Nr. 249 Zweites Blatt Donnerstag 22. Oktober 1908 158. Jahrgang Erlchem, täglich mit Ausnahme VeS Sonntag». Dre ..Stetzenei $amiltenblätler" werden dem e'21.njciflcr* viermal rpöcbenllidj beigelegl, öaS „Kreisblati Mr den Kreis Sietzen" zweunal wöchentlich. Die ..kandwirtschaftlichen Seit» fragen“ erichemen monatlich zweimal. Geneml-AnZeiger für GberheMn RokattonSdruck und Verlag der CrübHdjai UnwerlilälS - Buch- und Skeinöruckeret. R. Lang«. Gießen. ERebaftton, ExpedMon und Druckerei: Schulstraße ?. Exvedinon und Verlag. 5L Redaktion: ^^112. rel.-AbruAnzeigerGießen, Menschen, die mit ftarren Augen uno stumpfen Blick wie gelähmt ihr Unglück betrachteten. Männer hatten sich selbst an Den Bäumen festzebunden unb waren so angebunden ertrunl'en. Krauen hingen an ihren föaaren in den Acsten anberer Bäume. Auf den Dächern der Däuser, die noch stehen geblieben Warenlagen Dausen von Leichen, die dort hingespült worden waren; jkinderlorver wurden an mein Pserd der angeschwemmt. Auf- geschichtet in dem Wasser lagen Tausende von Leichen, die die Flut nicht hatte mit sortveißen kennen. Die indischen Truppen waren mit Rettungs- und Bergungsarbeiten beschäftigt, aber ganze Deere wären notwendig gelvcsen, um die Trümmer wegzubringen und die Körper darunter hervorzuziehen. Und das Seltsamste in all diesem Elend war, baß, mitten zwischen diesen Massen von Schlamm, Steinen und Ziegeln es doch schon wieder Leute gab, die sich ausrichteten und neuen Mut faßten, daß ein Funken frischen Lebens in die Nacht der grenzenlosen Verzweiflung fiel. Entsetz- lidje Szenen spielten sich ab. Eine alte siebzigjährige Frau aus Der Brahminenlaste saß lebend bei den neun Leichen, die ihre nächsten Verwandten, ihre ganze Familie gewesen waren. Ein alter Mann hatte seinen Verstand verloren; er tanzte auf den Trümmern und fang seine klagenden heimischen Lieder. Eine junge Frau, die ebenfalls bei Dem Verlust all ihrer Lieben vom Wahnsinn ergriffen worden war, schrie in ihren Wahnvorstellungen, daß sie in den Dimmel getragen worden seien, und flehte die Wolken an, sie wieder herabzuschicken. Die heldenhaftesten Beispiele selbstloser Aufopferung chaben die toeiolichen Äerztc und Pflegerinnen des Viktoria Zeruma-Hospitals gegeben. Ohne alle männliche Dilfe trugen sie ihre Kranken auf das hohe Dach des Gebäudes und arbeiteten bann unausgesetzt, die Halo ertrunkenen Menschen zu retten, die durch die Flut in ihre Nähe gespült wurden. 24 Stunden lang taten sie io schweigend ihr Rettungs- werk, durch das sie nicht nur ihre Kranken, sondern auch viele andere dem Tode entrissen." — Ein paar hübsche Wagner-Anekdot en erzählen die Annales aus Anlaß der Einstudierung der „Götterdämmerung" an der Variier Großen Oper. Der Dichter Baudelaire, einer der ersten Vorkämpfer des Wagnerschen Musrkdramas in Frankreich, hatte den sehnlichen Wunsch, den verehrten Meister lernten zu lernen. Er besuchte ihn in seiner Pariser Wohnung Rue Newton, und Wagner setzte sich auch bald ans Klavier, nm feinent enthusiastischen Bewunderer eine neue llornposition vorzuspielen. Er trug einen dicken blauen Schlafrock. Nach dem ersten Stück! steht Wagner auf, geht in das Nebenzimmer und kehrt in einem gelben Schlafrock zurück. Nun spielt er wohl noch eine gute Stunde weiter; dann verschwindet er plötzlich und erscheint nun Die neuen preußischen Mcmzvorlagen. Finanzminister v. Nheinbaben hat dem preußischen Wgeord- Nrtenhause am Dienstag bekanntlich eine Reihe wichtiger Fiitanz- vorlagen unterbreitet. Der Minister hob hierbei hervor, baß, wenn man die 1906 und 1907 vorgenommenen Beamtenaufbesserungen mit berücksichtige, jetzt alle Unterbeamten eine Aufbesserung erfahren Hütten. Sie seien alle nun mindestens 200 Mark auf* gebessert. DaS bisherige Mindestgehalt von 800 Mark sei auS dem Etat vollständig toiidjiDunoen, es betrage jetzt durchweg 1000 Mark. Im einzelnen teilt der Minister mit, daß die Gendarmen, Schutzleute und Förster statt ihrer bisherigen Gehaltssätze von 1200 bis 1600 Marl künftig 1400 bis 2100 Mark erhalten. Die Gerichtsschre-.ber wurden den stkegierungsfelretärcn im Höchstgehalt gleichgestellt, wenn auch ihr Ansangsgehalt etwas niedriger bleibt. Die Oberlehrer werden den Richtern im Höchst- gcbalt gleichgestellt, d. h. ihr Höchstgehalt wird von 6000 auf 7200 Marl erhöht. Das hatte u. a. auch die Folge, daß die Regierung zu bem Entschluß kam, alle höheren Lokalbea.nten mit voller akademischer Bildung und der gleichen Vorbereitungszeit im Gehalt gleich^ u stellen. Was die Reform tre5 LehrerbefoldnngswefenS anlangt, so hat die Regierung zwar ein gleiches Grundgehalt für alle Orte eingeführt, das für die Lehrer fortan 1350 Mark betragen und mittels Alterszulagen von durchweg je 200 Mark bis auf 31o0 Mark — bisher 1800 Mar!! — steigen soll, während daS Gehalt der Lehrerinnen statt bisher 700 bis 1420 Mark in Zukunft 1050 bts 2400 Mark betragen soll. (Beifall.) Um aber der Verschiedenheit der lokalen Verhältnisse Rechnung zu tragen, sieht die Vorlage pensionsjähige Ortszulagen von 200, 400 und 750 Mark, je nach der Größe und den besonderen Lebensverhält- nijsen der bett. Orte, vor. (Widerspruch rechts.) Was die Besoldungsreform für die evangelischen Geistlichen anlangt, so schlagt die Regierung vor, die Gehälter der Geistlichen von jetzt 1800 bis 4800 Mark auf 2400 bis 6000 Mark zu erhöhen. (Bravo! rechts.) Das Gehalt der katholischen Geistlichen soll von jetzt 1800 bis 3200 Marl auf 1800 bis 2400 Mark erhöht rverben. Die BcumtenhesolbungSreionn belastet den Etat mit 111 Millionen, die Besoldungsresorm der Lehrer mit 30 Millionen, die der Geistlichen beider Konfessionen mit 12'/, Millionen Mark. Macht eine Jahresbelastung von 153Vs Millionen. Dazu treten die Mehrausgaben aus der BefoldungSreforrn von 1906 und 1907 mit 33 Millionen unb bie Kosten des Schulunterhaltungsgesetzes: insgesamt haben wir mit einer dauernden Mehrausgabe von 200 Millionen Mark jährlich zu rechnen. Die Bewilligung der Einkommensteuer- und der GefellsäMstsstcuervorlage ist die Bedingung für die Reformen der Besoldung. Das Defizit für 1908 wird den veranschlagten Betrag von 126 Millionen erheblich überschreiten. (Hört, hört!) Bon den 126 Millionen gedenkt die Regierung nur 55 Millionen durch Einnahmeerhöhungen zu decken, 71 Millionen bleiben ungedeckt unb sollen burch äußerste Sparsamkeit allmählich ausgemerzt werben. Das Grundprinzip unseres Einkommensteuergesetzes, die Nicht- Überschreitung des Prozentsatzes von 5 Proz. des Einkommens, wollen wir festhalten. Wir wollen eine Steuererhöhung erst vornehmen bei den Zensiten von 7000 Mark Einkommen an. Die Zensiten mit 700 Mark sollen in Zukunft 5 Proz. ihres Einkommens zahlen; der Prozentsatz soll bann allmählich steigen, so baß bie Zensiten mit 30 000 Mk. Einkommen euren ©teuer* zuschlag von 25 Proz. ihres bisherigen Steuersatzes zu zahlen hatten. Zugleich wollen wir ein für allemal eine Ermäßigung der Steuer für !inbencid)c Familien mit einem Einkommen bis 3000 Mark einsühren. (Bravo!) Es sollen ermäßigt werden FamUienväter mit 2 Kindern um eine, mit 3—4 Kindern um zwei und mit fünf und mehr Kindern um drei Stufen. (Bravo!) Die Erhöhung der Vermögenssteuer wird nur sehr geringiügig sein; wer z. B. heute bei einem Vermögen von einer Million 500 Mark Vermögenssteuer zahlt, soll in Zukunft 625 Mark zahlen. Eine weitere Vorlage fordert eine Besteuerung des Ertrages der Gesellschastsbctriebe, eine Besteuerung des Verhäll- nißes des Gewinns zum Grundkapital. Und zwar derart, daß die gering rentierenden Gesellschasten mit 2 Proz. herangezogen werden sollen. Je höher der Gewinn, desto höher die Steuer. Im Durchschnitt wird die Steuer 6 Proz. betragen, nur bei hoch- rcnticrenben Gesellschaften (mit 18 Proz. und mehr Gewinn) soll sie höher sein, niemals aber 72/j Proz. übersteigen. In der Presse, selbst in der linksstehenden, findest diese Vorlagen eine recht freundliche Beurteilung. politische Tagesschau. Ter außerordentliche mecklenburgische Landtag wurde gestern nachuutlag durch ein Allerhöchstes Reskript geschlossen. Die Großhcrzoge beklagen dann aufs tiefste, daß auch bie Fortsetzung ber Bcrhanblungen über eine Nesonu Der Landesverfassung zu einer höchsten Genehmigung geeigneten Beschlüssen beider Slände nicht geführt hat, unb lehnen cs ab, die Erklärung der Ritterschaft für eine genügende Erledigung der Regierungsvorlage anzlisehen. Die hiernach weiter zu treffenden Maßnahmen behatten sich die Groß- Herzoge vor. * Tie Krise im Orient scheint eine Lösung finden zu wollen, an deren Möglichkeit man wohl kaum gedacht hat: die Konferenz wirb überflüjsig, und den Konferenzmächten wird ein Strich durch die Rech* nung gemacht. Vorgestern hat sich Oesterreich mit der Pforte über bie Einverleibung Bosniens und die Räumung des Sandschaks geeinigt. Tic Türkei hat die Einverleibung anerkannt, die Räumung angenommen. Damit ist dieser Teil des Programms der Konferenz erledigt. Für bie Wahr- scheintichkeit eines günstigen Verlaufs ber im Zuge befinb- lichen österreichisch-türkischen Verhandlungen in Konstantinopel spricht die Tatsache, daß die B oy k ot t be m e gung gegen die österreichischen Dampfer sichtbar abflaut. Lian verhindert die Lloydbampfer nicht mehr, ihre Frachten mit ihren eigenen Leuten zu löschen. Auch in Bulgarien steigen bie Chancen für eine friebliche Verständigung. Die bulgarische Regierung ivics ihren Pariser Vertreter an, ber französischen Regierung mitzuteilen, baß Bulgarien gegenüber ber Türkei bereit sei, einen Ausgleich des Konfliktes im Wege der Kompensationen anzustri-den. Gemeint sein kann hier nur finanzielle Entschädigung. Tie Konslantmopelcr Korrespondenten der italicm- schen Presse fahren fort, den Umschwung der öfsent- lichen Meinung zu Gunsten Deutschlands zu ton- flatteren. Der „Gorricre d'Jtalia- schreibt: Die Jungtürken, die bis zum letzten Augenblick alle ihre Hoffnungen auf Cng- land gefetzt hatten, beginnen sich wieder Deutschland 31131t» wenden. Während England Wasser in den Wem gießt, schickt sich Deutschland an, seine türtenfreundliche Politik immer mehr zu accentuicren. Dec Widerstand Deutjchlaiids und Oesterreich-Ungarns wird genügen, um die Konferenz tm Keime zn ersticken. Da Deutschland obendrein von allen Mächten am uneigcnnütjigi'tcn vorgeht und bie Türkei am meisten ermutigt, so bringen bie Türken Deutschland das meiste Vcr- Lraueii entgegen. Ebenso stellt der v2D?atlino* fest, daß es Deutschland in wenigen Tagen gelungen sei, bie türkischen Sympathien größtenteils zurück zu erobern auf Kosten Englands. Zu dem Abkommen, bas bas türkisch- bulgarische Komitee abgeschlossen hat, wird in einem Telegramm der .Kölnischen Zeitung" gesagt, baß deutscher- seits jenes 9lbfommen auf volle Billigung rechnen könne. Lian tönne mit bem Verhalten der Türkei einverstanden sein unter der Voraussetzung, baß die deutschen finanziellen Interessen, soweit sie bei der Orientbahn in Betracht kommen, eine angemessene Berücksichtigung finden. Vater und Sohn. Die Londoner Blätter bringen '.'jutbungen auZ Belgrad über einen sensatio nellen Zwischenfall, der sich am serbischen Hofe ereignete. Am Montag fand eine Beratung zwischen dem König, den Ministern und einigen Offizieren der serbischen Armee statt. Nachdem man über die gefährliche Lättgteit des Kronprinzen gesprochen hatte, wurde dieser hinzugerufen und in Anwesenheit sämtlicher Herren von seinem Vater zurechtgewiesen. Auch die Minister sagten ihm ins Gesicht, daß er das Land ins Ver- derben stürze. Der Kronprinz, deficn heftiges Temperament zur Genüge bekannt ist, konnte sich nicht bcherrsch.n und stürzte in grenzenloser Wut auf seinen königlichen Vater loS. Einen Augenblick hatte es den Anschein, als ob der Kronprinz sich auf den Wnig Peter stürzen und ihm einen Schlag ins Gesicht versetzen wollte, und wahrscheinlich hätte er feine Absicht ausgesührt, wenn nicht bie anwesenden Offiziere ihm in den Arm gefallen wären unb seine erhobene Faust zurückgehalten hätten. Es entspann sich ein Hand» gemeiigc, unb Kronprinz Georg wurde schließlich aus dem Beratungszimmer buchjiäblich hinausgeworsen. £anötagsrocl?lbewegung. Wahlbezirk Gießen-Stad t. Die gestrige Mi t g l i e b e r o c rJ a m m 1 u n g deß nativ- nalliberalcn Vereins faßte folgenbcn Beschluß: „D ie Versammlung beschließt. von ber Ausstellung em es eigenen Kandidatur abzusehm und den Mitgliedern des nationalliberalen Vereins die Ausübung des Wahlrechts frei» zustelle n." Wahlbezirk Darrn st adt-Stadt. Die dcutsckj-soziale Partei, die den Stadtverordneten Götz, neben Dr. Osann als Kandidaten ausgestellt hatte, hat nunmehr ihre eigene Kandidatur zurückgezogen. Infolgedessen fand die für Mittwoch abend ungefaßte Wahlversammlung nicht statt. Wahlbezirk Worms-Stadt. Der Vorstand der Vereinigten Liberalen (Freisinn nigen) hat einstimmig beschlossen, mit einem cigeneN Kan d 1 - baten in dic Landtagswahlbewegung einzutreten. Die Manin* darur hat der Vorsitzende des Vereins Justizrat Klein angenommen. Wahlbezirk Mainz-Land. Im Wahlkreise Mainz-Land wird gegebenenfalls an Stelle des für Mainz-Stadt zurücktretenden Justizrats Dr. Schmidt Alt- bürgermeister Lös sei Holz als Abgeordneter in Ausncht genommen. Mahlen zur Ersten Kammer. Außer den Wahlen, die in wenigen Tagen zur hälftigen Erneuerung der Zweiten Kammer vvrzunehmen sind, haben auch Die Angehörigen des im Großherzogtum mit Grundeigentum angesessenen Abels demnächst eine Wahl zum 34. Sanbtag vorzu- nefjmen, nämlich die Wahl zweier Mitglieder der Ersten Kammer. Hierbei sind solgenbe 23 Adelige wahlberechtigt: Ludw. Freiherr von Bouck/enröber II., zu Butzbach, Will). Freiherr von Dörth, zu Neckarsteinach, Wilh. Hermann Karl Freiherr von Erlanger, zu Nieder- Jngelheim, _ _ .. Friedr. von Harnier, Oberleutnant, zu TarmstaR. Coni. Wilhelm Freiherr Hehl zu Herrnsheim, Geh. Äünti». merjienrat, zu Worms, „ .. Ma;. Freiherr von Hehl, Oberst ä la luite, zu Darmstadt, Dr. Hugo Freiherr von Lconharoi, Kammerherr, zu Darmstadt, Moritz Z-reiherr von Leonharoi, Kammerl)err, zu Groß-Karben, Erwin Freiherr Löw von und zu Steinfurth, Geh. Rcgie- rungsvat, zu Darmstadt, . Gildreäft Freiherr Low von und zu Steinfurth, zu Nieber- Florstadt, Ludw. Freiherr Nordeck zur Rabenau, Dofjunker, zu Danzig,- Waldemar Graf von Oriola, zu Büdesheim, Albr. Niedcsel Freiherr zu Eisenoach, zu Sickendorf, August Riedesel Freiherr zu Eisenbach, zu Darmstadt, Joh. Niedcsel Freiherr zu Eisenbach, zu Lauterbach, Ludw. Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Dr. jur., Erbmarschall, zu Schloß Eisenbach, _r _ _ Moritz Riede,-, t Freiherr zu Eisenbach, Exzellenz, Oberstall- mcifber, zu Darmstadt, . e Volprecht yiLCDejci J-reiherr zu Eisenbach, Oberkanrrnerherr, zu Darmstadt, Muh. Riedesel Fweiherr zu Eisenbach, zu Kassel, Karl Ludwig Hans Freiherr Schenk zu Schveinsberg-Walders- hausen, zu Wäldershausen, Ernst Z-reiherr von Scckciidors-Berna, Kammerherr, zu RüsselL- heim, Phil. Freiherr Wambolt von Umstadt, zu Birkermu, Fcrd. Willich genannt voii Pöllnitz, Oberlandstallmeister, zu Darmstadt. Anrgrabungen in der wctterau. Seit Moiiatcn werden in der Gegeiid von Ostheim bei Helden- bergcn größere Ausgrabungen vorgenomuren, wobei inan zwischen den Orten Ostheim unb Eichen bie fDlauerrcfle eines Römer- lastells fanb. Es gelang, eine großangelegte Römeransiedelung festtzustellen. Bereits vor zwei Jahren war man auf Mauerreste gefloßen uno hatte einen römischen Altar, Bronzemünzen, Urnen, Gewanbnabeln u. a. zu Tage gefördert. Tie umfangreichen Ausgrabungen, bic auf Veranlassung ber Reichslirncstommil^ion von Herrn Bausck)-Winbccken in biesem Sommer vvrgenommen würben, haben mit Gewißheit ergeben, baß es sick) um eine sehr bedeutende, stark befestigte römische Siedclung, ober wohl gar um ein großes Kriegs lager nahe bem bei Marköbel vorbei; lehen* den Pfahlgraben l)anbelt, das bedeutend größer war als z. B die Kastelle Altenstadt oder Saalburg. Die Länge des Lagers wird aus etwa 400 Meter geschätzt. Der größte ^eil der Umfassungsmauern ist ber.its freigelegt, bczw. feftgeitellt. Das Lager kreuzte die Straße Ostheim—Eichen. Die etwa 0,70 bis 1 Meter starken Umfassungsmauern sind fast durck^veg gut erhallen. Schon am Wald ertennt man ihre Richtung, da aus ihr kein oder c»ch nur kümmerlicher Baumwuchs zu sehen ist. In den letzten Wocheii wurden nun wieder zwei große Gebäude festgestellt, die sck-on wegen ihrer Größe eine besondere Bedeutung gehabt haben müssen. Das größte hat eine Länge von 32 Metern unb eine Breite von 14,8 Metern, bas kleinere mißt 11,5 zu 8,5 Meter. Andere größere und kleinere Gebäude wurden ebenfalls fcstgestcllt. Auch einen Brunnen hat man gefunden, ber mit Schutt unb Trümmern ungefüllt war. Alan fanb darin Scherben, Ziegeln, Schindeln, Wassenreste und dergleick-en. Der Brunnen ist 8 Meter tief. In den näck.sten Tagen wirb er eine Aobeckung erhalten. Von Bedeutung ist ferner Die Auffindung zweier Türme, deren Grundmauern aufeinander ruhen. Ter größere Turm toar nau) Befund des Mauerwerks fcdensalcs ein Wartturm römisd-en Ursprungs. Er hatte einen Grundriß von 5,40 Metern im Viereck. Man sand im Schutt römische Falzziegel, Gesäße von terra» sigillala, LehniverMtz und dergleichen. Auf den Trümmern des romildien Turmes wurde vermutlich um 1500 der neue mittelalterliche Turm emdjict, feine Fundamente kreuzen fid) deutlich mit dem alleren Aiauerwerk, sind aber Keiner. Der rvuß- boden ist nod) gut erhalten. Die Grundmauern sind etwa ein Meter stapf. Enttang den auSgcgrafcenen Umfafsungsmauern zieht in breiter Fläche eine Steinschichl, jebeiisallS eine römifdje Heerstraße, die nach Eick-en führte. Welche Beoeutung man den gegenwärtigen Ausgrabungen beilegt, geht daraus hervor, daß fortgesetzt Alterlumsforschec im Lause des Sommers cintrafen. Gegenwärtig ist in Den Ausgrabungen ein Stillstand eingetreten. Wie man weiß, ist die ganze südlid;e Wetterau bis zum Main und Kinzigtal unb bis heraus nach Altenstaot, Kaichen unb Friedberg einst eine blühende römische Melanie gewesen, und diese scheint ui Ostheim-Windccken-Kaidien ihren Mittelpunkt gehabt zu haben. Mehrere Römerstraßen führten von hier aus nad> der Saalburg, KoperSöurg, Friedberg, Altenstaot unb ber alten Römerstadt Nida, dem heutigen Nied a. M. Aver nicht nur römisd-e, sondern auch vorgesdsichtliche Funde hat man bei Ostheim, Windecken, Mittelbuchen, Büdersheim, Lkilianstädtcn, Manenhof, Hmz- bacher-, Buttersröder- und Baiersröder Hof gemacht. Ber den beiden Höfen sind in diesem Sommer besonders rcidje Funde gemuckt worden. Sie stammen auS den verschiedensten Zeitaltern: Steinzeit, ncoliihisdM Zeit, .Hallstattzeit, La-tvne-Zeit und Bronzezeit Auck> eine große Zahl ton Wohn gruben und Gräbern wurden sreigclegt. Ein ganzes Dorf solcher Wohngruben scheint nordöstlich von Lsthemi gestanden zu haben. « — Eine im Dasscr begrabene Stadt. Szenen von der furdjtbarcn Ueberschwemmung, die die indische Stadt Hai- berabab vor einigen Wochen völlig vernichtete, werben jetzt eng» lischen Blättern in Briefen gcschilbert. Eine fünfzehn Fuß hohe Wassennuuer wälzte sick) über ben ausgeschwollcnen Fluß, schwemmte zunächst eine ungeheure Aiizahl eng beieinanber liegender Hütten und Häuser von Eingeborenen fort, begrub bie Eingeborenen in ihren Wellen ober unter ben Trümmern ihrer Wohnungen unb wälzte sich weiter über die Afzal Ounj-Brücke, deren nördlicher Teil fortgerinen wurde, nad) dem Zentrum von Haiderabad, wo hohe Paläste, prächtige Häuser, Läden, Schulen, Tempel uno Moscheen wie leidste Kartenhäuser weggeschwemmt wurden. Tas schöne Gebäude des Präsidenten stürzte zusammen und über die Olipl)ant-Brücke hin, die der ungeheuren Wuäst ebenfalls so leid)t wie ein schwankes 8ioljc nad«ab, brachen die Wassermassen über bie Umgebung ber Siavt hin, Tod säend jepen Fuß breit. „Ich ljatte zwei Stunden nachher bereits Kunöe von der Katastrophe," so erzählt ein Korrespoiibent, „unb Ivar balb zu Pserb aus bem Schrupiatz des Sd-rcckens. Das Wasser stieg nod) bis zum sattel herauf; ein crvsttos grausiges Sdxmspiel bot sich dar. Wo ich wenige Tage vorher eine blühende lebenstolle Stadt gesehen hatte. Da waren nun nidjtä als Trümmer und Chaos, tote und sterbende '.Nieiischen, Frauen, Kinder und Vieh in wirrem Knäuel zujammcn- gebattt. Entwurzelte Stämme, zerbrochene und zerschmetterte Möbel, Haufen über Haufen von Schutt und Scherben und da- zwischen zitternde, jammern De Massen olwachloscr tiefbefümmerter •• Vom Grobherzoglichen Hofstaat. Der bisherige Ordonnanzoffizier bei dem Großherzog, Leutnant v. Schroeder, ist zum Oberleutnant befördert und zum Flügeladjutanten beS Großhcrzogs ernannt worden. Der den Dienst als Generaladjutant versehende Major v. Schaurotb vom Tragonerregiment Nr. 24 ist von seinem Kommando als Eskadronschef enthoben worden. ♦* Ordens-Auszeichnungen. Der König von Preußen hat folgende Ordens-Auszeichnungen verliehen: dem Oberstallmeisrer des Großherzogs von Hessen, Kammer- herrn N i e d e s e l Freiherrn zu Eisenbach den Kroncnvroen 1. Klasse; dem Großh. Ministerialrat Tr. jur. Decker zu Darmstadt den Kronenorden 2. Klasse; dem Großh. Oberstleutnant Zahn, Kommandeur des Gendarmeriedistritts Mainz, den Kronenorden 3. Klasse; dem Großh. Gendarmerie-Oberwachtmeister Engel zu Mainz das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens. •• Lehrerpersonalien. Uebcrtragen wurde dem Cchulamtsaspiranten Gg. Roth aus Altheim eine Lehrcrstclle an der Gemeindefchule zu Radmühl. — Erledigt ist eine nut einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindc- schule zu Finthen. ** Gege n d i e L i ch t st e u e r. Eine Versammlung von Bürger m ei st ern hessischer Städte sand am Dienstag auf Einladung des Oberbürgermeisters Dr. Göttelmann in Mainz statu Es handelte sich dabei um Besprechung wichtiger Gemeindeairgelegenheiten, darunter über Besteuerungswesen, Handhabung der Lokalpolizei usw., aber ganz besonders handelte es sich um Stellungnahme gegen die vom Reiche geplante Gas- und Elek- trizitätssteuer. Bürgermeister Dr. Dullo von Offenbach .hatte bei dieser Gelegenheit einen Vortrag gehalten. ** Stadttheater, lieber eine Ausführung von „B a u- melfter So lne ß" durch das Ibsen-Ensemble der J-rau Maria Nehoff — das am 24. Oktober auch hier ein einmaliges Gastspiel geben wird, entnehme it wir der St. Petersburger Leitung: Fritz Wolter (als Baumeister Solneß) schuf eine Gestalt, die den Zuschauer in die tiefsten Gehnmnüse der Menschensecle hincin- blicken ließ: fein Baumeister machte die faszinierende Kraft, die von dieser Gestalt ausgeht, verständlich; da war jedes Wort, jede Geste der Ausdruck seelischen Lebens und Kämpfens; mit einem Mort, eine wunderbar ergreifende Leistung. Maria Rehoff (als Hilde) hielt vvm ersten Auftreten bis zum letzten Wort die Zuschauer in stets wachsender Spannung. Was Ibsen in diesen Frauencharakter hineingelegt hat, das transzendentale Fernsehen, die glühende Sehnsucht nach sinnlicher Lieue, die sich schließlich zum raubtierartigen Ansichreißen des geliebten Mannes steigert, — all die Nuancierungen dieses Frauencharakters an dem Engel und Teufel um die Vorherrschaft streiten, — dies alles kann nur eine große Künstlerin zu plastischer Darstellung bringen. Maria Ne Hoss erwies sich als eine solche: ihre Hilde war eine vom Geist (.les Dichters beseelte Gestalt. So gestaltete sich der Jbien-AöeiiD des Rehossschen Ensembles zu einem wahrhaft fünft- lerischen Ereignis, an das jeder Kunstverständige mit ungetrübter Freude zurückdenken wird. — Kolosseum. Dos neue Programm des Kolosseums übertrifft zwar seine beiden letzten Vorgänger nicht, in einem grünen Schlafrock. Baudelaire ist von der Musik entzückt und sagt zu dem Meister: „Wundervoll! Aber erlauben Sie mir eine Frage. Ich habe es wohl gemerkt, daß Sie die verschiedenen Musikstücke in Schlafröcken von verschiedenen Farben gespielt haben. Ohne Zweifel wollten Sie doch damit die verschiedenen Stimmungen und Klangfarben angeben?" Wagner blickt Baudelaire ins Gesicht, um zu sehen, ob er lacht. Aber Baudelaire hat niemals gelacht. „Aber waS denken Sie?" entgegnete nun der Komponist, „ich habe den Schlafrock gewechselt, weil der erste ein Winterrock war und dann weil mir auch im »wecken noch zu heiß wurde. Wenn ich spiele, schwitze ich nämlich sehr . . —• Als Wagner im Jahre 1872 im Wiener Musikverein ein Konzert dirigierte, passierte es dem Hornvirtnosen Richard Levy, daß er falsch blies. Sein Freund, der Schwank- dichter Eduard Mauthner, der in der ersten Reihe saß, brach dabei in lauteS Lachen aus. Im Zwisckwnakt kam Wagner mit Levy zu Mauthner und hielt ihm sein unpassendes Benehmen vor, umarmte den Künstler, um ihm zu zeigen, wie sehr er daS kleine Mißgeschick entschuldige, dessen Opfer er geworden sei. Run kam auch Levy zu Mauthner: „Es war wirklich nickst nett von Ihnen, zu lachen, als ich falsch blies. . ." Und als der Andere sich ladjenb entschuldigte, fuhr Levy fort: „Nein, lieber Mauthner, es war nicht nett, und es war sogar eine Undankbarkeit von Ihnen, denn ich habe all Ihre Schwänke gesehen und auch nicht cm einziges Mal gelacht." Wagner lachte bei dieser schlagfertigen Entgegnung Tranen. — Das französische Blatt erzählt dann noch den Streit zwischen Laube und Wagner, der aus dem Dichter einen erbitterten Gegner des großen Musikers machte. Wagner hatte sich bei einem Festessen, das Laube bei der Dresdener Erstaufführung der „Karlsschüler" gegeben wurde, so schroif über die poetischen Fähigkeiten seines Freundes geäußert, daß ihm der alte Student gleich nach dem Ende des Festes um vier Uhr früh eine Forderung übersandte. Wagner arbeckete schon und zwar an der Partitur des Lohengrin. Er nahm lächelnd oas Duell an: „Ter gute Laube soll mir, bevor er mich tötet, nur iwch soviel Zeit lassen, um den Lohengrin zu vollenden. Mach der ersten Vorstellung können wir dann nach Herzenslust aufeinander losschießen. Dieses kindliche Spiel wird mir das grösste Vergnügen machen." Und als ihn einer der Kartellträger aus den Ernst der Situation aufmerksam mackste, antwortete Wagner sehr amüsiert in nnverfälsckstem Sächsisch: „Nein, nein, m aie Kinder, das Duell wäre eine große Dummheit, unu :ü> ult es nicht, sagt das dem großen Dichter Laube von dem tleinen Komponisten, der ich bin." Au- Stadt und Land. Gießen, 22. Oktober 1908. Vom Vogelschutz. %n 16. Oktober fano in Darmstadt die erste Borstands- si tz u n g des Ende Juni d. I. gegründeten Bogel schutzver- eins für das Gro ß he r zo g t u m Hessen statt. Aus den Mitteilungen über den Stand des Vereins sei folgendes erwähnt: Durch Vermittelung der Kreisämter ist es gelungen, an zahlreichen Orten des Laiches Vertrauensmänner zu gewinnen, Die beseelt von Interesse für die gute Sache die Bestrebungen des Vereins fördern helfen. Verschiedene von ihnen haben schon so ersolgreich gewirkt, daß der Verein in kurzer Zeit seines Bestehens,zu einem Bestand von nahezu 1000 Mitgliedern angewachsen ist. Auch viele Gemeinden und Vereine sind ihm beigetreten. Es wurde beschlossen, in Kürze ein belehrendes Flugblatt über Aushängen von Niesthöhlen und über Mintersütt-rung herauszugeöen. Allgemein wurde es als erwünscht bezeichnet, möglichst viele Personen im Vogelschutz ausbilden zu lassen, die denn durch Vorträge und Belehrungen sut raschen Ausbreitung der Kenntnisse beitragen könnten. Sehr zu erstreben wäre die Einführung von praktischen Unterweisungen im Vogelschutz auf allen Obst? und Weinbau- sowie landw. Winterschulen. Mcan hofft hierin die Unterstützung der Behörden zu gewinnen, die ein natürliches Interesse an der Erhaltung und Vermehrung der Vogelwelt haben. Im Anschluß hieran wurde bemerkt, daß die Forstoerwallung, wie in den früheren Jahren, auch im kommenden Monat einige Beamte auf der Pogelschuhstation Seebach im Kreise Langensalza ausbilden läßt. Ter Unterricht, der ellva 6 Tage in Anspruch nimmt, erfolgt dort kostenlos. Allgemeines Interesse verdien, auch die Mitteilung, daß an manchen Orten unter Leitung der Lehrer die Schuliinoer förmliche Vvgeischutzvereine gegründet haben, unter deren Schutz sämtliche Vogelnester im Orte und seinem Umkreise stehen. die ganz prächtig zusammengestellt waren, hat aber dennoch mehrere ganz prächtige Nummern aufzuweisen, die sich des lebhaften Beifalls zu erfreuen hatten. Da sind die Saleros mit ihren guten Krastproduktionen an hängenden Seilen, die niedliche Else Orinani als niedliche Tanz-Soubrette, der sehr geschickte Mimiker und Charalterickiker Fred Seybaud, die Geschwister Weller in ihren schmucken Husarenuniformen, die drei Sybori nut ihren wunderbaren Balance-Neuheiten, der äußerst geschickte Mstr. Locken vom Krystall-Palack in London als vorzüglicher Diabolopieler, der u. a. so ein kleines Teufe l- chcn auf einem Faden über den ganzen Saal bergan laufen läßt. Sehr hübsch sind auch die komischen Menschen des Berkleidungskünstlers Segcrlis, der besonders als schmiedender Kanzler und als Wilhelm I. lebhaften Beifall findet. Rita De Rio singt einige hübsche Lieder und Paul Richardt reißt mit seinen patriotischen Couplets die Ziischaiier 51t lautem Beifall hm. Sehr hübsch zeigen fick; Die Orselas als Trapezkünstler in größter Bollendung. Den Schluß bilden die gelungenen Darbietiingen des jJiftv. Jean als Kunstturner am Schlappscil. •• Der Zeughausbau, das architektonisch schönste ältere Bauwerk in unserer Stadt, das 1585 vom Landgrafen Ludwig IV. erbaut wurde, soll, wie man hört, nicht mehr lange als Kaserne dienen. Seit einigen Wochen ilt man Damit beschäftigt, den Dachstuhl und bie Bedachung des Gebäudes zu erneuern. Man erfährt auch, daß ein Plan, nach ■'em das im größten Teil des Erdgeschoßes liegende Oifizier- üafino vergrößert werden soll, dem Kriegsministerium ziir Genehmigung vorgelegt sei, da, wenn das 'Militär aus dem Zeughauso in eine neue Kaserne am Trieb verlegt würde, doch oaS Kasino in ihm verbleiben soll. ** Eine Seltenheit. Bei dem außergewöhnlich milden Wetter dieses Herbstes hat die Natur in den oberhessischen Tälern in Wald, Feld und Garten eine Ueppig- i'cit entfaltet, wie sie sich die ältesten Leute nicht erinnern können. Blühende Obstbäume, blühende, ja reife Wclld- und Gartenerobeeren waren alltäglich. In Leusel bei Alsfeld stand sogar ein Weinstock das zweitemal in Blüte. Den Rekord hat nun das Städtchen Königsberg im Kreise Wetzlar aufzuweisen. Dort hat auf der ca. 400 Mtr. hohen Burgruine ein M a n d e l b a u m seinen Platz, der in günstigen Jahren schon geblüht hat, in diesem Jahre aber Früchte trug, die so überreif waren, daß sie aus den Schalen sielen. ** Eine ehemalige Aktien-Bäckcrei in Gießen. Man scyreibt uns aus unserem Leserkreise: Ab und zu, wenn die Brotpreise steigen, regt sich im Kreise der Brotkonsumenten der Gedanke, eine Genossenschafts- Bäckerei zu schaffen, die den Bäckern Konkurrenz machen soll. Heute weht mir der Wind ein Papier auf den Schreib- nsch, das lokalgeschichtlich gewiß von Interesse ist. Das Dokument hat folgenden Wortlaut: Inhaber dieses hat aus die Aktie 1. Klasse der Backgesellschaft dahier Nr. 192 a den Betrag von ö Gulden zur Geselsichaftskassc richtig eingelegt, besitzt daher statutenmäßig 1/4 dieser Aktie, verzinslich zu 5 Proz. vom 1. September d. Js. an, und ist berechtigt, gegen vier solcher JntcrimSscheine seinen Akticnschcin über 20 Gulden selbst, nebst Kuponbogen zu beziehen und an allen Rechten eines Gesellschaftsinitgiiedes teilzunehmen. Gießen, 5. September 1847. Der Ausschuß der Gesellschaft. Es folgen dann die Unterschriften: Dr. Kraft, Buß, Krauß- tovs, F. Heyer, Engelbach, Witzig, Straub als Ausschutzmitglieder, während Fr. Zimmer als Rechner den Schein quittiert hat. Links auf dem Papier, das in Steindruck hergestellt ist, befindet sich quer, wie auf einem Wechsel- schema, eine geschmackvolle Vignette, in derselben die Worte: Die Aktien-Gefellschafts-Bäckerei Gießen, ebenso Interims- Schein, Eine Vierteils-Aktie 1. Klasse der Gesellschaft für Selbstbacken in Gießen. Was es mit dieser Aktien-Bäckerei in Gießen auf sich hatte, ob sie ins Leben getreten und vielleicht in dem tollen Jahre 1848 wieder zu Grunde ging, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Vielleicht ist einer der Leser des „Gieß. Anz." in der Lage, Auskunft Über die gewiß interessanten Fragen geben zu können. Schon im Interesse der Lokalgefchichte wäre eine Mitteilung über die Gründe, die zu dieser Aktiengründung Veranlassung gaben, wichtig. ** fiautn gesundet, gestorben. Am Dienstag wurde aus der hiesigen Klinik ein junger Mann entlassen, der längere Zeit dort krank gelegen hatte und geheilt worden war. Er wollte mit der Bahn feine Heimat misslichen. In Der Nähe der Station Neunkirchen im Westerwald wurde Der kaum Genesene von einem Schlaganfall betroffen iind war sofort tot. Ein in demselben Abteil mitfahrcnDei Reisender wurde durch das plötzliche Hinfallen des Todtcn ohnmächtig und konnte erst nach längerer Zeit wieder ins Bewußtsein ziirückgerufcn werden. Der Wagen wurde aus Der nächsten Station ausrangiert. ? Aus der Wettcrau, 21. CIL Ter Menge schöner sommerlich warmer Tage, die uns der Herbst brachte, ist in jähem Umschivimg eine recht kalte Temperatur gefolgt. Ein scharfer Nordostwind fegt über die Felder und reißt das schon nicht mehr festsitzendc Laub von den Bäumen, die nun einen traurigen Anblick gewähren. In den Gärten blühen noch die Rosen und andere Blumenarten und heute früh zeigten sich an den Fenstern schon Eitzblumen. Für den Landwirt, der durch die gute Witterung der letzten Zeit seine Feldarbeiten ziemlich beendigen konnte, gilt e§ jetzt noch, die Felder neu zu bestellen, wozu ein guter Regen recht iwt- ivendig wäre, und die letzten Gaben der Statur, wie Dick- ivurz, Zuckerrüben rc., noch vor eintretender Kälte unter Dach zu schaffen. w. Ober-Ingelheim, 22. Okt. (Tel.) Gestern abend sollte bei dem Taglöh n er Ober, der im Verdacht Des Wilderns fleht, eine Haussuchung vorgenornnien werden. Als ein Gendarm mit dem Schlaffer Maul, der die ver- ichloffene Tür sprengen sollte, dem Haufe sich näherte, schoß Ober einen Schraljchuß ab, der Plant in den Kopf traf, so daß er sofort tat war. Ober flüchtete und wurde heule morgen m einem Gebüsch neben dem Hause erschossen aufgefunden. [J Marburg, 21. Okt. Wie aus einem am schwarzen Brett der. Universität angelündigtcn Vortragsabend zu ersehen ist, wird sich die im vorigen Wintcrieinesicr bi5 zum Beginn dieses Semksters suspendierte Marburger Freie Studentenschaft wieder auftun. h. Frankfurt a. M., 21. Okt. Heute mittag brach in dem Mode warcn-Ge schüft 51. Aufrecht, Zeil 21, Feuer aus, das sich rajch nach dem Baugraben zu aus» I breitete, wo die angrenzenden Häuser siark gefährdet waren. Die Flammen schlugen durch einen engen Lnftschacht bis hoch über die Dächer hinaus. Der Feuerwehr gelang es, nachdem sie zuerst die bedrohten Einwohner in Sicherheit gebracht hatte, nach schwerer Arbeit des Feuers Herr zu werden. DaS Lager im Entrcsol ist vollständig ausgebrannt; die Waren im unteren Laden haben stark, durch Waffer gelitten. Ueber die Eiststehungsurfache des Brandes ist noch nichts bekannt. " Kleine Milke 1 -naci. ' -s -?eiseii und den Nachbarstaaten. In Staden wird bemnadilt eine Wa,ier- leitung angjegt. — Ti- Eh-fr an Wahl in 91 i c b c r g c m u n b c n fiel beim Wäsu-eauswascü-n in die Fulda und ertrank. — zie dec Gern Linde Lohra gehörige Jagd, die seither eine jährliche Pacht von 400 Mart eintrug, wurde verdachtet. Zahlreiche Liebhaber waren erschienen. Tie drei höchsten Gebote lauteten auf 1200, 1210 und 1270 Mmck. Der Zmchlag wird in 14 Tagen erteilt. — Ein Automob il von Frank,art a. M. fuhr in der Nähe der Stadt Fritzlar gegen einen Baurn. Der Chauffeur wurde auS dem Auw gesufleubert und erlitt erhebliche Verlctzungen. Ter Wagen ging in Stücke. — Zwei Fürsorge-Zöglinge von 12 und 14 Jahren, die aus» der Anstatt Ascha,senburg durchgegangen waren, wurden in Frankfurt festgenommen. LattöwirtKcbaft. — Rebschulen. Der Ausschuß des landwirtschastlichen Vereins für Rhrinheflen hat, n. d. Darmft. Ztg., beichlosteu, zum Anbau und zur Heranzucht ertragsreichcr Wurzelreben in den einzelnen Weinbaubczirleu der Provinz Rheipheffen Reb- schulen zu errichten, bie Bekämpfung bei RebscyLolinge nach Maßgabe eines auszultelleuden Plaues zu unterftüBen und bei der Heimchen Landwirtschaitstammer die Anstellung eines Fachmannes für Weinbau zu beantragen. gkricbtefaaC. — Wiesbaden, 21. Okt. Das Aut omobilnnglück, das am 28. Jmri bei Ruppertshain sich ereignete, besclstff- tigte die Strafkammer. Angeklagt war der Bierfahrer Georg Valentin E f ch e n b a ch wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Bei dem Uglück wurden drei Personen getötet und mehrere schwer verletzt, die zwar wieder geheilt, aber zum Teil dauernden Schaden durch den Unfall erlitten haben. Ter Angeklagte wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. — Zweibrücken, 21. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Maler Alfred Trost aus 5kaiserslautern, der anfangs Juni auf dem dortigen Hauptbahnhof seine Geliebte erschoß, zu 4 Jahren und 6 Monaten Gefängnis. Srcichsgerichtsbrief. Nachdruck verbotcu. I. S. Leipzig, Okt. 1908. Fuhrwerke und Bahnübergänge. Ein kürzlich vom Reichsgericht ergangenes Urteil spricht sich über bie Sorgsaltspflicht des Kutschers beim Kreuzen von Eisen- bahuübergäugen durch Fuhrwerke aus in Verbindung mit der Erhöhung der Betricbsgefahr der Eisenbahn beim Fehlen von Sicherhecksschrankeu. , 21m 31. Januar 1905 abends nach 9 Uhr wurde auf der von Chemnitz nach Rochlitz führenden Landstraße ein mit einer Plane überipanntcr Frachtwageu des Fabrikanten D. beim Kreuzen der Nebeueisenbahn Ehemnitz-Wechselburg von einem von Chemnitz herankommenden Zuge erfaßt. Dabei wurde der Kutscher P. getötet, der Wagen zertrümmert, eins der Pferde getötet und daS andere verletzt. Tie klagende Papiermacher-Berussgenossen- schast, bei der P. versichert war, fordert nach § 140 deS Gewerbe- Uufallversicherungsgesetzes vom bellagten StaatSfiskus Ersatz für Sterbegeld und Renten, zu welchen Zahlungen sie den Hinterbliebenen des P. gegenüber verpflichtet war, sowie die Feststellung, daß bir Betlagte verpflichtet sei, ihr die Beträge zu erstatten, die sie fernerhin der Witwe und einem minderjährigen Kinde des P. infolge des Unfalles zu erstatten habe. Außerdem beaistpruchte der Inhaber D. noch Ersatz des Schodens für bu Beschädigung feines Eigentums in Höhe von 1935 Mk. Tas Landgericht Chemnitz wies beide Kläger ab, indem eb annahm, daß der Unglücksfall durch schiildhaftes Verhalten des Rutschers P. herbeigcführt worden fest Hiergegen hatten die Kläger Berufung eingelegt und erkannte daraufhin daS Ober- Icmbcsgericht Dresden dahin, daß die Ansprüche dec Kläger dem Grunde nach für gerechtfertigt anzufehen seien, der Anspruch für die Beschädigung des Planwagens und der Pferde jedoch nur zur .Hälfte deS Betrages. Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Revision beim Reichsgericht eingelegt. Der IV. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes erkannte jedoch auf Zurückweisung der Revision. In den Entsck)elduiigsgründen wird ausgeführt, daß allerdings ein Verschulden des P. anmnehmen sei, da er anstatt^ den Wagen! bei der Haltetasel anzuyalten, den Sitz in der Schoßkelle zu verlassen und sich durch Vorgehen zu überzeugen, ob daS Gleis frei fei, in dem alten Sitz verharrt habe, von welchem Platze aus ein genügendes Urteil über das Herannahen des Zuges durch das Auge nicht zu gewinnen gewesen |'eL Dieses Verschulden sei aber nicht als ein besonders grobes anmsehen. Ihm stehe nicht nur die allgemeine Gefahr gegenüber. Die mit jedem Eisenbahnbetriebe verbunden sei, sondern eine erhebliche Erhöhung dieser Gefahr dadurch, daß der Bahnübergang schwer überffipllich und trotzdem keine Maßnahmen zur öiujecung des Straßenverkehrs getroffen waren. Wenn trotzdem ein teilweises Verschulden des P. in Anrechnung zu bringen fei, so könne daS hier nicht in Betracht kommen, weil dadurch die seitens der Berufsgeiwssenschaft zu zahlenden Beträge ^Sterbegeld und die Rente) nicht berührt würden, denn diese Zahlungen seien kein vollständiger Ausgleich für den cingetretenen Schaden. Usnversitäts-Ncrchrrchten. — Zeitungswesen als Lehrfach. Ein besonderer Lehrstuhl für ZcilnngSiveifen besteht eigentlich an keiner deutschen Universität. Tas Zettungswesen wird jetzt von Nationalökouomen, Historikern, Juristen, zum Gegenstand Von Hochschulvorlefungeir gemacht. Eine Sondervorlesung über „Preßreckst" wird in bie)ernt Wintersemester der Privatdozent Dr. jur. Goldschmidt an der Merline r Universität halten. Vorlesungen über das Urheberrecht finden an einer ganzen Reihe von Universitäten statt. In Heidelberg trägt, wie, seit einigen Jahren regelmäßig Prof. Adolf K 0 ch, der erste akademifche Lehrer dieses Lehr- gebietS in Deutschland über „Geschichte, Wesen und Bedeutung der öffentlichen Meinung, der Pceffe und des Journalismus in' Denffchland" Vor. Er hält auch praktische Ucbungen zur Einführung in die Journalistik ab. An der Universität Bern finden mir eine Vorlesung des Privatdozenten Dr. jur. M. Bühler über „Nedattion und Nachrichtendienst der Zeitungen" (mit praktischen UebungeiO. Hier hat auch der Sekretär des internationalen Bureaus für geistiges Eigentum, Dozent Prof. Ernst Röthlis- berget* ein Kolleg: „Aktuelle Rechtsfragen aus dem Gebiete der periobifefcn Preise" angefünbigt. An der Technischen Hochschule zu D a r m )t a b t lieft der Frankfurter Rebakteur und Fachzeiffchrijtcn-Verleger I. Friedrich Meißner über „Technik des Buchdrucks und Zeitungswesens", sowie über „Geschichte, Wesen und Bedeutung und Organisation der Fachpresse." In Zü- rick, wo man jetzt ebenso wie in anderen jtaatswissenschaftlicheN Fächern auch mit Journalistik als Hauptfach den Doktorgrad erwerben kann, trägt der Privatdozent Dr. Oskar W e 11 ft e i 1» über „Die Entwicklung der Tagespresse von den Anfängen bis zur französilchen Revolution" vor. Ueber Journalistik liest ferner der Dozent an dec Berliner Handelshochschule Verlagsbuchhändler H. Buhmann. Zepprliu I. Mit her n foer städtischen Gasanstalt zu Lands Hut ist em Gasofen er vlodieTL Das Maschinenbaus samt t^n. Neben- Modi die Luft. Ein Arbeiter ift tot, drei wertere schwer v e r le 6 L Der auSbreck-ende Brand hat die Gasfabnk faft DaL^dcs V. r o clubäbe Franc- in Paris WM. im Herbst 1909 einen Schnelligkerts- und Dauerflugs- Wettbewerb für Aeroplane zu veranstalten. Der erste Preis betrügt 10 000 Francs-. bet beiden Insassen des Ballons, Leutnant Maximo zales nun seinen Revolver, band sich einen Strick um den Leib, dessen anderes Ende von seinem Gefährten an der Gondel befestigt wurde, und kletterte vorsichtig von Masche zu Masche in das Netzwerk des BallonS, bis er, zwischen Ballonhülle und Netzwerk geklemmt, während sein Fuß in letzterem Halt suchte, sich in die Nähe des Kondors, der 'ein Kommen nicht bemerkt hatte, durcharbeitete. Em wohl- gezielter Schutz — und mit gebrochenem Flügel sauste der Kondor in die Tiefe, während der kühne Leutnant wohlbehalten wieder in der Gondel anlangte. - öluc Ht;ut ------------ - * Die Bombe. In der Gerichtschronik der „PeterS- Asimmur, zwischen Casablanca und Prazagan, ist eine buraer 3tq." lesen wir: Am 21 April 1907, es war gerade Pcstanstalt cingcrid)tet morden, Jxrcn -Latigteit sich auf der Samstag der Karwoche, betraten kurz vor Ladenschluß Dcn Briefpostdienst erstreckt Ueoer die '^n u'w ^endungs- brei Individuen die am Ssuworowschen Prospekt gelegene| tetingungen geben die Postinftaltcu auf Äiilangen .lu.kunft. Wurstdude „Maria". Einer von ihnen, der sich spater als -------- ----- . Viktor Tschemy legitimierte, blieb an der Tür stehen, der' “Hflrne* -.weite wandte sich an die Besitzerin der Wursthandlung, Ludwiga Kavlinskaja, der dritte an den Kommis Anton Galunow. Tie Individuen baten, ihnen einen Schinken zu J «?, b*c ,nL icnilio^ m | rin>ö ^obilungiürf ereignete, beschaf. Bieifahlu Georg ^nrng unb Körper SR gelötet unb „e7 °btt zum Teil n haben. Ter An- 9.ni5 verurteilt Schwurgericht oer* Kaiserslautern, ber chnyof seine Ge- maten Gefängnis. zeigen. Doch kaum L reichen, als einer der Käufer plötzlich manbierte, auf die Besitzerin einen Revolver richtete und sich zur Labenlasse begab. Ein anderer rief dem Verkäufer ,Hände hoch!" zu, und der an der Tür postierte Unbekannte drohte, eine Bombe zu werfen. Da trat unerwartet der itoeite Verkäufer Gromow in den Laden. Schnell wurde auch auf ihn ein Revoloerlanf gerichtet. Doch Gromow a halte die Situation augenscheinlich nicht erfaßt; er gmg« ruhig ins Nebenzimmer. Tie Ladenbesitzerin schvpste nun, hU e>uuul. ------- - o . . • ht da sie die Eindringlinge verwirrt sah, Mut und eilte Gro-L croicl)t 56,5-57 Pf., 2. Qual. 70-00 P ' ^beudgewichl mow nach. Einer der Eindringling-, Fwn.ww, madjte sich zs-°0P,g., 3. Qual. 6Ö-68 P g., ,L-b-"dS °>ch- M-d° PK. auch ins Nebenzimmer auf. Diesen Augenblick benutzte Geschäst bei Hornvieh gut, Uebeiftanb undcbeuteub, bei Kleinvieh der Verkäufer Galunow und schleuderte mit alter Kraft einen " ' Schinken gegen ein Fenster. Dieses zerbrach, der Schinken flog heraus, die Leute blieben stehen, bie Räuber erschraken unb stolperten hinaus. Tie Hausknechte nahmen sofort zwei von ihnen, Iwanow und Tscherny, fest. Bei Awanow wurde ein Browning, bei Tscherny eine Rabe .gefunden, die mit Bleistiftresten gefüllt war unb eine Bombe barstellen sollte. J.vanow zeigte auch ben dritten Komplizen, den Bauer Gorschkow, au; auch dieser muroe verhaftet. Nur baut einem glücklichen Zufall wurden bie Räuber vor das Bezirksgericht unb nicht vor ein Militärgericht gestellt. Am 25. September würbe ber Prozeß verhanoelt ^.vanow und Tscherny gaben vor Gericht ihre Schnlb zu. ^.vanow er- ttärte folgendes: Ich war arbeitslos, als ich mit einem jungen Mann bekannt wurde, den man „Ssemen" nannte. Dieter teilte mir mit, daß er eine „r , Wursthandlung „Maria" p.ane, unb schlug mir vor . ' ' v rs. < ____— Sil m v 1 SJLnTl I . Sechs Personen sind um* getommen. In Shawnec im Staate Lklahorna sind oc Wolkenbruch über hundert Menschen urna Einzelheiten fehlen noch, da die telephonischen Berbmdi brachen sind. . * Heiteres von der We i n ko n trolle. Auf der Weinkontrolle zwischen zwei Dörfern in der Pfalz begegnete dieser Tage Weinkontrolleur Weiser einem mit mehreren Weinfässern beladenen Wagen, ben trotz aller biraitanstreng ung die Gäule nicht mehr weiterziehen konnten. Wahreno viele Umsiehenbe den Bemühungen des Wagenführers, emes Landwirtes, wortlos zusahen, sagte der Weiittontrolleur in trockenem Tone zu dem Bäuerlein: „Ganz recht geschieht dir, hättich du das Wasser hausgeloßt, — mit m Wei' warscht de net Halle bliewe." * Bulgarischer Skonto. Ein hübsches und, was die Hauptfache ist, wahres Geschichtchen von bulgarischer Vertragstreue, so schreibt die „Breslauer Zeitung", p, legte der Seniorcl>es einer großen schlesischen Leinenfabrikat-onsfirma ;u ermhlen, wenn einmal bie Siebe auf biefes intcre)|ante Volk im Sübosten tarn. Seine Firma hatte mit ber bulgarischen Regierung einen großen Lieferungsvertrag ab- aeschlossen, ber von unseren Lanbsleuten genau fo punkilich innegelialten wurde, wie von ber Gegenseite bie bereinbarten Abschlagszahlungen erfolgten. Nur mit bem Nest haperte es Es handelte sich um etwa 100 ODO Franken, die weder , im guten noch im bösen zu erhalten waren Schreiben und Telegraphieren nützte nichts, und fo entschloß sich der Chef, selbst mit dem Orientzug einmal „herunter" zu fahren und so, ganz wie in ben guten alten Zeiten, bie Gustav Ärebtag in )einem Kaufmannsroman „Soll und Haoen sckiilbert, bie Sache mit den gerade am Ruber befindlichen Reqierungsmännern in Sofia zu ordnen. Man war sehr höflich, parlamentierte hin unb her unb ließ enblich durch- blicken, daß gegen einen angemessenen ministeriellen Skonto" der Ausgleich erfolgen könnte. Auf die Back- s'chisch-Reminiszenz an die Türkenzeit wockte sich der ehrliche Schlesier auf keinen Fall einlassen, unb er zog e_> vor grob zu werden, unb mit öfsentlichem Skandal zu drohen. Das half: man bestellte den für so vernunitigc Argumente unzugänglichen „Niemiec" an die Negierungskaffe zur Empfangnahme und wies ihn in em untielgroßes Zimmer, in dem er sich einer ben Raum füllenben Zahl von Sacken mit Kupsergeld gegenüber)al), bie ben Betrag seines Guthabens barstellten. Der Lieferant war etwas verdutzt - an die Eventualität, mit einem^Guter- 'ug voll außerhalb der Grenzen hes damaligen tyuriten» tu ms wertlosem Kup f er Sofia zu verlassen, batte er irirt lich nicht gedacht. Aber auch in dieseni Land gibt e» ehrliche" Makler. Man bot ihm an, das Kupfer gegen Abzug eines entsprechenden Tisagios in gute ofterreichiscye Banknoten einzuwechseln. Der Fabrikant, deffeu taufmamti- sches Gewissen sich dagegen empört hatte, den ^taatswurden- trägern Proviston zu zahlen, war gezwungen, die)e_> ganz legitime Wechselgeschäft zu machen, und die Beamten kamen doch zu ihrem Douceur. Auf cm Geschäft mit der bulgarischen Regierung soll der Lieferant aber für alle Zukunft verzichtet haben. * Ein Luftballon im Kampfe mit einem Kondor. Zwei Luftschisfeim, Offizieren des mexikanischen . Generalstabes, ist ein merkwürdiges unb gefährliche-, Aden- \ teuer in ben Lüften zugestoßen. Die beiben Herren waren im Kugelballon aufgestiegen unb fuhren m etwa 800 Mtr. ] Döhe über einen niedrigen Gebirgskamm hm, als mit ernem- ■ male eine Schar von Geiern sich von einem Felsen erhob । und auf den Luftballon zusteuerten. Ter Wind trieb ine beiben Luftschiffer mit ihrem Ballon der Flugrichtung ber Tiere entgegen, so baß an ein Ausweichen nicht zu denken war Der amerikanische Konbor ist em außerordentlich starkes, mitunter auch gefährliches Tier, und es wäre ben Luftschisfern lieber gewesen, wenn sich ein Zusammentreffen hätte vermeiden lassen. Ganz ün Gegenteil zu ihren sonstigen Gewohnheiten umflatterten und umschwirrten die Geier den Ballon, dabei ihr langgezogenes Grrr, Grrr ausstoßend. Die Aeronauten warfen etwas Ballast aus, woraus der Ballon um öOO Fuß in die Höhe ^gmg, die Geier unter sich zurücklassend, bis auf eines der ^,iere, das einen Aufschwung nahm, dem Ballon nacheilte und un Ernst daranging, das ihm unbekannte Tier, ba-> u)m das Reich der Lüste streitig zu machen schien, mit dem Schnabel und mit den Klauen zu attackieren. Der eine der beiden Herren kletterte, mit einem Messer bewaffnet, m das Tauwerk, in der Absicht, das Tier, das sich,zu seinen Kopsen, in der Nähe des Ballonhüllenverschlusses festgeklammert hatte, unschädlich zu machen, bevor es diesem gelmgen konnte, die Ballonhülle selbst zu beschädigen. Kaum aber bemerkte der Kondor das Nahen des Feindes, als er auch schon Reißaus nahm unb mit einem Krächzen sich daran machte, den Ballon von der Seite her anzugreifen, .cun war guter Rat teuer. An ein Schießen war nicht zu denken, da der Kondor den Luftschissern nur zum klemsten Teil sichtbar war, und die Gefahr bestand, mit einer Kugel ebensogut die Ballonhülle zu treffen, aus der dann bas Aum Schwebenbleiben fo nötige Gas entwichen wäre. Kuhn entschlossen und ohne lange zu überlegen, ergriff, der pme wieder heftiger. Paris, 22. Okt. „Petit Journal" meldet aus Nancy:1 19 Soldaten des in Metz garnisonierenden 130. Insa nterie-Regi in ents hatten emen Ausflug auf fran- zösi ches Gebiet nach Verncvillc unternommen und überschritten auf eine Entfernung von 3 Kilometern die französische Gren ze. Der französische Grenzkommissar leitete eine Untersuchung ein. Es beißt, dre Soldaten hätten eine Wette abgeschlossen, daß sie den Au.'- lug ungehindert ausführen würden. Paris, 22. Okt. Der deutsche Botschafter Für ff, R a d o l i n ermächtigte den Legationssekretär Grafen Hohen- thal, einem Redakteur des „Journal" gegenüber tue Erklärung abzugeben, daß alle Behauptungen, Deutschland habe die Türkei aufgemuntert, einen Krneg zu unternehmen, erfunden seien. Paris 22. Oft Tcad) einet Konstantinopeler MeldiE, des Newyork'Herald seien die Verhandlungen zwischen Oesterreich und der Türkei über die Anerkennung der Ann^wn ^u>Snien§ und der Herzegowina definitiv abgebrochen roorben (9) Ter österreichische Botschafter habe den Vorschlag! gemacht, baß die Pforte ihre Pwteftnote gegen die Annexion zurückziehe unb bie vollendete Tatfache anerkenne unb als Gegenleistung die Rückgabe von Novibazar akzeptiere. Kiamü Pascha antioortete, daß dieser Vorschlag für die Türkei unannehmbar ,er Man werde nur auf der Basis der Integrität des türkischen Reiches verhandeln und leimte daher jede weitere Verhandlung ab. P e t e r s b u r g, 21. Olt I s w o l s t y wird am 28. ds. in Petersburg eintreffen. Wie in unterrichteten Kreisen, nunmehr auf des bestimmteste verlautet, wird er einen Botschafterposten erhalten. Zu feinem Nachfolger sei Tscharikow aUge$onstanünopel, 22. Okt. Der Großwesir äußerte sich mehreren Personen gegenüber, daß die Konferenz ’ wahrscheinlich nicht stattsinden werde. — Auf der Psorte ; wird versichert, daß in ben Verhandlungen mit ; Oesterreich - Unga rn bereits, eine Basis -up VepMndi^ gung gefunden wurde. z Handel. — Betrieb Serge du i,se deutscher Eisenbahnen. Im S-Ptemb-r btlicfen fi« bie EinnatzE d-r b-utich-n Lrlweii auS dem Güterverkehr aus 136 232 436 oder 6il4^o Mark mehr als in ber gleichen Zeck ^ah^. ^er Personenverkehr erbrachte un Septemoer 63 92o 6o8 Mark oöer L615Ö68 Mark mehr. Auf ben Bahnen nut dem RechnungSiahr Atti-ii fri^ Mär; betrugen die Einnahmeii bis Ende iLveptemoer W08 688172 998 Mark (weniger 24 927 809 Markaus dem PerMenverkebr 360189 309 Mark (mehr 15 556 658 Mark). Aus den Bahnen, deren Rechmingsiahr mit ban Kalenderjahr zusammenfallt, betrugen in der Zeit vvm 1 - nuar b's Ende Septemver 1908 die Einnahmen aui, dem Guter- oerkehr 127 659 911 Atark (weniger 3 OoO 146 Marff, aus dem Personenverkehr 69 906 928 Mark, (weniger 349 003 Mark) xie Gesamtlänge der Sahnen betrug 50 468 Kilometer oder 681 Kilometer mehr als im Vorfahre» * D i e H e i m s u ch u «i g aiiuma» durch die verschieden- arr'Lst u Schrecknisse ist in diesem Jahce besonders stark. Ein furchtbarer Organ hat die Staaten W.-ommg und Eolo- rodo heimgesuckt. In Ehejeiino wur)e ein Eisenbahn zu g aus ben Schienen geworfen, wobei 2 Pevsonen getötet wurden. Im Norden von Colorado hat ein Sckmeesturm den Verk.hr fast vollständig unterbrochen. -7 acEovinicn. In Shawnec im Staate Otlahoma sind bet einem u - - - ‘ ■ «*» - - ■ * — ekommen. _ Uebcr die Zukunftspläve der Luftschi iss bau- Tckll dviit ZepScki toiit ber Direktor der GeseMchaft.C 0 l Sma n kein „Thwäb Merk." mit, daß cS nicyt richtig sei, wenn behauptet werde, von der Gescllschmr sLi bereits eine L u f t i a) 1 T linie ausgearbeitet. Sollen $Gnen bte ernfttoeitm mS $>cr Phantasie zu teßreiicn find, stehe die Geiellfchaft fern, ^ic &lre Aufgabe der Gesellschaft sei eS, LuftschMe zu bauen und zu erproben. Wie sie bann verwendet werd.n, fax der Ao- Ticfcmer. Alle in Friedrichst)asen cingclausenen Anträge wegen Erbauung von Landungsplätzen ober Vasenhallen ,cten in den deutschen Luftslottcnverein in Mannheim verwiesen worden, der die Vereinheitlichung dics-r Bestrebungen m bic Hand genommen ^%ad;beni gestern abend die Füllung des Ballons beend ei und die Moto re noch, nalS geprüft wordeii sind, steht der Aufstieg deS Zeppelin I., falls nicht unvorhergefehene Zwischenfälle Eintreten und die günstige Wuterung anhalt, für heute vormittag 10 Uhr bevor und zwar ,oll zunächst.eine Herne LcrsuckiSfal'rt in Aussicht genommen fern. Eine gröbere Fahrt wird wahrscheinlich am Montag unternommen Daran wird vor- anssichttia, Prinz Heinrich von Preutzen teilnehmen, der bestimmt Sonntag oder Montag eintrifst.. , . Uni 9 40 Uhr erhielten wir folgendes Telegramm auS Friedrichshafen: Graf Zeppelin Halle fernen Stab auf heute vor- mittaa 8 Uhr bestellt; ba iedoch im Laufe ber Nacht starker Nordostwind eintrat, verzichtete der Grai für den Vonnittag aut das ,s) c r a u 5 b r i n g e n des Ballons aus der festen Ballonhalle. Vor Mittag ist daher der Aufstieg nicht zu erwarten. Bis dahin wi>'0 vorausfichtlich der Wrnd abslanen. T!rie?knsLen der Nedaktion. (Anonyme Anfragen bletbeu unverückfichttgt.) B. L. yiact) der Verordiiung vom 20. Sept. lb:>3 berechtigt das Finanzexameli zweiter Kalegone zu folgenden Stellen: Üonlrollcuv bei der Stelnpelverivattung, Ehaichcegetderbeber, Ci- bebev und Kontrolleure der Brückenzölle, Ortscmnehmerder kleineren Ltädte und auf dem Laude, Gehiben der Ortseuiuchmer m gröberen Slädlcu, Wagennieister und Koiilr-olleure, Speicher- ocviunlicr, Steuer- uud Tomäuen-Pfaudmelster, Steutt- und Zoll- emnehnier, Forst.varle, Ho'- und Kreisbauauffeher, Lcrgkafsterer, Satmeukoulrolleure, Expeditoren, ExpedilwnLgehilien und Bahu- mcifter. Durch Verorduuug vom 9. Januar 1894 kamen hinzu , die Stellen der Ärückeiimcisler, Oberbrückenmeister, Stratzeunietsier, l „Lsemen' nannte. 1 Dammmetster, Baggermeister, Gradier- und ^e^meister,, Siede. SH?sr»«tonten bMnÄÄ wir uns am Ssuworowschen Prospekt versaninu.ln. I Haummagazme und Werkstätten in ^er Bahnoerwaltung. w Ssemen" war mit Tscherny gekommen, gab letzterem eine ^e()ait5Ucrl)ältmife sind 511 verlchicdeu, als bau ftc hier angeführt Asche bie als Bombe bienen sollte, unb mir einen Revolver, | ivel-bcn könnten. _ _______ mit bem ich ben Verkäufer bebrohen sollte Während des Ucberfalles hat „Ssemen" Kommando geführt. Alle Angeklagten wurden des VerfUchs eines Ueb er fallet schuldig bCfU*%"i- Frau Mit b-m guten G-ruch. Eine tuffitoeI Sanc tat.,' Ceitl.die i!Ui..bc. Damc Fräulein Behrendt, erwirbt wöchentlich etwa 300 Ack. — in dem eigentümlichen Beruf der Proberiecherin. Zwei Stunden Gr,g,uaL-0rc,htMeL0NNSeN. täglich ist sie für diese Bezahlung im Dienst einer großen rujf. Berlin, 22. Okt. Ter „Vorwärts" ist heute in der ' rtU ,’rnr so Lage, den Entwurf des getrennten Elektrizi- ' 'täts-und Gassteuergesetzes zu veröffentlichen Die Steuer für elektrische Krast und Gas wirb iw Entwurf mit 5 Proz. bes Abgabepreises, jeboch nicht über emen halben Pfennig pro Kilowattstunbe bezw. pro Kubikmeter angcsctzt, unb zwar soll als Abgabepreis ber vom Verbraucher M enlrichten.be Preis gelten, also ber .Hochstpreis. Neben bieser Besteuerung bes Verbrauchs von Gas unb Elektrizität ist eine enorme Beste uerung der Beleuchtunas- mittcl geplant, teilweise bis zu ^0 und 60 Proz. ihres heutigen Detailpreises. So sollen z. B. Glühstrumpfe für Gasglühlicht, bie heute im Detailverkauf 18—20 Psg. kosten, (ünTtig mit 10 Psg. pro Stück versteuert werben, und ebenso wirb von gewöhnlichen Glühbirnen eine Steuer von 10 Pfg> pro Stück verlangt. Plauen, 22.Okt. Die Erdstöße im oberen Vogt- lande dauern feit gestern ununterbrochen fort. Gestern nachmittag von 1 bis 10 Uhr wurden 30 teilweise^sehr starke Erdstöße verspäct, die von cxplosionsähnlichen Geräuschen unb nachfolgendem dumpfen Rollen begleitet waren., Das Erd- bebengebiet ist diesmal bedeutend größer als sonst, u. a. wurden in Klingenthal, Markneukirchen, Adorf, Asch, Oels- mtz und zahlreichen Orten des nordöstlichen Böhmens Erschütterungen wahrgenommen. Um 11 abends wurde auch' in Plauen ein Erdstoß beobachtet. Die Nacht verlief ver- hältnismäßig ruhig, doch wurden fortgesetzt leichte Er- schüttcrungen bemerkt. Heute morgen wurden bie Stoße Märkte. fe. Frankfurt n. M., 22. Ott. (Telegr, Orig.-Bericht de? Gieß. Siu.".) Amtliche Notierungen der heutigen JicbuiarEb- ■ f ~ . - 11 d 1 • e t i c Qitui Verkaufe ftnubeii: 48 Ochfeu, 3 aus Oesterreich ll)uen baten, ihnen einen Lchinken Bullen 0 aus Oesterreich, 65 Kühe Fersen, Stiere und Rmder, wollte ber Kommis bas Verlangte . Rälbe'r 365 Schate und Hammel, 1030 Schweine, 00 Ziegen, lauf er Plötzlich „Slillgestanden!" kom-o'viegenla'^ner, 00 Schallämnier. Dczahtt wnrdcn für if^i'Aeinn einen Revolver richtete unb | 4;fnnb Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität /9 81 2. Qualität 70-72 Mk., 3. Qualität 58-62 Mk.^ Bullen: 1 Qual. 66—68, 2. Qual. 62—64; Küste. 1. Dualität <2-/4 JIL, 2 Qual. 64-66 Mk., 3. Qual. 52—54 Ms-, 4. Qual. 00—00 Ack , 5 Qual. 00-00 Mk. Bezastlt wurbpu für bciy Pfund Schlachtgewicht: Kalber 1. Qualität 92 bis «5 V'g., Lebendgewicht 55-b6 Pfq., 2. Qualität 80-90 Psg., Lebendgewicht 47-53, Pig., Schlackstgew 80-90Psg.; Schafe: 1. Qual. 78 bis bO Psg., 2. Qual. 64-88 Pfg. Schweine: 1. Qual. 71—73 Pf., Parsümfabrik tätig. Zu dieser Tätigkett gehört em au&crorbent lieh gutes Geruchsvermögen, das bei H-rauletn Behrendt m s hohem Grade entwickelt ist, daß man ihr die darfun^ hum .Proberiechen" anvcrtraut, die für den Gebrauch der Königin von England bestimmt find; das kostbarste hierunter ift das Lieb^ lüiasparfüm der Sümigin, eine Veilcheneffenz, von der ein Fläschchen von noch nickst 30 Gramm Inhalt 10 Pfund Sterling, al|O*205i™'£^näg=t unb Ebarattcr. Ein rfta W Mill aus den Fingernägeln die Eharakterzüge eines Wefen^ bestimmen. Breite Fingernägel zeigen, baß bereu ^^er eine sanfte, schamhafte unb schüchterne Natur.ist- Bei fchmalen Nageln soll man auf Ehrgeiz unb Zanlsüchtigkeck schließen tonnen, runde Nägel haben einen herablassenden, dreisten und 'elbstbewMen Besitzer. Kleine Nägel sollen das Zeichen von Beschränktheit und GeistLsarmut sein, rote und gewrungene gehören einer cholerischen, leicht reizbaren Natur. Abgenagte Fingernagel wagt eine nervöse und eigensinnige Penon. Gewarnt muß schließlich vor solchen Personen werden, die ihre Nägel scharf zufpitzen, sie sind nämlich hinterlistig, falsch und eigennützig. * Dame: „Wie finden Sie dieses mein neuestes Konterfei?' Herr (nichts weniger als entzückt) :^„Hm, waren Sie wahrend des PhowgraphierenS selbst zugegen?" * habe gehört, daß du btcicit Sommer nach Afrika reisen "willst. Kann bas wirklich bein Ernst setn . — ,,^a, aber nur aus bem Kamel, bas bieses Gerücht ^sgesprengt hat. * Recht trö stlich- Neu einziehenbe Partei (alv sie m ber anstoßenden' Wohnung ein Klavier bemerkt): „Die fpiclen doch nicht 2va ost?" - Hausherr: „Die spielen illferhaupt nickst - bic lernens erst!" ä d, «leine Tageschronik. Colosseum Giessen Walltorstr. 36—38 (früher Eass Selb) Telephon 644 Direktion A. Rappmann, 08854) L Zimmer 08353 |5767 bei Pirr. auBgcführt von der . 6242 Anfang 4*/> Uhr. Eintritt 40 Pfg. NB. Im alten Saale Restauration wie immer. MetaSI putz (£. Herber. (6197 mieten. 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