■ Nr. 14« Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 24. Ium 1908 Der Giehenrr Anzeiger ä vezugSprel-r erscheint täglich, außer W ß3jr Äa >1 W monattich75Ps.,viertel- OTtiMtiM1 jl ItldM blattsürdenAreisGiehen M W W U MM W W BL< W /H BH 4» W M W W (Dienstag und Freitag); MR M M W Kä W M Wk S JS| E| W M, W> fe W tQ^rL «uSschl. Bestellg. zweimal monatl. Land. War W BL W W w$w* Kää W gSL W W. ZeilenpreiS:lokci.I5P^ wirischaMtcheSeitfragen W M H ▼ ® ^8^ V 'V auswärts 20 Pfennig, ««njw^ 'dlchchlüffer NM WM .^W7 Verantwortlich für die Redaktion 112 V w' - *ee -- ** Hr den politischen Teil: =» General-Aitzttger für Gberheffen rMS Snnadme von Anzeigen V i ® ’ ’ ». ^nd''und.Gerichts- gj Dom^a9TiomiM Rotationsdruck und Verlag der YrMscheir Univ.-Vnch- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Lueigentesl: H." Beck. j)otttische Tagesschau. Heber den internationalen Zusammenschluß der reisenden Kaufleute, welcher, wie gemeldet, kürzlich in Paris erfolgte, gehen der „ReichShauptstädt. Corr." die folgenden, interessanten Mitteilungen zu: Der auf Anregung deS Kaufmanns Ludwig Ullmann-Berlin auf die Tagesordnung gestellte Antrag auf Gründung einer Vereinigung der reisenden Kaufleute der ganzen Welt gelangte auf dem vom französischen Verbände zusammenberufenen internationalen Kongresse am zweiten Vcr- Handlungstage zur Beratung. Der eingebrachte Statutencnt- wurf wurde mit einigen Abänderungen angenommen. Art. 3 desselben erläutert den Zweck der internationalen Liga wie folgt: ,1. Die Gesamtheit der Geschäftsreisenden und Handelsvertreter aller Länder in gegenseitige,n Solidaritätsgefühl und kollegialer Achtung zu vereinigen, 2. die verschiedenen Gesetzgebungen, denen sie unterstehen, zu studieren, und zu vergleichen, sowie durch gen,einsames Vorgehen Prozeßverfahren und berufliche Vergünstigungen in Uebereinstinrmung zu bringen, um dadurch die sittliche und materielle Lage der reisenden Kaufleute zu kräftigen." Der Verbandsvorstand beruft alle 5 Jahre einen internationalen Kongreß, das Vorstandsbureau tritt alljährlich einmal zusammen. Auf Vorschlag UllmannS dürfen auch andere kaufmänuische Vereinigungen, denen nicht ausschließlich Geschäftsreisende angehören, als Mitglieder der Liga ausgenommen werden. Für die nächsten 5 Jahre w,rd die vFederation Internationale des Voyageurs et B-epresentante de Commerce" ihren Sitz in Paris haben. • Bombardement in Teheran. In der persischen Hauptstadt ist es gestern bis zum Aeußersten gekommen: der Schah hat das Parlament in einer Moschee, wohin es sich geflüchtet hatte, bombardieren lassen; schon tags zuvor war ein heftiger Straßenkampf entbrannt. Gestern gegen 2 Uhr wurde das Bombardement eingestellt. Die Artillerie rückt teilweise ab. Das Parlamentsgebäude ist vollständig leer. Die Plünderung dauert fort, doch nur im Parlamentsviertel. Das Palais Zilles weist arge Zerstörungen auf 'uni) ist vollständig aus- geraubt. Es sind noch nicht alle Tote fortgeschafft. Die Kvsaken- brigade hat viele Tote und Verwundete. Die Kvnonen feuerten aus nächster Nähe. Die Endschumen flüchteten in die umliegenden Häuser und schossen von den Dächern auf die Soldaten. Die Zahl der Toten unb Verwundeten wird aus über 100 geschätzt. Der heutige Tag bedeutet einen vollständigen Sieg der Partei des Schahs. Die Gegenpartei ist gänzlich zersprengt. Viele Verhaftungen sind erfolgt________________________________ Deutsches Reich. Ter Kaiser hat dem Stationschef von Wilhelmshaven Admiral Fischet den erblichen Adel verliehen. Ter 31. Deutsche F l e i s ch e r t a g ist gestern in Essen a. d. R. zusammengetreten; mehrere hundert Delegierte aus ganz Deutschland sind erschienen. Mit der Tagung ist eine große Fachausstellung verbunden. Vierte Wagenklasse in Baden. Gestern hat bei der Beratung des Eisenbahnbetriebsbudgets in der ersten badischen Kammer der Verkehrsminister v. Marschall sich für Einführung der vierten Wagenklasse auf oen badischen Staatsbahnen ausgesprochen. Vom mitteldeutschen Handelskammertag. Der in Sonneberg tagende Mitteldeutsche Handelskammertag beschloß, das preußische Staatsministerium zu ersuchen, finanzielle Zuwendungen sowie Unter st ützungenanAgrargenossenschaftenzu unterlassen, um deren schädigenden Wettbewerb für den Handel zu steuern. S o z i a l d e m o k r a t i s ch e r W a h l s i e g i n B e r l i n. Bei der gestrigen Stichwahl im 12. Berliner Landtagswahlbezirk erhielt Buchhänoler Adolf Hoffmann (S o z.) 313 Stimmen, Prediger Runze (freis. Bp.) 307 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Die Berliner Blätter führen diesen Wahlsieg der Sozialdemokraten auf'*chren geradezu unglaublichen Wahlterrorismus zurück, der viele bürgerliche Wahlmänner verhindert habe, ihre Stimmen abzugeben. Elektrizitätssteuer. Im Finanzausschuß der bayrischen Abgeordnetenkammer wurde gestern Finanzminister v. Pfaff vom Abgeordneten Dr. Pichler wegen der angeblich geplanten Reichs-Elektrizitätssteuer interpelliert. Der Finanzminister erklärte, er sei in einer peinlichen Lage. Heute seien ihm die Vorschläge des Reichsschatzsekretärs Sydow zugegangen. Die Entwürfe seien vertraulich und er könne nicht darüber reden. Dr. Pichler forderte darauf den Minister aus, mit der größten Entschiedenheit dafür zu sorgen, daß Bayern vor der Schädigung einer Elektrizitätsabgabe bewahrt bleibe. Die Regierung habe die Volksvertretung bei diesem Widerstand gegen die Berliner Pläne geschlossen hinter sich. Dr. v. Haller (Soz.) führte aus, die Erklärung des Ministers lasse genug zwischen den Zeilen durchblicken. Ter Minister solle sich mit seinen süddeutschen Kollegen zu einer entschiedenen Abwehr der drohenden preußischen Pläne vereinigen. Herr v. Frauen- dorser hatte kurz vorher erklärt, daß an ein Elektrizitätsmonopol nicht gedacht werde, daß aber die Gefahr einer Elektrizitätsabgabe vorliege. Anslon-. Aus Prag.' Anläßlich ocs Stiftungsfestes der katholischen Studenten-Verbindung Carolina kam cs vor der Herz Jestr- Kirche zu einem Zusammenstoß zwischen deutsch^freiheitlichen und klerikalen Studenten. Die Wache mußte einschreiten und zahlreiche Verhaftungen vornehmen. Der zweite Sohn des Königs von Spanien. Der gestern geborene zweite Sohn des Königs von Spanien wird den Namen Jaime erhalten. Der König unterzeichnete aus Anlaß der Geburt die Begnadigung eines Verbrechers, der gestern in Cordoba hingerichtet werden sollte. Ein neuer russischer Kriegshafen. Einer Zeitungsmeldung zufolge plant das Marineministerium den Bau eines neuen Kriegshasens zu Narva. holzamerr letzter Roman. Unsere Dichter find in der Regel Darsteller ihres eigenen Lebens, Dichtungen Lebensbeichten, abgelegt vor dem Beichtstühle der Welt. Versenken wir uns in die Blätter der Weltliteratur, so machen wir immer und immer wieder diese Beobachtung. Jeder echte Dichter dichtet sich selber, er gibt sein Innerstes der Welt, oie sich von dieser inneren Wahrheit ergreifen und erschüttern läßt. Seeleneindrücke, zu denen sich mehr zufällige Lebensgeschehnisse als unmittelbare Ursachen gesellen, schmieden zumeist das Einzelschicksal. Je weiter der Abstand von Wille und Kraft, desto sicherer, daß in dem Streite zwischen Altem und Neuem, zwischen Traum und Treue, zwischen Pflicht gegen andere und Recht auf sich selbst, — daß in solcher Tragödie schwankende Naturen unterliegen. Zu den Dichtern, die fast ausschließlich sich selbst dichteten, und zu den Menschen, die in jenem angedeuteten Streite erst spät Sieger über sich selber wurden, gehörte unser Wilhelm Holzamer, der viel zu früh aus dem Leben Geschiedene. Sein letzter, soeben nach seiner Veröffentlichung im „Daheim" als Buch bei Egon Fleischet & Co. in Berlin erschienener Roman „Vor Jahr und Tag" erst zeigt ihn fast vollkommen befreit von den Kümmernissen seines Zweiseelentumes, zeigt ihn fast als Ueberwinder seiner selbst, und doppelt groß ist der Schmerz aller derer, die ihn im Leben gekannt haben, um seinen frühen Verlust nach dem innigen Versenken in dieses sein reifstes und bestes Werk. „Tas Leben ist wirklich schwer. Daß es schwer ist, das hätte schon nicht viel zu sagen, das hat man mit allen Menschen gemein. Aber daß es so rasch ist, das gehört jedem persönlich an. Denn dann kommts darauf an, wie mans lebt." Mit diesen kürzen starken Sätzen beginnt des Dichters nachgelassener Roman. Sie sind dem Herzen eines durch widrige Lebensumstände frühe müde Gewordenen, dann aber nach schweren Seelenkämpfen endlich mit sich ins Reine Gekommenen entquollen, der neuen Hoffnungen zu- strebie und Großes zu erreichen berufen schien. Vor seinem Aufstiege aber ward sein mühsam zur Stärke wieder geknüpfter Lebensfaden jäh zerrissen — ein über die Maßen grausames Geschick! Trotz des mit hoher Künstlerschaft gewahrten Scheines des vollkommen Unpersönlichen — der oberste Vorzug dieses seines besten Buches vor fast allen früheren, mit hauptsächlicher Ausnahme seiner köstlichen Meisternovelle „Der arme Lukas" — wie viel Persönliches steckt doch auch in dieser Dichtung. Daß dieses Persönliche aber so ganz in den Hintergrund tritt, daß es kaum merklich nur zwischen den Zeilen leise und fein, mit eines letzten Abendsonnenstrahles holder Zartheit hinter den zahlreichen, durchweg in strotzender Lebensfülle vor uns erscheinenden Gestalten hindurchflimmert, das eben verleiht, wie gesagt, dem Roman seinen vornehmsten Kunstwert. Dem rheinhessischen Schullehrer Emerich Joseph Vetterlein, seines Buches schönsinnigster Gestalt, gab der Dichter aus den Tiefen seines schätzereichen Herzens die kostbarsten Kleinodien, gab er das Beste seiner selbst. Garstig zwar in seinem Aeußeren ist dieser Vetterlein, „rappeldürr und baumhoch"; doch von yerschwenderischem Herzensreichtum, von keuschestem Hochsinn, von unberührbarem Seelenadel. „Er war, als ob man ihn nehmen sollte wie ein Kind und immer für ihn sorgen sollte, ihn behüten und betreuen, daß nur kein Lüftchen an ihn käm und daß ihm nichts vassieren könnt". Ihn, den glücklich unglücklich Liebenden, den hingebungsvoll selbstlos Entsagenden umfangen wir mit unserer ganzen Liebesfähigkeit. Warum die Dorth, dieses „gut rljeinisch-sentimentalflch süddeutsch Mädchenherz",neben sich diesen Getreuen hergehen läßt „wie ein Ausrufungs- Reichen für alle ihre Schönheiten und Herrlichkeiten", warum sie das Feiertägige, das Feine, das er ihr bringt und das in seinem Wesen liegt, wohl verehrt und seiner froh ist, aber nicht voll für sich beansprucht, warum sie nicht die Seine wird? Weil sein Herz nichts Stürmendes hat, nur Wärme. Wett er zu viel Respekt hat vor allem, weil er innerlich alt ist, ohne je so recht jung gewesen zu sein. Weil er zart ist und doch schwer — sie dagegen leicht, genießend, weinfein — auch ein wenig kokett Zwei Welten — — Ja, den Jörg-Adam, den hätte sie haben mögen, das war einer! Das war kein Gedrückter und Unterdrückter, wie der Schullehrer, sondern ein Befehlender, Beherrschender. Der war Gutsverwalter und ganz und gar ein Herr. Und stark und schön und mutig und immer so ein bischen, als wenn er noch die Sporen von den weißen Chevau-legers in Darmstadt trage. Doch dem gegenüber hatte sie auch ihren Trotzkopf aufgesetzt — und da war er bitterbös auf sie in seinem wttden Trotz in den Krieg gezogen und — nicht mehr heimgekehrt. — All dies Meiden und Leiden, dies sänftiglich ergeben Verzichtende — und das Hangen und Bangen und Schweben und Schwanken zwischen stillem Glück und starker Glut, dies heiße Ringen und leise Verklingen, dies Schweifen ins Ungewisse und endliche Reifen in glücklos, aber friedsam resignierender Abgeschlossenheit — all das hat Holzamer aus eigenstem tiefstem Herzen geschöpft, aus eigenstem innerem Erleben. Und so klingt aus dem Ganzen des Dichters volkstümlich edle melodiöse Lyrik, sein herrliches, sinnig zartes Gemüt, das voller stiller Fröhlichkeit und voller wehmütiger Sehnsüchte war und das in diesem seinem letzten Werke so frisches Neuerblühen köstliche kstndtzt « Aus Stadt Nttd Land- Gießen, 24. Juni 1903. ** V o m G r o ß h. Hofe. Tas Großherzogspaar kehrte gestern mittag mit dem Prinzen Alexander von Battenberg aus Oberhessen zurück und traf um 1 Uhr auf Jagdschloß W o l fs g a r t e n ein, wohin für die nächsten Wochen das Hoflager verlegt wurde. Auf der Fahrt geriet bei Sprendlingen das Automobil, in dem sich das Gefolge (Hofdame von Rotsmann, Leutnant v. Schröder und der Adjutant des Prinzen Alexander) befand, durch eine Benzinexplosion in Brand. Die Insassen tonnten sich retten, während das Auto nahezu zerstört wurde. Es kam zur Reparatur nach Rüsselsheim. • * Ruhestandsversetzung. Se. Königl. Hoh. der Großherzog haben dem Forstwarten der Forstwartei Eudorf, Förster Heinrich Büttner zu Eifa, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. • * Ernennung. Der Militäranwärter Vizefeldwebel Aug. Schmalz aus Hungen wurde zum Steueraufseher ernannt. • • Für die Sitzung der Stadtverordneten-Ver- sammlung am Donnerstag, 25. Juni, nachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: 1. Straßenbahn. 2. Ankauf von Straßengelände für den Asterweg. 3. Befestigung der Bürgersteige in der Liebigstraße. 4. Betreten der Bürgersteige durch Truppenabteilungen. 5. Gesuch des Friedrich Kühn um Ueberschreibung eines Grundstückes in der Rittergasse auf seinen Namen. 6. Verpachtung von Gelände an den Verein für Licht-, Luft- und Sonnenbäder. 7. Gesuch deS Zeugwarts Niebel uni Einführung der Gasbeleuchtung in seine Wohnung. 8. Ueberwachung der Kläranlage und der Margaretenhütte. 9. Genehmigung von Rechnungen. ” Landw irisch aftSka mmer. In der gestrigen 27. Vorstandssitzung standen 38 Gegenstände auf der Tagesordnung. Eine Reihe von Verwaltungsgegenständen wurden erledigt. — Zu den vom Deutschen Landwirtschafts- rat angeregten Verschärfungen der Arbeiterschutzgesetzgebung für' ländliche Arbeiter, sowie zu den von diesem vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verminderung des Kontraktbruches durch Einführung von Jnlands- p ässen und durch Abänderung dec Gewerbe-Ordnung wurde Stellung genommen. — Die Statuten der von der Landwirtschaftskammer im nächsten Jahre einzurichtenden Versicherung von Weide-, Ausstellungs - und Faseltieren wurden festgesetzt. — Der Grundplan zur Förderung der Pferdezucht, die Pferde-Schau-Ordnungen, sowie die Bestimmungen über die Ankörung von Zuchtfohlen durch die Landwirtschaft'skammer wurden genehmigt. Ebenso erhielten So weitausgreifenden, harmonischen Reichtum der Lebengestaltung, solche Mannigfaltigkeit in der Nachschöpfung von Charakteren und ihrer scheinbar naturnotwendig kunstlosen, gerade deshalb aber so tunst vollen Verschlingung in die Gefamtkompositiou wie dieses Werk hat sonst keines von Holzamer. Nur ein Satz fällt aus dem hold einschmeichelnden einheitlichen Largo dieser schönen symphonischen Dichtung. Der vorletzte. Da tritt plötzlich ein klaffender Zwiespalt in die Harmonienfülle. Ein Allegro, bald risoluto, bald maestoso. Fast unmittelbar vor dem Ausgange der stationenreichen Jugendreise der schönen Torth erscheint ganz unverhofft und unvermittelt ein neuer Passagier, der eine ganz außerordentliche Wichtigkeit für sich beansprucht und, fest zugreifend, die Mitreisenden allesamt, die uns so lieb und teuer Gewordenen, verwirrt. Eine seltsame Diskordanz bildet dieser Ingenieur Kämper. 1'90 Seiten gingen wir ohne ihn. Die nächsten 70 gehören ihm, dem „Preußen", dem habicht- äugigen, eisernen Willensmenscheu, der uns erst unfern lieben Vetterlein recht (?) kennen lehrt. Denn erst auf den unmittelbar vorhergehenden Seiten erfahren wir, daß der in Wahrheit der Rechte nicht ist für die Dorth, daß bei ihr vorher alles „Trug und Selbsttäuschung" gewesen, daß sie „ganz frei ihm gegenüber" war. Dagegen er, der Kämper, er ist der Richtige . . . ? Nein, doch auch nicht. Am Ende seiner Liebes- und Verlobungs-Episode sieht er ein, daß er „sich nicht Mühe gegeben" hat, sie kennen zu lerhen. Und auch sie hat ihn nicht kennen gelernt. Er hat sie genommen. „Man soll aber keinen Menschen nehmen, der sich einem nicht gibt." Er hätte gewinnen sollen. Die Kamper-Episode ist die Dissonanz des Romans, eine, Taktwidrigkeit des künstlerischen Stiles. Unb sie bringt seelische Tonverwirrungen mit sich. Trotz dieses künstlerischen Irrtums bleibt die bestrickeude Schönheit, die musikalische Innigkeit des Gesamtwertes bestehen. Den Sänger des schmelzenden Liedes vom „Armen Lukas" sehen wir hier zum Symphoniker gereift, in dessen gefühlsweiche feinfarbige Seelenwelt wir bewegten Herzens dringen. „Es ist aber doch ein großes Glück, gelitten zu haben, um frei zu fein von allem, was Leiden heißt." Mit dieser welt- weisen Einsicht schließt der Roman. Uni) da er, der Dichter, durch Leiden befreit und, mit sich selbst ins Reine gelangt, zum Glücke gekommen war, da — wars schon aus--. Immer wieder haben wir diese Grausamkeit vor unseren feuchten Singen. Und wrr feiern sein Gedächtnis, aus seinen Werken kostend die stille Stärke seiner von Mißgeschick umdüsterten und doch so schönheitshellen, freien und weichen und reichen, von der blauen Blume der Poesie umblühten Seele. P. W. -die Schau- und Prämiierungs-Ordnung für Orts- und BezirkS-ObstauSstellungen, die Bestimmungen über Obstpflück- und Verpackungskurse und Obst- und Gemüse- verwertungSkurse, sowie die Bestimmungen über Prämiierungen von Obstbaumpflanzungen und Rebpflanzungen die vorläufige Genehmigung. ** Landtagskandidatur. Zu den im Herbst stattfindenden Wahlen zum Landtag stellt das Zentrum für den Wahlkreis Offenbach-Land den Stadtverordneten Franz Nessel-Offenbach als Kandidaten auf. ** Landes s Ynv de. S. K. H. der Groß Herzog haben den Senatspräsidenten am Oberlandesgericht Gusll Kullmann zu Darmstadt und den ordenti. Professor der Theologie an der Landesuniversitat Dr. SaMuel Eck zu Greffen zu Mitgliedern der Siebenten ordentlichen Landes- fynode des Großherzogtums Hessen ernannt. — Die achtzehnte Sitzung der Landessynode, die am Dienstag, 30. Juni, vormittags 10 Uhr, im Synodalgebäude zu Darinstadt, Waldstraße 40, ihren Anfang nimmt, wird voraussichtlich 8 bis 10 Tage dauern. Die Tagesordnung lautet: L Ansprache des Präsidenten. II. Mitteilungen desselben. HL Verkündigung neuer Einläufe. IV. Berichtsanzeigen. V. Prüfung von Mahlen. VI. Verpflichtung neu eingetretener Mitglieder. VII. Beratung und Beschlußfassung über: L Vorlage Großh. Oberkonsistoriums über den Antrag der Abgeordneten Dr. Bogt und Genossen, die Zusammenlegung kleinerer Pfarrsprengel betreffend. 2. Antrag des Syn.-Abgeordneten Luhl und Genossen, Vereinfachung des kirchlichen Wahlverfahrens betreffend. 3. Vorlage Großh. Oberkonsistoriums, die Aenderung in den Kirchengemeindeverhältnissen betreffend. 4. Vorlage Großh. Oberkonsistoriums, die Umgestaltung der Kirchen- und De- kanatsvisitationen betreffend. 5. Verhandlungen über Geschäftliches. 6. Vorlage Großh. Oberkonsistoriums, Ab- trennung der Filialgemeinde Friesenheim von der Gemeinde Dahlheim und Zuteilung derselben zur Gemeinde Undenheim betrefend. 7. Anfrage der Synodal-Abgeordneten Dornseiff und Genossen, die Verwendung der Mittel für Zwecke der Inneren Mission und für Reisestipendien betreffend. 8. Anfrage der Synodal-Abgeordneten Dornseiff und Genossen, die dienstpragmatischen Rechte der von dem Hessffchen Landesverein angestellten Geistlichen betreffend. ” Uebertrag en wurde dem Lehrer Ehr. Kruger zu Bettenhausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wachenheim. — Zu Ehrenmitgliedern der „Hassia* hat die Mitgliederversammlung in Ortenberg den Fürsten Erbach- Schönberg und die Grafen von Stolberg-Roßla, Stolberg- Wernigerode und Solms-Rödelheim ernannt. ** Organisation der Berufsjournalisten. Die Notwendigkeit einer starken Organisation der deutschen Presse ist von allen Journalisten anerkannt, einer Organisation, die in der Lage ist, in allen Fällen wirksam und würdig einzugreifen, wo es gilt, die Standesehre und das Standes- intereffe zu verteidigen, deren Aufgabe es mithin sein würde, das Ansehen der deutschen Presse zu heben, das StandeS- gefühl und den Korpsgeist in den Reihen der Journalisten zu festigen. Anläßlich des Wormser Delegiertentages des Verbandes der deutschen Journalisten- und Schriftstellervereine beabsichtigen nun Vertreter einer Reihe größerer Vereinigungen von Berufsjournalisten, darunter der Verband der Rheinisch-Westfälischen Presse, der Verein Niedersächsischer Presse, der Landesverein Hessischer Zeitungsredakteure rc., sowie die Redaktionen einer Anzahl großer deutscher Zeitungen eine Besprechung abzuhalten, um die Möglichkeit der Schaffung einer solchen über das ganze Deutsche Reich sich erstreckenden Organisation der Berufsjournalisten zu erörtern. Die Besprechung soll am 29. Juni, vormittags V29 Uhr, im Kasino in Worms stattfinden. Gietzener Stadttheater. Die Fledermaus. Operette in 3 Akten von Ioh. Strauß. Wie am vorigen Dienstag, so war auch gestern das Theater wiederum gut besucht. Ein sicheres und sichtbares Zeichen dafür, daß diese Operetten-Gasffpiele einem tatsächlichen Bedürfnisse entgegenkommen. Vom künstlerischen Standpunkte war die gestrige Aufführung noch um vieles besser und einheitlicher, als die erste Aufführung. Herr Regisseur Bruno Schlegel hatte ganz wunderhübsche Bühnenbilder geschaffen. Der geschmackvoll inszenierte und glänzend ausgestattete zweite Akt könnte selbst einem großstädtischen Theater zur Ehre gereichen. Besonders angenehm fiel es auf, daß dieses Mal Sänger und Orchester besser zusammenhielten. Herr Hermann Weinack, der wiederum die Kapelle unseres Infanterieregiments dirigierte, erledigte sich seiner Aufgabe mit großer Sicherheit und TemperamenL Die Chöre waren sehr gut. Gespielt wurde mit ausgezeichnetem Humor. R u d o l f M u ch war als Gefängniswärter von einer Komik, die wohl schwerlich noch überboten werden könnte. Als guter Schauspieler erwies sich auch Herr Bauer in der Rolle des Herrn v. Eisenstein. Seine Darstellung des Dr. Blind im 3. Akte war eine der besten des Abends. Ganz cntzückeird in der Darstellung und im Gesang war auch dieses Mal wieder Fränzi Großkopf als Rosalinde, und es wäre schwer zu sagen, was man an dieser anmutigen Dame mit dem überschäumenden Temperament mehr loben soll, die Darstellung oder den Gesang. Tie Rolle der Adele gab gestern auch Gabriele Kl er Wien reichliche Gelegenheit, ihr großes Können zu zeigen. Mit vortrefflichem Humor und anmutsvoll führte sie ihre Rolle bis zum Schluß durch. In seiner recht vorteilhaften Maske kaum wieder zu erkennen war Bruno Schlegel als Gefängnisdirektor, ebenso Ludwig Sachs als Advokat Blind. Der Tenor Bruno Hildebrandt in der Rolle des Alfred fand auch dieses Mal Beifall. Besonders gut gefielen mir im ersten Akte das Duett zwischen Fränzi Großkopf und Gabriele Klerwien und dann das Terzett, das von Fränzi Großkopf, Bruno Hildebrandt und Schlegel gesungen wurde. Ter Beifall des Publikums wurde gegen Schluß lvärmer, er hätte aber noch um vieles freudiger und größer sein können. Die Künstler verdienten es wirklich. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Für die Direktorstelle am Historischen Museum zu Frankfurt, die durch Berufung des Direktors Dr. Lauffer nach Hamburg sreigcwordcn ist, wird vom Magisttat Pwf. Dr. Bernhard Müller, Kustos am Landesmuseum in Darmstadt, in Vorschlag gebracht. — In Frankfurt ist der Tontünstlcr und Musikschriftsteller Gustav Erlanger, 66 Jahre alt, gestorben. ** Ein Vogelschutzverein für Hessen. Nachstehender Aufruf wurde uns von sehr geschätzter Seite zum Abdruck übergeben: „Die Liebe zur Vogelwelt, der Wunsch, die gefiederten Sänger zu schützen vor Verfolgung und Vernichtung ist uns Deutschen Gemeingut. Erst vor kurzem hat der Deutsche Reichstag durch seine Beschlüsse zu dem Vogelschutzgesetz gezeigt, daß es auch ihm ernst ist mit der Erzielung eines wirksamen Vogelschutzes. Der dcutzen der Vögel als Hüter des Gleichgewichts zwischen Jnsetten- und Pflanzenwelt wird heute in Land- und Forstwirtschaft allgemein gewürdigt. Aber nicht um Sympathieerttärungen, nicht um bloße Belehrung über Nützlichkeit der Vögel handelt es sich, sondern um praktische Maßnahmen zur Erhaltung der einheimischen Vogelgattungen in Wald und Feld. Zwar ist auch hierin von Gemeinden und Forstbehörden schon manches geschehen. Aber nur wenn überall im Hessenlande, wo es nottut, für Niststätten. Vogeltränken, Futterplätze hinreichend gesorgt ist, haben wir einen organisierten Vogelschutz, wie er sein soll. Denn es ist nicht zu verkennen, daß gerade der kulturelle Fortschritt, die Ausdehnung der städtischen Baugebiete, die Urbarmachung wüsttiegender, seither mit Dornen und Hecken überwucherter Oertlichkeiten die Existenzbedingungen mancher Vogelarten, die uns besonders wert sind, z. B. der d!achtigallen, in Frage stellt. Hier kann nur ein zielbewußtes fachkundiges Zusammenwirken weiter Bevölkerungskreise Abhilfe schaffen. Ter Wunsch und die Bitte der Unterzeichneten ist es deshalb, daß alle Vogelfteunde und alle, welche die wichtige Rolle der Vögel im Haushalt der Natur erkennen, sich zu einem Vogelschutz-Verein für das Großherzogtum Hessen zusammenfinden. Zur Vereinsgründung soll am Donnerstag, 25. Juni, nachmittags 6 Uhr, tm Fürstensaal zu Darmstadt, Grafen- straße, eine Versammlung stattfinden, bei der der Großh. Forstmeister Herr Kullmann zu Darmstadt über „prakttschen Vogelschutz" sprechen wird. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten." Unterschrieben ist der Aufruf von zahlreichen Herren aus allen Teilen Hessens, insbesondere auch Oberhessens. ” Der Eva ng. Arbeiterverein, der zurzeit 370 Mitglieder zählt, beteiligte sich am letzten Sonntag mit seiner Gesangsabteilung an dem 17. Verbandsfest des Mittelrheinischen Verbandes Ev. Arbeiter.-Vereine in Zeilsheim bei Höchst a. M. und verband damit gleichzeitig am nächsten Tage einen Ausflug nach dem Niederwald, sowie nach Wiesbaden 2c. Während der Sonntag für das Verbandsfest bestimmt war, bei dem auch die Gesangsabteilung des hiesigen Vereins unter Leitung ihres Dirigenten Musiklehrer Gernhardt, der auch mit der Leitung des auS den Männcrchören der ca. 20 Vereine gebildeten Massenchors betraut worden war, teilnahm, fuhr die Reisegesellschaft am Montag vormittag über Mainz, Kastel mit dem Dampfer nach Rüdes- heim, wo nach einer kleineren Stärkung die Besichtigung des Niederwald denkmals vorgenommen wurde. Von Rüdes- heim ging die Fahrt weiter nach Wiesbaden, von wo nach in Augenscheinnahme der Sehenswürdigkeiten die Rückreise über Frankfurt erfolgte. •• Gauturnfest in Lich. In der gestern mitgeteilten Liste der ausgezeichneten Musterriegen ist die Riege des Turnvereins Treis a. d. Lumda als Turnerriege angeführt, während es sich um eine ZöglingSriege handelt. Sie müßte daher in dem Verzeichnis Zhglingsriegen erscheinen und zwar an 7. Stelle. ** Kolosseum. Resultat des 7. Tages der internationalen Dame n-R i n g f ä m p f e: Frl. Haag-Stuttgart besiegte Frl. Knorr-Rheinland in 15 Min. 15 Sek. durch Uebersteigen aus dem Stand. Frl. Muranky-Uugarn unterlag nach 16 Min. der gewandten Ostpreußin Frl. Koslowsky durch Doppelnelson. Frl. Nelson-London blieb Siegerin über Schönburg-Wien durch Hüstenschwung in 13 Min. ** Verhaftet. Von der Kriminalpolizei wurde heute vormittag der Kaufmannslehrling Emil Sulz aus Küssingen verhaftet. Sulz hat sich in der Schweiz eine Anzahl Unterschlagungen zu schulden kommen lassen uni) auch in Mannheim einen Diebstahl ausgeführt. Er hatte hier unter falschem Namen als Hausbursche Stellung genommen. ** Neue Mähmaschinen. Vor einigen Tagen wurden bei den Herren Karl Uhl dahier, H. Graulich in Elpenrod, Ph. Witzel in Nicdermörlen und Joh. PH. Neidel in Heuchelheim durch den Monteur der Firma PH. Mayfarth L Co., Frankfurt a. 2)1. neue Mähmaschinen vorgeführt, die ganz vorzügliche Arbeit leisteten. — Klein- Linden, 23. Juni. Der Gesangverein „Arion" feiert am 5. Juli ds. Js. sein 18jähriges Stiftungsfest. Die Musik wird von der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 ausgeführt. ?Storndorf, 22. Juni. Droben am Waldsaume hielt heute der Kriegerverein sein Preisschießen ab. Wenn auch die durch ein in der vorhergehenden Nacht niedergegangenes Gewitter hervorgerufene kühle Witterung den Besuch anfangs etwas beeinträchtigte, so füllten sich doch gegen Abend Festplatz und Schießstand. Hier fanden Krieger und Nichtkrieger reichlich Gelegenheit Hand und Auge wieder einmal zu erproben, während dort die Stadtkapelle Müller- Alsfeld der Jugend ihre Aufwartung machte. Erst tief in der Nacht verließ man die gastliche Stätte. § Vom oberen Vogelsberg, 23. Juni. Die seitherige trockene Witterung hat das Wachsen der Sommer- frucht außerordentlich gehemmt. Korn und Weizen stehen in der Blüte und zeigen Aehren von vielversprechender Länge. Gute Erträge liefern die Kleefelder und auch die Wiesen lassen bei einigermaßen günstiger Witterung auf eine gute Heuernte hoffen. Lauterbach, 23. Juni. Die Betriebs-Inspektion II Fulda wird vom 1. Juli, wie bereits mitgeteilt wurde, hierher verlegt. Sie erhält die Bezeichnung: „Großherzoglich hessische Eisenbahn-Betriebsinspektion Lauterbach (Hessen)*. Eine Aenderung ihres seitherigen Dienstbezirks tritt nicht ein. sd. D a r m st a d t, 23. Juni Der 16. Bundestag Deutscher Gastwirte, der soeben in Köln tagt, hat heule einmütig beschlossen, den 17. Bundestag im Juni 1909 tu Darmstadt abzuhatten. Damit wird die Feier des 25jährigen Bestehens des Rhein-Main-Gastwirtever- bandes verbunden werden. fc. Offenbach a. M., 23. Juni. Der hiesige Portefeuillesfabrikant Moritz Krumm erhielt zwei Briefe, in denen er aufgefordert wurde, den Betrag von 1000 Mk. an eine bestimmte Stelle zu legen, andernfalls würde er sein jüngstes Kind verlieren. Der Fabrikant legte ein mit Papierschnitzeln gefülltes Kuvert an den bezeichneten Ort, nachdem er vorher die Polizei informiert hatte. Beim Abholen des Kuverts wurden zwei junge Burschen im Alter von 15 Jahren von der auf der Lauer liegenden Polizei verhaftet. Die beiden Erpresser, die schließlich zugaben, die Briefe geschrieben zu haben, wurden ins Gerichtsgefängnis gebracht. 0 Marburg, 23. Juni. Heute fand die Bismarck- feier der Marburger Studentenschaft beim Bismarckturm statt. Der sich anschließende grandiose Fackelzug zählte 1600 Teilnehmer und 10 Musikkorps. Gießener Strafkammer. ) ( Gießen, 23. Juni. Beamlenbeleidigung. Gegen den Eisenbahnassistenten Th. E. K. in Fulda und dessen Bruder, den Schuhmacher I. G. K. zu B a d - N a u h e i m , war Anklage wegen Beleidigung der Richter des Amtsgerichts Bad- Nauheim erhoben. Als vor etwa fünf Jahren die Mutter der Angeklagten geftorben war, kam es zwischen ihnen und dem Vater zu Streitigkeiten, da der Alte seinem Beruf nicht mehr nachging,^was zur Folge hatte, daß der Vermögensverfall drohte. Die Söhne beabsichtigten, den Vater der Verwaltung des Vermögens zu entziehen und der ältere verfaßte eine Reihe von Eingaben, die auch der jüngere zumteil unterschrieb, und mit denen das Amtsgericht überflutet wurde. Ende 1904 wurde ein Antrag auf Einichreiren des Bormundschaftsgerichts gegen den Alten zurückgewiesen, aber auf ihre Beschwerde ordnete das Landgericht eine Sachuntersuchiung an und im Frühjahr 1905 wurde dem Vater das Recht entzogen, die noch minderjährigen Kinder tn öffentlichen Angelegenheiten zu vertreten und für diese ein Pfleger bestellt. Da durch die vielen Anträge und die Ablehnung des einen Richters nach dem andern das Auseinander- setzungs- und Pflegschaftsverfahren verzögert wurde, reichte der Aeltere eine Beschwerde ein, weil zur Sicherung des Vermögens der Kinder nichts geschähe; er wurde aber damit, trotz seiner Drohungen mit Beschwerden beim Ministerium und Unterbreitung der Sache einem Landtagsabgeordneten, sowohl beim Landgericht, als auch vom Oberlandesgericht abgewiesen. Die Akten waren infolge der Beschwerden vielfach längere Zeit von Bad-Nauheim abwesend und es verzögerte sich das Verfahren, so daß erst im Mai 1906 ein Auseinandersetzungstermin vor dem Amtsgericht stattfinden konnte. Da der Beschwerdeführer keine annehmbaren Vorschläge machte, und sich vor Schluß der Verhandlung entfernte, verlies der Termin ergebnislos. Hierauf erfolgte eine Beschwerde an den Landgerichtspräsidenten, die eine Reihe unwahrer Behauptungen enthielt. Die Aufregung des ältesten Sohnes stieg aufs höchste, als gegen ihn und feine Geschwister als Eigeit- tümer des von Vater bewohnten Anwesens das Zwangsvollstreckungsverfahren durch den Hypothekcngläubiger wegen rückständiger Zinsen eingeleitet wurde, und das von dem Angeklagten auf 90 000 Mark geschätzte Anwesen, das aber von dem Aints- gericht auf 66 000 Mark taxiert worden war, für 68 000 Mark losgeschlagen wurde. Beim Teilungsverfahren im Sommer 1907 reichten die Angeklagten einen Antrag auf Sicherstellung des mütterlichen Vermögens ein, in dem sie dem Zustand als ungesetzlich bezeichneten, worauf sie, da sie doch großjährig seien, auf den Klageweg verwiesen wurden. Im letzten Winter reichten sie einen Protest gegen das ihrem Vater im Verteilungsverfahren zugesprochene Nutzttiesungsrecht ein, in dem dem Gericht u. a. Rechtsbeugung und unlautere Manipulationen zur SchM>igung der Kinder vorgeworfen wurde. Das gleiche erfolgte in einer Eingabe an den Landgerichtspväsidenten, in der 'außer von Rechtsbeugung auch von Mitschuld an Vermögensverlusten, Parteilichkeit und Voreingenommenheit gesprochen wird. In einer von deut Bahnassistenten K. allein unterschriebenen Eingabe wird dem Amtsgericht Rechtsbeugung zur Verdeckung ersatzpflichtiger Amtshandlungen vorgeworfen. Auf Stellung des Strafantrags durch den Landgerichtspväsidenten erging Anklage wegen Beleidigung. Th. E. K., der älteste Sohn, bekannte sich als Verfasser der beleidigenden Eingabe; er bestritt aber die beleidigende Absicht uiü> erklärte die als Beleidigungen ausgefaßte Stellen als zu seinen Ungunsten anders ausgelegt. Er habe alle Achtung vor dem Gericht und traue ihm nichts ungesetzliches zu. Sein Bruder er Härte, er habe die Eingaben nur flüchtig gelesen vor der Unterschrift; an eine Beleidigung habe er niemals gedacht. Beide wollen die Eingaben und Beschwerden nur deshalb eingereicht haben, daß das Verfahren beschleunigt werden sollte. Tie Strafkammer hielt zwar in allen, unter Anklage gestellten Fällen Beleidigungen für vorliegend; sie billigte aber den Angeklagten den Schutz des § 193, nach welchem in Wahrnehmung berechtigter Interessen erfolgte Beleidigungen straffrei sind, zu. Nur in der letzten von Th. E. K. allein unterschriebenen Eingabe, die dem Gericht die vorsätzliche Rechtsbeugung Aunt Vorwurf macht, gehe aus der Forni hervor, daß eine Beleidigung beabsichtigt war. Dieser wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 10 0 Mark verurteilt und im übrigen, tote sein Bruder, sreigesprvchen. Gereckts-aaL. Karlsruhe, 23. Juni. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den Rezitator Karl W a ß in a n n wegen Beleidig g u n g des Fäul. Olio Molitor zu acht M o n a t e n Getan g n i s. Von der sofortigen, von dein Vertreter Fräulein Molitors, Rechtsanwalt Pannwch, beantragten Verhaftung wurde Abstand genommen, da e5 sich um ein Privattlageversahren handle. ©nefen, 23. Juni. Im Prozeß wegen des Eisenbahnunglückes in T r e m e s s e n wurden 2 Angeklagte zu 8 und 3 Monaten, einer zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt, die anbereit freigesprochen. Sport. Brunsbüttelkoog, 23. Juni. Der Kaiser begab sich um 10 Uhr an Bord des „Meteor". .Um 12.45 Uhr begann die S e gelwetlfahrt des Norddeutschen Regal ta- v er eins auf der Unterelbe. Mit dem ersten Stan gingen „Meteor", „Hamburg", vom „elcipner" und Torpedoboot begleitet. „Cobra" als Begleitschiff des Norddeutschen Negattavereins und zahlreiche andere Dampfer folgten der Wettfahrt. Die Jachten mußten auf der zweiten Hälfte die Bahn kreuzen. „Hamburg" ging um 4 Uhr 45 Min. durchs Ziel; „Meteor" später. Der Kaiser begab sich um 71/, Uhr auf die „Oeeana", wo er die Verteilung der Preise der Regatta vornahm. Bel dem Diner toastete Dr. Burchard auf den Kaiser; der K a i s e r erwiderte in längerer Rede. Vermischtes. * Primanerin und Braut zugleich. Aus Hessen wird der „Täglichen Rundschau" geschrieben: Bekanntlich hat man seit einigen Jahren in Baden, Hessen und anderen Teilen Deutschlands für die höheren Schulen die (im allgemeinen sich vorzüglich bewährende! D. Red. d. Gieß. Anz.) Kveduklion ein- geführt. Aengstliche Gemüter sagten schon damals: was soll aber werden, wenn sich eine Oberprimanerin verlobt? Diese Frage ist nun im Lande Hessen praktisch gelöst worden. Eine Ober- primanerin hat sich össentlicht verlobt. Als die „Herren" Oberprimaner der betreffenden Anstalt vor den Pfingstferien die Kunde nach S?aufe brachten, eine ihrer Kameradinnen habe sich verlobt, da hielt man daS in den beteiligten Eltern kreisen zunächst für eine Fabel. Als die Kunde sich belvahrheitete, glaubte man, die junge Dame werde die Schule verlassen, aber siehe da, sie nahm nach den Ferien ihren alten Platz in der Oberprima wieder ein, von den Herren und Damen der Klasse ob ihres Verlobungsringes angestaunt und bewundert. Es gibt, so munkelt man in amtlichen Kreisen, keine Bestimmung, wonach die Braut veranlaßt roecoen könnte, die Schule zu verlassen. Man könnte ja über diesen Fall allerdings tiesgründige Erörterungen anssillen. Aber lassen wir das! Stellen wir uns auf den Boden der in Hessen geschaffenen Wirklichkeit. Welch herrliche Aussichten eröffnen sich uils. Es ist doch sonnenklar, ivas den Damen der Oberprima erlaubt ist, den Herren dieser Klafse nicht versagt werden kann. Wer will einen Oberprimaner Isindern, sich mit einer Kameradin zu verloben, die neben ihm sitzt und die so gute Aufsätze schreibt. 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Juni 1908. 3876 Metzgermeister. 3852] Für die luste meines Grossvaters Müller'sche Badeanstalt. Masse r w ä r in e der Lahn 15 °R. I. V.: Dinge Idey. macht und des Volkswohlstandes. Er wies aus den Aus- '. — . - « . v . <___irx... I tiHeriefeuer vertrieben, nachdem sie den Kosaken beträchtliche Verluste beigeoracht falten. Das Bombardement liefe um1 3 Uhr nachmittags nach, nachdem etwa 70 Leute getötet oder verwundet waren. Alle hervorragenden Führer der Nationalpartei, darunter die Parlamentarier und die Geistlichen, wurden verhaftet. Nach dem Bombardement wurde die Stadt geplündert, wobei auch die europäischen Viertel in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die 'S t a d t 1 st j e tz t in den Händen des russischen Generals, der die Kosaken befehligt. Die Gesandtschaftsgebäude sind nicht in Gefahr. Das Volk ist namentlich Über die Beschießung der Moscheen sehr erregt, so. dafe die Lage kritisch ist. Hunges Pferdefleisch sowie schönes Fett empfiehlt US. Kessler, Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 25. Juni: Vorwiegend heiter. Trocken. Stärkere Erwarmung. Heiße Wittermiqsperiode in Sicht. ,u.u„ «... .... ....... ^Madrid, St. Juni. $>ier lotl cm, bet Seciilterung das Heidelbeeren pflückte, von einem In- ein Miliz-Bataillon gebildet werden, welches den konig- Danksagung. so reichlich bewiesene Teilnahme bei dem Ver- unvergesslichen Mannes, unseres Vaters und Märkte. fc. Frankfurt a.M., 3. Juni. Schweinemarkt. (Org.° Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkanse standen 1508 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 64-00 Pfg., Lebendgewicht 50,0 bis 00,0 Pfg.; 2. Qualität 63-00 Pfg., Lebendgewicht 49,5—00 Pfg., 3. Qual. 54—56 Pfg. Geschäft gut, Ueberstand mittelmäßig. Fluß- und Seefische, Mastgestügel, Delikatesten, anert. nur allerfeinst Qualität zu bill. Preisen, tägliche Sendungen. C. G. Kleiiihemi, Babuliosstr. 59. M Telefon 66. Prompter Verland n. auswärts. Goldfische und SchUdtrsten. 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OrtSgerichtS Gießen öffentlich meistbietend versteigert. Neue 1908er Saure Gurken ff. Matjes-Heringe neue Kartoffeln empfiehlt 13874 J. 31. Schulhof, Marktstratze 4. Telephon 119. Die Ursache ist noch unbekannt. Einige Personen sind verletzt. Der erste Teil des Zuges snhr nach kurzer Zeit weiter. Bei Brauns chweig wurde ein Wagen, auf dem sich der Kaufmann Boddies aus Königslutter und seine Frau befanden, von einem Automobil angefahren. Boddies wurde getötet, Sbligutionönerlofung Her ® emeinöe äiotf enöerg In der Gemeinderatssitzung wurden ausgelost: Lit. A. Nr. 21 mit 1000 Mk. Lit. C. Nr. 70 mit 200 Mk. Rückzahlung erfolgt am 1. Oktober d. Js. gegen Rück- gäbe der Schuldverschreibungen und Zinskoupons bei der Gcmeindekasse in Rockenberg und dem Bankhaus I. Grüne- wald in Gießen, und hört an diesem Tage die Verzinsung auf. Rockenberg, den 22. Juni 1908. 3856 Großherzogliche Bürgermeisterei Rockenberg. Wettner. eine Frau erlitt leichtere Berletzungen. In Ravensburg hat sich der Abitur i e n t Bottermand kurz vor seinem Examen erschossen. Der in München studierende Sohn des Eisen-Großkausmannes Leipziger in 93 e u 11) e 11 ift im 2) u e 11 gefallen. Nachdem erst vor einigen Tagen zwei vom Schießplatz Hagenau (Elsaß) verirrte Schrapnells in Schirrweiler große Schäden an Gebäuden verursacht haben, wurde am 22. ein acht' jähriges Mädchen, das Heidelbeeren pflückte, von einem Iw ....---- fante'riegeschoß durch einen Schuß durch beide Oberschenkel schwer lich en Palast zu beschuhen hat. < ™ verletzt. Es wurde kriechend im Walde aufgesunden. Petersburg, 24. .jum. Die R e 1 ch s d u m a setzte Nach einer Zeitungsmeldung aus Salzburg sind beider die Beratung über den Etat des Ministeriums sur Bolksaus- Jnspizierung des 59. österr. Infanterieregiments durch General Gärung fort. Purischkewitsch (extrem rechts) hielt eine mehr- EoUard auf dem Exerzierplatz zehn Mann infolge Hitze ytünbige Rede, in der er aussüyrte, eine nationale paumgefallen und 8 iü e i liegen geblieben. Der General laotische Volksschule sei der Grundstein der Staats- soll es abgelehnt haben, den Leuten eine Rast zu gewahren. -t be- Volkviouhlslaudes. Er wies aus den A«-- In M o b ane ^Departement Cavoi)cn) überfielen oicr Co - , Bismarcks hin vom deutschen Volksschulleh daten au dem Wege nach der Kaserne den ehemaligen Untei- Lp höheren rufsifc Offizier Bovel und töteten ihn. Tie Täler wurden verhaftet. , der den ^rnd„belegte. Auch sur die Meren ruswc Wie aus Irkutsk (Sibirien) gemeldet wird, wurde bei Lehranstalten könne Deutschland Rußland zum B o r Stretomsk in der Nacht die P 0 st von mehreren R ä u b e r n aus bilde dienen. Redner wies weiter auf die patriotische dem Hinterhalt b e f ch offen, wobei zwei Postillone verwundet Richtung der deutschen studentischen Korpora- wurden. Zwei Säcke mit etwa vier Pud Gold im Werte von 11 q e Tt hin. 67000 Rubeln wurden von den Tätern geraubt. Teheran, 24. Juni. Die etwa 200 Verteidiger desPar- Der Kanzlist Lipctzky in C z e r n 0 wi tz ist an den folgen der a m e n t s g e b ü u d e s und der dRoscheen wurden durch A r -, P f e r d e r 0 n 1 n f e k 10 n g e st 0 r b e n. Der Zustand des Labo- ■ • r «. k.« G^r™ ranten Markos hat sich verschlimmert. Die österr. Landesregierung ordnete die strengsten santtälspolizeünhen Nlaßnahinen an. Wer, und sei es auch der eingefleischteste Penöant, könnte etwas dagegen haben, wenn die Aufsätze eines solchen Päaves große Uebercinstimmung zeigten. Das käme doch nur von der innigen Scelengenieinschaft des Oberprimaner-Paares. • Der Brand von Zirl. Tie rauchende Trümmerstatte des Alpendorfes Zirl bietet einen erfchütternten Anblick. Das ganze Dorf liegt in Schutt und Afche. Von den 180 Wohnhäusern des Ortes stehen nur noch ganz vereinzelte Teile. Tie Bewohner konnten nichts als das nackte Leben retten. Die gefamte Heuernte und fast alles Großvieh ist verbrannt. Die Kaffe des Postamtes und große Geldfummen der Einwohner liegen unter den Trümmern begraben. Dos Elend ist u n b e f ch r e i b l i cb. Etwa zehn Perfonen werden n 0 ch vermißt. Viele Geschädigte sind nicht oder nur gering versichert. Der Stadthalter von Tirol ist am Brandplatze eingetroffen und läßt Lebensmittel verteilen. Hilfskvmitös brachieii weitere große Spenden an Kleibern und Lebensmittel und bares Geld auf. Trotzdem herrfcht unter den Obdachlofen Lebens- 11 i 11 c l m a n q e l. Es steht fest, daß die Urfache des .Brandes Kindern zuzufchreiben ist, die mit Pulver spielten, das sie vom Böllerfchießen bei der Fronleichnamsprozession mit nach Hause genommen hatten. . ' Lufts ch iss ährten. In Friedrichshafen ist am 23. nachni. Gras Zeppelin unerwartet mit feinem neuen Ballon aufgeftiegen. Er bewegte sich von dem schweizerischen Ufer „ach der württembergifchen Seite zu. Der Ballon funktionierte tadellos. Nach IV,stündiger Fahrt kehrte der Graf mit feinem Ballon wieder in die Halle zurück. Die Fahrt kann als ausgezeichnet gelungen bezeichnet werden. Ter Ballon beschrieb über Friedrichshafen einige Krelfe und fuhr dann bis in die Gegend von Langenargen über den Bodenfee, kehrte hierauf noch einmal hierher zurück und manövrierte bann längere Zeit roieber über dem See, indem er Schwenkungen aussührte, sich hob unb roieber senkte. Der iöaüon bewegte sich in einer Höhe von 100 bis 200 Metern. — Der Luftschiffer b e la Grange hat am 22. bs. neunmal ben grofeen Platz in Mailanb mit feiner lenkbaren Flugmafchine umkreist unb 15 Km. in 16V, Minuten zurückgelegr, oh,ne ben Boden zu berühren. Diefes Ereignis wurde von den zahlreichei, Zuschauern mit Begeisterung begrüßt. Der Vorstand ber tiuft- schiffer-Abteilung hat beschlossen, be la Grange eine golbene Medaille in überreichen. kleine Tageschrouik. Bon dem V-Zng Nr. 3 Köln — Berlin entgleisten am 23. d. M. 7 Wagen auf ber Strecke Wattenfchei d—B 0 ch u m. Mriginal-Drahtineldungen. Paris, 24. Juni. Aus Montmedy wird berichtet, daß dort ein deutscher Luftballon mit drei Offizieren, nachdem er längere Zeit über dem Truppenübungsplatz manövriert hatte, gelandet ist. Da dies bereits ber britte Luftballon mit deutschen Offizieren ist, welcher in den letzten Tagen in Frankreich landete, legt die Presse große Unzufriedenheit an Arbeitsvergebung. Die Erd- und Maurerarbeiten, Lungfteinlieseruna und Schlofferarbeiten für bie Emrriebigung des Grundstücks Frank- iUI,eI9JiÄ|»=nni. Juli d. Js.. vormittags 10 Ubr. °ffen,13ei*Senwnro2l\tetäbefÄ und Bedingungen li-a-n - ». 1908. r ( B-/.I Städtisches Hochbauamt. Gerbet._____ Philipp Biebricher sagen auf diesem Wege herzlichen Dank. Familie Biebricher Kopfläuse, E.Karn, Central-Drog-, Schulstr. 91. Noll, Drogerie, Bahnhofstc. I Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung einer Hausbeschlieffcrwohnung benu Gerichtsgebäudc dahier vorkommendeu Rohbau- arbeiten und Arbeiten des inneren Ausbaues werden hiermit unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Ium 1893 öffentlich ausgeschrieben. Zur Bergebung gelangen: . 1 Erd- und Maurerarbeiten. 2. Steinhauerarbetten a Längstem; b. Sandstein. 3. Zimmerarbeiten. 4 Dachdeckerarbeiten. 5. Weißbinderarbeiten. 6. Malerarbeiten. 7. Schreinerarbeiten. Pläne und Bedingungen können m unserem Amtslokal, Stephanstr. 18, eingesehen, Angebotsunterlagen dorther bezogen werden. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Mittwoch, den 8. Juli d. Js., vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermine, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Gießen, den 24. Juni 1908. BM/6 Großherzogliches Hochbauamt. «w* Erdbeeren T empfiehlt 13775 I. Hantel, 9teuen Bäue 7. Telefon 612. ktaalie teiltiail lir Me-iHek jeaturwisscnsckaftliche Abteilung. ^Freitag, den 26. Juni 1908, abends 6 Uhr tm Botanischen Institut (Branbplatz, Eingang vom Garten«. Tages-Ordnung: Vortrag des Herrn Privatdozenten fi>r. W. F. Bruck: „Die Aussichten des Pflanzenbaues in unseren Kolonien“ (Mit Demonstrationen im Botanischen Garten) V24/6 Gäste, auch Damen willkommen. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung emes> M et- tvobngcbäudes für 6 mittlere Beamte und zivcler Mretwobn- häuser für je 1 Unterbeantte beim Balinbose Dillenburg sollen getrennt nach folgenden Losen verdungen werden: Los 1: Erd-, Ataurer-, Asphalt-, Steinmetz- und Staker-Ar beiten einfchl. Materiallieferung. . . Los 2: Zimmerarbeiten einschl. Materiallieteruiig. . Los 3: Schmiede- und Eisen-Arbeiten einschl. Materialliewrung. Los 4: Dachdeckerarbeiten einschl. Atatenallieserung. Los 6: Tischler-^Schlosser-, Glaser- und Anstreicherarbeiten einschl. Ze^ämmigen^und^^ingebotsmuster liegen hier^ zur Einsicht aus und können für 1,05 Mk. (Postanweisung) für lebe- Los auvichl. der Zeichnungen bezogen werden. — Die Angebote, welche getremit für das SechsfamilienhauS und die beiben B^r)amilienhauser ab zugeben sind, werden am 16. Juli d. Js., 4 Uhr, bei unterzeichneter Geschäftsstelle geöffnet. — Zuschlagssnst 6 Wochen. Wetzlar, den 22. Juni 1908. . JJ /c Königliche Eisenbahn-Betnebs-Jnspektion. Bergebung von Bauardeiten. Die für die Erbauung eines zweitLasflgen Schulhauses in der Gemeinde Lollar erforderlichen Arbeiten und Liese- runaen, wie Erd- und Maurer-, Steinmetz- (Lungstemwerk- stücke), Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Schlaffer-, Glaser-, Schreiner-, Weißbinder-, Tapezierer- und Eisenbetonarbeiten sowie die Eisenlieferung sollen un Wege öffentlichen Angebotv vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten Zimmer Nr. 18 während den Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und portofrei biS spätestens Mittwoch, den 8. Juli lfd. Js., nachmittags 4 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Lollar einzureichen, woselbst die Eröffnung m Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Gießen, den 24. Juni 1908. BM/a Der Großh. Kreisbauinspektor deS Kreises Gießen. I. B.: Kalbfleisch.________________ Biele und große Eier und starke, kräftige Slückeu erzielt man mit SpraWs Geflügel- n. Ockenfntter. Billigst zu hallen bei: (3390 Georg Wallenfels Marktplatz 21 Tel. 46 gegenüber ber Engelapotheke. BieneEiäwmg neuer Ernte empfiehlt unter Garantie für Reinheit in Gläsern, 5 Pfund- und 9 Pfund-Dosen. Ludloff, Hofgut Merlau 3786s ________ bei Mücke O. H. Während unserem SommerRäumungsVerkauf Frankfurt^. Marktplatz 9—10 Marktplatz 9—10 Villa WEik, Treis a.d.£da Platz Platz Mk. 36.— Mk. OrigiMlWea 27.— 17.- N 42.— 12.— C”/6 W Fluß- und Seefische Liobigstrass® 13. Fernsprecher 218. J. B. 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Prompter Versand nach auswärts 36.— 27.— 17.— Anmeldungen zum Abonnement sind spätestens bis Samstag den 4. Juli schriftlich an Großherzogliche Bürgermeisterei zu richten. Die Abonnenten der letzten Spielzeit haben ein Anrecht auf Beibehaltung ihrer seitherigen Plätze, wenn sie dieses Recht spätestens bis 4. Juli schriftlich bei Großherzoglicher Bürgermeisterei geltend machen. Die Verteilung der Plätze erfolgt am 5. Juli in der Weise, daß die Wünsche der Abonnenten uni), der Zeichner des Theaterbaues in erster Linie berücksichtigt werden und im übrigen die Reihenfolge der Anmeldungen entscheidet. y22, Theaterbattvereirr Gießen, G, rn. fo H. Hack- und Häufelpflüge mit und ohne Federstellung Wendepflüge empfiehlt billigst Neustadt 56 Telefon 660 Hack- u. Häufelpflüge mit und ohne Federstellung Frische Fische ff. liorbfft Schellfische per Pfund 35 Psg. Sraifische per Pfund 20 Pfennig, ff. blütcahelle» Cabliüll ohne Kopf per Pfd. 28 Pfg. im Ausschnitt 32 Pfg. 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Es werden wieder je 21 Abonnementsvorstellungen am Dienstag (Beginn 8 Uhr) Mittwoch (Beginn 7 Uhr) und Freitag (Beginn 8 Uhr) stattfinden, und zwar werden nur Abonnements auf alle 21 Vorstellungen eines Wochentags (VollabonnementS) ausgegeben Jede Loge wird zunächst nur im ganzen vergeben. Gegenüber dem Vorjahr haben einzelne Preisverschiebungen, teils Erhöhungen, teils Herabsetzungen stattgefunden. Das Abonnementsgeld ist entweder vor der ersten Vorstellung voll oder zur Hälfte vor der ersten, zur anderen Hälfte vor der 11. Vorstellung zu entrichten. la. Taflet-Scbirme mit Futteral in 20 neuesten Farben. MM 8 | Bürgerliche KifflFlOI Wohnungs- Einrichtungen eventl. entgegenkommende Zahlungsweise. 8722 Möbelmagazin Äug. OssmaMM M __________ 89 Selters weg 89._______ Br-äislea» Sshmedi _____Inh. Heinr. tluthardt. 3033 geben wir sämtliche Hamen- und 8era-!mhw zu ganz teieuleni ermässiylen Preisen ah. Auf unsere morgen folgende Spezial-Offerte machen wir ganz besonders aufmerksam. 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