Nr. 171 Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: u^. Tel.-AdruAnzeigerGießen. Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 23. Juli 1808 ***“ ,--Nch müWm= M smtnta* *aS^A**A** aa «-ta-tarf un» «erlog der Brüh,Ich-, Dre Lietzener ZamMenblStter- werden dem U 8H 8 KI |^Z ftZ g U g< | fl A/v" O Umo-rs.tätS-Buch, und Steindruckerei. .Anzeiger^ viennal wöchentlich beigelegt, das ä,^Lr BT|| 9L- ■ 9, Wz |L S R. H 8 §_. 2ange, liegen. „Kretsblatt für den Kreis Stehen" zweimal V IV * V V ■ W H W" W V wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- -■ - ** ♦ * w fragen“ erscheinen monatlich zweimal. General-Anzerger für Oberhessen politische Tagesseha«. Zur Lage in der Türkei. Mehrere diensttuende Offiziere des Yildi- sind gestern verhaftet worden. Sie stehen im Verdacht, sich um den Günstling des Sultans, Izzet, geschart zu haben, um den Sultan zur Abdankung zu zwingen. Der Großvesir Ferid Pascha ist durch ein Jrade des Sultans abgc- s e d.t worden. Zum neuen Großvcsir wurde an seiner Stelle Said Pascha vom Sultan ernannt. Ferner wurde zum Kriegsminister der Chef des Generalslabes, Marschall Omer Rueschdi Pascha ernannt. Gestern begaben sich die beiden neuernannten Minister mit den übrigen Ministern zum Palast, um dem Sultan zu huldigen. Au8 Persien. Als Ergänzung der Berichte aus Täbris erfährt die „Petersb. Telegr.-Ag.", daß während des Kampfes zwischen den Verteidigern des int Dawatschibezirke belegenen Endschumens Jslamie und den Einwohnern des Ihm» rakhibezirkes, den Sattar Khan verteidigt, auch Geschüüe zur Verwendung kamen. Die Basarläden sind von den sie besetzenden Bewaffneten geplündert worden. Sattar Khan drang des Nachts aus Umwegen mit seiner Reiterei in den Dawatschibezirk ein. Ein aus Teheran nach Täbris gesandtes Bataillon lief auseinander, da es weder Sold noch Brot erhielt, an dem in der Stadt der größte Mangel herrscht. Die Revolutionäre verloren gestern abend die am vorhergehenden Abend den Anhängern des Schahs abgenommenen Verschanzungen. Ein Sohn Rakhim Khans wurde im Kampfe getötet. In der Frühe des heutigen Tages riesen Trompetcnsignale die Bevölkerung zur Moschee und auf die befestigten Stellungen. Der Kampf begann von neuem. Die Telegraphcnlinien nach Teheran und Rußland sind zerstört. Ausweisung eines Gesandten. Ein Telegramm aus Caracas meldet: Präsident Castro wies den niederländischen Gesandten de Neus aus. Der venezolanische Minister des Aeußern sandte dem Gesandten die Pässe mit einer Note des Inhalts, daß im Hinblick auf die Anschauungen, die de Reus in einem am 9. April an den Präsidenten Castro gerichteten Schreiben zum Ausdruck brachte, dieser ihn für ungeeignet erachte, m freundschaftlichem Sinne als Mittelsperson für die Beziehungen zwischen Venezuela und den Niederlanden zu wirken. Wie aus Caracas weiter gemeldet wird, ist das von dem niederländischen Gesandten de Neus am 9. April an Präsident Castro gesandte Schreiben wahrscheinlich die Antwort auf die Aufforderung Castros, in Holland ein wachsameres Auge auf die holländischen Schiffe zu haben, die zwischen Lagueira und Curacao verkehren und auf denen häufig venezolanische Revolutionäre unter falschem Namen geflohen sein sollen. Diese Ereignisse liegen vor der Schließung Curacaos für die venezolanischen Schiffe wegen der in Lagueira herrschenden Pest, durch welche große Unruhe hervorgerufen wurde. Lin hessischer Gedenktag. Zum 2 8. Zuli. Nach dem Siege der verbündeten Hessen, Hannoveraner, Braunschweiger und Preußen unter dem Herzog Ferdinand von Braunschweig am 23. Juni 1758 bei Krefeld über die Franzosen, wurde ein schwaches hessisches Korps unter dem Prinzen Johann Kasimir zu Jsenburg-Birstein zur Beobachtung der französischen Truppen in der Wctterau in die Linie Fulda-Gießen-Wetzlar vorgetrieben. Das Korps mußte sich aber am 20. Juli vor der überlegenen Macht der von Frankfurt a. M. vordringenden Franzosen unter dem Herzog von Brogli zurückziehen. Es zog bei Kassel vorbei über die Fulda und nahm auf einer Anhöhe bei Sandershausen Stellung. Ihm folgte aus dem Fuße der Herzog von Brog- lw. Er traf am 2 3. Juli 175 8 in Kassel ein und beschloß sofort am selben Tage das hessische Korps bei Sandershausen anzugrerfen und aus seiner Stellung zu verjagen. Daraus entspann sich ein merkwürdiges Gefecht. Gegen Mittag zogen die Franzosen wohlgemut, als ging es zum Tanze, zum Leipziger Tore hinaus, stutzten aber, als schon aus den nächsten Gärten, wohin sich eine Kompagnie hessischer Jäger aeschlichen hatte, mörderische Schüsse fielen, wodurch das Vordringen der Franzosen ins Stocken geriet. Der Jäger-Kapitän hatte seinen Leuten den Befehl gegeben, nicht eher zu schießen, als bis die Franzosen ganz nahe heran wären; dann sollten sie ihnen „über das Kreuz" halten, d. h. über die Stelle, wo sich die we-ißen Bandeliere der Patrontasche und des an der linken Seite getragenen Schnappsacks (Gepäck) kreuzten. Plötzlich ertönte für die Jäger das Signal zum Rückzug, nachdem sich die Reihen des Feindes erheblich gelichtet. Denn französische Kavallerie war durch die Fulda geritten und drohte den Jägern in den Rücken zu fallen. Isenburg konnte den feindlichen Reitergeschwadern nur zwei Schwadronen entgegenwerfen. Unter beständigem Plänkeln drangen die Franzosen bis zum Fuße der Anhöhe vor, wurden mehrmals aber heftig unter großen Verlusten zurückgeworfen, so daß cs dem kleinen Korps der Hessen nur an Kavallerie fehlte, um den vollständigen Sieg zu erfechten. Unter den Gefallenen befand sich Oberst Achill Josef von Broglio, ein Vetter des Herzogs. Bis zum Abend behaupteten die Hessen ihre Stellung und zogen sich darauf nach Münden zurück. Die französische Armee gedachte dieses blutigen Tages mit Schrecken, die Hessen hatten dagegen ihrem Nuhmeskranze einen neuen unverwelklichen Lorbeer eingefügt. Daran sei heute nach 150 Jahren erinnert. Deutsches Üeich. Die Kaiserin verläßt am 1. August vormittags Schloß Wilhelmshöhe und begibt fiel) nach Swinemünbe, um von da mit den: Kaiser auf der „Hohenzollem" die Reise nach Stockholm zum Besuche des Sck-wedischen Königspaarcs anzutreten. Las Kaiserpaar trifft am 8. August wieder auf Schloß Wilhelms- hühe ein. Der Kaiser reist am Abend des 10. August nach Schloß Homburg v. d. Höhe zur Einweihung des Denkmals der Land- gvafin Elisabeth von Hessen-Homburg, geborenen Prinzeß von Großbritannien und Irland am 11. August. Die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise von Preußen begeben sich ebenfalls am 10. August zum Besuche der Hessischen Herrschaften nach Schloß Friedrichsl)vf im Taunus, um dort tags darauf König Eduard zu begrüßen, der am 11. August vormittags auf Fried- richshof ein trifft und am Abend die Reise nach Marienbad fortsetzt. xer Kaiser trifft zur Begrüßung des Königs von England am Nachmittage des 11. August von Homburg ebenfalls aus Schloß Friedrichs Hof ein. Die Erbschaft der freireligiösen Gemeinde zu Breslau. Obwohl der Großherzog von Hessen der Breslauer freireligiösen Gemeinde auf Grund ihrer Eintragung in das Vereinsregister von Offenbach die Genehmigung zur Annahme der L-mten Müllerschen Erbschaft erteilt hat, verweigert der Nach- laßpsleger Rechtsanwalt Bucka (Breslau) die Auszahlung der Erbschaft wegen des Widerspruchs der preußischen Minister des Innern und des Kultus. Die freireligiöse Gemeinde hat deswegen eine Eingabe an den König gerichtet. Die Sondergesandtschaft der Negerrepubli k Liberia ist gestern auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin eingetroffen und dort von einem Mitgliede des Auswärtigen Amtes und einen. Dolmetscher empfangen worden. Die Gesandtschaft ist für die Tauer ihres Berliner Aufenthalts Gast des Deutschen Reiches. Gü t e r sch a ch er in der Ostmark. Wiederum wird der Uebergang eines größeren Gutes aus deutschem in polnischen Besitz gemeldet, und zwar aus dem Kreise Großwartenberg in Schlesien. Tas 2200 Hektar große Rittergut Großwoüsdorf, das Herr Anton Müller kürzlich von Herrn von Schmcling erworben hatte, hat Müller jetzt an Czikanowski aus Hohensalza verkauft. Kann man es den Sozialdemokraten verdenken, menn sie über deutschen Geldsackpatriotismus spotten. Ein Pole wird um pekuniärer Vorteile willen niemals auch nur einen Fußbreit Landes an einen Deutschen verkaufen; solche nationale Gesinnungslosigkeit ist leider nur auf deutscher Seite zu finden. Parteitagung. Der Reichsverband der Vereine der nationalliberalen Jugend hat seine diesjährige Vertreterversammlung auf den 10. und 11. Oktober nach Elber -s feld cinberufen. Zum Kapitularvikar des Bistums Er m land ist' soeben der Domprvpst Dr. Dittrich in Frauenburg gewählt worden. In M c m c l - H e y d e k r u g , wo infolge der MandatSnie- derlegung des natl. Abg. Schwabach eine Reichstagsneuwahl erfolgen soll, ist der Rütcrgutsbesitzer H o f e r - Skaisgirrcn als Kandidat von den Sozialdemokraten aufgestellt. Das Befinden Eulenburgs hat sich seit der $er* tagung des Prozesses langsam gebessert. Wie verlautet, haben' die Aerztc erklärt, daß der Gefangene zur völligen Genesung einer Luftveränderung bedürfe. Es ist daher die Möglichkeit, erwogen worden, den Fürsten wieder nach Liebenberg zu transportieren. Der russische Ministerpräsident Stolypin hat nach einer Meldung des Hamburger Fremdenblattes auf dem Aviso „Almas" die Reise von Kiel nach Hamburg angetreten., Dem Vernehmen nach wird Stolypin mit dem Reichskanzler' in Norderney zusammentrcffen. Staatsbürgerliche Gleichberechtigung der! Studenten. Den Berliner Morgenblättern zufolge hat eine! Studentenvcrsammlung, die sich mit der Auflösung der Berliner, Freien Studentensckwft beschäftigte, folgenden Beschluß gefaßt:. „Die allgemeine Akademikerversammlung vom 22. Juli protestiert gegen die Bevormundung und Einschränkung ihres Ver- sammlungs-- und Vereinsrechts, die durch die Vorschriften für Studierende von 1879 in Verbindung mit der DiLziplinargc- richlsbarkeit ausgeübt wird. Die Versammlung beschließt, in einer Petition an das Abgeordnetenhaus um staatsbürgerliche Gleichberechtigung mit allen Altersgenossen unter etwaigem Verzichte auf Sonderrechte einzukommen."' Die Prämien für Kraftfahrzeuge. Nachdem in dem diesjährigen Neichshaushaltsetat größere Summen für Beschaffung und Bereithaltung von Automobillastwagen der Heeresverwaltung zur Verfügung gestellt worden sind, bat diese dem „Bert. Lokalanzeiaer" zufolge, besondere Grundsätze für die Unterstützung von in Privatbesitz befindlichen kriegsbrauchbaren Kraftfahrzeugen aufgestellt. Danack> sollen nach Maßgabe der verfügbaren Mittel Unternehmern und sonstigen Privatpersonen, die den militärischen Bedingungen entsprechende Kraftfahrzeuge in Betrieb nehmen und sich verpflichten, sie während mindestens fünf Jahren im kriegsbrauchbaren Zustande zu erhalten, folgende Prämiert bewilligt werden: 1. eine einmalige Beschafftlngsprämw von 4000 Mark; 2. eine Betriebsprämie auf die Dauer von 5 Jahren, pro Wagen etwa jährlich 1000 Mark; 3. eine Be- triebstosfprämie für die Verwendung inländischer Betriebsstoffe in von der Heeresverwaltung zu bestimmender Höhe. Ter Antrag auf eine derartige Unterstützung ist vor Beschaffung des Kraftwagens an das Kriegsministerium zu richten, das bei zustimmend-'rj Entfcheidung mit dem Antragsteller einen Vertrag abschließt. Die Gewährung weiterer Prämien für Vervollkommnung der Bauart und andere Erfolge der Autoindustrie, die den Absichten der Heeresverwaltung entgegenfommen, hat sich diese Vorbehalten. Ter Jahresbericht des Vereins der Deutschen, Kaufleute (Sitz Berlin) für 1907 ist soeben erschienen. Der- Verein zahlte, wie wir dem Berichte entnehmen, 1907 allein an Stellenlosenuntcrstützung 32 034,50 Mk.; dazu traten noch 522,80 Mk. Unterstützung in außerordentlichen Notfällen und 782,50 Mk. Renten für invalide Mitglieder, an Mranfengetö, Arzt, Arznei usw. 184 070,19 Mk. Die Stellenlosenkasse meist an Vermögen auf: 141963,25 Mk. gegen 125161,— Mk., die; Kasse für alte und invalide Mitglieder 108 640,74 Mk. gegen! 92162,90 Mk., die Krankenkasse 84 667,88 Mk. Tie Rechts-! schutzabteilung erteilte 1573 mündlich: nnd 629 schriftliche Auskünfte. Im Wege gütlicher Vereinbarung wurden 10 994,20 M?.^ an Gehaltsforderungen erlangt, während durch Vertretung vor dem Kaufmannsgericht 6296,50 Mk. erstritlen wurden. Trotzdem das Jahr 1907 ein dem Handel recht ungünstiges war, worunter erfahrungsgemäß die Bernssvereine zu leiden haben, hat sich die Mitgliederzahl des Vereins von 18 623 auf 19 933 gehoben und beträgt gegenwärtig bereits mehr als 20 000. Ausland. Sir William Randall Cremer, der Begründer der internationalen Schiedsgerichtsliga, der auch einmal mit dem Nobel-Friedenspreis gekrönt wurde, ist heute in London, 70 Jahre alt, gestorben. Präsident F a l l i e r c s ist gestern abend nach herzlicher Verabschiedung von der königlichen Familie unter dem Salut 5um Zahrertag der Einweihung der neuen Gießener Staöttljeatcrs. Deute vor einem Jahre, am 23. Juli, beging unsere Stabt als Einleitung zu den glänzenden Festtagen des 300 jährigen Universttäts-Jubiläums das Fest der Weihe des neuen Theaters mit Prolog von Alfred Bock und der Aufführung von Goethes „Vorspiel auf dem Theater", Kleists „Zerbrochenem Krug" und „Wallensteins Lager". Tie Anerkennung, welche der prächtige Bau damals unb an den Tagen des Universitätsfestes seitens Einheimischer und Fremder fand, ist ihm auch int Laufe des Jahres wiederholt gezollt worden, and) von einer Reihe von Bau-Kvrnmifsionen, die auf Besichtigungsreisen von Theatern begriffen waren und es öfters für das schönste Haus von allen gesehenen erklärten; ebenso fanden feine Einrichtungen das Lob aller fremden Künstler, die in ihm gespielt haben. Alt dem Jahrestag seiner ,Wethe ist es aber wohl ant Platze, einen Rückblick zu werfen auf das, was in dem neuen Hause künstlerisch gearbeitet worden ist. Es fanben in der Winterspielzeit 1907,05 im ganzen 147 Vorstellungen statt, davon 63 (dreimal 21) int Abonnement und bei gewöhnlichen Preisen, 16 bei gewöhnlichen Preisen und außer Abonnement, 43 bei kleinen Preßen (meist an Sonntagen), 21 — darunter 8 Kindervorstellungen — bei Volkspreisen und vier Vorstellungen (mit Gästen) bei erhöhten Preisen. Als Gäste traten auf Irene Triesch, Gertrud Eysoldt, C. W. Büller, die Schlier- [Ctt' Else Jüngling unb das „Erdgeist"-Ensemble. Die Gut- fche-tne der Abonnenten, deren Benutzung für alle Abonnementsvor- stellungen gewährleistet ist; konnten auch in einer großen Zahl wettmer Vorstellungen verwendet werden. Zu diesen 147 Schauspielvorstellitngen des Winters kommen nock) hinzu ein Ensemble-Gastspiel des Frankfurter Schauspiel- I-auses tm Mai, ferner 5 Operettenvorstollurigen im Sommer um» 4 Opernausführungen durch das Darmstädter Hostheater. toctter noch hinzu 6 Vorstellungen, die bei unb kurz nach der Einweihung ftattfanben, so sind also — abgesehen von ben pestaufsühruitgen beim Univcrsitätsfest — während des ab- gelausenen wahres im ganzen 163 Vorstellungen gewesen. Bei Ausschluß der Opern und Operetten kamen 53 verschiedene Stücke ^rr Aufführung,^ 13 davon — besonders Dramen von Schiller, Kleist, Hebbel, Shakespeare, Ibsen — waren für Gießen neu, unb 12 waren überhaupt Novitäten. Diese kamen mit Aus- nahme von Erdgeist, Elga, und Sittliche Forderung, die als Gastspiele gegeben wurden, und Fräulein Josette, das für das Abonnement nicht geeignet mar, alle im Abonnement zur Auf- sührung. Es ist also im neuen Theater während des abgelaufenen ersten Spieljahres ein respektables Maß künstlerischer Arbeit geleistet fröprb'qL Der Besuch fast aller Vorstellungen war ein über Erwarten guter und das Abonnement auf die 63 Abonnementsvor- ftellungen sehr stark. Auch für die am 1. Oktober beginnende zweite Spielzeit läßt sich setzt sdjon, was den Besuch der Vorstellungen betrifft, eine sehr günstige Prognose stellen. Tenn während im vergangenen Winter an den drei Abonnementsabenden im Ganzen 1170 Plätze abonniert waren, sind schon jetzt für den nächsten Winter 1040 Plätze verteilt. Diese Arbeit der Platzvertellung ist aber noch nicht abgeschlossen, viele Meldungen harren noch ihrer Erledigung, weil die gewünschte Platzgattung an dem gewünschten Abonnementstag nicht mehr vorhanden war, weshalb an die betreffenden Besteller die Bitte ergehen wird, ihre Bestellung inbezug auf Platz oder Tag zu ändern. Wir lyoffen aber und sind überzeugt, daß Herr Direktor Steingoetter feine Ehre darein setzen wird, daß bem "guten Besuch des Theaters im kommenden Winter wieder ebenso gute künstlerische Leistungen entsprechen wie in der vergangenen Spielzeit. C. F. — F ü r st E u l e n b u r g a l s Sch r i s t st e l l e r. Die „Allg. Buchhändlerztg." veröffentlicht einen Artikel über die literarischen Neigungen Fürst Eulenburgs, bem wir den folgenden interessanten Abschnitt entnehmen. Zunächst werden die im Buchhandel erschienenen Werke des Fürsten aufgezählt: Das Weihirachtsbuch. Erzählungen, Märchen, Gedichte unb Lieber. 1892. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, geb. 5 Mk- Skaldengesänge. 1893. Erich und Erika unb anbere Erzählungen. 1893. Abenberzählungen. 1893. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, geb. 3 Mk. Drei Märchen. 1898. Gine Erinnerung an Graf Gobineau. 1906. Fr. From- manns Verlag, Stuttgart. .1 Mk. Dann heißt es werter: Die Mehrzahl der Eulenburgschen Werke wenbet jitf) an die Kinderwelt. Es sind Märchen, Phan- tafien unb Erzählungen, bie von Elfen, Feen, (Engeln, Gnomen und Liliputanern bevölkert'find, die barm iljr Wesen treiben. Tie Weihnachtstanne erzählt ben Kleinen ihre Geschichte, und der Hampelmann macht seine Bemerkungen dazu, während der Weihnachtsengel in seinem rosa Kleidchen mit den goldenen Flügeln von der spitze des Baumes herabfliegt unb sich zu den K-indern gesell:, um ihnen Bericht aus seiner hrmmlischen Heimat zu erftatten. „Erich und Erika", das seinen Tttel der ersten Geschichte entlehnt, enthält Erzählungen für Kinder von 9 dis 14 Jahren, die, wie aus der Widmung („Seinen geliebten Kiirdern Adine, Fritz-Wcnd, Asla, Sigwart, Karl und Tora") und dem Stoff geschlossen werden kann, in erster Linie für die Kinder des Fürsten selbst bestimmt roaren. Einige dieser Geschichten spielen in Anlehnung an Familiensagen in Liebenberg und Hertefeld, ben Stammsitzen ber Eulenburgs unb führen zum Teil zurück in jene Zeit, als bas Geschlecht der Eulenburg iwch 9teburg_ hieß, sind aber mit phantastischen Zutaten derart durchsetzt, baß man sie als freie Erfindung des Verfassers anfcheu muß. Die Vorliebe Eulenburgs für Viärchcn, Kindergeschichten und Pl)antasien erfd>eint charakteristisch für ihn, den Diplomaten und Weltmann, zu sein, ber aus den Salons der großen Welt flüchtet, um sich ein eigenes Königreich im Lande der 2räume zu suchen, in bem feine Phantasie nach Herzenslust aus unb ein gehen kann. Sie zeigt den Schwärmer und Phantasten, in dessen Brust zwei Seelen wohnen, von denen die eine den realen Dingen dieser Welt zugewandt ist, während die andere sich in eine Welt verliert, bie ihm allein zu. eigen ist. Die Schwäche hat sich von jcl)cr zum Heroischen hingezogen gefühlt, und es liegt fein Widerspruch darin, daß auf das „Weihnachlsvuch" die „Skaldengesänge" folgten, die unter dem Eindruck der nordisckien ytahtr entstanden, die sich ihm, bem steten Begleiter des Kaisers auf seinen Nord- landfahrten, erschloß .... ♦ — „Haus Oestreich muaß geb n". Peter Rosegger schildert folgende Szene aus einem Daue rnwi r t s hau s: Zwei Bauern streiten miteinander. Der eine schlägt mir der Faust auf den Tisch: „Wia's is, so ls 's! Jh sog, wos ih sog! Wo ih miltua, do tua ih mit! Otleinol.' Oba do nit! Wan rh sog na, so is 's na! Prozeß is Prozeß! To sog ih nie so oder so, damits nit nochha hoaßt, ih hätt so oder so gsogg!" Der andere lacht: „Oba, du I)vst jo grob zwaomol so ober so gsogg!" „Ih ? Ih hon nia so oder so gsogg. Nia!" „Hiaz host as 's brütemol gsogg." „Holt bie Pappn!" schreit der erstere unb versetzt dem andern eine Ohrfeige. andere schlägt nicht zurück, sondern sagt ganz gelassen: „So, Wastl, hiaz kannst fünf Gulden Strof zohln oder an Tag Mn." ~er Wastl lacht: „Jo? Na olsdan! Hiaz hon ihs leicht. Hiaz kann ih mit Haus Oestreich mochn, wos ih will. Kon qebn oder ton nehina." „Wia so ?" fragt der andere. „Ih hon jo d' Wohl. Jh zahl fünf Gulden oder ih loß mih re09 umasunft vaköstmga. Jh wia der ’Jiorr sein und fünf Itros. .Vaus Oestreich muaß geon. Jh sitz!" „Er „itrafi!" Er „sitzt!" schreibt Rosegger dazu, „Haus Oesterreich, das heißt der Staat, ist selbst der Gestrafte, so ost er einen in den Arrest tut. Ein solcher Sträfling, der bie Wahl hat zwischen Zahlen oder Sitzen, ist Herr der Situation — Geben oder nehmen! Und das soll luribn'd) gleichwertig sein? — Man lernt was bet den Bauern." - ■E Vo '4B«tlsc ä § £)5rf)fte Temperatur Niedrigste , Handel 91.951 Eicktnz. Lahmeycr 3)4 Reichsanleihe do. ÖH Tie Siede deS zweiten Bürger in ei st e r S wird amtlich a u o n t1 d) r t c b e n, 89.60 Berliner Börne, 22. Juli. Aofangakurs*. 196.60 136.00 >vao in jeder 2" 9* 90.00 93 50 98.80 93.20 Elektriz. Schlickert . Escliweiler Bergwerk 2 2 Sonnenschein Klarer Himmel Sonnenschein 22 30 147.90 120.00 2240 92 uU 146.90 64 81 83 E NNE * 18,9 • C. 4- 12,6 ‘ C. 5 C 22. 22. 23* 62.40 63 00 95 95 88.40 94.50 146 60 50.70 86.20 65.80 97.05 Harpen er Bergwerk Laorahütle . . . umbarden E. H. Nordd. Lloyd . . I drkenlose . . . 82.60 91.90 82.70 8.3 10,2 9,5 f-e A C (3 188.00 107.76 197.00 Juli 1908 Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Aruenk Paket1. Burpeuer Bergwerk. . . Laurahütte Nordd. Lloyd . . . . Übeiscbks. Eisen-Industrie Berliner Hondelages. . . IM . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-KommandiL . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenlahu Gotthardbahu Lombard. Eisenbahn . . uesterr. MaaUDahn . . . 1 ’ nnce-B curi-Eisenbahn 22. Jnli 22. . Canada E. B. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Durtmunder-Lnion C. . Dresdner Bank . . . 1 endens: schwach. 4S 4% 3 Jo 3h . 117.80 . 106.75 . 194.75 4H*lt russ.Staatsaul. 1905 4>a ' , ,apan. Maatsauleihe 4 o Cunv. Türken von 1903 Türkeulose 4-4 Griech. Mouopol-Anl. . 4-d äussere Argentinier . öv/e Mexikauer . . . I>i7« Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W Tendenz: schwach. 92.00 159.00 122.80 229 40 136.00 170.40 136.70 198 80 bet tzoris und der Kriegsschiffe auf ban 2ü>ifo „Cafitari.", der non yon Icrpebobooten begleitet ift, von Kopenhagen nud> ittxl* Holm abgeren't. am 21. bis . 21. , Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteik von der Hank für und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse, 22. Juli, 1.15 Uhr. 21300 109.60 Landwirtschaft. ss Marburg, 22. Juli. Ter diesjährige grobe Herbst- Tfeibemarkt mit Bcilosimg findet am 10. «eptemder statt. Tas Absatzgebiet der Pole erstreckt sich aus die Kreise Marburg, Kirchham, orautenberfl und Biedenkopf. || Kirchhain, 22. Juli. Am 9. November findet hier eine ch e i i ü g e 1 - A u 4 st c 1 i u n g nut Verlosung statt. Tie Lose können in den Kreisen Kirchham, Marburg, Ziegenhain und Frankenberg vertrieben werben. zu dem verzweifelten Schritte getrieben. • Flugtechnisches. Die Reparatnrarbeiten an dem Zeppelin scheu Luftschiff werden in ca. 8 Tagen beendet fein. Ter Trunin des Aufstiegs wird geheim gehalten. — DaS englische Luftschiff .Nullt SccunduS' machte am Mittwoch wieder Fiasko. Dec Aiifstieg hatte in Farn-1 borotigh slattfiuden sollen und Tausende hatten sich dazu dort versammelt; doch sic muhten heimkehren, ohne einen Triumph dec cngl. Luftschiffahrt erlebt zu haben. ES halte sich cm Defe kt bemerkbar gemacht und dec Aufstieg wurde auf einige Tage verschoben, um die Reparatur zu ermöglichen. — Pariser Blättcrmcldungcn zufolge ist am Mittwoch nachmittag bei OhiS (Departement AiSne) ein deutscher Luftballon niedergegangcn. ♦ Tie Abnahme in der Auswanderung nach Amerika. Aus 'Jiempört wird uns berichtet: Nach der soeben veröffentlichten amtlichen Statistik betrug die Zahl der Eiiuvan- derer in dem Jahre, das am 30. Juni zu Ende ging, 687 000 gegcitubcr 1300 000, die in dem entsprechenden Zeiträume im Zabre vorher in die Vereinigten Staaten eingcwandert waren. Diese erhebliche Abnahme ist durch die ökonomische ÄYiud, die im vorigen November zum Ausbruch kam, und durch die Lage! des Arbeitsmarktes zu erklären. Der roir Hiebe Ueberschusj von Zugcivandertcn in den letzten 12 Monaten beträgt aber weniger als 100 000, da in den ersten sechs Monaten dieses Zahrcs i 560 91-1 Ausländer den Vereinigten Staaten den Rücken gekehrt haben. ♦ Präsident Roosevelt bei der Heuernte. Rooie- nclt geniesst augenblicklich seinen Sommer air enthalt in Lystcr Bay, ani seiner Bcfitzllng Sagamore Dill, '-bleit davon entfernt auf der Bärenhaut zu liegen, beschäftigt sich der Praident mit körperlichen Arbeiten. Er Hilst den Farmern und Feldknechten habet, ihr veu etnzusammeln, gebt in den Wald, wo er in ^»ernbs- ävmeln und mit einer Axt bewaffnet, Bäume fallt, und beschäftigt sich im übrigen mit I n Vorher itungen für seine grobe asrikan Zagdtahrt. Sein Sohn Kcrmit, ein Jüngling von 20 Fahren, berichtet, dah er seinen Vater auf dessen Iagdexpedilion begleiten Jahr lang mindestens wird . uns hören, denn wir werden ins tiefste Innere Afrikas I ♦ Ter heisiestc Punkt der Erde dürste das in der gelegene „TodeStal" fein. Dieses Tal, dessen Name auf den Umstand zurückzusühren ist, da>> einst eine Auswandererichar dort | sond rn ist ringsum von toben Bcrgkdticn einac a lassen und liegt fünfzig Meter unter dem Meeresspiegel. Beobad^ungen, die nährend ein « 5oninuT« । von 39 Grad Celsius im Schalten ergeben. Das Maximum betrug an manchen Tagen 50 Grad. Kleine Tagcschronik. Meteorologische Beobachtungen der Station Wichen. Summa: 815) 6 (3) 2(1) 1(1) Jinm.: Tie m Sllanuncm gesetzten Ziffern geven an, ime Diel bet Todesfälle m der betiefsenden Krankheit ans von aiiswart« nach Wiegen gebrachte Kranke fjinmen. g erin e i ft er• zu Leipzig . Tie Gesuche sind bei dem Verantwortlich für „Aus Stadl und Land" und „GerichtSsaal": 2. B.: E. Anderson. 3)4*/, Konsols . . . . 3 H do 3)4'/, Hesseu 3/4*/, Oberhesseu . . . 1 % uesterr Goldrcnte. 4'?» Uesterr. Silbeneule Slabtoeioidnetenkollegium bi-i zum 15. August einznreichen. Tie ’i?ohl erfolgt zunächst auf sechs Zehre, eine 2isiederwahl gilt auf Lebenszeit. Bewerber muffen zum Nichleraint oder zum höheren Berivalningsdienst bclähigi fein. Ta; Gehalt beträgt 13 000 Alk. Ter Briener Tourist Lügmeier stürzte vom Zeirih in Oder» sleieiinark ab unb war sofort tot. Ter Kleinbahnzug von Chateau-Persien nach Moncornet (yrfr.) ist entgleist; fünf Personen wurden getötet und vier verletz«. In den den Rykow-Schächten benachbarten Kohlengruben erfolgte eine Explosion. Tret Personen wurden getötet und drei verletzt. 751,0 18,2 751,0 15,0 761,6. 13,5 . 163.90 . 122.20 . 229..0 Ungar Goldrcnte . Italien. Beute . . . l’urtugicscu Serie I Portugiesen „ 111 Märkte. •th. Gieße n, 23. Juli. Ter gestrige S ch w e i n e m a r k t hatte einen Vorrat von 700—750 Tieren. Tcr Handel ging recht flott, war doch auf dem Markt die 'Ansicht verbreitet, das, die fette Ware in allernächster Zeit wieder steigen wird, wodurch da» (Be* ichäft günstig beeinflußt würde. Bezahlt wurden pro Paar wertet 6-8 Blochen all 40-45 Mk., 10-12 Wochen all 55—65 Mk. Lpnnger 3—4 Pionat alt 70- 80 Mk., Einlegeschweine 110—130 Dik. Fette Schweine sind in dec Gegend bequem für 57—58 Mk. der genlnev Schlachtgewicht zu haben. Nächste Marktlage am 4. unb 5. August d. Z. am zweiten Tage mich Krämermarkt. i m bürg a. b. Bahn, 15. Juli, struchlmarkt. Turcb- schniltSpreiS pro Maller. iHoiev Leizen (nassauischer) 17,40 Mk^ weitzer Weizen 00,00 Wik., Koin 14,05 1'1 L, Gerste 11,00 TIE, Haler 7 95—0.00 Mk., Erbsen 0,00 Ulf., Kartoffeln, neue, I Rcichogcrichtsbricf. Nachdruck verboten. Z. S. Leipzig, Juli 190^. 2 \ e Verantwortlichkeit o e r Stadt bei sreiumhcr. stehenden Maschinen. Aus dem Va'serwerk dec Stabt.temeinoe Noblen; stand an der dem Mchchinenmestter fc. unterstellten Schmiede eine Bodrmafch.ne, deren rdernvrk .mvcnvahct war. 33er- fchiedenc Mmber. die an dein Ctlc, wo die Maschine stand, spielten, I machten nch nut dem R-d-.-rwerk zu sd»af'en, und bei diesem Spiel ist bem minderjährigen N. in Ävdlenz die Imke Hand erheblich verletzt worden. A beanspruchte infolgedessen von der Siadlgcineind. Hvblcm 3dsrdenseriar., weil der versa st ungs.n ästig berufene Vertreter der beNagten Stadi gemeinde, der Tirehor des Äaüenvcrks, 'ahr lässig du- Verwahrung der Den Minb.ni gc fahr lieben Amchme unterlassen habe, aa» Landgericht zkvblenz spreatz dem Shager em Schmerz, iisgeld von AW Äk. zu und stelUe fest, dast d-.e beklagte Stadt gemeinde stvblenz verpflichtet ist. Dem Kläger allen weiteren Schaden, der ihm aus diesem ! Unfall erwach ;u ist, zu ersetzen. Auf d-.e Berufung der BeNagten I irrte der Mlag.r von dem Oberlandes-gericht stöln adgewiesen. "'egen M oderlandeszerich H.cho Urteil hat:.- der Mi..je: Ncoiiion b-.-tm Rc-.^rsgench: ungelegt. Tcr 6. Zivilsenat d-s höchsten löc- luttshof.-s erkannte jur Aufhebung des Borderurteils, indem er da»u '.'lgende- erklärt: ..Brid- Vorinstanzen gtbrn rlcnnbar und mit Recht von der Auffassung aus, Da& wer eine dem Gericktrsaal. s. Marburg, 21. Juli. Ter Landwirt und tocnicinbcvat k». Prei« m l^rimivhaufcn im Freue Kirchham hat in mehreren Umgaben an Bic .Regierung m Kassel den Mehrer e d) 11 <1 | j " ;en steiienkammer. ~ er An ,ekla nach einer den ganzen -iag dauernden Bcrljanblung Jtci- jp rechn na, da nicht festgestellt werden konnte^ datz er wider besserem Wissen gehandelt, auch ivurde ihm bei Schutz des 5 1931 zngesprochen. Univcrjitäts-riachrichten. — Der Nückgang der evangelischen Theologie- studierenden wird von der kirchlichen und politischen Rechten stets aus das Konto der .kritischen" Theologie geschrieben. Um die Unrichtigkeit dieser Behauptung darzutim, Hai die .Lhromk der christl. Weit' die Ziffern dec Thcologiestudierendeii ans den Jahren 1886 bi« 1891 mit denen aus den Jahren 1903 bis 1908 verglichen. Ter erste Abschnitt kann al« die Zeit der Ictjtcn Hochflut, der zweite al« die de« viiederganges angesprochen werden. In bei (öesamtzisscr .st ein Rückgang an allen deutschen Univerfltätcn von 1572 auf 2106 cmgetretcn, also um 64 Prozent. An den einzelnen Uimjerfitäten beträgt bei Rückgang in Prozenten: Rostock 23, Wieben 27, Heidelberg 81, Tübingen 81, Marburg 31, Bonn 40, Strasjburg 41, halle 52, Erlangen 54, OJÖltingcu 55, Leipzig 56, -Berlin 58, Kiel 60, BreSlau 61, Jena Gl, Königsberg > 5 unb wrcisSwald 70. Temnach hat Rostock allerbing« den geringsten, aber die l ochburg der preustischen Octhodorie, GreflSivald, den arostten Niedergang zu verzeichnen. Bei Rostock ist zu berücksichtigen, bah dort von jeher wesentlich die Theologen der mcdlen- l'.iigischen Landeskirche ihre Aui>bildung erhielten. Stellt man die deutschen Iaknltaten, an denen die kritische Richtung hauptsächlich vertreten ,'n. .egen, Heidelberg, Jena, Alarburg und Strast - bürg, wo der Küdgang im Di,rchschuiti 88,6 Prozent beträgt, den posttwen .rakultäten Irrtaiigen, t^ieissivatd und Rostock, >vo der! Rückgang ö8,5 Prozent beträgt, gegenüber, so ist ohne Zweifel das i Hegenteil der Behauptung, die kritische Theologie habe deii Rückgang veranlaßt, ersichtlich. Noch klarer ivirb dies bargetan, wenn man ficht, wie weit Wiegen, Heidelberg unb Marburg in der Abnahme von bem Turchschinttssatz entfeint find. Für Prcusten aber nnrb öic i'Jegcnübcr|tellunn der beiden ciiistcrsten Flügel: Marburg mit 31 Prozent unb (VreisSwalb nut 70 Prozent die Bc- hauptimg der Rechten gcwisi nicht stützen. Mit Recht sagt die vchronik der .Christi. Weit': Ta der Rückgang allgemem ist, darf cm ®nmb m der theol. Zusammciischung einer staknltät nur bann vermutet weroen, wenn er den durchschnittlichen Rückgang bedeutend übersteigt. Bei keiner pieusiischen oakuttat mit .kritischer' Besetzung ift die« der Fall, m Zena sand cm Rückgang von 126 ani 49 studierende statt: aber m Dieifswalb ist die Zahl von 305 aus 89 gesunken; und an beiden Universitäten ist eine Veränderung bei Lehrkörper bezüglich der Richtung nicht vorge- kommen. Sport. ** Tie internationale Ausstellung von HundenI aller Rassen In oblenz am 19. und 20. Zult ö. Z. wurde I in sämtlichei, Räumen des dortigen Schützenhausei abgehniteu unb I war au« allen (Bauen Deutschlands, sowie aus Belgien, England, I Frankreich und Holland stark beschickt. Ter Besuch am Sonntaa war enorm unb bei Üodlenzer Kynologen-Klud kann nut ben ei l zielten Erfolgen wohl znlrieden lein. 1*4 waren über 170 Ehren-1 pietie gestiftet, -um Teil von sehr hohem Werte; hervor l ebe: . möchten ivu nur die allgemein bewunderten Stiltungen der Ri stbenzsiadt Coblenz (7 an der Zahl), de« Cbcrprä'tbenten bei I Rheinvroviuz Exr. Tr. nrhr. v. «chorlemer, vom ttfripon - Klub, I vom Klub Fraurais da Griffon, von der Societ<: caniuo de Nor-1 mandie, von vurn Korthal "Mu Schooten in Belp-Hollanc', uori (öriffon-Klub Belge, von den Tarnen bc. i'obleiijer Kynologen- Klub», von bei (Sobfeiuer Volksbank, von der Koblenzer Schutzen- gesellschaf:, vom Olt eben ec Verein r V u n ö e \ p o r f und oielen anderen. Abends fand ui bin Rhem-Anlagen groste« M. litärkonzert statt, sowie bengalische Beleuchtung unb ^Quinmatisu der Festung irhrenbrettstem uiib des Kaiser Wilhelm - Denkmal. , wozu viele Taufende von Schaulustigen herbeigeströmt waren, während den AuS'tellern und Glatten gleichzeitig em groster Salon-! bamrtev zur Verfügung stand, um öiete von dem t5oblenjcr Kyno logen-Klub nut grosten Kosten gebotenen wunderbare.. Berau- ftallimgen auf langsamer Rachiiahrt ungeflört au.- bet Nähe bewundern |ti können. Von vHefeen er bekannten "unbc• desitzern erzielten bei bei Prämiierung; August S ch,v a n auf deutsche Togge ziver 1. und lährenprer«, sonne auf Ptwai . vier 1M einen 2. uub - nenprci*. Vout« vanunel ar.- B..IIS. tu dm X und dce. Uhtenpreise. Heinrich Kraemer au' La..- ijunöe wer 3. Preise. Cand. mcd. veu Bucher aus vorcr zivet 3. »reise. Louverts mit Firma s vrüdlILe Uniocrfitäts DrudereL Siebe». Sri Ve02^^er^S^:^^^^^3'S o^h erl drei 1. - S.-er-cr:-'. | Vcrmifcbtc». - Berliner Selbstmörder. Ter Inhaber emeS Bi Uerg-ckr-teS, IultuS Engel, ist tot in feinem Sehe am- gefunden worden. Am Hälfe zetgten sich Etrangulatwn^- i'ieckma'e unb kleine Kraywunben, davon eine so genau, ued <5 möol.ch ift den Abdruck deS Fingernagels zu erkennen In der LZohnung rft kein Geld ßemnben worden Enge, hat c:cl in homosexuellen streifen verkehrt und viele Bescher empfangen. Daraus fchlost man auf einen Mord. E-» wurde - c. 'c . .'stellt, dast em Wechsel, dec prä'enlicrt wurde, nicht de-ahll werden konnte unb größere Zahlungen beooriianben. ES herrscht kein Zweifel, baß Engel in ferner finanziellen Be» drangn.S Hand an sich gelegt hat. — Tie 35 Jahre alle Ißitme Luise Stiller vergiftete gestern nacht ihre bewen 6, no 8iährtgen stinder Walter und HanS mit uleum, während sie sich selbst mit Lysol zu vergiften suchte. Während die stnaben nicht mehr zum Leben enoeckt werdens ! konr.::n, wurde d-.e Slutter in fchwerkrankem Zustande nach! dcm strankenhauS gebracht. Ein bei der Frau wohnender । junger Buchhalter, den sie als ihren Schwager au-gab, halte ihr gekündigt und wollte sie verlaffen. Dec stunimcc dar- über und die Sorge, bann etwa nicht mehr die Miete für ihre Wohnung aufbringen zu können, hat die Frau zu dem Perzwen'lungSfchritt getrieben. Tie Herzkranke Frau erhielt eine Armenuntersiützuiig von 15 Mk. monatlich. Diese sollte .hr obendrein, wie sie befürchtete, entzogen oder gekürzt werden. — Eine blutige LiebeStragödre spielte sich rn einem Hmterhause der Griebenowstraste ab. Tort drang der 20jäh. tige Fciseiir Meier in die Wohnung seiner Geliebten und ijchtele einen Revolver auf das Mädchen. Eui Hausbewohner fliest ihn an den Arm, fo dast dec Schust fehl ging. Meier richtete dann die Waffe gegen sich. Er war sofort tot. — Tie 37jährige Frau stlaca Haacke sprang auS dem in der fünften Etage belegenen Bodenfenster deS von ihr bewohnten Hauses und blieb tot auf dem Pflaster liegen. Na heimgS- I sorgen haben sie, deren Ehemann in etner Irrenanstalt ist. Wo wollen Sic Zhren Brlliiili vrrbringcii'? 3n einem ganz kleinen indeu Rest hach oben auf bem Lbüringer It-alb. Nicht einmal Arzt unb Sootbcker sind ba. — B^emi ^ic aber traut ivcrbcn? — wo auch krank: höchstens mal erkalten, wle bas m bet Sommerfrifchc schon vorkommi. ^Sbcr ba nehm ich einfach meine allen lieben Aauo adjic -odencr Mineral Oastillen. von bencn ich ^wölf Schachteln un Koffer habe. unb feine Erkaltung kann mir anbaben , ai>s achte Sodener kauft man für86Pfennig der «ootdete. Drogerie unb Arineratwafferbblg. lhvw,» • ilr Touristen, welche an Uuiilchwcitz leiben, empfiehlt et nch. täglich ."xiiQbaber mit tkaiier Tiorar au nebmen unb nach bem Abwaicuen die ,>ufze mit trockenem Kailer - Borar emiuteibcn, wodurch bet üble Geruch befeuim unb bas Wundwerden der üuste vcrbinbert ivirb. »aiier-Boraz nur echt in roten Karton« zu M ju uns Big. mit außfubrlutci i'iebrauchöaiiweifung nt in den Drogerien, «voibeken, Äolonialroaren*, Parfümerie unb Seifen» gefchanen au haben. «“/• 57. veulfcher Barbier, Friseur und perückenmachettag. - A H. 6 teilt m 2.. . Ter Bund Teuncher Bari. -, ih feuc- unö letudenma<6n-1 Innungen hält zurze r hier feine biHjdhr.ae taiwiocnammnmi ar. । Sie ist mit einer Au t'tellunq verbunden, an der -ch Bei.'. :mot। oary Teui'chland beteUigt haben, 'n den BcD-2: • über dte Pol zewerordnung im Bar. trgew.-« derer- -. •- • lich eine Res 0 ln «, 0 n ougenomme'., t,e sich gegen Die pouzeuwye । Ueberwochuwi Der c.,e-t.äste, >ore ' - letzt stattstnbet sendet. e leit im eigene.' Znteiei e. Jemi fu Da. n:d)t ^dft raten, wurden sie auch mcht durch Polizei verordn img dazu oeranlatzt weroc.. Tarau» wurde em Antiag anqtnommen, auf ctm VanDiocn»- fammect'. j tue b ? Schaffui g eme» HaiidwerksmiNifterium» ei - treten. — Täte, deichästiqte man sich mit dem Z A 5 im Reichstaie im letzren hre zur Befprechung stand. «nurt 5ie veseitigu.ig biete». Paragraphen «ewunicht, «t “ Zwana4 .wun ihre ShlaltcDcc in der Annahme von stunben und m bei Festsetzung von Prn'en zu be'chcanken aeSha.d ivir er vielfach al« c.nc Last unb a:5 imaeredjt Kunden. Eine mt spreche.ic.e Resolution gelangte zur Annahme, «nsterdem wur e deschloffen, alle Handwerk.- und tSeroerbcIammern fut diese »nqe kaculKit au mterefsieren. Ter '-"-c'etzentwuri betreffrab Die Er- r-chtung vo.i Ardeiiskammern wurde m "^"m'tu.ununq nn» lamllidien deutschen Handwerker- unb Weroeibelammern «tcu »L» abaelebnt, ba er die tm Handiverk bescha ligten Gesellen au4schliei> und auch wenig geeignet erscheim, ben sozialen cncOcn zu It^ern. — Zn einer Resolution ivurbe schock Stellung genommen gegen den unlauteren iü e 11 i e 10 e r b tm Vardierg Tie 7,rage der Sonntagsruhe wurde eingehend behandelt. Verschiedene Anträge sprachen sich gegen nne rec tere ^"^eh'mng der Son.ua 1,ruhe aut. ttu.e eniiorechende Rcso ulwn gelangte zur Annahme. E4 ivuroe auf Die besonderen Verhaltmsse brt -Varbier aewerdes on« Ipeuell vielfach auf Sonntagsarbeit angewiesen ist, hingeiv eleu. Imauf mürbe eine weitere Refoliition angenommen, die die .Innungen aufiorbeii, Bestrebungen nicht zu unterstützen, die die Arbeit un den hohen Festtagen, besonders am zweiten nck- inne eiidchraufeu wolle,r. — Tann beriet man über den Gescha't.- schtusi au den fochentagen. Ter Weschästsschluh soll der freien Bereiubarung ubetkükn blu^cr.. Wendung mld -. < -t ahr Rüderw-eck brachte an emtnr int, brr ipit.cnb.n Jtin.. - -. n,*r1f ■ t • •• 2arum war ESäHSsWl nut: a::::vr:- :: Aber id.-.i der ^lgememm Rechlsgrund^tze erg-ben txe ernruhme V.-rr- -chtung ivrentscheidend ift, cd der T.k’.udi B. die Ma chme au' dem Platze, n» ne nd) iabrelar.5 befunden h.?:. :gfr.rr-.r.n ix-* 1 >■ r * tr lie u niigstei.s bc Anwendung bet im Berkedc cr'orderirchen ^orgialr haue iradrnel'men nlün'en. -taB/• niC:-. fl.\’ Dem Berufunzsgerutu am Grund der peugenau« tk« Jen- gestellt und d-.cke Bewe-:Würdigung ,'t in bet Ke. flwnsuritanA nicht nachtzupr-ifen. Es rerrem: auch d-.e zweue 2rage^dtzefe adcc ans Gründen, btc r»chtlich bodenkich imd. _ x« *läg->_ptcr und unter V ixi» gestrll: B- ’ci täglich an der CiS v^be,gegangen. Senn nun aui» rldtzdem angenommen werden durfte, B. habe fu nid': bemerkt, |t> ivrtD doch damit nicht .yrc^e bcant-.cortcr. co er jie nufr. habe bemerken mü, feu. I Döchcnil. Ucberfitht öer EoOcsfäHc L ö. Stadt Sictzrn. 29. Woche. 30111 12. bi« 19. Zuli 1908. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 iinkl. 1600 PlannMilltär.) SterblichketiSzi'fei: 13^0 "w nach 2ldziig von 5 CrtShembeir 5,13 */». Kinder (5 8 starben an: Zusammen: Erwachsene: un yjm 1. 2eben«iahr: 2.-15. Jahr Bluivergistiing I iAallenblasenenizunb. I 'Jlierenenijünöuiifl BöSaN. Geschwulst I Zuckerkrankheit I Empyem I unbekannter Ursache 2(2) KD — 1(1) 1 (1) 1 (1) — — 1 1 — — 1 (1) 1(1) — —» 1 1 — KD 1(1) — \________ — ___1 ______ —