onnaise Nr. 44 158. Jahrgang Freitag, 21. Februar 1908 Erscheint tSglich mit vuSnahm» bei VmmtagL " * I ob es sich empfehlen würde, das S: trafmündigkeitsalter um zwei Jahrs zu erhöhen Wir sind aber auf einen sehr erheblichen Wi, lieber» Falle X 1908. i Homberg. Mts., >em Zuschlags Rotdftxmebrutf and Bering bet Br üblichen Unroerfitütfl • Buch- unfc Ctttnb rüder ei. ÖL Lao-«. Dießen. Die »fließen« LamlNenblStter" werden dem ,2bi8etgere otermol wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatt für den Kreis fliehen" zweimal wöchentlich. Der ^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Redaktion. Exvedition and Druckerei r Schul- strotze 7. Erveditton unt> Verlag , 6L Redaktion: 112. leL'SIbt.- ObyetoeriBteben. Deutscher Reichstag. 106. Sitzung, Donnerstag, 20. Februar. Ain Tische des Bundesrats: Kcaetkc, Dr. Nieberding, Hoffmann. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejjen a. r ' j ’ »'rtauft roerbcä; J § 81 der Strafprozeßordnung hätte doch die führung in eine öffentliche Anstalt in diesem als 70 bezw. 80 Kinder sitzen, so ist eine erziehliche Einwirkung der Schule nicht möglich. Dazu wären 40 000, ja vielleicht 100 000 Lehrer mehr erforderlich. Hoffentlich gelingt es der sozialen Gesetzgebung, auch in der Jndustricbevölkerung die Frau frei zu machen für die Erziehung ihrer Kinder. Aber die gefährlichste Periode ist die nach der Schulentlassung. (Sehr wahr') Hier ist die Tätigkeit der Fugendvereine, Volkshäuser usw. nötig. Die Altersgrenze für die Strafmündigkeit mutz auf 14 Jahre heranfgcsetzt werden. Auch im Nechtsleben mutz mehr für die Jugendlichen gesorgt werden. Darin sind Geistliche, Lehrer und alle Menschenfreunde einig. (Beifall.) Staatssekretär Tr. Nieberding: Die soziale Bedeutung des strafrechtlichen Verfahrens gegen Jugendliche ist von der Justizverwaltung nie verkannt worden. Wir haben die Frage stets mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Schon seir den neunziger Jahren ist Material in dieser Hinsicht gesammelt worden. Die Frage ist eingehend erörtert worden. w* EMS ÄW rW eÄ*** WA %»>• isedern- erfolgen miissen. So ober züchtet man — dieser Fall ist ein Schulbeispiel dafür — künstlich Klassengegensätze. Damit werden nur die Geschäfte des Herrn Arthur Stadthagen besorgt. Hier im Hause schadet er ja nicht viel, denn wir kennen alle den verehrten Herrn Arthur Stadthagen, aber draußen — und darauf ist das ja auch berechnet. ES war interessant, daS Verhalten seiner eigenen Parteigenossen während seiner Rede gestern zu beobachten: ein Augurenlächeln I Jedenfalls ist eS eine Geichmacklosigkeir, wenn ein Mann, der von seinen eigenen Kollegen nicht für würdig erachtet wird, dem Anwaltstand weiter anzugehören, von der Tribüne des Reichstags herab den ehrenwerten deutschen Nichterstand und die ganze deutsche Rechtspflege in den Schmutz zu ziehen (Lebh. Beifall). Der Redner kommt auf den Fall in A l l e n st e i n zu sprechen. Es sei unglaublich, datz jetzt auf einmal der Hauptmann v. Goeveii und die Frau v. Schoeneveck geisteslrank sein sollen. Sie wandelten noch vor der Tat auf den Höhen der Menschheit, und wenn jemand ihren Verstand angezweifelt hätte, dann würde man ihn für verrückt gehalten haben. 2Bir müssen uns hüten, datz das Rechts- bewutztsein im Volke noch weiter erschüttert toird. Schließlich kommen wir noch dazu, daß der normale Mensch für geistig schwach und der anormale für geistig stark gilt. Wir verlangen unbedingt strenge Bestrafung aller, die sich gegen die Gesetze vergehen, und besonders derer, die bisher auf den Höhen der Menschheit gewandelt haben. (Beifall rechts.) Mecklenburgischer Gesandter v. Lrnndenstein: Selbstverständlich hat der Fall Wrede die Gemüter sehr erregt. Aber von feiten der inecklenburgischen Justizverwaltung ist die Sache so behandelt worden, lvie sie behandelt werden mußte, sachgemäß und ruhig. Es kann nicht der leiseste Verdacht sich geltend machen, als ob die Untersuchung nachsichtiger gefüh^j wurde, weil es sich um eine hohe Dame handelte. Sofort, nachdem die Anzeige gemacht wurde, ging der Staatsanwalt vor und erließ einen Haftbefehl. Als bann behauptet wurde, die Fürstin sei geisteskrank, veranlaßte er sofort, den Berliner Medizinalrat Leppmann und den Vorsteher der Mecklenburgischen Landesirrenanstalt zu einer Untersuchung. Nach § 81 der Strafprozetzordnung wäre es nun gar nicht zulässig gewesen, die Fürstin Wrede in einer öffentlichen Anstalt unterzubringen. ES hätte dies nur geschehen können auf Antrag der Sachverständigen. Ein solcher Antrag war aber nicht gestellt. Staatssekretär Dr. Nieberding bestätigt das. Nach dem Wortlaut des Paragraphen war das mecklenburgische Landgerrcht im Recht. Ich gebe zu, die Fassung des Paragraphen ist nicht gerade schön. Im neuen Entwurf der Strafprozetzordnung erscheint er in demselben Sinne, aber klarer. Das Haus vertagt sich. Frertag 1 Uhr: Scheckgesetz und Fortsetzung. Schluß nach 6% Uhr. Das Tclefunkengesetz. Die Kommission bat den Entwurf dahin abgeändert, datz eine Regelung der Gebühren nicht vor dem 1. Juli 1913 erfolgen soll, da man erst Erfahrungen sammeln müsse. Der Entwurf wird in zweiter Lesung in der Kom- missionsfassung angenomme.n. Der Justizetat. (Dritter Tag.) Abg. Roth (wirtsch. Vergg.) stricht sich für eine gesetzliche Regelung des Tarifvertrags aus, ebenso für die Erhöhung der Gebühren von Sachverständigen und Zeugen. Erfordert weiter Tagegelder für Geschworene und Schöffen. Eine Vermehrung der Sondergerichte sei nicht wünschenswert. In der Deportationsfrage sei die wirtschaftliche Vereinigung nicht einig. Staatssekretär Dr. Nieberding gibt folgende Erklärung ab: Die neue Strafprozetzordnung i st im Reichsjustizamt fertigte ft eilt, die Arbeiten der Reichsjustizverwaltung find abgeschloffen. Der Entwurf liegt gegenwärtig der preußischen Negierung vor. Sobald sich ergibt, datz eine ernste Meinungsverschiedenheit zwischen der preußischen Regierung und dem Neichsjustizamt in dieser Frage nicht besteht, wird der Entwurf unverweilt an den Bundesrat gelangen, und wir geben uns der Hoffnung hin, datz die Beratungen im Bundesrat so vor sich gehen werden, datz im nächsten Winter der Gesetzentwurf an den Reichstag gelangen kann. Es handelt sich zunächst um eine umfangreiche Novelle zum Gerichisverfaffungsgesetz und dann um eine vollständige Neuordnung des Strafvrozesses selbst. Dann hat das Reichsjustizamt die im vorigen Jahre ausgesprochenen Erwartungen im vollen Umfange erfüllt, was uns recht schwer geworden ist. In bezug auf die Gewährung von Tagegeldern und Reisekosten an Geschworene und Schöffen werden die Herren schon aus den Erklärungen der Nessortchefs in einzelnen Landtagen erfahren haben, daß von feiten einzelner Bundesstaaten Anträge auf eine Regelung dieser Frage an den Bundesrat gelangt sind. Mit Rücksicht auf den Stand der Straf- prozetzreform und auf die bestimmte Erwartung, daß diese Reform im nächsten Winter an den Reichstag gelangen wird, haben die Verbündeten Negierungen in ihrer Mehrheit beschlossen, jetzt eine provisorische Regelung dieser Frage nicht eintreten zu lassen. Dahingegen wird die Strafprozetzordnung Bestimmungen aufnehmen, die den hier im Reichstag angenommenen Resolutionen Rechnung tragen wird. Dbg. Dove (freis. Vergg.): Die Mißstände in unserem rechtlichen Leben bedürfen dringend der Abstellung. Das Reichsgericht ist mit Arbeiten überhäuft. Eine Kommission befaßt sich bereits mit Beratungen, wie diesem Uebelstande abzuhelfen sei. Eine weitere Vermeh- ~i!iig der Senate erscheint unmöglich, denn je mehr oberste Richter wir anstellen, desto mehr müffen wir in der Qualität herabgehen, rine Reform des Rechtsmittels der Revision mutz daher in die Wege gefeitet werden. Die L a n g sam ' eit und Kost- idieligkeit des Zivilprozeßverfahren rbert dringende Ab- oilfe. Gegen die Schaffung neuer Sondergerichte bestehen viele Iiebenfen. Eine weitere Zersplitterung unserer Rechtsprechung I®t. Weshalb die Gewährung von Diäten an Schöffen und ^cfmtoorene abhängig machen von der Strafprozeßordnung? Die -/bortat ion a I § Strafmittel lehnt der ganz nber- -wgende Teil meiner Freunde ab. Empfehlenswert ist dagegen verstärkte Heranziehung der Strafgesan- ■enJ’n ’n Landeskulturarbeiten. Aus den alljährlichen Debatten beim Justizetat müssen wir ,. Schluß ziehen, daß wir da im einzelnen nicht korrigieren ' nnen. Die Justiz stellt sich doch lediglich dar als ein Stück un= ■*re§ gesamten öffentlichen Lebens, ein Teil unseres gesamten seriellen und moralischen Zustandes. (Sehr wahr!) Wir k wen über manches in der Justiz zu klagen, aber es ist doch nur cm Reflex der Erscheinungen in unserem öffent- richen Leben überhaupt. Wollen wir wirklich zu einer "norm kommen, dann mutz erst einmal ein anderer Wind '2 unserem Vaterland wehen, dann müffen wir über- M-dt erst einmal wieder fähig geworden sein, große Aufgaben '^ Angriff zu nehmen, müssen wir uns bewußt sein, daß wir so f o r t to ii r ft e I n können. Jedes Volk hat die Justiz, die ^verdient. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Bruhn (Rp.) Mdert eine Verbilligung der Rechtspflege, besonders der " nwaltgebühren. Abg. Seyda (Pole): Wort für Wort unterschreiben wir das, was der Abg. Stadt, Mjcn über die preußische Ministerialverfügung betreffend die Egitimationskarten für ausländische Arbeiter gesagt hat. Sie derstand bei den Justizverwaltungen der Einzelstaaten gestoßen. Nach unserem Material aus den Jahren 1894 bis 1898 sind 9000 Jugendliche zur Verurteilung gefommen, davon waren 223 wegen Diebstahl im Wiederholungsfälle bestraft, also ganz verdor. bene Menschen. Acht Personen waren an einem Morde beteiligt, 116 an einem Raub, 222 an vorsätzlicher Brandstiftung usw. Solche Personen sind überhaupt nicht mehr in Familien unter, zubringen. Wir müssen sie also in Sonderanstalten nehmen. Es ist hervorgehoben worden, daß die Kriminalität der Jugend, liehen im Laufe der Jahre gewachsen ist. Das ist unrichtig! (Hört! hört!) Das Verhältnis der Kriminalität bei Erwachsenen und bei jungen Leuten ist im Durchschnitt nicht zu unguirften der Jugendlichen gewachsen. (Hört! hört!) Ich habe eine Tabelle vor mir, die beweist, daß die Verbältniffe nicht so ungünstig liegen, wie angenommen wird. Trotzdem erkennen wir es als unsere Aufgabe an, sowohl im Strafverfahren wie im materiellen Recht, also im Strafvollzug auf Einrichtungen Bedacht zu nehmen, die zur Besserung der jugendlichen Verbrecher beiträgt. Unsere neue Strafprozeßordnung hat die Verhältnisse der Jugendlichen ganz besonders berücksichtigt. Sie sieht ein besonderes Verfahren für die Jugendlichen vor unter möglichster Berücksichtigung all der Wünsche, die in der letzten Zeit in der Beziehung laut geworden sind. Wir scheiden sie aus dem allgemeinen Strafverfahren aus und berücksichtigen die Eigenheiten des jugendlichen Lebens. Wir nenen's aber nicht Jugendgerichtshöfe; der Name tat ja nichts zur Sache. Diese Bestimmung aber aus der Strafprozeßordnung auszuscheiden und für die Ausarbeitung eines Sondergesetzes zurückzustellen, das sämtliche strafrechtlichen Verhältnisse der Jugend behandelt, würde der Sache nicht dienlich sein. Wenn der Reichstag Ernst machen will, wird er sehr wohl in der Lage fein, im nächsten Winter zu einer neuen Straf- Prozeßordnung zu kommen. Gelingt das nicht, so ist immer noch Zeit, diese Best'mmung für bi? Jugendlichen aus der Strafprozeß- Ordnung auszuscheiden und sie in em besonderes Gesetz zu bringen. Das würde ja dann der Reichstag zu entscheiden haben. Es wäre aber keine Erleichterung. Die Vorarbeiten für eine materielle Aenderung dcs Strafrechts werden noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Was inzwischen gebessert werden kann, wird geschehen. Die gegebenen Anregungen werden beachtet werden. Abg. Frhr. v. Maltzan (kons.) bespricht den Fall der Fürstin Wrede. Die ärztlichen Sachverständigen haben sie ja, wie vorauszusehen war — denn die so begüterte Fürstin hat allen möglichen Schund, wie Neusilber, Alfenide, dazu ungeivaschen in ihre Koffer gepackt — für geisteskrank erklärt. Bedauerlicherweise hat man sie aber nicht in einer öffentlichen Irrenanstalt, sondern in einem P r i v a t s a n a t o r i u m unter* suchen lassen auf Anordnung des Güstrower Landgerichts. Nach "Uö -29 ' ' 5 SchvelltnlW, ’ lgen lbenholsi.. eW. Reflektant« >nng bei dem Groschen. DieLv! nngen enthaltend^ len sind bis zur s * -'M .V h1“"8, Wn tW J 1 1908' k >|tb ist, ein flagranter Verfassungsbruch und Bruch der Handelsverträge. Sie führt eine Sklaverei der ausländischen Arbeiter ein. Wenn der Staatssekretär des Reichsjustizamts die Sache von sich auf das Neichsamt des Innern abfdjieben will, so müssen wir das zurückweifen. Wenn etwas, so gehört gerade das in den Bereich der Justiz, und der Staatssekretär ist verpflichtet, dem Reichskanzler in der Ueberwachung der Reichsgesetze zur Seite zu stehen. Seyda erklärt, daß auch seine Frattion den in Aussicht stehenden Neformgesetzen mit Ungeduld entgegensehe. Die Einführung der Prügel st rafe verwirft sie, die den Menschen zu einem Ob, jekt herabwürdigt. Die Kriminalität verbessere man durch gute Schulen; aber ist denn eine Erziehung möglich, wenn die Kinder nicht in ihrer Sprache unterrichtet wenden. Wir stimmen sämtlichen Resolutionen zu mit Ausnahme der einen, die den Namen Liebert trägt. Wir verwerfen die Deportation, aber schon der Name Liebert konnte uns dazu bringen, der Nkann, der sich nicht gescheut hat, den Grundsatz, Macht geht vor Recht, zu proklamieren. Timeo Danaos et dona ferentes! Das Vorhandensein einer gewissen Klassenjustiz hat jetzt auch ein unbefangener nationalliberaler Richter zugegeben. Wie sind aber erst die Zustände bei uns, wo der Richter die Sprache und Me Sitten der Bevölkerung nicht kennt! Der Abg. Böhmer hat . n preußischen Abgeordnetenhaus verlangt, daß die Amtsrichter den Dialekt der Gegend sprechen, aber in den polnischen Landesteilen müßten es deutsch-nationale Richter sein. Eine solche Aeußerung aus dem Munde eines Richters ist geradezu unerhört. Gibt es eine deutsche, eine französische, eine polnische Gerechtigkeit? Nein, es gibt nur e».ne Gerechtigkeit! (Beifall der Polen.) Staatssekretär Dr. Nieberding: Stände dem Vorredner für seine ehrverletzende Behauptung, daß die preußische Negierung Reichsgesetze verletze, irgend ein Be, schlutz des Reichstages in einem Spezialfalle zur Seite, dann würde ich sie verstehen. Wenn er aber trotz seiner anerkennens, werten Ruhe ohne jede Tatsachen einen solchen Vorwurf der preußischen Negierung ins Gesicht schleudert und dabei noch den Mut hat, an das Neichsjustizamt zu appellieren (Lachen der Polen), so weise ich das auf das Entschiedenste zurück. Statt all. gemeiner Redewendungen möge er Tatsachen Vorbringen, bann wird der Reichskanzler im Reichstage Rede stehen, soweit die verfassungsmäßigen Grenzen es zulassen . (Lachen der Polen.) Aber an einet Verhandlung über preußische Angelegenheiten wird sich der Reichskanzler nicht beteiligen. (Lachen der Polen.) Abg. Varenhorst (Rpt.): Auch wir lehnen es ab, hier preußische Angelegenheiten zu behandeln. Wie wertvoll das Laienelement in der Rechtsprechung ist, hat auch der schwierige Hauprozeß bewiesen, in dem Männer aus dem Volke das richtige fanden, trotz aller Beeinflussung, trotz der Hetze gegen Olga Molitor. Die Behandlung der Zeugen vor Gericht ist oft geradezu schändlich. Sie kommen manchmal mit mehr Angst vor den Richter, als der Angeklagte. Beim ersten Moltke-Harden-Prozeß sind schwere Fehler gemacht worden. Wie kann man so rücksichtslos das Privatleben eines Menschen bloßlegen? Die Herren, die daran schuld find, sollten das einmal am eigenen Leibe erdulden. Die Herren Bernstein und Hirschberg haben sich nickt mit Ruhm bedeckt. Der Redner spricht sich für einheitliche Regelung des Verfahrens gegen Jugendliche und für Erhöhung der Gebühren von Zeugen und Sachverständigen aus. An der Weltfremdheit der Richter ist das Anschwellen der Großstädte schuld. (Beifall.) Staatssekretär Dr. Nieberding: Die Auffassung der verbündeten Negierungen in Sachen des KostentarifS für Zeugen, und Sachverständige kenne ich noch nicht, kann aber erklären, daß das N e i ch s j u st i z- a m t das Bedürfnis einer Reform auf diesem Gebiete anerkennt und sich mit der preußischen Regierung in Verbindung gesetzt hat. Zu een letzten Bemerkungen des Vorredners will ich schon heute feststellen, damit mein Schweigen nicht als Bestätigung der beunruhigenden Gerüchte in der Presse gedeutet wird, daß nach .der Ansicht der preußischen Negierung durch die Zivilprozeßordnung keines der bestehenden Landgerichte gefährdet wird. Für Bayern hat der bayerische Justizminister in der Kammer bereits die gleiche Erklärung abngegeben. Ich glaube, das wird den Vorredner beruhigen. Abg. Bassermann (natl.): Die alljährlich wachsende Zahl der Resolutionen zum Gehalt des Staatssekretärs muß ihre Wirkung auf die Negierung abschwächen. Die Parteien sollten sich dahin einigen, diese Flut etwas einzu schränken. (Beifall.) Das höchste Gut einer Nation ist b i e I u g e n b. Auf ihr baut sich bie militärische Kraft und Tüchtigkeit eines Volkes auf. Wenn ein Volk im Wettkampf mit anderen Völkern siegen will, bann muß es dafür sorgen, baß die Jugenb körperlich, geistig und sittlich hochstehe. Wir haben ja alljährlich die erfreuliche Tatsache eines großen Geburtenüberschusses. Wir haben große humanitäre und soziale Einrichtungen zur Seuchenbekämpfung, wodurch der großen Kindersterblichkeit, besonders der Säuglingssterblichkeit, Einhalt getan wird. DaS sind Tendenzen, die für die Kinder in den ersten Lebensaltern eintreten. Unsere Resolution über Strafreckt, Strafverfahren und Strafvollzug für Jugendlich? be- schäsigt sich mit einem anderen Gebiete, mit dem der Kriminalität. In den letzten 25 Jahren ist bie Zahl ber "ugend- lichen Verbrechen von 30 000 auf 55 000 gestiegen. Das ist nahezu eine Verdoppelung. Dieses Anwachsen steht in gar keinem Verhältnis zu ber Bevölkerungszunahme. In dem Zeitraum von 1882 bis 1901, also in 20 Jahren, ist bie Kriminalität im allgemeinen um 15 Prozent gestiegen. Dagegen bei ben Jugendlichen allein um 24 Prozent unb nach der neuesten Statistik sogar um 26 Prozent. Tie Zahl ber Rückfälle beträgt 17 Prozent. Das ist eine für jeden Patrioten höchst bedauerliche Erscheinung. Die Gründe hierfür liegen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete, in der Ausdehnung ber Fabriktätigkeit, in der ganzen modernen Entwicklung, in der eine gewisse Auflösung der Familie statffindet. Wenn der Mann früh in bie Fabrik geht unb die Frau womöglich auch noch, bann wachsen naturgemäß die Kinder ohne Aufsicht und ohne Erziehung auf. Auf dem Gebiete der Sozialpolitik sind wir ja schon tätig gewesen, wir schränken die Frauenarbeit ein, wir haben auf dem Gebiete der Kinderarbeit Erhebliches getan. Mittel zur Besserung sind ja schon angewandt worden, aber man kommt nur äußerst langsam damit vorwärts. Ferner kommt in Betracht, daß in Deutschland jährlich 180 000 uneheliche Kinder geboren werden, von denen die meisten ohne richtige Pflege und Erziehung aufwachsen. Ein erheblicher Teil der Mütter derselben sind Prostituierte, bei denen natur» gemäß von einer Erziehung überhaupt nicht mehr die Rede ist. Eine staatliche Einrichtung ist infolgedessen schwer. Wenn 22 Prozent der Schulkinder in überfüllten Klassen von mehr »£lm' N=l eckus. | ich soll nachverzeihW irkausl weiden: -15m 2.=31,24™ -14 , ,=28,69 ,■ -12, , =12,0? ,1 •17, ,= 3,62,V ,20 , ,= 27,83 W ■17, ,=30,16 ■17 , , = 4,15, 1 -15, ,= 3,44, | -16, , =17,20,1 und Klassen gellen W sehen bisTieM gs 2 Uhr, aus:: | Bedingungen tiy 9 i3 statlsindet, em? D durch den Forste 11H :ei Wach. Vie große Landwirtschaflrwoche. Tagung bet Deutschen Landwirtschastsgesellschast — Die Vereinigung Deutscher Schweinezüchter — Ter Verein der Stärke-Interessenten Deutschlands — Der Verein zur Förderung der Moorknltur im Deutschen Reiche.) S. u. H. Berlin, 19. Febr. An die Heerschau des Bundes der Landwirte schließen sich alljährlich die Ausschuß-, Abteilungs- und Hauptversammlungen der verschiedenen großen landwirtschaftlichen Vereine Deutschlands, an deren Spitze die Deutjchc LandWirtschafts-Gesellschast unter dem Vorsitz des Herzogs Albrecht von Württemberg steht. Vertritt der Bund der Landwirte in erster Linie die politisck>en Interessen der deutschen Landwirtschaft, so hat sich die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ausschließlich auf die wirtschaftliche Interessenvertretung gelegt. Ihre Mitglicderzahl ist int letzten Jahre auf über 16 000 gestiegen und sie repräsentiert somit die größte landwirtschaftliche Interessen-Vertretung Europas überhaupt. — Nachdem bereits in beit Vortagen die Abteilungen für Saatzucht, Klima- und Wetterkunde, Pferde- und .Rinderzucht, Milchwirtschaft, Fütterungswesen, Geflügelzucht, Flachsbau u. a. m. getagt hatten, begannen mit dem heutigen Tage die Hauptversammlungen einer Reihe allgemein interessierender Körperschaften. So trat heute früh im Architektenhause die Mitglieder-Versammlung der Vereinigung dcutscherSchweine züchtet in Anwesenheit Ides Staatsministers Exz. v. Podöielski, der lebhaft begrüßt wurde, zusammen. Der Mitgliederstand beträgt zurzeit 1110. Sehr gut bewährt hat sich in dem fünfvierteljährigen Bestehen die Schwcinemeisler- fchnle. Alle Besitzer, deren Schweinemeister die Schule besucht, haben ihre allgemeine Zufriedenheit ausgesprochen. — Es folgte ein Referat des Schlachthof-Direktors Dr. Neumann (Hamburg) scher Fragen der Fleischvcrsorgung Deicksthlands unter besonderer Berüasichtigung der Schweinepro- tyuftivn. Er teilte einleitend die Zahl der Schlachtungen im Jahre 1904 mit. Es wurden geschlachtet: gewerbsmäßig, Rindvieh 3,3 Mill., Kälber 4,3, Schafe 2,3, Schweine 15,1 Millionen E-türf. — In Haushaltungen: Rindvieh 89 000, Kälber 82 000, Strafe 628 000, Schweine 5 900000 Stück. Der Referent kam zu dem Schluß, daß der pro Kopf der Bevölkerung berechnete F lei sch ko itsumzu niedrig angenominen und sich in Wirklichkeit viel höher stelle. Sodann fam er zu den Klagen dere Schlächtermeister, daß das auf den Markt gebrachte Vieh nicht fest genug sei. Es würde heute zitviclFetterzielt und Fett habe heute keinen großen Markt- wert. Das mag zum Teil an der großen Einfuhr amerikanischen Fettes liegen. Amerika führe alljährlich über eine Million Doppelzentner Schmalz ein. Der Referent erörterte dann eingehend die Fütterungsfrage und die gemachten Versuche. _ zeigte minderwertige russische Gerste, die in großer Menge zu uns kommt, und die sich gor nicht zur Fütterung eignet. Sehr wichtig sei, daß die Tiere auch genügend Bewegung während der Mast haben. Gut und sachgemäß gefütterte Schweine haben natürlich große Nachfrage und erzielen bessere Preise. Nun solle man aber nicht denken, daß bisher nur minderwertiges Vieh auf den Markt käme. Es käme auch jetzt schon gutes Vieh zum Verkauf. Den Beweis hierfür gebe unsere blühende Fleischwarcn- Jndustric. Im Jahre 1904 betrug die Ausfuhr von Schweineschinken 13 900 Toppelzentiter und von Wurstwaren 6000 Doppelzentner. — Ter Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen, eine Besprechung fand nicht statt. Der Verein zur Förderung der Moorkultur im deutschen Reiche beging sein 25 jähriges Jubiläum und leitete deshalb seine gestrige 26. Mitgliederoersammlung mit einer Festsitzung ein. Nachdem die verschiedenen Vertreter der Regierung und Korporationen ihre Glückwünsche dargebracht, hielt der Geh. Oberregierungsrat Tr. Fleischer den Festvortrag: 25 Jahre Ver- einstätigkeit auf dem Gebiete des Mworwesens. Ter Redner gab eine Schilderung der bisherigen Erfahrungen in der 25- jährigen Tätigkeit. Früher habe man an die Moordammkultur große Hoffnungen gesetzt, heute stehe man auf dem Standpunkt, daß die Hauptaufgabe sei, die Moore für Wiesen zu kultivieren. Zwar werte auch heute noch Ackerland kultiviert, die vornehmste Aufgabe bleibe aver die Gewinnung von Wiesen und Weideland. — Tie weiteren Vorträge betrafen: Ackerkultur und Moorboden, die neueren Erfolge der Hochmoore, Wiesen- und Weidenkultur uitd ihr Einfluß auf die Hochmoorbesiedelung, süddeutsche und norddeutsche Moorkultur', Fvrstkultur und Jagd auf dem Moor, Gärtnerei auf dem Moor. — In der heutigen Sitzung sprach zunächst Dr. Bersch (Wien) über: Eignung desTorfeszuFeuerungsz wecken. — Der zweite Vortrag von Tr. Wolff (Magdeburg-Buckau) betraf den augenblicklichen Stand der industriellen Verwertung des Torfes als Brennmaterial. Ter Vortragende führte aus: Wir haben in Deutschland ca. 29 000 Quadratkilometer Moor, eine Fläche von 170 Kilometer Länge und Breite. Tas sind 5 Prozent unseres gesamten Ackerlandes, oder ungefähr soviel, als wir in Deutschland Karto ffelacker haben. Dieses Kartoffelland bringt jährlich ca. 900 Millionen Zentner Ertrag, den Zentner nur zu 1 Mk. gerechnet, ergibt dies einen Betrag von nahezu einer Milliarde Mark. Wenn nun auch nicht alles Kartoffelland werde, was aus der Kültur der Moore gewonnen werde, so könne doch die Berechnung als eine Unterlage für deit Wert der Moore dienen. Der Redner ging dann auf die Verwertung des Moores über und erörterte die Herstellung von Torfbriketts, die Torftrocknung, die Torfverkohlung und Torfvergasung. — Um 3 Uhr waren die Vcrhandlungsgegenstände erschöpft und Frhr. v. Wangenheim schloß die Tagung mit dem Wunsche, daß die nächsten 25 Jahre dem Vereine vollen Erfolg und die Erfüllung des bisher Erstrebten bringen mögen. 25jährige Jubelfeier des Vereins der Stärke- Interessenten Deutschlands. Ter Veretn der Stärkeinteressenten in Deutschland feierte heute durch eine Festversammlung im grogm Hörsaale des Instituts für Gärungsgcwerbe die Feier seines 25 jährigen Ju- bckäums. — Exz. v. Graß sprach namens des Vereins der Spiritusfabrikanten. Er erinnerte daran, daß das Verhältnis zwischen dem Verein der Spiritusfabrikanten und dem Verein der Stärkeinteressenten eigentlich ein geschwisterliches sei. Prof. Zuntz, Rektor der landwirtschaftlichen Hochschule, stellte der weiteren Entwicklung der Stärkeindusttie eine äußerst g ü n st i g e Prognose, denn die Aenderung der Anschauungen der Physiologen über die für die Ernährung notwendigen Eiweißkörper habe Umwälzungen in der Bedeutung der Kartoffel als Nahrungsmittel zur Folge gehabt. Namens des deutschen Landwirtschastsrates brachte v. Gade die Glückwünsche für das weitere Gedeihen des Vereins für Stärwinteressenten zum Ausdruck. In kernigenWorten wies Redner darauf hin, wie notwendig das Zusammenarbeiten von Landwirtschaft und Industrie sei. — Hierauf hielt Prof. Dr. E. Parow seinen Festvortrag. Er gab einen Rückblick auf die Wegstrecke, die der Verein in den 25 Jahren seines Bestehens zurückgelegt habe. Vor 25 Jahren unter dem Vorsitz eines Landwirts wie Schulzendorf unb eines wissenschaftlichen Forschers wie Delbrück begründet, habe der Verein in dem Vierteljahrhundert seines Bestehens eine' glänzende Karriere gemacht. Während früher über dick Stärke- subrttätion allgemein Unklarheit herrschte, und Geheimnistuerei lgetricben wurde, habe der Verein durch seine jährlichen Hauptversammlungen dafür gesorgt, daß die Erfahrungen unter den einzelnen Betrieben zum Austausch gelangen. Besondere Verdienste um die wissenschaftliche Ausforschung der Stärke-Industrie habe sich der leider all zu früh verstorbene Prof. Oskar Saare erworben. Tie beiden Namen Delbrück und Saare werden immer nvit der Geschichte der Stärkeindustrie verknüpft sein. Der Vortragende wies ferner auf die Worte des deutschen Kaisers hin: „Seht mal, was doch alles in der Kartoffel steckt" und erinnert an die großartige Entwicklung der Industrie der Kartoffeltrocknung, an der die Stärke in tevessenten besonderen Anteil genommen hätten. Ferner wies der Vorttagende auf die Bedeutung des Stärkesirups hin, dessen allgemeine Verbreitung in der Er- nähruttgsmittcl-Jndustrie gesichert werden müßte. Durch genaue Untersuchung wurde festgestellt, daß sowohl in den englischen Marmeladen als auch in den feinen holländischen Likören Stärkesirup enthalten sei, daß Stärkesirup zu deren Fabrikation verwendet würde unb daß diese feinen Genußmittel gerade dem Stärkesirup ihren Wohlgeschmack verdanken. Tie Qualität der Stärkefabrikate hat sich im Laufe der letzten 25 Jahre kolossal gehoben. Tic deutschen Fabrikanten nehmen heute auf dem Weltmärkte die erste Stelle ein. — Ter Kämpf um die Anerkennmtg des Stärkesirups in der Ernährungsmittel- Jndustric sei noch nicht beendet aber es liegen bereits Anzeichen vor, daß der Kämpf glücklich zu Gunsten des Stärkesirup zu Ende geführt werde, -r- Als letzter Redner sprach Tr. W. Bohrend über die wirtschaftliche Entwicklung der ^Stärke-Industrie in den 25 Jahren, — Nachmittags fand im Hotel Adlon ein Festessen statt. — Das beleidigte „K a i s e r - C a f ö". In Sachen der „Kaiserkeller-A.-G." gegen den Schriftsteller Robert Saudek aH Verfasser des Romans „Dämon Berlin" und beit Verleger dieses Werkes, Hermann E h b o ck, fand gestern Termin vor dem Landgericht III statt. Es handelt sich darum, daß in dem genannten Roman das „Kaiser-Caiö" namentlich genannt und mit wenigen Worten dasselbe in einer Weise geschildert wurde, durch die sich die Besitzerin beleidigt und materiell geschädigt fühlte. Tie Zivik- kammer stellte sich auf den Standpunkt, daß em Wahrheitsbeweis in dem Umfange der in dem Roman ausgestellten Behauptung nicht zu erbringen sei und die Beweisaufnahme daher zu feinem Ergebnis führen würde. Ter Beklagte Saudek erklärte, daß er als Schriftsteller kein künstlerisches Interesse daran habe, in seinem Buche ausdrücklich auf Nennung des „Kaiser-Cafes" zu bestehen, Es wurde daher ein binnen 14 Tagen widerruflicher Vergleich geschlossen, auf Grund dessen das Wort „Kaiser-Cafe" durch die Worte „ein Cast" ersetzt werden soll. Auf weitere Ansprüche verzichtete die Klägerin; der Beklagte übernahm die Kosten des Verfahrens. — WiebautderLand wirtpraktisch und billig? Handbuch für Ausführung und Unterhaltung landwirtschaftlicher Bauwerke aller Att von Rudolf Preuß, Maurer- und Zimmer- mcister. Landwirtschaftliche Baustelle, gerichtlich vereidigter Sachverständiger für Bau- und Ziegeleiwesen, Breslau, 4 Bände. Ueber 1000 Abbildungen. Verlag der „Deutschen Tageszeitung", Druckerei und Verlag Akticnges., Berlin SW., 1907. Da die Verzinsung des Gebäudekapitals im landwirtsch. Betriebe aus dem Reinertrag bestritten werden muß, wird der letztere durch jeden unnötigen Neubau oder durch zu teures Bauwerk stark beeinträchtigt. Billiges und praktisches Bauen und eine zweckinäßige Unterhaltung aller baulichen Anlagen, die einen wesentlichen Teil des gesamten Gutswertcs ausmachen, sind daher für den Landwirt gleichbedeutend mit einer Erhöhung des Reinertrages. Ein Ratgeber in allen das landw. Bauwesen betreffenden Fragen ist aus diesem Grunde für jeden Landwirt unentbehrlich. Einen solchen bietet Preuß in der zweiten Auflage des Buches: Wie baut der Landwirt praktisch und billig? aus jahrzehntelmiger praktischer Erfahrung heraus. Ter Verfasser kennt aus seiner Tätigkeit als Baumeister und Sachverständiger in landwirtsch.-bantechnischen Angelegenheiten die Anforderungen der Praxis bei allen in Frage kommenden Bauwerken bis ins kleinste und weiß stets das Zweckmäßige mit beut Einfachen, das dabei doch nicht zur kahlen Schmucklosigkeit wird, zu verbinden. Wer gezwungen ist, einen Neubau zu errichten, sei es ein Wohn- oder Arbeiterhaus, ein Stall ober eine Scheuer, eine Brennerei oder Ziegelei, der findet über jedes einzelne dieser Gebäude eine große Anzahl praktisch fe» währter Musterentwürfe und Voranschläge nach modernen Grundsätzen. Die detaillierten Voranschläge können unter Einsetzung örtlicher Preise ohne weitläufige Umrechnungen Won dem Landwirt als Anhalt für die entstehenden Baukosten benutzt werden. Auch der Bau von Tüngerstätten, Eishäusern, Eismieten, Brücken unb Schuppen findet unter Anwendung erklärender Bauzeichnungen eingehende Berücksichtigung bei möglichst geringem Kostenauf-- tränte. Besonderen Wert hat der Verfasser auf die Instandhaltung und den Umbau der landw. Gebäude gelegt. Wie wichtig ist es, die bewährten Maßnahmen für die Instandhaltung der Fundamente und Fußböden, der Decken und Tachkonstruktionen, ter Brunnen und Wasserleitungen, der Düngerstätten und Jauche- gruben, sowie der Wege und Brücken kennen zu lernen, um durch ihre Anwendung "teuren Reparaturen oder dem vorzeitigen Verfall jener baulichen Anlagen mit geringen Kosten Vorbeugen zu können. Ter reiche Inhalt des Buches, der in der 2. Auflage, mit 1000 Abbildungen geschmückt, nach den neuesten Erfahrungen von tem Verfasser umgearbeitet wurde, gliedert sich in 4 Teile, deren jeder als ein in sich abgeschlossenes Ganzes angeseheit werten kann und für sich abgegeben wird. Erster Band: 1. Teil: Ter Bau üüer Stallungen. 2. Teil: Der Bau von Düngerstätten. Zweiter Band: 1. Teil: Der Scheunenq und Speicherbau. 2. Teil: Ziegelei als landwirtschaftliches Neben- getoerbe. 3. Teil: Der Bau von Eishäusern und Eismietenr Dritter Band: 1. Teil: Ter Bau von Beamten- und Herrschastshäusern. 2. Teil: Der Bau von Arbeiter Häusern. Vierter Band: 1. Teil: Unterhaltung landwirtschaftlicher Gebäude. 2. Teil: Ter Wege- und Brückenbau. 3. Teil: Brennerei-, Brauerei-, Molkerei-Anlagen, Geräte- und Wagenschuppen. Z 'S'? V "7 2.^) V s-s nn — . t-. — 4— = F « <- 5 E =2 S ' 14 c 7 ..... SMCQrjiirocp.iS S ■eg <9g = -f ei<1 HZ.7. ar = «.Sil o-s - ■£■ S5« _ = ~ c, ■e--= e -2^ tzMtz o -2 c -o C-i 8 (1)5 .. »-> m ■— ®ll ■—'S M Si "5 = = oo - CD . O O O OJ "2 ä o (C< c = e> c & = .2 - - CD — yg — (Ü . . .. 2 o D LZ Q «sc Wetter o Sonnenfchei Bew. 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