Mi Nr. 199 Zweites Blatt 158. Jahrgang Dienstag 25. August 1908 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener ZamlllenblStter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffrn Rotationsdruck und Verlag der Vrübl'schen UniversitätS - Buch- und Cleindrrrckcrei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: esS 51. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießcn. sgefuhrt, ft ?fon 209, eine ' durch I burgi Mitgliederversammlung abaehalten und am Abend das Fest i ein Orchesterkonzert abgeWossen, in dem das „Brandenburgische Konzert Nr. 3", ein Klavier- und Violinkonzert, sowie die Chorkontate „Nun ist das Heil" zur Ausführung kommen )!., strebs.Mann (33 9.it . LleÜungalsBureaM ajsterer oder Poriicr. imitl. Angcboie uni.1: , Geschäftsstelle d. @.8tr. mmt wieder! en Besuch ladet höW Rappniann, Inhaber der Kolosseums und Franisurl n. M zu einem Wintergarten umgearbeitet werden- Ein Anbau wird für den Automobilpark und die Pferde Garagen und Stallungen schaffen und im Stockwerk noch Platz für einige iveitere Beviensteten- wohuungen geben- T-azu kommt eine bedeutende Erweiterung der jtüchenräume und eine TeUung der besonders großen Hinteren Etagenräume, die in der neuen Aufmachung komfortable zimmer für das kaiserliche Gefolge abgeben werden- An die Terrasse nach deut Garten hin wird sich ein großes Empfangszimmer für die Besucher anschließen. Auch das Arbeitszimmer des Kaisers wird eine Aendcruiig erfahren- Die Eiirrichtung wird auf einen öfteren Besuch des Monarchen hinzielen, aus welchem Grunde auch die Möbel ständig int Achilleion bleiben und nicht, wie dies das letzte Mal geschah, nach Berlin zurücktransportierr tverden sollen- — lieber das vierte deutsche Bachfest erhalten wir vom Vorstände der Neuen Dachgesellschaft folgende Mitteilungen: Tas Fest findet vom 3. bis 5. Oktober in Ehem- uitz statt. Geplant sind folgende Veranstaltungen: 3. Oktober ein Kirchenkonzert (Aufführung der „hohen Messe" ; 4. Oktober Kammermusikkonzert, in dem u. a. Bachs Hochzeilskantate „O holder Tag, erwünschte Zeit" zu Gehör kommt. Am Abend folgt ein zweites Kirchenkonzert (NLotetten, Chorkantaten: „Mein Freund ift mein" und „Du Hirte Israel", Solokcmtate: ,Lch bin ein guter Hirt" und Orgelstucke-- .Am Piontag vormutag wird Prioatbriefen Schuckingß persönlich beim Burecm- oorsteher. — Ter Urlaub, den der EchleSwiger RegierungS- präftdent v. Dolega-KozierowSki genommen hat, hangt, soweit der „Lok.-Anz." unterrichtet ist, tatsächlich mit dem gegen Bürgermeister Dr. Schuck in g eingeleiteten Disziplinarverfahren zusammen. In dem Regierungspräsidenten nahestehenden Kreisen verlautet, der Regierungspräsident wolle seinem Wirkungskreis jetzt fernbleiben, um auch nicht den leisesten Verdacht auskommen zu lassen, als habe er auf den Gang der Untersuchung und Verhandlungen vor dem Bezirks-Aus- schuß in irgend welcher Weise eingewirkt. Ob er auf feinen Posten zurückkehren wird, dürfte allerdings van dem Ausfall des Disziplinarverfahrens gegen Cchücking abhängen. Zum Fall Schuckiug. !Wie die .Franks. Ztg." mitteilt, ift jetzt nicht nur das Zetigniszwangsverfahren gegen sie eingestellt worden, sondern cuich die über ihren verantwortlichen Redakteur Hemberger verhängte Geldstrafe wegen Zeugnisoerweigerung van 50 Mk. i st aufgehoben worden. — Wie dem „Verl. Tagebl." aus tzusinn gemeldet wird, beschlagnahmte Regier lingS- cat Dünkelberg dort ein Aktenstück mit mehreren rialien benutzt werden; selbst für die Galerien ist Holzkoustruktion' untersagt. Eine besondere Verfügung regelt die Anlage von Stehplätzen. Danach hat jeder Käufer eines solchen Billetts Ansprucy auf einen numerierten Platz. Deshalb werden parallel zur Bühne eiserne Schranken aufgestellt, zwischen denen die Weite eines jeden Stehplatzes mit einem halben Meter bemessen wird. — lieber d i e Erweiterungsbauten am Achilleion, dem deutschen Kaiserschlosse auf der griechischen Insel Korfu, teilt man Mit: Als der Kaiser seinerzeit das Achilleion erwarb, erkannte er, daß die vorhandenen Räume resp. deren Einteilung einem längeren Aufenthalt mit seinem größeren Gefolge nicht entsprecheit würden- Er beauftragte damals einige namhafte Firmen mit den Restaurierungsarbeiten. Als dann der Kaiser in diesen: Sommer seinen Besuch auf Korfu abstattete, zeigte sich, wie wenig dieses herrliche Schloß für den dauernden Ausenllzalt eines großen Hoflagers geschaffen sei- Ein großiw Teil des Gefolges mußte in Mietwohnungen untergebracqt iverden- Auch erwiesen sich die vorhandenen Mchenräume und Bedienstetenwohnungen als viel zu klein für die Ansprüche der Hofhaltung Kaiser Wilhelms- Tie nunmehr angeorbnete Renovierung, die 500 000 'Kart überschreiten darf, wird mit den vorhandenen Räumen teils vollständig brechen müssen- Eine Terrasssc wird Giessen dteib) Sekfon u i lätsn-S omiiicrthct/ mft: Auftreten des bM Darsteller, Frank d'c° en m bieiem Genre, |* hrogiamm. i Restaurant Konzert Alters NobitschecL 1- scptember: im Leihst,I!örder-8l. muivicl in 4 Akten ttri:: :tot Franz Ferdinant mes^ in der Hauptrolle rrusland. Bedrohliche Lage in Portugal- Tie portugiesische Presse erklärt jetzt rund heraus, daß die politische Lage ihrer Hauptstadt höchst beunruhigend geworden 'ift- Die Blätter „El Mundo" und „Liberal" melden übereinstimmend, daß für nächsten Samstag eine Revolution geplant sei- Ter „Seeolo" erfährt, daß die königliche Jacht „Amelia" ständig unter Dampf gehalten wird, um im Augenblick der Gefahr den König und die königliche Familie in Sicherheit zu bringen- Was man sich in politischen Kreisen und im Volke über die Gefahr der Situation und die Pläne der Gegner der Dynastie erzählt, geht noch weit über das in der Sache mitgeteilte hinaus- Tie Gerüchte sind unkontrollierbar. Der russische Minister des Aeußern Iswolsky und der französische Ministerpräsident Clemenceau hatten gestern nachmittag in Kärlsbad eine einstündige Konferenz- Der französische Finanzminister Caillaux ist vorgestern abend von Budapest in Wien eingetroffeti- In Petersburg wurden in der ersten Mädchenschule von der Polizei mehrere Bo mbenvon ungeheurer Ex plosiv- trart gefunden. Es wurde augenscheinlich ein Attentat vorbereitet- lUeiitc» Feuilleton. — Die baulichen Schäden am Kölner Dom- Wie * !?lr vor einiger Zeit meldetest, haben an dem Kölner Dom Ver- j i ütterungserscheinungen sich bemerkbar gemacht, die zu einer grund- ! ll.chen Untersuchung des herrlichen Bauwerks geführt haben- Hierbei | wellte sich heraus, daß umfassende WiederherstellungsarbLiten not- '.oendig sein werden, um das Gotteshaus vor noch schwereren Nacy- Dileu zu schützen- An einem Teile der Kirche, am Ehör aus dcr Hiidwestlichen Seite, hat man auch bereits mit den Voroereitungen Mr die Renovierung begonnen- Diese selbst ist bisher noch nicht vii Angriff genommen worden- Ueber die Gründe zu dem Auf- ' Hub können wir nrittcilen, daß zunächst gründliche Untersuchungen iattfindeu sollen über das zu verwendende Material. Man hat irit dieser ehrenvollen Aufgabe bekanntlich den Gießener Geo- ogen Professor Kaiser betraut- Die verwitterten, -teile am i'om sind aus Sandstein gefertigt, der dem D racyensteingebirge mtnommen ist- Ueberall hat sich dieses Material bisher bewahrt. Venn es nun in Köln sich angefressen gezeigt hat, so wird )ieS auf die besonderen örtlichen BerhAtnilse Kölns zuruckgesuhrt. L's sind dies teils natürliche Gründe, teils mit un, er er Kut-ur usammenhängende Ursachen- Zn den natürlichen Gründen wettren )ie Nebel gerechnet, die über dem Rhein lagern, und besonders in )er rheinischen Hauptstadt sich stark bemerkbar machen- Zu den Ursachen, die durch die Menschen l-ervorgeruien sind und schlietzlich in einer Beeinflussung der Atuwspyäre geführt l-abeti, ist Einmal )er Jndustriereichtum des ganzen mheinlandes znzahlen, im oe- onderen tvirb die unmittelbare Nähe des großen Bahnhofs, eines er verkehrsreichsten des ganzen Kontinents, hierzu gezählt- „ö’ur ie Wiederherstellungsarbeiten stehen zunächst 1.2 JRiltwnen Jt« h ;ur Verfügung, die aus den lieber)dumDer Einstigen Kvlnc 2ombau'otterie Herrnhren und ursprüngltch tur die innere Aus- i chmückimg des Domes verwendet werden sollleii- ÄÄ — Moderner Theaterban. lieber ein ”CU(3L 0,J” ji leichische^ Gesetz betreffend Theaterneubauten bringt bei: - •Courier" Mitteilungen. Tie größte Neuerung ist, datz die -löcater !: äinftig nicht mehr auf allen Seiten tret stehen wtten, sondern j llaß der Anbau des Bühnentraktes an em anderes Gebäude erlaubt wird. Aus hygienischen Gründen wird versugt, day die Crnnme lier Fensterflächen im Bühnentrakt wenigstens -0 Proz. der gemimten Bühnenfläche betragen soll. Hm ganzen Theater iou 1 3ur elektrisches Licht verwandt werden, auch sur die biSyer aus merzet, bestehende Notbeleuchtung, deren Anlage aber eme eigene Zuleitung erfordere. Mit Ausnahme der p-utzboden, O'enster, nahmen und Türen dürfen .nur feuerfeste, unoerbrennbare State» Deutsches Reich. Deritalienische Minister des AeußernTittoni stattete in Berchtesgaden dem Staatssekretär von Schön einen Besuch ab- Ueber de tt Besuch deöenglischen Schatzkanzlers in Berlin vernimmt „Daily Ehronicle", daß Lloyd George versichert habe, er habe im Verkehr mit den deutsckw'n Beamten viel gelernt und verlasse Deutsch.and mit dem Gefühl der Befriedigung über die Erfüllung seiner Aufgabe, die dem Studium der Alters- Pension galt- Er Ijabc jedermann bereitwillig gesunden, ihm Hilfe zu leisten, und erblicke in den angeknüpfteii persönlichen Beziehungen den besten Weg zur Verbesserung der internationalen Beziehungen- Der „Standard" wird von Berlin aus zu folgender Erklärung ermächtigt: Lloyd George hat in keinerlei Bezielmng unabhängig oder unverantwortlich gehandelt. Er l>at bei feinem Besuch in Deutschland in voller llebereinftimmung mit dem Londoner Kabinett alles aetan, was er klugerweise tun konnte, um die Schiebungen zwischen England un£> Deutschland zu fördern- Auf Veranlassung des Kaisers wohnen in diesem Jahre zum erstenmal deutsche Offiziere den Manövern in Griechenland bei- Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Osel C8entr-j ist in München nicht unbedenklich erkrankt. Er mußte sich einer Operation unterziehen, deren Folgen aber noch nicht übersehen werden können- Die Neichstagsersatzwahl in Me Mel-Hey de - trug findet am 2- Oktober statt. Der Landrat des Kreises Hcydekrug hat eine besondere Bekanntmachung erlassen, daß der Abschrift dcr Wählerlisten keine Sdjroierigftüen zu machen sind- Der 9- deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag in Breslau, zu dem ctiva 300 Delegierte aus ganz Deutschland eingetroffen sind, begann gestern nachmittag mit einer Voroersammlung im Kämmermusitsaale des Konzert- I>auseS. Ter Schriftführer der Kammer, Dr. Mensch, teilte mit, der Ausschuß habe in einer am Vormittag abgehaltenen Sitzung beschlojsen, den Bundesregierungen und Parlamenten eine Eingabe zu übermitteln, zu welcher die Wünsche der Kammer bezüglich des Meisterprüfungswesens zusammengesaßt werden sollen- Als Ort der Tagung im nächsten Jahre wurde Königsberg in Preußen gewählt- Am Wend erfolgte ein Empfang und Be- grüßungsabend auf der Liebigshöhe- Apolitische Tagesschau. Eine bemerkenswerte Priuzenrede. In der Milgliederversammlung des Deutschen Schul- schifsvereins in München hat der Prinz Ludwig von Bayern, dessen großes Interesse für den Ausbau der Binnen- ßoasserstraßen bekannt ist, eine bemerkenswerte Rede ge- lalten. Der Prinz äußerte zunächst sein großes Interesse flür die Marine und führte dann weiter aus, daß man im Lüden auch einen Platz am Wasser verlange, ein Verlangen, das leider sehr unvollkommen erfüllt sei. Bayern habe eine Wasserstraße, sie befände sich aber noch auf dem- ßelben Standpunkt wie vor sechzig Jahren. Es fehle an Anschluß, und cs sei Bayerns gutes Recht, ihn zu verlangen. Der Prinz fuhr fort: „Wir sind ja ein Reich und bringen gern mit Freuden alle Opfer für das Reich, verlangen aber volle Gegenseitigkeit. Seit Jahren ist der Vertrag geschlossen. Es ist jedoch noch kein Spatenstich geschehen, sm den Anschluß herzustellen. Ein preußisches Gesetz be- ßagt: „Kanäle dürfen nicht gebaut werden, bis Linnen- ßhifsahrtsabgaben eingeführt werden". Kanäle werden Lrotzd>em gebaut, der Anfang ist gemacht, der Anschluß an den Main aber noch in keiner Weise. Nun wissen Sie, daß wir in Bayern uns bereit erklärten, für Schifsahrts- abgaben zu stimmen. Wenn sie nicht zustande kommen, so können wir nichts dafür. Ader wir sind gekränkt, wenn mir aus solchen Ursachen immer hintanstehen müssen. Es tft; unglaublich, daß der ganze Südosten von Deutschland uom großen Weltverkehr mit der Oft- und Nordsee ganz abgeschlossen ist. Es ist gestern wieder von der Mainlinie ^efprocyen worden. Ich bin froh,, daß sie vor 38 Jahren schon beseitigt wurde, mochte aber auch, oaß die Mainlinie, Die den Norden vom Süden trennt, ebenfalls beseitigt wird. Und es ist eine Kleinigkeit; es fehlt nur das kleine Stück Don Offenbach bis Aschaffenburg. Trachten Sie, daß dieses Stück gebaut wird, gleichviel ob Schis fahrtsabgaben einge- sührt werden ober nicht, und strafen Sie uns Bayern nicht, ivenn aus anderem Grund Schiffahrtsabgaben nicht einge- filhrt werden. Der Gedanke des preußischen Ministers Ufre7tenbach, einer der großartigsten, die man sich denken kann, will Schiffahrtsabgaben nicht nur für Hauptflüsse, sondern auch für Seitenflüsse. Wird das durchgeführt, so können wir die Schiffahrtsabgaben recht gut brauchen, und daß man damit etwas machen kann, davon wissen die Bremer ein Lied zu singen, denen es gelungen ist, durch die Schiffachrtsaben auf der Unterweser emporzukommen. Od) will nicht länger sprechen, aber ich wünsche, daß Sie mich in meinen Bestrebungen unterstützen, und daß diese 1 ieue Kette uns noch enger aneinanber fügt, und daß dieser Stachel, der ob der Vernachlässigung von Süddeutschland in manchen von uns ist, von uns genommen wird. Der Anschluß nach Frankfurt ist selbstverständlich das Zunächst- blegende, weil er leicht zu bauen ist. Das soll aber durchaus nicht der Schluß sein, sondern Bayern soll direkt an Die Weser und Elbe angeschlossen werden. Wenn wir an der Elbe sind, bann haben wir die Verbindung mit dem ganzen Osten des Deutschen Reiches bis an bie russische Grenze. Das ist jetzt nicht möglich. An die Weser, das ist der allernächste Weg, unb ich glaube, die Herren vom Schulschiffverein, vor allem mein sehr verehrter Herr Nach- _ar (das ist der Großherzog von Oldenburg), dessen Land üh der Weser liegt, wirb leicht damit einverstanden sein, menn die Weser nicht ein Sack bleibt, sondern angeschlossen ivird an das ganze Süddeutschland." jgelu.SiiunclmevM- raetreu m tadelloser - Schmidt, PrävaM Latzudoiiüme ^oolofl- 3Ultimi _ HM 13) M. W- WöeSraunfel^'^ lic, M °u erholen- fetten unter A- ,u' nidBramM____ \ M E } yünlt. Rultzahl- z- c- KesjLi^ett^en^ ^MgÄerFeier,^ vcrtauicht. werden. — Dom lieben guten alten Wilhelm Raabe erschienen unlängfttiii 4. Auflage „D a s Horn von W a u z a" unb in 6. Auflage „Abu T elf an oder die Heimkehr vom Mond- gebtrge'* (Verlag von Oltö Janke in Berlin.) Beide Bücher haben sich sehr langsam, daflir nun aber endlich doch wohl dauernd siegreich die deutsche Leserwelt erobert. Nichtsnutziges wie die Machwerke Stilgebauers, und recht oft auch Nichtswürdiges wird in Hunderttausenden von Exemplaren binnen eines Jahres gierig verschlungen, die Werke eines unserer größten deutschen Erzähler sanden Jahrzehnte lang einen nur bescheidenen Verehrerkreis. Tas erste Buch hat sich erst in nahezu 30, das zweite gar erst in über 40 Jahren durch- gesetzt. In „Abu Telsan" stellt Raabe auf dem dunklen Hintergründe des airikanischen Sklavenlebens ein düster gehaltenes Bild des Herz und Geist tötenden Kntturphilistertums im alten Europa hin. Resigniert und zwei'elreich blickt der Dichter in die Welt, die er von unzähligen Gefahren bedroht sieht, und mit liebevoller Naivheit behandelt er seine Originale und Sonderlinge. Im »Horn von Wanza" richtet er dagegen seinen Blick nicht auf das ihm verhaßte Treiben der großen Welt, sondern in die seinem in sich gekehrten Naturell verwandte idyllische Klemwelt eines engen, verträumten deutschen Landstädlchens, das er mit seinem ganzen ergötzlichen Humor umfaßt und erhellt. Hier führt er uns ein paar köstliche, halb wunderliche, halb trauliche, kernfeste Gestalten vor in Situationen von wohlwendster Behaglichkeit, umzaubert von einer nur ihm eigenen Stimmung von tiefer Gemütskraft und goldiger Güte, die uns an die wundersam reizvolle Kleinmalerei des kurios wackeren Spitzweg so herzig gemahnt. Möge beiden Büchern endlich die ihnen gebrihrende Anerkennung bei allen denen finden, die Sinn haben für schwermütig-humorvolle Seelenmalerei. Auch sie werden fortan Raabe zu den Meistern deutscher Erzähler- kunft zählen. -o, — Fremdwörtersucht. Die Hess. Landessynode gab kürzlich die Anregung, über-flüssige Fremdwörter aus der amtlichen Kirchensprache 511 entfernen. Ter deutsche evangelische Kirchen- aiisichuß lehnte diesen Antrag mit der Begründung ob, daß überflüssige Fremdwörter schon jeyt nach Möglichkeit vermieden würden. — Hierm irrt ^sich der Ausschuß, deim Wörter wie Konsistorium, Vikar, Pastor, Senior könnten doch gar wohl durch gute deutsche Ausdrücke ersetzt werden. Stadt und Land. Gießen, 2ü. August 1808. — Keine 3 Pfennig-Karten. Die Hannoversche Handelskammer hat beim Reichsposlamt die Ausgabe von 3 Pfennig-Karteu angeregt. Daö Reichspostamt hat erwidert, daß bei der großen Zahl von Postwertzeichen- gattungen, die schon jetzt bei den VerkehrSanstalteii zu führen seien, davon abgesehen werden müsse, die vorhandenen Wertzeichen zu vermehren, soweit nicht eine dringende Notwendigkeit" vorliege. Ein allgemeines Bedürfnis zur Einführung offener Druckfachenkarten mit eingedrucktem 3 Pfennig-Wert» stempel könne aber nicht anerkannt werben. - Die Deutschen BangewerkS - Berufs- Genossenschaften werden am SatnStag, 5. September, in Essen im städtischen Saalbau unter Vorsitz des König!. Baurat Fclisch aus Berlin ihren 23. ordentlichen Verbands- tng abhalten. Die Tagesordnung ist reichhaltig und interessant. Die Unfallverhütungsvorschriften und deren Durchführung, die Gefahrentarife, die ftontroUe der Betriebe, besondere Schutzvorkehrungen beim Heben und Unterfangen ganzer Gebäude und dte Pensions-Grundsätze für berufsgenossenschaftliche Beamte werden ebenso anziehende wie wichtige VerhandlungSpunkte ergeben. "Die Hühnerjagd ist seit gestern in Heften offen. Die Jäger klagen, daß die Rebhuhnjagd heuer wenig lohnen wird. Es mangelt an jungen Völkern, weil das erste Gelege gefehlt hat. Aber auch daS zweite Gelege hat unter der feuchten Witterung stark gelitten, so daß man zahlreiche Eier beim Mähen zerstreut gefunden hat. Die vorhandenen Völker sind jedoch stark entwickelt. ^Saubere Straßen. Seit dem Beginn der Kanalisationsarbeiten war in unserer Stadt die Klage über schmutzige Straßen, eine stehende Rubrik im »Gieß. Anz.^, auch häufig ein Punkt, der von den Stadtvätern ausgiebig in den Sitzungen erörtert wurde. Die Klagen sind allmählich verstummt und unsere Straßen fangen allmählich an, sich, was die Befestigung der Fahrbahn anlangt, zu Musterstraßen zu entwickeln. Allersdings ist die Ncupflasterung nicht sehr billig, aber die Kapitalanlage macht sich mit der Zeit durch die längere Haltbarkeit bezahlt. Den ersten Versuch machte man auf dem noch vor ein paar Jahren unergründlichen Brandplatz und zwar dem Teil, den man in Landgraf Philipp-Platz umgetauft hat. Man walzte hier die Straßenzüge mit Schrittsteinen gut ein und brachte bann Kleinpflaster mosaikartig an, eine Methode, die sich bei Darmstadt und anderwärts bewährt hat. Inzwischen hat man in gleicher Weise mit Kleinpflasternng versehen einen Teil der viel mit Lastfuhrwerk benutzten Hainmstraße (zwischen Güterbahnhof und Viadukt bei Gailfuß), die Schanzenstraße und die Steinsiraße (vom Asterweg bis Marburger Straße). Es folgten Plock- und Johannisstraße, Moltke- straße und Bleichstraße (zwischen Ludwigslraße und Süd-Anlage). Jetzt ist man dabei, mit den Anlagen den Anfang zu machen und zwar wird zuerst die Süd-Anlage zwischen dem Neuenweger Tor und der Bismarckstraße mit Klem- pflaster befestigt. Diese Straßenzüge waren vorher chaussiert. Hoffentlich dauert es nicht allzulange, bis alle chauffierten Fahrbahnen in der Stadt verschwinden. •• Die Altersgenossen von 1855 —1905 1 feierten am Sonntag unter zahlreicher Beteiligung ihr diesjähriges Familienfest auf dem ^SchützenhauS". Das Fest nahm einen recht animierten Verlauf. Nachdem der Alterspräsident Geisse die Festgäste herzlich begrüßt hatte, brachte ■ er ein Hoch auf S. 2)1. den Kaiser und S. k. H. den Groß- : Herzog aus, das begeistert aufgenommen wurde. Der in letzter Zeit verstorbenen lieben Altersgenossen wurde ebenfalls «■ *"Ä ßesaop- SS-" u ehrend gedacht, KreisamtSbureauvorfteher S ch i f f n i brachte einen sehr humorvollen Toast auf die Tamen auS, wodurch die allgemein fröhliche Stimmung noch mehr erhöht wurde. Tas schöne Fest wird allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben. * • Stenographisches Dom 5 7 September tert in den Mauern Gießens die 22- Jabres-Hauvloerfamm- lung des Mitteldeutschen Stenoqravhenbundcs Stolze Schrey Am Samstag nachrn >> Ubc mvel im i'otel Schütz die Sitzung des Bundes-'LuSschu i'-s starr- hieran schlicht sich um 8 Ubr die geschäftliche Hauptverianrrnlung, in der di. inneren gesklstistlichen^Angelegenheiten d s Bundes ihre Erledigung nnoen sollen. An» Sonntag morgen beginnt akounn der intet» eisanteste Teil des Bundestages, das öffentliche Wettfchtciben Es findet im Ltvllegiengebäudc der Landesumoeriität statt und zwar wird geschrieben m Abteilungen von 80—300 Silben in der Minute- Um 11 Uhr findet > bann in der Aula die ö'scntlichc Festversammlung starr, in deren Mittelpunkt der Fritvorrrag oes Berbandsvorsitzenden Mar Buckler ^Berlin, steht- Er wird über das Thema: „2i. t Einheitsbestrebungen" sprechen Wahrend des Vormittags ist gleich, »ring im Kolleaienaebäudc eine stenogr- Ausstellung geöffnet. An das um 2 Uhr stattfindende Festessen schließt sich erne Besichtigung der hiesigen Sehenswürdigkeiten an- Am Abend veranstaltet Ixr Gießener Verein in Sreins Garten Abendunt.-rtzaltung mit Ball, wobei auch die llreisvcrteilung erfolgt- Zu dem Wettschveiben haben sich betens viele auswärtige Schrr'tgcno'fcn ang.n» .oct- .oervorragende Persönlichkeiten unserer Stadt sind dem Ehren- ausschuß beigetrerm • • Feuerwehr. Am Sonntag. 13. September nachmittags werden die beiden hiesigen Freiwilligen Feuerwehren voraussichtlich in Gemeinschaft mit der Freiwilligen SanitätS- kolonnc eine größere Hebung abhalten. DaS sog. Brand- objekt ist eines der größten Gebäude unserer Stadt, und man wird Gelegenheit haben, jeden einzeln heranruckendcu Löschzug bei seinen NettungS- und Löscharbeiten beobachten zu können. Diesem Brandangriff geht eine Schulübung der einzelnen Geräte auf dem ÖSwaldSgarten voraus. Nach der Hebung findet eine Feier tn SteinS Garten statt, wöbet fta- meraden beider Wehreu Diplome über 10», 15» und 20- jährige Dienstzeit verliehen werden. " Rohheiten. In der Nacht zum Montag wurden in der Steinstraßc an drei Häusern Fensterscheiben zertrümmert, ebenso wurden an einer Wirtschaft in der Kirchstraße und au einer in dec Wetzsteinstraße Fensterscheiben eingeschlagen. Gegen die Täter sind Strafanträge gestellt, teilioeise sind sie auch ermittelt. — An der Ltchcr Straße wurde cm dort stehender Wagen eine hohe Böschung herlintergerollt und zertrümmert, auch eine Baubude an der Irrenanstalt wurde aufgerissen und die darin befindlichen Arbeiterkleider herauS- geworfen und teilioeise verschleppt. • • Neu itent. Ein Arbeiter, der sich gestern abend deö guten zu viel getan, auf dem Marktplatz fortgesetzt Skandal machte und einen Auflauf verursachte, wurde in Polizeigewahrsam genommen. In Amerika verstorbene Hessen. Christian W. Stamm auö Büdingen, 42 Jahre alt; Frati Marie Softe Baaser aus Frankenberg, 76 Jahre alt; August Lodcrhosc auö Frankenberg, 57 Jahre alt, alle drei in San Francisco. — Hch. Peter aus Wohra, 79 Jahre alt, zu Grand Junction Townschig. •V Friedberg, 23. Äug. Der Pflege des Gesangs, n a m c n 111 d)v b c d Bolks liebes, galt die als Volkstanz ctt für heute nachmittag im Saale des Hotels Trapp angekündigle Beranstaltung. Sie ging aus von den vier Mannergesangvereinen von Ilbenstadt, Nieder Wöllstadt, Bad- Nauheim und Ober Wöllstadt, alle unter Leitung des Herrn Morl Friedrich Glück hier. In einer Ansprache wurde mit- geteilt, daß geplant sei, zunächst an Stelle von Wettsingen — die neben unleugbaren Vorteilen auch recht erhebliche Schattenseiten böten — fernerhin solche Zusammenkünfte zu gemeinsamem Singen, wie heute, jährlich etwa zweimal abzuhalten, zum Zivecke erneuter Anregung und Vervollkommnung. Ferner sei geplant der Zusammenschluß sämtlicher Gesangvereine Oberhessens in einen gemeinsamen Verband, mit den Vorteilen derartiger größerer ; bände, wie billigerer B zu i bet ’i machten Erfahrungen und gesteig rtc Lcistungsfähigk it, nament lieh auch durch Sammlung und Sichtung oberhessischer Volkslieder und deren planmäßige Verbreitung. Eine Zusammenkunft zu der nöligen Vorbesprechung sinder vorussichilich am 20. Septemb. ■ i Gießen statt und dazu sei >> alle Interessierten, namentlich aber nd Mitglieder bet einzelnen örtlichen Vereine eingeladen. Tie Mitteilungen wurden durchweg beifällig ausgenommen; die Nichtbeteiligung bei etwa m der Folgezeit ergehenden Einladungen zur Teilnahme an Wettsingen scheint festbeschlossene Sache zu sein. Die Liederfolge zeigte 11 Nummern an: zugegeben wurden noch von Ilbenstadt: „Von allen Landen hochgeeint" und von Glieder Wöllstadt ein Xtieb in Wetterauer Mundart. Gesungen wurde also genügend und unter den Sängern mach obcrflädp lieber Zählung waren cs 88- waren recht begabte und geschulte .'hafte herauSzuhören. Am besten gelangen die Volkslieder und die int Volkston gehaltenen Gesänge, bei denen man fühlt, wie daS Herz mitsingt. Imposant war der Vortrag der in drei Nummern emgesstgten Massenäwre. Während der erste noch nicht ganz voll zur Geltung kam, wirkten die beiden weiteren großartig. Offenbar war bei der ersten Nummer noch eine gewisse Befangenheit vorhanden, veranlaßt durch die Neuheit des Lokals, das Geräusch des menschengefüllten großen Saales und das tastende Anpassen an die ungewohnte Akustik. '.’UIe Teilnehmer dürfen befriedigt auf das Ergebnis der Veranstaltung zurückblicken. ? A u s d e r W e t t e r a u , 23. Aug. Recht trostlofeAus - 'ichten eröffnen sich gegemvärtig dem Landwirt- Tvaußen im Felde fitzt der grüßte Teil des Getreides auf Haufen geschichtet und fängt an zu keimen- Schon schimmert s ganz grün aus ben Garben heraus ES konnte in den letzten Tagen wegen der regnerischen Witterung nicht viel eingefabren iverden und nachdem eS heute fast den ganzen Sag in Strömen gerannet, wird dies auch ui den nächsten Tagen nicht möglich fein- Nun muß der Landtnann zusehen, wie die Frucht am dem Haufen wächst, wodurch sie bedeutend an Wert verliert- Wenn eS so noch einige Tage weiter geht, ist der Schaden unermeßlich; denn der Lan^- itnrt muß den nicht sehr guten Ertrag auch noch zu halben Preisen abgeben- 'Auch die MarU'ifeln werden unter der Nässe leiben und allmählich in Fäulnis über gehen, wodurch der Ertrag ebenfalls sehr geschädigt wird- X 9hbba, 24. Aug. Der vorn hiesigen Amtsgericht wegen Vergehen im Sinne des § 175 verfolgte Hotelbesitzer August O h l auS Bad Salzhausen, der sich dann in Schwerin eine Kugel in den Kopf schoß, ist jetzt an den Folgen der erhaltenen Verletzungen verschieden. Mainz, 24. Aug. Dem „Mainzer Journal* zufolge kommen als Orte für die 5 6. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands die Städte Franksnrt a. M. und Mainz tn Betracht. Das Zentralkomitee tvird dem- nächst die definitive Entscheidung tieften. X Kassel, 24. Aug Zur JubiläumsiahreSver- s a m in l u n g lädt der T . utsche Verein ge g c n d c n M i ß. brauch geistiger Getränke, btr vor _*:> Fahren t n Kvis.l I gramm der Venammlung, die v.mi 1 ■ . . i,_ _ L ftatt- euf: Im VerivallungSaumchuß wirb iySbesondete die :‘.\'turveu l her Schule und die Heran .chung der Lehrer und die De-käniprnng d-7r Än.mierkneioen beraten tocroen- Ten Festvornrng für dic Hauptversammlung hat der Münchener Hogien ker C aermcoijinal- rat Hofrat Professor Tr. von <9ruber übernommen: „Tie .llkoholfrage tn ihrer 93dxutung für Teun'chlands '"^gentoort und Zukunft." In einem großen VolksunterdaltungSabend werden <*rünber des Vereins kurze Ansprachen über dic Arbeiten und Ziele des Vereins halten- Am letzten lagt werden große Jugend- l-er »amm langen die Tagung brschl testen. Mit der Versammlung des Vereins g. d M. g G wird der Verband von Trinker- Heilstätten des deutschen SurachrebleteS seine ‘J- Jahresversammlung rerbtnden Für diese ist ein ^thwrtraj über die Geschichte und die Aufgaben der beuricben Trinker hellttätten sowie ein Vortrag über „T.c Mtwcndigk.it ein : gesetzlichen Regelung der Trinker fünorge" und übet „Die Fürsorge für alkoholkranke Frauen" vorgesehen-________________________________ Univcriität5»21acbrid)tcn. — DaS Tottorbiploin deS Prinzen August Wilhelm von Preußen ist gegenwärtig am Schwat;en Brett Der Universität Straßburg auf gebangt. Sein Inhalt lautet in der Hauptsache: „Au^staui Wilhchnam Hcnricmn Ganteram Victorem Wilhelmi Imperatoris Filia in Generoei».» in am ex regia Borusaoram stirpe priucipem postqaam dissertaUuuem quae iutcribitur: ,Tie Eutivicklung der SlonunifiariaiSbeböiöcn in Äraudeuvurg-Pieiißen bi6 zum Regierungsantritt Friedrich Wil- helmd 1* cxbibuit büperatis »umuia cum laude examinibas ex lege institatis re nun poÜucarum doctorem ereaf, was zu Teutjch uii- ge'ähr hecht: „Tie Fakultät ernennt August Wilhelm Heinrich Günther Viktor, Den oo^it Kaiser Wilhelms, den eOeln Fürsten aus dem königlicheii Stamme der Preußen, nachdem er eine Tiffcrtation mit dein Titel ,T .e Entwicklung ufw." emgere'cht und die gesetzlich eiugeiichteten Pruiungeu mit dem höchsten Lobe bestanden hat, zum Toktor der StaatLivifsenfchasten.- J>t T r c s b c u starb nach langer Kiaukheit der Geheimrat Drof. Tr. Fritz Schulze, fe t 1H76 Professor der Philosophie an der Technischen Hochschule, 62 Jahre alt. Er hat viele naturwissenschaftliche und philosophische Schriften veröffentlicht. Vcvinifditcs. • Die Ansichtskarte des Kat serS. AIS der Kaiser dieser Tage von W11 h e l m S h ö h e attS einen Frühfpaztergang in Beglcitiing eines Adjutanten nach dem ,Herkules" machte, trat ihm ein kleines Mädchen entgegen, welches ihm Ansichtskarten des Kaisers anbot. Der Monarch hielt inne, um eine derselben zn erwerben. Doch die Kleine fragte ihn, ob er nur eine Kaiserkarte oder „eine Karte vom Kaiser mit dem König Eduard haben wolle", der Kaiser allein koste bloß 10 Pfg., mit König Eduard zusammen toste er aber 15 Pfg. Lachend entschied sich der Kaiser für daS Letztere und aufmerksam betrachtete er das ihm gereichte Blatt, welches den Moment wiedergab, in dem er den König am Bahnhofe empfangen hatte. „Sie haben gehört, mein lieber 51.", wendete sich der Kaiser zu seinem Adjutanten, „allein bin ich 10 Pfg. wert, zu zweit aber nut 7'/, Pfennig." * Jagdunfälle. Auf der Rückkehr von der Jagd kam das Automobil von vier Herren aus C h a r I o 11 e n b 11 r g auf dem verregneten Asphalt ins Schlendern und fuhr so heftig gegen btc Bordschwelle, daß drei der Insassen herausge schleudert wurden. Einer der Jäger, der Mauimann Fritz Eonrad, fiel mit dem Kopse gegen einen Pumpenschwengel und erlitt einen schweren Schädelbruch, an dessen Folgen er bald daraus l'tarb. — Landgerichtspräsident v. Goldbeck ist auf der Jagd ui Mierschwitz bei Parchwitz tödlich verunglückt. Beim Ueberspringen eines Grabens hatte sich das Gewehr des Landgerichtspräsidenten entladen, und die volle Ladung mar ihm in den Unterleib gedrungen, v. Goldbeck wurde noch lebend nach Liegnitz gebracht, starb aber bald darauf. ' Tie kämpfenden Rechtsanwälte. Vor dem Ge- richtshot in Dundalk kam es dieser Tage zu einem regelrechten amoältcn, die sich in der Vertretung ihrer Klienten zu Beleidigungen und Tätlichkeiten gegeneinander hinreißen ließen. Rechtsanwalt Mohnagh, der für die klägerische Partei am Barreau stand, geriet mit Sheridan, dem Anwalt dos Beklagten, über verschiedene Beweisanträge in Meinungsverschiedenheit. Zunächst kam es zu einem heftigen Wort- gesecht. Sheridan betonte, sein Gegner „habe unrecht, wie immer. Tenn die ganze Stadt weiß, daß er niemals recht hat, und er hat auch jetzt nicht recht". Darauf Mohnagh in höchster Er regung: „Ich bin im 9ied)t! Ihre Behauptung ist ein Beweis Ihrer Impertinenz. Sie sind ein Rowdy!" Dieses Wort war das Signal 511 einer Flut von Beleidigungen, wie sic sonst wohl nur auf b?m Fischmarkt einer Hafenstadt zu hören sind. Nannte der eine den anderen einen ganz gemeinen L n ni p und Rowdy, so replizierte der zweite mit Worten wie Lügner und anonymer Bneischreiber niedrigster Sorte. Ungeachtet der Warnungen des Vorsitzenden und eines Schöffen, derlei unwürdige Bezeichnungen zu unterlassen, gingen die kämpfenden Verteidiger von Worten zu Taten über, o i c trommelten mit .» .1 n - den und Fäusten aufeinander, und es schien, als sollte sich ein veritables Vorermatch vor den Schranken des Gerichts abfpielen In seiner Verzweiflung wußte der Vorsitzende nichts anderes zu rufen als „Schutzmann! Schutzmann!" Zwischen den klatschenden Schlägen der Rechtsanwälte ertönten deren Ruse: „Sie sind nichts als ein Lügner." — „Und Sie nicht nur ein Lügner, sondern auch ein ganz gemeiner Ticb." Schließlich machte die Polizei dem ungewöhnlichen Kamps ein Ende und trennte mit einiger Mühe die AorntTiüUtcn Verteidiger. Schließlich legte sich ihre Erregung bann auch so weit, daß sie den Gerichtshof »oegen dieser Szene um Entschuldigung baten. Aber ihren Termin hatten sie verstreichen lassen, und der Fall, den beide behandeln sollten, blieb unerledigt. ♦ Un parlamentarische-. Fürsten und Machthaber bedienten sich in früheren Jahrhunderten mitunter gar drastischer Mittel, um ihren Ansichten Geltung zu verschafsen. So tvarf einmal der zlursürst Karl Ludwig von der Pfalz (1617—1680), der sich überhaupt durch große Heftigkeit auszeichnete, in Frankfurt bei den Verhandlungen über die Kaiferwahl dem bayrischen Gesandten ein Tintenfaß an den Kops. Seiner zweiten Gemahlin (dem vormaligen Hoffräulein Luise von Dcgenfeld, mit der er in morganatischer Ehe lebte), schrieb er über den Vorfall voll Bedauern, der Wurf habe den Gegner „zwar etwas beschmutzt, aber nicht genugsam, wie er es verdient". Tie Gesandten von Trier, die daneben saßen, bekamen unschul- digcrweise auch von der schtvarzcn Flüssigkeit zu kosten, weshalb sie der Kurfürst später zu einem Zechgelage einlud, damit er, wie er selbst sich ausdrückte, „die Tinten mit Wein adwaschc." Im Trinken leistete er überhaupt Erstaunliches, wie das ja allgemein zu damaliger Zeit an sämtlichen Höfen Sitte oder vielmehr Unsitte war. Zwischen Pfalz und Bayern aber tvärc eS der vergossenen Tinte wegen beinahe zum Kriege gekommen. ' Bienen rach e. In der ,.t- azzetta del popolo" lieft man: -Ulf dem Gute Rarere, Bezirk Tagliala (Norditalien' sollten die Drescharbeiten beginnen, uni) die Bauern ließen von etlichen Ochsen eine Treschmaschine zur Tenne ziehen. Al. icdoct» die gewaltige Maschine durch einen Torweg fuhr, zertrümmerte |tc^ ein Brett, da sieden Bienenlerben als stütze diente. In einem Nu nuircn Dreschmaschine, Arbeiter, Bauern und Ochsen von einer gefahrdrohondeit Wolke wild gewordener Bienen eingedüllt. Die Männet ergriffen schreiend und heulend die FiuchN einige sprangen sogar in die Walser der Stura. Tie Ochsen hatten s.H inzwischen losgerilicn und rannten, vor Schmerz laut brul- lend, in rasendem Lauf aus den anliegenden Feldern Kerum. Einige Stunden später versuchten Arbeiter und Bauern, in feuchte Tücher gehüllt, mit kochendem Wasser und heißer Asche die Maschine und die Tenne aus der Gewalt der Bienen zu befreien: sie mußten jedoch den ganzen Tag nr.b einen großen Teil der?'ad)t kämpfen, ehe sie ungebinbert ihr Getreide dreschen konnten. Der Maschinist, der Heizer und viele Bauern lind so -erstochen worden, daß ihnen (Sefiä Arme und Hönde in furchtbarer und nicht unbedenNich^ Weise angeschwollen sind. • Gin Märchen auS Tausend und einer Nacht Ein märchenhaft NingendeS Abenteuer, das eine merkwürdige Aehnlichkeit mit der Pariser Fahrt des 2im« plicius Simplicissimus hat, erlebte ein Beamter der Heu. tral-Asiatischen Eisenbahn nameno Nurusow, alS er kuri» lich in die Umgegend von Aschabad ritt, um für fein Herbarium Pflanzen zu suchen ES war ein sehr heißer Tag. Sein Pferd stürzte infolge eines Hitzschlages zusammen dem jungen Manne gelang eS nach langem Umherirrrn, sich gegen Abend einem Sartenlager zu nähern. Ei wollte aber nicht die Gastfreundschaft der unbekannten harten in Anspruch nehmen, und schlief an der Mauer einet der äußersten Häuser ein. „Russe, Russe" weckte ihn eine leise Stimme. Im Halbdunkel der Nacht sah' er eine Sartin über sich gebeugt, die ihn in gebrochenem Russisch vor der kalten Nacht warnte, und ibn mit sich zog In einem reichen Sartenhause sand lich der junge Mann ivieder und zwar in Gesellschaft von fünf schönen Sartinnen, die nidn wie üblich ihre Gesichter verhüllten, sondern im Gegenteü ihm ihr äußerstes Gefallen auszudrücken suchten Doch dem müden, hungrigen Russen war derlei nicht zu Mute. Ta wurde ihm ein reiches Mahl vorgesetzt, damit er sich stärken könne. Dann wurde fein Bett bereitet und die Sartinnen erflärten ihm, daß ihre Männer alt seien, er müsse bei ihnen bleiben. Damit er keinen Fluchtversuch unternehme, wurden ihm die Kleider weggenommen. So lebte er eine Woche lang bei den schönen feurigen Frauen. Eine namens Fatima verliebte sich vollständig in ihn, und dawollte er benutzen und sich mit ihrer Hilfe befreien. Doch Fatima erklärte ihm, daß er getötet werden müsse, damit niemand von ihrem Irin gang erfahre. Sie konnte ledoch auj die Tauer feinem Flehen nicht widerstehen und willigte in eine gemeinsame Flucht. In einer Nacht verließen sie leiie das Haus und bestiegen ein bereit gehaltenes Pferd. Tecj im selben Augenblick erschien eine der anderen Satt innen, dic sich mit einem funkelnden Dolch auf den Russeti ftüntr, aber Fatima warf sich schützend vor ihn. und sank getroffen zu Boden. Ter Gefangene sprengte Ist naus in die Freiheit, die er der toten Fatima zu verdanken hatte. * Tie Revolution im Harem. Tic großen Um. ivälzungeu, die das Leden in der Türkei in den letzten Woche erfahren hak, haben auch vor den vergittenen Fenstern bet Harr» gemacher nid>; Halt gemacht und dic Stellung der türkischen Frc. mit einem -Lchlagc von Grund auf umgewandelt. Nutzt c.lns in Konstantinopel, wo die nahe '-ttmibrungjnit den Europäern die strenge Gebundenheit bec orientalischen Sitte betens leiie h lockern begonnen batte und wo man bei den vornehmen lurhma eine westliche Bildung kaum nod) als Aiisnahmsfall betrachte! konnte, auch sern von den großen Berkebro.vegen mitten in bn Mazedonien, dein Zentrum der lungtürkischen Ben»egung, Ma die Frauen mit frohem Jubel die Freiheit begrüßt als den Sch« einer Morgenröte, d.r au.: ihrem dunklen Dasein daS Helle SonM, lick t der Freiheit geben würde. Ein Engländer, der von ILotb kommend, in diesen Tagen Mcnastir besucht hat, schildert M veränderte Bild und die Art, wie die Frauen die neuen Verhältnis,- aufnehmen, an bereit Entstehen sie mehr beteiligt sind, als befer n stehende Europäer im allgemeinen annimnrt In Saloniki erschien bereits kurz nach bet Erklärung der Verfassung die lungr Gemahlin eines lungtütkisck-en Offiziers ohne Schleier au, bet Straße, in bet Hand die Nationattahne. Es gab nicht eine», der darüber ben Kops gescheuten oder sich auch nur gewunden hätte, und bezeichnend ,ur cas Vordringen der iwftiidKti Idee ist es, baß teilt Mensch mehr daran Anstoß nahm, daß die nm;: Frau von dem Kameraden ihres Mannes sich ruhig die Han- küssen ließ In Monastir geht man zwar nicht so weit, aber auch hier künden hundert Anzeigen di: neue Zeit. „Irl- ivurte von Mehrn Pascha in seinem Haretn empiaug.n", so crkiblt ter Englundet, „er ist ein seht reicher Kauf Herr und angcirbtncc Anl-änger der jungtutkiscycn Bewegung. Ur stellte sich alsdolö seiner Frau i-or, und btnin seinen beiden Sck)vestern Keine m den Tarnen war verschleiert, iie alle trugen europäische flirtb;: und zeigten den Ehatme und die Anmut sorglich erzogener hochgebildeter Frauen. Sie sprachen ein fließendes pttchlvollc- F«»- zösisch, und mit der E^attui von Kesim Pascha Ixibe ich nuä Längere Zeit über dic p.'lilisclzen TageSstagen unterhalten nn» mich über ihre Kenntnis und AuffasiungSgabe gcivunbert Kleine TagcSchronik. AuS dem bayerischen Algau wird gemeldet: Seit niehrnc- Tagen wird rtn Lberstdotfet Kurgast, Tr. H e r m a n n S dö c jer aus Mannheim, vermißt. Tr Hermannsdötfet nnterndbe am 13. August eine Tour auf daS Nebelhorn und äußerte zu iniua Wirtslcuten, daß er abends wieder zurückkehten werde. All mehrere Tage vergingen, ohne daß ein Lebenszeichen von fr® Vermißten in Oberstdorf eintraf, begann man mit Der Möglich feit eines Unglücksfalles zu rechnen. Gestern wurde von Cbni- dotf eine Rettungs.Eppedition abgesandt, die seither aber erfolglos blieb. Ter Vermißte ist Ehemiker und Angestellter chemischen Fabrik von C. F. Böhringer u. Söhne in Ö6ÖM 1S0 viel uns erinnerlich, hat Ti Hermannsdötfet in mehrere Semester studiert und später auch hier promov*«. T. Red.) Ter Schuster D 0 i a t, der soa. „Hauptmann Don ti* Pcn:ck", reifte von Wien nach Budapest, da er infolge >- hoher Ansprüche in keinem Vari4t6theater Wiens ein Engegf ment erhielt. In Maulbronn geriet dieser Tage, wie wir im 6uu> gattet „Reuen Tagbl." lesen, das Postpetional tn Auiregi»^ Bei Uebetnahmc und lieber gäbe der Post legte her ■Boftiüen einen Beutel mit 1000 Mk. Wetttnhalt auf das Ttittbret: del Postwagens und vergaß ihn Selbnverftändlich bemcrlle «cr da- Fehlen des Beutels nach Abfahrt bald und stellte sofort Rach fotschungen an. Nach längerem Suchen wurde der Beutel cif dem Bahnkörper gefunden: er wat während der Fahrt D«* Trittbrett gefallen. Ter Fall erinnert an das Abbandenkonunei eines Vettkistchens mit über 20 000 Mk. Inhalt in S'amatingei Auch damals war das Kistchen aufs Trittbrett gestellt und t::* gejfen worden; einige hundert Meier vom Bahnhof fiel ei ’■ die Donau, wo es nach langet Zeit wohlbehalten wieder V funbm wurde. Tic „Teutsche TageSztg." meldet aus der französischen Laser!' Habt Cherbourg: Im hiesigen M a r t n c g c i ä n g n i i ‘a man flanbalö cn Zuständen aus die Spur .jflommen. Tie dctt sexuellen Orgien gefeiert und die NeuhinzugekomMene-i gezwungen, daran teilzunedmen. So erkrankte ein junger ü-V-' trofe schwer infolge perverser Mißhandlungen, die cm SW*6 Matrosen an icm ootgcnomrnen hatten. Im Baoe v. v i a n Frankreich stutzte ein im Bau bt’inb- liches Äiitomobilhaus ein, wobei 7 Arbeiter getötet und Mhrere andere schwer verletzt wurden.. iditb auch der für Roggen stets vorhandene Exportabzm für inländisches Getreide am Haier Roggen Weizen (—17.) 225 (— ) 218 (- 5) (- (- (- (— (— (- (— (— (- 1) 3) 6) 10) 6) 4) 5) 6) 1) 2) ) 2) 1) Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Braunschweig Rostock Hamburg Hannover Düsseldorf Franksurt a.M. Mannheim Stuttgart 201 204 196 195 196 193 199 203 200 208 210 220*;, 205 ( — 202 (— 195 (— In Marseiile ermordete der Italiener Tasso eine übrige Frau, bei welcher er Geldschulden^ hatte. Er schnitt . :e Leiche in Stücke und wollte sie nach Südamerika schicken. Ein Nachbar, der durch den Leichengeruch aufmerksam gemacht oiirbc, benachrichtigte die Polizei, die die Leiche fand. Der .Uiörber wurde verhaftet und ist geständig. ar cm. he großen irret m den letzten toten Mslern der Stellung der türkischen > umgemandelt. Nicht ü iiljrang mit den Eure: ijchen Litte bereits Im :t den vornehinen Tuch, s Ansnahmsfall bete rkehw/oegen mitten in ürkistl-rn Bewegung, 1 beit begrüß als den L cwTasein dasWLon Engländer, der wn llei : besucht fyit, schildert . tauen die neuen Berhaltt rlabzug war Im Wcizen- i.flen, ivährcnd geringere Wavo vernactilussrgt blieb- Für guten _tc» Käser wurden iinmcr noch wesentlich bai/cre Preise bcroiiiigL .In Braugerste beginnt sich bei hohen Forderungen nach und nach . was mehr Lebhaftigkeit zu entialtcn, und zwar beteiligten sich Ims her nur die Händler am Geschait, wahrend die Brauereien mit Musen noch zuruckhalten. Russische Futtergerste aus Abladung nrar zuletzt etivas billiger erhältlich. Mais lag bei kleinem Geschäft unverändert fest- Es stellten sich die Preise 1 rhten Markttage: Märkte. — Kartoffel markt-Bericht vom 24. August 1908. Tort m und: Niere,i, Paulsens Juli Mk. 2.70 b,§ iülf. 0.00, Holländer Ptäuse 'Mk. 3.00.-0.00. Frankfurt a. AI.: dyuljc, > ünserkrone, Alt. 3.00, Rosen (frühe) Alk. 2.75-0.00, Angola ->it, 2.75. 2)1 a n n l) e i m; Frühe weiße, Kaiserkrone Alk. o.bo, imckl imstande, den Markt genügend zu entlasten- „ ^-schäft machte sich der Verkauisandrang um so empfindlicher ^merkbar, als sich die Ausfuhr in diesem Artikel bisher noch dicht in gleichem Maße wie bei Roggen entwickelt hat, trotzdem . ereil» mehrseitig Nachträge vorlag, ohne daß die Darüber geführten Unterhandlungen bisher zu Abschlüssen geführt hätten- Aber i. ich die ausländischen Abnehmer für Roggen haben ihre Gebote .Hegt soweit herabgesetzt, baß neue Geschäfte m dieser Richtung nährenb der letzten -tage nur schwer durchzufuhren waren Ta» Geschäft in neuem Haier har auch in der Berichtswoche noch l-dnen größeren Umfang angenommen und beschränkte sich die Kauflust vorerst auf Die weniger reichlich vorhandenen guten Quali- München Weltmarktpreise: Wei»... ... . - Budapest Lkt. 189.70 (— 2.45). Paris August 184.10 (— 1.20). -vctpool Sept. 164.60 (— 0.00). Chicago Sept. 143.25 (— 0.00). loggen: Bertm Sept. 172.50 (- 5.00). Haser: Berlin eept. 11>8.50 (— 4.00) Mk. Getreide-Wochenbericht der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschastsrats vom 18- bis 24. August 1908. Während auf den Märkten des Auslandes seit t>?r letzten Woche fttiie bemerkenswerie Aenderung der bestehenden Wertoerhältnissc . ngetreten ist, hat sich der Preisdruck im Inland? weiter verschärft, die 'Nachgiebigkeit der Warenbesitzer veranlaßt die Muser zu ixit sv größerer Zurückhaltung und auch Der Umstand, daß sich t-.e Preise für inländisches Getreide immer mehr von der Import- tarität entfernen, wahrend die Möglichkeit einer stärkeren Aus ufor nunmehr auch auf deutschen Weizen näher gerückt erscheint, i.rmochte die Unternehmungslust kaum sonderlich anzuregen. Unter t.esen Umständen war das Angebot den Ansprüchen weit überlegen bor 3,cn r6eiter bfr" 'ch den AQu.^aitt Finish cben, bQß tytt • lnb W w Un6ebenä Äüift HÄ 'S lager Äu tzrZ- FSafe ■ M’jtan im 6tOi? Derlei nicht zu $ . bim"Bi ctt btIcitet und dii: inner oft fdt„; len Fluchtversuch ’eggenoinmen. K. Otogen Frauen, v-' Itanbig in ihn, und i w Hilfe befreien. tet lverden müsse, b •C1 ®te konnte jeboöc erstehen und willig,! Nacht verließen sie v ; Sehaltenes Pferd. T der anderen Sarlii-e- h auf den Russen fe r lhn. und sank geht' gte hinaus in die fe | verdanken hatte. 171 (— 2) 160 (— 3) 17.) (- 3) 160 (— 4) 169 (— 2) 155 (— ) 164 (— 4) 152 (- ) 169 (- 6, 152 (- ) 170 (— 4) 175 (— 3) 172 (— 1) 150 (- ) 173 (— ) 154 (- 1) 176 (- 2) 161 (- ) 168 (- 6) 164 (+ 2) 173 (- 6) - (- ) 172 (- ) 168 (- ) 172 (— 2) 165 (- 4) 180 (- 3) 166 (- 1) 180 (- 5) 175 (- ) 188 (— 2) 173 (- ) 185 (— ) 183 (- ) 189 (- 2) 171 (- ) n: Berlin Sept. 195.00 (— 6.30) Frühgelbe 3.55—0.00. Frankenthal: Rosen (frühe) Mk. 2.25, Frühe weiße, Kaiserkrone Mk. 2.35, Frühgelbe Mk. 0.00—0.00. Saarlouis: Rosen (frühe) Mk. 2.60, frühe weiße Mk. 2.50. (Alles per 50 Kgr.). Spielplan der vereinigten Zrontfurter Stadttheater. (Dptrnbaus. TienStag den 25. August'): „PelleaS und Melisande.' Mittwoch den 26. August: .Aida." Donnerstag den 27. August: .Cavalleria rusticana.“ Hierauf: ,Tcr Waffenschmied/ Freitag Den 28. August, abends halb 8 Uhr: „Ein Walzertraum.' bamstag den 29. August, abends S UHr: .Tie Meistersinger von Nürnberg.' Sonntag den 30. August: »Madame Butterfly.' Montag den 31. August, abends halb 8 Uhr: „Die Fledermaus." Dienstag den 1. September: .Tannhäuser.' Mittwoch den 2. Cevt-• ,6m Walzertraum.' Schauspielhaus. TienStag den ?5. August'): „Alt-Heidelberg." Mittwoch den 26. Aug.: ,Wilhelm Test.' Donnerstag den 27. Slug., abends halb 8 Uhr: , gemeldet: Seit Tr. ^ermann-' i 'hemannsdörlcr belborn und äußerte i- ÜW«" l,*,1 Ml au» l“1 ’ •r Tage, wie nj1 j nhalt ans d b£D1^ . bllverstanou^ jOpC ; t bald ir : ert an ;n>r' Mk- SleOi.“^; ■ °°s twrffe LM handlu^"' tc"- . tin »hfl < " CP to III- Pr. 3 3 IV. Pr. Zur Per- I. Pr. II. Pr Cu cn o c* o CO ü' to Q< o to o O' o oa C’ to O' to (C V E o ä ä CD » o to o CO 3 D to o «5T •5t = •'S* CO o to S CD CD S <5t — S o C5- & D 3t 3t P: D r» 3^ rt O 2'5 s o ercr o <-» •—* ' er JS v- o> Ul’ er er Ät9 q.3, ^3. C 3 61M er^^ = <3 « ’S c er $3 . ■ er n *" E 3. 2,5 D — L-s D S' Sr» "C- o D. e 2 •c 2. ° Co *""*■ er0 D er® D . ft."- S-2. = 2 " - C/ X fD ca-es ° 2- -t? er "o* 2S <-i - s. CD n «o = & — c Ls O 2 ~ X — et er 2. SP c ÖC ei' ä — er r> D cd ' kA .„ce p #2. D — -• ri e. Z 2-2 Coca er o -c ■3 Mo o e. O S D — ■ c'o " D ÖZ = „ = to'» 2 — «-*i .Z., re ,4. — O D C.a«vri Was 3 ~ D ~ ? S ' = c5 2 CD SC — 'ra 3 S CD — . D Z Z® Cf fiigung der Richter D —CD o-' er ö 2 ° o*2 «V S QH to! D: — e. er 2. ra (9 L ZG g = Z •C L E *= S; E o Q .2>8L E Ä E s Q® E * N LFZ s- ä6#T: m e? c "SS «- o ®c L ff? 19 Ä % L OQQ 2: '9USM i s L E-C .t: s c a ±J Ui ff? s5 s«e CJ & - «K -2 ’± Ul 2 » -c ö -0 ff? (9 Q-2 öL (') a a e * 6i O ?v I9x L o® 6 ) Egt' 19 Ä «man ÖE 3 2 SS a s? -iÄÄa/(9 ■— «-• xr> ö -y 3? ZL 8 L Hr. ®s -s □ «i Ä . s 'esset €w c -O-E L D S -L Z ©E [:e € L 35 SC?A 8 -r-- e ec.E »«e w ® Ei S Z 'L - = ?= ~ - • 8 s fix dZ =H S® ff? - - JS L •c-xr.-e =»$- -3 b » L s 53e. Eö e E rTt E-L L- ö 2 'S 19 ff? n 3 •3 L E et 6 *' £ E 5 1 G*(i$ XJ L'y D öS 19 -5> s ä bi v> c er 5: T E cn eit ' l« & G «S E^s; y ox» ■ £ Zä =3 KH 4 >». 8 Z 41 hf fr iwn Kin iMta Mich tm.ibtfi, m 5 > G© E E Ä9 2 ff? 2 = 0 »’S B B E “ 5 X — Ä C.v tQ t = = ^ = ( ?.’'i E ££•: ^5? u. * * ? ? ,.L--> <9 = ’s SS Sy ■e-5^ 2^2 - -? C 'o4'-° - A» •n S o .5'._ ZLLLL -ir. ’,z< b--LS Sx> 2 SS N ES- »l1?' !9 -N - ß . Se5 W'5S ^^SÄr ’ «tfruun T«? 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