lids 9 Uhr el über: chne dog- i m. 0.75, 423 ter rchncidcr. kvritanb. Erstes Blatt Freitag 24. Januar 1808 'Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten. von den 158. Jahrgang Stimniungsbilö aus -em Reichstage. Berlin, 23. Januar. Attfgewiirmte Gerichte. Auch heute mar der Reichstag auf allen Seiten Polizei bewacht. Erfahrungen früherer Jahre haben Nr. W A De, Siebener SnMger erid)ctni täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich StctzenerKamiliendlälter; Iwein,al roöcbentl.K' eis» lattfürdenUrcirSlehen (Tienetng und Freitag); groeunal monatl Land« e?iriKt>uftlid)c Settfrageu Internes Fer^rlieeon. — Ein deutscher Künstler, der lange schon bem Gesichtskreis, aber noch lange nicht der dankbaren Erinnerung unserer detltjchen Kunstfreunde entschwunden ist, August Withe'tmi, ist soeben in London gestorben. Wilhelmi, em Angehöriger der auch durch ihre Weine weithin bcl’muilen und berühmten Wiesbadener Familie, hat cm Alter von 62 Jahren erreicht. Am 21. September 1842 zu Usingen geboren, zeigte er früh große inusikalische Talente, die er am Konservatorium ztl Leipzig auobildete. Im Rahnten der Leipziger Gewandhaus-Konzerte erzielte er arich seine ersten größeren Erfolge. Eine an Triumphen, an Erfolgen imb goldener Eriue überreiche Tournee führte Wilhelms dann dnrch alle europäischen Länder ivie dnrch Amerika, und der Ruhm seines Namens erfüllte lange die künstlerische Welt. Voii seilten Kunslreisen durch halb zivilisierte Länder, von seinem Konzert vor dein Sultan in Kotistantinopel wußte Wilhelms ergötzlich zu erzählen. Die Sache Richard Wagners saiid in Wilhelms uom erstell Augenblick an einen begeisterteil Anhänger imb als 1876 bie ersten Festspiele in Szene gingen, da stand mid) August Wilhelms als Konzertmeister und erster Geiger des Bayreuther Orchesters unter des Meisters eifrigsten Getreuen. Tie Poplliarisierung der Wagnerscheil Musik in England ist ebenfalls ivesenllich ein Verdienst Wilhelmjs. Seil einer Reihe von Jahren lebte er in London, wo er als (Zeigen- Professor am vornehnistell Konservatorium eine fruchtbare Tätigkeit entwickelte. Tre Konzertreije>l Hal er seit 10—12 Jahren aufgegeben. Wilhelms ivar übrigens Besitzer berühmter mit) beionder- kostbarer Geigen. Ter srühe Heimgang des trefflichen Künstlers wird in seiner deuljchen Heimat lvie in England, dein er lange angehörte, gleich lebhaft beklagt worden. — D ie einstigen Jenaer Studenten haben sich zußarnmengetan, um dem neuen Universitätsgebäude, das kn nächsten Sommer emgeweiht werden soll, eine große künstlerische Gabe zum Angebinde zu überreichen. Aus allen Teilen deS deutschen Vaterlandes lausen die Beiträge dazu ein. (Zahl- ftclfc: Uiucvrsitätsaktuar Herzer, Jena.) Geplant ist, die Wandest- gänge der neuen Universität mit einer Reifc großer Darstellungen aus der Geschichte der Jenaer Hochschule zu schumctcn, in Bcr> binbuitg mit ixen alten PWfessorenporträts, die bisher ein fast Perges jenes Tajem auf der Universitätsbibliothek führten. Drei Hüter der öffentlichen Ordnung in der Nelchshailptstadt 311 dieser Vorsicht bestimmt; aber der Janhagel blieb wie gestern auch heute a.;§, und nun wird die Schutzmannschast, die seil einer Woche kaum aus den Kleidern gekommen ist, sich wohl Ruhe gönnen dürfen. Im Sltzungssaale haben die gestrigen aufregenden Szenen keine Spur hinterlassen. Bei schwach, besetztem Hause und leeren Tribünen schleppten sich die Verhandlungen, matt und träge hin. Es gab ein alles Menu, ausgewärmt: Scheckgesetz und Majestätsbeleidi- gungSvorlage rind Tierhalterentwurf. 9?uc mit dem Mittel- und Hauptstück wurde endgiltig aufgeräumt: überraschend schnell, ohne jegliches Eingehen auf den Gegenstand selber verabschiedete man das Gesetz über die Bestrafung der Majestätsbeleibigung in dritter Lesung. Nur derKönlgs- berger Schandsäulenartikel erfuhr noch einmal die verdiente Würdigung. Herr Gyßling, der vorgestern ivährend der zweiten Lesung seiner Mandalspflicht im Abgeordnetenhause hatte genügen müssen, nahm heute die Gelegenheit wahr, um die Behauptung des Abg. Heine, die Harlungsche Zeitung habe den Denunzianten gespielt, als unwahr nachzuweisen und die schinähliche Brunnenvergiflung, die von der Sozialdeuiolralie getrieben wird, nach Gebühr zu kennzeichnen. Er stellte feit, daß gerade die Harlungsche Zeitung sich gegen eine slrafgerichtliche Verfolgung des sozlaldemotratljehen Blattes ausgesprochen hat und seine empörende Leistung lediglich der öffentlichen Verachtung überliefert haben wollte. Vorher hatte man die erste Lesung des Scheckgesetzes zu Ende geführt und den Entwurf einer Kommission überwiesen. Für ein Echo der gleichzeitig im preußischen Abgeordnetenhause geführten diskontpolitlschen Debatte trug Dr. 21 reubt Sorge, und Herr Kämpf packte ihn an seinem blmetallistischen Pferdefuß. Eine eingehende sachliche Beleuchtung fand die Scheckfrage noch durch den freisinnigen Verircier von Bremen, der an der Hand einer Eingabe der dortigen Handelstammer der Kommission für ihiZ Arbeit beachtcnsivertes Material an die Hand gab. Auch die Beratung des Tierhaltergesetzes brachte zwar Stadthagensche Reden und einen Ordnungsruf für ein Mitglied der Rechten, aber sonst der Kurzweil sehr wenig. Es ging — em in der parlamentarischen Geschichte seltener Fall — noch aus der zweiten Lesung zilr Prüfung an eine Kommission, weil das Zentrum das, was es m der ersten Lesung den dringenden sachlichen Bedenken des Freisinns versagt halte, seinen Freunden vom Antiblock, den Sozialdemokraten, nicht weigerii wollte, als diese heute den gleichen Antrag stellten. hessische Ziveite Rammet. N. B. D a r m st a d t, 23. Jan. Am Ministertische: Minister deS Innern Braun, Geh. Rat Dr. E i s e n h u t h. In der um 9i/2 Uhr eröffneten Sitzung wird bie Beratung über die Reform des Schulwesens fortgesetzt. Minister des Innern Braun bemerkt zunächst, er habe das Wort ergriffen, um der Anschaumig des Abg. Dr. David entgegenzutreten, als ob sich die Großh. Regierung prinzipiell gegen die Einführung einer Einheitsschule sträube. Das sei nicht der Fall, er glaube vielmehr, daß die zur Beratung- stehenden Anträge recht beachtenswerte Gedanken enthalten. E^ komme aber hier auch aus das „Wie" und „Wann" an. Die Negierung habe ihre Stellung zu den Anträgen schon im 31. Landtag sehr eingehend dargelegt, und sie habe jetzt keinen Anlaß, sich gegen die Annahme der Ausschußanträge auszu- sprechen, sie könne sogar dem Verlangen bezüglich der Vorschulen zupimmen, insofern sie damit einverslauden sei, feine Borschulen mehr einzurichtcu. Dagegen müsse sie doch Bedenken, tragen, die jetzt bestehenden Vorschulen aufzuheben, bie sich als ein Bebürfnis erwiesen haben. Sie müsse auch die Forderung ablehnen, den Volksschulbesuch obligatorisch zu machen und zur Erreichung dieses Zweckes die Privatschulen zu verbieten. Die Regierung stellt sich damit auf denselben Standpunkt, wie die Zweite Kammer bei der früheren Beratung der Sckmlanträge. Die Regienmg stehe den Reformen in der Volksschule keineswegs ablehnend gegenüber, und sie habe dies auch durch die warme Unterstützung aller darauf gerichteten Bestrebungen bewiesen. Man müsse aber bedenken, daß ivir cs auch hier nur mit Mensck-enwerk zu tun haben, das nur vom besten Willen geleitet werden kann. Wenn der Ausschuß verlangt, daß zu den Kosten der bestehenden Schulen kein Staatszuschuß mehr geleistet werden solle, so könne er betonen, daß das Interesse des Staates an den vorhandenen Vorschulen nur sehr gering sei. In Hessen bestehen an den Gymnasien und Realschulen l.j Vorschulen, an den höheren Bürgerschulen 14. Dagegen belaufe sich die Gesamtzahl der Schüler - auf 2000, an den Volksschulen dagegen aus 200 000. Ein finanzielles Interesse des Staates bestehe nur an 10 Vorschulen mit etwa 050 Schülern, und von diesen Schulen erhalte die Negierung noch Geld heraus. Die versuchsweise Einführung eines Jiesormgymnasiums werde die Negierung in Erwägung ziehen, wobei natürlich erste Voraussetzung sei, daß sich auch die nötige Anzahl Schüler dafür findet. Dem dritten Teil des Antrags, der den fremdsprachlichen llnterridit der höheren Schulen erst etwa in der Tertia beginnen lassen will, haben Pädagogen erklärt, es sei zrvciselhaft, ob in diesem Falle das sprachliche Ziel ohne Ucberbürbung der Schüler in den höheren Klassen noch zu erreichen sein werde. Auch der dritte Teil des Antrags, ben Lehrplan für die drei untersten Klassen der höheren Schulen mit dem für das 4„ 5. und 6. Schuljahr der allgemeinen Volksschule in Uebereinftimmung zu bringen, enthalte gleichfalls einen berechtigten Kern, doch glaube er, daß die Annahme dieser Forderung einen noch größeren Andrang zu den höheren Berufen zur Folge haben würde. Zurzeit sei die Negierung mit einer Reform des Lehrplans der VvlkS- schule beschäftigt, bei dem auch der Gedanke erwogen werden soll, die Summe der geistigen Kräfte der Gesamtheit des Volks noch .intensiver nutzbar gemacht werden kann. Hauptsache sei aber, daß die Volksschule ihre selbständigen Ziele nicht aus dem Auge verliere. Sie habe in erster Linie dem Unterrich-tsbc- dürfnis des Volkes zu bienen und nicht zuerst dem Unterrichts- bedürfnis der 9500 Schüler der höheren Lehranstalten. Es würde nach seiner Meinung aber au di eir Fehler sein, die wffffnschoft- üd?en Ziele der höheren Schulen zu beschränken, zumal man kaum annehmen kann, daß nad) dem geänderten Lehrplan ein Teil der Volksschüler zu den höheren Schulen übergehen wird. Auch die Forderung auf Beschränkung der Höchstzahl der Voltsschülcr auf 40 in einer Klasse müsse, so wünschenswert ja die Durchführung wäre, schon in Rücksicht a. f die h.h n Kosten und den Lehrermangel abgelehnt werden. Bezüglich der nationalen Einheitsschule sei die Regierung mit der Ausschußmehrheit einverstanden. Beim Bundesrat könne aber die Negierung in dieser Richtung keine Anträge stellen. Der Gedanke einer gemeinsamen Volksschule habe etwas sehr sympaiisches und bestrickendes, aber man überschätze doch wohl die Wirkung dieser Einheitsschule in Bezug auf den Ausgleich der sozialen Gegensätze ganz bedeutend. Unsere nationale Schule werde nicht durch die Einhellsschule gewährleistet, sondern durch eine stetige, zuverlässige, auf Erfahrung beruhende Arbeit. (Beifall.) Abg. Dr. Osann führt aus, es sei im Hinblick auf die schon früfcr über die Schulreform gepflogenen Debatten kaum angebracht, auf die ganze Sache einzugehen. Er wolle aber doch .bemerken, daß auch seine Partei mit Vielem von dem, was die Anträge wollen, durchaus einverstanden sei, und ihre volle Unterstützung finbe. Seine Partei werbe mit am Platze fein, wo es gilt, mit Praktischem an die Lösung der Ausgaben heranzutretcn. Man müsse aber dabei beachten, daß Hessen allein nicht voranschreiten könne, und auch aus das übrige Deutschland Rücksicht nehmen. Sehr dankenswert wäre es gewesen, ivenn die Regierungsantwort schon früfcr erfolgt wäre. Der Gedanke einer nationalen Einheitsschule sei in seiner Partei ; 1 r ftynpathisch ausgenommen worden und and) viele von den Anregung n Dr. Davids würden bei ihr auf sruch baren Boden lallen. Es handle sich hier nicht um eine Parteisache, sondern der Darstellungen sind auf Grund der bis jetzt angcfammeltcn Mittel bereits in Auftrag gegeben: Otto Ubbelohde (Goßfelden bei Marburg) malt den Empfang des aus der Gefangenschaft fcimfefccnben Kurfürsten Johann J-ricdcich, des Stiftes ber Universität» am Fürstenbrunncn bei Jena im Jahre 1552; Ernst Liebermann (München) schafft an einem reizvollen Nachtbilde: der Ndatfcneatiker Erhard Weigel, der Stolz Jenas im 17. Jahrhundert, hält seinen Studenten eine astronomische Vorlesung auf dem Observatorium seines originellen, jetzt leider zerstörten Hauses: im Hintergründe im Mondschein die Baugruppe des alten Kvlleg.enhosts (um 1660). Professor Hans W. Schmid: kWcimar) erhielt den Auftrag Au dem Gemälde: Goethe und Earl August von Weimar im Geipräche im allen Jenaer Schloßhofe (1796). Als vieries Bild soll eine Darstellung der berülymtcn Antrittsvorlesung Schillers (1789) in Auftrag gegeben werden. Ereignisse aus der Geschichte der Hod)schule im 19. Ja';rh. werden zur Fvrtsührnng des Äildcrzyklus bis aus die Gegenwart zur Tar- ftcUung kommen, sobald die nötigen Mittel eingegangen fein werden. ipc. Shakespeare-Funde. Dein Konservator ber Shakeipeare-Sammlung in des Dichters Geburtsort Strmtorb ifi cs, gelungen, zwei Manuskripte, Originalausgabe bes .Sommer- n a cl) t s 11" n u m" aus bem Jahre 1600, und ein Exemplar der zweiten Ausgabe bei? „Lustigen Weiber von Windsor" aus dem Jahre 1619, bem Slrat'ord-Musernn einznveileiben. — Literarisches Preisausschreiben. Ter Ein- fenbuugstermin bcS uom Verein zur Verbreitung giuei- votlStüm- Ocher Schrillen unter 'DhtmuTuug ber hervorragendsten literarischen und lachinännischenAutoritäten kürzlich erlassenen Preisausschreibens zwecks Gewlunuug nuiileinüliiger Bücherlisten für Volks- und Hausbüchereien ist vom 31. Januar auf den lö. März bs. IS. oer- fd)obeit worben. Nähere Auskunft erteilt bic Ge>chäitsstelle bes Vereins zur Verbreitung guter volkstümlicher Schriften Berlin W. 57, Mansteüistr. 6. — Eine Ausstellung „M ünchen 1908" will Münchens Leven und Schassen verführen. Es sollen selbst d.e nüchternsten Dinge m3 täglichen Gebrauches, soweit möglich, in ihrer naturgemäßen Umgebung zur Wirkung gebracht werden, aber nicht nur in allem, was Münchens Handwerk, Industrie und Handll ausstellen, sollen )id) die Beziehungen zwischen diesen Gebieten und der angeroanbteu Kunst äußern, sondern auch in um Fragen rein pädagogischer Natur. Sehr ersreulid) sei, daß bie Sozialdemokratie Mitwirken wolle an bem Ausgleich ber sozialen Gegensätze. Seine Partei stcfc jedoch ganz in Ucbereinfnmmung der Negierung auf dem Standpunkt, daß hierzu die ersten vier Schuljahre keineswegs geeignet oder gar ausreichend seien. Die sozialen Gegensätze bildeten sich erst, nachdem die Schulbank längst verlassen sei, und da sei es ja gerade die Sozialdemokratie, bie diese sozialen Gegensätze nad) jeder Richtung hin ücri'djärft. (Widerspruch bei den Sozialdemokiaten.) Nehmen Sie doch nur irgend ein sozialdemokratisches Blatt zur Hand. (Abg. Ulrid) ruft: Offenbacher Zeitung.) Nein, gerade das Osscn- badjer Abendblatt, Herr Ulrich, kann hier als typisches Beispiel angeführt werden. (Unruhe.) Die Verhetzung geschieht doch nidyt von unserer Seite, sondern von Ihnen. (Beifall und Widerspruch.) Mit Nedst habe aud) der Minister auf die Staaten: verwiesen, in welchen bereits Einheitsschulen bestehen, aber die Gegensätze trotzdem grosser und fdjärfer sind als bei uns. Zum Schluß betont Redner, daß unser fcssisd>es Sd)ulwcsen sich aus den Vedurfnissen des Volkes herausgebildet hat. Niemand werde leugnen, daß es sich aus einer hohen Stufe der Eillwicklung befindet. Abg^ Ucbel erklärt, daß seine Partei auf dem Boden der Aussd)ußanträge stehe. Dr. Davids Gedanken über die Eiw- heitssdule Jeicn beachtenswert, aber nicht durchführbar. Besonders bie Einheitsschule sei ein Phantom, bie in den Anträgen enthaltenen Ideale Fönnicn vor dem materiellen Ausschwmig der Gegenwart nid)t Stand halten. Abg. Noack bält die Anträge für geeignet, der Schaffung einer Einheitsschule die Wege zu ebnen. Reformbedürftig fei das Mädchenfchirlwcsen, besonders in den priDaren höheren Schulen, d nn dort würden die Mädchen sozusagen volkSsremd eripgai, aber gerade für die weibliche Jugend dec oberen streife fei es notwendig, daß sie mit dem Volksleben vertraut würden. Abg. Reinhart tritt,für Erweiterung des weiblichen 5'orl>- b'ildun^s.ocsen ent und wünscht die Erieilung von Hai's.virtschafts- iintcrcidjt an den Mädchenvol'sschiiten. Redner rorberlegt dann die Behauptung Tr. Davids, daÜ Amerika das Eldorado der Arbeiter und bcck Vvlksec.ziehung sei. Gerade das Gegenteil sei der Fiall, das bdmciie die Mafsenrückwcmderung deutscher Arbeiter von dort. Geh. Rat. Tr. Eisenhuth kdilt mit, die Negierung beschäftige, fiel) zurzeit mit ber Frage ber Einführung des haus- wirtschaftlichen Unterrichts in den Müdchenvoltsschuleu. Mit der Emheitssd-ule würde ein sozialer Ausgleich nicht gesdwffen. Nedneo. tritt batm energisch der Ansck-auung entgegen, als sei die Volts-» sck-ule eine Armenschule. Nicht die soziale Betätigung, sondern bic, wissenschaftliche Ausbildung müsse bei einem ordnungsmäßigen' Schulwesen im Vordergrund stefcn. Damit ist, die Teöatre beendet und die Versammlung nimmt folc:t/'c A u S sck>u ßan trä g e an; An d.e Kammer das terfudjen zu rtdücn 1. Weitere Vorschulen nicht mehr zu er- r t d) t e tt und fernerhin zu den Kosten der bestehenden Vorschulen staatliche Zuschüsse nid)t mehr zu leisten; 2. die versuck)s- weise Enrichtung eines Rc so rm g Y m na s i u m s in Erwägiingj zu diefcn; 3. ten Uebertritt der Volks schule in die, höheren Schulen mögl'.dist ^u erleichtern, ferner dem Antrag auf Beschränrung ter Schuler der Bcllsschuillasseu auf die Zahl von 40 keine Folge zu geben und enblid) die Antllige Ulrich für erledigt zu erklären. Zu dem Antrag, betr. Einsülwnng der nationalen EinheckSschule hatte sid) das Ministerium dahin ge--l äußert, daß zur Herbeiführung der erstrebten Reform des Ijöfcren. Schulwesens die Reichssd-ulitommission nid)t zuständig fei, untx;' bie Reg terung drShalb dem Anträge nicht näher treten könne. Ter Ausichuß stimmt^oer dtegicning darin zu, mit der Maßgabe, daß man es als wünschenswert bezeick/nen könne, wenn die Reichö- schulkommisfion begutachtend und anregend auf eine möglichste Vere.nfcitlid)ung der Lel-rplane in den einzelnen Bundesstaaten einwirken würde. Es en'olgt nunmehr die Abstimmung über den in zweiten Lesung fcrtigaestellteit Jagdgesetzcntwurf. Minister Braun fcbt fccvvr: Das Gesetz, wie es aus den' Beratungeii der zweiten Kätmner fcrc-orgegaiigen sei, sei zwar für die Regierung unannehmbar, er fcge jedod) die Hoffnung, daß c5 durck)die Besdstüsse teS anderen Hauses und die Nekomuni-- kation eüie auch für bie Negierurrg akzeptable Gestalt annehmen iiiöge und ersuche fcshalb dem Gesetzentwurf zuzustimmen. Abg. Molthan erklärt, daß ec und seine Freunde zu-» stimmen werden. TaS Gesetz wird darauf mit allen gegen bie Stimmen der Skbgg. Illrinhart und Gutftcisch angensrnmen. Schluß oex Sitzung 1 Uhr, morgen fcüf) 9 Uhr Fortsetzung., öen mu|itali|dx-n Verunstaltungen, in den Aufsühcungcn auf einer neuen Schaubühne, in sportlichen Wettbeioerbeii, in Volksfesten und im Vergnügilngspack soll burd) die Pflege guten Ge- schmads ein Z^el fultureilen Sehend unb Sdmffcns gezeigt werben. Die Gesainllvirkung der Ausstellung „München 1908" soll einen Fvrtfd)ritt im Ausstellung Korsen bedeuten. — Kapellmeister gehälter in Amerika. Mart, spricht so oft von den fabelhaften Gagen, die berühmte Sänger in Amerika erhalten. Aber die Dirigenten von Ruf und Namen stehen ihnen kaum nacp in dem, was sie verdienen. So erhält der italienische Kavellmeister Eampanini an der Newyorkcr Oper 4000 Mk. die Woche. Die Gage Gustav Mahlers an der Metropolitan-Oper beträgt für die Saison vom 1. Februar bis zum 15. April 80 600 Mk. Muck erhält von dem Sinfonie-Verein in Boston für eine Saison von fünf Monaten 60 000 Mk. Ter Konzerttiercin von Pittsburg bezahlt dem Dirigenten seines Orchesters Emil Paur 50 000 Mk. und Karl Pohlig bezieht in Philadelphia 32 000 Mk. Bei Virtuosen sind freilid) die Summen noch phantastischer. Padcrewski hat man bei einer Tournee von 80 Konzerten ein Minimum von 6000 Mk. für den Abend garantiert, aber seine Tournee bringt ihm säst das Doppelte, im ganzen etwa 1 000 000 Mk.; Kubelik verdient auf seiner Tournee eine halbe Million Mk. — Kleine Knnstchronik. John Henry Mackey hat in Amerika 13 unveröffentlichte politische Aussätze Dtax Stirners aus dem Jahre 1848 entdeckt, welche m der Wochenschrift »Morgen* zur Veröffentlichung gelangen. — »Der Aiann mit den drei Frau en , bie neueste Operette von Franz Lehar, würbe am Theater an ber Wien zum ersten Akale au'geiührt. Tie großen Erwartungen, bie aus ben Komponisten ber »Lustigen Witwe" gesetzt worben waren, erfüllte^ sid) nicht in vollem Aiaßc. Lehar arbeitet diesmal mit den größten orchestralen Mitteln und ungemeinem ^Raffinement, aber die Ursprünglichkeit der Erfinbiing, ber eigentliche Grund feiner bisherigen Erfolge blieb mit Ausnahme einiger hübscher Nummern aus. Die Idee des Librettos van Iiilius Bauer i|t recht lustig, aber die AuSiührlmg zu fchwersällig. Tre Aufnahme der Operette ivar wegen LeharS großer Beliebtheit ziemlich warm, blieb aber gegen frühere Erfolge well zurück.. FerMprech • Anschlüsse r toe dir Redaktion 113, 5erlag u. Expedition 61 VezngSprets: monatlich 75 Pf., viertel.- a jährlich Mk. 2.30; durch Abhole- u. Zweigstellen Jp’’ O Kg mti monatlich 65 Pf.; durch cM M WM' ^3 die Poll Mk.3.—viertel- W WA jährll auSschll Bestellg. Mg Zeilenpreis: lokal 15Pf^ Xz auswäns 20 Pfennig. Wi/ Berantwortlich fr 99 vf fr fr für den politifchen Teil: «E Vemrm-EzeMr für Gberheffen WZM K Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Anis.-Vuch- und Steindruckerel. kl. Lange. Redaktion, Expeditton und vruckerei- Schulstratze 7. M“? Ä; SljS tiUeA 06» 908. .Ohnlen» -5.5 ► ** Volrtryehe CagessÄ>aW» Straßendemonstrationen tn Braunschweig. Die Ansammlungen auf den S trotzen dauerten gestern bis in die späten Abendstunden. Sämtliche Zugaugs- straßen zum Scküvß waren polizciuch abgesperrt, bas Rathaus schon vorher mit einem Polizeikordon umgeben Worden. Ter Herzog-Regent verlies; nach dem ersten Akt des Lohengrin das Hosthcaicr und kehrte noch dem Schloß zurück, da beabsichtigt war, irach Schluß der Vorstellung eine Kundgebung gegen ihn zu veranstalten. Aus dem freien Platz vor dem Cafe Hohcn- zotlern hatte fiel) eine johlende und pseisende Menge, etwa Lausend Personen, eingcfimben, die die Polizei vcrhölmte und mit Flaschen) u!nd dergleichen pewarf. Schließlich hieb die Polizei mit dem blanken Säbel drein und zerstreute die Menge. Tabei kamen mehrere Verletzungen vor. Gegen 12 Uhr herrschte nur den Straßen völlige Ruhe. Für beute find umfassende Vorkehrurrgen getrossen, nm eine Wiederholung _ der Stratzen- fjenen zu verhindern. Tie Polizei hat Anweisung erhalten, keinerlei Jlnsammlungen zu dulden und erforderlichen Falts mit Hilfe Les Militärs energisch von der Waffe Gebrauch zu machen. Es sind für heute ecwa ein Tutzend Versammlungen vorgesehen. Lre Zahl der Verwundeten läßt sich) nicht genau feststellen, heil diese sich größtenteils nach Hause begeben haben, ohne die öffentliche liuiahliatwn aufzusuchen. * Die deutsche Politik in der Ostseefrage wird durch die „dcowvje Wremia" auch nach den durch das russische Commumgud vom 20. Januar gegebenen Aufklärungen verdächtigt. Teutschland habe, so schreibt das Blatt, die Frage, ob die Ostsee als mare clausum anzusehen sei, angeregt, um in Friedenszeiten die Ostsee in ein mare teutonicum zu verwandeln, im Falle eines Kr-eges aber die Besastetzung der Ostsee- küften zu verhüten: die Ostieefrage sei somit ausschließlich deuchches Interesse. Temgegenüber kann, wie dies bereits durch das Telegramm des Wölfischen Bureaus vom 17. Januar geschehen ist, wiederholt auf das Bestimmteste erklärt werden, daß die Frage des mare clausum bei den Ostseeverhandlungen überhaupt nicht erörtert, mithin auch niemals von deutscher Seite angeregt worden ist. Gleichzeitig wird eine andere falsche Nachrcht der „Wawje Wrcmja" richtig gestellt: Tie Meldung, daß ein russischer Marineoffizier das amerikanische Geschlvadcr begleite, erwies sich als unwahr. An-Land. Genf, 23. Jan. Die Polizei setzte gestern die Haussuchungen tn den Wohnungen verdächtiget Russen fort. U. a. beschlagnahmte sie in der Wohnung des in München verhafteten Terrortsten Sarawitsch, der hier eine Villa besitzt, eine Anzahl wichtiger Schriftstücke, die den Gerichtsbehörden in Bern zugesandt worden sind. Paris, 23. Jan. Die Gerüchte über die angeblichen Zwischenfälle im Kabinett wegen der marokkanischen Angelegenheit mehren sich. Man scheint in gewissen Kreisen überzeugt zu sein, daß ein ernster Konflikt anläßlich der morgen stattsindenden Interpellation ausbrechen wird. Madrid, 23. Jan. Der König hat aus Anlaß seines Namenstages fünf zum Tode verurteilte Personen begnadigt. Ans Stadt itnd Land. Gießen, 24. Januar. Aus der StadtverordneLerr-Bersammlung. Das neue Jahr scheint für unsere städtische Vertretung recht arbeitsreich zu werden, fand doch gestern schon die dritte Sitzung in diesem Jahr statt. Erfreulich war der gute Besuch der Sitzung — es fehlten nur ganz wenige der Stadtväter und auch diese waren durch Krankheit oder sonstige dringende Verpflichtungen verhindert. Dieser Arbeitseifer verdient umsomehr Anerkennung, als eigentlich nur ganz kleine Gegenstände auf der Tagesordnung standen, die denn auch durchweg sehr glatt erledigt wurden. Eme größere Debatte entstand nur bei der Beratung der für 1908 vorgesehenen Straßenbauten. Dec Vorsitzende schlug im Namen der Deputation eine stattliche Anzahl von S t r a ß e n h e r st e t l u n g e n vor, teils Wiederherstellung alter durch die Kanalisation besonders in Mitleidenschaft gezogener Straßen, teils Herstellung neuer Stcaßenzüge. Es sind hierfür ini ganzen 300000 Mk. für dieses Jahr vorgesehen und aus der Versammlung heraus wurden noch wettere Wünsche Icuit, rote übrigens stets, wenn dieses Schmerzenskind unserer städt. Verwaltung zur Beratung steht. Auch die elektrische Straßenbahn wurde von ihrem eifrigsten Befürworter bei dieser Gelegenheit wieder erwähnt. Sehr dankenswert waren die Ausführungen des Stadtv. Grünewald über die Notwendigkeit, auch bet nassen, Wetter gut gangbare Spaziergänge vor der Stadt dadurch zu ermöglichen, daß die hauptsächlich dafür in Frage kommenden Ftißwege entsprechend befestigt werden, und auch der Wunsch nach Schaffung von Nundgängen, damit mau nicht immer auf demselben Weg zur Stadt zurückkehren muß, ist sehr berechtigt. Daß die Beratung atich die herkömmliche Debatte über den Straßenschmutz zeitigte, ist selbstverständlich. Viel helfen die Klagen darüber ja nicht, aber etwas besser kann es es bei einiger Sorgfalt jetzt schon werden, wenn auch die Hauptsache die Zeit tun miiß, die mit der vollständigen Neupstasterung der Stadt atich bessere Neinigungs- verhältnisse bringen wird. In das Gebiet dec Zukunftsmusik gehört auch die anläßlich des Winnschen Neubaues an der Bahnhofstraße erörterte Ueberbrückung der Wieseck zwischen Bahnhofstraße und Frankfitrter Straße, wenn nicht das Entgegenkommen der Anlieger diesen großzügigen Plan jetzt schon zur Ausführung kommen läßt. Dagegen wird die Schaffung eines Verbindungswegs zwischen Seltersweg und Süd-Anlage (durch die Ktlbinger'sche Hosrcite) schon in aller Kürze Tatsache locrben, da die Versammlung die dazu erforderliche Ueberbrückung des Schoorgrabens genehmigt hat. An sich nicht sehr in die Wagschale fallend, aber doch von dem starken sozialen Empfänden unserer gesamten Stadtverwaltung zeugend ist dec auf Eintrag unseres städtischen Arbeiter-Ausschusses gefaßte Beschluß, den städtischen Arbeitern bei der Erhebung von Invalidenrenten, bei den Kontrollversammlungen und bei Beerdigungen die dazu erforderliche freie Zeit ohne Lohnabzug zu gewähren. Die Mitteilung des Oberbürgermeisters, daß die Kaualgebührenordnung und das Ortsstatut über die Wertzuwachssteuer bereits am vergangenen Samstag den Kreisausschuß passiert haben und nunmehr dem Ministerium zur Genehmigung — an dec wohl kaum zu zweifeln ist — vorliegen, wurde mit Befriedigung ausgenommen, bamit die Nutzbarmachung dieser beiden neuen Einnahmequellen unserer Stadt schon für den 1. Februar zu erwarten ist. "Der Hof ball, der anr Mittwoch abend im alten Palais zu Darmstadt stattfand, war von 29q Personen besucht. Vor allem waren anwesend die hohe Diplomatie, der Adel, die Gesandten, Minister, Parlamentarier, die Kreisräte, die Bürgermeister der größeren Städte, Gelehrte ?c„ sowie das Offizierkorps und die Familien der Hofgesellschaft. Zum ersten Riale waren die Kreisräte und die Bürgermeister der größeren Städte eingeladen und erschienen. Von Gießen waren Se. Mag. Rektor Prof. Dr. Leist, Oberst v. Müller und Gemahlin, Landgerichtspräsident Coulmann und Ober- bürgenneifter Mecum anwesend. Der Tanz begann bald nach dem Erscheinen des Großherzoglichen Paares um 8.10 Uhr und dauerte bis Punkt 1 Uhr. Das Großherzogspaar beteiligte sich, wie immer, lebhaft an dem Tanzen. Die Tanzkarte enthielt: 1. Walzer, Fran^aise, 2. Walzer, Lancier, 3. Walzer, Tischwalzer, Fran^aise und Blumenwalzer. Die Großherzogin trug ein taubengraues duftiges Spitzen- Mullkleid mit Brillanten besetzt. Der Großherzog war in Artlllerieunlform. Um 10 Uhr wurde in den Nebenräumeu das Souper serviert. Die Musik wurde von der Kapelle des Dragener-Regiments gestellt. — Vom Großh. Hofe. PrinzundPrinzessin Reinhard zu Solms-Hohensolms-Lich kehrten am Donnerstag wieder nach Potsdam zurück. Am 25. ds. Mts. werden I. I. K. K. H. H. der Großherzog und die Großherzogin zi,r Feier des Geburtstages Sr. Bl. des Kaisers die Reise nad) Berlin antreten. Im Gefolge werden sich befinden: die Hofdame Freiin von Rolsmann, der Oberstalttneisier, der diensttuende Kamniecherr I. K. H. der Großherzogin und der Flügeladjutant Rittmeister Freiherr von Massenbach. Tie Ankunft in Berlin findet am 26. vorniittags statt. Die Rückkehr nach Darmstadt erfolgt am 23.. ds. Nits, abends. ** Der parlamentarische Abend, her gestern auf Einladung des Präsidenten Haas in sämtlichen Räumen des Stände Hauses stattsand, war, wie uns aus Tar mstadk drahtlich gemeldet wird, von insgesamt 82 Personen befuäst. Anwesend waren S. K. H. der Großherzog, die Minister und, Ministerialräte, die in Tarmstadt wohnenden Mitglieder der ersten Sammer, fast sämtliche Abgeordnete der zweiten, Kammer, Hofmarschalt von llngcrn-Sternberg, Geh. Käbinettsrat Itömh'ld, d.e Par- lamenlsvercchterstatter der Zeitungen ujw. Kreisrat Tr. Wallau hielt einen Vortrag über seine Reife nach Ostasien, die er seinerzeit als Reichstagsabgevrdneter machte. Er schilderte seine Erlebnisse und Eindrücke recht anschaulich und erzählte u. a., daß er überall Spuren seiner hessischen Heimat vegegnet fei. So habe er B. öfters Automobile der Opelichen Fabrik in Nüsselsheim angetroffen und in Peking habe er vorzüglichen Wem getrunken, der aus dem Hotel Trapp in Friedberg gewesen sei. S. K. H. der Gro ß herzo g, der bis lange nach Mitternacht blieb, unterhielt sich u. a. längere Zeit mit dem Abg. Köhler über dessen Heimatdorf Langsdorf und bemerkte im Laufe des Gesprächs launig, daß er Langsdorf besser kenne, als Abg. Köhler fetbst, denn sein Kammerdiener stamme dorther. Gespräche politischen und allgemeinen Inhalts führte der Fürst namentlich mit den Abgg. Ulrich, Adelung, von Bren- tano 'Und Dr. Gutfleisch. Auch die anwesenden zwölf Journalisten ließ er sich vorstellen und unterhielt sich iy liebenswürdiger Weise mit ihnen. * * In Audienz empfangen wurden von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Pfarrer Bechtols- Heimer von Gießen und Bezirkssparkassendirektor Müller von Butzbach. " Richterpersonalien. S.K.H. der Großherzoghaben den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starkenbiirg Otto v. ^Pfister und den ßanbrid)ter bei dein Landgericht der Prosinz Obcrhessen-Dr. Julius Friedrich zu Lanb- gerichtsräten bei biesen Gerichten ernannt unb bem Amtsrichter bei bem Amtsgericht Nibba Rub. Sellheim ben Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. " Erlebigt sinb: eine mit einem euang. Lehrer zu besetzenbe L e h r e r st e l l e an ber Gemeinbeschule zu B a u f ch - heim. Mit ber Stelle kann Organistenbienst oerbunben werben. Eine mit einem euang. Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Burkharbsfelben. Mit ber Stelle ist Organisten- unb Lektorbienst verbunden. * * Die Gehaltsverhältnifse ber städtischen Beamten und Lehrer werden, wie uns zuverlässig mitgeteilt wird, schon in aller Kürze die Stadtverordneton-Versammlung be- sck>aftigen. Tie Kommis,ion hat sich in letzter Zeit eifrig damit beschäftigt und ihre Beratungen nunmehr nahezu zu Ende geführt. * * Die Schwurgerichtsfitzungeu der Provinz Oberhessen für das 1. Quartal 1908 beginnen Montag, 9. März, vormittags 9^2 Uhr. Zum Vorsitzenden für diese Periode ist Landgerichtsrat Holzapfel bestellt. " A us d e rn B u r e a u d e s S t a d t t h e a t e rs. Zahlreichen Wünschen entsprechend hat bie Direktion für nächsten Sonntag nachmittag noch eine Vorstellung von Raimunds berühmter Zauberposse „Der Verschwender" zu Heinen Preisen angesetzl. TiS beiben ersten Aufführungen bes Werkes waren ausverkauft, unb fanben ben lebhaftesten Bestall, ba sowohl Darstellung wie Aussiattung außerordentlich Sehenswertes bieten. Tie Musik bes Werkes (bie von Kourabin Kreutzer herrührt) wirb voii ber Kapelle des hiesigen Regiments ausge'ührt. Der Sonntag abend bringt ben übermütigen Schwank „Die Orientreise" von Blumenthal und Kabelburg, ber schon bei ber ersten Aufführung bie ausgelassenste Heiterkeit entjessell hat. Auch biese Vorstellung sinbetzu kleinen Preisen statt. "Die Viehzählung hatte im Kreise Gießen folgenbes Ergebnis: Es waren ain 2. Dezember 1907 in den 80 Gemeinden des Kreises vorhanden 3906 Pferde, 8 Esel, 35 474 Stück Rindvieh, 10 769 Schafe, 35 132 Schweine, 7397 Ziegen, 132 220 Stück Federvieh und 2056 Bienenkörbe. Maulesel gab es gar keine. Tie meisten Pferde hatte Gießen (782), bie meisten Esel ebenfalls (3), währenb htiisichtlich bes Rlnbviehbestanbes Heuchelheim mit 1146 Stück an ber Spitze stand. Schafe gab es in Lich mit Hof Albach, Colnhausen unb Mühlsachfen am meisten, nämlich 753. Beim Schweinebestanb ftanb Lang-Göns mit 1444 Stück an ber Spitze, bei ben Ziegen Wieseck mit 418, beim Febervieh Gießen mit 6417 Stück unb bei ben Bienenstöcken ebenfalls Gießen mit 187 Stück. — Die Stabt Gießen hatte zu verzeichnen: 782 Pferbe, 3 Esel, 467 Stück Ninbvieh, 43 Schafe, 965 Schweine, 290 Ziegen, 6417 Stück Febervieh unb 187 Bienenstöcke. ft- Lich, 22.Jan. Vom 18.—20.Jan. hielt der hiesige Geflügel-, Vogel- und Kaninchenzuchtverein seine 4. Lokal-Geflügelausstellung ab. Die Ausstellung wurde Sanistag eröffnet; Sonntag nachmittag fand Konzert der Gießener Regimentsmusik statt, bas sehr zahlreich besucht war. Zur Prämiierung waren bem Verein 7 Ehrenpreise der Landwirtschaftskammer zugegangen, 8 wurden dem Verein gestiftet, teils in Lich, teils von den Nachbarvereinen. Preise erhielten: 1. Ganse: PH. Ostheim, Echzell II., Johs. Engel, Birklar III., R. Weiß, Hos-Graß III. 2. Enten: Pecking: Hch. Heller IV., Lich Ehrenpreis, Indische Laufentcu: Rentier peller, Lid) II., Hch. Zimmer III. 3. Hühner: Langshan: Hch. Bünbing, Echzell II.; Plymouth-Rocks, gespeichert: K. Hildebrand, Gettenau Ehrenpreis; Mechelner, gesperbertt Oetcmomierat Hof- mann, Hof-Gill Ehrenpreis; Wyandottes, weiß: Karl Albach, Lich Ehrenpreis, III., HL; silber: H. Schmidt VII., Lich III., W. Wick, Marburg III., Heß, Echzell Ehrenpreis, Karl Heller, Lid) II., Jak. Stein, Lid) II.; golö: Wick, 'Marburg II., HL; rebhuhistarblg: Ostheim, Echzell II,; Schollen, grau: Müller, Bettenhausen II.; yiinorfa, schwarz: Stent. Bettenbausen III.; Italiener, rebhuhnfarbig: Grotefendt, Lich III., K. Heller, Lich Ehrenpreis, fürstliche Gulsverivallung Ehrenpreis, III., Vogt, Lld) III.; schwarz: Radetzky, Lich I., II.; gelb: Düringer, Birklar III.; Hamburger Silberlack: Radetzky, Lich II., Stotz, Arnsburg Ehrenpreis. ©ainmelElaffe: Silber-Wyandottes: Wick, Marburg Ehrenpreis; rebh. Jtal.: Fürstl. Gntsverlvaltnng II.; Hamb. Silberlack: Radetzky, Lich^EhrenpreiS; Bronze Puten: Steiner, Colnhanfen I., II.; Gold-Fasanen: H. Zimmer, Lich Ehrenpreis. 4. Tauben: Weiße dtsch. Kröpfer: Fritz Roth, Lick) II., K. Schäker, Lick) Chrenspreis, I.; blaue: H. Zimmer, Lid) Ehrenpreis, III., fürstl. Gntsverlvaltnng II., gelbe: Schcster, 9ich Ehrenpreis, III.; Berliner Kropier: Weißel IX in Müschen- , beim II. Blaue Strasser: Wick, Marburg III., fürstl. Gulsver- Wallung III., III. Role Weißschivänze: Engel, Birklar II. Schon) Homer: Osthelm, Echzell I. Brieüauben, gehämmert: Hofmann, Lid) HL, Gerhardt, Birklar II, Müller, Bettenhausen Ehrenpreis, II.; blaue: Schäfer, Lid) III; schwarze: ders. II., Zimmer, Lich IL — Die Vorbereitungen zu dem am 27.—29. .Juni d. I. stattfindcnden Gaulurnfeste des Turngaues Heffen lind rege im Gange. Als Festplatz wurde eine sehr große Wiesenfläche an der Straße nach Nieder-Bessingen ausge- ivählt. Fürst Karl zu Solms-Hohensolms-Lich hat das Protektorat und Oberamtsrichter Rausch ben Ehrenvorsitz übernommen. XKaulstos, 22. Jan. Heute weilten Kreisamtmann Haber- korn-Schotten und Kulturrat Wißmann-Gießen hicx, mn üfig: die Inangriffnahme der Arbeiten an hiesiger Quellwasserleitung mit der Gemeindevertretung zu beraten. Die Arbeiten werden demnächst ausgeschrieben und Ende März soll mtt dem Bau begonnen werden. Die Anlage kostet ca. 20 000 Mk.; die Quellen liegen auf Gemeindeigentum ganz in der Nähe des Dorfes. -t- Fried berg, 23. Jan. DaS HauS des Apothekers Albert Gennes, Kaiserstraße 40, wurde an Heinrich Heß, Besitzer eines Schuhwarengeschäfts, für 52 000 Mk., bas Haus des Rentners Georg Stein hä tlßer II., BlSniarckstraße 19 an ben Rechtskonsulenten Christian Hofmann hier für 29000 Mk. verkauft. Die Stablkaffe, bie von Llegenschaftsoerkäufen in hiesiger unb Jauerbacher Gemarkung neucrbingS eine Abgabe bezieht, ist beshalb an bem in letzter Zeit regen Umsatz in bedeutenden Wertobjekten auch interessiert. Beispielsweise erwachsen ihr Einnahmen aus dein vorerwähnten ersten Geschäft von 520, aus bem anberen von 232 Mk. 0 Friebbcrg, 23. Jan. Zwecks Erbauung einer Turn- un b Fe st Halle hatte bre Stabt ein Preisausschreiben erlassen, auf bas zahlreiche Pläne einliefen. Das Preisgericht hat nun folgenbe Preisvertetlimg vorge- genommen: 1. Preis, 500 Mk., Architekt Lanbau-Augs- burg; 2. Preis, 300 ML, Selbert-Alannheim; 3. Preis, 200 Mk., Reinharb-Mainz. Die Pläne von Greb-Darmstabt unb Karle-Braunfchweig werben angekaust. d. Bab-Nauheini, 23. Jan. Vor einigen Tagen hat sich hier ein Rodelklub gebildet. Er stellt sich bie Aufgabe, ben Nobelsport, ber in biefem Winter zum ersten 2)lal auch von Erwachsenen aus allen Gesellschaftskreisen iinserer Stabt aiisgeübt mürbe, nach Kräften zu unterstützen Iunb zu heben. Die Grünbung biescs neuen zeitentsprechenben Vereins muß besonbers unsere Frauen interessieren, ba ihnen ja auch Mltglieb- unb Wahlrecht eingeräumt worben sinb. Nicht löcniger als 4 Damen haben Sitz unb Stimme im Vorstanb bekommen. Hoffentlich werben bie Winter ber lommenbcit Jahre wieder so anhaltende Schneefälle bringen rote bie letzten Dezembertage, bamit bem Robelklub auch wirklid) bie Möglichkeit zu zweckentsprechenber Arbeit gegeben wirb. k- Mainz, 23. Jan. Der von der Bürgermeisterei bezüglich der Gebaltsregulierung der Volks sch ullehrer mit» geteilte Entwurf hat durch den Beschluß des Schulvorstandes eine wesentliche Abänderung zugunsten der definitiv ange- ftellten Lehrer erfahren. Während der Entwurf die Er.ei^ung des Höchstgehaltes von 3500 Mk. durch 10 dreijährige Zulagen von je 200 Mk. — also nach 30 Dienstjahren — vor)ah, foflj dieser nach dem Beschluß des Schulvorstandes nunmehr durch 8 dreijährige Zulagen von je 225 Mk. und eine solche von 200 Mk. nach Ablauf von 27 Dienstjahren — wie nach dem seitherigen Modus — erreicht werden. Der im Entwurf vorgesehene Grundgehalt von 1500 Mk., die auf 700 Mk. erhöhte Wohnungsentschädigung, eine Funktionsznlage von 700 Mk. für die Hauptlehrer, sowie das Inkrafttreten der neuen Gehalts-- fätze vom 1. April 1907, werden beibehalten. — Durch diese Abänderung wird erreicht, daß die Lehrer im mittleren Lebensalter — wo die Ausgaben des Familienvaters namenttich durch die Ausbildung der Kinder naturgemäß am höchsten sind —• etwas höhere Gehaltssätze erhalten und der Höchstgehalt drei Jahre früher erreicht wird. 2LußerordenLlicher 8. Kongreß der Freie» Verrinigmrg Deutscher GewerLschasteu. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Berlin, 22. Jaiu Ein außerordentlicher Kongreß der Freien Verftnigung der deutschen Gewerkschaften begann heute tn Bökers Festfälen. Namens der Geschästskommisfion eröffnete der Vorsitzende Fritz Kater um *^2 Uhr die Sitzungen. Er wies darauf hin, daß die Augen der ganzen Arbeiterschaft, soweit sie auf dem Boden des Klasscnkampfes stehe, auf diese außerordentliche Tagung gerichtet seien. Die Wichtigkeit des Kongresses beweise schon der außerordentlich starke Besuch durch die Delegationen, der doppelt so groß sei, als bei früheren Tagungen. Er könne den Kongreß nicht besser und würdiger eröffnen als mit einem Protest gegen die Säöelherrschaft, die in diesen Monaten gegen demonstrierende Arbeiter in willkürlicher Weise zur Anwendung gebracht worden ist. Ob Sozialdemokraten, ob Anarchisten, wir stehen durchgängig auf dem Standpunkte, daß das Volk mit allen ihm nützlich erscheinenden Mitteln versuchen muß, die heutige Klassenherrschaft zu stürzen und das Proletariat zu befreien. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Der 8. Kongreß _t>er, Freien Vereinigung Deutscher Gewerkschaften nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem Vorgehen der Berliner Polizeibehörde gegenüber den um die Volksrechte demonstrierenden Arbeitern und arbeitslosen Proletariern. Der weitere Inhalt der Resolution bezeichnet die herrschende Krise und die damit verbundene Arbeitslosigkeit als ein Produkt der heutigen Gesellschaftsordnung und fordert das Proletariat aller Länder auf, einen immerwährenden Kampf gegen dieses System zu führen. Der Kongreß erklärt sich solidarisch mit den um ihre Rechte demonstrierenden Arbeitern. — Die Resolution gelangte einstimmig zur Annahme. Den Geschäfts- und Rechenschaftsbericht für die Zert vom 1. Januar 1906 bis 30. September 1907 erstattete der Vorsitzende der Geschäftsrornmission Fritz Kater. Nach Anhörung dieser Berichte vertagte sich der Kongreß auf Donnerstag früh. * Die heutigen Verhandlungen begannen mit dem Bericht ders Mandatsprüfungskommission. Dieser Bericht hatte eine längere Ms rüst'io n zur Folge, in die die später zur Verhandlung komm.es» den Einigungsverhandlungen bereits hineinspielten. Die Mandatsprüfungskommission beantragte nämlich, denjenigen Organisationen, die ihren Austritt aus der Freien Vereinigung bereits erklärt, nur bei dem Punkte „Geschäftsbericht" die Anwesenheit der Delegierten zu gestatten. An der weiteren Beratung über den Ausbau der Organisation hätten die Delegierten nicht teil- zunehmcn, da ihre Vereine ja ausgeschieden. Es kam dabei zu mancher stürmischen Szene. Schlenker war der Meinung, daß diese Delegierten auch fernerhin teilnehmen müßten, da sie für das treulose Verhalten ihrer Organisation Rede und Antwort stehen sollten. Ohne Anwesenheit der Delegierten sei aber eine Abrechnung nicht möglich. — Ferner besagt ein Antrag des Nürnberger Allgemeinen Deutschen Metallarbeiter-Verbandes auch diejenigen Organisationen, die bereits beschlossen, für die Einigung im Sinne des sozialdemokratischen Parteivorftarrdes einzutreten, von der Teilnahme an den Verhandlungen über diesen Punkt auszuschließen. Der Kampf der- beiden Strömungen, die ciitc für die Erhaltung der Vereinigung der Freien Gewerkschaften, die andere für die Auflösung bezw. Verschmelzung mit dem Zentralverband Deutscher Gewerkschaften, nahm den ganzen Vormittag und Nachmittag in Anspruch. Mttit>eriitäts* *Uad?rid?ten. — Zum ordentlichen Professor der alten Geschichte an der Universität Marburg wurde der a. o. Professor daselbst, Dr. phil. Elimar Klebs ernannt. Er ist hier Nachfolger des nach Lalle übergesiedelten Geh. Regierungsrats Prof. Dr. B. Niese' Erdbeben. Cal abrien wurde am 23. d. Mts. wiederum von einem Erdbeben heimgesucht. Es trat in Bianco, Africo, Brancaleono, Bruzzano, Ferruzzano und in den übrigen, schon durch das letzte Erdbeben mitgenommenen Gegenden mit größerer Heftigkeit auf und erregte unter der Bevölkerung eine Panik. Beschädigt wurden in Bianco mehrere Gebäude, die schon von der letzten Erderschütterung her Risse aufwiesen. Das Amtshaus ist unbewohnbar. — Gleichzeitig wird uns aus Mörida, der Hariptsladt des mittelamerik. Staates Dukatan gemeldet, daß der Campeche-Golf, der nördliche Teil des mexikanischen Golfes, von einem starken Erdbeben heimgesucht worden ist, das längs der Westküste von Pukatan und auf allen Inseln des Golfes verspürt worden ist. Die beiden Inseln Obispo del Für und Cayo Nuevo sind vom Meere verschlungen worden. Auf beiden Inseln waren zahlreiche Arbeiter bet der Ausbeutung der dortigen großen Guanolager beschäftigt. Man nimmt an, daß wenig st ens hun dert M e n s ch e n bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind. * Eine luftige Geschichte aus Mecklenburg. Man schreibt der „N. G. C."»aus Neustrelitz: Vor kurzem weilte König Wilhelm II. von Württemberg als Jagdgast beim Grvß- l)erzog Adolf Friedrich von Mecklnrburg-Strelitz. Da beide Fürsten Anhänger des Automobilsports sind, begaben sie sich im Kraftwagen nach dem in der Mhe der Residenz Neustrelitz gelegenen Wildpark. Der junge Erbgroßherzog Adolf Friedrich war eben» falls bei der Partie. Auf der Chaussee begegnete dem fürstlichen Automobil ein Gefährt; ein Schimmel und ein Brauner traben sehr gentächlich davor, und auf 'dem Bocke sitzt in Seelenruhe ein Bauer mit seiner Ehehälfte. Als die Hupe des grvßh. Automobils ertönt, beginnt der Schimmel unruhig zu werden. Man stoppt sofort auf der anderen Seite und fährt im langsamsten Tempo vorüber. , Nichtsdestoweniger fängt das Mecklenburger „Vollblut" an zu steigen, und nach ein paar Kapriolen liegt der Schimmel auf der Straße. Tie Fürsten eilen sofort zur Hilfe. Ter Großherzog faßt beit Gaul beim Kopf und versucht ihn aufzurichten, vom Erbgroßherzog auf das lebhafteste unterstützt, während der König von Württemberg mit ein paar kundigen Griffen die Stränge abwirft, um dem Pferde daS Aufftehen zu ermöglichen. Der Bauer und feine Frau thronen indessen anscheinend ungerührt.und seelenruhig auf dem Bocke. Ten vereinten Hundes fürstlichen Bemühungen gelingt cs endlich, den Gaul auf die Beine zu bringen, unö schließlich steift der Schimmel wieder auf allen Vieren. Leutselig wendet sich der Großherzog an den Bauer: „Diesmal ist die Sache ja noch gut abgegangen, und nun können Sie erzählen: „Der Großherzog und der Erbgroßherzog haben mein Pferd aufgerichtet, und der König von Württemberg hat sogar dabei geholfen!" — In ech^ mecklenburgischer Ruhe erwidert darauf der Bauer: „Mien leew Herr, bat Haren Dee ruhig blieben laten könnt. Wenn sönn oll Ting (bas Automobil) ankümmt, denn füllt bcc Schimmel uminer üm; he steiht awer nahsten (nachher) ook ganz von sülwer werrer up!" —.Sprachs unb fuhr seine Straße weiter. * Berlin als Landwirt. Aus dem Bericht der Berliner städtischen Kanalisationswerke und der Rieselfelder über das letzte C^eschäftsjahr geben wir folgende Daten wieder: Es wurden ettoa 1 Million Liter Milch produziert und 158 000 Mark dafür eingenommen. Die beiden Brennereien in Buch erzeugten aus den auf eigenen Aeckern gewonnenen Kartoffeln 200 000 Liter reinen Alkohol, und aus dem Verkauf des Obstes wurde ein Erlös von 106 000 Mark erzielt. Bemerkenswert ist dabei die große Differenz zwischen dem letzten und dem vorausgegangenen Ertrag, der nur 36 000 Mark erreicht hatte. An Kartoffeln halte Buch allein 2i/2 Millionen Kilogramm geerntet und Sputendorf und Osdorf je über 1 Million Kilogramm. Noch höhere Ziffern finden wir bei der Rübenernte. Da stehl Falkenberg mit 41/2 Millionen Kilogramm, Malchow mit 3% Millionen Kilogramm und mit ebensoviel Sputendorf verzeichnet. An Heu wurden fast 50 Millionen Zentner gewonnen. Früher wurden die ungeheuren Grasmengen teilweise zur Düngung verwendet. Im letzten Berichtsjahre hat man jedoch in größerem Umfange das Gras getrocknet und Fütterungsversuche damit ange,tellt. Sie ergaben ein so günstiges Resultat, daß die Ausstellung oer gefütterten Versuchstiere den Verwaltungen Ehrenpreise einbrachten. Auch mit der Fischerei sind, wie aus dem Bericht hervorgeht, günstige Resultate erzielt worden. * Eine Operationauf stürmischer See. Von einer unter erschwerenden Umständen auf hoher See ausgeführten gefährlichen Operatwn wird uns aus New-Dor k berichtet: Es war während der Uebersahrt des Cunarddampsers „Pannoiiia". Während eines schweren Sturmes erschien der Schiffsarzt Dr. I. F. Orr beim Kapitän mW berichtete, baß einer der Passagiere, ein schottischer Kaufmann namens Laco, der an einer akuten Blinddarmentzündung darniederlag, sich in kritischer Situation befände; nur ein sofortiger operativer Eingriff könne bas Leben retten. Der Kapitän ließ sofort swppen, eine Anzahl Oelfäner wurden ins Meer arnnffpn 1.».. • - schweren Wogengang in ruhige Lage zu bringen. Der Arzt schritt unterdessen zur Operation, die vollkommen glückte. Aber die Nervenanstrengung des Operateurs war dabei so groß, daß er unmittelbar danach ohnmächtig wurde. In jeder Sekunde während dieser gefährlichen Arbeit fürchtete er, daß das Stampfen des Schiffes im Sturm ihn hindern würde, zu Ende zu kommen, baß seine Hände ausgleiten und leicht eine tödliche Verletzung herbeiführen könnten. Laco, der bei einem Aufschub der Operation das Land nie wiedergesehen haben würde, war bereits auf dem Wege der Genesung, als der Dampfer in New-Dork anlangte, und in wenigen Tagen wird er seine Tätigkeit wieder aufnehmen können. * Die Zahl der Israeliten auf der Erde beträgt nach einer amtlichen Statistik ungefähr 11081000. Davon entfallen auf Europa 8 748000, auf Amerika 1556 000, auf Afrika 354 000, auf Asien 342 000 und auf Australien 17 000. In Europa verteilen sieh die Juden auf die einzelnen Länder folgendermaßen: 5 100 000 auf' Rußland, 2 100 000 auf Oesterreich-Ungarn, 600 000 auf Deutschland, 400 000 auf die Balkanhalbinsel, 105 000 auf Belgien und Holland, 80 000 auf Frankreich, 40 000 auf Italien. Die Städte mit größter jüdischer Bevölkerung sind Newyork mit 700 000 Juden, Wien mit 130 000, Berlin mit 05 000, London mit 80000 und Jerusalem mit 30 000: Kleine Tageschronik. Auch Hauptmann von Göden wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes nach der Provinzial-Jrrenan- st a 11 in Kortau gebracht. Bei einem Brande in einer Kellerwohnung eines Hauses der Pappelallee in Berlin fanden drei Kinder den Tod durch Ersticken. In Stuttgart wurde die etwa 55 Jahre alte Witwe Marie Fuhr erdrosselt aufgesmiden. Die Behältnisse ihrer Wohnung waren durchwühlt; so daß ein Raubnwrd vorzuliegen scheint. In Jena beschlossen die Stadtbehörden, gegen die Bebauung des Schillergartens bei dem Ministerium Einspruch zu erheben. Berlin, 24. Jan. In der 10. Abendstunde sprach gestern das Kriegsgericht der 1. Division (Garde-Division) das Urteil wider die Grafen Hohenau und Lynar. Graf Hohenau wurde freigesprochen, weil der Beweis für die ihm zur Last gelegten Vergehen ntcht erbracht werden konnte. Graf Lynar wurde wegen Mißbrauch der Dienstgewalt in 6 Fällen in Verbindung mit Beleidigung und wegen sittlicher Verfehlungen mit Untergebenen in 5 Fällen zu 1 Iahr 3 Mon. Gefängnis verurterlt. In bcu Enlscheldungsgründen heißt es, daß der Gerichtshof den Grasen Hohenau freigesprocheu' hat, weil die Tatbestands- Merkmale des § 175 des Slr.--G.-B. nicht hinreichend nachgewiesen sind, aber nicht wegen erwiesener Uiischlild des Angeklagten. Bezüglich des Grasen Lynar nahm das Gericht an, daß die Anklage in vollem Umfange eriuiefcu wurde. Die Strafe ist deshalb so hoch bemessen worden, iveil der Angeklagte sich vergangen hat in ferner Eigenschaft als Vorgesetzter mit Untergebenen seines Regiments. Aon der Untersuchungshaft ist nichts angerechnet ivorden, weil der Angeklagte durch sem Verhalten selbst die Hanplverhand- luiig verzögert hak. Von einer Ehrenstraie wurde deshalb Abstand genommen, well der Angeklagte, ohne Berechligimg, Uniform zu tragen, verabschiedet wurde. Ter Gerichlshof beschloß, bei der Begründung der einzelnen Strafsälle im Interesse der militärischen Disziplin und der öffentlichen Sittlichkeit die Oeffentlichkeit wieder auszuschließen. Königsberg i. Pr., 22. Jan. Das Divisionsgericht Jnster-- burg verurteilte den Feldwebel Mielke vonr 4. Grenadierregiment wegen Soldatenmißhandlungen in 280 Fallen zu 9 Monaten Gesangiiis. A l l e n st e i n, 23. Jan. Hauptmann v. Gäben wurde der „^llenstemer Zeitung" zufolge heilte zur Beobachtuiig feines G e l st e s z u st a n d e s nach der Provinzial-Jrrenanslalt in Kortau gebracht. Straßburg i. E., 22. Jan. Der Kassenbote Staude n m c 1 e r, der bei der hiesigen Steuerbehörde im September 1907 GO 000 Mk. unterschlagen halte und in der Schweiz festgenoinmeli worden war, wurde von der Straskammer zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust bei Anrechnung von einem "Monat Untersuchungshast verurleilt. Seine Begleiterin, eine mehrsach bestrafte Person, wurde zu zwei Jahren Ge'ängnis, eine Frau aus Mannheim, die einen Teil des gestohlenen Geldes verborgen hatte, wegen Begünstigung zu vier 'Monaten Gefängnis verurteilt. Das Geld war bis aus 1U00 Mark wieder beigebracht worden. Petersburg, 22. Jan. Die Errichtung einer russisch- japanischen Bank, ivoran sich Japan mit 15 Millionen beteiligt, ist nunmehr beschlossene Sache. handel. Diskontherabsetzung der Bank von England. Das englische Noteninstitut hat den Diskont gestern gleich um ein volles Prozent und zwar von 5 auf 4 Proz. herabgesetzt, während nur eilte V2 Proz. Ermäßigung erwartet worden war. Die Bank trat mit 7 Proz. in das neue Jahr ein, sie ist also innerhalb drei Wochen um 3 Proz. in ihrer Diskontrate zurück- gegangen. In Bantkreisen wird dieses Vorgehen für etwas zu rasch gehalten und man kann sich des G.du k nS ni'ft erwchren, daß damit ein bestimmter Zweck verfolgt wird, ohne daß man jedoch hierfür einen, positiven Anhalt hat. Im vorigen Jahr blieb das Institut auf seinem am 17. Januar auf 5 Proz. herabgesetzten Satz bis 11. April stehen. Dann ging es zunächst auf 41/2-Proz. zurück und erst 14 Tage später auf 4 Proz., welcher Satz dann bis Mitte August beibehalteit wurde. Mit dem jetzigen Diskont hat die Bant von England wieder die Kontrolle über den Geldmarkt gewonnen. Zu erwarten steht nun auch, däß die Deutsche Reichsbank baldigst gleichfalls mit ihrem Zinsfuß und zwar wohl auch um 1 Proz. herabgehen wird. Zinsfuß und zwar wohl auch um 1 Proz. herabgehen wird. — Zur Emission der neuen preußlsa> en vier- prozentigen Staatsschuld buch-Anleihe. Tie Zuteilungen auf die Subskriptionen sind nunmehr den einzelnen Zeichnern zugegangen, wobei entsprechend der Zusage durchweg die Zeichnungen voll berücksichtigt worden sind. Bei einem Teil der kleinen Zeichnungen war bei der Subskription sogleich der volle Betrag eingezahlt worden. Es beginnt nunmehr die Einzahlung der bis zum 31. ds. Mts. zu erlegenden 181/2 Prozent der zugeteilten Summe. Es ist anzunehmen, daß hinsichtlich eines erheblichen Betrages von Zeichnungen bereits von dem Rechte dcr Votlzahlung Gebrauch gemacht werden wird. — Zeichen dcr Zeit. Tie Verl. Stadt. Sparkasse hat im Oktober bis Tezember 1907 6 635 000 Mk. mehr verausgabt 4 eingenommen. Paris, 23. Jan. Die Bank von Frankreich er-i mäßigte den Diskont auf 3 Proz., den Lombardzinsfuß auf 4 Proz. — Stahlw erks v e rb and. Aus Fachkreisen wird gemel-' bet, daß der Stahlwerlsverband für weitere 3 Monate, also jetzt! für 6 'Monate vom 15. Tezember 1907 an gerechnet, eine Aus- i fuhrt, ergütnng von 15 Mk. pro Tonne Halbzeugverbrauch auf Fertigfabrikate bewllligtc. Ter Antrag der Rl^inisch-Westfälifchen Trägerhändler-V"reinigung, den Weiterverkaufspreis für Träger statt nun 10,50 Mk. auf'10 Mk. pro Tonne zu ermäßigen, wurde abgelehnt. — Eine Gerichtsentscheidung z u Gunsten be r1 amerikanischen Eisenbahnen. Das Oberste Gericht des Staates Pennsylvania entschied, daß das Gesetz, das den Eisenbahnen verbietet, mehr als 2 Cents pro Aöeile für Passagiere zu berechnen, verfassungswidrig ist, iveil cs verhindert, einen den Ausgaben und den Charakter des Eisenbahnbetriebs entsprechendcir Nutzen zu erzielen. Gingejandt. (Für Form und Inhalt aller ...uei dlcicj Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Entgegnung auf das Eingesandt eines Garbe nteichers in Nr. 1 5. Aus dem ganzen Sinn des Eingesandt kann ich nur herausfinden, der Schreiber müsse ein direkter Interessent sein, denn für die Allgemeinheit von Garöenteich hat die Verlegung des jetzigen Bahnhofs keinen Groschen Wert, im Gegenteil bedeutet sie einen großen Schaden für ganz Garbenteich und Steinbach. Ob der Weg angetäuft werden muß oder nicht, darauf will ich nicht eingehen, jedenfalls wird es so fein. Gefallen an einem Güterverkehr hat heutzutage ein jeder Ortseinwohner, und wenn er noch so llein^ ist, ein jeder ist von einem guten Verkehr abhängig. Was Steinbach anbelangt, Jo hat es an diesem Projekt kein Interesse. Die ungünstigen Steigungen von Garbenteich nach Steinbach würden es jedem Steinbacher verekeln, ihn mit beladenem Wagen zu fahren, und er wird besser nach Lich fahren, wenn es auch etwas weiter ist. Ob sich die Bittsteller orientiert haben bei Watzenborn-Steinberg, Grünin- gen und Dorfgüll, will ich dcchingestellt sein lassen. Jedenfalls haben die angeführten Orte kein besonderes Interesse an dem angeführten Projekt. Watzenborn-Steinberg hat nicht weiter nach Großen-Linden. Grüningen hat noch keine Chaussee und wird auch in allernächster Zeit noch keine bekommen. Dorfgüll hat Hof Güll. Der Garbenteicher weiß, wie es scheint, den Weg von Garbenteich nach Grüningen schlecht zu taxieren. 9Ioch nicht ein Drittel liegt in Grenzsteinen. In der Gemarkung Watzenborn-Steinberg und Grüningen ist noch nichts geschehen, und Schwierigkeiten werden sich bieten. Wenn die Bahnverwaltnncf den Orten Watzenborn-Steinberg, Hausen und Garbenteich etwas Entgegenkommen zeigen will, so soll sie ein airderes Projekt ins Auge fassen, und da wäre Schiffenberg vorzuziehen. Eine. Erörterung über Watzenborn-Steinberg und Hausen ist nicht nötig., Garbenteich und Steinbach würden gern auf eine Güterverlade--- stelle halbwegs in Dorfgüll verzichten, wenn sie nur ihre Personenhaltestelle behalten, wo sie gegenwärtig ist. Stückgutverkehr ist auf der Personen Haltestelle Garbenteich, und ihre Waggon- ladungen können die Garbenteicher sich auch am Schiffenberg holen. Wenn die Ausladerampe nahe an Hausen gelegt unb ein Weg längs der Bahn bis an das Bahnwärterhaus bei Hausen an-! gelegt würde, wa§ doch für Hausen von großem Wert märe;, so hätte Garbenteich und sogleich^auch die Kreiswasenmeisterei einen nicht weiteren Weg, als bis an den schon so viel er»' wähnten, ungelegenen Platz. Durch die Domäne Schiffenberg hat auch der Staat ein Interesse an dem Projekt Schiffenberg. Auch ist das Gelände leicht zu erwerben, da es fiskalisch ifL Schon aus humanen Gründen wäre die Bahnverwaltung ver-! pflichtet, für die Haltestelle Schiffenberg etwas zu tun. Kommen doch nach meiner übersichtlichen Berechnung im Personenverkehr an der Haltestelle Schiffenberg jährlich an 12000 Mk. ein. Da wäre e5 an der Zeit, daß am Schiffenberg bald etwas bessere Verhältnisse herbeigeführt werden und die Augen der maßgebenden Körperschaften auf dieses Projekt gelenkt werden. Vielleicht tragen diese Zeilen etwas dazu bei. Ein Watzenborner. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 25. Januar 1908: Meist heiter unö trocken. Fortdauer der Frostes. Oestliche Winde. OrigLnLsL-DkKhtmeLdunse«. Bielefeld, 24. Jan. Gestern erschien hier ein Adjutant des Ka isers bei dem Schwiegersohn des verstorbenen Geheimrat Hinzpeter und bat um Ueberlassung eines Sesiels, eines Schreibtisches und anderer Gebrauchsgegenstände aus dem Besitz des Verstorbenen für das Hinzpeter- Zimmer, das der Kaiser im Berliner Schloß einrichten will. Der Hofphotograph Hayn-Wllms ist beauftragt worden, ein Bild Hinzpeters in Lebensgröße herzustellen. Stuttgart, 24. Jan. Dr. med. A. Tafel ist oon. einer 4jährigcn Forschungsreise im nordöstlichen China heute zurückgekehrt und hat wertvolle Forschungsergebmfse mitgebracht. Paris, 24. Jan. Aus T 0u l 0n wird gemeldet: Eine Barke versuchte in das Arsenal, an der Stelle einzudringen, wo sich die im Barr begriffenen Unterseeboote befinden. Die Wache rief die Insassen der Barke an und gab Feuer, worauf dte Barke umkehrte. Paris, 24. Jan. „Matin" glaubt mitteilen zu können, daß der französische Botschafter Bompard tatsächlich demnächst von seinem Petersburger Poften zurücktreten werde. Sein Nachfolger ist noch nickt ernannt. Tavon, daß Teleasss diesen Posten erhalten werde, wie gerüchtweise verlautet, ist bisher nicht die Rede gewesen. Tokio, 24. Jan. In der gestrigen Sitzung des Parlaments wurde die Regierung wegen der u n g ü n ft i g e n Finanzlage heftig angegriffen. Tas eingebraebte Tadelsvotum wurde nur mit einer Majorität von 10 Stimmen, nämlich mit 178 g:gcn 168 Stimmen abgelehnt. Tanger, 24. Jan. Nach glaubwürdigen Nachrichten, die tn Rabat eingetroffen sind, zeig: sich Abdul Asis über bic Folgen der französischen militärischen Penetration in Marokko sehr beunruhigt. Er soll beabsichtigen, einen allgemeinen Ä u f- ruf an die Mächte, speziell an Deutschland, Spanien^und England zu erlassen, damit diese ihm bei seinen jetzigen Schwierigkeiten zu Hilfe kommen, und der Schein beseitigt werde, als würde er ausschließlich von Frankreich unterstützt, der Hauptgrund für die Unbeliebtheit Abdul Asis bei seinem Volle. Eisenbauanstalt G. Dönges- ö üARmSTADT.^ 'ach Stühle — genietete Träger — Stützen — lederne Fassaden — Hallen —- Treppen etc. rtteiiw Ifmro per ’/i Liter: 70 Pfg., per 3h Liter: 55 Pfg., empfiehlt [273 Jeorg Wallenfels, ir Marktplatz 21, Telephon 46, icscnüber der Engelapocheke. (Snttojmiie Wlscuftüchtc 11. la. Siüicrliraiit g empfiehlt zu billigsten Preisen Robert Stuhl, Neustadt 23. Holsteiner Schwarzbrot frisch eingetroffen. [64 A. Koch -Lachs. Schulstraße 10. KZ ssT r Bunte Hemden Bunte Serviteurs mit Manschetten Aug.Waag Seltersweg 60 und Kreuzplats 6. [7110 Kyffhäuser-Tcöhnikiim FRAN KEN HAUS EN für Maschinenbau. ElektrutecLn.Eison- boeb u. Briickonb-.landwirt. Maschinenbau. 760 qm Mnschiiienlnbomiorien. Ncnc WHochrm. Für Wirte und Händler BorzugSpreise. L. Steinhäuser Neuen Baue 17. , taten - tilge und -binos in großer Auswahl zu verleihen, Neuheiten aus Lager. Joh. Eföand 546 Weidengasse 1 — Cafe Krämer. 16-pferdige Wölfische Lokomobile sehr gut erhallen, wegen Anschaffung einer glürtzeren Anlage sofort zu verlausen. cM/i __ttunumülile (vriedel. Mastcuanzüge zu verlausen. 0455] Gruubergerstr. lb. ViUa zum allein bewohnen, in bester Lage im südlichen Stadtviertel, Uumäube halber, preiswert zu verlausen. Schrtitl. Anfragen unter 511 an den Gietz. Atrz. erbeten. Giessener Konzert-Verein Kolosseum Giessen Dritter Solisten-Abend Siebentes Konzert am Sonntag, dem 2. Februar 1908, abends 5*4 Uhr, in der Neuen Aula. Täglich grotze Vorstellung. Ab beute Freitag, 24.Januar im festlich geschmückten vorderen Restaurant Großes Roscnscst. Während der Dauer des Festes Ausschank von Münchener St. Benno-Bräu. 0480 Dpt.tpn billig zu verknusen. jJL)lhulu (ouaj Löwengaste 20. Schlittschuhe u. Eissporcn re. billigst (550 Fritz Müller ir., Neustadt 41. uiuerzubrlngen. Schristltche 2 Kk. 50 Pffc. 5 Zimmer find willkommen. Mein Ausverkauf nur noch kurze Zeit! 0442) cinbärncr. 551) Als besonders preiswert empfehle: wird eingelnüen. (0451 Der Vorstand. 507) MoltkestraKe 18. (D% Dörfer sein. Näh. Hofmannjtr. 14. 322] Oas Neueste irnti Aparteste in Ball-Schuhen f Möbl. Zimmer 7 Nm. Rein. [543 Angebote mit Preisangabe unter 478 an den Giest. Anz. erbeten. Es wird ein heller, trockener u. verschltegbarer N a u m gesucht, um bessere Mobiliargegenstände 2 168 60 32 3 36 1 3 500 115 Nadel-Nutzscheit (rund) Eichen-Nutzknüppel Nadel-Nutzknüppel Programm. Eintrittskarten Zusammenkunft im Distrit Slreitkopf bei Bauholz Nr. 1. Allendorf a. d. Lumda, am 23. Januar 1908. Gcosjh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda. Eichenstämme mit 1,38 Fcstin. Nadelslümme mit 72,30 -l0ld-'L»,llagc I. Stock 5-Zimmerivohnung zu vermieten. Martin Dörr. [21 Schöne 5-Zimmer-Wobnuna mit Zubehör zu vermiteii. [502 früheres zu erfragen bei ______L. Süst, Ebelckraste 3, L Schöne 5-Zimmcrwohnung per 1. Avni zu vermieten. [0357 Näperes Stephanjiraste 17, pari. sM't jedem Tage erwirbt sich der Fenclielbonig auS der Gcrutania-Dragerre Uai'i Saeitoe 3 Franks. Str. 39, Telephon 593, seiner vorzüglich. Wirkung wegen bei Verschleimung, Hünen und Heiserkeit immer mehr Freunde. Daselbst auch die beliebten Sodener, Emsor, Eucalyptus itienth. Bonbons 2C. rc. stetS frisch vorrätig. [239 I -4 Zimmer | LFilbclmstrafre 53, schöne 4-Zimmer-Wobnung, Part., der Skeuzeit ciufpr. mit 2 Backone und Eartenanieil an ruhige Familie per 1. April zu vermieten. 549)_________ Näheres daselbst. Eine 4 -Zimmer - Wohnung mit Gartenbenutzung an ruhige Leute zu vermieten. 10163 ___________Nord'Anlage 41, I. | 3 Zimmer j Milchküche für Säuglinge: ______Pfarrer Schwabe.______ Mädchen für leichte Arbeit ßeiumt. Dampftvafchanstalt „Edelwctst 7 Für den 1. Februar wird em braves Mädchen für Stüd^e und Hausarbeit gesucht. (Mal West-Anlage 49, L