Nr. S25 Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. ^"hne von hku,< EsitSaofen Wonbers schlinnn trieb es die ehrsame Jungfrau Charlotte Hoyer, büt nicht ihrer Tuacibcn. sondern ihrer Untugenden wegen eine DaS BeNnden b e 5 flönigS von Rumänien hat sich üerfdjliimncrt. Eine antidynastische Berschwör-ung ist in Lissabon entdeckt worden. Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UnwersitälS • Buch- und Elemdruckerei. R. Lange, Dießen. ; -------' — / - - - K V V l 4 • i l. Immerhin wird die Vorlage dem Reichstage bald nach seiner Wiedereröffnung zugehen können. In der Veröffentlichung des ^taalvsekretärs Sydow in der .Nordd. Allgem. Ztg.' ist die Jn- seralen- u n d E l e k t r i z i t ä t S st e i, e r, wie in BundesrcuS- kreucil angenommen wird, deSivegen nicht erwähnt, weil beide Entwürfe wegen der vielfachen Schwierigkeiten noch nicht enbgiltio fertlgqestellt werden koiintcn. Deutsches Reicl). Ter Reichstag wird nut 4. November -usammentreten, der preußische Landtag am 20. Oktober. Tie BundesratS-Ausschüssc, die am nächsten Ntontag zuir Beratung der Re i 6) s si n a nz r e i 0 r m znsammentreten, Ausland. Das bulgarische Fürstenpaar ist gestern in Budapest vom Kaiser Franz Joses mit ganz besonderen Dhren empfangen worden. Der türkisch-bulgarische Konflikt. Nach den In- iormationen, die den Sofiaer diploniatischen Kreisen aus Konstan- tinopet zugegangen sind, kündigte der Großwesier an, das anläßlich des Zwischenfalles Gcschow eine Note an die bulgarisehe Regierung abgehen werde. Sie soll die Erklärung enthalten, daß die Pforte dnrch die Nichteinladnng (Lelchows keineswegs Bulgarien habe beleidigen ivollen; da die Note jedoch die von Bulgarien verlangte Satisfaktion und die Anerkennung der bulgarischen Die „Gießener Familienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das •.Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie Landwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Dnickerei: Schul- siraße 7. Expedition und Verlag: 5L Rcdaklion:^sSNS.rel.-AdruAnze,gerSicben. ; im meinem Hause gedient. Für eine Köchin kann sie gelten, und iiit zu Zeiten folgsam, höflich, sogar einschmeichelnd. Allein durch Siipii Ungleichheit ihres Betragens hat sie sich zuletzt ganz unerträg- Iioq gemacht. Gewöhnlich beliebt es ihr, nur nach eigenem Willen Hi. bandeln und zu kochen: sie zeigt sich widerspenstig, zudringlich, jrrob, und sucht diejenigen, die ihr zu befehlen haben, auf alle Weise zu ermüden. Unruhig und tückisch, verhetzt sie ihre Mit- binenben und macht ihnen, wenn sie nicht mit ihr halten, das licken sauer. Außer anderen verwandten Unttigenden hat sie nich die, daß sie an den Türen horcht. Welches alles man, iwd) der erneuten Polizeiverordnung, hiemit ohne Rücksicht besorgen wollen." Dieses Zeugnis übersandte der Aussteller dem t'lizeikollegium und vergaß nicht dabei zu melden, daß die schift das Blatt, woraus das Zeugnis der vorigen Herrschaft Standen, zerrissen und die Fetzen im Hause herumgestreut hab. i der Gelegenheit charakterisierte er das Mädchen „als eine der boshaftesten und inkorrigibelslen Personen, die mir je borge» ioomnen". Männliche Dienstboten trieben es oft noch schlimmer ' i\\‘ weibliche. Sie sündigten durch Trunksucht und Unsittlichkeit, ü't genug mußten sie Mnall und Fall entfernt werden. Gegen einen besonders störrischen, einen gewissen Gensler, wandte sich L Riethc an die Bel)örde. Denn jener l>atte auf einer Reise, während i a-aus dem Bocke saß, sich mit dem Kutscher gezankt, ja geprügelt, in war durch herrschaftliche Ermahnungen nicht zur Raison zu irrngen, und roemi auch gegen Goethe selbst nickt geradezu gewalt- an, so doch gegen seine Begleiter und Gesährten nnberroärtig iirt> grob. Da ließ ihn Goethe, nachdem er in Jena einpassiert ivar, •irtfadj auf di-^Wache bringen, verlangte von der Behörde zu ver< niileln, die Sachen des Unzuverlässigen abholen zu lassen und 1 Kit Herrn in seiner Ruhe zu beschützen. — Heber Kongreß-Abzeichen lesen wir int ,?Werk- )lntt" (W. Diehener, Leipzig) einige beherzigenswerte Worte, die ioaIe Beachtung verdienen. „Wir stehen jetzt in der Saison der i o 5 Schicksal d c r ArbeitSkammer-Vorlage. Bekanntlich ift die Arbeitskammer-Vorlage am 4. Februar ds. I§. dem Bundesrat zugegangeu und von ihm einem besonderen Ansichuß zur weiteren Beratung, Ausarbeitung und Ergänzung überwiesen worden. Wie nun die .Berliner Uniocrsal-Koiiefp.' von gut unterrichteter Seite hört, soll die Vorlage seitens des Aus- schusseS einer bnrchgreflenden Aendcrung miterworfen worden sein. Die Anlehnung an BermSgenoffenschaften dürfte in Wegfall kommen, der WahlmoduS für Arbeitervcrlreler geändert werden. Tagegen bleiben die paritätisch angeordneten ArbeitSkammern und das Bcru'Sprinzip für die Bildung der Kammern bestehen. Ta die Aorarbeiten ziir llmändernng der Vorlage sehr umfangreich sind, dürste die Erledigung durch den BuiideSrat unb bie Einbringung in den Reichstag erst gegen Weihnachten erfolgen. Dem Bürgermeister Tr. S ch ü ck i n g in Husum ist der Urlaub, der am 21. d. Mts. abläust, mit Rücksicht auf seine Krank- heil bis znm 29. verlängert worden. Die für den 29. ds. festgesetzte Verhandlung vor dem Bezirksausschuß ist auf den 10. November vertagt worden. Die Hauptversammlung deS Gustav Adolf- Vereins ist gestern in Straßburg mit einem Festgottesdienst eröffnet woiden. Vom Kaiser war auf das BegrüßungStelegramm eine sehr huldvolle Antwort eingelaufen. Aus der Sozialdemokratie. Eine Versammlung des sozialdemokratischen Vereins Stuttgart beschäftigte sich gestern abend mit dem Parteitag in Nürnberg. Eine Resolution, ivelche die Erklärungen der süddeutschen Delegierten im Budgetstreit gut hieß, wurde abgelehnt. Tie Versammlung erklärte sich mit dem Beschluß des Parteitages einverstanden. DerKaiser und das Haus Lippe. Nach der Lippe- schen Tageszeitung steht der Tetinolder Hof den Veröffentlichungen über den Kaiser und das Haus Lippe fern und beklagt sie auf das lief Ile. Seltsam ist es aber doch, wie derartige Dinge m die Seffent- lichkeit gelangen. Zeppelin. Nach einer von kompetenter Seite angestellten Berechnung dürfte die Summe aller für die Zeppelin-Spende ein- gegangencit Beträge etwa 6 Millionen Mk. erreichen. — Um Friedrichshafen den Gljaraftcr einer Residenzstadt zu bewahren und verhängnisvolle Grundeigentums-Spekulationen zu verhüten, zu denen der erwartete Zuzug von Beamten und Arbeitern der Zcppclin-Neuanlagen bereits Veranlassung gegeben hat, wird die Luftschissbau-Zeppeliu-Gesellschast eine größere Anzahl von Einfamilienhäusern für ihre Angestellten errichten. Es wird erwartet, daß die König!. Domäne, von der die dazu benötigten Grundstücke erworben werden sollen, sich entgegenfommenb zeigt. Diese Häuser sollen den Beamten und Arbeitern zu Selbstkostenpreisen gegen jährlich Ratenzahlungen abgegeben werden. Das Komitee des internationalen Preß-Kongresses in Berlin hat beschlossen, daß in Zukunft nur alle zwei Jahre ein Kongreß abgehalten werden soll. Für 1909 wäre London als Kongreßort an bie Reihe gekommen, da aber der nächste Kongreß nach dem jetzt gefaßten Beschluß erst 1910 statt- finden soll und England aus verschiedenen Gründen politischer Natur für 1910 nicht einlaben kann, so hat Griechenland bei dem Kongreß den Antrag eingereicht, den nächsten Kongreß im Jahre 1910 in Athen abzuhalten, lieber diesen Antrag soll in der nächsten Samstag-Sitzung verhandelt werden. Kirchenplatz9- pholopla'A^eü. -AB Sei#6* «aiigE'' D'lle", 28. 3al)re$yerfammlung des Deutschen Vereins für Armenpflege und wohltätigteit. II. 1 Hannover, im September 1908. ■ In der Diskussion der Referate über „Die Bel-andluug der , erwcrbsbeschränkten unb erwerbsuilsähigen 2B a n b e r a 1 m e n“ 1 Famen u. a. Oberregieruugsrat Widmann (Subtoigöhafin , otabtrat Dietrich (Plauen , Siadtrat Dr. M ü n sterb e 1 g • Merlin) zum Wort. Es stellte sich dabei, wie schon in den ' Referaten eine im Lause der Zeit cingetretene Veränderung der Anschaigmgen heraus. Einmal wurde, während man jiülhi die Rot der enverbsbeschränkten unb erwerbsunfähigen, der törperlirl, oder geistig minderwertigen Wanderarmen als etwas Unabwendbares anzuschen geneigt war, wurde jetzt allgemein an - erkannt, daß sie geradezu unerträglich sei, datz diese Leute ebenso den Schutz der Äesellfchast gegen ihr Elend bedürfen wie die Geiellschaft des Schutzes gegen sie. Weiler erhob sich kein Wider- sprach mehr gegen die Forderung, daß unter Umständen im beiderseitigen Interesse die Einweisung sowohl der arbeitsscheuen Kunden im Arbeitsanstalten, als auch der arbeitsunfähigen und beionders Der psychisch Minderwertigen, deren unter den Wanderern eine so große Anzahl ist, in für sie geeignete Anstalten, durch Zwang erfolgen könne. Die allgemeine Errichtung solcher Anstalten mit tüchtigem Personal wurde allgemein gefordert, ebenso vorbeugende Maßregeln durch bessere Berussausbildmig der aus der Hilfsschule Entlassenen, der Knüppel usw. Zum Schluß wurden folgende Leitsätze angenommen: 1. Die Grundlage her Fürsorge lür die enverbsbeschränkten unb erwerbsunfähigen Wanderarmen bifbet eine geregelte unb allgemein burä)gesührte Wanocrersüriorg - mittels Wandererarbeitsstätten unb zeitgemäß umgestalteten Asyle für Obdachlose. 2. Als Ergänzung der Fürsorge ist die Gewährung von Zwangsmitteln gegen solck>e Wander armen erforderlich, die eine geregelte Fürsorge ablehnen, insbesondere die zwangsweise armeirpolizeiliche Einweisung in eine geeignet * Anstalt. 3. Wanderarme, die wegen erl-eblicher geistiger ober körperlicher Mängel der Anstaltspslcge bedürfen, find von den Armen- perbänben in geeigneten Anstalten unterjubringen. 4 Für die bet Anstaltspflege nicht bedürftigen Erwerbsbefchräukten sind durch Staat und Gemeinden und zu ihrer Ergänzung durch die freie Lrebestätigkcit Einrichtungen zu schaffen, die, wie Arbeiterkolonuen, Brockcnsammlmigcn, Schreibstuben, ArbeiterFolonien usw., die Möglichkeit von Beschäftigung gewahren sowie Einrichtungen, die in planmäßiger Weise Arbeit vermitteln. Eine begreiflicherweise große (Spannung wurde in dem nun folgenden Referat der Frl. Dr. Alice Salomon aus Bersin über „Mutterschutz unb M u 11 e r s ch a f t s v e r s 1 ch e - rung" entgegen gebracht. Auf der Mutterschaft, so führte bic Rednerin aus, beruht wesentlich die Bedcutuiig der Frau für bic Menschheit. Der Behauptung: alle Kultur sei Männerwerk, tritt der richtige Ausspruch entgegen: Jeder Mann ist aber der -2ohu einer Mutter. Die Frage ist, wie hoch das gewertet wird. Die,e Wertung war früher größer, als die Familie muh geflohener war. Heute wird bet Mensch mehr für Gesellschaft unb Staat geboren. Der Beruf führt den Heranwachsenden bald -aus der Familie. Was für ein Ersatz wird der Mutter geboten? Die Frau ist in der Ze*it, da sie ein Kind unter dem Herzen trägt, besonders beschränkt in ihrer Arbeitsleistung, unb besonders fdjufcbebürftig. Das macht sich besonders in den besitzlosen Teilen des Volks geltend, wo die Fran mit erwerben muß. unb wo cä an Mitteln zur Vorsorge für solche Zeit fehlt, und ebenso aber bei ben unverehelichten Müttern. Da muß die Frau oft bis zum letzten Augenblick arbeiten, unb schon nach wenigen Tagen wieder am Herd und an der Waschbütte stehen. Vielfach wirb bet Notstand verschärft durch Unfähigkeit und Unwillig leit der Männer, das Mtige für ihre Frauen zu tun. Der Notstand wächst mit nut der Zahl der Kinder bis zu einem wahren Martyrium der Frau. Der ledigen Mutter fehlt zu alledem meist das Heim, in' beni sie ihrem Kind das Leher: geben kann, unb zwar in einer Zett, m der ihr Halt und Fürsorge am nötigsten ist, unb nachher vielfach die Mglichkeit, das Kind zu ernähren. Für deutsche Verhältnisse ist es charakteristisch, daß die staatliche Gesetzgebung in der Aufastung dieser Not vorangegangen ist. In der Gewerbeordnung und in dem Krankenlassengesetz sind die gesetzlick-en Grundlagen für den Schutz der Mütter vor und nach der Geburt, die Festlegung einer Schonzeit und der nötigsten Fürsorge gegeben. iJeiber machen die Krankenkassen vielfach von den in diesen Bestimmungen gegebenen Möglichkeiten zu wenig Gebrauch. Der' große Mangel ist aber, daß der Kreis der Frauen, der voir dieien Gesetzen umfaßt wird, zu klein, die Schonzeit zu kurz, die Krankenunterstützung zu gering ist. Das Gesetz ist nach DieIer Saite so auszubauen, daß eine genügende Mutterschafts- verftcherung herbeigeführt wird. Private Veranstaltungen können dafür am besten bahnbrechend ivirken, werden aber nie ausreichen. Vor allem muffen alle Frauen, die in Jnoustrie, Laud- wirtftyaft, Handel und Hauswirtschaft tätig sind, bis zu einem Einkommen von 2000 Mk. in bie Krankenversicherung einbezogen werden. Die Schonzeit muß aus mindestens 8 Wochen (zwei Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt) ausgedehnt, und für bicie Zeit der volle Arbeitslohn gewährt werden, da sonst geradezu zur Umgebung verleitet wird, ebenso freie Entbindung unb Hauspslege. Sehr entschieden muß strafrechtlich gegen die Manner, die ihre Vaterpflicht versäumen, oorgegangen werden. 7ienm o Mülern die nötige Unterstützung zu verschossen, hat das Bürgerliche Gesetzbuch durch die Bestimmungen in den 1715 unb 1/16 versucht, wodurch bie Väter zur standesgemäßen Ali- mentation, die auf Forderung vorher hinterlegt werben muß, gezwungen werden können. Leider werden diese Bestimmungen viel zu wemg gehandhabt, oder die Väter sind überhaupt nicht zu fasten. Vor allem muß die Möglichkeit der Einrede, daß moglicherweste ein anderer Vater sei, beseitigt werden. Dadurch roub bad Verantwortlichkeitsgefühl der Männer untergraben. Dissen Notständen gegenüber versagt bic öffentliche Armenpflege vielfach Der darin herrschende Grundsatz, nur das grabeju Unentbehrliche zu verwilligen, hindert vielfach eine genügende Fürsorge für die Mütter. Nur die Einrichtung der Hauspflcge wirb, neuerdmgs von der Städten mehr unb mehr als eint Ausgabe anertomt. Allen armen Frauen wäre freie ärztliche Hilfe, Wasche, Hauspslege für genügende Zett, auch zum Zweck des Stillens der KVnder, von feiten der öffentlichen Armenpflege zu gewähren, ohne baß das die Aberkennung bürgerlicher Ehrenrechte für den J ann zur Folge hat. Am wenigsten reicht die öffentliche Armenpflege der lebigen Mutter gegenüber aus. Sie bedarf ein Heim, aber auch sittlichen Halt unb Erziehung. Tas soll kein phari- astches Urteil sein. Die in sicheren Verhältnissen lebenden Frauen uw nicht bester als bic lebigen Mütter, sondern eben nur ui bqiewgi Verhältnisse^ Aber die lebige Mutterschaft ift eben; Kleines Feuilleton. — Goethe im Verkehr. Einem interessanten Aufsatze „»Goethe im Verkehr" von Ludwig Geiger im Septcmberhest von j/llorb und Süd" entnehmen wir solgeude hübsche Einzelheiten: «einen Dienern >var Goethe ein gütiger Herr, aber selbst der mit* bixfte wird durch Unboünäfjigfcit männlicher und weiblicher Haus- (ungebörigen aus seiner Güte vertrieben. Wenn dal-cr Goethe auich gar manchmal Briese schrieb, um die, welche seinen Dienst verlassen mußten, anbcmxitig zu empfehlen ober in bessere Stellen nu bringen, so kehrte er doch manchmal den Gestrengen heraus. BC'iut nicht immer l-errschte Friede z. B. im Küchendepartement. Kongresse. Zu einem jeden dieser Kongresse, sei er auch noch so klein, gehört ein Abzeichen, welches „sichtbar zu tragen ist". Tas Geschmacksniveau dieser Abzeichen war bisher ungeheuer niedrig. Irgend ein Goldschmied, bei dem ein Mitglied des „geschäftsführen- ben Ortsausschusses" vielleicht einmal einen Verlobungsring gekauft hatte, bekam den Auftrag, und die Arbeit wurde denn auch danach. Erst bei dem diesjährigen großen Turnfest zu Frankfurt a. M. machte man es anders: man erließ ein Jahr vorher in allen deutschen Kunstzeitschriften cm Preisausschreiben und erhielt denn auck nachher ein Abzeichen, dessen sich niemand zu schämen brauchte. Leider folgte der größte und vornehmste Kongreß, den Deutschland in diefem Jahre hatte, der Internationale Historikerkongreß zu Berlin, diesem Beispiele nicht. Das dortige Abzeichen war einer antiken Münze nachgebildet. Man denke sich: 5000 nagelneue, griechische Münzen, eben erst ausgegraben, blankgeputzt und am Rande rechts mit dem Aufdruck „Berlin 08" versehen. Die Fratyosen sanden das „ravissant", die Italiener „eeci- tantc" imd die Engländer und Amerikaner „bery nice". Und was das Schlimmste war: auch den Deutschen gefiel dieses Ding ganz vorzüglich. Ja, ja, die künstlerische Kultur bei unseren Gelehrten läßt noch sehr viel zu wünschen übrig. In welcher Epock>e ausblühender Sachkunst wir uns besinden, wissen diese Historiker wohl jauit und sonders noch nicht." — Ibsens hinterlassene Werke. Aus Christiania schreibt man: Die hiesige Zeitung „Morgenbladet" bringt die Nachricht, daß Henrik Ibsens mit Spannung erwarteten „Hinterlassenen Werke" im Mär^ 1909 heraus kommen und zwei Bände mit zusammen 1100 Seiten füllen werden. Neben Jugendarbeiten und Gedichten enthält die Sammlung dramatische Entwürfe zu mehreren von Ibsens Hauptwerken, insbesondere „Kaiser und Galiläer" und „Rosmersholm". Der Hauptwert der literarischen Hinterlassenschaft Ibsens durfte darin liegen, daß sie einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise und in bie Entwickelung des norwegischen Dichters eröffnet. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Heinrich Chlorkalk, ein früherer Simplieissiniusmitarbeiter, doffen Komödie .Nlockluitle^ kürzlich in Hamburg angenommen und in Wien glanzend besprochen ivurde, hat mit Peter Squonz einen Schwank „Im lenkbaren Luftschiff' vollendet. Tas Stück, das in humorvoller Weise bie Erlebnisse der Passagiere mährend einer nächtlichen Lustschifiahn schildert, gelangt m diesen Tagen zur Versendung an die Bühnen. — „Die neue Zeit- betitelt sich ein soeben beendetes Schauspiel von Tora Tuncker, dessen Uraufführung im Hamburg-Altonaei Stadttheater erfolgen iviid. — „Ser Herr Kapellmeister' eine fast hundertsähiige Buffooper des einstigen Hofkapellmeisters Napoleons L, Pa er, wurde, wie man uns meldet, in der Neubearbeitung von Brennen unD Tr. Kleefeld m Kol» aufgeführt. Unter der Leitung des GeneralninsikdircttorS Steinbach fand bas mclobiöfe Werk großen Beifall. >N ”*Beu9ebaUt. 1 Ma;ie Fiw. y?Ni ann, Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag /L4. September 1908 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheflen politische Tagesschau. Die deutsche Antwort auf die französisch.spanische Note Die ben Botschaftern Frankreichs und Spaniens durch' ben Staatssekretär v. o ti) 0 n l^ure übergebene beulsche Antwort aus n^tC tüc-°cn der Anerkennung Mulcy Ha- fibt, stellt zunächst bie Uebereinstimrnung ber beulschen Regierung mit ber fratrzostichen und spanifchen Regierung darüber fest daß 'u^duge durch bie neue Entwicklung der Tinge in Marokko geboten erscheinende Anerkennung nur die allen Mächten oe- memiamen Enterestcn ausschlaggebend sein dürfen. Hiervon aus- Regierung nichts daaegen zu erinnern, daß von Mui«) Hafid gewisse, durch jene Interessen bedingte Garantien gefordert werden. d • dcutsck»e Regierung begrüßt als glücklichen Umstand, daß inzwifchiu ..lulch Hastd bereits a» das diplomatische Korps in ganger em amtliches Schreiben gerichtet hat, in dem er seine ± hronbesteiguiig deii Mächten förmlich notifiziert, seine Vltier- rjn^u^O nachfucht und zugleich bestimmte Zusicherungen abgibt uto btc 'Irt, wie er bie Regierung führen werbe, naimntlidj darüber, baß er 11t aden Punkten bic Konscrcnzaktc von Algeciras, liebst sämtlichen bazu ergangenen Aussührungsbestimmungen bc- -olgen werbe, biefem Scksreiben erblickt bic beutschc Die- gicrirng eme neue Tatsache von erheblicher Bebeutting, und sic pricht die Hoffnung aus, daß baraufhin bie französische und spa- mfche Regierung eme Reihe ber in ihrer Note ausgestellten Be- ckngungen als bereits erfüllt anerkennen werben. Mit ber letzten Maßgabe nimmt bie beulsche Regierung zu einzelnen, in bet identisckzen Akte vorgebrachten Garantie- orberungen folgendermaßen Stellung: sic hat nichts gegen )ic Forderung eiiigiüvenben, daß 'JJhilet) Hafid die Akte von Ägeciras nebst allen dazu ergangenen Aussührungsbestimmungen inzirerkennen yal. Deutschland hat ferner auch nichts gegen die Bestätigung der Frankreich und Spanien zwecks Verhinderung >cs Waffenfckmmggels nach Marokko zeitweilig gewährten Be- aomfie. Den von seinen Regierungsvorgängcrn rechtsgültig ein- icgangcnen Verpflichtungen gegenüber den fremden Mächten, sowie ^rivatperfonen darf sich auch nach Ansicht der deutschen Regierung Nikleh Hasiü nicht entziehen. Die deutsche Regierung bestreitet Frankreich unb Spanien -liebt bas Recht, die Fragen ber Erstattung der Kosten ‘ür die von ihnen getroffenen militärischen Maßnahmen, sowie •ter Sühnung für die Tötung ihrer Staatsangehörigen mit Ma- > okko zu regeln. Sie hegt aber das Vertrauen, daß beide Mächte ■"•bei auf bic finanzielle Lage Marokkos giückficht nehmen werben, «ui bereu Gesunbung alle Mächte ein gemeinsames Interesse haben. )amit endlich, baß bem Sultan nahegelegt tverbe, die persönliche ^'age von Abbul Asis unb feinen bisherigen Beamten angcnieffcn M gestalten, ist bie beutschc Regierung einoerftanben. Wie man sieht, hat bic beutschc Regierung ben Franzosen «roßes Entgegenkommen bewiesen, was auch bie Franzosen iicrfcnnen. Die französischen Blätter erwarten keine loeitcrim rüsteii Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich in der Marokkofragc. • Zur Tabaksteuer-Erhöhung. Die „Sübbeutsche Tabakzeitung^ erhält soeben von threm Korrespondenten aus Berlin folgendes Telegramm: ■3d) erfahre mit aller Bestimmtheit von durchaus zuver- I.issigcr Seite, daß für bic bem Reichstag zugehende Tabak- I rlastungSvorlage nur bie Banderole st er» er auf Zigarren, Oiauchtabak, Kautabak :c. in Frage kommt; ebenso wird bie bereits bestehende Zigaretten-Banberolensteuer bebcutenb erhöht werben. Eine anbere Art ber Tabakbesteuerung soll «bsolut nicht in Frage kommen und gehören alle Zeitung?- toielbungcn in dieser Hinsicht in bas 9ieich ber Fadel. Er- 1 «ahnt sei noch, baß bie Banberolsteucrsätzc von ganz exorbi- iwintcr Höhe gefordert werben sollen.' lellgrautt deutittt^j -Misse Unsterblichkeit erlangt hat. Zwei Jahre war ,ic im Md. Weruvr >j ^cthcschcn Hause gewesen, dann mußte sic entlassen werben ulI'x 6s»‘Relobnuii^ umd erhielt solgenbeS Zeugnis, bas man gewiß nicht als ein l: -renbcnfmal ansprechm bars: „Charlotte Hoyer hat zwei Jahre ?I____LchneidttU, ^ben ..«»menbahiiS in KcichasfSbgchcn UMcefl.anBE' (iS** “nc^ic bezieh, eanAbvlaualv,-icü- l'Ucdbcrg i. ck, ranklui-tn.M, __ Televhonim" 'icderbeginn unfern b amen-Scbneiä nd Weissoi: am 1. Cftobei nnge Damen können c ■ eines jeden Monaiör- Geschtvister Z Neucnbäue 11, für schölle Tajelät S' Wwrr n «ö. Trictfch, LudwiüSdvf bei Leib^ kki«- md lernt man in 4 Sok gründlich. Sft" lüfleln wird angenonnrr M i'udwigsv!-!., Erbitte Offerten in ringsteiem LranntN e'serbar November-^. ■radWimtiit L Geil. On. sub. B. io. »öflieniiein & - üankiurt a. M.__— SI7 nui eine Itein; )Wk wert mit MM is40000 M, binierM. ritc4>wotief.e*{jy JweiVereißslor -""«KU werben damit voraussichtlich bis zum 20. Oktober zu tun haben. I diplomatischen Agenten nicht erwähiien soll, dürsle sie nach der .immerhin tmrh h.* h,m ...— Ansicht der politischen Kreise wenig zu der Beilegung dec. Zwischenfalles beitragen. Ter türkische Geschäftsträger in Sofia nnlcrnahn, im Au'trage der Plorte bei ber bulgarischen Regieiinig Protest, schritte in der Angelegenheit der Cviciitbalpih-age. Ter G e s u >i d h e 1 r S z n st n n b der Zarin soll neuer- dings nnbesiiedigend sein. Eie fühlt sich schwach und ist genötigt, sich viel im Rollstuhl fahren zu taffen. L Oktober 8. Lamötag 1. 2. riflcn Tage morgen» 5.15, al-cudS 5.30 Uhr. 17.7 • C, 2empcxatiir sächsle Vltcbvtflüe des do. 3% 111 3K rortügiesen . LBjj V7jB Kerliuer Körne, 24. September. Anfangikuna 1UJ* r der Lbjährige Drogist 2.'i. U. au» VjtlutL .'i ach den» er zwei Strafen roegen Betrugt verübt Halle, licj> er sich m einem Abzahlung s- unb Manael wa nicht am 6. imb 14» w in» Tag: Tag: Nachmittag 4.0V Vorabend 7.00. 226.10 112.85 141* Bochum Gum . . Buderus KW. . Tendenz: fest. berliner liaiideisgcs. . ■ DaruuUdtcr Bank . . . Deutsche Bank . . . . DeuUcb-AaiaL Bauk . i Diskouto-KommauOiL . , Dresdner Bau* . . . . Kreditaküeu ....*» Baltuuore- uud Ohio- Eisen Lahn . . . . . Goiüiardbabu..... Lombard. Eisenbahn . . Ueilen. ätoalsDidiu . . . Lnuee-Heuri-Liscubahn . Bcd. frunmt- Regeu 84.00 92.20 8-1.00 90.70 90.10 98.60 99.20 93 45 Cauada E. B. . Darmstadter Bauk . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Buk . . Tendenz. fest. Elektnz. Sehuckcrt . . 1 h.v Eschweiler Bergwerk . Tx>t Gelsenkirchen Bergwerk . !► 5 Hamburg - Amerik. i akeU, 117* Harpcncr Bergwerk. . .207.75 Laurabütte......212* >urdd. Lloyd . . . . ■ 0 belach les. Eisen-Iudustrie JOU" Vormittag 0.00. Nachmittag 4.H. 00. . 179 90 . 127.40 . 239.70 61.5U 147.80 4>i ®/e ruM.ätaataanl. 19Vu 4>4"/e japau. Staatsanleihe 4 H Couv. Türken von 1903 Tftrkenluse...... 1% Griech. Monopol-Aul.. 4% äussere Argentinier . uu/e Mexikaner . . . i--"/. vbiueseu . . . . Aktien: Festesausgonq WochcnaolleLdien'l: Fcncr Bcrsicheruna. So unglaublidj co auch klingen mta co oicbi immer noa> viele vaiioualic, Oie nicht in der iKurr-yr itcherung sind, Faliche Spauanitcit nt amwratgstcn xdiulö üara.' denn die Heine 'Braune lur uic Verncheitnia oc. jeher leicht erschwingen. Jn IM von 1(M »»allen laut man auo ttisr: ’Jindjlaoiateit «eine vobe unoeruchcrt. i»an hat an die x jaungcx Zauer wgar in iso*1 taten entrichten. Die iBinovm bietet m Siooien tür 3/toOtliar r<- bchernngen bis -u 3)0«<) Mark oder, in Verbindung mit vorraten, bis au 300oo Man eine befonhcio günnige l'cditbenia* rorm. Yiüc ivegemtande sind auch auöcrbalb der Xvoonuna u’--** halb Ifuvvoa ö ohne Enra Vramic vernchen. der .tottbeiianö s* der Vreid der Versicherung in von einem rsechiet der tvoonu und des '4x.'obnorieo innerhalb Deutschlands ganUitb unaooeNi und der sonst übliche nut Uuutunden und Konen uermüpttt twicg 'Jladjtrafl rollt jun, u. s. w v)eöcn Agenten. der tu» VernchevU inahni. loll man nut Freuden bconloeiu Kommt Inner. Io er*» emo Mitteilung an die Getclttchaii. und em Vertreter entbeun. am 22 •>o Teiefomsclie Kursberic ,te Giessener Anzeigern, niitgcleilt von der Hauk für Ilaa4d und Industrie. Giessen. Kirchliche Nachrichte«. 3srae!ilifd?€ Rcligtonsgtmcinbe. <5oiiesöienft in -er Spnagogc 3üö-Anlage). Lamotag den .6. und Lonntag 'schüprohr zurück- gelassener Lappen brennend in eine mit Munition gefüllte Mifrc hinter dem Geschütz gefallen sein. 9Lach anderer Tar- stellung soll sie durch Entzündung einer Kartusche hervorgerufen worden sein. Ja|t alle Opfer stammen aus der Bretagne. Ta die Sceprafektur vorläufig jede Auskunft, auch die Namen der Verunglückten, vermeigert, ereigneten sich mehrere Zwischenfälle. • Der älteste Unteroffizier der deutschen Ar- mcc. Nach 54jähriger Tienstzeit tritt am 1. Oktober der 74|ähr. Regimentihandwerkomcister, Vizcseldwebel Str u pa t, von dem in Königsberg i. Pr gamisonienmdcn Fußartillerie-Regimcnt Nr 1 in den Ruhestand: er hat unter zwei Xvmgcn und drei Stauern gedient Zu Ehren des Veteranen veranstalteten das Lffrzier- und llnteroffizicrkorps des Regiments einen Abschieds- kommerS. Jum Schlug wurden dem Jubilar von dem Lsfizier- und UnterofsizierkorpS wertvolle (^aben überreicht 61.00 62.35 96 60 93.90 146 90 62.00 86.70 64.hO 97.76 Morgens Montag 5.00. TU äh. in Gang kam. Trotzdem hielten ft* die PreiU h"ir Werfel unk Läuter aus ter Vöde der letzten Märkte. Ter Markt wurde Schluß noch schnell geräumt. Feite ednveine mürben m der Gegend mit 65 - 67 ÜiL der Zentner Lchlachiae,richt aehandell — daran nicht ;n verspüren. Nächste Tlarfuaae Oktober, wie vorgesehen, sondern am 7. und Irracl'ttischc Religienrgcscllschast. •ottesbienff. den 26. imd Sonntag den 27. Leptembcr 1908: Ncujahrdfest. Vorabend 5.45. Predigt. Vormittag « 00. Predigt. Frn nkfnrter 3^*/, Reichsanleihe . Kasseler Hafer-Kakao wird bei IPapcn- und DarwIeldeB alsKrlft ijrunip mittel tausendiach »rztlicb empfohlen Nur echt in blauen Kartons für 1 ML, uxe» 23. Scpibr. — 23. , = Zukunft des Volkco wichtigste Frage w „ Ticic Ausführungen loutbcn mit lebbartem Beifall ausgenommen Don bet Höhe dieser Gedanken führte in der Ti3> kusswn Geh Rat Tr. Mayct aus Berlin, eine htcrarumc Autorität auf dem Gebiet der Muttcrschaftsversichcrung, ui der nüchternen Erörterung der TetaUs einer Mutterschaftsveriicherung zurück Sic müsse den vbinwlognd)cn Bedürsnissen betreffs der Schonzeit, der Ui liege und des Stillens vollauf genügen. Las sei ,wch Diel wichtiger als die llnfallversichcrung. Die nnanztelle iklaftmig würde nicht allzugroß sein, etwa l’/s Proz. des Lohnes •xt Mitglieder der strankentassen betragen. Ter Forderung der Mutterschaftsvcrficherung tritt UchtSpunkte dar, von welchen sich der Verein bei Ausstellung dieses Themas leiten l-eß. 68 solle bannt zweifellos bargetan werden, baß man auch von einem Standpunkte ans, auf dem man Die „neue 6thik" brr Üciuc vom Bunde für Mutterschutz entschieden 3bhlync — und das tue er, und wohl der Verein insgesamt —, Mutterschutz und MntterschaslSvcrsicherung für eine iviästige Sarfx Ixütai und sie fördern könne. £l>nc diesem seinem sittlichen was 511 vergeben, halte er vor allem die Not dci ledigen lUlüttcr für hinumlschreiend. Die meisten Mädchen verkommen weniger durch den ersten Fehltritt an sich, als vielmehr t.iii(i) die Not, in Die sie geraten, und der ihr Charakter nicht ge ivachsen sei. An der weiteren Tebattc beteiligen sich noch eine Reihe von Tanum. Frl. ü. Feldhcim aus Hannover, Ver- treterm des Tcutidtcn evangelischen Frauenbundes, betont es, wie schwer es Fraueii wurde, über diese Tinge vor Männern zu reden: daß aber bas Erbarmen mit der Not ihres OlefchlechtS sie dazu treibe. Tkibci denke sie vor allem an die ledige Mutter. Freilich dürfe die Arbeit für diese die sittlichen Forderungen nicht acht lassen Frau Friedenreich Hannover schildert die Tätigkeit des Bundes für Ntntterschutz ui Hannover und ihre segensreichen Erfolge. Sic wünscht, baß von ben unehelichen Kindern, die dock) nichts dasür können, der Makel ihrer (tzeburt, an dem sie schwer leiden, genommen iverden könne. Zu den speziellen Ausgaben dec Armcnverwaltmigen kehrt Sanitätvrat Tr. Landsberger ans Charlottenburg zurück und iorbert ernstliche veranziehung her Väter unehelicher Kinder, Einrichtung von Wüä)nerinnen- beulten und Bereitstellung von Mitteln für die private vilfs- iltiou auf diesem Gebiet Mit einem wirksamen Schlußwort Der Referentin schließt die bedeutsame Verhandlung, die hosseiit- ich nicht ohne nachhaltige Folgen bleiben wird. Fhr Ergebnis vurbc m folgenden von der Versammlung angenommenen Leit- latzen zusammengefaßt. I. Dem durch die Mutterschaft bervorgerufenen Schutzbebürfiiis her Frau ist in erster Xiinic durch Maßregeln der sozialen Gesetzgebung abzulwlsen Es sind zu sordern: 1. Ausdelnuing des gesetzlikkxn Schutzes aus alle im Handel, Okiverbe, Haus- und E'andwirtschast tätigen Sdiioangcren und 29ödmerinnen durch allgemeine Ginfülnung einer ausreichenden Rul)ezeit vor und nach der Entbindung. 2. Auslwu der Kraiikenversicherung a) durch Ausdehnung des VcnicherungSzivangs auf alle unter 1 begriffenen Arbeiterinnen unter gleichzeitiger Erhöhung der Leistungen auf den Betrag des Lohn- ausfalls während der Tauer der geicblidjen ArbeitS ruhe und des ans der Wochenbett pflege entstehenden Aufwands; d) durch obligatorische Familienversicherulig: ' ci durch Ernuiterung des Rechts auf Selbstverficherung II. Bis zur völligen Turdifübrung obiger Forderungen hat die öffentliche Arrnenpstege die Aufgabe, Schwangere und 29ödv jnennnen die zur DiederhersteNuua ihrer Okfunbbeit notwendige Schonung und Pflege durch llnterstützungen an Gelb, ärztlichem iinb geburt*bdfhd)cm Beistand, Haiispflege, Heim- und Afvl- pflege zu gewährleisten, ohne daß diefe Hilfe die mit andern Unterstützungen verbundenen öffentlich-rechtlichen Folgen nach sich iiebt III. Tie private und kirchliche DoblfahrtSpslege bat die Tätigkeit der öffentlichen Armenpflege durch verwandte Tar- bietimgen zu ergänzen, namentlich durch die Crganifation der HauSvslege, durch Heim- und Mütterberatungsstellen. I\ . Tic Erriduung von Mutterfchastskassen durch industrielle Betriebe und flrbeiterorgauifationen ist als wünschenswert zu dezcichneu. V. Unabhängig von den Bestrebungen der sozialen Fürsorge ist eine bessere rechtliche Stellung der verheirateten und der 'ebigen Mütter an zu st reden aetchau ui Keisenfelft einen Anzug geben, der ihm nur verabfolgt wurde, weil man annabm, seine Angaben, er sei in bester ctellunq und txibe ein gutes Einkommen, leien richtig. 'Jam einer *an- inblima vo.i 5 Mark verschwand er bann au8 ber^stabt, roo er als Fabrikarbeiter tätig war, um bald daraus ui vriedoerg oniziitauchen. unbettmari d)em nicht wechseln lasten -volle. 3n einem WolbivarwgetAa’t kaufte er nch einen Zwider inner der Angabe, er fei bei dem Apotheker in Stellung und ließ nch nod) 50 Pfennig geben, angeblich um cm Buch zu faulen. Bei einem Buchhändler kau'te er tur 30 Mark 5ud)er, erbat sie mit auunertei Rechnung in icuie Äohnnng und nahm nch noch einige gleich mit; aud) zu '-fab- Nanhcnn fauste er sich für 15 Mark Bucher, die,e wurden ihm aber nicht geliefert, da man inzwischen Verdacht getchov't batte, (jt ivar Der sämtlichen Straftaten geständig und suchte sich damit zu ent'chuldigen, daß sich sein Bater nicht um ihn lummere. ES winden für oic einzelnen Betrügereien Stra'en von 5 dis zu 1 'l’lonat zu'aminen 17 Monate augesetzt und diele auf eine Geiaint'tra'c von 1 Fahr rediiziert, auch er-olgte nut Rudstcht aut icm itzestaiidins die Anrechnung von zwei Monaten Unter- AxA*!e Konsols . . . . 3X do..... 3>je/e Hesecn..... 3M*le Oberhessen . . . 4-» Uestcrr Guldreutc. 41/, % Ueaterr. Mlbeneute 4 h Ungar Goldrente . . 4?» Italien. Heule . . . 3-» Portugiesen 8cne 1 . nchinigshaft. Eine Unterfchlogung von etwa 1200 Mark hat der Agent V. G. an» Vilbel verübt. Er war bei einer Frankfurter Firma all Propisionsreisender init Fukaljovestignis angestellt. Nach seinen Angaben hatte er nicht Venng Verdienst, weshalb er etwa 400 Mark unterschlug. Als die Firma die Verimtreiiniigeii entcedte, ersetzte ihr sein Bruder 200 Mark, während er selbst sich verpflichtete, den Re't abzutragen. Ec bheb in Der Stellung, doch sollte er nur noch solche Betrage vereinnahmen, für die von der Firma die Cuittungen ausgestellt waren. Er kassierte aber etwa 800 Start auf von ihm ausgestellte Cuittungen ein und gab der Firma ihre Cuittungen mit Dem Bemerken, die Kunden hätten nicht bezahlt, zurück. In Ansehinig seiner .'.roßen Notlage, Die durch seine starke Fmnilie hervorgerwen wnd, ließ das O)cricht 'Milde walten und erkannte auf eine Gesängiiisslrast von sechs Woche n. Em unüberlegter Streich. In der Derziveifliing ließ sich die Ehefrau des TaglöhnerS G. A. von Wöllersheim zu einer Urkundenfälschung hnireißen. Ihr Maiin hatte sie beauitragt, dreimal je 20 l'iart Zinsen an die 'Mathstdensttsiskafie m Friedberg abzuliefern, xa ihr vanshallunqsgeld uir cif Pcisoucn sehr karg anSsallt, verwendete ic jedesmal das Geld m ihrer Haushaltung. Es ergingen mehr- fach Alahnungen, die sie immer in Abwesenheit ihres wlanueS in Empfang nahm, bis endlich die Zwaiigsvollstre^ung emgdeiiet iverden mußte. In ihrer Verziveislnng und auS Furcht vor ihrem Alaune, tauschte |ie ihm vor, es niüsse ein Frrtuin vorttegen, und während sich ihr Mann zurecht machte, um nach der Basse zu gehen, icrttgtc sie drei Cuittungen an, die fic mit dem Namen des Rechners und des Siomrolleino versah und gab sie ihm. Selbstverständlich wurde die Fälschung sofort bemerkt. Nist Riickstcht daran', daß der Muffe kein Schade entstanden ist und die Ange- nagte auch nicht beabsichtigt hatte, diese zu schädigen, wurden nur einfache Urkundenfälschungen ntr vorliegend erachtet, für die je 2 Tage Gefängnis angesetzt wurden. Diese 6 Tage wurden auf eine Gesamtstrafe von vier Tagen rebujiert und der Angeklagten in 'Aussicht gestellt, daß die bedingte Begnadigilirg befürwortet wird. Etae erfolglose Berufung hatte der Pächter ®. T. von Nieder-Erlenbach zu verzeichnen. Bei einer amtsgerichtllchen Vernehmung, bei Der eS sich Darum drehte, ob D. vor einer ihm zngesrigten Körperverletzung geistig reger getvesen sei als nachher, gab der Landwirt I. it. U. zur Antwort: rT. war trüher cm größerer 'Jlorr ald jetzt, er ist durch die Schlage besänftigt worden." D. erhob Privatklage wegen Beleidigung, doch das Schöffengericht gelangte zum Fretspritch, da die Aelißeriing auf Befragung und in keinem gehässigen Ton erfolgte, der Angeklagte auch gar nicht an eine Beleidigung dachte, und sich auf Vorhalt des Richters entschuldigte. Tas Schöffengericht glaubte, cs sei nur der Ausdruck ungeschickt gewählt worden, was einem Alanne von dem Bildungsgrad des Angeklagten leicht passieren könne. Ter Wäger versuchte sein Glück bei der Berufungsinstanz. Diese war wie die erste Instanz der Meinung, der Angetlagte habe auf Befragen objektiv seiner Auffassung Aiisdruck gegeben, und cd liege nur eine sprachliche Ungeschicklichkeit vor, n c. Laib da.' Urteil bc'iättgt wurde. 5(burt aus der Entbindungsanstalt auf fr-r Straße st:bt, ohne öerm, ohne Mittel, kraftlos, vielfach verzweifelt über ocn erfahrenen Betrug fettens bcs Vaters Ta offnen nch die Zu- iluchtsheimc, Verforgungsanstalten, die alle einen längeren Aut- enthalt fordern, um in bet Mutter o-m iu'ammenhang inst ihrem >finb unb das «Gefühl ihrer Verantwortung zu stärken und durch geordnete Erziehung und Vertiefung teil- giöfen Empfindens zu stählen. Nicht all' bedürfen das, aber ^och sehr viele. Nicht wenige sind moraUfch und piychiich io -ninderwertig, caß eine bleibende Unterbringung in einer Aenstalt seboten erscheint. 3m Gegensatz dazu erklärt der „Bund tüt Mutterschutz" die Not der ledigen Mutter für ein L wr veralteter, iittltdxt Anschauungeii, und will sie heben Durch eine neue LstD litMeil und Die 3anftwnierunt der freien Vtebe. Wer die wrrk- lichen Vcrhältnisfc aus seelforgcrlicher und armenvflegerischer Tätigkeit kennt, weiß, daß die Not nicht gehoben wtrd durch ein Vreisgeben bewährter sittlicher Foeale, baß die lebige Mutter chatt, io sehr man sich vorm Richter im einzelnen Fall hüten muß, doch au'' seiner Schuld brtitbL Tas darf aber nur bann stgcstellt werden, wenn ebenso die Schulb des Mannes anerkannt und geahndet ivird. Vrakttsch find Wochnerinnenhcimc, Mutter, beratungsstellen, Berforgungshcime und Asnle für dauernde Aufnahme zu fordern Tic Bestrebungen der Sittkichkeitsvereine und •>rechnct wird, jtnb zu förbern. Tic i'ittlidKn ('kiahren, vor allem der Großstabt finb heute besonders groß. Eine besonders große sexuelle Spannung wird durch bic moderne erotische Literatur gcitctgcrt. Tie Xlage der Frauen m solcher Zeit wird nicht erleichtert durch bic Gcivährung der gleichen Freiheit, wie sie der Mann genießt, auch an bic Frau. Das würbe nur bic Neigung des Mannes zu flüchtigen Verbindungen steigern Tie Tatsache, daß bic Manner vielfach nicht geneigt finb, bas sittliche Fdeal zu verwirk!icben, kann das Gewicht bes Fbeals nicht verringern. Fede Hebung der Sittlichteit ist ein Schritt zur Beseitigung der Not der ledigen Mutterschaft. - Ter Mutterschutz ist im Grunde die für die I Barpeucc Bergwerk. . | i.aurahUlte . . . ii.uinuordeu E. B. . . Nordd. Llojrd . . • . i ürkenluse..... Börse, 24. September, 1.1k» Uhr. . 92.201 Eiekiria. Lahinejer . . . 123 «i handel. Essest, 23. Sept. Fn bet heutigen Sitzung beS Berrats bes Rdeunsch-Westialstchen stohlensyndikat» teilte bet Vorsitzende mit, daß laut telegraphi,cher Nachricht bas Berufungsurte,l in Sachen Phönix vom Reichsgericht aufgehoben worden und die Klage des Syndikats gegen bic Akriengefellfchaft Phönix abgewiesen worben sei. Märkte. tb. Gießen, 24. Sept, -ter gestrige Schweine markt hatte einen Austrieb von 6uu Stuck. Bei dem günstigen Wetter waien zahlreiche Käufer gekommen, bie allerdings zuerst dem Pierbemarkr einen Besuch abstatteten, so baß der Handel erst spät Gießcncr SuarLimmcr. ) ( Greßen, 22. Sept. Schwindeleien. Auf der schicen Bahn befindet ’■ b seit zwei Jahren ________FS. 21mbür« ad Lahn. 23. Sept, .rruchtuiarkt. Turch. chnittSpreiS pro Malter. Rorer Weizen lauter iiastauisci?^» 17 00 Mk.. weißer Weizen langeboute Fremdsortenl 15,su ; • Rout 18.00 Mk.,' Gerste 9.00 MC Hafer, neuer, 6.65-u.i» J •’ aller 9.00- 0.00 Mk.. Erbsen y.OO Mk, Rartofleln 5-6,00 Mk. - Alles ie nach GualtiäL H iWcteo roloflttdic ^cobiirtitniifliH der Station (stießen. Sept. 1908 Wnröntetet nni 0* reduzieri 2 empcuUin der Vu(t Absolute Feuchtigkeit e JO -- «2 Wetter 23. 2* 746,5 16,4 10.4 75 E 2 23. 9" 11,2 9,3 94 8 24. 7“ 745.4 10,4 8,9 95 NE 2 von