Freitag, 20 März 1908 1S8. Jahrgang Nr. 08 Erscheint kSgNch mO CuÄnafritt bei GsmttayL > e°chtuQgf 4 Jl schöner, f- h3' ' Dec Feind verlor 58 Männer tot, 7 Männer, einige Weiber an. Expeditionskorps i ft auf den grötzsten (Gröber V >' - ft/f» Die *<5teßu>. D 1K—l- fGKSSsE Abg. Erzbcrgcr (Zentr.) seht seine Rede fort. Abg. Dr. Müller-Meiningen (frcis. Vpt.): Gestatten Sie mir zunächst, daß ich auf den kleinen Zwischenfall mit der Journalistentribüne mit einigen Worten zurückkomme. Als Herr Erzberger von der unsterblichen Seele des Negers sprach, ertönte auf der Journalistentribüne ein Gelächter. Es läßt sich nicht leugnen, daß im Hause selbst eine gewisse Nervosität über das wiederholte Eingreifen der Journalistentribüne herrscht. Es ist auf der anderen Seite ohne weiteres zuzugeben, daß die Herren auf der Journalistentribüne ihrerseits etwas nervöser werden, da in der letzten Zeit Anforderungen an sie gestellt sind, w i e d i e s bisher noch niemals der Fall war. Selbstverständlich berechtigt das die Presse nicht, hier gewissermaßen mitzuspielen und ihr Urteil durch Zwischenrufe oder sonstige Zeichen abzugeben. Allein ich bin ausdrücklich gebeten wurden, festzustellen, daß es sich nur — ich kann wohl sagen — um die Taktlosigkeit eines einzelnen Herrn handelt, daß aber die Gesamtheit der Pressevertreter unter allen Umständen dagegen protestiert, daß in einer gewissen Allgemeinheit gegen die Presse hier vorgegangen wird. Diesem Wunsche wollte ich Nachkommen. AuZ der Rede des Abg. Erz- bergcr klang eine gewisse versöhnliche Stimmung heraus. Freilich hat er den Staatssekretär nicht in uneigennütziger Weise gelobt. Er hat die Verdienste des Staatssekretärs für seine Partei in Anspruch genommen. Erfreulicherweise hat sich der Staatssekretär in Afrika besonders um lie Rechtspflege gekümmert. Eine Nevisionsinstanz für Strafsachen des Schutzgebietes könnte vielleicht dem Oberlaudesgericht in Hamburg ungegliedert werden. Dorthin kommt auch die koloniale Akademie, und Hamburg wird ja immer mehr der Verrnttttungs- vunkt zwischen Deutschland und den Kolonien. Die Berufungsinstanz muß aber in den Kolonien selbst liegen. Unser Antrag auf Trennung der Justiz und der Verwaltung ist viel vorteilhafter als dec Zentrumsantrag. Wir müssen dem Rechtsempfinden des Negers Rechnung tragen. Freilich dürfen wir die deutsche Juristensprachc nicht in Afrika einführen. .(Hei- den Standpunkt. Der Staatssekretär verliest eine frühere Rede. (Erzbergcr ruft: Das ist eine spätere Rede!) —Nein, vom 3. Februar 1907. Herr Erzbergcr meint, ich hatte mich der Ansicht sein er Partei ganz besonders genähert. Da muß ich etwas zitieren, was ich vor der Hauptwahl gesagt Labe, am 8. Januar 1907. Ich habe damals ausgeführt, daß der Ein. geborene ber wichtigste Gegenstand der Kolonien ist, und ich habe auf das sogenannte ethische Programm hingewiesen. Freilich hat es nicht ganz den Beifall des Herrn Erzbergcr, lveil ich es nicht immer mir dem Religiösen vermische. Ich sprach davon, daß, nenn man mit Gewalt eingriffc in uralte Gewohnheiten, Familienrcchte usw., man zu Aufständen komme. Die Bcwegungsfähigkeit darf nicht zu statt eingeschränkt werden usw. Das ist in der Hitze des damaligen Wahlkampfes Herrn Erzbergcr entgangen. (Heiterkeit.) Ich könnte Sie noch mit einer ganzen Anzahl ähnlicher Zitate unterhalten. Zum Bei'piel in München habe ich betont, daß die Beamten alles vermeiden müßten, was nack Willkür aussieht. Bezüglich des ora et labora, das ich in labora et ora umgctauft habe, habe ich in, Stuttgart mich auf einen Ausspruch eines Missionars berufen: Es komme darauf an, daß die Erziehung der Neger zur Arbeit erfolgt! Auf diesem Standpunkt stehe ich noch heute. Erst muß der Mensch zu wirklichen Bedürfnissen kommen, erst muß er leiblich fatt werden, dann wird er auch seelisch hungrig werden. Meine Worte haben ein ganz außerordentliches Echo in der ganzen Hörerschaft gefunden, und diese bestand in keinem Fall aus Mitgliedern des Zentrums. Daraus geht hervor, daß die Ideen, die ich ausgesprochen habe, von allen gebildeten Deutschen ohne jeden Unter, schied der Partei geteilt werden. Das muß hier ausgesprochen werden gegenüber der Sequestration, die hier "orgenommen werden soll, gegenüber der mittleren Partei des Hauses. Das halte ich für meine Pflicht. Daß ich die Missionen nicht nach jeder Richtung unterstützt habe, ihre Tätigkeit nicht gewürdigt habe, wird man mir nicht vor. werfen. Ich halte aber für richtig eine Trennung zwischen den Aufgaben der Mission, Verbreitung des Christentums und der Durchführung einer Kolonisation nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Ji. der Frage der Europäcrschule in Daressalam tut mir Herr Müller-Meiningen grimmiges Unrecht. Ich habe die Schule wieder eröffnen lassen, und ich wünsche nut, daß die Schüler kommen. Das wird die Probe aufs Exempel fein. Herr Erzberger sagt, ich hätte in der Kommission erklärt, die Far. mcr seien falsch informiert, man müsse ihnen den Kopf zurecht setzen. Das letztere habe ich ganz bestimmt nickt gesagt, und ich habenicht gesagt: informiert, sondern orientiert. Der Staatssekretär spricht wdann über die Kolonialanleihe, betont nochmals, daß es aus den verschiedensten Rücksichten wünschenswert sei, daß die Kolonien dritten gegenüber ihre eigenen Schulden haben, die sie aus eigenem verzinsen und abtragen und führt als einen der Gründe für die Kolonialanleihe auch an, daß die Käufer dieser Anleihe für die Kolonien interessiert würden, denn die Kenntnis der Schutzgebiete sei doch jetzt immerhin noch sehr mager. Abg. v. Treuenfels (rons.) begründet folgende Resolution: Der Reichstag wolle be. schließen, die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, in dem (Asetz- enttourf zur Feststellung des Reichs Haushalts-Etats für das Jahr 1909 eine Summe anjuforbcni zur Errichtung eines Denkmals in der Reichshaupt st adt für b i e in Südwestafrika gefallenen Offiziere, Sani, tätsoffrzi.re, Militärbc a m ten , Unteroffi, ziere und Mannschaften. Staatssekretär Dernburg: Die Worte des Vorredners waren geeignet, in aller Brust ein lebhaftes Echo auszulösen. Es ist keineswegs zuviel gesagt, was er den Beamten und Soldaten nachgerufen hat. Auch auf feiten der Verwaltung ist dieses Gefühl vorhanden. Es ist ein Aufruf, von meiner Wenigkeit unterzeichnet, den Reicksämtern und den verfchiedenen Aemtern der Bundesstaaten zugegangen, ein solches Denkmal zu errichten. Ich habe keinen Zweifel, daß das Volk nachfolgt. Es wird immerhin wohl im Sinne der Verwaltung fein, wenn Sie diefer Resolution beitreten, weil man nicht voraussehen kann, ob die notigen Summen für ein würdiges Denkmal Zusammenkommen werden. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um Ihnen folgendes mitzutcilen: Sine heute mittag von Oberstleutnant v. Estorff eins getroffene Depesche meldet: „Am 16. d. Mts. griff das Expeditionskorps gegen Simon Copper unter Führung des Hauptmanns von Erckert die Werst Simon Coppers mitten in der Kalahari ie-N ereil lg,d.Ll.d.M.,M werfest balle am eswM DMA terkcit.) Die Ausübung des Züchtigungsrechtes muß gesetzlich geregelt werden. Wir verurteilen die Prügelsttase in jeher Form, aber wenn die Verwaltung meint, nicht ohne sie auskommcn zu können, dann soll wenigstens die Züchtigung möglichst eingeschränkt und zum Teil durch Geldstrafe ersetzt werden. Die Eingeborenenkommissare werden die Behandlung öcr Arbeiter zu kontrollieren haben, sie sollten auch in Dienststreitigkeit-»n unterscheiden. Den Häuptlingen sollte die Rechtsprechung -in Bagatellsachen überlassen werden. Wir halten das neue S y st c m des Staatssekretärs für richtig und unterstützen es gern. Wir hoffen, l ß ter Staatssekretär wohl die Vorteile der europäischen Kultur ' ujriJa verpflanzen wird, aber nicht die Nachteile und Schattenseiten, dazu rechne ich die unselige konfessionelle Verhetzung. (Beifall links.) Ich erinnere an die Aushebung der Regierungsschule in DareSsa' in. Dadurch wurden Kreise verletzt, die sonst der Kolonial crtonltung sehr sympachis p gegenüberstehen. (Sehr richtig!) Es wurde schon gcfürcktet^daß sich ein kleiner Shstemwechse! anbahnte, und daß die ganze Sache aus taktischen Rücksichten gc liehen war. (Dernburg ichüttelt lachend mit dem Kopf.) Es ist rfreulich, daß d-r (Staate’-'fretär das in Abrede stellt. Jedenfalls ..ünschcn wir, .'aß er keine Schwa rzen-Politik treibt. (Große Heiterkeit.) Ick sage es aus Sorge, daß nicht etwa eine böse Krankheit mseres Mutterlandes auf die Kolonien übertragen wird. Davor behüte uns der Himmel! (Beifall links.) Staatssekretär Dernburg: Ich sehe in der freisinnigen Resolution und ebenso in der des Zentrums den Wunsch, die Verwaltung zu unterstützen 'n ihrem Bestreben, die Rechtspflege in den Kolonien zu heben. Man muß bei Rechtsftagen in den .Kolonien unterscheiden zwischen Rechtsstrei- tigkeitcn und Strafangelegenheiten der Weißen unter sich, sowie der Weißen mit den Schwarzen, die vor einem Gericht stattfinden und den Rechtsstreitigkeiten der Schwarzen, die vor einer anderen Behörde ausgetragen werden. Bezüglich der ersteren ist die T r e n - nung von Iustiz und Verwaltung in allen Kolonien durchgeführt. Hinsichtlich der Gerichtsbarkeit der Schwarzen führt auch Herr Müller-Meiningen aus, daß von dem gegenwärtigen System der Verwaltungsgerichtsbarkeit nicht unmittelbar abgegan. gen werden kann. Es gehört dazu eine außerordentlich intime Kenntnis nicht nur der Sprache, Sitten und Gebräuche und Rechts- auffassungen, sondern auch der rechtsuchenden Personen. Tas ist natürlich keine Kleinigkeit. Wollte man jeden Schwarzen mit Prügel bestrafen der sich in seinen Aussagen widerspricht, so ’ennte man jeden Zeugen gleich einmal von vornherein zur Aufmunterung verprügeln lassen. (Heiterkeit.) Es dauert unter Umständen eine Stunde und länger, bis man herausbekommen hat, was so ein Mann eigentlich weiß, was er gehört hat, in welchem Sinne er aussagen will, ob für den Kläger oder den Beklagten. Ich war in Labora bei einem Gerichtshof, wo mindestens 300 Menschen hie Korona bildeten. Es gehört eine unendliche Geduld dazu und vor allem ein sehr tiefes Eindringen in die Vsh. chologie des Negers, um in einem Bericht Recht zu finden. Aber ich habe die Ueberzeugung, daß Recht gefunden worden ist. Eine andere Sache sind aber die Zivilsachen zwischen den Schwarzen, die sind gar nicht unbedeutend, zumal Inder und Araber als Farbige auch unter die Verwaltungsgerichtsbarkeit lallen. Es sind sehr schwierige Fragen da zu lösen, Besitz., Erbrechtsfraaen usw., wo der indische ober mohamodanische Kultus berücksichtigt werden müssen usw. Da würden wir auch gar nichts erreichen können, wenn wir einen noch so gut borgcbildeten Beamten aus dem Hamburger Kolonialinstitut hinschickcn. Die Waniamwesi zum Beispiel sprechen durchaus nicht die Sprache an der Küste. Man muß sich durch freiwillige Gerichtshöfe unterstützen lassen. Tas geschieht denn mich. Zum Beispiel dort in Labora, wo ich es gesehen habe, durch den Mali, einen Araber, der dort als Dolmet- sckcr fungiert und eine Anzahl anderer angesehener Leute, die eine A ' t Senatorenbank bilden. Was erforderlich ist, das ist genügendes Personal für die Rechtspflege, was bisher nicht vorhanden ist. Nichtsdestoweniger fasse ich meine Aufgabe, und da stehe ick in einem gewissen Gegensatz zu den Herren auf der äußersten Linken, nicht dahin auf, die Schwarzen auf ewige Zeiten nack ihrem eigenen Verfahren ritfiten und aburteilen zu lassen. Es muß nach und nach gelingen, sie in eine, einer höheren Kultur entsprechende Rechtsordnung hineinzufügen. Das wird natürlich lange dauern, aber wird auch ein Prüfstein sein für den Umfang, in dem europäische Kultur eingedrungen ist, denn nichts ist ein so guter Gradmesser für eine Kultur, als das Rechtswesen, das angenommen und gern angenommen ist. Gewisse Bedenken habe ich gegen das Wort Kodifikation. Ich möchte nicht von vornherein behaupten, daß wir zu einer Kodifikation des Eingeborenenrechts kommen werden in dem Sinne einer Festlegung und Kombinierung der Nechtssätze, die teils auf Volksjustiz, teils auf Gebräuchen oder anderen NecktSanschauungen basiert sind. Wir haben eine Kommission eingesetzt und einen Fragebogen ausgearbeitet und ihn in die Kolonien verschickt. Er hat den Zweck, fest- zustellen: Was sind die Nechtsanschauungen? Zweitens durch Vergleichung dieser Fragebogen: Gibt es in den verschiedenen Ko- Ionien unter einander ähnliche ober gleiche Nechtsanschauungen? Der Samoaner hat sicher ganz andere als der Suaheli. Warten Sie die Fragebogen und ihre kritische Sichtung ab; dann werden wir uns entscheiden, ob kodifiziert werden soll. Eine Parteifrage ist das nicht. Ich habe mich an Herren aller Richtungen gewandt, bei denen ich Interesse voraussehte, auch an Herrn Südekum von der äußersten Linken und auch an Herren, die dem Zentrum nahestehen. Im vorigen Jahre habe ick verschiedene,Anordnungen erlassen über die Regel ungder Prügel st rase. ES hat einen ungeheuren Lärm veranlaßt, daß verlangt wurde, es solle über jede Verhängung der Prügelstrafe ein kleines Protokoll gemacht werden. Das ist als ungeheure Belastung empfunden worden. Natürlich werden die weiteren Versuche, die wir machen werden, nock als größere Belastung empfunden werden, auch das Recht der Plantagenleute und der Karawanenführer unter gewisse Garantien zu bringen. Das werden wir tun. Wir werden der Resolution gern Folge geben, wenn sie angenommen wird. Die Gingtborenenlommiffare sollen zunächst darauf sehen, daß die für die Anwerbung von Arbeitern erlassenen Vorschriften richtig ausgefnhrt werden. Zweitens sollen sie eine Art Justiz bilden und auch eine Art schiedsrichterlicher Tätigkeit ansnvcn, aber nur aus dem Arbeitsverhältnis. Weil aber bie 'Vertretung der Schwarzen vor Gericht gegenüber den Weißen außerordentlich erschwert ist, sollen sie ex officio es übernehmen, wo sie sich von der Ernsthaftigkeit des betreffenden Streitfalles überzeugen. Herr Erzberger meint, ich hätte früher über Südwestafrika mich optimistischer geäußert als jetzt. Erfreulicherweise hätte ich meine Anschauung geändert. Leider m u tz ich ihn da enttäuschen. Ich st ehe heute noch auf demsel - Herrn- AA& .)S. Mari1908, Ss i“Ä. i KD sg-.;5» % .Estreicü' 1 te»* Mn, (0)8 Ä». Präsident Graf Stollberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. Der Kolonialetat. (Dritter Tag.) Abg. Erzberger (Zentr.): Wrr stehen an einem Wendepunkt der Kolonialpolitik. Sie werden es einem Mitglied«: des Zentrums nicht verübeln, wenn es diesen Wendepunkt darin sieht, daß der jetzige Staatssekretär sich in allen wesentlichen Punkten auf die Forderungen gestellt hat, die wir seit Jahren in der Kolonialpolitik vertreten haben. (Heiterkeit und hört! hört!) Vorbei ist das System der Systemlosigkeit, endlich haben wir ein Kolonialprogramm. Welche Schmähungen haben wir uns im Wahlkampf gefallen lassen müssen iWerhättedamalSan diese Wand- I u n g gedockt! Hätte aber damals die Kritik nicht so entschieden eingesetzt, die Vertuschung wäre geblieben. Sie können uns unsere Genugniung wahrhaftig nicht verdenken, daß der Staatssekretär unsere Grundsätze sich zu eigen gemacht hat. Wir treiben vollkommen objektive Politik und haben das Wort Spahns, daß wir uns auch zu Herrn Dernburg durchaus sachlich stellen wurden, wahr gemacht. Es war ja ein Schauspiel für Götter, in der Budgetkommission zu sehen, wie Herr Dernburg grade von denen am stärksten angegriffen wurde, die das nationale Empfinden gepachtet haben, während mir cs gewesen sind, die sich an feine Seite gestellt haben. Ob wir damit glühende Kohlen auf Die Häupter unserer Gegner gesammelt haben, lasse ick dahingestellt; ich begnüge mich, diese rein sachlichePolitikdes Zentrums vor aller Welt festzustellen. (Schallendes Gelächter.) Aber woher diese überraschende llebereinstimmung zwischen uns- Wir sind die Alten geblieben, also muß der Staatssekretär unsere Anschauungen übernommen haben. (Dr. Arendt ruft: Sehr richtig!) Herr Dernburg vorn März 1908 gefällt uns viel besser, als Herr Dernburg vorn Januar 1907. (Große Heiterkeit.) Herr Schrader hat gestern behauptet, daß alle Parteien in der freundlichen Beurteilung des Programms des Staatssekretärs einig seien. Der Meinung bin ich nicht Ich erinnere nur an Herrn v. Liebert. Nun bestehen ja allerdings unter den alten Afrikanern die größten MeinungSvei schic- dcnheiten. Sie sind noch schlimmer als unsere Juristen; .renn drei zusammen sind, so haben sie fünf verschiedene Meinungen. (Heiterkeit.) Sie sollten sich aber nicht immer so auftpiclen, als ob sic allein nur etwas verstehen und wir grauen Theoretiker nichts. Ich will auch einmal in die Kolonien gehen. (Heiterkeit.) Wir begrüßen cs, daß der Staatssekretär sich auf Den Standpunkt der Negererhaltung gestellt hat. Freilich gibt es auch in Afrika eine Art von Hakatisteu, die die Neger am liebsten enteignen möchten und die den paar weißen Ansiedlern das Monopol geben möchten, Wollen wir denn aber aus Ostafrika einen Sklaven, fta a t macken? Die negercr haltende Politik des Staats, sekretärs unterstützen wir also, auch seine Maßnahmen dazu, aber einen Mangel bedauern wir? Kultur und Ethik hat er aus seinem Programm ausgeschlossen. Er sollte diesen Gedanleu aud) deshalb Rechnung tragen, weil er sonst die Bevölkerungskreise, die die Kolonialpolitik von christlichen Ideen getragen wissen wollen, vor den .Kopf stoßen würde. Ein weitausschaucnder Staatslnann denkt auch an wirtschaftliche Rückschläge; bann würde ein Kolonialprogramm, das auf Zahlen aufgebaut ist, zusammeickreche.i. Der (Eingeborene ist keine Zahl; er ist ein Mensch mit unsterblicher Seele. (Aus dem Zentrum ruft man: Dort oben wird gelacht!) Erzbergcr: Das wird man doch hoffentlich noch im Deutschen Reichstage sagen können. (Rufe aus dem Zenrrum: Auf oen Tribünen lachen sie! Skandal!) irti* ÄLS to|len’ 2W.krelion.stM Mittage guten V W günstigen Bedingungen. „Ä« unter euer Anzeiger, Petitor — juristische Eramn Uavsendes Reven- L ,bl5 zum 1. Zit. Mote, wenn mögt ingen, unter 02153 »er Anzeiger erbet Ünden liebevolle besserer öamilie. ider Geschäftsstelle Anzeigers. (IQ gröft. Bankinstitut treten L &e Zinsfuß n. Provision nett umer V. m . Mainz. [z»/B mden, abzuhotcn chen 12 und 3 llhr rstauungd-Jnserat- >: Lrednersw l^p. ftiNwoch abend im )ut vertauscht B. g daselbst.____________ ttisch. Schäferhund tcrenwlar Melaus. i bei Görlach, , Eberstadt b. Lich. scher angverem. den 21. März, lhr, im Postkeller. Versammlung !t-orbnmig.' Ablage. ivabt Ito. „ . mtrntt v. Erker, den Sohn einer alten Mi.närfam'Iie, habe ich persönlich gekannt. Im Interesse dieser braven Leute bitte ich Sie, der Resolution zuzusrimmen. (Bewegung.) Abg. Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg (6. L F.): Wir haben eben wieder vernehmen müssen, daß, obgleich der eigentliche Feldzug schon zu Ende ist, doch unsere Truppen immer noch die gleiche Tapscrkeit bewähren und die gleichen Opfer von Todesmut seitens unserer Soldaten und Offiziere gebracht werden müssen. Es ist für jeden Deutschen ein rief betrübendes Bewusstsein zu denken, daß auch jetzt noch, nachdem die schwersten Kämpfe überstanden sind, solche sch to e r c n Opfer an edlem deutschen Blut, sowohl von Offizieren als von Mannschaften, gebracht werden mußten. Es ist nur ein Bedürfnis, dies hier auszusprechen. Ich glaube im Namen meiner Politischen Freunde zu handeln, wenn ich versichere, dass wir den Toten ein ehrendes Andenken stets bewahren werden. ^(Lebhafter Beifall.) Die Kolonialdebatte hat bisher im allgemeinen gezeigt, daß tieferes Einverständnis als in früheren Zeiten der Fall war, über unsere Kolonialpolitik herrscht. Ich möchte hier anerkennen, daß die Persönlichkeit und die energische Tätigkeit des Staates- sekretärS hierzu ganz wesentlich beigetragen hat. Ich mochte aber auch darauf Hinweisen, daß andere Gründe mit dazu beigetragen haben, daß allmählich ohne Unterschied der, Partei im deutschen Volke und im ganzen Deutschen Reich sich ein immer größeres Interesse für koloniale Fragen entwickelt bat. Früher war in der Verwaltung eine gewisse Nervosität vorhanden, weil es uns an jeder kolonialen Tradition fehlte. Das ist jeßt besser geworden. Das Verhältnis zwischen Einge- borenenkultur und Pflanzerkultur ist schwierig. , Wir dürfen die Eingeborenenproduktion nickt unterschätzen. Andererseits müssen wir uns aber auch bewußt sein, daß der Neger nicht fähig ist, zu einer eigenen Kultur zu komme:-. Das beweiftn die Ereignisse der letzten Tage i’> Haiti. (Lebhafte Zustimmung.) Der Redner fordert Anhebung des Schambenverbots, d. h. deS Verbots für Beamte, in ihrem Bezirk Land zu erwerben. Eine Dezentralisation sei notwendig, das überflüssige Schreibwerk müsse vermieden werden. Die Lokalbeamten sollten den Gouverneuren gegenüber grössere Selbständigkeit erhalten. Die Regelung ber Ärbeiterverbältnisse wird noch viele Schwierigkeiten machenv Erfteulick ist es, daß der Staatssekretär bereits eine Regelung in die Wege geleitet hat. Durch die Vermittlung der Häuptlinge wird die Regierung wohl auch Arbeiter bekommen. Der Redner schliesst mit der Hoffnung, daß unsere Kolonien immer mehr Verständnis im Volke finden werden. (Beifall.) Vizepräsident Kaempf: Der Herr Vorredner hat eingangs seiner Rede den Gefühlen Ausdruck gegeben, welche die Mitteilung des Staatssekretärs des Reickskolonialamts über die traurigen Kämpfe in Südwestafrika und Kamerun und die damit für uns verbundenen Verluste Hervorrufen mußte. Ich glaube, daß das gesamte Haus diese Gefühle teilt und bin der Ansicht, den Gefühlen des Hauscs Ausdruck zu geben (die Anwesenden erheben sich), indem ich Sie auffordere, sich zu Ehren dieser gefallenen tapferen Offiziere und Soldaten, sowie aller derer, die in den früheren Kolonialkämpfen ihr Leben gelassen haben, sich von Ihren Plätzen zu erheben. Abg. Eichhorn (Soz.): Herr Dr. Müller-Meiningen bat mit bezug auf die Presse eine Bemerkung gemacht, die ich so aufgefaßt habe, als ob er im Auftrage der gesamten Presse einem der Herren Preßvertreter eine Rüge zu erteilen hatte. Ich bin der Meinung, daß, wenn die Herren dort oben einmal etwas laut werden, oder wenn sie sich einmal von ihren Gefühlen etwas hinreißen lassen, wir uns nicht besonders darüber aufregen sollten. Wir sind nicht unfehlbar und die Herren dort oben auch nicht. Ein Anlaß, der Presse eine Rüge zu erteilen, lag nickt vor. Es hat sich plötzlich ein kolonialer Block von rechts bis zur bürgerlichen Linken herüber, einschließlick des Zentrums gebildet. (Abg. Storz (D. Vp.) ruft: Und Schippel?) Alles ist berauscht vom Programm des Staatssekretärs. Ja, wie unterscheidet es sich denn eigentlich von früher. Die Offenheit und Ehrlichkeit des Staatssekretärs ist das einzige, waS uns an ihm gefällt. Als wir die Zustände so schilderten, wie er es jetzt tut, mußten wir uns den Vorwurf der Verhetzung und Verleumdung gefallen lassen. Sie wollen daran nicht erinnert fein und nennen es olTe Kamellen. Aber diese ollen Kamellen sind schuld an den Zuständen und an den Opfern, deren Ehrung sich soeben das ganze Haus angeschlossen hat. Es ist eine Unwahrheit, daß wir unsere braven Soldaten beschimpft hätten. Wir erkennen die Treue unserer Soldaten an, denn sie find Fleisch von unserem Fleisch und Blut von unserem Blut. (Lebhafte Zustimmung der Soz.) ES sind unsere Brüder, die Söhne des Volks, die dort drüben kämpften, nicht die Angehörigen Ihrer Klasse allein. Auch wir erkennen ihre Treue, die Tapferkeit an, mit der sie sich geschlagen und ihre Pflicht erfüllt haben. (Hört! hört!) Aber diese Treue hat zur Voraussetzung, daß ihr Leben nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird: das ist aber unter dem bisherigen System geschehen. Eichhorn kritisirt sodann die Kolonialpolitik im Sinne Ledebours. Abg. Dr. Paasche (natl.)^ Ich glaube, das deutsche Volk kann denen, die in Afrika im Kampfe um Deutschlands Ehre gefallen sind, nicht genug danken. (Beifall.) Ich bedauere, daß heute die Trauerbotschaft kommen mußte, daß wieder so viele brave Deutsche gefallen sind. Ich spreche die Hoffnung aus, daß es uns gelingen möge, bald Ruhe und Frieden in unseren Kolonien wieder herzu- stellen. (Beifall.) Ich glaubte anfänglich auch, dem Abg. Schrader zustimmen zu können, daß wir alle einig seien in der Beurteilung des Programms des Staatssekretärs. Nun hat dieser aber hervorgehoben, daß er einen prinzipiellen Unterschied macht zwischen der Eingeborenenkultur und der Pflanzerkultur. Er will ein ganz neues System einrichten, einen ganz neuen Kurs einschlagen. Er hat erklärt, daß die Schwarzen in ihrem eigenen Interesse zur Arbeit erzogen werden müssen und nicht im Interesse der Pflanzer und Farmer. Ich bedauere, daß er hier einen so großen und fundamentalen Unterschied konstruiert hat, der tatsächlich weit geringer ist, als es den Anschein hat. D i e um Sichert denken doch'nicht daran, den Neger zur Arbeit zu erziehen nur für die Pflanzer- und Plantagenwirtschaft. Auch ihnen liegt nur daran, die Neger überhaupt zur Arbeit zu erziehen. Ich bedauere, daß der Staatssekretär zwischen Negerkultur und Plantagenkultur einen solchen Gegensatz schafft. Ich stehe auf einem anderen Standpunkt. Ich habe auch ein Recht, über diese Frage mitzusprechen. Ich habe seit 25 Jahren koloniale Vorträge gehalten und an dem Budget der Kolonien mitgearbeitet. Der Standpunkt, den Neger human und gerecht zu behandeln, ist allgemein und nichts neues. Der Neger mutz zur Arbeit erzogen werden. Das ist ein Grundsatz, mit dem alle Vertreter der kolonialen Politik einverstanden sind. Ich kenne die Kolonien praktisch und nach eigenen Erfahrungen, die ich gemacht habe, kommen nur d i e Kolonien vorwärts, bei denen die Arbeit der Weißen und der Schwarzen Hand in Hand geht. Vorbildlich ist in dieser Beziehung die englische Kultur in Westindien. Der Neger kann ohne den Weissen keine Kultur erwerben. Wenn er der Herr wird und der Weiße ihm die Zügel überläßt, bann kommt keine Kultur zustande, sondern eine Unkultur. Der Neger zieht, wenn er die Macht hat, die Zügel viel schärfer an gegenüber dem Weissen, als umgekehrt. Ich habe in Portorico und anderen Kolonien Spanier gesehen, die vollkommen verwildert waren, weil sie mit dem Neger lebten. Das ist die Folge, wenn man den Neger sich selb st überläßt. Haben wir nicht alles getan, die Eingeborenenkultur zu heben und zu pflegen? Man ist davon zurückgekommen, nicht weil ein Herrcnstandpunkt herrscht, sondern weil die Neger noch nicht gewohnt sind, selbst für sich zu sorgen und fleißig zu arbeiten. Wir haben doch die Hungersnot so oft gehabt, auch noch dieses Jahr. Die Neger können nicht produzieren und vor allem nicht konservieren. Wozu haben wir denn Kolonien? Die Neger z u heben undzuerziehen, das ist nicht die Aufgabe der politischen Kolonial- arbeit. (Lebhafte Zustimmung.) Das habeii die Missionare beider Konfessionen schon längst getan und mit Erfolg. (Sehr wahr!) Dazu braucht man keine politische Machtentfaltung. (Sehr wahr!) Wenn wir mit Kolonialpolitik angefangen haben, so gilt es für ein volkreiches Land entweder, Abfluß zu finden für überschüssige Bevölkerung oder in hochtropischen Kolonien Nahrungsmittel zu erzeugen, die wir im eigenen Lande nicht genügend erzeugen können. Das ist nicht Ausbeutiingssystem, sondern Schn!» unserer heimischen nationalen Entwicklung. (Beifall.) Darum gehen wir hinaus in die Kolonien. Niid werk mit bloßen NegerkuUuren wir dieses Ziel nie und" nimmer erreichen können, muß neben der Negerkultur der Pflug des Landmannes einhergehen, und brauchen wir die Unterstützung der Plantagenbesitzer wtb kleinen Ansiedler. (Beifall.) Die Arbeiterfrage wird hier so dargestellt, als ob es sich um die extremsten Gegensätze handelt. Der Staatssekretär hat uns in der jwmmission gesagt: In Daressalam laufen die Weißen mit Nilpferdpeitschen herum, er habe selbst eine auf dein Kassenbureau liegen sehen! Das kann er hier auch haben: er wird hier auch auf dem Pult vielleicht den Spa. zier stock des Herrn Rendanten finden. (Heiterkeit, Gelächter bei den Soz. uiib im Zentr.) Sie sind nicht draußen ge. wesen, aber ick bin da gewesen und habe mit vielen Herren in Deutsch-Qftafrika verkehrt, und ich kann Ihnen sagen, lvas hier der Spazierstock ist, ist dort die Reitpeitsche, die Nilpferdpeitsche. (Gelächter im Zentr. unb bei den Soz.) Lachen Sie, so viel Sie wollen. Gehen Sie hinaus, Herr Eichhorn, nach Ostaftika und Sie werden niemand finden, der schlägt. Ich habe viele Planta, gen dort gesehen, die Leute werden gut genährt, gut behandelt. Man weiß dort: ein satter Neger ist ein williger Neger. Die Leute haben dort nicht den Unterstützungswohnsitz wie bei uns, und der Plantage icke sitze r muß damit rechnen, daß morgen die ganze Bande verschwunden ist. Er ist durch sein eigen, stes Interesse gezwungen, für die Leute zu sorgen. Sie sagen, der Aufstand ist durch die Roheit der Aus- beuter verursacht. Waren es in Südwestafrika die Aus- beuter? Nein, die herrschsüchtigen Hereros haben in ber grausamsten Weise sich gegen die Herren, die wir hort sind, empört und Frauen unb Kinder hingeschlachtet. (Zuruf von ben Soz.: Betrügereien!) Das ist doch ein trauriger Zustand, wenn hier irn^Reichstag unsere Deutschen draußen als Betrüger und Schufte hingestellt werden! (Große Bewegung, lebhafter Beifall.) Ich halte mich verpflichtet, zur Ehre der Deutschen, die dort hinausgehen, zu "rklären, das find nicht die schlechtesten Leute. (Stürmischer Beifall.) Die Leute tragen draußen für ein neues Deutschland ihre Haut zu Markte und bringen mehr Opfer als mancher, ber hier hinter den Fleisch, köpfen sitzt. (Stürmischer Beifall, Lärm bei den Soz. unb im Zentrum.) _ Dann die Ansiedlerfrage: Auch da verhält sich bet Staatssekretär zu meinem Bedauern recht ablehnend. Er sagte gestern: wer kommt, der ist willkommen! Würde es nur in den Kolonien so lauten! Man macht draußen, nicht nur ber Staatssekretär sondern auch bie Beamten, jedem, der hinausgeht, Schwierigkeiten nach jeder Richtung, man verlangt Ftft die Hinterlegung eines Retourbilletts. (Hört! Hört!) Da soll nun einer frohgemut draußen arbeiten und die Leute wollen und können arbeiten. Gewiß ist jetzt für viele Ansiedler noch nicht Platz, noch fehlen die Vorbedingungen, aber die soll man eben schaffen. Das schöne Hochland hat weite, weite Plätze mit fruchtbarstem Boden und gesundem Klima. Schaffen Sie Tausende unb Abertansende von Ansiedlern dahin, bann ist die Kolonie wieder gefestigt. Schaffen Sie die Vorbedingung, Eisenbahnen. Es tut uns leid, daß man aus den Worten des Staatssekretärs heraushören mutzte: Wir brauchen keine Ansiedler! Präsident Graf Stolberg: M. H., in den letzten Tagen sind mehrfach während der Reden einzelner Mitglieder des Hauses Zeichen des Mißfallens von der Journalistentribüne gegeben worden. Ich habe bereits i Gelegenheit gehabt, diese Störung der Ordnung zu rügen. Ich I will aber noch einmal darauf aufmerksam machen, dass ick im Wiederholungsfälle genötigt sein würde, diejenigen Tribünen, ' von denen solche Störungen ausgehen, räumen zu lassen. I , Wenn ein Mitglied des Hauses gegenüber solchen Storungen i einen — übrigens von mir nicht gehörten — unpar ameu- tarisch en Ausdruck gebraucht hat, so bedauere ich das. Die Journalisten verlassen unter höhnischem Lachen des Zentrums die Tribüne. Am Schluß der nachfolgenden Verhandlungen geht der Ergänzungsetat an die Budgetkommisfion, die Resolutionen werden angenommen. Freitag 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß Uhr. Stimmungsbild aus dem preutz. Abgeordnetenhaus. Berlin, 19. März. Der KultuSetat ist nun doch nicht in einer Sitzung erledigt worden. Und dabei war die Debatte im Abgeordneten- tzaufe doch nicht sonderlich aufregend. Nur einmal wehte eine etwas schärfere Tonart durchs Haus, als nämlich das „System Niedler" an der techmschen Hochschule zu Eharlollonburg zur Sprache kam. In der gioeitcn Lesung hatte der Abg. Beumer die Lehrtätigkeit des bcEamitcn Charlottenburger Professor Ingenieurs Riedler unter bte Lupe genommen und den in weiten Kressen geschätzten Akademiker bezichtigt, auf Kosten seiner Dozentenlätigkeit eine allzu ausgedehnte geschäftliche Praxis zu üben. Er halte auf diese angebliche Verquickung der geschäftlichen und der Lehrtäng- leit des Professors, die er als „System Niedler" titulierte, die Abnahme der Besuchsziffer der Hochschule zurückgeführt. TaS gab den Abg. Fassbender und N o s e n o w Gelegenheit, sich dos angegriffenen Dozenten warm anzunehmen, ein Vorgehen, das Herr Dr. B e u m e x nochmals mit einer energischen Unterstreichung feines Standpunktes beantwortete. Namentlich ein unbedachter Vorstoß Riedlers gab Dr. Beumer Gelegenheit zu einem wirksamen Gegenhieb: Professor Niedler hatte in der Presse Herrn Beumer verdächtigt, jein Kamps gegen das System Niedler sei daher zu erklären, dass er Beamter einer Riedler semdlichen In- buftriegruppc sei. Tas stimmt nicht, und so konnte Herr Beumer denn diese etwas leichtherzige Unterstellung mit aller Schärfe zurückweisen. In der Sache selbst erstanden Herrn Niedler eine Anzahl EideShelser m seinen FaEultätsgeiwssen: die Fakultät Halle ben Minister beauftragt, in ihrem Namen gegen Beumers Anschauungen über eine verhängnisvolle Wirkung des „Systems Riedler" zu protestieren. Dieses Auftrages entlcbigte sich dann der Minister auch. Aber aus Eigenem fügte er hinzu, er werde die ganze Niedler-Angelegenheit nochmals sorgfältig prüfen. Wozu, wenn dabei alles im Lot ist? Was sonst in der Debatte erörtert wurde, waren nur Minima, oder wenigstens war die Behandlung der aufgeworfenen Fragen nur recht minimal. Zum Falk Matheus, den der Volksparteiler Caf s e l noch einmal in recht sachlicher Form erörterte, gab die Negierung eine ziemlich sadenscheimge Erklärung ab; wertvoll war nur die Mit- teilung, das; der Minister ans Anlaß dieses Falles ben Lehrern und sonstigen beteiligten Stellen den Erlass mögen H andhab u n g der Zuchtrnittol nochmals in bie (Srinneriing gerufen hat. Und nun ging* um das Schicksal des 10. h aup t am11 i d) c n r e i 3 f cb u 11 n i p c E t o r s , ben bie Regierung m Potsdam cm- stellen wollte und ben die klerikal - konservative Mehrheit in der zweiten Lesung bemouslrauv gestrichen Hal. Lange Debatten gab es nicht; Neues war ja auch nicht mehr zu sagen, unb nur die enbgültige Abstimmung bot Interesse. Tas Hans füllte sich, wahrend die Vertreter der Linken und der Regierung für die Bewilligung der Forderung unb der Konservative v. Heybebrand gegen lic sich ins Zeug legte. Die Abstimmung war iiaiiienn tich , ihr Ergebnis ivar bas F e st h a 11 e u ber konservativ- E l e r i k a l e u M o h r h c i l an i h r e r S t e 11 u n gnad m e in zweiter Lesung. Mit 180 gegen 143 Stimmen wurde der Kreis-- schnlinspektor begraben. Mancher Halle d* anders erwartet, unb aus ber Negiernngsbank sah man bl i ich weg enltäuschle Mienen. Dann halte man für Diesmal genug unb bas Haus vertagte sich auf Freitag, anscheinend mit bem festen Vorsatz, den Gojämtelai au diesem -rage unter Dach unb Fach zu bringen. Aus SiaOt Ukw LtZsrd. Gießen, 20. Mürz 1908. Abänderung des Handeiskamrnecgesetzss. Wie bekannt, werden die Mitglieder der Handelskammern nach Art. 19 des Gesetzes vom 6. August 1902 auf 4 Jahre gewählt. Labet hat alle 2 Jahre bie Hälfte der Mitglieder regelmäßig auSzuscheiden. Da mit diesen regelmäßigen Ergänzungswahlen auch die Ersatzwahlen für bie in der Zwischenzeit aus persönlichen Gründen auSgeschiedenen Mit- glieder vorgenommen werden, ist es wohl möglich, daß eine Handelskammer alle zwei Jahre eine mit dem Geschäftsgang wenig vertraute und der seitherigen Geschäftspraxis der Handelskammer vielleicht fremd gegenübcrstehende Mehrheit neuer Mitglieder erhält. Die kurze Wahlperiode und der jedesmalige Ersatz der Hälfte der Mitglieder sind daher offenbar dem ruhigen und gedeihlichen Wirken der Vertretung des Handels nicht günstig. Die Handelskammern haben daher eine 6jährige Wahlperiode und den Ersatz von einem Drittel der Mitglieder alle 2 Jahre empfohlen. Es entspricht dies übrigens der ursprünglichen Negicrnngsvorlage, die erst auf Anregung der Zweiten Kammer bie jetzt beklagte Fassung erhalten hat. — Auch eine andere Vorschrift des Gesetzes wird in Handelskreisen als verbesserungsbedürftig bezeichnet. Nach Artikel 5 deS Gesetzes kann sich ein Wahlberechtigter bei der Wahl der Handelskamincrinitglieder, außer durch seinen Prokuristen und einen bevollmächtigten Angestellten seines Geschäfts, durch einen von ihm dazu mit Vollmacht versehenen anderen Wahlberechtigten vertreten lassen. Wie vor kurzem auf dem Handelskammertag in Mainz ausgeführt wurde, hat dies zu Mißständen geführt. Man hat bet den Wahlen in manchen Bezirken mit Blanko-Vollmachten einen bedauerlichen und mit der Würde der Handelskammern nicht zu vereinbarenden Mißbrauch getrieben. Die Handelskammern wollen daher die Möglichkeit der Vertretling durch einen anderen Wahlberechtigten ausgcschaltet, die der Vertretung durch den Prokilristen oder einen bevollmächtigten Angestellten dagegen erhalten wissen. Es deckt sich diese Anregung mit einem jüngst der Kammer zugcgangenen Antrag des Abgeordneten Molthan. Wie die „Darmst. Ztg." hört, ist der Zweiten Kammer der Landstände ein Gesetzentwurf wegen Aenderung des Hanbelskammcrgesctzes zugegangen, in dem die erwähnten Vorschläge ihrem ganzen Inhalt nach berücksichtigt sind, * *• Der Artillerie-Verein feiert nächsten Samstag in der Turnhalle am OswaldSgarten sein Winterfest. Zahlreiche Einladungen sind bereits ergangen. Den Vorbereitungen und dem uns vorliegenden Programm nach zu urteilen, dürfte das Fest einen guten Verlauf nehmen, da ausgezeichnete Kräfte im theatralischen Teil Mitwirken. -p Burkhardsfelden, 17. März. Bei den Qiiell- fassungsarbeiten der projektierten Wasferleitung in unserer Gemeinde, ausgeführt von der Tiefbau-Firma Bender-Gießen, ist bis jetzt ein sehr günstiges 9(c|ultnt zu verzeichnen. ES ergeben sich bereits bei einer Tiefe von ca. 6 Mir. nahezu 400 cbm reines Quellwaffer am Tag und bei der vorgesehenen Ticse dürfte noch weit mehr zu erwarten sein. Schon jetzt würde das Wasser für 4—5 Orte ausreichen. Es wäre somit eine sehr günstige Gelegenheit für unsere Nachbargc- mcinden, sich dein hiesigen Wasserwerk anzuschließen. .= Friedberg, 18. März. Die Handelskam mer hat sich in ihrer letzten Sitzung gegen ben im Reichsamt des Innern aufgestellten Entwurf beir. Regelung des Apotheker- wescnS ansgesprochen, ba der Gesetzentwurf feine radikale Reform bedeutet. So lange aber eine solche nicht durchge- sührt wird, hält sie das im Grobherzogtum Hessen bestehende gemischte System für bas empfehlenswerteste. Bei Schaffung neuer Apotheken ist die hessische Kommunalapotheke dem preußischen unprojekticrten Reichs-Personalsystem vorzuziehen. Für ben Fall, daß der vorliegende Entwurf Gesetz werden sollte, erklärt sich die Kammer entschieden gegen die vorgesehene Betriebsabgabe. Es entspricht nicht den Grundsätze» des Rechts und der Billigkeit, die zur Ablösung von Apo- ihekenbercchtlgungen erforderlichen Mittel den Interessenten aufzulegen. — Zu dem Gesetzentwurf über die Aenderung des Börsengesetzes spricht sich die Kammer einstimmig für die Freigabe des Termin Handels in Getreide aus. — Zu der Frage der Schädigung des ansässigen Detailhandels durch die Wanderlager stimmt die Kammer der Erhöhung der Wanderlagersteuer zu, ebenso tritt sie für Begrenzung der VertragLdauer im Wanderlagerbetrieb bis höchstens 3 Wochen ein, dagegen hält sie eine Vorschrift, wonach die Erteiliing einer Erlaubnis zum Betrieb eines Wanderlagers von dem Nachweis eines Bedürfnisses abhängig gemacht werden soll, für-verfehlt, undurchführbar und unbillig. Hinsichtlich der Besteuerung von in Hessen ansässigen Filialen auswärtiger Geschäfte betont die Kammer wiederholt die Dringlichkeit einer allgemeinen Reform der Gewerbesteuer, die in ihrer heutigen Gestalt zu der größten Ungerechtigkeit führt. Sie ist ferner einstimmig der Ansicht, daß die Filialgeschäste und Warenhäuser durch eine Sondersteuer intensiver zur Besteuerung herangezogen werden müssen, sieht jedoch von bestimmten Vorschlägen a'^Elcher Art diese Sondersteuer aufzuerlegen sei. Lfeneci. Konku r s e in Hessen, lieber das Vermögen der Frau E tu Ute B n r E Witwe geb. Bereuet von Gießen, z. Zt. in M'mchen, luurbe am 9. März öaä Konkursverfahren eröffnet Rechtsanwalt und Notar Nomheld in Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. KouEursforberungen sind bis zum 30. März bei dein Amtsgericht Gießen cmzumelden. — lieber das Vermögen bes Gerbermeisters Georg S p a r w a s s e r II, Sohnes des Adam Sparwasser in 'Butzbach wurde am 9. März das KouEursversahren eröffnet. Rechtsanwalt Ohnacker in Butzbach wurde zum Konkursverwalter- ernannt. KouEursforderungen sind bis zum 1. April bei dem Amtsgericht Butzbach anzumelden. — Heber das Vermögen ber Firma H. Bindewalb, Möbelfabrik m Friedberg, Inh.: Hilmar und Friedrich Bindewalb sowie August Görtz, wurde am 10. März das Konkursverfahren eröffnet. Heber bas Vermögen beS Friedrich Bindewalb unb über das des H i l m a r Binbeivald in F r i e b b e r g wurde am 11. März das .Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Jockel II m Friedberg wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- ft rderungeu m diesen 3 Konkursen sind bis zum 31. März bet bem Amtsgericht Friedberg aiizumelbeu. — lieber bas Vermögen des ’l l b e v l Wallenfels, alleinigen Inhaber der Firma Ehrlstian Wallenfels zu Gießen, wurde am 11. 'März das KvnEurSoer- iabreit eröffnet. Kaufmann Louis Althoff zti Gioßen wurde zum KonturSver-walter ernannt. StonturStorberimgen sind biS zum v>. April bei dein Amtsgericht Gießen anzuinelben. iraut -S©i^e V. Hk. 1.35 al. D5/io — Zollfrei! -- Muster an jedermann! —- ält Seidenfabrikt. Kenneberg, Zurich. « ffMff ff rs — « = ® 2.5 ~-ff' or ;3Öffisi er G- a2 = 5 S Ö 2.L gpS ff «es- --ff MA ff = 3 k? - 3 7. er § 5 LS 7;ff ’ is 66 =* *530 -d 8 :.t' ff e « c s @* K 3? S e rr EfS o CO = s,«a s --«5 = ? 2 K'ff ff d d er LffL •ffXco >- rr XI 5 ?© 3.. 5 Z-K - x5 3C § 0 ff sffx s Z.Z $ S s s® 8=1*1 SZZZ ®2 t=?^2 -s ys Zff-- «Ä gff «8 ff ö. s y a Z- SL . Kr ff-s 5S 8 c Ess p,5 LS 2 3 S « § ff 2 c- M ö5° G Z ff a-Sd ;-l Z ZZ - csi» S?o sr? X S Ög**« rsZ aS-Xd ff-ff & ra ff m * r- £Ö Z-2 ? as ff ui (#» 2 ff 0 « a= o S gs ä P3 S (5 = 6> 3*=: F X % -« = SS35 = -Ö e s re es= 0 c*. 25) S a 23 =s X -. <0 fc täf Ö <Ä £ § 5 Zes □ 5 LS L Z ZL s« XL s LS Zs r -.0= ff- ff M a §ff g ffWUU 0® 2. Co 8£? HL M 2 5 a- *&> 2© C-? ro <«o r°= =■£ ii tt - 5. — <2 ff 2 I 5 as- 9« a L x; to -S= S’o- 2aS C2^ä2 a- 0 2. —7 =■« '?ff .«A -- ff^rs s s " d X #0 d L 2. 3.? tfv = s ff Cb LS BLZ. =£**£ ~2- e tsr E §=gi d rt t? 8 AZ § 2 2.X ^r-AL-a- a-d 5 -= X 2 s $^$1 ZI F Ii ■ ® §«■ e I LS^^ 2-L^ x g V ff ?5 § V"X2 ?s2-=" cr-P'X’ ;_7 212 2o Kaff- (5) Co —’ - A-> = es ?? sä? t§e Xu»* " «jrl* »herX' d a1. XSsCS 7§LZ. ?=;y S-W L3-- _: &^Sg£ <=■ S X XX = 2 o-a — ■ =:—. Ct er d — ’-’ Kes^2-LS er. 2 = ^2, es - - d 2.~ ch, nach fehlen raffen. Das Plätze mit m Klima, sende von ieder gefestigt. tut uns leib, > heraushören fsr ~ &S. Sa'g-2,xsS en 5.2 o-x'd x'ä.-S' = 2 3. CO^Or- iMVl #52*Z®SW H ° ä23s2 *« SrSR d2 er-. 2-3 d uuo c- f ff A-M B-S e ° ST? Z ®*(T> S 9-ff a = g- S.» -Z-Le 3d«Ö er 0 d5 -■ Slil H ff ??&?■ aff = S c, O- Ifa -<-"L ffZss-L ~Wt ■' -Uff s “22 = 11 §- 5 a-.x d d Z2?o ra — er = = $q o”2.§gfi = ft ~ r? rgs S« eg' d : ^W^MZL-5^ — 2 X" *= 2 “ S Z .Sie»3 E§x?§aA d a_ EesL-S- 3 |8 2. —- ro g 6S"gS 2 a. = d- & 2 2 CO Msss-WX FO-? - Äft.J.2 _ 2.co»W'«s« kZ'Sd NtA wn^ 'besn?'t K? F«E«fe M •n 6err,hti. en V , 'n r?- hier lpMdeL diel Z und irtLk!Qntö* "“Manien ^'lliger ^ungNoohnsch Aeu, datz ^pn eigen! ""Aus. M die Aus. Jtt grau. >W, empört °n den Zoz.: U>ennhier e" als Be- ' n I s Troße Mittel, zur ^n. das sind I Die Leute ut zu Marlte r den Fleisch, ^oz. und im ~a 1-a 'tält sich bet ud- Er sagte s nur in den r der Staats- ' hinausgeht, rß die hinter, oll nun einer t und könneu S-r Co 5 3, _2ff 2 «2.2-5 = fflän ??«■? ?£ AS 2.S^ff S L?Z&xs ~3* Sff-s-Ss93 sff 32.-^ -Ä^StF X Co er - ■'* " CS> 5 JyVg “ IffSag che nicht durchgi- . hchen bestehend! le. Bei Schasfun; unalapotheke biß i^flem vorzuziehen. >ulf Gesetz werbu t gegen die vorgr> jt den Grundsätze' ilösung von Hoden InteresseW 2C die Arnderung x einstimmig fül jefteibe aus-; ■ e„ TetailhaM- c bet Erhöht tritt sie iur letlagetbetweb W e eme M* um Betrieb erf , Bedürfn'isesfl(' rnbuÄ1”" n in W"° 4*1“ bd0"to er ic«*" * ist ferner ein b Varenha»!^ b">* (ueWJj> r*5^~ «5 '§§. x ^5 5"ro 2-~- -'L.Z.Z.2S. 2.«S w = = d J£i = =: S~) X d —aa’S QTföd » L-TL-LZ-S er CT d - 2 d - = s — St) -^=cr iö^M= V^KZ- ~-Öi Es ff= LLS^d - - d - =d crert ''L A-ffffOmO> O d=o- O Ü’ IO 00 Md Sf es. cs to 3H«» ASM = CO — Cb er er — d d — e e d §2.d = ^^ = = 5 = 0='='g-^ S'Sd 2 d = 2 53,2 d-ff^d =’„ §«2-2-=?2 ZK"' S‘cosx'^2'3, •^'Jb'g= kulj! K eilen u „'M ; **& fi Ehrend ein enungcne G ^sec augere glaube ist, ^ite eingeg Apfelsinen fernste vollsaftage Valencia io Stock 35 Fig. 10 Stück 45 Pfg. Blutorangen 10 Stück 55 MÜ 65 Pfg. HMIMIIH >.E. |-| - 7 .üi ■■■ni.''.«..- H.i ...,m . »■■■■■ । nmiimr r l ■ l„ Auf Teilzahlung kauft man reell, gut und billig bei J. JTTMANN, Giessen, Piscksirasse 14-18. r' | Bekanntmachung. In das Genossenschaftsregister wurde bezüglich der Firma landwirtschaftlicher Konslimverein Leihgestern e. G. m. u. H. eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 1. Februar 1908 wurde bestimmt, daß die Bekanntmachungen der Genossenschaft nicht mehr in der „Volksmacht" sondern in der „Hessischen Wochenzeitung" in Gießen erfolgen sollen. Gießen, den 12. März 1908. B90/* Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Anleihe der israelitischen Religiousgemeinde Gießen von den Jahren 1865, 1892 und 1897. Ber der diesjährigen planmäßigen Verlosung wurden die Schuldverschreibungen Nr. 44, 72, 73, 108 und 134 des Jahres 1865, Nr. 7, 50 und 98 des Jahres 1892 und Nr. 20 des Jahres 1897 zur Rückzahlung am 1. Juli d. I. bestimmt, an welchem Tage deren Verzinsung aufhört. Gießen, den 17. März 1908. Der Vorstand der israelltischen Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. b20/„ Prämiierung ton Dienstboten. Die bewilligten Prämien können von Montag, den 23. L Mts. ab während der Geschäftsstunden bei unserer Kasse in Empfang genommen werden. Gießen, am 18. März 1908. B”/. Bezirkssparkasse Gießen. Doering. Hoizversteigerrmg im Martwald der Gemeinde Lützellinden, Dienstag, den 24. d. Mts., Zusammenkunft vormittags 10 Uhr an der Sandkaut Distrikt „Hahnenkopf". 1 Kiefern-Stamm 2. Kl. — 1,13 Fm., 3 Kiefern-Stämme 3. RL = 2,06 Fm., 2 Kiefern-Stämme 4. Kl. — 1,09 Fm., 2 Kiefern-Stämme 5. Kl. — 0,72 Fm., 3 Fichten-Stämme 5. Kl. = 1,03 Fm., 3 Nm. Kiesern-Nutzholz (3 m lang), 19 Rm. Kiefern-Rundscheit, 152 Rm. Kiefern-Knüppel, 38,6 Rm. Kiefcrn-Stockholz und 2140 Kiefern-Wellen. Groß-Rechtenbach, den 18. März 1908. Das Bürgermeisteramt. bm/8 Bank für Handei und Industrie (Darmstädter Bank). Unsere Abteilung für --- — Spareinlagen __ — verainst Gelder je nach Kündigungsfrist mit 3V4% und 4% gegen Aushändigung von Einlegebüchern. Die Bank für Handel und Industrie ist zur Anlage von Mündelgeldern, geeignet erklärt worden. Giessen, Johannesstrasse 1 , e am neuen Stadttheater. Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen Dietz. JBLiilleix Wasmufi einjunyssMädslienvoriuid vonderEbewissen? fe muß ® ZßM Frau in der Ehe wissen?* Von Frau Dr. SL von Szczepanska 11.—14. Tausend. Preis 80 Pfg. 1607 Verlag von Sians Medewig’s Ärachf., Leipzig. Diese beiden Bücher der geschätzten Verfasserin müßten in jeder Famile, wo Töchter vorhanden sind, und bei allen Neuvermählten zu finden jein. Es sind wirklich segensreiche Bücher und gute Ratgeber, denen viele junge Mädchen und Frauen das Glück in der Ehe zu verdanken haben. 3u haben in allen Buchhandlungen. Mache die Höft. Mitteilung, oag ich das L@hn=Futir»wetBk von Herrn Friedrich Nuhn übernommen habe, und halte mich bei vorkommeudeu Umzügen, Möbeltransporten imd sonstigen Lohnfuhren bestens empfohlen. 0214. Ang-rasii EÄömg, Dienstmatin Nr. 5, Blerchftr. 18. hv12/. M. Milas. 38odev»arcnkasis in Gießen sucht zum 1. Mai S ^er'kawf erin iür Konfektion § Weg«käufer‘än für Stoffe. Es wollen sich nm solche Damen melden. welche schon einige Jahre in dieser Branche gearbeitet haben, und gute Empfehlungen besitzen. Offerten nebst Photographie und Angabe der Gehaltsansprüche unter 1804 a. d. Exped. d. Bl. zu richten. Barnstädter Pädagogium DSSat 1. Aufnahme schulpflichtiger Schüler, vom 9. Jahre ab. 2. Vorbereitung für alle Klassen höherer Lehranstalten. 3. Vorbereitung zum Einjährigen-, Primaner-, Flihnrichs-, Seekadetten und Abituricnten-Examen. Kleine Klassen, individuelle Behandlung, vorzügl. Erfolge I Pianos Flügel Harmoniums Ständiges Lager von 150 bis 200 Instrumenten “ Vertretung von ©j Ph. 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Namentlich findet der Ge- ‘toerbetreibenbe und Kaufmann, sowie auch der Landwirt reichliche Aufschlüsse..... Es wird genaue Anlcltung gegeben, wie man sein wirklich steuerpflichtiges Einkommen finden kann re. re. Anleitung und Hilfsmittel zur Anfertigung der Einkommensteuer - Erklärungen nach den Anforderungen des hessrschen Einkommensteuer-Gesetzes uebst kurzem Anhang über das bet Ergreifung eines Rechtsmittels zu beobachtende Verfahren. Bearbeitet von a20/3 Steuer-Kontrolcur Adolf Köhler, Negierungs-Assessor. Oktav, 90 Seilen, mit Tabellen. Mk. 1.20. »»TOD - FESTER JEDES MUSTER — JEDE HOLZART — JEDES PROFIL TREPPEN 1746 KEHLLEISTEN MODERNE LADENEINRICHTUNGEN E35IL H. MÜLLER, BOLZBEARBEITUNGSFABRIK GIESSEN TELEFON 132