liche hat. e Aus Darmstadt wirf) uns unterm 21. Oki. geschrieben: Das Hoftheater brachte heute abend erfreulichenveise eine Urnuifütoung heraus, das Schaustzel „Die Pfarrers n", von r)üc!>. Fe kling er, einem, als Rechtsanwalt in Bcr.m lebenden BühnensÄristsKllcr. Das neue Werk zeigt in glüülrcher Cha- caftcr jtit beit seelischen Konflikt einer jungen Pfarrersgattin. Pfarrer Ernst hat die Abgränoe des gesellsa>as.liä/en K.'.'ens der Residenz im veuie seines zukünftigen Schwiegervaters xmuen gelernt und nach Vermählung mit dec jungen, als moderne Weltdame erzogenen Gattm eine entlegene Dorfpfarrei übernommen. Er geht ganz in seinem seelsorgerischen Anttr auf, doch ictnc „Jt,a ' Cann sich in das Dorfleben nicht hincinftndOl. Da kommt der der Reichskanzler, die Gcneralseldmarscl)alle, die Generalobersten, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die aktiven Generale, Admirale, Hausrninistcr, die aktiven StaatSmmister, Staatssekretäre und die Präsidenten der drei Parlamente, in der Trap d'Or-Kammer die Damen der Umgebungen und in der Roten Adler-Kammer der Hof der Kaucrin. Im Nittersaale wurde die Prinrejsin-Braut von der Kaiserin und den höchsten Isctz len. ehle aune unb farbige impfe Preisen lle-w 0 an. n Strümpfen c“la 2**1*! Handlung eingefiltzt. Tas ©tüd war i mit großem Fleiß einstudiert und er- boitiaen Slaaisiepiernng und bem Üanbtag angenoinmen worden; ein würlieindergischer Beaustragler, Amtmann 4.r. Hausrn'nnn, wi'd demnächst hier einlresfen, um die westfälischen Einrichtungen gründlich aii studieren und dann in feinem pennattande baupt- beruflirf) dastir tätig zu fein. Pormittaas hatten die auswärtigen Herren die Anstalisanlicdelung Eckarlsheun in bet oeime, Arbeite r- tolonie Wilbelnwdori, Trinkeraiyle u. f. w., bestchNgt. wefpeist wurde abends im Hotel BeremsbauS; die meisten Herren blieben noch hier und besichtigten am Samstag vormittag die Hcrvenfe zur Heimat und die Wanderarbeitsslätle an der Bahnhoiftraße, and) den 2lrbeusuachiveiS in der Zumnerstiatze und alsdann die Anstalten in Gadderballm, welche ja auch viele Kranke aus der Provinz Hessen-Nas,au beherbergen. All f*lU,e,hö|C I Onkel Konsistorinlrat plötzlich mit dem Plane, den Plärrer als Professor am Elisabethftift wieder in oic Residenz zuruckzusühren. Die junge, lebenslustige Pfarrerin jubelt laut auf, der Gatte aber lehnt den Vorschlag kühl und sck)arf mit Gründen der Moral ab. Rach stürmischen Familienszenen und tiefen Seelenaualen fieat in der jungen Frau die kommende Mutterpflicht und Gatten- liebe gegenüber dem verlockenden Grvßstabtleben. Die Hauptpersonen sind psychologisch treffend gezeichnet und gcid)iat der nidjt sonderlich beengten """ Sielte dnen^ie^ ^utfn Lwfölg' "5er anwesende Verfasser wurde melirmals gerufen. HUNg, , sssäfs Swerk Giebeu. iüw* «Ä ? * DaiM, W lki «*-- ohl- tjotib'ö'9 c,bei^ Welt ousrcl^, . ! gelegene-g^ldiin# tungen „SE-'S "ierWgi. ZZLB Die Aussteuer der Prinzessin Alexandra Viktoria. Die Anfertigung der Aussteuer der Braut des Prinzen August Wilhelm, der Prinzessin Alexandra Viktoria von Schleswig-Holstein, hat fast ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Erfreulich ist c5, hierbei fcstzustcllen, daß Haupt- sächlich deutsche Firmen in Anspruch genommen wurden, und dies nicht zuletzt auf Anraten der ^onprinzessin, die bei ihrer Aussteuer nur beschränkt der deutschen Industrie den Vorzug einräumte, aber schließlich doch zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß unsere heimische Industrie gut mit der des Auslandes zu Wettstreiten imstande ist. Auch in vor- liegendeni Falle lvar es wieder die Kaiserin, die ihrer zukünftigen Schwiegertochter ratend zur Seite stand. Verschiedene Staatsroben verdanken ihre Anfertigung ihrem Vorschlag. Dem ganzen Wesen der Braut entsprechend, ist die Ausstattung nicht übermäßig prunkend. Eine besondere Vorliebe hat die Prinzessin für das Weißzeug; die Anschaffungen hierin belaufen sich auf eine namhafte Summe, die im Vergleich zu dem für die Kleidung ausgeworsencn Betrag recht groß ist. Außer dem Hochzeitskleid, besten Anfertigung infolge der zahlreichen Handstickereien die geübtesten Arbeiterinnen während einiger Monate beschäftigt hat, findet man meist eine lichte Grundfarbe, die sie sehr liebt, und die meist auf einen grauen Grundton gestimmt ist. Die Prinzessin ist eine Anhängerin des Tuch Herdes, das in den verschiedensten Arten angefertigt wurde. Im großen und ganzen ist der Schnitt einfach, auch die Besätze sind lediglich durch Spitzen, die in d-er Aussteuer überhaupt eine große Rolle spielen, und von denen die Braut manches wertvolle Erbstück besitzt, zum Ausdruck gekommen. Bluie und Rock dürfen nur von gleicher Farbe |cin, während die Kronprinzessin in diesem Falle gerade entgegengesetzter Metniing ist. Einen großen Platz haben auch Federn und Pelzwert gefunden. So ist die Prinzessin eine Freunmn heller Straußenfedern und Reiher, die ihr sehr gut zu Gesicht stehen und auf keinem Hute fehlen dürfen. Während die Kaiserin z. B. für den Pelzumhang viel übrig hat, was schon daraus hervorgeht, daß der Kaiser von der Außerhalb des Brandenburger Tores empfingen der Gouverneur der Stadt Berlin, der Stadtkommandant und der Polizeipräsident die Prinzessinbraut. Als die Prinzessin unter den Klängen des von Postillonen gespielten „Wir winden Dir den Jungsernkranz" inS Tor cinfuhr, wurden im Lustgarten dreimal 24 Kanonenschüsse abgegeben. Dann läuteten die Domglockcn. Auf dem Pariser Platz begrüßte der Oberbürgermeister die Prinzessin mit folgender Anspradw: m.Tf „Durchlauchtigste Hoheit! Eure Hoheit wollen den Will- kommengruß der Haupt- und Residenzstadt Berlin gnaoigst entgegennehmcn. Dieser Gruß kommt aus treuem, aufrichtigem Herzen. Die Bürgerschaft unserer Stabt ststf ich in den weitesten Kreisen bewußt, wie seit und eng ihr Gcfchick nnt dem des Fürstenhauses der Hohenzollern seit nahezu fünf Jahrhunderten in Freud und Leid verbunden ist. Sie weiß aus der Vergangenheit unb Gegenwart, was sie dem anregenden und fördernden Walten edeler fürstlicher Frauen zu danken hat, sie ist daher beim Eintritt Eurer Hoheit in unser Furstenl>auS in herzlichster Anteilnahme lebhaft bewegt von innigen Wünschen und frohen Hoffnungen. Der Bund, den Eure Hoheit am morgigen Tage, dem Geburtstage Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, für das Leben schließen werden, ist gegründet aus persönlicl)«, innige Zuneigung und herzliche Liebe. Möge diesem Bunde allezeit in reichstem Maße das hohe Ulua beschieden sein, das echte, treue Liebe den Menschenherzcn zu bereiten vermag! Eurer Hoheit Einzug in diese unicre Stadt segne Gott!" Die Prinzessin erwiderte, sie wisse, daß man sich in Berlin wohlsühlen könne, und hoffe, hier bald heimisch zu sem. Alsdann bewegte sich der prächtige Zug iimerhalb der fefttich geschmückten Lludenpromenade unter dem Jubel der Bevölkerung dem Schlosse zu. Vom Schloß Bellevue bis zum ^-eughaus bildeten Jnnungell, Kriegervereine, die Stndentenschast und der Schützenbund Spalier. Aus bent Pariser Platze hatte der Verein der Schleswig-Holsteiner Ausstellung genommen. Vor dem Brandenburger Tor standen die Kadetten der Hauptkadcttenanstalt Groß-Lichterfelde. Die Feststrahe war mit Blumen und Fahnen in deutschen unb schleSwig-holfieinischeii Farben, Bekränzungen und Wettersesten Jlluminattoiisballons reich geschmückt. Auf dem inneren Schloßhose stand aI5 Ehrenwache die Leibkompagiile unter dem Kommando des Prinzen Eitel Friedrich; die Prinzen Oskar und Joachim waren eingetreten. Als der Staatswagen hielt, geleitete der Kronprinz die hohe Braut, Prinz August Wilhelm die Kronprinzessin zum Schweizersaale. Sier wurde die Prinzessinbraui vom Kaiser und den Prinzesimnen empfangen und durch die Prunkräume geleitet. In der ersten Paradevorkammer erwarteten den Zug die Generaladjutanten, Generale, Admirale ä la suite, die Flügcladjutanten unb her geheime Kabinettsrat, in der zweiten Paradevorkammcr die prinzlichen Hofstaaten und die Gefolge der höchsten Gäste, im KönigsZim'.ner .^«ssei Wanderarbeitsstättengesttz. Am Freitag, den 16. Oklober, nachninlags 4 Uhr, land im Konlcrcnzzunmer der Bieleielder Serbexge zur Heimat auf Wun d) bcS Herrn Landeshauptmanns Fi tun. von Riedeiel ui Haffel Mio des CbcrpiöfiDiolvotcö Mauve daselbst, sowie deS GefchaUsiuhrerS des Hessin-Nassauischen PcipslegungsNalions-Verbanbes -anbrais von Giöniug aus Gelnhaufc.i eine Koisierenz zur Beratung vei- [diiebcncr Ewzelsiagen der Fürsorge üit arbcitölofe blinderer statt, die mit der vorn Komnnniallandlag deS Bez.Kassel bereits befchlossencn unb auch für Westfalen durch Beschluß des ProvniziallandiagS in Angriff genommenen AuS'ührnng deS WanderarbettSstaitengesitzes voiii 29. Juni 1907 znsaniinenhängcii. An den Bexhandtiingeii nahm u. a. auch Provinzialdireklor Geh. Rat Dr. B i d e r l ans Gießen leil. In emci iünfslündigen Verhandlung wurden nach der »Wests. Ztg/ mBiclesilb die prcsiuichen und rechtlichen dragen der Sleiiiovnning der Wanöcvnvbeu-<|läitcn linier Anwendung des neuen Gesetzes eingehend eröriert. In dem uibuflxtenrinen < ezixk Kassel mit nur einer großen Stadt glaubt man mit lieben Arbeus» n nlcn oder kleinen Ardeilerkolonien (in Kaßel, JJlavburg, d)- wege, Bedra, Fulda, Hanau und Rinteln — dies zum meflialischen Verkehrsdercich gehörend) atiskommen und das Wandern oiirci) Eisenbahnfähren ersetzen zu können. Gegen dieien Plan wurden fiattc Bedenken geäußert, wie denn auch der Helfen - Jinffaui d)c HerderaSverdand dagegen Stellung genommen hat: dieses epllcm sc, nicht naturgemäß, nicht prcxftud) und ziveckinäßig; man töunc dcxs „Wandern- nicht beteiligen unb die freie Bewegung und Selbstbe'iimmimg der arbeitsuchenden Wanderer nicht m diesem Grade cinsdiränken. Tas Wandern würde in ben Ziveldxilteileii des Bezuks 5iasfel, die ohne Fürfoige-Einrichtungen blieben reines- wegs ouiliörcn, unb die milteUoscii Wanderer ivürden wieder zum Fechten", die Einwohner zum prü'lmgslofen „Geben' flcnohgi lein. Tie wesUalischen Vertreter waren darüber einig, daß das vom Deutschen HerbergSverem und Gefamwerband Deutscher Ber- pflegungsfifiiionen (Wanderarbe'tsstälten) vor 20 Jahren angenommene wcsl'ätische System in der Hauptsache beizubehalten fei: also znsammeiihängende Reihe von Arbeitsnachweis-, "Arbeils- und Berpftegmigsstälteii an den HauplverkehrSftragen-; vormutaaS arbeiten und nachmittags wandern; Elienvahilveior- derimg nur ausnahmsweise zur schnelleren Erreichimg einer pafienoen entserntenArbeitsstelle, cmerArbeiterkolome, emesKranken- uaiifeS unb bei zu weiten Abständen zwischen zwei Staiionsoitcii. Tics System ist neuerdings z. B. glich siir Württemberg von der Gästen begrüßt. t Zur Vollziehung der Ehepakten begaben sich das Kaiserpaar, die Eltern btr Braut und der Großherzog von Oldenburg als Chef des HauseS Glücksburg, das Brautpaar, ferner Cbcrfttämmcrcr Fürst zu Solrns-Barutb der als Hausimnister fungierende Graf zu Eulenburg, der Gesandte Tr. v. Eucken- Addenhausen, der Hofches Frhr. v. d. Recke und der Vortragende Rat im Ministerium des tonighd)en Dauses, Keil nach dem Kürsürstenzinuner. Nach ber Vollziehung der Ehepakten geleitete das Kaiserpaar die Braut nach deren Gemächern. Um 6y2 Uhr sand Familicntafel im Eli,abethsaale statt, um 3 Uhr Fcstvorstcllimg im Opernhause. M Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt anläßlich des 50 Geburtstages der Kaiserin einen Artikel, in welchem ne, auf die glcid)- zeitige Bermäblung des Ppinzen Augilft Wilyelm hinwelfeud, sagt: In der Verbindung beider Festlichkeiten koÄmt von neuem beredt zum Ausdruck, wie tief vom Geiste de- reinsten Familien glückcs, als bellen erhabene Hüterin Ihre Maiestat waltet, unser Herrsd>erhaus erfüllt ist. Das Blatt zitiert dann bas Jort des Kaisers von 1890: „Das Banb, das mich mit Schleswig- Holstein verbindet, ist der Edelstein, der . an meiner Seite qlänzt", und sagt, gleidtfam eine Familie rm weiteren Sinne sei Ihrer Maiestät die ganze Natron, deren Wohl ^nd Wehe der Kaiserin am Herzen liegt wie das des eigenen Hauses. Der Artikel sdsticßt mit innigen Segenswünschen jur die staiierin und das junge Paar. _________ — Die einträgliche »Lustige Witwe". Die Operette Tie lustige Witwe", Sie im Neuen Amsterdamer Theater in New- Bork 421 Rial hintereinander gegeben worden ist, hat der Theaterkasse 812 000 ToUacs eingebracht unb wurde von nahezu 7O0 000 Personen besucht. Ta das Stück noch von einer Aweilen Operetten- aescUschait in Amerika ansgesührt wirb, so wird Die Gesamt - Einnahme aus den VorsteUnngeil auf 4 Millionen Dollars geschätzt. — Kleine E h r o u i t aus K u n st und Wissenschaft. 3fabora ® unfan, die berühmte Barsußtänzerin, beabsichtigt, mit ihrer Tanzfchule im XZaufc des nächsten Sommers nach T a r m st a d i überzusiedeln und die Schule gleidizeitig zu erweitern. Schon am Samstag findet die erste Beratung statt, in der über Anlage unb Ausgestaltung der Schule verhandelt wird. — G. Wieds Satyrspiel 2x2=6 wurde von der Kritik in Straßburg ziemlich einmütig abgelehM. Auch nut Webe- kiuds »Frühlings Erwache n" halte das Schauspiel wenig Glück. — „G u n l i> d" von Peter Cornelius m der Ergänzung und Bearbeitung von Waldemar von Baußnern ist vom Hoilhealer in W e i m a r zur Aufjührimg angenommen wordcii. — Profesjor Tr. S l r e i t b e r g in Ai ünste r nahm einen Rui auf die ncubegiünbete Prolessiir für indogermanische Sprachen m Al ü n d) e n an. — In dem Wettbewerb zur Erbauung eines neuen Hoftheaters m Stuttgart sind als Sieger hervorgegangeii: L i t l m a n n - Dli'mchen, Moritz- Köln und S ch m o h l & Staheltn - Stuttgart. Es würben drei Preise vergeben, der erste z»l 10 000 Alk., der zweite zu 7000 Alk. und der dritte zu 3000 Mk. — Tie „G ö t t e r d ä m m critn g" errang am Dienstag bei ihrer Erstausführung in Paris einen starken Erfolg. Tie Regie Itcu stetlemverfe viel zu wünschen übrig. AusiattS. M inisterkrise in Oester reich. Gestern vormittag Ln- feriertc Drinisterpräsident von Beck mit mehreren tfchechischelr Führern. Wie verlautet, dürfte bie Demission des Ge,amt-Kabr- netts erfolgen, wenn es nicht aelingt, eine ^erftdiibigung mit oen Tschechen herbeizuführcn. ES zirkulieren Gerüchte von bevorstehenden Veränderungen im Kabinett. Das russische Kabinett ist, tote ^überfällig verlautet, mit der selbständigen Schulpolitik des Ministers der Volksaufklärung, Herrn Schwarz, sehr unzufrieden. Der Abgang des Her-rii Schwarz ist so gut wie sicher, wenn auch ber fetzige potttisu)e Moment für seine Entfernung vom Mlntfterpvsten alö nicht ge- eignet cqdjeint. Auch Islvolskys Stelluag gilt alS crfchültert. Ais fommenber Alann gilt wieder einmal Graf Witte. , Alfred Picard hat das ftan-ösisd-e Marinemimstermm angenommen. Die offizielle Ernennung erfolgt heute nach dem Kabinettsrat._______________ , . Aus Stadt und Land. Giegen, 22. Oktober 1908. Allerlei aus unserem Volksschulwesen. In Zwifchenräumen von fünf Jahren werden auf Veranlassung der Reichsregierung in ganz Deutschland über das Volksschulwesen der einzelnen Bundesstaaten statisttsche Erhebungen angestellt. Danach gibt eS im Reiche 960 o94 Volksschulen mit nahezu 10 Millionen Schulern und Schule- nn, ii mutt RT ,Eu“ flieh,, '* 5 werden. ™ unb "w ; aSRM* 8 Ubr, ^bölvb die? 0/50 I von HI«. j-mnih Eniil giltber, orn“ Neslauram - Kirchenplatz UelpmklderSiadl. lü vorzögl. Studie. lUlsier Adonnenient. Üeiidkime fbrän; Doriuumder etiler ßeUeretcn. lfarßaskowsky. Deutsches UeLch. Der Kaiser hat das EntlasjungSgesuch deS Staatssekretärs für Elsaß-Lothringen v. Köller genehmigt upd 3DL-n von Bulach zum Nachfolger ernannt. — Der Kaiser hat dem Herzog von Sachsen-Altenburg den hohen Orden vom Schwarzen Adler verliehen. Das Herrenhaus erledigte gestern geschäftliche Mitteilungen. Nächste Sitzung ist unbestimmt. Im Herrenhause ist ein Antrag des Grasen v. Mirbach eingegangen, der, unterstützt durch eine große Anzahl Mitglieder der Fraktwn der Rechten, verlangt, das Herrenhaus wolle beschließen, die Kvnigl. Slaatsregicrung zu ersuchen, gegen jeden weiteren Ausbau der Reichserbschaftssteuer Stellung zu nehmen. , . . _ . Der Entwurf deS Weingesetzes wird Ende dieser Woche an die Mitglieder des Reichstags zur Verteilung gelangen. Der Präsident des Reichstags wird den Senioreu-Konvent auf den 5 November zu sich berufen, um mit ihm die geschäftlichen Dispositionen au besprechen. Der Finanzminister v. R h e i n b a b e n hat dem Abg. v. Klöden mitgeteilt, daß die Anrechnung von 2—3 Militärdienstjahren auf das Besoldungsalter bei Militar- anwärtern geplant sei, und daß es nur noch der notwendigen Zeit bedürfe, um die betr. Vorlage vorzubererten. Der G r o ß h e r z o g von Oldenburg hat den neu- gewählten Landtag auf den 3. November etnberufen. Der junge Fürst Otto v. Bismarck ist gestern abend von Regensburg abgereist, nachdem er sich von feinem Ohnmachtsanfatt in der Walhalla erholt hat. Nordlandreise als bestes Geschenk für seine Gemahlin einen £ kostbaren Pelzumhang mitbrachte, hat Alexandra mehr für die Pelzjacke und den Pelzmantel übrig. Gerade daS letzte Kleidungsstück ist ihr sehr lieb. WaS bie großen oder StaatSroben anbelangt, so hat sich die Prinzessin hierbei von der Mode leiten lassen. Als besonders prachtvolles Stück wird ein blaßgrünes Seidenkleid geschildert, das über unb über mit Stickereien derselben Grundfarbe geschmüut ist und in einer laugen, jedoch schmal gehaltenen Schleppe endet Auch zwei blaugraue Roben wären zu nennen. Wahrend das eine Kleid dieser Farbe dem Hofzeremoniell entsprechend, also mit herzförmigem Ausschnitt, enganschließend mit langem Schleppenrock, den kostbare Spttzenzwischenstucke unterbrechen, angefertigt ist, wurde das andere für Empfänge bestimmt, hochanschließend, reich mit irischen Spitzen und mit mosaikartiger Filigranarbeit gearbeitet. Ein durchbrochenes Empirekleid mit eigenartigem Faltenwurf nach Selbstangaben der Prinzessin und ein Empfangskleid aus chinesischer Bastseide vervollständigen die Auswahl, ganz abgesehen von den vielen anderen Kleidern, bie für den Tagesgebrauch bestimmt sind. Hinsichtlich der Schmuck- gegenstände darf wohl kaum eine Prinzessin auf eine derart große Zahl wertvoller Erbstücke bilden, als gerade Alexandra Viktoria. Eine besondere Vorliebe legt sie für bunte Steine an den Tag. Als Schmuck wühlt die Prinzessin Brillanten, wobei sie eine besondere Vorliebe für bläu- Nr. 849 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Donnerstag 82. Oktober 1908 !Snss| iZ* a€^a** A*t M** 4äI a a# ss blatifürbenKreis6k6en MW M W V* ■ ES Bf ■ /MEI ■T ■ ■ ■ ®T ■ fährt ausfeht Bestellg. Bs3Vlv 11VIIVi 4411JvIHVV =•» General-Anzeiger für Gberheffen WW füi Die TageSiiuniiiier notAfionsDrad an) Verlag der vrfchl'lchen llnw.-vuch- und Slelndruckerel R. Lange. Reöartion, «kxpedMon und vruckerel- Schulstratze kiijetgented. H Beck. bi6 vornntiagS 10 Uhr. _________ ■■ । ■ Die heutige Nummer umfa&t 10 Seiten. _ Das Doppeltest im Uaiserhause. Programmäßig hat gestern mittag um 3 Uhr ber feierliche Einzug ber Prinzessin Alexanbra Viktoria zu Sd)leSwig-Holstciu- Sonberburg-Glücksburg in Berlin flattgcfnnben. Boran ein- Eskabron des 3. Gardebragonerregirnents mit dem Trompeterkorps. Dann folgten drei sechsspännige Wagen, in denen Kammerherr Gras Rantzau, der Kammerherr der Kconprinzessin v. Stülpnagel, £)ber!üd>cnmeifter Graf Pückler, Schloßhaistitmann Gras Lohenthal, Gesandter v. Euckew-Addenhauscn und Hoschef Frhr. v. b. Recke saßen. Dann kam die Hälfte der Leibsä)wabron der Garbe du CorpS, dahinter geführt vom Dizeoberstallmeister von Escbcck und zwei Stallmeistern der große vergoldete lümglid^ Staatswagen, worin die P r i n z e s s i n b r a u t, die Mon- prinzessin und die steUvertretende Oberhosnieisterin Palastbame Gräfin Harrach auf Dem Rücksitze saßen. Rechts von dem Wagen ritt Oberstallmcistcr Frhr. v. Reischad), links der Kommandeur der Lcibsd)wadrou. Aus den Tritten standen Pagen. Die zweite Halbschwadron der Garde du Corps ritt hinter dein Wagen. In weiteren sedfsspännigen Wagen saßen Hofdamen. Eine Eskadron des 2. GarbeulanenregimentS mit der Mufik besdstoß den Zug, dein sich im Tiergarten sed)s Postinspektoren und 40 Postillone unter Führung des Oberpostdirektors Donizlaff an;duoficn. binnen, die von 167 000 Lehrkräften unterrichtet wurden, von denen 18 Proz. weiblichen Geschlechts waren. Die Verwendung von Leh re rinn en hat seit der letzten Aufnahme, wo nur 15 Proz. Lehrerinnen beschäftigt wurden, wieder zugenommen. Sie ist am ausgedehntesten in Lübeck, wo die Zahl der Lehrerinnen nahezu ebenso groß ist als die der Lehrer (46 Proz.), und in Elsaß-Lo- t h r inge n (45 Proz.). Sehr wenig waren weibliche Lehrkräfte int Königreich Sachsen (5 ProzZ, den beiden reuß. Fürstentümer (3 bzw. 4 Proz.) und in Schwarzburg- Rudolstadt <2 Proz.). Tie Zahl der Schüler hat in allen Staaten bis auf zwei zugenommen. Absolut war die Zunahme am stärksten in Preußen, wo fast eine halbe Million Schüler mebr als vor fünf Jahren gezählt wurden. Relativ am stärksten war die Schülervcrmebrung in Hamburg mit 17 Proz, in Bremen mit 14 Proz., in Hessen mit 14 Proz. und in Sachsen mit 13 Proz., während im Reichsdurchschnitt di? Vermehrung der Schülerzahl im letzten Jahrfünft 9 1 Pro^z. betrug. Nur Meck- len burg-Strelitz und Waldeck hatten eine geringere Schülerzahl aufzuweiseu als vor fünf Jahren. Für die pädagogische Arbeit von großem Einfluß ist die Zahl der Schüler, die jeder Lehrer zu unterrichten hat. Auch in dieser Beziehung ist Erfreuliches zu melden. Zwar werden durchschnittlich noch 58 Schüler in ieder Klasse in Deutschland gezahlt, doch betrug vor fünf Jahren die Zahl 61. Am wenigsten Schüler entfielen auf eine Lehrkraft in Lübeck (33), am meisten in Schanmburg-Livve (85!). In unserem Sta ate betrug die Zahl der öffentlichen Volksschulen 994. In ihnen wurden 190 000 Schüler und Schülerinnen von 2893 Lehrern und 439 Lehrerinnen unterwiesen. Die Beschäftigung von weiblichen Lehrkräften hat bei uns gegen die letzte Aufnahme eine Erweiterung von 97.7 Proz. erfahren, die Zunahme von Lehrkräften überhaupt eine solche von 21.3 Proz. Die Schülerzahl hat bei uns in dem letzten Jahrfünft sich um 24 098 vermehrt. Das Verhältnis der Zahl der Schüler zu der der Lehrer stellt sich bei uns derart, daß auf eine Lehrkraft 56 Schüler entfielen gegen 60 vor einem Jahrfünft. Also auch bei uns eine Besserung. ** Theo l. Ferienkurs. Gestern mittag wurde der Theologische Ferienkursus geschlossen. 81 Teilnehmer, darunter nicht wenige von weither, hatten sich dazu eingefunden. Zum Schluß bezeugte der Leiter des Kursus, Pfarrer D. Förster aus Frankfurt, den Vortragenden, den Herren Professoren D. Krüger, D. Eck und D. Gunkel, mit herzlichem Danke, wie reiche Anregung und Förderung sie durch ihre geistvollen Vorträge den Teilnehmern geboten hätten, und beglückwünschte die hessische evangelische Kirche zu ihrer theologischen Fakultät, und sprach die Hoffnung aus, daß sie dem .Hessenlande stets in dieser Einheit des Geistes erhalten bleiben möge. Der lebhafte Beifall, der diesen Worten folgte, zeigte, daß er aus dem Herzen der Anwesenden gesnrochen batte. "Gießener Künstler auswärts. Kürzlich batten drei biente junge Künstler, Fräulein Ida Stammler, Konzertsängerin, Herr Wilbelm Schüttler, Violinist, und Herr Julius H a b n , Pianist in Wetzlar, einen großen Erfolg. Der „Wetzlarer Anzeiger" schreibt darüber: Fräulein Stammler'sang: „Es bat die Rose sich beklagt* von R. Franz, „Tort unter den Weiden" von Brahms und das reizende „Elfenlied" von Woli mit Klavierbegleitung. Snüter ließ sie noch „Vorübergang" von E. d'Albert und „Lustiges Vöglein im Walde" von Sieber mit Violin- und Klavierbegleitung folgen. Ten Schluß bildete die gefällige und sehr dankbare „Zigeunerin" von Tonizetti. Frl. Stammler besitzt eine sehr schöne und umfangreiche Mezzosovranslimme von an- gencluner Klangfarbe. Es seblt ihr auch nicht an musikalischem Geschmack für allerliebste Kleinmalereien und am notigen Künstler- temperament. Es gefiel besonders „Tort unter den Weiden" von Brahms und „Lustiges Vöglein im Walde" von Sieber. Ter Violinist Herr Schüttler führte sich mit der G-dur-Roinanze von Beethoven recht stimmungsvoll ein. Seine vorgeschrittene Fertig- feit zeigte er sodann in dein v-woll-Konzert von Wieniaivski. Ter Klaviersolist -Herr Hahii ist hier von einem früheren Auftreten her noch bestens bekannt. Er spielte die Romanze von Schumann mit edlem, gcsangreichem Tone, die Toccata von Hiller recht temperamentvoll und brachte auch das hiiniorvolle Rondo von Menbels- sohn zu ausgezeichneter Wiedergabe. Alles in allem dürfen die Koiizertgeber mit dem künstlerischen Er'olq zlürieden sein und auf dem Gradus ad parnassnm der Künstlerschaft mutig weiter wandern. "Kolosseum. Der Direktion ist c3 gelungen, die indische „Salomes-Tänzerin Miß Athönes, die vor kurzem noch Triumphe in Amerika feierte, für ein dreitägiges Gastspiel am 26., 27. und 28. Oktober zu gewinnen. Obwohl sie die ansehnliche Gage von Mk. 1000 per Abend erhält, wird die Direktion die Eintrittspreise nicht erhöhen. 6. Heuchelheim, 21. Okt. Die so viel besprochene Schulhausfrage, bezw. die Unterbringung der einzelnen Klassen i|t glücklich zu Ende geführt. Auf kleinem Raum, im Hofe der neuen Schule an der Wilhclmtzstraße ist in diesem Nachsommer ein schmuckes Schulbättschen erbaut worden. Wohlweislich hat man in ihm einen Unterrichtsraum mehr vorgesehen, als man zur Zeit bedarf. Bei der steten Zunahtne der BcvölkcrungSzahl rvird auch bald die Schule zu einer Vollanslalt mit 8 Klassen heranwachsen. — Auch in diesem Jahre hat sich ivicdcr eine rege Baulust bemerkbar gemacht. Selbst jenseits der Bicbcrtalbahn, die bisher für Bcbauungszwccke als ein Hindernis galt, sind nlmmehr mehrere Wohnungen in der verlängerten Wilhelms- straße entstanden. Ferner sind zwei Seitenstraßen nach der Lahn zu im Entstehen begriffen. Q Büdingen, 20. Okt. Der Fürst zu Isenburg hat in letzter Zeit Gelände in großem Maße angekauft. Die Stadtvertretung glaubt deshalb, e8 entstehe die Gefahr, daß da-3 seither der Stadt zustchende Jagdrecht aus den fürstlichen Fideikommiß übergehe. Auf eine Vorstellung einer Abordnung des Gemeinderats beim Fürsten ist nun eine ablehnende Antwort eingetroffcn. Man ist hierüber ungehalten, da man glaubt, das; nicht unbedetitendc Einnahmen der Stadtkaffe auf dem Spiele stehen. 0 San bad), 21. Okt. Am Montag Morgen, zur Zeit, als es von Fuhrwerken sehr belebt in der Kaiserstraße zagcht, überfuhr der Kutscher des Gastwirts H. das vier- jährige Söhnchen des Landwirts R., als cs auf dem Heimweg auS der Kleinkinderschule begriffen mar. DaS Kind wurde bhitenb unter den Pferden hcrvorgezogen; ioie die spätere ärztliche Untersuchung ergab, sind Quetschungen dc§ einen Armes entstanden. Der Vorfall ist zur Anzeige gebracht. $ Vom vorderen Boge lsberg, 21. Okt. Der Sprung vom Sommerwettcr in den Winter hat unsere Landwirte völlig überrascht: niemand dachte, daß der Winter so unvermittelt auftrete, daß den zurückziehenden Äranichzügen am Samstag schon der Winter auf dem Fuße folge. Weich die gestrige erste Frostnacht brachte eine Kälte von 5 Grad R., so daß die freistehenden Pumpen zufroren. Der Frost hat großen Schaden verursacht. Im Felde stehen noch ganze Aecker voll Dickwurz, Kohlraben und Kraut. Alle diese Hackvflanzen haben durch den Frost gelitten. Die Blätter dieser Wurzelgewächse, von denen der Landwirt sonst wochenlang das Vieh fütterte, sind erfroren und unbrauchbar geworden. In den Gärten sind die noch hängenden Zwet- schen gleichfalls erfroren. So sind auch alle noch blühenden Blumen dem Frost zum Opfer gefallen. Statt der Rosen und Begonien, die noch in den Gärten blühen, wachsen jetzt an den Fenstern über Rächt die Eisblumen. Heute morgen zeigte das Thermometer 6 Grad R. §§ Ruvpertenrod, 21. Oktober. Eine seltene Spende ist unserem Gesangverein zuteil geworden. Anläßlich einer kürzlich gewesenen Hochzeit sang der Gesangverein unter Leitung seines Gründers, des Lehrers Strack, bei der .Hochzeitsfeier des Sohnes des hiesigen Mühlenbesitzers Rahrgang. Tie Vortrage fanden so sehr den Beifall des Schwiegervaters des jungen Mannes, des Bürgermeisters Hall aus Stadecken, daß er jetzt dem Verein ei nFaß von 54 Liter echten Wmus zusandte. x Otterbach, 21. Okt. Auf dem biesiaen Hofgute sind sechs ausländische Arbeiter, fünf Galizier und ein Rnsstsch-Vole, beschäftigt. Von ihnen vermißte dieser Taae ein 17jähriger Bursche seine Barschast im Betrage von 65 Mk, die er in euvm Koffer ausbewahrt hatte. Man be- nochrichtiate die Gendarmerie in Nuvpertenrod. Bei der durch diese vorgenommene Untersuchung oelang eS jedoch den Täter nicht zu ermitteln. Aber am Abend desselben TageS gab der Russiich-Pole Fersengeld, ließ seinen noch zu erhaltenden Lohn im Stich und ging durch. Da er ein Freibillet bis Breslau besitzt, da? alle diese Arbeiter durch die Vermittelungsstelle bekommen, so wandte fid) die Polizei telephonisch noch BreSlau. Ter Besitzer des Hoscs Hotte "ftd) in dem Russich-Polcn, den er für treu Hielt, am meisten getäuscht. — Abend stern, 21. Okt. Wichtige Verkehrs- einrichtungen sind in jüngster Zeit aus unserer Station, dem Kretizungspunkt der Haupt- und Kleinbahn, getroffen worden. Vor allem sind aus der „Kanonenbahn" nunmehr Güter- und Personenzüge getrennt worden, was im Interesse der Arbeiter, die in Lollar und Wetzlar in Beschäftigung stehen, zu begrüßen ist. Erlitten doch die früheren gemischten Züge gerade hier ort Verspätungen. Dazu regelt ein Stell- werk aus leichte Weise den Betrieb der Haupt- und der Kleinbahn. Einen freundlichen Eitldruck tnadit daS neue Beamten- wohnbaus, das vor kurzem bezogen wurde. töericbuffaal. RB. Darmstadt, 21. Okt. Vor der Strafkammer f'aUe sieh heute der 33jöhrioe, bisher unbestraste Viehhändler ?oh. Gcrh. M a h l aus Ilbenstadt, der feit mehreren Jahren sein Geschart in Offenbach betreibt, wegen W c ch f e l f a l s ch u n g zu verantworten. Ter Angeklagte batte namcnt(id) den früheren Metzgermeister, jetzigen Rentner Stephan und noch andere Ge- fchä'tswennbe durch die Verabfolgung von ihm ac’älidrtcr Wechsel arg geschädigt, den Genannten allein um 6400 Mk., einen andern um ca. 5000 Mk Er gab als Ursache st'ir die zahlreichen, in den letzten beiden Jahren betriebenen Wecbsel'älschungen aefchä'tliche Notlage und arrdere unverschuldete Umstände an. Ter Angeklagte war geständig und wurde unter Zubilligung nnldernder Umstände zu 2 */, Jahren Gefängnis, abzüglich 3 Monat für Untersuchungshaft, und 5 Jghren Ehrverlust verurteilt. ~ Berlin, 20. Okt. Ter Rebaktenr der „Morgenpost", Martin 2 ch m i b t, der im Frühjahr wegen Beleidigung Olga Molitors zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden war, erhielt heute von der Staatsanwaltschaft die Mitteilung, daß biefe Strafe im Gnabenwege in eine G e l b st r a s e von 3000 M a rk itmgc- wandelt worben sei Vermischtes. * Die Heirat des Herzogs der Abruzzen. Aus Rewtzork wirb geschrieben: Trotz aller Damenties wirb die Heirat des Herzogs der Abruzzen mit der Tochter des Senators Elkins doch stattsinden. Aus ziemlich authentischer Quelle stammt das Gerücht, daß der Herzog einen front Könige von Italien an seine Braut geschriebenen Brief mitbringen wird, in welchem die Braut der herzlichsten Aufnahme im italienischen Königshause versichert wird. Dieser Umstand dürste dann die letzten Bedenken des Senators, der seiner Tochter so viel als möglich von einer Verbindung mit dem Herzog abzuv^den versucht, endgültig beseitigen. £enn der alte^Senator Elkins ist der Meinung, daß man seiner Tochter von Seiten des i'alienischen Adels den Standcsuntcr- schied gar zu sehr fühlen ließe und möchte feine Tochter lieber mit einem Amerikaner verheiratet sehen. Sein Wunsch, daß der Herzog sich in Amerika ansiedlc und arbeite wie ieder Amerikaner, i)t natürlich nicht erfüllbar, aber au einer tatsächlichen Verbindung des.Liebespaares ist absolut nicht zu zweifeln, wenn auch iwch gewisse Modalitäten einer Erörterung bedürfen werden. * Verwogene Gefangenenbefreiung. Ter Direktor des PavickMänguisses in Warschau, welches als besonders feit gilt, und in dem augenblicklich fast nur politische Häftlinge untcrgebracht. sind, erhielt dieser Tage vom Militärgouverneur die telephonische Mitteilung, daß ein Offizier mit 6 Mann Militär bortfefbu eintreffen werde, um 15 genau bezeichnete Gefangene zum Verhör abzuhvlen. Kurz darauf erschien denn auch etn Offizier mit 6 Mann und ließ sich unter Vorzeigung einer Order des Militärgouvcrneurs die Häftlinge ausfolgen. Als am nächsten Tage die Häftlinge immer noch nicht zurück waren, erkundigte sich der Direktor beim Militärgouverneur, um dortselüst zu. erfahren, daß er einem Schwindlertonsortium in die .Hände gefallen war,, das mit .Hilfe der Verkleidung als Soldaten und mit einem gefälschten Ausweis ihre Kollegen zu befreien wußte. Tatsächlich wurden noch am selben Tage die Gefänguiskleider und dte llmromten als gefunden abgegeben. * T e r f i n d i g e G e r i ch t s v o l l z i e h e r. Eine in Paris wohlbekannte Rufsm hatte von einem Pelzhändlcr einen Pelzmantel von Otter und Zobel im Werte von 15 000 Franks bezogen Dte Rechnung wurde aber nicht bezahlt, so daß dem Pelzhändler fchltetzltch nichts Wetter übrig blieb, als der böswilligen Schuld- nertn den Gerichtsvollzieher ins Haus zu schicken. Der Ge- rlchtsvollzieher, der wohl ahnte, daß er Pfändbares nicht finden werde, lief; der schönen Russin einen flammenden Liebesbrief schreiben, der nut der Bitte um ein Stelldichein schloß. Tic Dmge. nahmen denn auch den Verlauf, den er vorausgeschen. Die Halbwelllerin begab sich zur festgesetzten Stunde in das Restaurant: sie beging .aber die Unklugheit, ihren Mantel den Händen des dienftbessissenen Kellners zu überlassen, und der Beamte hatte nun schleunigst das kostbare Kleinod gepfändet und trotz des jammervollen Protestes der schönen Russin mit sich genommen. * Aus der Welt des Papiers. Aus seinem Siegeszuge im Reich der Technik erobert das Papier immer neue Gebiete. Räder uud Ojcfäßc aus Papier sind jetzt etwas Lllltägliches. Tie Amerikaner sind neuerdings darauf gefallen, Särge aus Papier herzustellen: sie verwenden dazu eine Masse aus Zeikungspaviec, und angeblich sollen diese Sarge viel haltbarer als solche aus Eichen- ober Fichtenholz fein; auf jeden Fall aber sind sic billiger. Ter Versuch, Boote aus Papier zu bauen, soll von amerikanischen Industriellen tatsächlich in großem Maßstabe geplant fein. Bekanntlich war der erste, der eine größere Reise aus einem Papierboot machte, der amerikanische Kapitän Johnson, dem i die Leitung des „Rewyork Herold" aus 3000 Exemplaren ihrer Zeitung ein Papierboot harte bauen lassen. Je mehr Gegenstände "man aber aus Pavier hersteNt, desto teurer wird es, und desto begreiflicher ist es, daß man immer nach neuen Stoffen sucht, die das Holz Rohmaterial ersetzen folteu. Man hat mit einigem Erfolg Tori zu verwenden gesucht: aussichtsvottcr scheinen die MfaUstoffe der Baumwolle zu sein, die man in Amerika herangerogen hat. Bisher verursachten die Stengel und Kapseln der Baumwolle auf den Plantagen Kosten, denn iic mußten beiseite geschafft oder verbrannt werden. Jent lassen si" sich als Papier sehr nützlich verwenden. Tas aus Baumwolle hergesteltte Papier soll das aus Holz gewonnene au Stärke übertreffen und da? aus Lumpen hergcstellte an Ö>''te erreichen. Es ist viel billiger, da das Rohmaterial fast nichts kostet und soll sich auf etwa 14 Tollar per Tn-tne stellen. Besonders mit soll es zur .Herstellung von Büchcwi qeeianet sein, weil seine Haltbarkeit b-inahe unbegrenzt ist. Im Falle einer Vernichtung der Baumwollernte durch den Boumwollwurm kann die ganze B-mmwolsvflanze zu Panier verarbeitet werden, so daß her Pflan^ für den Ausfall der Ernte eine ziemliche Entschädigung erhält. * Empfindlich. Im Kontor eines G^sck>äftsbau'es sitzen der Cher und sein Kommis. Pl-'^lkch verdunkelt sich die Lust, ■'in Gewitter ist im An'uae. ,.Wir b:kommen ein Gewitter," sagte der Kommis. Seit wann sind Sie mein Kompagnon?" enw"k7n^e der Cbei. Hircbüdic Nachrichten. Israelitische R:Ii do. . . 83 30 3Ji°/d Konsols .... 92.25 3-6 do 83.15 ■5^°/n Hessen 91.10 3^°/n Oberbessen . . . 90 10 1 “6 Oesterr Goldrente. 97 80 Oesterr. Silberrente 99.00 4 % Ungar Goldrente . . 92.50 4% Italien. Rente . . . — 3 % Portugiesen Serie I 58 70 3% Portugiesen „ III 60.25 4>6°/e russ.Staatsanl. 1905 97 00 4>5o/6 japan. Staatsanleihe 90.50 1% Conv.Türken von 1903 90.40 Türkenlose 139 80 1 % Griech. 3Ionopol-Anl. . 49 90 4% äussere Argentinier . 86.90 d6/0 Mexikaner . . . 64.00 4>6o/6 Chinesen .... 96.70 Aktien: Bochum Guss 219 80 Buderus E. W 111.85 Tendenz ruhig. Berliner Börse, 22 Cauada E. B 175 80 l’armstädter Bank . . . Deutsche Bank .... 238.40 Dortmunder-Union C. . . — Dresdner Bank . . . 146.40 Tendenz ■ fest. , 22. Oktober. 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmerer . . 119 10 Elektriz. Schnckert . . . 120.60 Eschweiler Bergwerk . . 191 — Gelsenkirchen Bergwerk 186 50 Ilnmhnrg- Amerik Paket1 106.80 Uarpencr Bergwerk. . . 199 40 Lauralriitte 199.00 Nordd Lloyd . ... 85.70 Obeischles. Eisen-Industrie 97 00 Berliner Handelsges. . . 16 '.00 Darmstädter Bank . . . 125 75 Deutsche Bank .... 238.30 Deutsch-Asiat Bank . . 137 00 Diskonto-Kommandit. . . 177.30 Dresdner Bank . . , . 146 25 Kreditaktien lb8.70 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 99.70 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 22.75 Oesterr. Staatsbahn . . . 147 20 Prince-Ueuri-Eiseubahu . 123.00 Oktober. Anfangskurse. liarpener Bergwerk. . . 199.40 Laurahütte —.— 1 oinbarden E. B. ... 22.80 Nordd. Lloyd 85*60 ’i’ürkenlose 139.70 Emulsion 9lur echt mit dieser allen. — c. in scher — dem Oarantir* jetdicn dcs »cott- lchen Verfahrens I Stärkung und Kräftigung bringt Scotts Emulsion dem nach übersiandener Krankheit entkräfteten Körper. Scotts Emulsion wird allgemein gern genommen und selbst von einem geschwöchten Verdauungsorgan gut vertragen. AKWWZW 'n M,"!Unol.Lev:rtra>l LVi.o, brtma t .U "T ' ■' ’intnphoeptioni. >i.i j. r. 1'i n "acab- ®umnu inö?. ibeMqe). t 1908; 'ui]en »l rb'L SÄ u der H peifcfeMe f) als L"LÄ SäbSj-jjpj LZZ rs»L »»'äe StzLtz JTsS" uc ^em Kvin- 'klSrnng. chaft. er 1908: ^nds 7.00 llfir. ufihnitrfl. Tur*. ^">er nniinuiWier) noiortfn) 15,«o qi]( ?ner, 6.80-0.00 M' oßeln 4,80-5,40 Mk' liacn Rindvieh- Kälber zum Verknu'. 1 e i n e iu n r 11, der de ebeumlls flott ne- 40 - 70 Tlf. und nut ie nach Große und Einigen o / p / § I Weller l 4 I Tonneuich^ 4 AarelSimmki 2 Bed. Hiiiuiiel • = 4- 53’ C. -- 5.3°''. _ Bleichte ;T Hank für Handel 11910 , J20.60 . 191- >r. 1.15 Ubr. Inneyer - - hnckert . ■ mdelsses- r Bank . lank - • iat Bank onunauditi iauk - • u - und Ohio* u • • ' 238.30 ’ 13700 . 177.30 ' . 146.25 , . lb8.70 , . 99.70 Bergwerk . - en Ber^ork ,merik PakeH A fiU”1' ■ 19$ 8570 Eisen-Industrie A ' 12575 hu • - ' ' ' 92.75 iieeubahu - ■ latßbabn . • ' g0 rl.Eiseubahu ■1 All“*"1 Mi« ;ergwerk. • ' . - ' ' 99.80 E. B- ’ * * 85.60 yd - • ' ' ' 139.70 ftigung dem na» tcrtifröHck" Lulfton^ icn und selbst Hclbauungr' ion «s K.K ff’”.“ Rmlücher Teil. so billig und ausgiebig ist gewürzt werden, Termin Bürgermeisterei Steinbach zur Ein Pilsener Urquell Reelle Weine offen und in Flaschen 08849 Eüoreh! Mecum. frisch? fisch? Schollen Heilbutt 1851 & Gegr. BM/J chreiner clirliuge Autpofieren von Pianos. Klavierstimmen. vom 8. 1 teile im per Pfund 18 Pfg. ver Pfund 28 Pfg., können über 1OO Portionen Gas Koks / Hütfen-Koks Eiform-Briketts Miftagstisch von 12—2 Ihr (Dich im Abonnement). hochachtungsvoll Arthur Nissen. 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Arbeiter, 1 Bäcker, 1 Koch, 2 L:altler und Taveuerer, 8 Schrat ner, 2 Fuhrknechte, 1 Hetzer und Aiaichtmit, aHausburichcn 14 Arbetter, 1 Packer, 6 Hausfrauen, 3 Waichsrauen, 1 rsltckirau. 1 Lausmadchen !2el)rltngc: 1 Polsterer und Dekorateur. ^onnlonnn öct VcsttttrnngSacnoffenichaft V r