§5 ^^7- 'n 2 ü- 2 ei'3 s oSc U U So. ö*«e -ü- «8Sj «£=i: 2 -T‘ uH5<: ä -2.ua U U.w o exa sfl-5 eia Z8.L S V» u Q X) U ■- *. E^ = gE^Z gQpO w ü E u ■Ö ft ,+• 4* t$ i2&Eo§ w<£j5« g « üSic^s aß "* & Lxr^^Lxc;' ö »Ä C 4» E - l! - tx> c 5-ei Sgä-äuBG^ A-ß2e«S:;' ’x>:2 C3P H i* G 2 --I s^sP-ei;. 3Etr u-t» et:- iw’’'?'???SE*., TrU q~\ ' < teji »Fl= •»§}• Ä E = 9tt0'-< “ EvZ— u i •> • . S - Sv.;-. U lA *• • 2 ~'->o?':'-'-:;- a«ge$ s;i^ • »wFäs'i !, u t> Cijj'SK-'ä D"°2eS§§*»6- ; ^o'- s^n i 5u gelrung. lig ber Konzerths AuSbaus werben vom 16. Ium 18! eben. iten: 1) WM tdjen Emporen zuj.k- ÖnUeriebrfiftung juf.U x\. 400 qm. ö) j.: (ipiläkii usiv.) . 150 qm Lergl°K n Mustern auSjufüte. jen und Sbigcbotiir- rhen werben. Le^- n jum LclbstlosttW.- ssen und portofrei r; js längstens ScoM1 Ihr bei der untktz: ttiii Eröffnung >>>' \ ,t. ZuschlagsM"- itember 1908. . jtm in Ad M» Se 2urück 45 t wieder neu CL. und * ifehlung. Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. ^wtw- Erstes Blatt 158.Jahrgang Mittwoch 23. September 1908 erscheint täglich, außer Z5?'16^ © '*■<* etq'tellcii ^©ivhCnci ziiiuifltr wUtidjaftlldje Seitfragen W W S W H M \AV ^L- H W*SL ZefleuoreiS: lokal IbPi. Ferufprech-Anschlüsse: K «f V « W -V Ä tif ▼ auSwärt« 20 Pfennig, für die Redaktion 112, »} / Verantwortlich Verlag u. Expedition bl < A< • * ev a* < v < aa für den polittschen Teil, IWL . General-Anzetger sur Oberhefsen WM bis vormittags io Uhr. Rotattonsbrud und Verlag der Vrühl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchulstraße 7. !u °L* „®;,.jc.&‘JL * »uijciflcnivU« %*• vC—« LSrft vülow und die presse. Im Neichstagsgebäude mi Berlin ist gestern der internationale Pressekongreh eröffnet toorben. Von Vertretern der Regierung waren erschienen die Staatssekretäre v. Schön, v. Bellrmann- dolln^g, Krätte, v. Tirpitz, Dcrnburg, bie Minister Beseler, iooUe. Die EröfsmmgSrebe hielt bet Präsibent bcs Kongresses Singer Wien), bet in beredten Worten bie Bedeutung des Journalismus feiert, hierauf ergriff Herr v. Schön im Namen der Regierung bas Wort. Er vergleicht die Ausgaben der Diplomatie mit denen ber Presse und betont das Moment ber Fühlung iroifd>en den driden öffentlichen Mächten, die nie verloren gehen dürfe. Nach nnem Dank des Präsidenten trat man in bie eigentliche Verhandlung ein. Bei dem Ernpsmkg, den Reichskanzler Fürst v. B ü l o w gestern ! ,n Ehrm der Teilnehmer des Internationalen Pressekongresses n seinem Garten gab, hielt der 8i e,i ch s k a n z l e r in Erwiderung auf emc Ansprache des Präsidenten des stvngresses, Singer, sollende Rede: I l?. Storai und Damen! Ich danke Ihrem verehrten ! äerrn Präsidenten für die freunbliclien und beredten Worte. Ich danke Ihnen allen für die sympathgchc Ausnahme, bie Sie diesen Sorten bereitet haben. Sie haben, meine Herren, heute bereits arbeitsreiche Stunden hinter sich. Ich hasse, daß sie Ihnen 'M Interesse Ihres Beruses förderlich gewesen sind. Ich hoffe, dah Ihre Verhandlungen auch weiter zu Ihrer vollen Zusrieden- >eit verlausen werden. Es ist mir eine große Freude, Sie ,ier begrüßen »u tonnen, und ich hoffe, daß Sie auch diese Stnn- .den der Erholung nicht als verloren betrachten werden. Ich voill es Ihnen verraten, meine Herren von der Feder, daß meine Beziehungen zur Presse früh angefangen haben, “anr saßen eines Abends in Frantsurt, der schönen Mainstadt, um :\n runden Fainüientisch, meine Eltern, meine Geschwister und ich, als das Abendblatt hereingebracht wurde; ich weiß nicht unehr, war eS das „Frankfurter Journal" oder die „Augsburger ; ' allgemeine Aeitlmg". Voll Wißbegierde griff ich junger lOjähr. ■jengcl nach dem Blatt, fuhr in meinem Eifer mit allen fünf ingern in den heißen Zylinder der Lampe, die auf dem Tische stand und verbrannte mich gräßlich (Heiterkeit!) Das war bad ».sie Mal, daß ich mir die Finger mit der Presse verbrannt habe. ■ Äroße Heiterkeit.) Und 15 oder 18 Jahre später, ich war ■jgeitbH.djcr Geschäftsträger in Athen, las ich in einem großen wiener Blatt, einem Weltblatt, das ich zu meiner Freude hier -ertreten sehr-, etwa folgendes: Fürst Bismarck — las ich da — muß .ii wahrer Meister der diplomatischen Kunst sein, wenn er alle - wrheiteu wieder gut madjen will, die der deutsche Geschäststräger i Athen jebt anrichtet. (Große Heiterkeit.) Schon das Aeußere dieses d>efd)äft3träger8. Wie Nr. 5 am Geschütz, sie ist soviel ich > "eiß. der Kanonier, der nichts zu tun hat, schaut er drein; 1 einfältig schaut dieser junge Herr v. Bulow in die Welt, ras war das erste Mal, daß sich die Presse eingehender mit : iir beschäftigt hat. Nasus displicnit ineuö. Mein Aeußeres Ort dem betreffenden Korrespondenten nicht gefallen. Ich weiß acht, ob der Herr, wenn er noch lebte, jetzt günstiger über mich 4 b.’nFt; von der „Neuen freie» Presse" hosse ich es — without | ishing for compliments. Ich IjaOe später aud) angenehme Er- i ihrungen mit der Presse gemacht. AIS id) wieder einige Jahre I I pater, es war anfangs der 80er Jahre, an unserer Pariser Botschaft tätig war, da frug ich einmal, id) war in melancholischer (Stimmung — id) fand, mein Avancement ging nicht rasch genug; ■ i n der Armee nennt man das die Leutnants-Melancholie — | ie.it Vertreter der „Times", Blowitz, — es war ein kluger Mann —, I i*i ich Aussichten im Journalismus hätte. Sofort bringe ich ■ (2ic an, erwiderte mir Herr von Blowih, mit 30000 Franks H jährlich; das hat damals mein Selbsthertrauen gestärkt, und I moch heute macht die Erinnerung mir Vergnügen. Id) habe im I oilgemeinim beobachtet, daß es wenige Politiler gibt, die nicht, 1 tumentlich wenn ein Journalist zugegen ist, gern einmal über 1 ke Presse rasonnieren, aber es gibt nod) weniger Politiker, die 1 Micht wüirschten, daß die Presse von ihnen selbst nett sprechen rrödste, und am allerwenigsten ist die Zahl derjenigen Politiker, ■ die es ertragen können, daß die Presse sich gar nicht mit ihnen. | beschäftigt. Das Veilchen, das im Verborgenen blüht, das gute I Blümchen möchte keiner sein. Seien Sie auch gerecht, meine m Herren. Wären Achilles und Hektor und Tiomedes ohne, Homer? I Lie das Sdwllrohr der Presse die Töne weiter trägt, so haften I |i im Gedächtnis der Menschen, so wirken sie auf bie Menschen I (.-roß, sehr groß ist in unseren Tagen bie Macht ber Presse. Sie hmt «Gerüchte verbreiten, Vorstellungen enoeden, Ansichten bei || b irrufcn, Ueberzeugungen begründen, die für lange Zeit hinaus 1; such nichts mehr zu erschüttern sind. Die Wenigsten madjen sich ' Wir, daß bas ein Novum ist in ber Weltgeschichte, in der Kultur- | Schichte der Menschheit. Wenn in früheren Jahrhunderten ein | hc.it diese ober jene Malice brachte, so sand sie 500 oder 5000 I tiger; der Angegriffene verfaßte seine Gegensdirift, di- eben* v stuiele Leser sand, und die Sache war ausgeitanben. So war H fä nod) in der Zeit ber holländischen Pamphlete, über die sich tiibtoig XIV. ärgerte, und der Gazetten, die Friedrich der Große ' r d)t genieren ivolltc. Wenn aber heute ein Blatt einem Manne brr Oefsentlichkeit etwas anhängt, so laust das weiter, wie der i (I:Etrifd)c Funle längs des Telegraphendrahtes, und ehe der Bc > ■ i taosfene die Zeit fiiibet, bie Sache gründlich richtig zu stellen, | Yerz eines Journalttten, rand) dazu eines mir befreundeten Journalistx l —■ on n est wahi que Par les siens —, brachte die Borstellung in Umlauf nid nun sitzt sie fest. In Wirklichkeit habe ich den Büchmann, brr übrigens ein gutes Bud) ist, ein mit Liebe juiammenge]telite8 Such, erst vor einigen Jahren in die Hänoe bekommen, als illht mir ein leider seither verstorbener Parlainentarier zum Ge- jwenk machte als Aprilscherz. Zitiert, habe ich immer. Ja) erinnere mich, schon als Sekundaner auf dem Gpinllasiunst Earo- liheum in Neustrelitz wurde ich von dem würdigen Rektor Schmidt cimahnt, nicht so viel zu zitieren. Aber ich I)abe immer , auü Sm Gedächtnis zitiert. Das ist nur ein unschuldiges Scqpiel. lÄ) freue mid) immer, wenn id) mich in den Witzblättern abgebildet finde mit dem Büchmann in der Hand und mit meinem braven fH.tbcI neben mir. Aber id) kenne aud) Beispiele, wo gehainge N'rurteile gcnäl)rt, wo wirkliches Verdienst geschmälert und (vc- i.r)es in Ungerades und Ungerades in Gerades verwanbelt wurd:, ! Ire) Ungerechtigkeit und Unrecht und Unwahrheit gefördert wurden bxrd) die Macht der Presse. Je größer diese Macht geworden isst umio gewlfse:chaster muß sie gehandhabt werden, dcun roiil ii mal wieder zitteren: „Ter Menschheit Würbe i)t in eur>. ^Ube gegeben; bervahret sie." (Beifall.) Und, meine Herren, nicht allein der Menschheit Würde! Nehmen Sie als polittsch denkende und an ihrem Teil auch vor der Geschichte verantwortliche Männer ein ernstes Wort von mir mit. Ich spreche zu Journalisten aller Länder und ich möchte, daß meine Worte auch über ihren Kreis hinaus gehört werden. Ich glaube, daß der Journalist Patriot sein soll, aber Patriotismus beißt nicht Ungerechttgkeit gegen Andere. (Beifall.) Wir lind nun einmal darauf angcmieicn, auf dieser Welt mit und nebeneinander auszukommen. DaS haben Sie selbst anerkannt, indem Sie fid) zu einer internationalen Vereinigung jufammengetan haben; da sind Sie angewiesen auf den gegenseitigen guten Willen. Nehmen Sie bas als Abbilb unb Vorbild des Verkehrs und deS Zuiammenlebins der Völker. Aud) die Völker sind i:t ihren internationalen Beziehungen angewiesen auf guten Willen und ehrliches Entgegenkommen, auf gegenseitiges Verständnis und sreundlichen Ausgleich. Unb nun, meine Herren, bedenken Sie wie viel die Presse, wie viel Sie dazu beitragen können, diese Beziehungen srnlndlicher zu gestalten unb zu glätten, wie viel Sie aber auch tun können, um bicjc Beziehungen zu vergiften und in Feindsclinst zu verwanbeln. Ein aewaltiges Instrument ruht in Ihrer Hanb, gleid) geeignet, zuzuspitzen und zu schaden. Mögen es stets erfahrene Hände sein, denen dieses Instrument anvertraut ist, erleuchtete Köpfe, bie ju dirigieren wissen zum Heile ber Menschheit und zum Besten ber Völker. (Beisall.) Nun, meine Herren, wünsche ich Ihnen irochmals besten Erfolg für Ihre Arbeiten; nochmals herzlichen Dank für Ihr Kommen, Ihnen unb Ihren Tarnen." (Lebhafter Beifall.) potitiScbc Tayccscbari. Ein Konflikt im polnischen Lager. Weihbischos Dr. Lllowskt foll, wie der „Kurier Poz- nandki" mitteilt, am letzten Freitag an die Geistlichen eine Ansprache gehalten haben, die recht geharnischte Angriffe gegen diejenigen polnischen Zeitungen enthielt, die den bcnio» Iraufch-vollöparteilichen Standpunkt vertreten. In dieser Ansprache berührte der Weihbischof bie polnischen innerpolitischen Fragen. Wörtlich foll Dr. Likowsli geäußert haben: „Wer die Verhältnisse hinter ben Kulissen fvunt, der weiß, daß eine der polnischen Zeitungen in Pofen nichts anderes als eine Filiale der Umsturzpartcl in Warsd)au «ft. Tenn dcr „Kurier Pozuanskf druckt Erzahliingen voll ketzerischen Inhalts ab, in welchen der heilige Paulus als gewöhnlicher Plörder bezeichnet «uirb und dergleichen. Ich weiß, daß dieses Blatt vonviegend in den Kreisen ber Gelstlichl.it, insbesondere dec jüngeren, verbleitet ist. ^ch must cnch vor dem Aboyneinent solcher Zeitnngen warnen, auL denen derartiges Gift entströmt. Denn ivas müssen sich ausgeklärte Sciite denken, wenn sie derartige Zeitungen m eurem Hause erblicken u. s. ro/ Ter „Kurierantwortet auf die Angriffe des WeihbischosS, indem er erklärt, daß dieser feine eigene Volksgemeinschaft und die Strömung in ihr nicht kenne und deshalb gänzlich außerhalb der polnischen Gcsellschast stehe. Ter Weihbischof nehnie eine polnische Zeitung überhaupt nicht znr Hand, er werde von unverantwortlichen Ratgebern falsch über sie informiert. Tcr „fluriec* verwahrt sich gegen den unerhörten Vorwurf, baß er nur eine Filiale der Warschauer Nmslurzpartei sei. Ter „Postep" und der „GonieC ergreifen in längeren Ausführungen die Partei des „Kurier^ und treten in scharfen Artikeln gegen ben Weihbischof auf. Es ist nicht bas erste Mal, daß ein häuslicher Zwist die Polen erregt, über im Hasse gegen das Deutschtum haben sie bisher noch immer bald bie Brücken zur Einigung gefunben. Aus Statt mit Laut. Gießen, 23. Sept. 1908. *• Zur LanbtagSwahlbcweguug. Geh. Justizrat Tr. Guts lei sch, der langjährige hochverdiente Vertreter unserer Stabt im hessischen Landtag, hat sich erfreulicherweise zur Wieberannahrne der Kandidatur bereit erklärt. Da bic nalioualliberale Parteileitung bie Unterstützung feiner Kcmbibatur schon früher zugesagt hat, ist Tr. Gutfleisd) wie vor 6 Jahrcn alleiniger bürgerlicher Kandibat und seine Wiederwahl ist als sicher auzunehrnen--Tie Freisinnigen werben im Wahlkreis Oppenh eirn -Osthofen- Würstabt mit einem eigenen Kanbibaten vorgehen. Als Kanbidat ist ber Weingutsbesitzer Karl Sittmann- Oppenheim, ber Vorsitzenbe beS Weinbauvereins ber Provinz Rheinhessen, in Aussicht genommen. •• Wechsel bei ben höheren Beamten. In ber Vertretung beS Groß herzogt ums Hessen beim BunbeSrat hat sich soeben eine wichtige Acnderung vollzogen. Der langjährige, im Alter von ca. 80 Jahren stehende außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am königl. preußischen Hose, Wirkl. Geheimerat Dr. Karl v. Neidharb t ist von seinem Posten zurückgetreten und an seiner Stelle der bisherige Provinzialdircktor dec Provinz Rheinhessen und Kreisrat des KreiseS Mainz, Geheimerat Maximilian Frhr. v. Ga gern unter Verleihung des Eharakers als Wirklicher Eebeimerat mit dem Prädikat »Exzellenz* ernannt worden. Gleichzeitig wurde er stellv. Mitglied des Bundesrats. Der Rücktritt des hochverdienten greisen Staats- manneS wurde schon seit mehreren Jahren erwartet und erfolgt lediglich infolge hohen AlterS unter ailSdrücklicher dank- barer Anerkennung der von ihm geleisteten langjährigen, treuen unb ausgezeichneten Dienste. Ec ist bereits seit Jahren im Besitze bet höchsten hessischen Orben, ber Großkreuze bes Ludwigs- unb bes PhilippSorbenS unb würbe auch vom König von Preußen unb anderen deutschen Bundesfürsten mit vielen hob. Auszeichnungen bedacht. Der neue Bundes- ratsbcvoltt- .gte Frhr. o. (Sagern steht im Alter von nahezu 60 x ren und gehört der alteingesessenen katholischen Familie bei o. (Sagern an. Er hat als Ministerialsekretar beim Minisleiium bes Innern u. a. bie Bauorbnung ausgearbeitet unb wat vor seiner Ernennung zum Provinzial- direktor von Oberhefsen KrciSrat in WormS. — Gleichzeitig mit Frhrn. v. (Sagern nuirbc auch ber bisherige stellvertretende Bevollmächtigte, Minister dcS Innern Dr. Braun, zum Bevollmächtigten zmn BunbeSrat ernannt. — Der KrciSrat des Kreises Offenbach Fritz v. Hom bergt zu Dach wurde zum Provinzialdirektor der Provinz Nhemheffen und KrciS- lat des KreiseS Mainz, ber KreiSrat bc8 Kreises Dieburg Friebt. Lochinann zum KreiSrat beS KrciscS Offenbach ernannt. Gleichzeitig hat S. K. H. ber Großherzog ben Pro- v nz'.albirektor bet Provinz Rheinhessen unb KreiSrat beS KreiseS Mainz Fritz v. Hom bergt zu Vach mit ber Wahrnehmung ber Funktionen cin:6 lanbeSherrlichen Tcrritorial- lommiffärS bei ber Festung Mainz beauftragt. •* Für bic Sitzung bet Stabtoerorbneten- Versammlung am Donnerstag, 24. Sept., nachm. 4 Uhr, ist folgenbe TageSorbnung mifgefleUt worben: 1. Auslosung von Schulboerschreibungen. 2. Mitteilungen. 3. Eintrag Winn unb Genossen wegen Dlusstellung eines mnfaffenbcn BebaiinngSplaneS. 4. Baugesuch beS Georg Schäfer für ben .'lliefeldweg. 5. Dcsgl. bcS K. Bänninger für ben Erbkauter- weg. 6. TeSgl. ber Gebrüber Kahl für bie Frankfurter Straße. 7. DeSgl. beS Albert Rahnefelb für bic Schanzen- flraße. 8. Desgl. bcS Friebr. Schmitz für bie Krofborfe, Straße. 9. HinterhaiiS von Kreubcr in ber Neustabt. 10. Baugesuch dcr Firma Winn u. Eo. für die Bahnhofstraße. 11. Gesuch beS Karl Jeckel wegen eines FirmenschilbeS. 12. Einfricbigung des (SrunbftücfS Frankfurter Straße 80. 13. Bebauungsplan für die Gi'.tenbergslraßc. 14. Enteignung von Gelände für die Kläranlage. 15. Ankauf von Grundstücken von Georg Simon. 16. Ankauf von Straßengelände in der Wagengassc. 17. Ei werb von Stiaßenland am Schiffenberger Weg. 18. DeSgl. in der Wetzsteingasse. 19. Ver- gebung von Arbeiten. 20. Beschaffiing von Klinkern für bic Sielbauarbeiten. 21. Genehmigung von Rechnungen. 22. Anlage von Grabenüberbrückungen in ber Frankfurter Straße. 23. Gesuch ber Gebrüber Kahl, betceffenb Gleisanlagen bei der Kläranlage. 24. Gesuch des Albert Kuhnb um Erlaubnis ZMN Schantivirtschastsbctrieb im Hause Leihgestcrner Weg 18. 25. Desgleichen des Andreas Oberhausen für Astecweg 7. 26. Dcögl. des Karl RudcrSdoif zum Schankwirtschaftsbetriev unb Bramitweinoeikauf über bie Straße für Bismarckltraße 7. 27. DeSgl. des Friedrich Schneider znm Gaftwictschaftsbetrieb iür Hammstraße 7. 28. Gesuch deS Heinrich Benner II. um Erlaubnis zum Ausschank von Mineralwasser in der Hamm- siraße dein neuen Güterschuppen gegenüber. •• Karl Wilhelm Nowack, der langjährige Teilhaber dcr Firma E. W. Nowcck u. Sohn, ist gestern gestorben. Der Tahingeschiedene, der seit 40 Jahren hier ansässig war, ist in weiteren Kreisen als kenntnisreicher und eisolgreicher Kaiifmann sehr geschätzt worden. Dies kam u. a. dadurch zmn Ausdruck, daß er vor 8 Jahren in die HandelS- lammer gewählt wurde. In den letzten Jahren war er deren Rechner. Dem Verstorbenen, der ein Sliter von 72 Jahren erreichte, ist em ehrenvolles Gedenken sicher. ’’ Verhaftet wegen Unterschlagung wurde gestern der Buchhalter eincS hiesigen Geschäfts. Ec hatte die Fcrienreise seines Prinzipals im Geschäfte zu seinen Gunsten dadurch aliSgenützt, daß er eingegangene Beträge in Gesamthöhe von ca. 200 Mk. nicht buchte, sondern in seine Tasche steckte. Vorsicht beim Spirituskocher. Ein Beamter ivollte sich vor einigen Tagen auf dem Bureau auf einer SpirituSmaschine Kaffee kochen und goß in ben noch heißen Behälter Spiritits nach. Hierbei cxplobierte baS Gefäß, ber Beamte eilitt berart Branbwunben im Gesicht unb am Leib, daß cc in bie Klinik ausgenommen werben mußte. *• Dentschn ationale r HandlungSgehülfen- oeebanb. Am Samstag, 12. und Samstag, 19. d. Mts., feierte bie hiesige Ortsgruppe bcs Deutschnationalen Hanb- lungSgehülfenverbanbes zu Hamburg ihr lOjährigeS Stiftungsfest, zugleich auch das 15jährige Bestehen des Verbandes. Tie Feier begann mit einem Komm er 5 in Steins Garten, zu dein mehrere hiesige Vereine erschienen waren. Rach einer Begrüßungsansprache deS Vertrauensmannes der hiesigen Ortsgruppe folgte die Festrede des Kollegen Loitsch, dec einen genauen Uebcrblick über die Entstehung und Entivickelung des Verbandes und inSbes. der hiesigen Ortsgruppe gab. Tie Ortsgruppe Gießen der D. H.-D. wurde im Sept, des Jahres 1898 gegeünbet, sie zählt zur Zeit über 200 Mitglieber. An die Festrebe schloffen sich bic Begrüßungsansprachen ber eingelabenen Vereme, ber Stenographen-Gesellschast Gabelsberger, Stenogr.-Verein Stolze-Schrey, Kathol. Kaiifm. Verein, Verbanb reisenbec Kaufleute, Verein beutscher Stubenten, sowie beL Gauvorstehers S ch c 1 l i n - Frankfurt. — Am Sonntag, 13. Sept., fanb ein Ausflug nach Burg Gleiberg statt. Den Abschluß des Stiftungsfestes bilbete ber am vergangenen Samstag in Steins Garten veranstaltete Fest ball, soivie der am Sonntag darauf folgende AuSflug nachdem Wind Hof, die beide sehr zahlreich besucht waren. "Stenographisches. Am SamStag, 19. d. M., feierte der S ten o g raph en - Vere in nach Babelsberger am hiesigen Gymnasium sein 33jährigeS Stif. tungSfest durch einen Ausflug nach dem Heuchelheimer Mühlchen. Außer den VcremSmitgliedern hatten sich die Vertreter folgender Vereine eingcsunben: Stenographenverein Gabelsberger Gießen von 1861, Stenographen - Gesellschaft DabclSberger Gießen, Akademische Dereinigimg (Babelsberger Stenographen an der Ludoo ciana, Verein an der Augustiner- schule zu Friedberg, der Stenographenverein Stolze - Schrey ant Gymnasium und der Stenogrophenverein Gabelsberger am Realgymnasium und der Lbcrrealschule. TaS Lehrerkollegium der Anstalt war verirrten durch Professor Urstadt. Der Vorsitzende BergLr ergriff das Wort zu einem Vor- trage über den Verein in den 10 ersten Jahren seines Be- slehenS. Tie guten Beziehungen deS Vereins zu den übrigen Etenographenveremen kamen in den Ansprachen der oet> schiedenen Vertreter zum Ausdruck. Professor Urffadt versicherte, daß Direktion und Lehrerkollegium der Anstalt b:n Bestrebungen deS Vereins wärmstes Zntcressc cntgcgenbrächlen. Gemeinsame Lieder, Musik- und humoristische Vorträge hielten die Teilnehmer in fröhlicher Gesellschaft zusammen, bis man bei einbrechender Dunkelheit gemeinsam den Heimweg antrvk. -Don der LandeSa u Sstellung. In Anbetracht des noch stetig zunehmenden Besuches der Ausstellung hat die AuSstellungSleitung beschloffen, die Ausstellung noch am 1. November geöffnet zu halten. Ferner ist für den Monat Oktober die Veranstaltung billiger VolkStage — Eintritt einschl. Konzert nur 50 Pf. — geplant. Und zwar sind hierfür je 2 Tage der Woche — Dienstag und Freitag — m Aussicht genommen. Sicher dürste diese Veranstaltung billiger Tage sehr begrüßt werden. — Die Ausstellung ist seither von rund 160 000 Personen mit Tageskarten besucht worden, wozu noch der Verkehr der mehr als 6000 Abonnenten kommt. Der in 20000 Eremplaren gedruckte Ausstellungskatalog ist völlig vergriffen, so daß sich d.e AuS- stellungSleitung durch eine leihweise Hcrgabe der wenigen noch vorhandenen Exemplare helfen muß. In diesen Tagen stattete auch dec ReichSkomnuffar für die Brüffelcr Ausstellung, Dr. Albert, der Ausstellung mehrere Besuche ab. Er sprach sich sehr anerkennend über daS auf der Ausstellung Dargebotene auS und gedenkt vieles davon auch für die Brüsseler AuSstelluug zu verwerten. — Tie von der AuS- stellungSleitung zur Ehrung Prof. Olbrichs' geplante große Totenfeier ist nunmehr für den 9. Oktober, abends 71/, Uhr angesetzt worden und wird auf und vor der großen Terrasse an der Hinterfront des Olbrichschen AuSstellungS- gebüudeS stattsinden. Die Karten für diese Feier werden von der AutzstellungSleitung unentgeltlich abgegeben. Vor- schrift ist für Damen und Herren schwarze Kleidung. Auch der Grob Herzog nimmt an der von Mitgliedern der Künsllerkolonie und Hofthealermaler Kempicn arrangierten Totenfeier teil. — Die Olbrich-AuSstellung wird am 1. Oktober eröffnet werden und bis 22. Oktober dauern. ** Dom Korps-Manöver. Die 25. Division, die am Akontag srich aus ihren Quartieren zwischen Lahn und Dill abmarfdjicrte, richtete ihren Vormarsch nach Mrd- westen, um der 21. Division entgegenzntrcten. Die Reiterbrigade unter Generalmajor v. Werder ging mit Spezial- austrag in Begleitung der reitenden Batterie auf dem rechten Flügel Vor und fticu zivischen Roth und Achenbach gegen Mittag auf die Vortruppeu der 21. Division Es entspann sich ein kurzes Gefecht. Der Vormarsch der 21. Division kam mehr aus südwestlicher Richtung, wie man es nicht erwartet halte. Die 25. Division sammelte sich gegen -Abend in einer festen Stellung vorwärts Hommertshausen, wo alles blloakierte. Am Dienstag begann' das (vefecht schotl um *) Uhr auf den drei Stunden nordn»estlich gelegenen Höhen von Steinperf und 9cieder-Eisenhausen. Nach dem Mlckzug der hessiickjen Division nahmen die Kämpfe am Mittag bei Runzyausen ihren Fortgang mid gegen 4 Uhr war der Kampf auf den pöhen von Gladcnbaa) zu Ende geführt. Nach dem Gefecht wurde es sehr lebhaft in Gladenbach. Etwa 1000 Mann berittene Truppen kehrten ein, um Mtquartier zu beziehen. Du.rchzicherck)e Soldaten und Bagagewagen belebten oas Bild bis zur hereindrrchen- den Nacht. Dazu wurden die beiden Proviantämter geräumt, so daß Gladenbach heute fast einem Kriegslager glich. ** Tie Maul- und Klauenseuche ist auSgebrochen ün )?lmtSbcz,rk Ä nSboch am 19. und im Amtsbezirk Erding. (Cbcrbtioam) am 20. September. Sie ist erloschen im Schlacht- Hose zu M c tz am 19. September. O Klein-Linden, 21. Ceptbr. Großer Andrang herrschte gestern auf bem Schicßslande unseres Kri eger- vereinö, der sein letztes Preis-Scheibeuschießen für dieses Jahr abhielt. Gar mancher, der gerne noch einen Spiegel geschossen hatte, konnte nicht mehr zum Schießen kommen. Die Preise wurden von folgenden Schützen errungen: 1. Preis (Kaffeeservice) L. Bepler, 2. Preis (Küchcmvage) Biehmann- AUendorf, 3. Preis (Bierkrug) Wilh. Klein I., 4. Preis (Blumenvase) PH. Jung II., 6. Pr. (Messerbrett) G. Spengler, 6. Pr. Schriftführer Schaum und Slarl Jung. Der Vorsitzende schloß die PreiSverteilung mit einem kräftigen Hoch auf die Schützen. Das Interesse für den Schießstand und das Scheibenschießen ist im Verein, als auch in der Gemeinde recht rege. Die Veranstaltungen tragen sicher nicht wenig jur ferneren gedeihlichen Entwickelung unseres Krieger- vereinS bei. -Grün berg, 22. Sept. Ter hiesige O rt«g ewerbc» verein beabsichtigt für seine Mitglieder einen Buchsüh- rnngS-Kursus nach dem Epstein des HauptlehrerL Traber abhalten zu lassen, um ihnen Gelegenheit zu geben, sich eine ordnungsmäßige einfache Buchführung, btc für jeden Gewerbetreibenden unentbehrlich ist, anzueignen. Falls sich ge- nügcnd Teilnehmer melden, wtib der Verein ihnen einen Zuschuß gewähren. ? Hungen, 23. Sept. Am vergangenen Sonntag nachmittag fand auf dem allen Tuniplatz beim .EchützenhauS" das Ad turn en des Turnvereins statt. Die Tiirner und Zöglinge entledigten sich in bester Werfe ihrer Aufgaben und alle Uebungen fanden den ungeteilten Beifall der zahlreichen Zuschauer. Sehr zu wünschen wäre cS, daß sich immer mehr junge Leute bem Verein anschließen und sich der Turnsache widmen möchten, die neben der Geselligkeit doch in erster Linie die Kräftigung ihres Körper« und Geiste« in sich bürgt. Gut Heil! — Die Synode de« Dekanats Hungen fand hente vormittag 91/, Uhr in der evangel. Kirche statt. -m. Friedberg, 23. Sept (Tel.) Seit einiger Zeit machen jid) obeirds einige unbekannte Mutwillige das Vergnügen, in der Burg Passanten mit Sternen ju bewerfen, wobei icbon Ber1evun,rrn eurfianb- n sind. Da von den Tatern niemals e.waS zu entdecken ivar, glauben viele, daß es in der Burg spuke. (!) Ilm txmi Unfug und der Aufregung em Ende zu mactxn. bvivaduni gestern abend sämtliche Schutzlrule die Burr Die Ilederwachung war |ü l’ttaw. daß am Tore cuie genaue Uvntralle der Bo rüber- gebenden stattsonb und ni &irg SSotmrnben der Zutritt Dmv*igrrt mürbe. Droz : cifrifltn Bemühungen Hieben die Nachforschungen ohne Ei' , , , < - -s- Bad Salzha en, 20. Sept. Heute abend ließ die Babedirektion em vo -•! n^eneS Feuerwerk im Park abbrennen, baS großen all and. Leiber war bie Be- anntrnachung bazu de c * selbst Leute am Platze an ber Veranstaltung zwe ten. HoffenUich wird die« künftig -L 2i§berg, 22. Sept. Gegen 2 Uhr heute nach- mittag entgleiste hier bie Maschine dc« von Gedern rommenben GüterzugeS. Ta bie obere Weiche (Hirzen- iain) stark beschäbigt war, so konnte bei ben nachmittags fahrenden Personenzügen (3 Uhr biS 5.15 Uhr) ber Verkehr nur durch Umfteigen an ber Unfallstelle bewerkstelligt werden. Der 3 Uhr-Zug erlitt fast 3 Stunden Verspätung, während die Abendzüge ebenfalls noch etwa */« Stunde Verspätung zeigten. Gegen 8 Uhr abends war bie Strecke wieder fahrbar. □ Nibba, 19. Sept. Eine gemeinsame Konferenz für bie Lehrer b eS Kreise« Tübingen wurde heute im Gasthause,Zum GambrmuS* abgehalten. Auf ber Tages- orbnung stand zunächst die Fortbildungsschule. Es wurde dazu auSgeführt, sie müsse noch weiter vervollkommnet werden, insbesondere dadurch, daß die Zahl der wöchentlichen Stunden von 4 auf 6 erhöht werden. Erst dadurch sei e« möglich, die Heranwachsende männliche Jugend noch weiter aufzuklären. — Hierauf hielt Lehrer Wagner-Calbach einen Vortrag über Heimatpflege in der Schule. Der Lehrer soll seine Schüler auf die Schönheiten und Vorzüge ihrer Heimat Hinweisen, damit dadurch die echte Heimatliebe geweckt werde. Aber auch die heimatliche Kunst soll in der Schule gepflegt werden, damit die Heimat als ein ideelle« Glück erscheinen möge, in bem bie Einsamkeit keine Stätte sinbe. Rebner zeigte schließlich noch, wie ber Lehrer im geographischen, geschichtlichen unb Gesang-Unterricht bie Liebe zur Heimat zu erwecken habe. 'Herr Schulrat Scherer hob bei ber DlS- kussion besonder« hervor, baß eS Pflicht jedes Lehrer« sei, sich mit den bäuerlichen Verhältnissen ber Heimat bekannt zu machen zum Nutzen ber Schule. Auch empfahl er noch im Anschluß an bie FortbilbungSschule ben Lehrern da« Werk: „Die länbliche Wohlfahrtspflege* von Professor Sohnrey in Berlin. 0 Laubach, 21. Sept. Begreifliche Entrüstung herrscht hier barüber, baß bie Eisenbahndirektion am 1. Okt. den Abendzug um 9 Uhr, den sie auf besonderes Drängen im Sommer eingelegt, aber zu spät bekannt gegeben halte, wieder wegfallen lassen will. Infolge der späten Bekanntiuachung war der Zug in den meisten Sommer- fahrplänen nicht enthalten. Die geringe Frequenz deS Zuges wird zum Teil dadurch verursacht, daß in Hungen wegen einer Differenz von 8 Minuten kein Anschluß in der Richtung nach Gelnhausen erfolgt. 9.23 Uhr erfolgt bort die Abfahrt, während bie Ankunft des hiesigen ZugeS 9.31 Uhr geschieht. Sollten diese 8 Minuten nicht durch Abkürzung der Fahr- zeiten des ZugeS 1061 sich einholen oder durch Verminderung der Wartezeit in Laubach — daS Wassereinehmen für bie Maschine kann auch sonst geschehen — erreichen lassen? Die Vertretung der Handelskammer hat sofort Protest gegen die Schädigung erhoben. Gau-AlgeSheim, 22. Sept. Gestern abend über- fuhr an dem Uebcrgang unterhalb der Station ein von Mainz kommender Persouenzug da« mit einem Ochsen bespannte Fuhrwerk des CchlossermeisterS Dickescheid von hier. DaS Ehepaar Dickescheid wurde verletzt, ebenso daS Tier, das sofort geschlachtet werden mußte. Der Wagen wurde zertrümmert und zi>r Seite geschleudert. Tie Schranke am Ucbergang war nicht geschlossen. (Kl. Pr.) — AuS dem Kreise Wetzlar, 21. Sept. Die Kreis- (ommunalueiroaltung laßt in diesen Tagen in den Bürgermeistereien Schöffengrund und Atzbach, insgesamt in neun Gemeinden, MilchverwertungL- und Geflügelzucht- kurse abhalten. Ter Unterricht wird erteilt durch KreiS- HauShaltlehreriii Müller, Winterschuldirektor Eourtin und KreiSobsibaulehrcr Kilb. Für jede Gemeinde sind drei Abende vorgesehen, wovon die beiden ersten für Frauen und Mädchen und der dritte für erwachsene männliche Personen beflimmt sind. w. Frankfurt a. M., 23. Sept. Aus der Treppe eines Laufes der Schleusenstraße hat sich heute früh ein 33jährige r Lehrer erschossen. Ein Nervenleiden soll den Mann, der brumäd)|l heiraten wollte, zu der Tat veranlaßt haben. GHcfccner Strafkammer. )( Gieße n , 22. Sept. Diebstahl unb Freiheitsberaubung. In ber Wohnung des Schneiders A. O. B. au« Marlen in Baden fand kürzlich eine Haussuchung statt, weil er verd-ichtig war, seinem Arbeitgeber zu Bad-Nauheim Stoff und fertige Kleidungsstücke entwendet w baden. Tie Durchsuchung fand durch den Polizciwachttneister in (wgenroart des Zuschneiders und ber Hauswirtin statt. Nadidem das Gestohlene gesunden worden war und B..S Fesmohme bevorssand, sprung er zur Türe hinaus und schloß von außen Kn. Tie Ern geschlossen en konnten nur durch gewaltsame« Oeffncn ihre Freiheit wieder erlangen und schließlich sand uia.i B. im Weller versteckt vor. Tie ötrartamrner verurteilte ihn wegen Diebstahls im Ruckfall zu 3 Monaten und wegen ^rreihcitSbervubung »u 1 Monat Gefängnis und reduzierte die Strafen auf 5 Mvnate und 14 Tage. Ter Pferbemufterunzstermin. Die vorjährige Pferdemusterung hatte ihr Nachspiel, da eine Anzabl brn'igvr Pfervevesiver zu der auf dem Trieb statt- aefundenen Musterung ihre Pferde nicht rechtzeitig zu der von der Bürgermeisterei tni'jqc&tm Stunde vorgeführt hatten. Die MufterungSkommsssion hatte beit Termin aus 10* < Uhr festgesetzt: die Bürgermeisterei hatte aber den Besitzern zur Pflicht gemochr, mit ihren Pferden schon um 9*/> Uhr auf dem Platze zu sein, um inzwischen die Pferde mimtn zu tonnen. Die Säumigen erhielten StroiMandate von je 3 Mk.: sie erhoben aber Widerspruch mit der Begrtindung, sie seien zu der von der Kommission srstgefetzten Stunde rechtzeitig erschienen. Das 'Schöffengericht pilichiete den Ausführungen der Lcrterdi'Tung bei, btt bebauptete, daß ber Bürgermeisterei keine Befugnis zuüehe, tute frühere lerntinftunbe anzuberaumen. Das Gkscp taumt den tiurs ütiilc» ivegrn auch mit den notwendigen Auslagen der ‘.'litgrficgtai Glastet wer>-n. Aus Anregung der Bürgermeisterei v.rfolgte die Staatoanwattichaft Berufung: sie stellte aber selbst den Antrag auf Freisprechung und btt »traiTammcr schloß sich an. Ste war der Ansicht, daß sich die Maßnahme der Bürgermeisterei gesetzlich nicht ^rcebtlertignt läßt und tef itreixnni Zukünftig einen wüberen Termin an evrn möge, basiy >:c _ •*r:: beim EmN en des »..rnrn.ssars geordnet sind Zeppelin. Die Sammlung dec Gießener AnzeigerSr BiSber gmuien: Äk. 2958.10, Pr 176 Todesfälle gemelbet. — Ter Cberbürgcrmeuter betonte m einer Unlentbuiifl mit bem Minssteroräsibenien Slotypm die 5b>;. wenbigkeit ber Beilorgimg ber Stadl mit gefunbem L. ass er ue* der Ranatifauon. — lieber die Eholerafälle in Berlin tay stch uortäuhfl noch (ein Urteil lallen, da die von Pro«. Laflty $t. leitete llnteriudiung noch uichi beendet ifL Gestern nachm tta^ wurden atS choleraoerdächlig em russisch-polnischkr Foblenarteua unb seine zwei Kinder in das Pirchow-krankeiihauS gebracht. Du Aerzle sind der Slnfidit, baß c-3 sich nicht um asiatische Cholera hanbell. — Auch m Stettin wurde em Mann unter life. (eraDcrbadjt in das Krankenhaus emgelielert. • Das abgebrannte Tetephonamt in Paris h« mehr gelitten, aü> man zitersl annahtii. ES droht tinzuslürHen uns muß gestützt werden. Eine auch nur vorläufige Aufrechter da tvuu beö TiemieS in diesen Rumen ist ausgeschlossen. Man wird zur Errichluiig etties NokbatteS schreiten müssen. Tic Stönin^rn. die sich in der ganzen GcschässSwett bemerkbar machen, haben i .iri Teil recht unangenehme Folgen, da Parn- augenblicklich fass cs < jebe telephonische Peibindung mit dem AuSlande ist. Tie Veuun^ Pans—Berlin, die über Frankiurt geht, ist ederssalls voUftaubq gestört, lieber ben Umfang be« Brandes ifl man biS letzt noq nicht ganz im klaren, da von Pari« keinerlei amtliche Nachrichten vorliegeii. Auch von den Grenzstädten sind bi« jetzt noch feine Aufklärungen mitgeteilt worden. — Bon privater Lette wirb uat hierzu noch nntgeieilt, daß der Unter|'laat«|efreläc für P.i! uns Telegraph, Symian, eiflait habe, daß die Perbindungen mit Brr.', unb Frankfurt sofort wiederheigeslelll loerben, mit ben großem Gtäbien Frankreichs im Laufe der nächsten Tage. In Part« leib’! sind über 20 OOo Adonnenlen abgejchmtteii, und werben ern ira Lause von 6 bi« 8 Wochen wieder angcschlossen werden tömieu. * „Hsher« Töchter" in Couleur kann man letzt in Dresden sehen. Die Schülerinnen ber höheren XödjteHdiüe haben mit Genehmigimg des Lehrerkollegiums jid) eine Schuler- mütze zugelegt. Sie ist von Farbe dunkelgrün, am unteren nib oberen Rande mit Goldstreifen versehen unb tragt an der Ix-rtn- [eite in dreieckiger Goldlitzenrahmung den Buchstaben stad ter Tock)tcr,chule . Ter Form nach ähnelt sie einer brr* deckeligen Dtoirosemnützc ohne BLndcr. Wie lange wird es bdM nod) dauern, bis auch unsere Studentitmen tn Couleur erschein». * Die rka tze als D iph t h e r ie-U e b er träger. Es ift seit längerer Zeit bekannt, daß die Katze für die Tipt» theric empfänglich iss. Eine lürzlick) in Manchester zum Iti* druch gelangte Ttpljtheric-Epndemic wird nun auf Znftkkor durch eine diphtheriekranke rcape zurückgeführt, die alttüb vernichtet wurde. ES ist daher dringend zu en.pfehlen, gegrr über von Katzen, die an Husten leiden, größte Vorsicht zu beobachten. 0>erade der grvtzc jiult, der an mandjcn Crira mit Katzen getrieben wird, legt cs doppelt nahe, bad Publikum nach dieser Richtung recht energisch zu n-amen. Äleinc Tageschrontk. Der erste Frost ist m der vergangene» Nacht in der Umgegend von Halle sowie bex MMwfcld und Quedlinburg emacatttx. Frau Tvsclli hat dem Bernehmcn nad) am Bochni« eine Billa gekauft und wird am 1. ')ä>t>ember mit ihrem eeu- geborcitcn Töchtcllhen dorthin übersiedeln. Der Acroplan „Malecof, dessen Erfinder cui nr- tad)er Arbeiter ist, hat gestern eine erfolgreiche ssirhrr gemach: Er fuhr über Iss» und BauvreS, ivenbetc über Malakoff, passia: kn einer lööhc von 550 Meiern Ehalais-Meudon und kam bexs nach Fssh zurück. Er machte mehrsache Wendungen und kehr» nach dreioiertelstündiger Fahrt in die Halle zurück. Markte. ke. Frankfurt a. M., 23. Cept. Schweinemarkt. (Ct«.- Tel. des Gicß. Anz.) Zum Perkanse ftanben 1696 Schweine. Bezaük wurden: für Schweine 1. Qual. 72—GO Pfg^ Lebendgewicht b"A bi« 00 Psg.; 2. Qualität 70—71 Plg., Lebendgewicht 66,0-40 3. Qual. 62—6# Ptg. Geschäft gut, Uebcrftanb ni,bedeutend. Gießener Wetterdienst. voranssichtliche Wltterueg für Hessen am Tonneiüa; ben 24. September: Leichte Trübung. Messt trocken. lempcraM wie heute. Oeslliche Winbe. Griginal-DrahtmelSuttgen. Berlin, 23. Sept. Bor einiger Zeit wurde als autjuh» reichster Kandidat für ben Botjchafterposten in Washington Göschen genannt Fetzt scheint als Nachfolger be« per stör be» Barone Speck d o n Sternburg nur noch Baron MuxM von Schwartzcmletn in Frage zu kommen, der gleichfalls 14* früher genannt wurde, und der feil 1906 Da« Tie Verbindungen mu jj '.werden, mit den M 'ste» Tage. JnPar^. nillen, und werden t; eschlassen werden 15m ouleut kann mc i der höheren Löchltch llcgiums sich eine Öl mkelgrün, am untere. u und trägt an der ^7 den Buchstaben „91" . ad) ähnelr sie einer . Wie langt wird timten in Couleur etjfc herie-llebertri tß bie Katze für bit' in Manchester zun Wirb nun auf jn ^rückgeführt, bie a. zu empfehlen, g-. irden, größte Bvrfir t, der an manchen i: doppelt nahe, das L irgisch zu warnen. hroinl. -gungenen Nacht in k - und Quedlinburg einp Nehmen nach am 'fc' Mvember nrit ibrt:- edeln. . ", dessen Ciflnder r; _ erfolgreiche W g ibetc über Ntalakojl, v - lai^Hieubon und feE tc «che Wendungen uti 9 ie Halle Aepfel, Birnen und Zwetschen — soll, beginnend Montag den 28. September l. Fs., vorn,. 10 Uhr, IN der Hattenroder Straße und nachm. 2 Uhr an der Nonnen- öäyer Straße öffentlich versteigert werden. Lich, den 18. September 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei. yw Dörmer. melOMMS61*' »ii. S Mr? »rK:l alten? f*nb IW Her nr •60. total*». Itoiisslellimg zu Lich. * Cchweinemarkl. a- inben 1695 Sdjroetne. W -00 Pig, ^l^jmbeöeultn^ lerdienst. Obst-Verfteigerung auf Provinzial- und Kreiöstrahen des Greifes Wetzlar, bestehend auS Taiel- und WirtschastSobst. 1. auf der KreiSstraße Oberndorf—Brandoberndors Montag den 28- Seotember, Anfang oorm.tt. 8V, Ubr bei der Oberndorfer- Hütte km 04 etwa 325 Zentner Aepfel. Nächste Bahnstation BurgsolmS: 2. auf der KreiSstrahe Wetzlar-Schmalbach-Sriederauembach Dienstag den 29. September, Anfang oornritL 9 Ubr zwischen Wetzlar und Nauborn bei km 14 etwa 150 Zentner Aepfel. Nächste Bahnstation Wetzlar: 3. auf der Provinzialstrahe Wetzlar—Butzbach Dienstag den 29. September, Anfang vormitt. 9 Uhr vor Groß-Rechtenbach etwa 150 Zentner Aepiel (weiften8 Tafelobst». Bahnstation Wetzlar: 4. auf der KreiSstrahe Wetzlar—Biskirchen Mittwoch den 30. Seat-, Anfang 9 Ubr vormitt, bei Niederbiel km 74 etwa 100 Zentner Aepfel. Bahnstation BurgsolmS und Bahnhof Braunfels. Wetzlar, den 22. September 1908. D”/e KreiSstrahenbauamt. Verdittgilttft. Für die Provinzial-Sicchcnanstalt Lberhesten zu Gießen soll die Lieferung von co. 800 Ztr. guten Spcisckartoffcln und co. 220 Ztr. Kornstroh vergeben werden. Die Kartoffeln sollen zur Hälfte im Oktober d. Js. und zur Hälfte im April 1909, daS Kornstroh in Raten noch Bestellung ongetiefert werden. Die näheren Bedingungen liegen auf dem BerwaltungSbureau an den Wochentagen von 2—5 Uhr nachmittag? offen, woselbst Angebote mit der Aufschrift „Lieferung an Kartoffeln und Kornllroh für die Provinzial-Siechenanstalt Oberhessen* versehen, bi? zum EröffnungStermin Freitag, den S. Oktober 1908, vormittags 10 Uhr einzureichen sind. B”/, Gießen, den 21. September 1908. Verwaltung der Provinzial-Liechenanstalt Obcrhestcn. Beletage, Alieestrahe 11, fchöne 7-Zimmer * Wohnung »er sofort oder später. 14564 Näheres dafelbst II. Stock. , .6od 7-Zimmer-Wosmung, ftrniiffurtcr Straße 34, mit Bad, Zentralheizung, elcftr. Licht, Gaö re. ist s zu vermieten. 5203 Näh. Frankfurter-Straße 36. > 6 Zimmer fnnbgrnfcnfir fit 4. I. Stock. G Zimmer, Badezimmer und allem Zubehhr, »er 1. Oktbr. ober später zu vermieten. Näheres daselbst.__________5546 otontiiirter Strafte 70, 0 Zimmer mit Zubehör II. Stock, per 1. September zu vermieten. 4444>| Näheres daselbst I. Stock. ~ Ludwigttraße 52. 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