft Donnerstag früh >/2 10 Uhr ein. X Ä Hochachtend W X Gebr. Berdux X ® Bahnhof*tr. 27. Fernsprecher 231. J Verlobte! 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